Archiv für Oktober 2005

Extreme Ford Mondeo Fahring!

Wer in aller Welt kauft eigentlich immer diese komischen Ford Rennspiele? Wer steht bitteschön bei Saturn vor den Rennspielen und denkt sich “Hmmm, Gran Turismo 4 oder Ford Racing 3? Ich denke ich nehme Ford Racing!”. Und wer schaut sich bei Media Markt das Xbox Regal an und murmelt “Forza Motorsports oder Ford Mustang Racing? Cool, Mustangs!”?

Es gibt übrigens massenweise dieser Spiele. Heute wandere ich in den Laden und sehe schon wieder ein Neues: “Ford vs. Chevy“. Wie bitte? Ich meine mal ganz abgesehen davon, dass das Chevrolet-Kreuz hierzulande auf koreanische Autos geklebt wird, findet man im gesamten Sortiment beider Firmen eigentlich nur zwei halbwegs coole Autos, nämlich den GT bei Ford und die Corvette von Chevy. (Letztere wird hierzulande allerdings gar nicht unter dem Namen Chevrolet verkauft.) Und wenn ich halbwegs cool sage, dann meine ich halbwegs cool. Schließlich verwendet die Corvette Blattfedern, die in Europa das letzte Mal zur Federung verwendet worden sind, als man das mit den Pferdestärken noch sehr wörtlich nehmen durfte. Hochmoderne Technik also. Es gibt schon einen Grund warum amerikanische Autos nur in Amerika verkauft werden. Sie sind nämlich einfach scheiße.

Jetzt mal ehrlich Leute, wenn ich einen Ford fahren will, dann setze ich mich in meinen Fiesta! Ich mag das Auto sehr, aber so cool ist es nun auch wieder nicht, dass ich es unbedingt auch noch in meiner Freizeit auf der Xbox fahren muss. Egal wie viele Spoiler dann dran kleben. Natürlich hat Ford Racing wahrscheinlich gar keinen Fiesta drin, weil es bestimmt für den amerikanischen Markt produziert wurde, und die da ja völlig andere Autos verkaufen als hier. Nix Fiesta. Nix Focus. Nix Mondeo. Okay, es gibt einen Ford Focus, aber der hat nichts mit dem recht brauchbaren Auto zu tun, was es hierzulande gibt. Mit anderen Worten: In dem Spiel ist man nicht nur auf Fords beschränkt, sondern wahrscheinlich auch noch auf die schlechten Fords.

Also bitte, wer kauft so was?

Und jetzt erzähl mir bitte keiner, niemand kaufe diese Spiele. Das Spiel heißt nicht umsonst Ford Racing 3.

Es wäre eine Sache, wenn die Spiele irgendwie richtig gut wären. Dann könnte man ja vielleicht damit leben so eine Familienkutsche über die Rennstrecken zu fahren, aber ich habe mal Ford Racing 2 oder so gespielt. Das würde ich nicht mal umsonst nehmen!

Also, was ist das Geheimnis dieser Spiele? Da stimmt doch was nicht. Und wenn Ford unbedingt ihre eigene Videospielreihe haben muss, dann wäre ich ihnen dankbar, wenn sie dafür eine ihrer coolen Firmen nehmen würden.

Ein “Aston Martin Racing” würde ich nämlich sofort kaufen.

18 Kommentare Autor: Richard
Tags:
Bestes. Handbuch. EVAR.

Indiana Jones and The Emperor’s Tomb ist ein unterbewertetes Spiel gewesen. Ja, technisch war es nicht ganz auf der Höhe der Zeit und die PC Version war ein nicht so gelungener Port, aber ein Metascore von 73 ist ziemlich unfair. Schließlich hatte das Spiel nicht nur wunderbar atmosphärische und abwechslungsreiche Szenarien, es besaß auch das beste Nahkampfsystem das ich je in einem Actionspiel gesehen habe und kam dazu noch mit sehr schöner Musik.

Aber ich will eigentlich gar nicht über das Spiel reden, sondern über das Handbuch.

Denn Emperor’s Tomb hat das wohl coolste Handbuch aller Zeiten.

