Archiv für Oktober, 2005

Extreme Ford Mondeo Fahring!

Montag, Oktober 31st, 2005

Wer in aller Welt kauft eigentlich immer diese komischen Ford Rennspiele? Wer steht bitteschön bei Saturn vor den Rennspielen und denkt sich “Hmmm, Gran Turismo 4 oder Ford Racing 3? Ich denke ich nehme Ford Racing!”. Und wer schaut sich bei Media Markt das Xbox Regal an und murmelt “Forza Motorsports oder Ford Mustang Racing? Cool, Mustangs!”?

Es gibt übrigens massenweise dieser Spiele. Heute wandere ich in den Laden und sehe schon wieder ein Neues: “Ford vs. Chevy“. Wie bitte? Ich meine mal ganz abgesehen davon, dass das Chevrolet-Kreuz hierzulande auf koreanische Autos geklebt wird, findet man im gesamten Sortiment beider Firmen eigentlich nur zwei halbwegs coole Autos, nämlich den GT bei Ford und die Corvette von Chevy. (Letztere wird hierzulande allerdings gar nicht unter dem Namen Chevrolet verkauft.) Und wenn ich halbwegs cool sage, dann meine ich halbwegs cool. Schließlich verwendet die Corvette Blattfedern, die in Europa das letzte Mal zur Federung verwendet worden sind, als man das mit den Pferdestärken noch sehr wörtlich nehmen durfte. Hochmoderne Technik also. Es gibt schon einen Grund warum amerikanische Autos nur in Amerika verkauft werden. Sie sind nämlich einfach scheiße.

Jetzt mal ehrlich Leute, wenn ich einen Ford fahren will, dann setze ich mich in meinen Fiesta! Ich mag das Auto sehr, aber so cool ist es nun auch wieder nicht, dass ich es unbedingt auch noch in meiner Freizeit auf der Xbox fahren muss. Egal wie viele Spoiler dann dran kleben. Natürlich hat Ford Racing wahrscheinlich gar keinen Fiesta drin, weil es bestimmt für den amerikanischen Markt produziert wurde, und die da ja völlig andere Autos verkaufen als hier. Nix Fiesta. Nix Focus. Nix Mondeo. Okay, es gibt einen Ford Focus, aber der hat nichts mit dem recht brauchbaren Auto zu tun, was es hierzulande gibt. Mit anderen Worten: In dem Spiel ist man nicht nur auf Fords beschränkt, sondern wahrscheinlich auch noch auf die schlechten Fords.

Also bitte, wer kauft so was?

Und jetzt erzähl mir bitte keiner, niemand kaufe diese Spiele. Das Spiel heißt nicht umsonst Ford Racing 3.

Es wäre eine Sache, wenn die Spiele irgendwie richtig gut wären. Dann könnte man ja vielleicht damit leben so eine Familienkutsche über die Rennstrecken zu fahren, aber ich habe mal Ford Racing 2 oder so gespielt. Das würde ich nicht mal umsonst nehmen!

Also, was ist das Geheimnis dieser Spiele? Da stimmt doch was nicht. Und wenn Ford unbedingt ihre eigene Videospielreihe haben muss, dann wäre ich ihnen dankbar, wenn sie dafür eine ihrer coolen Firmen nehmen würden.

Ein “Aston Martin Racing” würde ich nämlich sofort kaufen.

Bestes. Handbuch. EVAR.

Sonntag, Oktober 30th, 2005

Indiana Jones and The Emperor’s Tomb ist ein unterbewertetes Spiel gewesen. Ja, technisch war es nicht ganz auf der Höhe der Zeit und die PC Version war ein nicht so gelungener Port, aber ein Metascore von 73 ist ziemlich unfair. Schließlich hatte das Spiel nicht nur wunderbar atmosphärische und abwechslungsreiche Szenarien, es besaß auch das beste Nahkampfsystem das ich je in einem Actionspiel gesehen habe und kam dazu noch mit sehr schöner Musik.

Aber ich will eigentlich gar nicht über das Spiel reden, sondern über das Handbuch.

Denn Emperor’s Tomb hat das wohl coolste Handbuch aller Zeiten.

Das Heft ist komplett als Journal von Indiana Jones gestaltet. Und wenn ich sage “komplett”, dann meine ich “komplett”. Alles, und zwar wirklich alles ist irgendwie in den Kontext von Indy gestellt worden. Die CD-ROM ist plötzlich ein Artefakt einer hoch entwickelten Zivilisation. Die Tastaturbelegung ist ein ins Journal geheftetes Memo an die Lehrkräfte des Barnett College, inklusive einer Notiz von Marcus Brody, dass sich Indy ja wahrscheinlich sowieso nicht an die darin beschriebenen Verhaltensregeln halten würde. Selbst die unsäglichen Lizenzbedingungen sind als Echtheitszertifikat der “American Bullwhip Manufacturers” verpackt.

Alles im Handbuch ist von Hand geschrieben oder “reingeklebt”. Es gibt Fahrscheine von Schiffen nach China, Briefe an Indy vom Schatzmeister der britischen Botschaft in Ceylon, Zeitungsausschnitte, Rezepte für Schmerzmittel (Notiz von Indy: “Whiskey tut es auch.”), handgezeichnete und gedruckte Karten, Formulare des Barnett College, Briefe aus Deutschland per Zeppelinpost, Indys Reisepass, einen eingeklebten Schlüssel, Telegramme, platt gedrückte Pflanzen, Geldscheine, etc, etc.

Indy Fans können stundenlang darin lesen und jede Menge Anspielungen auf die Filme finden. In der Mitte findet man zum Beispiel einen Flyer vom Club “Obi Wan”, in dem der “weltberühmte amerikanische Entertainer” Willie Scott jeden Abend auftritt. In einem der Zeitungsausschnitte findet sich ein Interview mit einem gewissen Professor Ravenwood. Gegen Ende gibt es eine herausgerissene Seite mit Kleinanzeigen für den Abenteurer auf der unter anderem erstklassige Filzhüte angeboten werden. Eine Notiz von Indy deutet allerdings seine Enttäuschung darüber an, dass es scheinbar immer noch kein Abwehrmittel gegen Schlangen gibt.

Es gibt sogar kleine Rätsel zu lösen. So findet man am Rand mit Bleistift etwas in Morse Code geschrieben. Praktischerweise ist ein paar Seiten vorher das Morse-Alphabet eingeklebt. Die Übersetzung überlasse ich euch.

Da man das Spiel inzwischen wahrscheinlich nachgeworfen bekommt, lohnt es sich fast schon für das coole Handbuch. Und wer auch nur ein bisschen was für Indy übrig hat, der dürfte auch an dem Spiel selber viel Freude finden.

