Archiv für August 2005

Unscharfe Erinnerungen

Unscharf!

Bald kommt Fahrenheit. Ich freue mich darauf. Weil die Demo cool war. Und weil die Jungs von Eurogamer das Spiel mögen. Und vor allem weil es ein Adventure und trotzdem irgendwie neu und ganz anders ist. Damit wir nun alle Fahrenheit zu schätzen wissen (und weil ich faul bin), packe ich einfach mal ein kleines Review von Atlantis 3 aus, das ich im Jahre 2001 geschrieben habe. Erinnert sich noch jemand an Cryo? Wenn nicht, dann haltet euch mal fest. Denn jedes Spiel von denen war in etwa wie folgt…

Zeitmaschine an.

Ich dachte ich schaue mir mal Atlantis 3 bzw. Beyond Atlantis 2 (US-Titel) an. Hier mein Erfahrungsbericht:

Ich stehe in der Wüste und unterhalte mich mit einem Wüstenkrieger. Wir können beiden keinen sinnvollen Satz von uns geben und sind ganz miese Schauspieler. Ich stelle fest, ich bin eine hässliche Archäologin mit einem französisch/italienischen Akzent auf der Suche nach ägyptischen Ruinen. (Dass Ägypten ein paar tausend Kilometer weg ist, ignorieren wir mal.)

Ich bin offensichtlich jemand der seine Expeditionen sehr sorgfältig plant, denn ich habe ein Holzstöckchen und ein kleines Metallufo dabei. Geschickt bastele ich daraus einen Brummkreisel. Ha! Das wird mir helfen in der Wüste zu überleben.

Der Guano-Krieger geht inzwischen böse Männer von seinem Lieblingsbrunnen vertreiben. Na gut, denke ich mir, gehst du mal hinterher. Er hat schließlich gesagt, ich solle hier bleiben und ich habe schon genug Filme geguckt um zu wissen, dass man nicht hier bleiben darf, wenn jemand so was sagt. Das würde gegen das Klischeegesetz von 2001 verstoßen. Ich will ja nicht unpatriotisch wirken.

Wie im Film werde ich ca. 30 Sekunden später von einem Space-Banditen gekidnappt (Überraschung!), aber der Guarini-Krieger rettet mich. Super. Mit dem wäre ich auch noch alleine fertig geworden. Schließlich habe ich einen Brummkreisel dabei!

Ich gehe auf den Brunnen zu. Ein Space-Bandit erschießt mich mit seinem Lasergewehr. Apropos Lasergewehr: Habe ich schon erwähnt, dass wir das Jahr 2020 schreiben? Das weiß ich aus drei Gründen:

a) Ich trage eine blau leuchtende Digitaluhr.
b) Space-Banditen.
c) Es stand als Untertitel im Intro. Das spielte zwar in Peru, aber ich schätze hier in der Wüste ist es etwa genauso spät.

Der hässliche (sprich: böse!) Mann im Intro hat übrigens einen Leuchtschädel gefunden und dann gesagt: “I have all the power now!” Power hin, Power her, an deinen Dialogen musst du noch feilen, Mister.

Zurück in die Wüste, wo ich gerade tot rum liege und anfange zu stinken. Anstatt ins weiße Licht zu fliegen, lade ich lieber einen alten Spielstand. Zumindest will ich das. Leider stelle ich fest, dass es sich hier ja um ein Adventure handelt und ich nicht gespeichert habe. Ich naives Dummerchen war nämlich so blöd zu glauben, man könnte in Adventures nicht sterben. Denkste.

Na gut. Also von vorne. Brummkreisel bauen, durch die unscharf gerenderte Wüste irren, entführen lassen, aber diesmal den anderen Weg gehen. Von Space-Piraten habe ich jedenfalls erstmal genug.

Ich stolpere in eine Höhle, die noch unschärfer gerendert ist als die Wüste. Ich stelle erstmal die grauenvolle Musik aus, die mich langsam an den Rand der Verzweiflung treibt und schaue mich um. Geradeaus ist ein blaues Leuchttor. Ich kann nicht durch. Das wäre ja auch zu einfach.

