
So, nun hab ich sie alle gespielt, die drei grossen Action-Adventure dieser Generation. Sowohl God of War als auch Ninja Gaiden und Devil May Cry 3 bieten stundenlange Unterhaltung auf höchstem technischen wie auch spielerischen Niveau. Daher wäre es müssig, die vielen Vorzüge der drei Titel in einem ewig langen, wohlfährigen Sermon runterzuleiern. Es sollte genügen zu sagen, dass ich hiermit jedem Action-Fan mit Xbox aber ohne Ninja Gaiden virtuelle Prügel androhe. Gleiches gilt für die Kombination PS2/GoW. Nein, getreu dem Motto dieser Seite soll es in diesem Artikel natürlich um die richtig doofen Ideen gehen, die wie selbstverständlich auch diese Spiele zuhauf auffahren.
Da wäre zum einen God of War. Na herzlichen Glückwunsch, da haben wir ja mal so einen richtigen Kotzbrocken als Hauptdarsteller. Muffig-grummelig hackt sich Kratos durch Freund und Feind, schraubt Minotauren zum Frühstück den Kopf ab und zerhackt unbewaffnete Zivilisten für extra Lebensenergie. Sympathisches Kerlchen. Dazu läuft die ganze Zeit ständig die gleiche Hoo-ha, Hoo-ha Musik, was einem nach spätestens zehn Minuten irre auf den Zeiger geht. Zum Glück hat die Musik die Güte zu stoppen, sobald man den vorgegebenen Pfad verlässt. Diese Momente der Stille sollte man geniessen, so gut man kann. Am Kampfsystem gibt es dagegen erfreulicherweise kaum etwas auszusetzen, alles ist da wo es hingehört und man kann ohne grosse Mühe eindrucksvolle Combos zusammenbasteln. Genauer gesagt machen es einem die Gegner beinahe schon zu einfach, zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Das Spiel setzt eben alles daran, einen möglichst lässig aussehen zu lassen. Eines habe ich dann aber doch noch zu motzen, diese Dial-a-combo Finisher stören meiner Meinung nach den Hack-Fluss. Aber ich mochte diese Quick Time Events sowieso noch nie. Oh, und diese Szene, wo man auf Zeit Gegner metzeln muss, während man auf einer Riesen-Falltür steht? Da habe ich das Spiel dann aufgegeben, nach zehn missglückten Versuchen. Zeitlimits in Spielen: seit etwa 1990 eine richtig dumme Idee.
Weiter im Text, Ninja Gaiden. Tecmos Ninja-Spektakel kann man mit einem angenehmen Tritt in die Kronjuwelen vergleichen. Es tut höllisch weh, aber wegen der eleganten Ausführung und der hohen technischen Finesse kann man nicht anders, als eine Zugabe zu verlangen. Die Lernkurve ist in etwa so, als würde einen der Fahrlehrer zur ersten Praxisstunde alleine in die Innenstadt von Rom schicken. Bei Bombenalarm. In einem brennenden Auto. Frei nach dem Motto, wenn du das überlebst macht der Rest auch keine Probleme mehr. Was im Prinzip auch stimmt, bis man dann auf die schlecht gelaunte Dämonendame Alma trifft. Um beim Vergleich mit der Fahrschule zu bleiben, Alma ist der aufgebrachte Mafia-Mob, der dein brennendes Auto um den Treverbrunnen jagt. Ansonsten ist Ninja Gaiden aber absolut super, es hat Ninjas, Dinosaurier, Zeppeline, Drachen und Helikopter! Fehlen eigentlich nur noch Piraten, Space Marines und Motorräder zum perfekten Glück. Erwähnte ich eigentlich schon die kostenlosen Hurricane Packs für Ninja Gaiden? Die sind der verrückte Kettensägen-Mörder, der bei deiner ersten Fahrstunde auf der Rückbank sitzt. Mit laufender Motorsäge, versteht sich.
