
Zitat von Christian Busic, Creative Director bei Treyarch:
“None of us are ever going to get to know what it was like to be in World War Two. But we think this game is about as close as technology will let us get. You can listen to veterans, or you can watch a documentary in school, but I feel that if you really want to learn about what happened on those beaches, what better way to do it than from a first-person perspective.
In der Tat – da kann ich mich nur anschließen – mich kotzt diese scheinheilige Nummer doch ganz erheblich an. Ich habe keine Probleme, ein paar Nazis in Wolfenstein niederzumähen – aber das wurde auch nie als eine realistische Simulation vermarktet.
Das hat auch nix damit zu tun, meinen virtuellen Opa nicht erlegen zu wollen – ich habe schlicht ein ganz mulmiges Gefühl, welches Bild manche Leute vom Krieg zu haben scheinen, und noch schlimmer, es bewußt verharmlosend vermitteln.
Ist das verharmlosend, oder gar kriegsverherrlichend? Gute Frage – das bestimmt wohl immer noch die BPjS. Ich würde sagen: Klar, kein Zweifel. Ärgerlich ist es in jedem Fall, und weitaus bedenklicher als die Hot Coffee Lächerlichkeit in GTA..
Ich stimme dir 100% zu. Allerdings gibt es halt einen nicht zu verachtenden Markt kriegsinteressierter Mä^H^H Amis.
diese ganze realitätshuberei nervt echt tiereisch. nicht nur bei spielen, sondern auch bei so filmen “saving privte ryan” etc… klar die sachen sind gut recherchiert und so, aber das hat mit krieg soviel zu tun wie “oil imperium” mit der opec.
darüber hinaus ist dieser realitätswahn einr der gründe dafür, dass es kaum noch innovative ideen in sachen spieldesign gibt. ich meine ein spiel hat doch theoretisch soviel mehr möglichkeiten, als möglichst genau die realtität wiederzugeben
Jawoll, Du sprichst mir aus der Seele! Auch ich kann die neusten Aufgüsse von “Medal of Brothers in Arms in: Call of Duty Shellshock” langsam so echt nicht mehr sehen. Mein Grossvater wurde im Zweiten Weltkrieg gefangen genommen und ist selbst heute mit 84 Jahren nicht in der Lage darüber zu sprechen, ohne dass ihm Tränen in den Augen stehen. Das geht einem schon ziemlich nahe, und wenn ich dann solche tollen Pressetexte wie den obigen lesen muss, wird mir einfach nur schlecht. Zudem: Will ich überhaupt den Krieg möglichst realitätsnah erleben? Will das überhaupt irgendjemand? Ein Spiel, das so zermürbend, so schrecklich, so unmenschlich und so brutal ist wie Krieg ist wohl kaum programmier- geschweige den spielbar – wofür ich im übrigen äusserst dankbar bin. Umso verlogener und verachtenswerter sind die thematisierten Pressetexte. Und wenn dem ganzen dann noch die Krone des Anti-Kriegsspiels (man muss sich dieses Wort mal auf der Zunge zergehen lassen) aufgesetzt wird weiss ich nicht, ob dies nur Dummheit oder pure Geldmacherei ist. Ein Anti-Kriegsspiel existiert für mich nicht in der Form, wie es ein Anti-Kriegsfilm (z.B. Apocalypse Now Redux) tut. Wie Du es schon richtig sagst, Stefan, sind NPCs zu 99% nicht mehr als ein austauschbarer Pixelhaufen, den man ohne mit der Wimper zu zucken über den Haufen schiessen und als Kollateralschaden abtun kann. Ein Anti-Kriegsfilm lebt jedoch ja gerade vom Zwischenmenschlichen, von Gefühlen, Widersprüchen, inneren Kämpfen weit abseits vom Schlachtfeld und vor allem von Beziehungen. Diese kann man mit NPCs jedoch bislang unmöglich aufbauen, und solange dies so ist, hat jeder Publisher, der sein Machwerk als superduperrealistisches Anti-Kriegsspiel in Dolby Surround anpreist, eins auf die Schnauze verdient. Aber echt jetzt.
irgendwer muss die Teile ja wie irre kaufen – und zwar nicht nur die nicht zu verachtenden kriegsgeilen Amis, die ich schon aus Trotz verachte. Jawohl.
Diese TV-Clips waren mir auch immer sehr peinlich, wenn ich mal bei meinen Eltern vorm TV saß… “Du machst doch diese Spieleseite, oder…?”
Brrr.
Ich habe ja beileibe nichts dagegen, wenn Leute solche Spiele kaufen und daran Spass haben. Himmel, wenn’s was taugt bin ich durchaus selbst dran interessiert, schliesslich waren MoH: Allied Assault und Frontline durchaus spassige Egoshooter.