In Azeroth hört dich niemand weinen

Samstag, Oktober 29th, 2005

Wie ich hier schon mehrere Male verkündet habe, finde ich World of Warcraft toll. Deswegen freue ich mich auch ganz besonders auf die angekündigte Erweiterung. Meine Lieblingsfeatures sind wohl die gesockelten Items und die Wettereffekte — die ganzen neuen High-Level-Instanzen geben mir nicht so viel, weil ich, obwohl ich seit dem Launch spiele, noch keinen einzigen Charakter auf Level 60 gebracht habe und das auch sicherlich nicht so bald schaffen werde. (Meine zwei Hauptchars, die ich abwechselnd spiele, sind 25 bzw. 36.)

Was mich zu einem immer schwerer wiegenden Problem bringt: Leute wie mich — intelligent, gutaussehend, extrem charmant und mit nicht ganz so viel Zeit ausgestattet, da berufstätig — gibt es in World of Warcraft offenbar kaum. Wenn ich beinahe alleine durch Azeroth und Kalimdor laufe, bricht es mir fast das Spielerherz: da hat ein Entwicklerteam eine so tolle Spielwelt geschaffen, und 95% der gerade aktiven Spieler hängen in Ironforge bzw. Orgrimmar herum und suchen Gruppen für den zwanzigquadzillionsten Itemrun auf MC, UBRS, OMG und WTF. Instanzen, die ich bisher noch nicht mit eigenen Augen gesehen habe und vielleicht nie sehen werde. Und wenn ich dann im Sumpfland zufällig einem anderen Charakter in meinem Levelbereich begegne, dann erweist der sich in so gut wie allen Fällen lediglich als Twink eines Spielers, der nach zig auf 60 hochgelevelten Chars auch mal einen Priester ausprobieren wollte. Und will einfach nur schnell hochleveln, um auch endlich besagte Itemruns machen zu dürfen, anstatt sich mit dem für den durchschnittlichen Schüler World of Warcraft-Spieler anscheinend total langweiligen Rest des Spiels herumzuschlagen.

Es ist schon etwas paradox: eigentlich bin ich froh, dass mich das Spiel nicht dazu zwingt, ständig mit anderen Spielern Kontakt aufnehmen zu müssen, denn das wäre sehr schmerzhaft. Gleichzeitig wünschte ich mir, es würde die Aktivitäten der Low-Level- und High-Level-Charaktere etwas mehr vermengen. Blizzard, hört her, hier ist meine geniale Idee des Tages: wie wär’s mal mit einer Raid-Instanz, in der zwei Gruppen — eine bestehend aus High-Level-Chars, die anderen aus Low-Level-Chars — parallel agieren und sich koordinieren müssen? Hmm?

Aber nein, die Erweiterung bringt anscheinend eine neue Instanz für Level 20-Charaktere, und sonst nur Kram für 50 und aufwärts. Der neue Kontinent, die Outlands, scheinen komplett für Charaktere zwischen 60 und dem neuen Level-Limit 70 reserviert zu sein; die Chancen, dort mal einen Elfen- bzw. Orc-Fuß hinein zu setzen, stehen eher gering. Schnief.

Aber hey, ich freue mich trotzdem auf die Erweiterung. Wettereffekte sind ja auch nicht schlecht. Da können wir einsam im Regen stehen und leise vor uns hin weinen.

Macht mehr Mumien!

Samstag, Oktober 29th, 2005

Es gibt meiner Meinung nach nicht genug Spiele, die in den 20er Jahren spielen. Und auch nicht genug Spiele, die in Ägypten spielen. Aber vor allem gibt es nicht genug Spiele, die im Ägypten der 20er Jahre spielen. Leute, Mumien sind cool! Auch wenn sie vielleicht keine Ninjas, Piraten oder gar Dinosaurier sind, so kommen sie allemal cooler als die ubiquitären Gangsta-Homies.

Glücklicherweise schafft die BBC da ein bißchen Abhilfe. Die haben nämlich ein freies Web-Adventure entwickeln lassen, wo man sich 1929 nach Kairo begibt um eine verschwundene Archäologin zu finden.

Das Spiel heißt “Death in Sakkara“, und ist soweit nicht schlecht, auch wenn bisher noch keine Mumien aufgetaucht sind. Zumindest ist die Grafik im Comicstil sehr atmosphärisch und ich fühle mich durchaus angenehm an Adventure Klassiker wie Indy 4 erinnert. Okay, die Dialoge sind etwas holperig geschrieben und es gibt in der ersten Episode nur ein richtiges Puzzle, aber dafür hat es abgetrennte Hände in Formaldehyd, mysteriöse Männer mit Fez, eine Verfolgungsjagd durch die Straßen von Kairo und eine kryptische Karte, die zum Geheimnis des ewigen Lebens führen soll.

Man muss es also eigentlich lieben. Und hey, ist es umsonst!

The Burning Crusade

Samstag, Oktober 29th, 2005

WoW: The Burning Crusade

So heißt sie nun offiziell. Die voraussichtlich im 3. Quartal 2006 erscheinende Erweiterung zu World of Warcraft. Und man merkt, viele der jüngeren Gerüchte sind tatsächlich wahr:

Neue Rassen

Ja, es wird sie geben. und zwar je eine in jeder Fraktion. Auf Seiten der horde sind es - wie nicht anders zu erwarten - die Hoch… ‘tschuldigung… Blutelfen. deren Startgebiet wird sich in Quel’Thalas befinden, welches nördlich der Pestländer in Lordaeron liegen wird. Ihre Spezialattribute sollen ein Manabonus sowie die Fähigkeit sein, Mana der Gegner abzusaugen. Außerdem soll es Blutelfen via Spruch möglich sein, Gegner im Umkreis zum Schweigen zu bringen.

Anders sieht es mit den Informationen bei der Allianz aus. Hier ist zur Zeit noch unklar, wer oder was die neue Rasse darstellen wird. Wir und andere anerkannte Spezialisten der Branche sehen jedoch die Pandaren mit Startgebiet im nördlichen Kalimdor als ziemlich wahrscheinlich.

- Bestätigtes Gerücht: Blutelfen als neue Rasse
- Dementiertes Gerücht: Naga als neue Rasse - schade eigentlich

Neue Gebiete

Eines der großen Gerüchte wurde zurückgewiesen: Northrend wird es nicht geben. Dafür aber die Outlands, welche die letzten Überreste von Draenor darstellen, dem Herkunftsort der Orks. Dort wird es bis zu sieben Gebiete geben, die selbstverständlich mehr als genug Quests, Gegner und Instanzen beinhalten werden. Besonderes Highlight der Outlands sind aber zweifelsohne die Netherdrakes: fliegende Reittiere, die nur in den Outlands und nur ab Level 70 bestiegen werden dürfen.