Das Heft ist komplett als Journal von Indiana Jones gestaltet. Und wenn ich sage “komplett”, dann meine ich “komplett”. Alles, und zwar wirklich alles ist irgendwie in den Kontext von Indy gestellt worden. Die CD-ROM ist plötzlich ein Artefakt einer hoch entwickelten Zivilisation. Die Tastaturbelegung ist ein ins Journal geheftetes Memo an die Lehrkräfte des Barnett College, inklusive einer Notiz von Marcus Brody, dass sich Indy ja wahrscheinlich sowieso nicht an die darin beschriebenen Verhaltensregeln halten würde. Selbst die unsäglichen Lizenzbedingungen sind als Echtheitszertifikat der “American Bullwhip Manufacturers” verpackt.

Alles im Handbuch ist von Hand geschrieben oder “reingeklebt”. Es gibt Fahrscheine von Schiffen nach China, Briefe an Indy vom Schatzmeister der britischen Botschaft in Ceylon, Zeitungsausschnitte, Rezepte für Schmerzmittel (Notiz von Indy: “Whiskey tut es auch.”), handgezeichnete und gedruckte Karten, Formulare des Barnett College, Briefe aus Deutschland per Zeppelinpost, Indys Reisepass, einen eingeklebten Schlüssel, Telegramme, platt gedrückte Pflanzen, Geldscheine, etc, etc.

Indy Fans können stundenlang darin lesen und jede Menge Anspielungen auf die Filme finden. In der Mitte findet man zum Beispiel einen Flyer vom Club “Obi Wan”, in dem der “weltberühmte amerikanische Entertainer” Willie Scott jeden Abend auftritt. In einem der Zeitungsausschnitte findet sich ein Interview mit einem gewissen Professor Ravenwood. Gegen Ende gibt es eine herausgerissene Seite mit Kleinanzeigen für den Abenteurer auf der unter anderem erstklassige Filzhüte angeboten werden. Eine Notiz von Indy deutet allerdings seine Enttäuschung darüber an, dass es scheinbar immer noch kein Abwehrmittel gegen Schlangen gibt.

Es gibt sogar kleine Rätsel zu lösen. So findet man am Rand mit Bleistift etwas in Morse Code geschrieben. Praktischerweise ist ein paar Seiten vorher das Morse-Alphabet eingeklebt. Die Übersetzung überlasse ich euch.

Da man das Spiel inzwischen wahrscheinlich nachgeworfen bekommt, lohnt es sich fast schon für das coole Handbuch. Und wer auch nur ein bisschen was für Indy übrig hat, der dürfte auch an dem Spiel selber viel Freude finden.

21 Kommentare Autor: Richard
In Azeroth hört dich niemand weinen

Wie ich hier schon mehrere Male verkündet habe, finde ich World of Warcraft toll. Deswegen freue ich mich auch ganz besonders auf die angekündigte Erweiterung. Meine Lieblingsfeatures sind wohl die gesockelten Items und die Wettereffekte — die ganzen neuen High-Level-Instanzen geben mir nicht so viel, weil ich, obwohl ich seit dem Launch spiele, noch keinen einzigen Charakter auf Level 60 gebracht habe und das auch sicherlich nicht so bald schaffen werde. (Meine zwei Hauptchars, die ich abwechselnd spiele, sind 25 bzw. 36.)

Was mich zu einem immer schwerer wiegenden Problem bringt: Leute wie mich — intelligent, gutaussehend, extrem charmant und mit nicht ganz so viel Zeit ausgestattet, da berufstätig — gibt es in World of Warcraft offenbar kaum. Wenn ich beinahe alleine durch Azeroth und Kalimdor laufe, bricht es mir fast das Spielerherz: da hat ein Entwicklerteam eine so tolle Spielwelt geschaffen, und 95% der gerade aktiven Spieler hängen in Ironforge bzw. Orgrimmar herum und suchen Gruppen für den zwanzigquadzillionsten Itemrun auf MC, UBRS, OMG und WTF. Instanzen, die ich bisher noch nicht mit eigenen Augen gesehen habe und vielleicht nie sehen werde. Und wenn ich dann im Sumpfland zufällig einem anderen Charakter in meinem Levelbereich begegne, dann erweist der sich in so gut wie allen Fällen lediglich als Twink eines Spielers, der nach zig auf 60 hochgelevelten Chars auch mal einen Priester ausprobieren wollte. Und will einfach nur schnell hochleveln, um auch endlich besagte Itemruns machen zu dürfen, anstatt sich mit dem für den durchschnittlichen Schüler World of Warcraft-Spieler anscheinend total langweiligen Rest des Spiels herumzuschlagen.

