Mehr oder weniger geheime Welten

tsw_kloppo

Wenn ich mal ehrlich bin: The Secret World hat einige der tollsten Moment, die ich jemals in einem MMO erleben durfte – nein, einige der tollsten Momente in Spielen überhaupt. Einige der besten Dialoge, eine Handvoll inspirierter Locations und besten Quests und dazu noch gar nicht wenige echte Gänsehautmomente. Aber ich habe es nach dem dritten Gebiet nicht mehr weitergespielt und dafür schäme ich mich etwas. Weil TSW richtig gut unzensiert ist, gelegentlich brilliant.

Die Musik ist klasse und die Stimmung ist so geschickt eingefangen – mit so viel Liebe ist das Spiel gestaltet worden, dass man die oh-so-gewaltigen Schwächen von TSW gar nicht richtig bemerken will: Es ist eine tolle Onlinewelt, aber höchstens ein durchschnittliches Spiel mit einer Reihe von innovativen Ideen in einem eher konservativen Spieldesign. Noch dazu hat man sich bei Funcom dazu entschlossen, das altbekannte Abo-Modell anstelle von “Free to Play” zu verwenden. (Tiefes Seufzen).

Nach 3 Wochen stellte ich fest, dass ich mit meinem Charakter mit seinen coolen ach-so-frei gewählten Fähigkeiten nicht weiter kam. Ich will nicht behaupten, ein besonders guter Spieler zu sein, aber darf doch wenigstens annehmen, ein erfahrener Zocket zu sein: TSW wurde ganz plötzlich ganz entschieden unfair und ich wurde genötigt, meinen “verskillten” Jürgen Klopp-Doppelgänger nach erfolgsversprechenden Muster neu aufzubauen. Willkommen zurück, liebe Klassengesellschaft. Da hatte ich erst einmal keine Lust mehr und beschäftigte mich mit anderen Sachen.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt kam nämlich Guild Wars 2 bei mir an. Das kostet im Gegensatz zu TSW keine monatlichen Gebühren und hat… ein wenig Story, die ganz okay ist und nicht wundervoll. Die Spielwelt ist Fantasy mit vielen Eigenheiten- wenig innovativ, aber mit viel Liebe gemacht. GW2 ist ein verdammt gutes, ausgefeiltes Spiel mit Tonnen von Mainstream-Appeal. Es macht genau das richtig, was ein MMO tun muss: Lust machen auf Spielen, noch mehr Lust machen auf Spielen mit anderen Leuten.

Es ist ein besseres Spiel und auch ein (viel) besseres MMO.

Trotzdem werde ich noch lange immer mal wieder wehmütig an diese paar unglaublichen Momente in The Secret World denken und dann… Guild Wars 2 starten. Tja, wenn TSW mal kostenlos spielbar wäre, dann… ach was, ihr solltet es wirklich mal erleben, auch wenn ihr GW2 schon auf der Platte habt.

3 Kommentare Autor: Denis
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Die Saurier von Berthelsdorf

Dinoberthelsdorf

“Oh Nein. Hermes?”

Ich hatte soeben per Online-Auktionshaus einen verlockend günstigen und mit Sicherheit absolut legalen Registrierungsscode für ein skandinavisches MMO bestellt. Die schicken den per Post? Aus Berthelsdorf, was meiner Google-unterstützten Ansicht nach irgendwo bei Dresden liegen muss? Mein erster Irrtum, aber nicht mein letzter in dieser Geschichte.

Der Kaufbestätigung nach liegt Berthelsdorf nämlich nicht etwa wie erwartet in Sachsen sondern genauer gesagt in der Dongzhi menwai Straße im Haidian Distrikt in Peking, Sachsen. Eine kleine Ungenauigkeit, mit der man eben leben muss. Hermes liefert kleine Zettelchen mit Gamecodes direkt aus Berthelsdorf, China in flinken zwei Tagen? Ich hatte die Leistungsfähigkeit des Ladens unterschätzt und schämte mich zu Recht. Allerdings hätte ich den Code eigentlich per Mail erwartet und fragte nach.

are you still online now ? I am honored to serve you. Can I send the item to you now? please reply me as soon as possible .

