
Bald kommt Fahrenheit. Ich freue mich darauf. Weil die Demo cool war. Und weil die Jungs von Eurogamer das Spiel mögen. Und vor allem weil es ein Adventure und trotzdem irgendwie neu und ganz anders ist. Damit wir nun alle Fahrenheit zu schätzen wissen (und weil ich faul bin), packe ich einfach mal ein kleines Review von Atlantis 3 aus, das ich im Jahre 2001 geschrieben habe. Erinnert sich noch jemand an Cryo? Wenn nicht, dann haltet euch mal fest. Denn jedes Spiel von denen war in etwa wie folgt…
Zeitmaschine an.
Ich dachte ich schaue mir mal Atlantis 3 bzw. Beyond Atlantis 2 (US-Titel) an. Hier mein Erfahrungsbericht:
Ich stehe in der Wüste und unterhalte mich mit einem Wüstenkrieger. Wir können beiden keinen sinnvollen Satz von uns geben und sind ganz miese Schauspieler. Ich stelle fest, ich bin eine hässliche Archäologin mit einem französisch/italienischen Akzent auf der Suche nach ägyptischen Ruinen. (Dass Ägypten ein paar tausend Kilometer weg ist, ignorieren wir mal.)
Ich bin offensichtlich jemand der seine Expeditionen sehr sorgfältig plant, denn ich habe ein Holzstöckchen und ein kleines Metallufo dabei. Geschickt bastele ich daraus einen Brummkreisel. Ha! Das wird mir helfen in der Wüste zu überleben.
Der Guano-Krieger geht inzwischen böse Männer von seinem Lieblingsbrunnen vertreiben. Na gut, denke ich mir, gehst du mal hinterher. Er hat schließlich gesagt, ich solle hier bleiben und ich habe schon genug Filme geguckt um zu wissen, dass man nicht hier bleiben darf, wenn jemand so was sagt. Das würde gegen das Klischeegesetz von 2001 verstoßen. Ich will ja nicht unpatriotisch wirken.
Wie im Film werde ich ca. 30 Sekunden später von einem Space-Banditen gekidnappt (Überraschung!), aber der Guarini-Krieger rettet mich. Super. Mit dem wäre ich auch noch alleine fertig geworden. Schließlich habe ich einen Brummkreisel dabei!
Ich gehe auf den Brunnen zu. Ein Space-Bandit erschießt mich mit seinem Lasergewehr. Apropos Lasergewehr: Habe ich schon erwähnt, dass wir das Jahr 2020 schreiben? Das weiß ich aus drei Gründen:
a) Ich trage eine blau leuchtende Digitaluhr.
b) Space-Banditen.
c) Es stand als Untertitel im Intro. Das spielte zwar in Peru, aber ich schätze hier in der Wüste ist es etwa genauso spät.
Der hässliche (sprich: böse!) Mann im Intro hat übrigens einen Leuchtschädel gefunden und dann gesagt: “I have all the power now!” Power hin, Power her, an deinen Dialogen musst du noch feilen, Mister.
Zurück in die Wüste, wo ich gerade tot rum liege und anfange zu stinken. Anstatt ins weiße Licht zu fliegen, lade ich lieber einen alten Spielstand. Zumindest will ich das. Leider stelle ich fest, dass es sich hier ja um ein Adventure handelt und ich nicht gespeichert habe. Ich naives Dummerchen war nämlich so blöd zu glauben, man könnte in Adventures nicht sterben. Denkste.
Na gut. Also von vorne. Brummkreisel bauen, durch die unscharf gerenderte Wüste irren, entführen lassen, aber diesmal den anderen Weg gehen. Von Space-Piraten habe ich jedenfalls erstmal genug.
Ich stolpere in eine Höhle, die noch unschärfer gerendert ist als die Wüste. Ich stelle erstmal die grauenvolle Musik aus, die mich langsam an den Rand der Verzweiflung treibt und schaue mich um. Geradeaus ist ein blaues Leuchttor. Ich kann nicht durch. Das wäre ja auch zu einfach.
Vor dem Leuchttor sind wirre Zeichen auf dem Fußboden, die ich nicht entziffern kann, weil alles so verdammt unscharf ist. Das hält mich nicht davon ab, die feindlichen Symbole mit meinem Brummkreisel des Todes anzugreifen.
Das mache ich ein paar Mal und schon stehe ich in einer ägyptischen Grabkammer. Zumindest glaube ich das. Es ist leider alles so unscharf, dass es auch der Kölner Dom sein könnte.
Zu diesem Zeitpunkt entschließe ich mich dazu, mich unter dem Schreibtisch zu verstecken und zu warten, bis das böse Spiel weggeht. In dem Moment hat Cryo Erbarmen mit mir und lässt das Ding gnadenlos abschmieren.
Puh! Glück gehabt.
Jetzt gehe ich erstmal meine Festplatte verbrennen, denn um Penny Arcade zu zitieren: “You can’t uninstall evil.
Zeitmaschine aus.
Atlantis 3 enthält meines Wissens übrigens keine Dinosaurier. Cryo hat allerdings mal ein Dinosaurier-Spiel gemacht. Aber darüber berichte ich ein anderes mal.







Überhaupt: das Gefühl, dass man sich dem Spiel und seinen Designern anvertrauen kann. Dass es für jede Herausforderung, jedes dicke Bossmonster, jedes Hüpfpuzzle eine eigentlich recht einfache Lösung gibt, die man nur finden muss. Dass man sich nur etwas nach Hinweisen zur Findung dieser Lösung umschauen muss, wenn man mal nicht weiter kommt. Das ist toll. Und viel schöner als Prince of Persia 2 oder das sonst so hoch gelobte Ninja Gaiden, die ich beide noch nicht über ihre Introlevels hinaus spielen konnte — ihr Schwierigkeitsgrad ist einfach zu hoch für Normalsterbliche wie mich. Bin doch keine 15 mehr!
Erinnert sich noch jemand an X-Isle? Ja, genau. Das war der alte Name für Far Cry. Damals hatte das Spiel noch Dinosaurier. (Es gab sogar eine Grafikdemo für GeForce 3 Karten die randvoll mit Dinosauriern war.) Aber als Far Cry dann raus war, hatten sie die Dinosaurier gestrichen und durch hässliche Mutantenaffen oder so was ersetzt.