Was mich aber tierisch aufregt ist dieser Anspruch auf Realismus. Treyarch redet ja ernsthaft von einem Denkmal für die Veteranen. B-b-b-bullshit! Es ist ein “Schiess alles tot, raff alles ein” Spiel, mehr nicht. Freut mich übrigens, dass ihr es ähnlich seht.
Stimme dir nur beinahe komplett zu. Mit dem Satz “Der Punkt ist, praktisch kein Spiel auf dieser Welt schafft es, eine emotionale Bindung des Spielers zu irgendwelchen NPCs herzustellen.” habe ich meine Probleme. Das stimmt mit Sicherheit für Weltkriegsshooter, wahrscheinlich auch für Egoshooter im Allgemeinen. Aber das SO zu verallgemeinern, halte ich doch für falsch. Es gibt genug Gegenbeispiele.
Aktuell Fahrenheit. Dass mich das Schicksal von Lucas’ Freundin z.B. kalt lässt, kann ich wirklich nicht behaupten. Oder Imoens Leidensweg in Baldur’s Gate II, war das irgend jemandem egal, was da mit ihr passierte? In Planescape: Torment gabs auch viele tragische Momente. Selbst in Beyond Good and Evil wollte ich das Schwein retten. Auch das Finale von Photopia geht wirklich an die Nieren.
Die fallen mir jetzt, in diesem Schnellschuss, ein, aber es ließen sich sicher noch andere und bessere Beispiele finden. Die Aussage ist in ihrer Pauschalität einfach falsch.
Toll. Ich hatte einen ergreifenden Kommentar mit unendlich viel Tiefgang geschrieben und jetzt ist er weg. Also nur kurz folgendes:
Was mich an all den MoH-Klons aufregt ist diese scheinheilige und völlig unreflektierte Heldenverehrung. Von Antikriegsspielen kann hier wirklich kaum die Rede sein.
Eigentlich brauchen wir das Thema gar nicht groß zu diskutieren, denn es ist einfach erklärt: es gibt einen riesigen Markt, der aus Leuten besteht, die sich intensivst für den zweiten Weltkrieg interessieren (oft aus diskussionswürdigen Gründen, ja). Gerade drüben in den USA, denn gerade der zweite Weltkrieg spielt im dortigen Nationalbewusstsein eine komplett andere Rolle als in unserem.
Diese Spiele mit eben dieser Vermarktungsmasche bedienen diesen Markt. Also: ja, es ist natürlich reine Geldmacherei, was sonst. Wer denkt, dass die Spieleentwickler Sprüche wie den da oben wirklich ernst meinen und tatsächlich den Soldaten ein Denkmal setzen wollen oder auch nur eine ansatzweise vergleichbare Motivation haben, der… irrt! Jawohl!
Im Übrigen ist Crimsonland das beste Antikriegsspiel, das ich bisher gespielt habe. Es hat eine furchtbar einfache Aussage: im Krieg verlierst du immer. Egal, wie cool du zu sein denkst. Ha!
Chris: du hast schon recht, die Aussage war ziemlich verallgemeinernd. Natürlich gibt es Spiele, in denen die Spieler-NPC Bindung gut funktioniert. Yorda aus ICO ist das meiner Meinung nach beste Beispiel dafür. Und Imoen wird mir für immer in schmerzhafter Erinnerung bleiben, weil ich BG2 direkt im Anschluss an den ersten Teil gespielt habe und sie natürlich sofort befreien wollte. Was darin resultierte, dass ich total unterlevelt war und in der zweiten Hälfte des Spiels auf keinen grünen Zweig kam. Grrrr!
Das Genre der Egoshooter ist allerdings notorisch schlecht im Aufbauen von NPCs. Mir fällt spontan kein einziger Vertreter ein, bei dem mir die übrigen Figuren nicht völlig egal waren. Na ja, Echo 419 aus Halo vielleicht…
Also ich habe Halo durchgespielt und habe keine Ahnung wer Echo 419 ist. Aber ich mochte das Spiel sowieso nicht sonderlich, insofern mag das nicht viel heißen.
Die Pilotin des Dropships. Nicht dass man sie jemals zu Gesicht bekommen hätte, aber irgendwie tat’s mir am Ende schon Leid um sie. Ich werde alt und sentimental…
Dem Artikel kann ich nur zustimmen – der Versuch die aktuellen WW2-Spiele als hyperrealistische Simulationen zu verkaufen ist einfach nur peinlich.
Momentan sind die meisten Spiele storymäßig nicht besser als 80er Jahre Kriegsfilme mit Chuck Norris. Und da liegt das wirkliche Problem…
Was gegen Chuck Norris, alda?
hilfeee
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