Oje, die Übergabe der total legalen Ware würde bald stattfinden. Warum nur wurde ich langsam nervös. Ja, ich war online, gestand ich meinem neuen Dealer. Die zweite Nachricht traf etwa 20 Sekunden später ein.

my dear friend ?i’m so gald to hear from you ?we have sent the item to you just now about 18 minutes ago ?maybe the internet problem or delay.please don’t worry .

Aha. Der Code war tatsächlich im selben Moment eingetroffen, nicht per Hermes’ neuem Emaildienst, sondern per Mitteilung des Auktionshauses.

my dear friend ?you are an excellent eBay buyer?we have leaven a positive feedback to you.

Ein günstiges neues MMO und noch dazu ein neuer Freund/Diener, der allerdings ein wenig zur Panik neigte. Ich war entzückt – die Sachsen sind doch ein freundliches Volk, auch wenn sie komisch schreiben. Nach wenigen Sekunden schrieb er erneut, offenbar interessiert daran die Beziehung zu vertiefen:

we beg you only one minute to leave a positive/proper feedback to us ?because we are new to eBay, so we urgent need your support ! ^ ^

Was würde passieren, wenn ich ihn nicht bewerte oder noch schlimmer – nicht positiv über ihn dachte? Schickte er dann andere Sachsen vorbei, die Übles im Sinn hätten? Kämen die per Hermes? Befand unsere Beziehung in der ersten großen Krise?

Gibt es Saurier in Berthelsdorf, die entsetzliche Rache an langsamen Bewertern üben?

have a nice day and wish you a happy game time.

3 Kommentare Autor: Denis
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Braunosaurus Handbuchus

Such den Saurier!

Manchmal bekommt man Pressemitteilungen zugeschickt die etwas verzweifelt klingen. Wie zum Beispiel zu “Face Noir”. Dieses Adventure wird von Daedalic damit angepriesen, dass es ein “Erstlingswerk” sei, mit “aufwändig produzierter Faltschachtel” und “umfangreichem Handbuch”. Ich schätze man kann “Erstlingswerk” mit “von hoffnungsfrohen aber ahnungslosen Entwicklern gemacht” übersetzen. “Aufwändig produzierte Faltschachtel” bedeutet in Pressemitteilungslogik dann “vielleicht fangen wir im Saturn ja einige ähnlich ahnungslose Spontankunden”. Und “umfangreiches Handbuch” heisst wohl “Oh Gott, ich muss eine Pressemitteilung schreiben und mir fällt nichts Positives mehr zum dem Spiel ein!”.

Geht man dann auf die wirklich spektakulär lieblos gemacht Webseite, stellt man fest dass der arme Pressemitteilungsschreiber ganz vergessen hat den “innovativen Denk-Modus” zu erwähnen! Das wäre doch was gewesen, auch wenn nicht so ganz klar wird um was es sich dabei handeln soll. Aber er ist innovativ! Weniger innovativ ist hingegen die Optik des Spiels, dessen zweifarbige Gestaltung (Farbe 1: 70er-Jahre-Cordhosen-Braun, Farbe 2: etwas dunkleres 70er-Jahre-Cordhosen-Braun) sich optimal seinem 90er-Jahre-Billig-Adventure-Render-Look beisst.

So klickt man sich dann unmotiviert durch das massive Aufgebot an vier Screenshots (nichts repräsentiert “ein düsteres Noir-Abenteuer im New York der 30er Jahre, umgeben von Regen, Wolkenkratzern und Jazz-Musik” besser als ein brauner Abwasserkanal! Gefolgt von einer braunen Lagerhalle!), nur um dann auf die Sensation zu stoßen! Ein Dinosaurier!! Gut, es ist ein zweifarbig-brauner Dinosaurier in einer zweifarbig-braunen Lagerhalle (Time-to-Crate: 0 Sekunden), aber es ist ein Dinosaurier! Wieso war das nicht in der Titelzeile der Pressemitteilung?!?
Ich würde die digitale Version kaufen.

Aber dann müsste ich ja auf das umfangreiche Handbuch verzichten. Und Handbücher sind bei Computerspielen ja inzwischen auch irgendwie Dinosaurier.

7 Kommentare Autor: Richard
100 Wörter Liebe: 120mm U-11

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In dieser Kolumne freuen wir uns wie kleine Kinder über kleine oder große Spieledinge – ausnahmsweise komplett unkritisch und absolut unreflektiert. Hurra!