Es ist schon etwas paradox: eigentlich bin ich froh, dass mich das Spiel nicht dazu zwingt, ständig mit anderen Spielern Kontakt aufnehmen zu müssen, denn das wäre sehr schmerzhaft. Gleichzeitig wünschte ich mir, es würde die Aktivitäten der Low-Level- und High-Level-Charaktere etwas mehr vermengen. Blizzard, hört her, hier ist meine geniale Idee des Tages: wie wär’s mal mit einer Raid-Instanz, in der zwei Gruppen — eine bestehend aus High-Level-Chars, die anderen aus Low-Level-Chars — parallel agieren und sich koordinieren müssen? Hmm?

Aber nein, die Erweiterung bringt anscheinend eine neue Instanz für Level 20-Charaktere, und sonst nur Kram für 50 und aufwärts. Der neue Kontinent, die Outlands, scheinen komplett für Charaktere zwischen 60 und dem neuen Level-Limit 70 reserviert zu sein; die Chancen, dort mal einen Elfen- bzw. Orc-Fuß hinein zu setzen, stehen eher gering. Schnief.

Aber hey, ich freue mich trotzdem auf die Erweiterung. Wettereffekte sind ja auch nicht schlecht. Da können wir einsam im Regen stehen und leise vor uns hin weinen.

18 Kommentare Autor: Hendrik
Tags: ,
Macht mehr Mumien!

Es gibt meiner Meinung nach nicht genug Spiele, die in den 20er Jahren spielen. Und auch nicht genug Spiele, die in Ägypten spielen. Aber vor allem gibt es nicht genug Spiele, die im Ägypten der 20er Jahre spielen. Leute, Mumien sind cool! Auch wenn sie vielleicht keine Ninjas, Piraten oder gar Dinosaurier sind, so kommen sie allemal cooler als die ubiquitären Gangsta-Homies.

Glücklicherweise schafft die BBC da ein bißchen Abhilfe. Die haben nämlich ein freies Web-Adventure entwickeln lassen, wo man sich 1929 nach Kairo begibt um eine verschwundene Archäologin zu finden.

Das Spiel heißt “Death in Sakkara“, und ist soweit nicht schlecht, auch wenn bisher noch keine Mumien aufgetaucht sind. Zumindest ist die Grafik im Comicstil sehr atmosphärisch und ich fühle mich durchaus angenehm an Adventure Klassiker wie Indy 4 erinnert. Okay, die Dialoge sind etwas holperig geschrieben und es gibt in der ersten Episode nur ein richtiges Puzzle, aber dafür hat es abgetrennte Hände in Formaldehyd, mysteriöse Männer mit Fez, eine Verfolgungsjagd durch die Straßen von Kairo und eine kryptische Karte, die zum Geheimnis des ewigen Lebens führen soll.

Man muss es also eigentlich lieben. Und hey, ist es umsonst!

16 Kommentare Autor: Richard
Tags: ,
The Burning Crusade

WoW: The Burning Crusade

So heißt sie nun offiziell. Die voraussichtlich im 3. Quartal 2006 erscheinende Erweiterung zu World of Warcraft. Und man merkt, viele der jüngeren Gerüchte sind tatsächlich wahr:

Neue Rassen

Ja, es wird sie geben. und zwar je eine in jeder Fraktion. Auf Seiten der horde sind es – wie nicht anders zu erwarten – die Hoch… ‘tschuldigung… Blutelfen. deren Startgebiet wird sich in Quel’Thalas befinden, welches nördlich der Pestländer in Lordaeron liegen wird. Ihre Spezialattribute sollen ein Manabonus sowie die Fähigkeit sein, Mana der Gegner abzusaugen. Außerdem soll es Blutelfen via Spruch möglich sein, Gegner im Umkreis zum Schweigen zu bringen.

Anders sieht es mit den Informationen bei der Allianz aus. Hier ist zur Zeit noch unklar, wer oder was die neue Rasse darstellen wird. Wir und andere anerkannte Spezialisten der Branche sehen jedoch die Pandaren mit Startgebiet im nördlichen Kalimdor als ziemlich wahrscheinlich.

- Bestätigtes Gerücht: Blutelfen als neue Rasse
- Dementiertes Gerücht: Naga als neue Rasse – schade eigentlich

Neue Gebiete

Eines der großen Gerüchte wurde zurückgewiesen: Northrend wird es nicht geben. Dafür aber die Outlands, welche die letzten Überreste von Draenor darstellen, dem Herkunftsort der Orks. Dort wird es bis zu sieben Gebiete geben, die selbstverständlich mehr als genug Quests, Gegner und Instanzen beinhalten werden. Besonderes Highlight der Outlands sind aber zweifelsohne die Netherdrakes: fliegende Reittiere, die nur in den Outlands und nur ab Level 70 bestiegen werden dürfen.