- Bestätigtes Gerücht: fliegende Mounts
- Bestätigtes Gerücht: Level-Cap-Erhöhung auf 70
- Dementiertes Gerücht: Northrend als neues Gebiet

Neue Instanzen

Tempel von Illidan / Der Schwarze Tempel

  • 40er-Raid-Dungeon (Lvl 70)
  • Bossfight gegen Illidan selbst!

Hellfire Citadel

  • 5er-Dungeon (Lvl 57-63)
  • einfachste aller neuen Instanzen

Tempest Keep

  • besteht eigentlich aus vier Dungeons
  • drei 5er-Dungeons (Lvl 70)
  • ein 40er-Raid-Dungeon (Lvl 70)
  • nur mit Netherdrake zu erreichen

Lady Vashj

  • 5er-Dungeon (Lvl 62-66)
  • Kampf gegen Naga
  • mehr gibt’s nicht zu sagen…

Auchindoun

  • Stadt und Dungeon zugleich (kommt auf Ruf bei den Parteien in der Gegend an)
  • man geht einkaufen etc. (bei gutem Ruf)
  • man kämpft gegen Elite-Gegner (bei schlechtem Ruf)

Zul’Aman

  • Waldtroll-Siedlung nahe Quel’Thalas
  • wahrscheinlich für 20 Spieler
  • noch keine Level-Einstufung

Turm von Karazhan

  • Turm von Medivh am Gebirgspass der Totenwinde
  • wahrscheinlich auch für 20 Spieler
  • ebenfalls noch keine Level-Einstufung

Die Höhlen der Zeit

  • Level 60-70
  • befindlich in Tanaris
  • nach dem Sieg über den Zeitwächter-Drachen Nozdormu kann man verschiedene Portale betreten, um wichtige Ereignisse der Warcraft-Geschichte mitzuerleben (Thralls Flucht aus dem Schloss Durnholde, Öffnung des dunklen Portals durch den Zauberer Medivh, Schlachtzug gegen Archimonde am Mount Hyjal, frühere Entscheidungsschlacht zwischen Menschen und Orks auf der Höllenfeuer-Halbinsel)

- Bestätigtes Gerücht: jede Menge neue Instanzen!
- Dementiertes Gerücht: Mega-Raid-Instanz (Horde und Allianz zusammen)

Weitere Features

  • neue Fähigkeiten und erhöhte Ränge bereits bekannter Skills
  • zehn weitere Talent-Punkte (Lvl 61-70) und neue Talente
  • Spieler muss bestimmte Positionen in den Outlands einnehmen und gegen die Brennende Legion verteidigen
  • neue Inhalte für Berufe durch Erhöhung der Level-Begrenzung
  • gesockelte Gegenstände, die mit Edelsteinen oder Runen verbessert werden können
  • neuer Beruf: Edelsteinverarbeitung (Herstellung von Edelsteinen zur Verbesserung gesockelter Items
  • Heldenklassen (entweder im Addon oder früher per Patch)
  • Wettereffekte (ebenfalls entweder im Addon oder schon früher per Patch), die jedoch keinen Einfluss auf den Spieler haben

- Dementiertes Gerücht: Wettereffekte haben Einfluss auf den Spieler

Man sieht also, dass ne ganze Menge Inhalt wartet. Sollte jetzt immernoch jemand nicht zufrieden sein, dann sei gesagt, dass Blizzard bis zum Erscheinungstermin des Addon natürlich noch unzählige weitere Inhalte via Patch an den Spieler bringen wird.

Antiquelle: 4players (Special, Screenshots, Trailer). Wem das nicht reicht, der soll doch einfach die nächste Gamestar lesen…

Spielekritiker und der Kolossus

Donnerstag, Oktober 27th, 2005

Stefans Kommentare zu Shadow of the Colossus (ich persönlich ziehe übrigens den alten Namen “Wanda and the Colossus vor) haben bei mir endgültig den Ausschlag gegeben mir eine PS2 zu kaufen. Um das noch zu festigen, habe ich mir mal bei Metacritic die Kritiken zu dem Spiel angeschaut.

Und es ist wirklich kaum zu fassen. Es ist so als hätten all die seelenlosen Prozentpunkte verteilenden und Featurelisten aufzählenden Review-Automaten, aus denen sich so die übliche Redaktion von Spieleseiten und -magazinen zusammensetzt entdeckt, dass doch ein Herz in ihrer Brust schlägt, warmes Blut durch ihre Adern pulst und gleichzeitig wahre Liebe erfahren sowie die wirkliche Bedeutung von Weihnachten kennen gelernt. Jedenfalls überschlagen sie sich vor Begeisterung. Hier mal ein paar Zitate:

Slaying these giants provided us with some of the most gratifying moments of our entire lives.

Klar, die Jungs von “Stuff” kommen wohl nicht viel raus, aber das ist trotzdem ein Ausmaß an Begeisterung, dass den üblichen Rahmen durchaus sprengt.

It’s a game that dares you to exhilarate while hammering you with consequence. In short, Shadow of the Colossus breaks storytelling barriers none of us knew existed. It’s the rare game for which the often overused words “ground-breaking” were truly reserved for, and it’s enough to make you regret every stupid coin you ever collected.

Eingerahmt wird dieses Liebesgedicht auf 1UP übrigens von Werbung für irgendein neues GTA Spiel, was das Ganze natürlich noch ergreifender macht. Vielleicht hätten sie schreiben sollen “makes you regret every stupid hooker you ever ran over with your car”?

A brilliant Playstation 2 title that not only defines itself as being a definitive gaming experience, but also serves to exemplify how video games can also be representative of great works of art.

Deeko entdeckt die Kunst. Diesmal übrigens eingerahmt von Werbung für das postmoderne Meisterwerk “Bet On Soldier”.

This is a game for everyone, and everyone needs to buy it. Now.

Ja, Total Playstation, ich bin dabei. Dummerweise ist Sony der Meinung, dass ich es erst im Februar haben darf, also ist das mit dem “now” nicht so einfach wie es klingt.

Pinch me, I’m dreaming. I think I’ve just played the perfect videogame. Director Fumito Ueda’s vision is extraordinary thus making Shadow of the Colossus one of the most unique experiences I have ever had the pleasure of undertaking.

Schön zu sehen, dass hin und wieder auch mal jemand merkt, dass Spiele nicht von “Electronic Arts” oder “Sony” gemacht werden, sondern von echten Menschen. Mit Namen und so.