Manchmal spiele ich gern World of Tanks – ein russisches Spiel mit Panzern und einem bemerkenswert lässigen Umgang mit der Geschichte des entsetzlichen zweiten Weltkrieges. Allerdings klingt die Kanone in meinem KV-1 Tank echt gut. Das sowjetische Schmuckstück ist so flink wie eine durchschnittliche tektonische Plattenbewegung, aber das ist – egal. Meine Lieblingskanone ist außerdem so treffsicher wie ein Scherz eines durchschnittlichen Frühstücksfernsehmoderators, aber das ist auch egal. Diese Kanone ist verdammt DICK und LAUT und das ist wundervoll. Wenn ich mit ihr wirklich einmal etwas treffe, bin ich für eine kurze Zeit wirklich glücklich. Wundervoll.

5 Kommentare Autor: Denis
Remakes haben kurze Beine

dinoUltima

Es kann gut sein, dass ich der größte Ultima-Fan unter den Antigamern bin – schließlich war Ultima V: Warriors of Destiny das erste Computerspiel für das ich damals tatsächlich richtiges Geld (und nicht wenig davon) ausgegeben habe. Seitdem habe ich kein Ultima mehr verpasst. Nun sind seit dem wackligen neunten regulären Teil 13 Jahre vergangen, Richard “Lord British” Garriott hat Origin verlassen und die Firma selbst wurde (danke, EA!) inzwischen aufgelöst. Trotzdem gibt es nun ein neues Lebenszeichen der großartigsten Computerrollenspielreihe überhaupt – Ultima Forever, herstellt von Bioware unter der Federführung des begeisterungsfähigen Paul Barnett (Ex-Warhammer Online/Mythic).

Na gut: Es wird kein MMO, aber Free to Play und natürlich irgendwie social. Es wird bunt und knuddelig. Es hat nur noch zwei Charakterklassen und einen grafischen Stil, der in seiner knubbligen Dackelbeinigkeit nicht gerade auf Begeisterungsstürme unter den altgedienten Fans hoffen darf. Es ist sozusagen Diablo III meets Ultima in der fröhlichen Basset Hound-Version (mit einem angebauten Item-Shop). Ach ja: Das ganze findet natürlich ohne Garriott aka Lord British statt, der sich früher selbst als Herrscher im Spiel verewigt hat. Dafür gibt es… genau, ihr habt es sicher geahnt: Lady British. Wenn das nicht inspiriert ist, dann weiß ich es auch nicht.

Oh, wie habe ich die Idee gehasst. Oh, wie habe ich einen ersten Anti-Artikel begonnen. Oh, wie habe ich beschlossen, den dann doch nicht zu veröffentlichen und einfach noch einmal eine Nacht darüber zu schlafen.

Andererseits ist das Ding angeblich ein recht liebevolles Remake von Ultima IV: Quest of the Avatar. Es hat weiter eine Party mit vier Mitgliedern. Die Tugenden sind drin, all das wichtige Zeug. Die Karte sieht genauso aus wie Britannia aussehen muss. Oh ja, die Karte:

Es hat eine Karte aus Stoff! (Und noch andere kleine Kartendinger)


Eine Karte aus Stoff ist ausgesprochen wichtig für ein Ultima, wie hoffentlich jeder richtige Fan bestätigen wird, so wichtig wie Saurier für Antigames – beinahe.

Verdammt, es hat eine Stoffkarte.

Ich habe plötzlich doch Lust, das Ding mal auszuprobieren. Allerdings weiß ich nicht ganz, wie ich mit der Geschlechtsumwandlung meines Lord klarkommen werde. Mal schauen, ob sie dafür eine Gruppentherapie anbieten. Es ist wohl auch davon auszugehen, dass Garriott selbst sein Alter Ego auch wieder in sein kommendes Ultimate RPG einbauen wird. Vielleicht gründen sie ja eine Familie und … meine Güte, ich habe plötzlich solche Kopfschmerzen.

Bleibt noch der Grafikstil. Ich glaube, ich muss mich hinlegen und noch einige Monate darüber schlafen.

4 Kommentare Autor: Denis
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Dino-App-Wochen bei Antigames: Dragon Rush

Der Plan für diese Woche: (fast) jeden Tag ein ausführliches Review eines Dinosaurier-Spiels vom Google Play App Store. Und mit ausführlich meine ich knapp. Heute: Dragon Rush.