- Bestätigtes Gerücht: fliegende Mounts
- Bestätigtes Gerücht: Level-Cap-Erhöhung auf 70
- Dementiertes Gerücht: Northrend als neues Gebiet

Neue Instanzen

Tempel von Illidan / Der Schwarze Tempel

  • 40er-Raid-Dungeon (Lvl 70)
  • Bossfight gegen Illidan selbst!

Hellfire Citadel

  • 5er-Dungeon (Lvl 57-63)
  • einfachste aller neuen Instanzen

Tempest Keep

  • besteht eigentlich aus vier Dungeons
  • drei 5er-Dungeons (Lvl 70)
  • ein 40er-Raid-Dungeon (Lvl 70)
  • nur mit Netherdrake zu erreichen

Lady Vashj

  • 5er-Dungeon (Lvl 62-66)
  • Kampf gegen Naga
  • mehr gibt’s nicht zu sagen…

Auchindoun

  • Stadt und Dungeon zugleich (kommt auf Ruf bei den Parteien in der Gegend an)
  • man geht einkaufen etc. (bei gutem Ruf)
  • man kämpft gegen Elite-Gegner (bei schlechtem Ruf)

Zul’Aman

  • Waldtroll-Siedlung nahe Quel’Thalas
  • wahrscheinlich für 20 Spieler
  • noch keine Level-Einstufung

Turm von Karazhan

  • Turm von Medivh am Gebirgspass der Totenwinde
  • wahrscheinlich auch für 20 Spieler
  • ebenfalls noch keine Level-Einstufung

Die Höhlen der Zeit

  • Level 60-70
  • befindlich in Tanaris
  • nach dem Sieg über den Zeitwächter-Drachen Nozdormu kann man verschiedene Portale betreten, um wichtige Ereignisse der Warcraft-Geschichte mitzuerleben (Thralls Flucht aus dem Schloss Durnholde, Öffnung des dunklen Portals durch den Zauberer Medivh, Schlachtzug gegen Archimonde am Mount Hyjal, frühere Entscheidungsschlacht zwischen Menschen und Orks auf der Höllenfeuer-Halbinsel)

- Bestätigtes Gerücht: jede Menge neue Instanzen!
- Dementiertes Gerücht: Mega-Raid-Instanz (Horde und Allianz zusammen)

Weitere Features

  • neue Fähigkeiten und erhöhte Ränge bereits bekannter Skills
  • zehn weitere Talent-Punkte (Lvl 61-70) und neue Talente
  • Spieler muss bestimmte Positionen in den Outlands einnehmen und gegen die Brennende Legion verteidigen
  • neue Inhalte für Berufe durch Erhöhung der Level-Begrenzung
  • gesockelte Gegenstände, die mit Edelsteinen oder Runen verbessert werden können
  • neuer Beruf: Edelsteinverarbeitung (Herstellung von Edelsteinen zur Verbesserung gesockelter Items
  • Heldenklassen (entweder im Addon oder früher per Patch)
  • Wettereffekte (ebenfalls entweder im Addon oder schon früher per Patch), die jedoch keinen Einfluss auf den Spieler haben

- Dementiertes Gerücht: Wettereffekte haben Einfluss auf den Spieler

Man sieht also, dass ne ganze Menge Inhalt wartet. Sollte jetzt immernoch jemand nicht zufrieden sein, dann sei gesagt, dass Blizzard bis zum Erscheinungstermin des Addon natürlich noch unzählige weitere Inhalte via Patch an den Spieler bringen wird.

Antiquelle: 4players (Special, Screenshots, Trailer). Wem das nicht reicht, der soll doch einfach die nächste Gamestar lesen…

144 Kommentare Autor: Michl
Tags: ,
Spielekritiker und der Kolossus

Stefans Kommentare zu Shadow of the Colossus (ich persönlich ziehe übrigens den alten Namen “Wanda and the Colossus vor) haben bei mir endgültig den Ausschlag gegeben mir eine PS2 zu kaufen. Um das noch zu festigen, habe ich mir mal bei Metacritic die Kritiken zu dem Spiel angeschaut.