The odds of Sony dropping a first-party title better than this for the rest of the year are slimmer than a supermodel on the Atkins diet.

Gamespy zeigt uns mal wieder warum sie als die intellektuellen Giganten der Branche gelten. Immerhin ist der Enthusiasmus ehrlich, wenn auch nicht gerade mit der gewünschten Eloquenz vorgebracht.

Leider gibt es auch die üblichen Verdächtigen, die wissen was sie ihrer Klientel schuldig sind und das Spiel zwar loben, gleichzeitig aber durch die Blume klar machen, dass der geneigte Leser sich doch lieber was mit Explosionen, Autos und Gangsta Soundtrack kaufen sollte. Vorzugweise ein Sequel. Wo man Hooker für Spaß und Cash plattfahren kann.

GameSpot meint:

The game’s fighting and pacing are in stark contrast to those of typical action games, but with a little patience and a taste for high-concept adventure, you’ll find an experience here that’s unlike any other.

Mit anderen Worten: “Toll, aber kauft es bloss nicht. Ihr werdet es hassen.”

Und Electronic Gaming Monthly sagt:

It’s unlike anything else you’ve ever played, and so you may love it or you may hate it. Count me firmly in the “love” boat.

Soll heißen: “You’ll hate it.”

Zocken ist irgendwie doof geworden. Oder?

Donnerstag, Oktober 27th, 2005

Kein Spa�. Oder?

Naja, eigentlich nicht. Und WoW sowieso nicht! Aber irgendwie hat sich mein Verhalten beim Zocken in den letzten Jahren doch extrem verändert; und ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefällt. Damals bei Warcraft: Orcs & Humans oder dem fantastischen Red Baron habe ich Missionen, die mir einfach Spaß machten (und dabei meine ich Spaß im simpelsten Sinne) mehrere Tage nacheinander immer und immer wieder gezockt. Weil ich einfach Freude daran hatte. Heute geht es irgendwie nur noch darum, das Spiel in Rekordzeit durchzuzocken, den 1337esten Headshot auszuführen oder das seltenste Item vorzeigen zu können. Schade drum.

Habe ich aber deswegen den Spaß am Spielen verloren? Mitnichten! Hoffentlich…

/idioten

Mittwoch, Oktober 26th, 2005

Neulich in der deutschen Ausgabe von Westfall. Jemand sucht in /4 Mitstreiter “für DM”. Ich denke: juchhuh, die Deadmines! Da war ich noch nie drin. Zwei Minuten später bin ich in der Gruppe und frage: “Wo treffen wir uns? Bei den Deadmines?” Sagt doch der eine: “Die heißen nicht Deadmines, sondern Deathmines. Mit th.” Sag ich: “In der englischen Version heißen die aber Deadmines.” Sagt er: “Kann nicht sein. Denn immerhin heißen die ja auch ‘Todesminen’ und nicht ‘tote Minen’, ne?” Sag ich: “So glaube er mir doch! In der englischen Version heißen die wirklich Deadmines.” Sagt er: “Dann hat Blizzard das falsch übersetzt.” Und erzählt stolz von seinen 12 Punkten im Englisch-LK.

Kein Wunder, dass der Typ sich später unheimlich aufregte, als ich — trotz Zweihänder in meinen Pfoten — ein Einhand-Schwert erwürfelte, das er eigentlich für seinen Twink haben wollte. Als ich ihn auf mein Vorhaben hinwies, auf Beidhändigkeit umzusteigen, beschimpfte er mich als “n00b” und wies mich darauf hin, dass ich mit meinem Zweihänder ja gar nicht Beidhänigkeit nutzen könnte. Uh, danke.

Tipp für alle, die World of Warcraft richtig genießen wollen:

/leave 1
/leave 2
/leave 3
/leave 4

(Zugunsten besserer Lesbarkeit habe ich diverse “^^”, “-.-” und “hrhr” entfernt und dafür ein paar Großbuchstaben und Satzzeichen hinzugefügt.)

Kaufrausch

Mittwoch, Oktober 26th, 2005

Gestern war es wieder so weit: ich bin in den Saturn gestolpert. Was immer mit irgendwelchen doofen Spontankäufen endet. Gestern lagen da ein paar ältere und schon länger von mir begehrte Spiele zu recht fairen Preisen rum. Also schlug ich zu. Eiskalt. Ohne Gnade. Seufz. Hier die gesammelten Ersteindrücke:

  • Lego Star Wars. Für mich eindeutig das netteste (im wahrsten Sinne des Wortes) Star Wars-Action-Spiel bisher. Wär hätte gedacht, dass ein eigentlich für Kinder konzipiertes Spiel auch gleich noch so verdammt solilde sein und so viel Spaß machen würde, trotz (oder vielleicht wegen?) des hohen Bling-Faktors. Freue mich schon sehr darauf, es mit meiner Mitbewohnerin im Co-Op-Modus durchzuspielen.
  • Project Snowblind. Bunt, laut, actiongeladen, geil. Habe mich beim Anspielen ein wenig von den relativ vielen Waffen und Gadgets, mit denen man schon sehr früh im Spiel ausgestattet wird, überfordert gefühlt. In der Annahme, dass da noch mehr kommt, bin ich dezent nervös. Aber hey, es macht einen Riesenspaß. Und sieht dabei gut aus. Schade, dass es keinen Widescreen-Support hat.
  • Unreal Championship 2. Ich weiß gar nicht, was die Leute haben. Klar, es ist Unreal Tournament und bewegt sich damit eher im unteren Bereich der Anspruchskala. Aber es ist nicht nur verdammt polished, sondern erzählt auch noch — ganz im Gegensatz zum PC-Vorbild — sowas wie eine Geschichte. In der immerhin eine Frau mit riesengroßen Brüsten vorkommt. Verdammt nochmal, Unreal Tournament braucht ganz dringend Frauen mit riesengroßen Brüsten, dann wär die Serie vielleicht wieder mal was für mich. Aber ich schweife ab.
  • Donkey Konga. Weil das im Bundle mit einem Bongo-Controller für €19,90 in der Ecke lag und man als Fan solcher Partyspiele bei dem Preis ja nicht mehr Nein sagen kann. Und hey, es macht richtig Laune! Allerdings bereue ich den Kauf inzwischen, denn jetzt müssen natürlich noch Donkey Konga 2, Jungle Beat sowie mindestens ein weiterer Controller (für gepflegte Bongo-Fights zwischen meiner Mitbewohnerin und mir) her.
  • Far Cry Instincts. Ist natürlich kein altes Spiel, sondern ein neues, jawohl. Habe es mir trotzdem geholt, denn man hört ja durchaus gutes davon. Leider hat es mich beim ersten Start mit einem Trailer für sich selbst (!) genervt, der 1. nicht abgebrochen werden konnte und 2. auch noch Spoiler enthielt. “Scheißteil”, dachte ich, und legte es erstmal zugunsten der anderen Spiele beiseite. Letztendlich kam ich doch noch dazu, es anzuspielen. Das PC-Far Cry hatte mir damals nicht so sehr gefallen; Far Cry Instincts macht dafür einen wesentlich kompakteren und fokussierteren Eindruck. Es hat sogar eine richtige Introsequenz, die die Situation des Protagonisten etwas mehr erklärt als das dämliche Video, mit dem das PC-Vorbild eröffnet wurde. Jetzt bin ich gespannt, ob mir das Spiel gefallen wird. Eigentlich hasse ich jede Art von Stealth-Gameplay; mir hat bisher jedoch ganz gut gefallen, dass man sich in Far Cry Instincts tatsächlich wie jemand fühlt, der panisch durch den Dschungel meandert, möglichst ohne dabei vom Feind entdeckt zu werden — und nicht wie Serious Sam. Find’ ich gut.
  • Ach ja, neulich kam auch mein gebrauchtes Ico. Davon habe ich ja schon viel Gutes gehört. Die Playstation 2 habe ich schon seit Ewigkeiten, aber ohne Ico, was mich als Playstation 2-Besitzer angeblich disqualifiziert. Nettes Cover, schöne Anleitung. Spiel ist sehr ruhig und atmosphärisch. Hoffentlich muss ich nicht zu viele Puzzles lösen, denn die mag ich nicht, ich kann so schlecht denken. Mal schauen, wie’s wird.