Dragon Rush? Moment, werdet ihr da rufen! Erst bemäkelt der blöde Antigames-Dino-Nerd, dass es sich bei Flugsauriern oder diversen Schwimmosauriern(*) gar nicht wirklich um Dinosaurier handelt, und dann lässt er einen Drachen als Dino durchgehen? Aber halt, liebe Freude der ludistischen Paläontologie! Dragon Rush enthält tatsächlich einen Dino. Ich würde das auch gerne beweisen, aber dummerweise ist der immer nur so kurz im Bild, dass es mir nicht gelingt einen Screenshot davon zu machen. Immerhin herrscht hier das Gegenteil vom Etikettenschwindel. Es steht nicht Dino drauf, aber es ist Dino drin!

Aber erst zum Spielprinzip, dann zum Dino. Dazu muss ich zunächst sagen, dass ich grundsätzlich unfähig bin Spiele mit dem Bewegungssensor zu steuern. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der Sensor meines Handys nichts taugt, oder ob dass ich einfach nichts tauge. Jedenfalls scheitere ich prinzipiell an allem was darauf basiert das Gerät hin und her zu wackeln. Also auch an Dragon Rush, denn hier wird ein putziger Drache damit nach rechts und links bewegt. Er läuft dabei nach oben und sammelt goldene Münzen ein. Wenn er eine Weile keine Münzen mehr gesammelt hat: Game Over. Wenn er dabei einen Stein trifft: Game Over. Wenn er dabei einen Dino trifft: der Dino dann so “om nom nom”. Dabei ist der Dino(**) ziemlich fett, und müsste den armen Drachen nicht wirklich futtern. Aber so ist das Leben in der späten Kreidezeit. Wer nicht aufpasst, ist eine T-Rex-Mahlzeit.

Zurück zum Spiel. Wenn ich es steuern könnte (was ich nicht kann, siehe oben) dann wäre Dragon Rush eigentlich ganz okay. Es ist nicht hässlich, es macht zufriedenstellend BLINGBLINGBLING wenn man die Münzen aufsammelt und es hat einen Dino. Man könnte es schlimmer haben. Zum Beispiel wenn man die bisherigen Dino-Apps des Tages spielen müsste.

* nein, “Schwimmosaurier” ist keine offizielle monophyletische Gruppe oder gar ein wissenschaftlicher Begriff, ich bin bloß zu faul “Mosasaurier, Ichtyosaurier und Plesiosaurier” auszuschreiben. Außerdem vertippe ich mich bei dem Wort Itchyo…Ichtoy…Icktyo…verflixt.

** ein T-Rex, was sonst?(***)

*** wie wäre es mal mit einem Giganotosaurus? Dafür dass er ziemlich bad-ass ist, kriegt er erstaunlich wenig Respekt.

1 Kommentar Autor: Richard
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Dino-App-Wochen bei Antigames: Dino Eggs

Der tut nichts. Der will das auch nicht spielen.

Der Plan für diese Woche: jeden Tag ein ausführliches Review eines Dinosaurier-Spiels vom Google Play App Store. Und mit ausführlich meine ich knapp. Heute: Dino Eggs.

Schon wieder ein Höhlenmensch. Im Kopf einiger Personen scheint wohl alles was länger als 10 Jahre her ist ungefähr gleichzeitig passiert zu sein. Der Urknall, Dinosaurier, Homo Erectus und die dritte Staffel* von MacGyver.

Action und Abenteuer! (serviervorschlagactionundabenteuernichtgarantiert)Dino Eggs kombiniert irgendwie Space Invaders and Asteroids. Space Invaders, weil sich der Höhlenmensch (seufz) unten hin und her bewegt und nach oben schießen kann. Oben bewegt sich ein Pterosaurier und spuckt Feuer (seufz) zurück. Asteroids, weil zwischen dem Höhlenmensch und dem Ptero Dinosauriereier herumfliegen, die sich zerteilen wenn sie getroffen werden. Im Hintergrund schaut dann noch ein hungrig dreinblickender aber ansonsten passiver T-Rex dem bunten Treiben zu.