Vor dem Leuchttor sind wirre Zeichen auf dem Fußboden, die ich nicht entziffern kann, weil alles so verdammt unscharf ist. Das hält mich nicht davon ab, die feindlichen Symbole mit meinem Brummkreisel des Todes anzugreifen.

Das mache ich ein paar Mal und schon stehe ich in einer ägyptischen Grabkammer. Zumindest glaube ich das. Es ist leider alles so unscharf, dass es auch der Kölner Dom sein könnte.

Zu diesem Zeitpunkt entschließe ich mich dazu, mich unter dem Schreibtisch zu verstecken und zu warten, bis das böse Spiel weggeht. In dem Moment hat Cryo Erbarmen mit mir und lässt das Ding gnadenlos abschmieren.

Puh! Glück gehabt.

Jetzt gehe ich erstmal meine Festplatte verbrennen, denn um Penny Arcade zu zitieren: “You can’t uninstall evil.

Zeitmaschine aus.

Atlantis 3 enthält meines Wissens übrigens keine Dinosaurier. Cryo hat allerdings mal ein Dinosaurier-Spiel gemacht. Aber darüber berichte ich ein anderes mal.

2 Kommentare Autor: Richard
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Mehr Antigames. Mehr Dinosaurier.

Raaar!

Dinosaurier rocken. Und weil es noch ein bisschen dauert bis King Kong rauskommt, sind hier ein paar interessante Spiele mit Dinosauriern die man bis dahin spielen kann. Oder – wie sich zeigen wird – auch nicht.

Trespasser: Trespasser ist haarscharf daran vorbei geschrammt ein Klassiker zu werden. Stattdessen ist es der Flop des Jahres 1998 gewesen und hat quasi ganz allein das Ende von Dreamworks Interactive eingeläutet. Trotzdem, das Spiel hat einen schlechteren Ruf als es verdient. Warum? Weil es seiner Zeit massiv voraus war. Es hatte riesige Außenlevel voller Bäume. So was ging 1998 eigentlich nicht. Es hatte eine vollständige Physikengine. So was ging 1998 einfach nicht. Erinnert sich jemand an das coole Gefühl bei Far Cry auf einen großen Berg hinaufzuschauen und dann eine halbe Stunde später von der Spitze des Berges wieder hinunterzuschauen? Trespasser hatte das. So was ging 1998 einfach nicht. Und warum war Trespasser jetzt ein Flop? Na ja, all diese Sachen gingen 1998 nämlich wirklich noch nicht. Das Spiel lief eigentlich auf keinem damals erhältlichen System auch nur ansatzweise flüssig und hatte außerdem eine echt bizarre Steuerung, die man erlebt haben muss um sie zu begreifen. Dazu nur so viel: sie gab dem Spiel den Spitznamen “der Armsimulator”. Trotzdem, ein Blick auf Trespasser lohnt sich auch heute noch. Es hatte gute Musik, ein paar wirklich coole Level und massig Atmosphäre. Außerdem läuft es heute absolut problemlos und superflüssig auf jedem Durchschnitts-PC.

Jurassic Park – Operation Genesis: Operation Genesis ist eine Parkbau-Simulation. Aber mit Dinosauriern! Ein offensichtlicheres Spielkonzept für ein Jurassic Park Spiel gibt es eigentlich nicht. Trotzdem sind gewisse Herren erst nach dem Erfolg von Zoo Tycoon darauf gekommen so ein Spiel zu machen. Operation Genesis ist auch nicht das erste Spiel dieser Art mit Dinos, aber dafür ist die Grafik schick, die Musik sehr nett und es spielt sich nicht übermäßig kompliziert. Allerdings hat es einen fatalen Designfehler. Eigentlich sollte man seinen Park so bauen, dass er so sicher wie möglich ist. Aber in Wirklichkeit macht so ein Park voller Dinosaurier doch am meisten Spaß, wenn die Attraktionen anfangen die Gäste zu frühstücken. Zumal man sich dann in einen Hubschrauber schwingen und auf die Jagd gehen kann. Kurz: es erfordert erheblich Willenskraft einen Level zu beenden. Trotzdem, macht Freude. Solange man sich von der Xbox Version fern hält.