Schauer-über-den-Rücken-lauf-Zeit

Mittwoch, Oktober 26th, 2005


Ich gebe es gerne zu, sobald über ICO gesprochen wird, setze ich die rosarote Brille auf und lasse letztendlich nur noch metaphysische Argumente zu. ICO ist eben mehr als nur ein Spiel, es ist eine interaktive Fabel und eine emotionale Schatzkammer die man reicher verlässt als man sie betreten hat. Kein Wunder also, dass ich vom nächsten Titel des Entwicklerteams nichts anderes als das beste Spiel aller Zeiten erwarte.

Gestern war es dann soweit, aus einem unscheinbaren Päckchen aus Kanada purzelte mir Shadow of the Colossus entgegen. Tief durchatmen, rein in die Konsole und ab geht’s. Eine Stunde und zwei Kolosse später ist eines schon klar, dieses Spiel ist wie auch ICO im ursprünglichen Wortsinne ‘inspiriert’. Hier hat sich ein Team mit einer klaren künstlerischen aber auch handwerklichen Vision zusammengesetzt und etwas Einmaliges geschaffen. Eine riesige Welt, aber niemanden der in ihr lebt; einen tragischen Helden, der in seiner grimmigen Entschlossenheit am ehesten James Sunderland aus Silent Hill 2 gleicht; und eben die namensgebenden Kolosse, die Labyrinth, Endgegner und Opfer zugleich sind.

Es ist absolut atemberaubend. Wenn einer der berghohen Kolosse mit einer Mischung aus Verwunderung und Neugier auf einen herabschaut, oder wenn man sich an seinem Rückenfell festklammert, während um einen herum Adler kreisen, dann hat das wirklich etwas magisches. Gut, rein spielerisch betrachtet ist das einfach eine Aneinanderreihung von Hüpfsequenzen, und auch technisch sieht man die PS2 des öfteren aus dem letzten Loch pfeifen, aber es fühlt sich einfach nach mehr an. Bestes Spiel aller Zeiten? Sicherlich nicht. Wahrscheinlich nicht mal Spiel des Jahres. Aber dennoch eine Erfahrung, die man nicht verpassen sollte.

Die Euro-Version erscheint übrigens erst im Februar. Bin mal gespannt, ob sie ebenso edel daherkommt wie die PAL-Fassung von ICO…

Über Tiger und den Lauf der Zeit

Montag, Oktober 24th, 2005

Eben war ich beim Tengelmann und auf dem Parkplatz fiel mir ein gelbes Plakat ins Auge. Aufschrift:

“Der einzige reitende Tiger der Welt”

Deneben ein recht trauriges Bild. Tatsächlich sitzt ein Tiger auf dem Rücken eines Pferdes. Mit dem müde gesenkten Blick der beiden Tiere wirkt die Nummer eher kümmerlich als spektakulär.

Und da wurde mir wieder klar, wie gut es unsere Generation hat. Wir haben nämlich Videospiele. Wie ensetzlich dröge muss das Unterhaltungsprogramm vergangener Generationen eigentlich gewesen sein, um so eine bedauerliche Nummer interessant wirken zu lassen?

Zum Glück braucht heute keine mehr arme Tiger (oder Pferde) mehr zu quälen um sich zu unterhalten, denn mit Videospielen kann man sich zum Beispiel selber auf Tiger setzen, oder sogar einer sein.

Und da sage noch einer es gäbe keinen Fortschritt.

Spartaner vs Ninja vs Dämon - Fight!

Montag, Oktober 24th, 2005


So, nun hab ich sie alle gespielt, die drei grossen Action-Adventure dieser Generation. Sowohl God of War als auch Ninja Gaiden und Devil May Cry 3 bieten stundenlange Unterhaltung auf höchstem technischen wie auch spielerischen Niveau. Daher wäre es müssig, die vielen Vorzüge der drei Titel in einem ewig langen, wohlfährigen Sermon runterzuleiern. Es sollte genügen zu sagen, dass ich hiermit jedem Action-Fan mit Xbox aber ohne Ninja Gaiden virtuelle Prügel androhe. Gleiches gilt für die Kombination PS2/GoW. Nein, getreu dem Motto dieser Seite soll es in diesem Artikel natürlich um die richtig doofen Ideen gehen, die wie selbstverständlich auch diese Spiele zuhauf auffahren.