Was auf dem ersten Blick vielleicht gar nicht so doof klingt (Space Invaders meets Asteroids mit Dinosauriern!) ist in der Praxis ziemlich unspielbar. Die drei Touchknöpfe am unteren Rand des Bildschirms machen es nahezu unmöglich, sich gleichzeit zu bewegen und zu schießen. Der Spaßfaktors des ganzen bewegt sich daher irgendwo zwischen Naseputzen und dem Einfädeln neuer Schnürsenkel. Immerhin: wenn der Höhlenmensch von einem Ei getroffen wird (also ständig) sieht er ganz putzig aus. 2 von 11 Koprolithen.

* Das ist die Beste. Aber das wusstet ihr ja schon.

3 Kommentare Autor: Richard
Dinosaurier zum tippen

mechatasta2

klickerklickerklick… klack. Klick. Klickklickerklik-klack.

Erinnert ihr euch an das Geräusch, liebe Spieler gereifter Sorte? Für mich war es der Soundtrack langer Wartezeiten auf dem ziemlich ausgeleierten schwarzen Ledersofa meiner Zahnärztin. Die Sprechstundenhilfe war damit beschäftigt, auf der Tastatur ihres Compaq-PC wichtige Sachen einzuhacken. Das hallte über den ganzen Flur. Schrecklich einerseits, andererseits schlief ich auf diese Weise nicht ein. Die Tastatur ihres Rechners war enorm. Sie sah aus, als könne man mit ihr eine kleinere Horde mongolischer Krieger aufhalten – lange genug, bis Hilfe eintraf.

Mongolische Horden werden heute nicht mehr hergestellt. Mechanische Tastaturen mit Klick sind auch aus der Mode gekommen, vor allem weil sie so verdammt teuer herzustellen waren und noch dazu… schwer genug waren, um mit einem einzigen Hieb einen barbarischen Schädel zu knacken.

Einige Jahre später tippe ich mehr oder weniger fleißig Daten ab. Ich benutze ein IBM-Terminal und meine Hände liegen auf einer Tastatur desselben Herstellers. Sie ist schwer und außerordentlich laut, wie die der Sprechstundenhilfe. Irgendwie macht es richtig Spaß darauf zu schreiben. Ein sanfter Druck auf eine beliebige Taste, sogleich ein freudiges Zurückfedern – es war… nein, es war ganz sicher nicht wie Sex.

Danach: Geschätzte 20 Jahre mit seelenlosen, harten elektronischen Tastaturen. Einige davon hatten sogar Displays (über diese Dinge reden wir besser nicht mehr).

Nun habe ich seit einigen Stunden wieder ein echtes Keyboard. Eine Tastatur mit Mikroschaltern wie damals. Eine Tastatur mit teuren Mikroschaltern. Meine Güte, ist die schwer. Meine Güte, ist die laut – klingt wie ein bescheidenes Maschinengewehr. Ich bin wieder einmal froh, alleine zu wohnen – trotzdem sollte ich morgen einmal meine Nachbarn ansprechen und mich erkundigen, ob sie aufgrund des MP-Feuers in der Nachbarschaft die Polizei gerufen haben.

Ich bin nämlich nicht sicher, ob ich aufhören kann zu tippen. Es ist ein wenig wie die diese gefürchtete Verpackungsfolie mit den Luftbläschen darin, die man so schön kaputtpoppen kann. Man kann nicht aufhören. Ich muss auf Tasten drücken, irgend etwas schreiben. Dazu kommt dieses lustvolle klickern und klackern, es sagt mir: Danke, das du mich gedrückt hast – du Finger, du! (Oh, bitte. Gern geschehen.) Und dann damit zu spielen! Allein das freudige Stöhnen meiner Freunde im TeamSpeak, die sich über die ganz neue, aber auch irgendwie heimelig-nostalgische Geräuschkulisse freuen. Vielleicht reagiert man auch ein wenig flotter als mit einer billigen moderne Elektroniktastatur. Aber ist das wichtig? Natürlich nicht.

Inzwischen weiß ich Bescheid über die verschiedenen Mikroschalter der Firma Cherry und ihren Klang, wie sie sich anfühlen – MX Black und MX Red und MX Brown und so weiter. Sachen, die ich gar nicht wissen wollte. Ich weiß, es ist zu spät für mich. Ich beginne wieder etwas zu tippen. Es könnte ein Artikel für antigames.de werden…

Klickklickklickklackklack… klackklackklack…

4 Kommentare Autor: Denis
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Dino-App-Wochen bei Antigames: Big Dino Fishing 3D

That's not a Dinosaur!