Turok Evolution: Keine Frage, Turok Evolution ist ein sehr schlechtes Spiel. Schwache Grafik, miese Steuerung und doofe Level. Turok Evolution war der Anfang vom Ende von Akklaim. Insofern müssen wir dem Spiel eigentlich dankbar sein. Aber eine Sache macht es doch interessant. Es waren nämlich zwei Spiele in einem. Einerseits war es ein First Person Shooter. Der war total mies. Andererseits war es eine Art Rogue Squadron bzw. Crimson Skies Klon. Aber mit Dinosauriern! Alle paar Level flog man nämlich auf dem Rücken eines Pteranodon durch die Gegend. Und das war eigentlich nicht uncool. Vielleicht baut ja mal jemand ein vollständiges Spiel daraus. Trotzdem, Finger weg von Turok. Schlechtes Spiel. Sehr schlechtes Spiel. Selbst wenn es euch für 5€ in der Grabbelkiste bei Saturn anlächeln sollte: Finger Weg. Vertraut mir, ich spreche aus Erfahrung. Anders als Akklaim ist Turok selber ist jedenfalls noch nicht tot. Buena Vista hat vor einiger Zeit die Rechte gekauft und somit ist davon auszugehen, dass in diesem Moment irgendwo da draußen irgendjemand an einem neuen Turok Spiel bastelt.

Jurassic Park – Survivor: Anders als Turok ist dieses Spiel absolut tot. Eingestellt. Aufgehört. Fertig. Am Ende. Scheinbar war es eine Art Resident Evil Klon für die PS2. Warum ist es eigestellt worden? Weiß ich nicht. Wahrscheinlich war es sehr schlecht. Die Screenshots verheißen jedenfalls nichts gut. Obwohl: wie schlecht kann es sein? Es hat schließlich Dinosaurier!

10 Kommentare Autor: Richard
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Meister des Waldes

Waldmeister!

Wußtet ihr dass Waldmeister tatsächlich ein in der Natur vorkommendes Kraut ist? Ich dachte bisher immer es sei ein Name den sich in den 60er Jahren eine Werbeagentur ausgedacht hat um grünes Brausepulver zu verkaufen. Man lernt nie aus.

Der englische Name dafür ist übrigens Woodruff. Damit lautet der korrekte deutsche Titel von Woodruff and the Schnibble of Azimuth doch tatsächlich Waldmeister und der Schnippel des Scheitelkreises. Und da sage noch einer bei Antigames lernt man nichts fürs Leben.

Und noch ein erstaunlicher Fakt: es gibt sogar eine Spieleserie zum Kraut. Nennt sich ‘Waldmeister Sause‘. Nein, das meine ich durchaus ernst. Es ist scheinbar ein Moorhuhn-Klon und man kann ihn sich umsonst runterladen. Ich habe mich nicht getraut.

2 Kommentare Autor: Richard
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World of Warcraft 1.7 (bald)

World of Warcraft 1.7

Eigentlich sollte ich solche Beiträge ja den Kollegen von Living in WoW überlassen, aber über die für den Patch 1.7 für World of Warcraft angekündigten Features freue ich mich so sehr, dass ich hier nicht meine Klappe halten kann.

Während sich wohl die meisten Spieler über die neue Raid-Instanz und den neuen Battleground (Domination! w00t!) freuen, sind es für mich eher die kleineren Dinge, die mich erregen:

  • Endlich kein h/c mehr. h/c hat mich immer extrem genervt, zumal man natürlich immer wieder auf Spieler trifft, die das System nicht kennen oder einfach ignorieren. Ich war selber einer. Grunz! WoW 1.7 führt ein zweistufiges Würfelsystem ein, das zwischen “Need” und “Greed” unterscheidet. Letztere Würfe werden nur dann ausgeführt, wenn niemand “Need” angewählt hat. Das wird die Würfelninjas nicht beeindrucken, aber es bedeutet zumindest ein Ende der ewigen Missverständnisse und nicht gesehenen /randoms.
  • Apropos: die Ergebnisse von /random sind nun für die ganze Party bzw. Raidgruppe sichtbar, egal, wo sich die anderen Spieler gerade befinden. Vorher waren sie nur für Spieler in der unmittelbaren Nähe sichtbar, was oft zu o.g. Missverständnissen führte.
  • Es gibt neue Items, die Spielern mit bestimmten Berufen (z.B. Lederverarbeitung) zusätzliche Boni geben. Endlich ein Grund mehr, sich einem solchen Beruf zu widmen.
  • Booya! Das langsame Erscheinen der Questtexte kann man nun mittels Option abschalten. Dafür gibt’s natürlich zahlreiche Addons und Macros. Tatsächlich war das langsame Einblenden die Motivation für die allerersten dieser Addons und Macros. Bitte eine Schweigeminute!
  • Ein neues Ankleidefeature, über das man prüfen kann, wie das begehrte neue Item am eigenen Charakter aussieht.
  • und so vieles mehr.

Wer will, kann 1.7 seit heute auf den öffentlichen Test-Servern anspielen.

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Xbox 399

Xbox 360

Microsofts glorreiche neue Konsole wird in einer harmlosen Version €299 kosten, in der mit Biss (Festplatte, kabelloser Controller, HDTV-Kabel) €399. Faires Pricing, wie ich finde, bekommt man mit dem Gerät doch (äh, angeblich und hoffentlich) ein regelrechtes Rechenpowermonster ins Wohnzimmer gestellt.

Doc “Microsoft” Bobo schreibt darüber, warum man die Festplatte, insofern man “nur” Spiele spielen will, kaum vermissen wird. Und ich muss ihm Recht geben — in meiner alten Xbox steckt eine Festplatte, in meiner PS2 eine Speicherkarte, für mich hat das nie einen Unterschied gemacht. Bin aber auch einer von den Langweilern, die sich nie dafür interessiert haben, eigene MP3-Soundtracks einzurichten und so. Wer an sowas kein Interesse hat, auf die Abwärtskompatibilität mit der alten Xbox verzichten kann und am Ende nicht einmal Mitglied bei Xbox Live ist, freut sich über ein €100 günstigeres System. Und wer nach einer Weile merkt, dass er sich geirrt hat, kann die Festplatte nachkaufen – dann allerdings für leider verhältnismäßig teure €99.

Ich persönlich bin geil auf das System. Bring it on.

3 Kommentare Autor: Hendrik
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Resident Evil 7

Killer7

Spieler Drei schreibt, dass Killer7 anders sei. Das stimmt aber nicht. Es ist nämlich wie Resident Evil. Aber nicht wie der coole vierte Teil. Nein, wie das alte Resident Evil. Also quasi schlechte Action und dämliche Rätsel.

Kurz zum Thema Rätsel. Killer7 ist eins dieser Spiele, wo ich den Trockner aufmachen muss um aus dem toten Kopf darin einen Feuerring zu nehmen, um diesen dann im Klo zu verwenden. Dann geht Sprinkleranlage an. Das macht ja fast schon Sinn. Was weniger Sinn macht ist, dass ich erst danach die Klospülung betätigen darf und dass nach Betätigen der Klospülung in einem anderen Raum ein undefiniertes Ding von der Decke fällt, welches ich dann wiederum in der Bibliothek zusammen mit einem anderen undefinierten Ding in die Wand stecken darf, damit sich die Bücherregale bewegen. Nee, is klar.

Kurz zum Thema Action. Killer7 ist ein schlichtes Ballerspiel. Nichts falsch an schlichten Ballerspielen. Außer natürlich sie sind so schlecht wie Killer7. Jeder Kampf läuft folgendermaßen ab: Man hört ein Kichern. Das ist ein Zeichen, dass ein Gegner in der Nähe ist. Dann drückt man die rechte Schultertaste zum Zielen. Dann drückt man die linke Schultertaste um die Gegner sichtbar zu machen. Die sind nämlich unsichtbar. Was das soll, entzieht sich mir völlig. Mehr Spaß bringt es jedenfalls nicht. Man drückt halt eine Taste mehr. Super. Und dann schießt man auf die Gegner, wobei man selber völlig stationär bleibt. Der einzige Trick ist jetzt noch die Schwachstellen der Gegner zu treffen. Das ist empfohlen aber optional. Zu dumm, dass der Zielmechanismus kaputt ist. Manchmal ist man Fadenkreuz perfekt über der Schwachstelle und ich treffe trotzdem nicht. Und manchmal ziele ich voll daneben und treffe perfekt. Nee, is klar.