Da wäre zum einen God of War. Na herzlichen Glückwunsch, da haben wir ja mal so einen richtigen Kotzbrocken als Hauptdarsteller. Muffig-grummelig hackt sich Kratos durch Freund und Feind, schraubt Minotauren zum Frühstück den Kopf ab und zerhackt unbewaffnete Zivilisten für extra Lebensenergie. Sympathisches Kerlchen. Dazu läuft die ganze Zeit ständig die gleiche Hoo-ha, Hoo-ha Musik, was einem nach spätestens zehn Minuten irre auf den Zeiger geht. Zum Glück hat die Musik die Güte zu stoppen, sobald man den vorgegebenen Pfad verlässt. Diese Momente der Stille sollte man geniessen, so gut man kann. Am Kampfsystem gibt es dagegen erfreulicherweise kaum etwas auszusetzen, alles ist da wo es hingehört und man kann ohne grosse Mühe eindrucksvolle Combos zusammenbasteln. Genauer gesagt machen es einem die Gegner beinahe schon zu einfach, zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Das Spiel setzt eben alles daran, einen möglichst lässig aussehen zu lassen. Eines habe ich dann aber doch noch zu motzen, diese Dial-a-combo Finisher stören meiner Meinung nach den Hack-Fluss. Aber ich mochte diese Quick Time Events sowieso noch nie. Oh, und diese Szene, wo man auf Zeit Gegner metzeln muss, während man auf einer Riesen-Falltür steht? Da habe ich das Spiel dann aufgegeben, nach zehn missglückten Versuchen. Zeitlimits in Spielen: seit etwa 1990 eine richtig dumme Idee.

Weiter im Text, Ninja Gaiden. Tecmos Ninja-Spektakel kann man mit einem angenehmen Tritt in die Kronjuwelen vergleichen. Es tut höllisch weh, aber wegen der eleganten Ausführung und der hohen technischen Finesse kann man nicht anders, als eine Zugabe zu verlangen. Die Lernkurve ist in etwa so, als würde einen der Fahrlehrer zur ersten Praxisstunde alleine in die Innenstadt von Rom schicken. Bei Bombenalarm. In einem brennenden Auto. Frei nach dem Motto, wenn du das überlebst macht der Rest auch keine Probleme mehr. Was im Prinzip auch stimmt, bis man dann auf die schlecht gelaunte Dämonendame Alma trifft. Um beim Vergleich mit der Fahrschule zu bleiben, Alma ist der aufgebrachte Mafia-Mob, der dein brennendes Auto um den Treverbrunnen jagt. Ansonsten ist Ninja Gaiden aber absolut super, es hat Ninjas, Dinosaurier, Zeppeline, Drachen und Helikopter! Fehlen eigentlich nur noch Piraten, Space Marines und Motorräder zum perfekten Glück. Erwähnte ich eigentlich schon die kostenlosen Hurricane Packs für Ninja Gaiden? Die sind der verrückte Kettensägen-Mörder, der bei deiner ersten Fahrstunde auf der Rückbank sitzt. Mit laufender Motorsäge, versteht sich.

Letzter Kandidat ist Devil May Cry 3. Hauptdarsteller Dante ist ja wohl der grösste Positronen-Emitter, den die Videospiel-Geschichte je gesehen hat. Je nach Disposition bricht man ob der Zwischensequenzen entweder in schallendes Gelächter aus, oder aber man kotzt in allen Regenbogenfarben über den Teppich. Ein käsiger Dialog jagt den nächsten, meistens während mal wieder eine Zeitlupenszene abläuft, die die Matrix wie Kasperletheater aussehen lässt. Das Spielprinzip ist ausserdem unterste Schublade. Türen gehen zu, Monster beamen rein, viel Spass. Das ist in etwa so wie in Serious Sam, nur nicht so selbstironisch. Da hilft es nicht wirklich, dass der Schwierigkeitsgrad auf Normal etwa auf Ninja Gaiden-Niveau angesetzt ist, nur ohne Speicherpunkte vor den Bossen. Na vielen Dank auch. Zum Glück gibt es für Kapitalversager wie mich nach drei verpatzten Versuchen den Easy-Mode, der allerdings schon wieder zu einfach ist. Spiel-Balance ist offenbar nicht Capcoms Stärke. Stark ist dafür das verwirrende Leveldesign. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich in eine Sackgasse gerannt bin und keine Ahnung hatte, wo es weitergeht. Zu oft jedenfalls. Und es hat Nu Metal. Argh! Dafür gibt es Motorräder. Na ja, ein Motorrad. Das man leider nicht selber fahren kann. Schade auch.

Oh. Mein. Gott.

Montag, Oktober 24th, 2005

Noch eine Woche…

Montag, Oktober 24th, 2005

BlizzCon 2005

…dann ist es endlich soweit. Die BlizzCon 2005 ist vorbei und die Welt ist hoffentlich um einiges schlauer, was die heiß umstrittene Erweiterung zu World of Warcraft angeht. Und wenn ich “heiß umstritten” schreibe, dann meine ich das auch. So viele Gerüchte habe ich auf einem Haufen schon lang nicht mehr gesehen:

  • diverse Anhebungen des Levellimits auf 70, 75 oder gar 100
  • exorbitante Mega-Raid-Instanzen, bei denen Horde und Allianz kooperieren müssen
  • neue Kontinente und Regionen
  • neue Rassen (Blutelfen, Naga, Pandaren)
  • neue Klassen
  • neue Berufe
  • abstruseste Änderungen an der Engine (angefangen bei Wettereffekten bis hin zu in Echtzeit berechneten Schweißflecken auf den im Wind wabernden Klamotten)

Zuviel, um alles zu nennen. In den Foren wird diskutiert, dass sich die Balken biegen. Mehr oder weniger seriöse Quellen wollen immer etwas neues zu berichten haben und und und…

Was nun an dem ein oder anderen Gerücht dran ist, wird man wohl spätestens am kommenden Wochenende erfahren. Dann wird es die betreffenden Bestätigungen und Dementierungen natürlich hier zu lesen geben.

Mehr zu diversen Gerüchten gibt’s bei den Kollegen von 4players, mehr zur BlizzCon selbst gibt es auf blizzcon.de.

What’s my Name?

Samstag, Oktober 22nd, 2005

http://img480.imageshack.us/img480/8797/antinamen6gu.jpg

Eine der für mich nicht ganz einfach zu verstehenden Hürden im Leben, insbesondere im Online-Gamer-Leben scheint die Findung von Namen zu sein. Eine riesige Gruppe (und natürlich, eine viel größere Dunkelziffer) ansonsten einigermaßen intelligenter Menschen schafft es problemlos, eine komplexe Software zu installieren und sich einen Charakter auszusuchen. Sie schaffen es auch, diesen Charakter geschmackvoll zu stylen und seine Fähigkeiten sinnvoll anzupassen.

Doch.

Dann.

Kommt es.

Das Grauen.

“Moment, gleich können wir anfangen. Mir fällt nur grade kein Name ein.”