Letzter Kandidat ist Devil May Cry 3. Hauptdarsteller Dante ist ja wohl der grösste Positronen-Emitter, den die Videospiel-Geschichte je gesehen hat. Je nach Disposition bricht man ob der Zwischensequenzen entweder in schallendes Gelächter aus, oder aber man kotzt in allen Regenbogenfarben über den Teppich. Ein käsiger Dialog jagt den nächsten, meistens während mal wieder eine Zeitlupenszene abläuft, die die Matrix wie Kasperletheater aussehen lässt. Das Spielprinzip ist ausserdem unterste Schublade. Türen gehen zu, Monster beamen rein, viel Spass. Das ist in etwa so wie in Serious Sam, nur nicht so selbstironisch. Da hilft es nicht wirklich, dass der Schwierigkeitsgrad auf Normal etwa auf Ninja Gaiden-Niveau angesetzt ist, nur ohne Speicherpunkte vor den Bossen. Na vielen Dank auch. Zum Glück gibt es für Kapitalversager wie mich nach drei verpatzten Versuchen den Easy-Mode, der allerdings schon wieder zu einfach ist. Spiel-Balance ist offenbar nicht Capcoms Stärke. Stark ist dafür das verwirrende Leveldesign. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich in eine Sackgasse gerannt bin und keine Ahnung hatte, wo es weitergeht. Zu oft jedenfalls. Und es hat Nu Metal. Argh! Dafür gibt es Motorräder. Na ja, ein Motorrad. Das man leider nicht selber fahren kann. Schade auch.
Aus meiner Sicht ist God of War hier der eindeutige Sieger. Ninja Gaiden ist zu schwer und DMC3 ist zu doof.
Die Musik in God of War nervt allerdings und ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass auch epische Musik ziemlich scheiße sein kann.
Und Ninja Gaiden hat Dinosaurier? Du lügst! Und wenn nicht, warum hast du sie mir nie gezeigt?
Übrigens: Es sind Posietron (von “posieren”), nicht Positron (von “positiv” und “Elektron”).
Das liegt wohl daran, dass ich zu sehr mit Sterben beschäftigt war.
Dinosaurier 1
Dinosaurier 2
Zu God of War:
Um den unsterblichen Michael ‘Stalion’ Hengst zu zitieren:
‘seufz’
Aber immer hin ist das Ende was übrigens vom Intro an Glasklar war, recht befriedigend.
Zu Orthographie (ich weiß da meldet sich hier genau der Richtige).
Poseitron wird weder Positron (Gegenteilchen des Elektrons)noch Posietron (nie gehört, hat aber wahrscheinlich etwas mit gedichten zu tun) geschrieben.
Es wird selbstverständliche Pose-(englische Aussprache reimt sich auf hose und rose)itron (deutsche Aussprache) ausgesprochen.
Ein Posei-tron hat irgendwas mit Meeresgöttern zu tun.
Bin auch für God of War. Was das reine Kämpfen angeht ist sicher Ninja Gaiden sicherlich vorne, weils am komplexesten ist und man einfach mehr Möglichkeiten hat als bei GoW bzw. nicht so leicht zum Erfolg kommt. Aber GoW putzt inszenatorisch fast alles weg. Und es hat noch funktionierende Rätsel- und Hüpfeinlagen zwischen den Kämpfen drin. Und es kommt von allen der drei Spielen einfach am detailverliebtesten und lebendigsten rüber. Und es ist künstlerisch veranlagt… oder so.
Bin aber in Ninja Gaiden auch nie so richtig weit gekommen, ganz ehrlich gesagt.
Posietron ist die deutsche Version vom englischen Poseitron. Das ist so korrekt. Wurde 1996 in den Duden aufgenommen.
Schlag’s nach.
Und Stefan, du beliebst ja wohl zu scherzen. Das sind doch keine Dinosaurier. Ich bitte dich.