Der Trick mit dem Killer7 versucht uns alle zu verwirren ist seine Präsentation. Es hat Cell Shading. Die Leute reden komisch. Und die Geschichte macht keinen Sinn. Damit versucht es uns einzureden es sei Kunst. Ist es aber nicht. Im Großen und Ganzen ist es nämlich eigentlich bloß doof.

Eine kurze Recherche hat übrigens ergeben, dass Killer7 von Shinji Mikami ist. Der Herr ist wiederum für Resident Evil verantwortlich. Das alte, doofe Resident Evil. Nicht das coole, neue Resident Evil. Das hat jemand gemacht, als er nicht hingeschaut hat, weil er damit beschäftigt war alle Dialoge von Killer7 durch den Babelfish zu jagen. Jedenfall erklärt das warum mich Killer7 so sehr an Resident Evil auf schlechten Drogen erinnert.

Fairerweise muss ich sagen, dass ich Killer7 nur bis in den zweiten Level oder so gespielt habe. Vielleicht wird es ja irgendwie besser. Aber ehrlich gesagt, würde ich mir lieber die Augen auskratzen und die Ohren abreißen als dass ich auch nur noch einen weiteren Level Killer7 spielen würde.

Und das sagt ja auch einiges über das Spiel aus.

6 Kommentare Autor: Richard
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Bretter, die die Welt bedeuten

Arkham Horror Spielbrett

Brettspiele finde ich eigentlich total doof. Aber gestern habe ich mal wieder eins gespielt und mußte dabei zu meiner eigenen Überraschung feststellen, dass ich extrem viel Spaß hatte. Das Spiel heißt Arkham Horror und zuerst dachte ich, ich fände es so gut weil es ein Cthulhu Spiel ist und Lovecraft rockt. Aber das kann es eigentlich nicht sein, denn schließlich stinken die meisten Lovecraft Adaptionen schlimmer als ein Deep One.

Nach einer Weile scharfen Nachdenkens wurde mir der Grund allerdings schlagartig klar. Arkham Horror ist ein Computerspiel, dass sich nur als Brettspiel tarnt!

Beweise gefällig? Kein Problem. Man spielt Charaktere mit Inventar, Zaubersprüchen und Skills. Man kann das Spiel prima alleine spielen, kann es aber nicht gegeneinander spielen. Meine Güte, dass Spiel hat einen Endgegner! Außerdem sieht es ziemlich cool aus, und hat somit quasi tolle Grafik.

Okay, okay. Technisch gesehen ist es eher ein klassiches Rollenspiel das sich als Brettspiel verkleidet als ein verkapptes Computerspiel. Aber das ändert nichts daran, dass es ziemlich cool ist.

Und deshalb werde ich nach dem großen Erfolg meiner Dinosaurier-Aktion, bei der ich ein Spiel mit Dinosauriern verlangt hatte und schon nach wenigen Stunden eins bekam, erneut eine dreiste Forderung an die Spieleindustrie stellen.

Liebe Spieleinustrie: Ich will eine PC-Umsetzung von Arkham Horror. Sofort! (Dann wäre ich auch bereit euch zu vergeben, dass ihr mit Dark Corners of the Earth nicht zu Potte kommt.)

In diesem Sinne: Iä! Iä! Cthulhu Fthagn!

Autor: Richard
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God of War

God of War

God of War. Was für ein Spiel. In meinem Fall das einzige, das ich derzeit neben World of Warcraft spiele. So viel zu tun. So unglaublich viel zu tun. Aber die beiden Spiele ergänzen sich gut: World of Warcraft für die ruhigen Abhäng-Sonntage, an denen man einfach nur etwas entspannen, neue Welten entdecken und die in ihnen enthaltenen Kreaturen killen will, und God of War für Gewaltphasen. Blutorgien. Metzelexzesse.