Wenn ihr diese Zeilen lest, oder sie im Teamspeak vernehmt, liebe Leser - dann wissen wir alle Bescheid: Das kann erstmal dauern. Zeit, sich einen Tee zu kochen, oder eine von diesen garantiert künstlichen asiatischen Tütensuppen. Sich eine Pizza zu bestellen. Ein Kind zu zeugen. Es zum ersten Schultag bringen…

In Shootern ist man ja mehr oder weniger gewöhnt, anstrengende bis peinliche Wortschöpfungen zu lesen - aber immerhin sind es Schöpfungen, die sich angenehm - nein nicht angenehm, aber immerhin heben sie sich von den geklauten Namen ab. Doch das wahre Grauen erwartet uns in MMOG, und insbesondere in Rollenspielen wie WoW und dort schlimmstenfalls auf Rollenspielservern mit restriktiver Namenspolitik: Den Leuten fällt einfach nichts ein.

Das Problem hatte ich nie. Mein Problem war das Gegenteil. Ich kann Dir schneller einen Namen ausdenken, als ein Lamm mit dem Schwänzchen wedelt (Na? aus welcher Serie stammt das?). Wenn ich von allem soviel hätte wie irre Namen im Kopf!

Ich finde, ein Name ist wichtig. Ein Name ist cool. Auch wenn man kein Rollenspielhippie ist, der nur im Kult und mit Trinkhorn vor dem PC zu finden ist, ein Name ist schonmal eine Idee für einen Charakter. Wenn man den Namen gefunden hat, dann ist es nicht der Moment, laut zu lachen. Es ist der Moment für ein cooles, abgeklärtes Lächeln. Es ist der Moment, in dem Du sexy bist, nur für 10 Sekunden. Und niemand bekommt es mit. Aber Du weisst es. Dude. Dudette.

Warum finden die Leute keine Namen und kosten mich wertvolle Lebenszeit?

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Trauma Center: Ersteindruck

Freitag, Oktober 21st, 2005

Pfff, Quake 4. Coole Leute kaufen sich interessante Spiele. Zum Beispiel Trauma Center. Das ist heute endlich angekommen und hilft gleich meinen Mangel an Fernseher wesentlich erträglicher zu machen.

Das erste was mir aufgefallen ist: Es ist Sci-Fi und spielt im Jahre 2018. Das merkt man aber nicht wirklich und ist wohl eher ein kleiner Kniff damit Dinge wie ein automatisch Wunden heilendes antibiotisches Wundergel nicht ganz so unrealistisch wirken.

Das zweite was mir auffällt: Es ist sehr japanisch. Die Charaktere werfen sich alle zwei Sekunden in hochdramatische Posen und faseln charmant-peinliches Zeugs vor sich hin. Außerdem haben die Krankenschwestern riesig große Augen und tragen diese altmodischen Hüte, die hierzulande schon vor meiner Geburt abgeschafft worden sind, in Asien aber wohl noch Gang und Gäbe sind.

Der Oberbösewicht des Spiels ist übrigens eine Krankheit namens GUILT. Das steht für Gangliated Utrophin Immuno Latency Toxin.

In der klassischen Tradition japanischer Spiele ist das ziemlich sinnfrei. Ein Immungift aus Utrophin mit hoher Latenzzeit und, äh, Ganglien?

Wie auch immer, das Spiel macht jedenfalls richtig Spaß und bietet endlich mal eine Möglichkeit mein Medizinwissen aus dem Nebenfach praktisch anzuwenden.

Okay, vielleicht auch nicht. Realismus sollte man halt nicht erwarten. Da war Life & Death damals schon näher am Original. (Und das war auch nicht gerade realistisch.) Trauma Center ist eher eine Mischung aus Puzzle- und Actionspiel, als eine Operationssimulation. Aber das ist auch gut so.

Denn sich so durch einen Patienten zu schneiden, zu spritzen und zu nähen bringt schon viel Freude. Vor allem ist es eine neue Erfahrung und nicht der hundertste Aufguss eines althergebrachten Spielprinzips.

Im Moment bin ich mir jedenfalls recht sicher, dass die 25€ für das Spiel gut investiert sind. Meine einzige Sorge ist noch, dass es irgendwann zu schwierig werden könnte und Frust aufkommt. Zumindest habe ich so was flüstern gehört.

Trotzdem, wer sich für das Spiel interessiert darf meiner Meinung nach sofort zum Importeur seines Vertrauens marschieren und es sich bestellen. In diesem Sinne:

“Hey! Let’s begin the operation!”

Quake 4: Ersteindruck

Freitag, Oktober 21st, 2005

  • Der Singleplayer-Modus ist netter als erwartet. Viele sagen, er sei wie Quake 2. Und das meinen sie positiv. Ich fand den Singleplayer-Modus von Quake 2 furchtbar langweilig. Der von Quake 4 hingegen war bisher immerhin nett actiongeladen.
  • Der Multiplayer-Modus soll wohl ein Scherz sein. Quake 3 Arena in schlecht. Langweilige Spielermodelle, furchtbare Sounds, und dieses dezent frickelig wirkende Spielgefühl. Ne, danke. Da spiele ich doch lieber das “Original”. Das läuft bei mir wenigstens auch mit zwei Milliarden FPS.
  • Ich hasse Impulskäufe.

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Britzel!

Donnerstag, Oktober 20th, 2005

Wamm! Zisch! Ein unangenehm verbrannter Geruch und plötzlich konnte ich kein Fernsehen mehr gucken.

Das war nicht dramatisch, da läuft ja sowieso nichts. Die Ausgaben meines DVD-Spielers und meiner Konsolen hat er noch brav angezeigt, also kein Grund zu Sorge. Eher Grund zur Sorge war das Bild. Ohne eine Aufwärmphase von mindestens fünf Minuten hat der Fernseher das Bild so stark verzerrt, dass aus einem Cinemascope Film plötzlich 4:3 wurde.

Und seit Anfang der Woche geht gar nichts mehr. Diesmal war es unspektakulär. Kein Rauch, keine Blitze. Er geht halt einfach nicht mehr an.

Das ist schlecht. Was nun?

Irgendwie ist jetzt die denkbar schlechteste Zeit, um sich einen Fernseher zu kaufen. Und dazu ist mein Budget noch reichlich begrenzt. Bei Saturn und Konsorten stehen eigentlich nur noch sehr flache, sehr teure, meist sehr große LCD und Plasma-Fernseher herum, die ich mir erst nächstes Jahr leisten könnte. Und ob die wirklich so “HD ready” sind wie drauf steht, wage ich auch mal zu bezweifeln. Alternativ dazu gibt es eigentlich nur noch ziemlich kleine 4:3 Röhrengeräte, die zwar recht billig sind, deren Preis-/Leistungsverhältnis auf mich aber auch nicht sonderlich attraktiv wirkt.