Einen komischen Duden hast du da. Ausserdem: wenn das keine Dinosuarier sind, sind das auch keine Tiger in deinem Beitrag. Guck dir nur mal die völlig überdimensionierten Zähne an. Selbst ein Säbelzahntiger hatte nicht solche dysfunktionalen Hauer. Und dieser total kaputte Rücken… also wirklich.
Ohne es gespielt zu haben: God of War… Devil May Cry ist einfach zu sehr auf “coole MTV-Kacke” getrimmt. Und Ninja Gaiden ist einfach zu, verdammt nochmal, schwer (wenn ein Grossteil des ehemaligen Maniac Forums das Spiel weglegt, dann muss echt was kaputt sein).
Und das sind übrigens keine Dinosaurier ;) Stachelschwein aus der Hölle und der japanische Horned Reaper vielleicht eher…
Mit den Zwischensequenzen in DMC3 geht es mir wie mit den Dialogen in Max Payne: entweder sind sie ernst gemeint, in dem Fall wären sie himmelschreiender Müll; oder aber sie sind absichtlich ironisch, dann sind sie ein ebenso gelungenes wie humorvolles Stilmittel. Ich hoffe mal letzteres ist der Fall, für beide Spiele.
Im übrigen ist meiner Meinung nach Ninja Gaiden das beste der drei Spiele. Es ist kackschwer, aber in Sachen Gegner-KI und Steuerung macht dem Spiel keiner was vor. Und diese Riesenzombies mit dem Vigurischen Ketten-Rabenschnabel zu zerhacken ist einfach Spielspass pur.
Wenn dir Ninja Gaiden zu hart ist, bist du zu schwach.
Nachdem SpielerEins meinte, GoW wäre genau wie DMC, nur besser, habe ich mir DMC3 auch kürzlich angetan…
Selten so einen Scheiss gespielt! Wie, um alles in der Welt, sind die Designer auf die Idee gekommen, dass es cool sein könnte, Dante in Zeitlupe beim Mantelanziehen zu zuschauen?
Die Zielgruppe von DMC ist eindeutig irgendwo um die 12 Jahre angesetzt. Wie konnte das jemals ein Hit werden???
Wie gesagt bin ich mir absolut nicht sicher, ob das nicht total ironisch sein soll. Wenn sich eine Vampirdame in meinen Armen in eine E-Gitarre verwandelt oder Dante auf auf einem Chopper eine senkrechte Felswand rauffährt und dabei mit dem Motorrad auch noch Untote zersägt, finde ich das ehrlich gesagt ziemlich witzig.
Also in P&P-Rollenspielsystemen wie Feng Shui oder Exalted würde man dafür jedenfalls Bonuswürfel für guten Stil bekommen. Ausserdem ist mir der weibliche Sidekick sehr sympathisch, weil sie Dante bei ihrer ersten Begegnung direkt mal ins Gesicht geschossen hat. Mehrfach, um sicher zu gehen.
Also Max Payne ist ernst gemeint. Bitter aber wahr. Ich fürchte mal das gilt auch für DMC3.
Ninja Gaiden ist. nicht. zu. schwer.
Ausserdem gibts doch inzwischen Ninja Gaiden Black, damit sollte echt jeder zurechtkommen (Ninja Dog).
DMC is das einzige was rulet!Weil dort wenigstens ein wenig Ironie in den Dialogen und Videos zu erkenne is nur leider erkenen das die wenigsten von euch!
Also ich fand DMC 1 war was besonderes, düster und mit Augenzwinkern. DMC 3 ist nur noch albern, aber egal ich mag die Serie und warte auf Besserung für Teil 4. Obwohl mit der Hoffnung ist das so eine Sache.
Ich finde die Zwischensequenzen von DMC3 haben was von schlechten B-Movies, die man nicht zu ernst nehmen sollte. So wie Red Steel etwas von schlechten 80er Actionfilmen mit Jean Claude Van Damme hat. Gerade das macht mir die Spiele umso sympatischer.