Der Plan für diese Woche: jeden Tag ein ausführliches Review eines Dinosaurier-Spiels vom Google Play App Store. Und mit ausführlich meine ich knapp. Heute: Big Dino Fishing 3D.

Gestern haben wir uns ein Spiel angeschaut, in dem Dinosaurier und Höhlenmenschen zusammen gelebt haben. Also zeitlich, nicht in eingetragener Lebenspartnerschaft. Ihr wisst schon. Das ist jetzt wissenschaftlich etwas fragwürdig, aber gut. Viel schlimmer ist es, ein Spiel zu machen das Dinosaurier im Namen hat, aber keine Dinosaurier im Spiel!

(Wo wir beim Thema Etikettenschwindel sind, der Film “Tyrannosaur” ist eine einzige Enttäuschung! Dino im Titel, Dinoskelett auf dem Poster und im Film? Nix! Niemand wird gefressen! Worst. Movie. Ever.)

Aber zurück zum Thema Spiele. Spezifisch zu “Big Dino Fishing 3D“. Dino im Titel, aber keine Dinos im Spiel! Man könnte jetzt argumentieren, dass Dinosaurier nun mal an Land gelebt haben. Man könnte also sagen, dass jemand der versucht welche zu fischen dabei zwangsläufig erfolglos bleiben muss. Das wäre jetzt auch nicht ganz falsch. Aber Big Dino Fishing könnte ja auch ein Spiel sein in dem man einen großen Dinosaurier spielt der fischt!

Ich hätte dafür auch den perfekten Kandidaten! Ichthyovenator! Der hat sogar den perfekten Namen für das Spiel! Aber nichts. Stattdessen spielt man einen menschlichen Fischer. Auf der Suche nach Dinos. Nun gab es in den guten alten Zeiten(*) ja noch andere coole Tiere die im Wasser gelebt und somit zumindest theorisch fischbar waren. Plesiosaurier zum Beispiel. Oder Mosasaurier. Oder Ichtyosaurier. Das sind zwar keine Dinosaurier, aber hey, trotzdem cool. Also habe ich mit dem Handy gewackelt, meine Leine ausgeworfen und Saurier gewartet. Mit folgendem Erfolg.

 

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass man in Big Dino Fishing weder Dinos nach Saurier an den Haken bekommt. Und schon gar keine Dinosaurier. 0 von 7 Dinofedern.

* Das sind die Zeiten in denen es noch Dinosaurier gab.

 

6 Kommentare Autor: Richard
Dino-App-Wochen bei Antigames: Caveman 2

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Der Plan für diese Woche: jeden Tag ein ausführliches Review eines Dinosaurier-Spiels vom Google Play App Store. Und mit ausführlich meine ich knapp. Heute: Caveman 2.

Wie wir ja alle wissen, haben Höhlenmenschen mit Dinosaurier zusammen gelebt. Wir lernen dieses wichtige Faktum in Museen und bringen es unseren Kindern mit Hilfe von Spielzeug bei. Caveman 2 (bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den heiß erwarteten Nachfolger zu Caveman 1 handelt) nutzt diesen historisch eindeutig belegten Umstand* um daraus ein Endless-Running Spiel der Marke Canabalt oder Temple Run zu machen.

Das funktioniert so: Der kleine Höhlenmensch läuft von links, die Dinosaurier kommen von rechts. Von Dinosauriern gefressen werden ist schlecht und in Löcher fallen auch. Glücklicherweise kann der kleine Höhlenmensch mit einer Axt hauen und springen. Große Kunst ist das nicht. Auch wenn der Google-Play Rezensent “Sachin” sehr prägnant feststellt, dass es “Gud game Ful time pass” ist, so muss man doch gewissen Schwächen feststellen. Zum einen macht es wenig Spaß. Zum anderen, na ja, siehe: zum einen.

Man muss aber auch “Shoeb” recht geben, der schreibt “its fuulllyyy time pass”. Mit diesem tiefschichtigen Essay ist es Shoeb gelungen die klaren Stärken des Titels hervorzuheben: er hat knuffige Dinosaurier! Und man kann einen Triceratops reiten! Oder wie Google Play sagen würde: 4.4 von 5 Sternen!

* (Umstand nicht eindeutig historisch belegt. Oder überhaupt belegt. Nicht mal mit Salami.)

4 Kommentare Autor: Richard
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