Mmmm, Gewalt. Die bietet God of War genug. Mehr als genug. Sie ist so wundervoll überzeichnet — genau das richtige für diese Momente im Leben, in denen man am liebsten ein paar Bösewichter in der Luft zerreißen oder ihnen Messer in den Rachen rammen würde. Denn genau das tut man in diesem großartigen Spiel, das so wundervoll rund ist. Irre Locations in glorreicher Grafik. Treibende Musik voller Orchester und Chor, deren eigene gelegentliche Übertriebenheit so toll zum Gameplay passt. Mmm, das Gameplay. So butterweich. So abwechslungsreich. Mit genau der richtigen Mischung aus Metzelei und Puzzle-Einlagen. Die alle einfach genug sind, um nicht zu frustrieren. Sie dienen eher der Entspannung als der Anstrengung des Kopfes.

Überhaupt: das Gefühl, dass man sich dem Spiel und seinen Designern anvertrauen kann. Dass es für jede Herausforderung, jedes dicke Bossmonster, jedes Hüpfpuzzle eine eigentlich recht einfache Lösung gibt, die man nur finden muss. Dass man sich nur etwas nach Hinweisen zur Findung dieser Lösung umschauen muss, wenn man mal nicht weiter kommt. Das ist toll. Und viel schöner als Prince of Persia 2 oder das sonst so hoch gelobte Ninja Gaiden, die ich beide noch nicht über ihre Introlevels hinaus spielen konnte — ihr Schwierigkeitsgrad ist einfach zu hoch für Normalsterbliche wie mich. Bin doch keine 15 mehr!

Aber God of War, dieses Spiel, in dem man Sex mit zwei Frauen gleichzeitig hat und dafür auch noch Erfahrungspunkte bekommt, hat noch etwas anderes geschafft, das hier nicht verschwiegen werden soll: Meine Freundin, die Spiele pauschal doof findet und World of Warcraft als virtuelle Schnitzeljagd zusammenfasst, setzt sich, wenn ich God of War spiele, neben mich, schaut zu, und gibt mir Tipps. Das ist quasi ein kleines Wunder.

Wer eine Playstation 2 hat, braucht God of War. Wer keine Playstation 2 hat, braucht es auch. Und, äh, eine Playstation 2.

(Leider ist das Spiel in Deutschland nie offiziell erschienen. Die europäische Version, die mehrere Sprachen inklusive Englisch und sogar Deutsch umfasst, muss man sich selber importieren. Einfach mal googlen.)

13 Kommentare Autor: Hendrik
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Dinosaurier

Erinnert sich noch jemand an X-Isle? Ja, genau. Das war der alte Name für Far Cry. Damals hatte das Spiel noch Dinosaurier. (Es gab sogar eine Grafikdemo für GeForce 3 Karten die randvoll mit Dinosauriern war.) Aber als Far Cry dann raus war, hatten sie die Dinosaurier gestrichen und durch hässliche Mutantenaffen oder so was ersetzt.

Hallo? Aber sonst geht’s euch gut, oder was? In welcher Welt sind denn bitteschön Mutantenaffen cooler als Dinosaurier? Wer solche Entscheidungen trifft, hat doch echt die Verbindung zum Kind in sich verloren. Aber was soll’s, dachte ich mir. Far Cry kommt mit tollen Mod-Tools und nächstes Jahr haben wir ein Jurassic Park Mod.

Tja. Und jetzt haben wir August 2005 und Far Cry ist schon weit über ein Jahr raus. Also habe ich mal nachgeschaut, was es so gibt. Und was ist?

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8 Kommentare Autor: Richard
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Hinter der Fassade

OK, reden wir mal über Façade. Was ist Façade? Laut den Entwicklern ist es ein “Interaktives Drama”, ein “neues Genre der interaktiven Unterhaltung, dass von Charakteren und Geschichte angetrieben wird”.

Whoa. Da nimmt aber jemand den Mund ordentlich voll. Aber hey, die beiden Jungs haben immerhin über fünf Jahre dran gearbeitet, die New York Times hat es “die Zukunft der Videospiele” genannt und Chris Crawford behauptet es sie “ohne Zweifel” die “beste bisher geschaffene interaktive Geschichtenwelt”. (Nein, ich weiß auch nicht was eine “Geschichtenwelt” ist, aber klingt doch cool, oder?)