Liebe Antileute, helft mir. Was soll ich tun? Ich kann schließlich nicht den gesamten Rest des Jahren nur noch WoW spielen und meine DVDs am Computer gucken.

Nächste Generation? Interessiert mich nicht!

Donnerstag, Oktober 20th, 2005


Ich werde alt und zynisch. Vielleicht ist es aber auch nur ein Herbsttief, wer weiss. Fest steht jedenfalls, dass ich mich für neue Computer- und Konsolentechnik kaum noch erwärmen kann. Sony und Microsoft haben auf der E3 ihre aktuellen Standheizungen vorgestellt, während Nintendo Mut zur Lücke beweist und mit seinem Fernbedienungs-Controller Nichtspieler an die Konsole locken will. Alles sehr beeindruckend, aber irgendwie geht mir das komplett am Arsch vorbei. Ebenso geht’s mir mit den Handhelds. Sowohl Sonys PSP (schnell! spektakulär!) als auch Nintendos DS (innovativ! praktisch!) interessieren mich nicht die Bohne. Und obwohl ich früher stundenlang über Megahertz und Kilobyte diskutieren konnte, lässt mich das Computer-Fachchinesisch heute völlig kalt. Bei meinem derzeitigen Computer habe ich lediglich darauf geachtet, dass er schön leise ist und die Komponenten gut zusammenpassen. Wer nun im ewigen Streit zwischen AMD und Intel beziehungsweise ATI und Nvidia die Nase vorn hat? Keine Ahnung. Schwanzvergleiche Marke “meine X2200GT Ultra Pro macht 20 Frames mehr als deine lausige Xtreme 60 Neonröhren Edition” entlocken mir nur noch ein müdes Schulterzucken.

Das Bizarre ist, ich liebe Videospiele noch immer genauso wie vor 20 Jahren, und sollte mich eigentlich über neue Technik freuen. Aber irgendwie fehlt mir was, wenn ich auf die zukünftigen Konsolen schaue. Höhere Auflösung, mehr Polygone, ein neuer Controller… kann das schon alles sein? Zu Beginn dieser Generation wurden viele Spiele mit “Grafik auf PS1-Niveau” abgekanzelt, was zwar meistens nicht stimmte aber trotzdem eine tödliche Beleidigung war, denn mal ehrlich, die meisten 32-bit Titel sehen heute einfach nur noch grässlich aus. Als Playstation-Besitzer gingen einem doch regelmässig die Augen über, wenn man Bilder von den schicken neuen Spielen sah. Und heute? Meiner Meinung nach besteht überhaupt noch keine Notwendigkeit für den nächsten Schwung an Konsolen oder eine aktuellere Grafikkarte. Einige der in diesem Jahr erschienenen oder erscheinenden Spiele sehen einfach fantastisch aus, etwa God of War, Resident Evil 4 oder Shadow of the Colossus. Warum sollte ich also eine Menge Geld in bessere Hardware investieren, die bisherigen 360 und PS3-Videos sahen ja im Vergleich alle recht unspektakulär aus. Von PC-Spielen mal ganz zu schweigen, so wie ich das verstehe sind die neuen Spiele identisch mit den alten, nur dass jetzt mehr Schatten pro Sekunde dargestellt werden.

Welchen Sinn hat überhaupt dieser Beitrag? Nur zu sagen, dass alles Neue doof ist und früher alles besser war? Scheint fast so. Also doch kein Herbsttief, ich werde einfach alt. *seufz* Zeit für meinen Kamillentee.

Echtzeitdinosaurier

Dienstag, Oktober 18th, 2005

Okay, Schluss mit Meckern. Heute reden wir mal wieder über was Positives. Nämlich Dinosaurier! Ich wünsche mir eigentlich schon seit Ewigkeiten ein ordentliches RTS mit Dinos, und habe deshalb mal nachgeschaut was der Markt da in der Vergangenheit geliefert hat und für die Zukunft plant.

Technosaur: Genetisch modifizierte Söldnersaurier. Mit einer Gatling und Raketenwerfen auf den Rücken geschnallt. Diese Idee, irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn, war tatsächlich mal der Plot für Jurassic Park 4. Die haben dafür tatsächlich ein vollständiges Drehbuch geschrieben. Aber dann ist irgendjemand zu Verstand gekommen oder (wenn man eher zu Genie tendiert, als zu Wahnsinn) jemand hat kalte Füße bekommen. Jedenfalls haben sie es sich anders überlegt und mit einem vierten Teil der Serie wird es wohl erstmal nichts.

Gar nicht erst zu einer Serie geworden ist Technosaur. Technosaur war ein RTS. Mit genetisch modifzierten Söldnersaurier. Denen Gatlings und Raketenwerfer auf den Rücken geschnallt wurden. Auch hier hat jemand kalte Füße bekommen (genauer gesagt Electronic Arts, denn das Spiel wurde von Origin entwickelt) und hat das Spiel nach 12 Monaten Entwicklung eingestellt.

Glücklicherweise hat Projektleiter Harvey Smith ein paar Bilder und eine Beschreibung ins Netz gestellt. So kann man sich wenigstens anschauen, was beinahe gewesen wäre.

Paraworld: Dieses Spiel sieht fantastisch aus. Aber mal so richtig. So gut, dass ich es noch nicht so recht glaube, obwohl der Trailer stolz behauptet, alles sei echte Spielgrafik. Jedenfalls ist das Spiel nicht nur randvoll mit Dinosauriern, sondern auch mit Mammuts und anderen Prähistorischen Viechern. Großartig.

Und das Spiel kommt auch noch aus Deutschland! Entwickelt wird es vom SEK (Spieleentwicklungskombinat) in Berlin, denen 2001 mit den Wiggles zumindest ein Achtungserfolg gelungen ist. Kommen soll es im ersten Quartal 2006. Ich bin gespannt.

Jurassic War: Das einzige RTS mit Dinosauriern, was bisher tatsächlich fertig gestellt worden ist, kommt aus Polen. Und bis vor 30 Minuten hatte ich keine Ahnung dass es überhaupt existiert. Das Entwicklungsstudio nannte sich “Tranquil Revolt in Computer” (jawohl, man merkt dass sie aus Polen kamen) und die Revolte war wohl etwas zu tranquil. Jedenfalls sind sie wie vom Erdboden verschluckt. Ob das Spiel was taugt, kann ich nicht sagen. Man kann es sich zwar bei den Underdogs herunterladen, aber auch mit DOSBox und Konsorten habe ich es nicht zum Laufen bekommen. Schade.