Und es ist wirklich kaum zu fassen. Es ist so als hätten all die seelenlosen Prozentpunkte verteilenden und Featurelisten aufzählenden Review-Automaten, aus denen sich so die übliche Redaktion von Spieleseiten und -magazinen zusammensetzt entdeckt, dass doch ein Herz in ihrer Brust schlägt, warmes Blut durch ihre Adern pulst und gleichzeitig wahre Liebe erfahren sowie die wirkliche Bedeutung von Weihnachten kennen gelernt. Jedenfalls überschlagen sie sich vor Begeisterung. Hier mal ein paar Zitate:

Slaying these giants provided us with some of the most gratifying moments of our entire lives.

Klar, die Jungs von “Stuff” kommen wohl nicht viel raus, aber das ist trotzdem ein Ausmaß an Begeisterung, dass den üblichen Rahmen durchaus sprengt.

It’s a game that dares you to exhilarate while hammering you with consequence. In short, Shadow of the Colossus breaks storytelling barriers none of us knew existed. It’s the rare game for which the often overused words “ground-breaking” were truly reserved for, and it’s enough to make you regret every stupid coin you ever collected.

Eingerahmt wird dieses Liebesgedicht auf 1UP übrigens von Werbung für irgendein neues GTA Spiel, was das Ganze natürlich noch ergreifender macht. Vielleicht hätten sie schreiben sollen “makes you regret every stupid hooker you ever ran over with your car”?

A brilliant Playstation 2 title that not only defines itself as being a definitive gaming experience, but also serves to exemplify how video games can also be representative of great works of art.

Deeko entdeckt die Kunst. Diesmal übrigens eingerahmt von Werbung für das postmoderne Meisterwerk “Bet On Soldier”.

This is a game for everyone, and everyone needs to buy it. Now.

Ja, Total Playstation, ich bin dabei. Dummerweise ist Sony der Meinung, dass ich es erst im Februar haben darf, also ist das mit dem “now” nicht so einfach wie es klingt.

Pinch me, I’m dreaming. I think I’ve just played the perfect videogame. Director Fumito Ueda’s vision is extraordinary thus making Shadow of the Colossus one of the most unique experiences I have ever had the pleasure of undertaking.

Schön zu sehen, dass hin und wieder auch mal jemand merkt, dass Spiele nicht von “Electronic Arts” oder “Sony” gemacht werden, sondern von echten Menschen. Mit Namen und so.

The odds of Sony dropping a first-party title better than this for the rest of the year are slimmer than a supermodel on the Atkins diet.

Gamespy zeigt uns mal wieder warum sie als die intellektuellen Giganten der Branche gelten. Immerhin ist der Enthusiasmus ehrlich, wenn auch nicht gerade mit der gewünschten Eloquenz vorgebracht.

Leider gibt es auch die üblichen Verdächtigen, die wissen was sie ihrer Klientel schuldig sind und das Spiel zwar loben, gleichzeitig aber durch die Blume klar machen, dass der geneigte Leser sich doch lieber was mit Explosionen, Autos und Gangsta Soundtrack kaufen sollte. Vorzugweise ein Sequel. Wo man Hooker für Spaß und Cash plattfahren kann.

GameSpot meint:

The game’s fighting and pacing are in stark contrast to those of typical action games, but with a little patience and a taste for high-concept adventure, you’ll find an experience here that’s unlike any other.

Mit anderen Worten: “Toll, aber kauft es bloss nicht. Ihr werdet es hassen.”

Und Electronic Gaming Monthly sagt:

It’s unlike anything else you’ve ever played, and so you may love it or you may hate it. Count me firmly in the “love” boat.

Soll heißen: “You’ll hate it.”

15 Kommentare Autor: Richard
Tags: ,
Zocken ist irgendwie doof geworden. Oder?

Kein Spa�. Oder?

Naja, eigentlich nicht. Und WoW sowieso nicht! Aber irgendwie hat sich mein Verhalten beim Zocken in den letzten Jahren doch extrem verändert; und ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefällt. Damals bei Warcraft: Orcs & Humans oder dem fantastischen Red Baron habe ich Missionen, die mir einfach Spaß machten (und dabei meine ich Spaß im simpelsten Sinne) mehrere Tage nacheinander immer und immer wieder gezockt. Weil ich einfach Freude daran hatte. Heute geht es irgendwie nur noch darum, das Spiel in Rekordzeit durchzuzocken, den 1337esten Headshot auszuführen oder das seltenste Item vorzeigen zu können. Schade drum.