Okay, wie funktioniert Façade denn jetzt? Einem Gamestar Leser könnte man es vielleicht mit dem Stichwort “Ego-Talker” erklären. Zwei Freunde namens Grace und Trip laden den Spieler zu einem netten Abend in ihrem Apartment ein. Schnell stellt sich aber heraus, dass ihre Beziehung gewaltig bröckelt und der Abend wird alles andere als nett. Man kann sich frei in der Wohnung bewegen und durch Eintippen von Text mit den beiden unterhalten. Je nachdem was man sagt, versöhnen sich die beiden, oder eben auch nicht.

Klingt spannend? Dachte ich auch. Ist es aber nicht. Ich werde mich hier nicht auf die technischen Aspekte stürzen. Ja, es ist schon komisch dass ein zehn Minuten langes Videospiel mit Scheißgrafik einen 800MB Download verlangt, aber gut. Ist halt ein Prototyp. Es geht um was anderes.

Nur ist das andere leider noch schlechter als die Grafik. Betrachten wird erstmal den “Geschichte und Charaktere”-Teil der Beschreibung des Spiels. Kurz gesagt: Das flache und weinerliche Gelabere von Grace und Trip ist schon nach 30 Sekunden eigentlich nicht mehr zu ertragen und wirkt auch wenig glaubwürdig. Mehr braucht man dazu nicht sagen. Auch wenn man es könnte. Stundenlang.

Kommen wir zum spannenden Teil der Beschreibung. Dem Teil der das magische Wörtchen “interaktiv” enthält. Nun steht und fällt Façade offensichtlich mit seinem Textparser. Und der kann echt gar nichts. Jeder Versuch in menschlicher Sprache zu reden, scheitert völlig. Das einzige was wirklich was erreicht, ist die Eingabe von Stichworten, vorzugsweise von solchen die in den Dialogen bisher aufgetaucht sind. Vielleicht hätte man anstatt fünf Jahre Forschung zu betreiben einfach mal einen der Jungs anrufen sollen die damals bei Infocom gearbeitet haben. Ist ja nicht so, als hätte es noch nie einen halbwegs brauchbaren Textparser gegeben.

Kurzfassung: Façade ist Eliza für Arme. Und mit schlechterer Grafik.

Damit wäre ich ja eigentlich fertig. Aber da ich immer noch voller selbstgerechtem Zorn bin, zitiere ich einfach noch mal ein paar Sachen aus den vollmundigen Versprechungen von der Webseite. Zum Beispiel wird da behauptet Facade sei “ein Versuch sich jenseits der traditionellen Verzeigungen und Hyperlink-Dialoge zu bewegen und ein vollständig realisiertes interaktives Drama zu schaffen.” Dummerweise scheint das Spiel aber genauso zu funktionieren. Es gibt ein paar fertig geskriptete Dialoge, die abgespielt werden, je nachdem welche Stichworte ich eingetippt habe. Tatsächlich kann ein System das auf vorher geschriebenen und eingesprochenen Dialogen basiert eigentlich gar nicht anders funktionieren. Woher kommt also die Illusion man hätte da was brandneues geschaffen?

Noch ein Zitat gefällig? “Ein innovativer Textparser erlaubt dem System das in Textadventures so übliche ‘Das verstehe ich nicht’ zu vermeiden.” Das ist ihnen sicherlich gelungen. Wenn man etwas eintippt, dann sagen Grace und Trip nämlich nicht “I don’t understand.” sondern “What?”. Das ist besser, denn es ist kürzer. Da hat sich die ganze Forschungsarbeit echt gelohnt!

Was lernen wir also daraus? Erstens, die New York Times hat keine Ahnung wovon sie redet, und zweitens, sollte man einen Mann der einem seitenlang erklärt, dass ein Bildschirm dazu dient Bilder anzuzeigen (echt?!?) vielleicht nicht so ernst nehmen.

3 Kommentare Autor: Richard
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