Habe ich aber deswegen den Spaß am Spielen verloren? Mitnichten! Hoffentlich…

26 Kommentare Autor: Michl
Tags: ,
/idioten

Neulich in der deutschen Ausgabe von Westfall. Jemand sucht in /4 Mitstreiter “für DM”. Ich denke: juchhuh, die Deadmines! Da war ich noch nie drin. Zwei Minuten später bin ich in der Gruppe und frage: “Wo treffen wir uns? Bei den Deadmines?” Sagt doch der eine: “Die heißen nicht Deadmines, sondern Deathmines. Mit th.” Sag ich: “In der englischen Version heißen die aber Deadmines.” Sagt er: “Kann nicht sein. Denn immerhin heißen die ja auch ‘Todesminen’ und nicht ‘tote Minen’, ne?” Sag ich: “So glaube er mir doch! In der englischen Version heißen die wirklich Deadmines.” Sagt er: “Dann hat Blizzard das falsch übersetzt.” Und erzählt stolz von seinen 12 Punkten im Englisch-LK.

Kein Wunder, dass der Typ sich später unheimlich aufregte, als ich — trotz Zweihänder in meinen Pfoten — ein Einhand-Schwert erwürfelte, das er eigentlich für seinen Twink haben wollte. Als ich ihn auf mein Vorhaben hinwies, auf Beidhändigkeit umzusteigen, beschimpfte er mich als “n00b” und wies mich darauf hin, dass ich mit meinem Zweihänder ja gar nicht Beidhänigkeit nutzen könnte. Uh, danke.

Tipp für alle, die World of Warcraft richtig genießen wollen:

/leave 1
/leave 2
/leave 3
/leave 4

(Zugunsten besserer Lesbarkeit habe ich diverse “^^”, “-.-” und “hrhr” entfernt und dafür ein paar Großbuchstaben und Satzzeichen hinzugefügt.)

16 Kommentare Autor: Hendrik
Tags: ,
Kaufrausch

Gestern war es wieder so weit: ich bin in den Saturn gestolpert. Was immer mit irgendwelchen doofen Spontankäufen endet. Gestern lagen da ein paar ältere und schon länger von mir begehrte Spiele zu recht fairen Preisen rum. Also schlug ich zu. Eiskalt. Ohne Gnade. Seufz. Hier die gesammelten Ersteindrücke:

  • Lego Star Wars. Für mich eindeutig das netteste (im wahrsten Sinne des Wortes) Star Wars-Action-Spiel bisher. Wär hätte gedacht, dass ein eigentlich für Kinder konzipiertes Spiel auch gleich noch so verdammt solilde sein und so viel Spaß machen würde, trotz (oder vielleicht wegen?) des hohen Bling-Faktors. Freue mich schon sehr darauf, es mit meiner Mitbewohnerin im Co-Op-Modus durchzuspielen.
  • Project Snowblind. Bunt, laut, actiongeladen, geil. Habe mich beim Anspielen ein wenig von den relativ vielen Waffen und Gadgets, mit denen man schon sehr früh im Spiel ausgestattet wird, überfordert gefühlt. In der Annahme, dass da noch mehr kommt, bin ich dezent nervös. Aber hey, es macht einen Riesenspaß. Und sieht dabei gut aus. Schade, dass es keinen Widescreen-Support hat.
  • Unreal Championship 2. Ich weiß gar nicht, was die Leute haben. Klar, es ist Unreal Tournament und bewegt sich damit eher im unteren Bereich der Anspruchskala. Aber es ist nicht nur verdammt polished, sondern erzählt auch noch — ganz im Gegensatz zum PC-Vorbild — sowas wie eine Geschichte. In der immerhin eine Frau mit riesengroßen Brüsten vorkommt. Verdammt nochmal, Unreal Tournament braucht ganz dringend Frauen mit riesengroßen Brüsten, dann wär die Serie vielleicht wieder mal was für mich. Aber ich schweife ab.
  • Donkey Konga. Weil das im Bundle mit einem Bongo-Controller für €19,90 in der Ecke lag und man als Fan solcher Partyspiele bei dem Preis ja nicht mehr Nein sagen kann. Und hey, es macht richtig Laune! Allerdings bereue ich den Kauf inzwischen, denn jetzt müssen natürlich noch Donkey Konga 2, Jungle Beat sowie mindestens ein weiterer Controller (für gepflegte Bongo-Fights zwischen meiner Mitbewohnerin und mir) her.
  • Far Cry Instincts. Ist natürlich kein altes Spiel, sondern ein neues, jawohl. Habe es mir trotzdem geholt, denn man hört ja durchaus gutes davon. Leider hat es mich beim ersten Start mit einem Trailer für sich selbst (!) genervt, der 1. nicht abgebrochen werden konnte und 2. auch noch Spoiler enthielt. “Scheißteil”, dachte ich, und legte es erstmal zugunsten der anderen Spiele beiseite. Letztendlich kam ich doch noch dazu, es anzuspielen. Das PC-Far Cry hatte mir damals nicht so sehr gefallen; Far Cry Instincts macht dafür einen wesentlich kompakteren und fokussierteren Eindruck. Es hat sogar eine richtige Introsequenz, die die Situation des Protagonisten etwas mehr erklärt als das dämliche Video, mit dem das PC-Vorbild eröffnet wurde. Jetzt bin ich gespannt, ob mir das Spiel gefallen wird. Eigentlich hasse ich jede Art von Stealth-Gameplay; mir hat bisher jedoch ganz gut gefallen, dass man sich in Far Cry Instincts tatsächlich wie jemand fühlt, der panisch durch den Dschungel meandert, möglichst ohne dabei vom Feind entdeckt zu werden — und nicht wie Serious Sam. Find’ ich gut.
  • Ach ja, neulich kam auch mein gebrauchtes Ico. Davon habe ich ja schon viel Gutes gehört. Die Playstation 2 habe ich schon seit Ewigkeiten, aber ohne Ico, was mich als Playstation 2-Besitzer angeblich disqualifiziert. Nettes Cover, schöne Anleitung. Spiel ist sehr ruhig und atmosphärisch. Hoffentlich muss ich nicht zu viele Puzzles lösen, denn die mag ich nicht, ich kann so schlecht denken. Mal schauen, wie’s wird.
6 Kommentare Autor: Hendrik
Tags: , , ,
Schauer-über-den-Rücken-lauf-Zeit


Ich gebe es gerne zu, sobald über ICO gesprochen wird, setze ich die rosarote Brille auf und lasse letztendlich nur noch metaphysische Argumente zu. ICO ist eben mehr als nur ein Spiel, es ist eine interaktive Fabel und eine emotionale Schatzkammer die man reicher verlässt als man sie betreten hat. Kein Wunder also, dass ich vom nächsten Titel des Entwicklerteams nichts anderes als das beste Spiel aller Zeiten erwarte.

Gestern war es dann soweit, aus einem unscheinbaren Päckchen aus Kanada purzelte mir Shadow of the Colossus entgegen. Tief durchatmen, rein in die Konsole und ab geht’s. Eine Stunde und zwei Kolosse später ist eines schon klar, dieses Spiel ist wie auch ICO im ursprünglichen Wortsinne ‘inspiriert’. Hier hat sich ein Team mit einer klaren künstlerischen aber auch handwerklichen Vision zusammengesetzt und etwas Einmaliges geschaffen. Eine riesige Welt, aber niemanden der in ihr lebt; einen tragischen Helden, der in seiner grimmigen Entschlossenheit am ehesten James Sunderland aus Silent Hill 2 gleicht; und eben die namensgebenden Kolosse, die Labyrinth, Endgegner und Opfer zugleich sind.

Es ist absolut atemberaubend. Wenn einer der berghohen Kolosse mit einer Mischung aus Verwunderung und Neugier auf einen herabschaut, oder wenn man sich an seinem Rückenfell festklammert, während um einen herum Adler kreisen, dann hat das wirklich etwas magisches. Gut, rein spielerisch betrachtet ist das einfach eine Aneinanderreihung von Hüpfsequenzen, und auch technisch sieht man die PS2 des öfteren aus dem letzten Loch pfeifen, aber es fühlt sich einfach nach mehr an. Bestes Spiel aller Zeiten? Sicherlich nicht. Wahrscheinlich nicht mal Spiel des Jahres. Aber dennoch eine Erfahrung, die man nicht verpassen sollte.

Die Euro-Version erscheint übrigens erst im Februar. Bin mal gespannt, ob sie ebenso edel daherkommt wie die PAL-Fassung von ICO…

28 Kommentare Autor: Stefan
Tags: