
Naja, eigentlich nicht. Und WoW sowieso nicht! Aber irgendwie hat sich mein Verhalten beim Zocken in den letzten Jahren doch extrem verändert; und ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefällt. Damals bei Warcraft: Orcs & Humans oder dem fantastischen Red Baron habe ich Missionen, die mir einfach Spaß machten (und dabei meine ich Spaß im simpelsten Sinne) mehrere Tage nacheinander immer und immer wieder gezockt. Weil ich einfach Freude daran hatte. Heute geht es irgendwie nur noch darum, das Spiel in Rekordzeit durchzuzocken, den 1337esten Headshot auszuführen oder das seltenste Item vorzeigen zu können. Schade drum.
Habe ich aber deswegen den Spaß am Spielen verloren? Mitnichten! Hoffentlich…
Das ist womöglich das Problem. Mir gibt sowas überhaupt gar nichts. Ich mache bei sowas einfach nicht mit — und solange Spiele nicht explizit für sowas ausgelegt sind, habe ich tatsächlich nach wie vor Spaß an ihnen.
Anstrengend/langweilig/enttäuschend finde ich hingegen, dass sich — aber das Problem ist ja altbekannt — zu viel wiederholt. Ich kann z.B. die ganzen Medal of Honor- und Call of Duty-Shooter nicht auseinander halten (wirklich nicht!), weil sie sich einfach zu ähnlich sind. Das nervt mich.
Ansonsten: yay Spiele! Eigentlich ist es doch toll, was wir heutzutage alles spielen dürfen.
Übrigens gibt es einen ganz dicken Minuspunkt dafür, dass du da oben Donkey Konga durchstreichst. Gerade Donkey Konga ist doch ein tolles Spiel, das (mit dem richtigen Controller) so ist wie kein anderes. Schämen sollst du dich! :)=
Ja, Mensch! Ich hatte gerade kein anderes Bild zur Hand. Leck mich doch…
Zum Thema: Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass Spiele KEINEN Spaß mehr machen. Es ist nur eben ein ANDERER Spaß als früher. Und ich weiß nicht, ob ich diese Entwicklung mag, oder nicht. Gutes Beispiel ist Burnout Revenge. Damals hätte ich eine Strecke, die mir richtig gut gefällt bis zum Erbrechen (also nicht meins – ich hab ja Spaß) zocken können. Heute zocke ich, bis ich Gold habe und dann geht es auf die nächste Strecke. Ich will mich ja nicht amüsieren, ich will Gold. GOLD!!!1
Ich leck dich erst wieder im Ned Kelly’s!
Ich glaube, damals hat einfach viel mehr noch als heute die eigene Fantasie die Rolle der Grafikkarte übernommen. Bestes Beispiel ist wohl Elite, von dem ja sogar heute noch viele Leute behaupten, es sei das beste Spiel aller Zeiten. Das sah so scheiße aus, dass man eigentlich gar nicht anders konnte, also sich selbst in seiner Fantasie als Weltraumheld vorzustellen. Und danach als Weltraumpirat. Und dann als Weltraumhändler. Und dann als Weltraumkopfgeldjäger. Durch unsere Fähigkeit, Dinge unterschiedlich wahrzunehmen, waren die einfachsten Pixelspielchen immer wieder aufs Neue ein Erlebnis.
Wenn du heute Medal of Honor durchspielst, hast du halt alles gesehen, was zu sehen gibt. Es nochmal durchzuspielen würde exakt die selbe Spielerfahrung für dich bedeuten.
Komisch, bei mir ist das irgendwie genau andersrum. Je älter ich werde, desto weniger zählt bei mir ein Pseudo-Statussymbol wie “auf ultraschwer durchgespielt” oder “haben nur 8 Stunden gebraucht”.
Donkey Konga ist an sich übrigens kein tolles Spiel, aber die Durchstreicherei hat es echt nicht verdient. Es ist nämlich ein super Spiel um andere Leute zur Videospielerei zu bekehren und die ganze Familie vor der Konsole zu vereinen.
@Hendrik: Bei der Fantasie-Grafikkarten-Geschichte stimme ich Dir 100%ig zu!
@Richard: Ja, ich mag Donkey Kong eigentlich auch, aber das Getrommel geht mir total auf den Zeiger. das Bild wurde aber (wie gesagt) eher zufällig gewählt…
Und genau das macht es ja so toll. Wenn man sich den Trommelcontroller wegdenkt, ist es ja eher so eine Art lahmes Amplitude für Vierjährige.
Mmm, Amplitude. Das gab’s vor ein paar Jahren noch nicht. Die Zeit vor Amplitude hat gesaugt.
Ich mach mir auch schon laenger Gedanken darueber inwieweit sich das Spielen fuer mich geaendert hat. Ich habe in den letzten 2 Monaten Star Wolves, Full Spectrum Warrior, Trackmania Sunrise, Fable und Act of War gespielt. Davon habe ich aber nur Fable wirklich zuende gespielt (aber auch nur weil mir ein Abend langweilig war). Und bei allen anderen habe ich einfach aufgehoert, obwohl sie eigentlich Spass gemacht haben.
Trotzdem spiele ich aber immer noch, mindestens einmal die Woche ein Tower Defense im BattleNet, oder ein Hero Survival. Und warum macht mir das soviel mehr Spass? Beim ersten Wing Commander, habe ich auch alles moegliche ausprobiert. Extra Missionen verloren um zu gucken was passiert… bei Fable und Star Wolves haben mich die Alternativen zu dem was ich gewaehlt habe zwar interessiert, ausprobiert habe ich sie aber nicht.
Wenn ich früher ein Spiel (ich muss da insbesondere auch an Wing Commander denken) neu bekommen habe, dann habe ich mich mindestens einen Monat lang intensiv damit auseinandergesetzt. Ganz einfach auch, weil kein anderes gutes Spiel zu dem Zeitpunkt erhältlich war. Heute gibt es 3-4 Neuerscheinungen jeden Monat, die mich irgendwie reizen, so dass schon mal nur noch ein Viertel der Zeit überbleibt, um sich mit einem Spiel zu beschäftigen. Hinzu kommt, dass man natürlich auch etwas abgestumpfter ist als damals. Hängt man heute an einer Stelle fest, oder ist man auch nur marginal gelangweilt, wechselt man eben das Spiel oder die Konsole. Alles Scheisse!
Ein grosses Problem ist, dass heute viele Spiele nach dem Pavlovschen Prinzip des bedingten Reflexes funktionieren. Hacke 50 Gegner tot, dann kriegst du eine Zwischensequenz. Oder bei Burnout: remple alles weg, dann bekommst du vier neue Autos, einen goldenen Stern und zwei neue Strecken. Oooh, shiny!
Dabei sollte es idealerweise so sein, dass das Spielen selbst die Belohnung ist und alles andere nur eine nette Dreingabe. Leider muss man dafür gutes Gameplay entwickeln und die Hürden hoch genug ansetzen, dass man sich für sein Erfolgserlebnis schon etwas anstrengen muss, und dass kriegen nur wenige hin. Wie zum Beispiel Capcom mit Resident Evil 4. Ich glaube, das Spiel hatte gute Zwischensequenzen. Ist aber auch egal, das Gameplay ist einfach so gut, dass sogar das simple Minigame “Mercenaries” (das aus meiner deutschen Version herausgeschnitten wurde, danke Capcom und USK) irrsinnigen Spass macht. Hier spielt man um zu spielen, nicht um zu gewinnen. Oder das neulich schon erwähnte Ninja Gaiden. Sauschwer, aber Spielspass pur. Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat kann man eigentlich nicht mehr mittendrin gelangweilt aufgeben.
Gegenbeispiel: Burnout 3. Klar, es ist todschick und macht für die ersten Paar Stunden durchaus Laune. Es ist auch das perfekte Spiel für eine halbe Stunde zwischendurch. Aber wenn man sich länger damit beschäftigt nerven die Gummiband-Gegner, die zu simple Fahrphysik und die grässlichen Menüs doch gewaltig. Burnout 3 soll dafür sorgen, dass man sich für einige Stunden richtig amüsiert, und das tut es mit Bravour. Danach aber regiert die Langeweile.
/Labermodus aus
Ganz ehrlich, mir macht Burnout Revenge gerade wegen des Rubberbandings so viel Spaß. Hätte Revenge kein Rubberbanding, würde ich entweder ständig haushoch gewinnen oder — wahrscheinlicher — haushoch verlieren. Beides würde keinen großen Spaß machen. Dank Rubberbanding weiß ich, dass ich bis zum letzten Moment noch eine echte Chance habe — und auch, dass ich bis zum letzten Moment höllisch aufpassen muss, sollte ich mal vorne liegen. Wenn das nicht spielspaßfördernd ist, weiß ich auch nicht weiter. Wer Rubberbanding für eine schlechte Idee hält, beschwert sich wahrscheinlich auch über unrealistisches Recoil-Verhalten in Counterstrike. So!
Nix da, Gummiband-AI ist eine Erfindung des Cybersatans. Wenn ich bei BO3 vorne liege, brauche ich bis 50 Meter vorm Ziel kein Boost mehr, weil auch meine Verfolger entsprechend lahm fahren. Das ist in jedem Fall besser als drei Runden lang optimal zu fahren, das Maximum an Boost rauszuholen, dann in der letzten Kurve in einen Laster zu krachen und die anderen sieben Fahrer an mir vorbeiziehen zu sehen. Das finde ich absolut demotivierend.
Ich frage mich nur, was der Reiz dann an einem Hero Survival oder Tower Defense ist? Da macht man ja eigentlich nix, als sich die etwas veraltete Grafik (ich rede von Warcraft3) anzugucken, hin und wieder nen Heiltrank zu schlucken und den Area Spell zu betaetigen. Macht aber trotzdem sauviel Spass…
…oder nennt man das gutes Gameplay?
P.S.: Muss ich mir nun ne Konsole zulegen? Ich kenne die Haelfte der Spiele nicht, die ihr aufzaehlt.
Ja, du brauchst eine Konsole. Oder so. Nur PC Spiele zu spielen ist heute einfach nicht mehr legitim. Zumindest nicht, wenn man Spieler genug ist um obskure Spieleblogs wie Antigames zu lesen.
Um mich zu der Konsolenfraktion zu konvertieren braucht ihr schon mehr als einen obskuren Spieleblog. :)
Ich glaube einfach, dass man früher noch nicht soviel Spiele kannte, es war halt einfach noch nicht so alt.
Als ich mein erstes Spiel bekommen habe, Anno 1602, und es auf dem alten PC von meinem Vater endlich lief, habe ich es über ein (!) Jahr gezockt. Je mehr Spiele man dann kennt, desto geringer wird der (Spaß)kick. Also sucht man sich ein anderes Genre. Von Aufbauspielen (Age of Empire I/II, Anno ..) zu Rollenspielen. Gothic II habe ich auch ewig gezockt. Das X-te Rollenspiel wird aber auch langweilig. Gut, zockt man halt Shooter. Max Payne II, mein absoluter Favorit in dem Bereich war einfach nur Fun. Tagelang. Nach dem durchspielen habe ich wieder von vorne angefangen.
Mit der Zeit wird halt jedes Spielprinzip weniger Spannend. Sprich, etwas anderes muss her. Innovativ. Neu.
Gibt es nur leider viel zu selten …
Siehst du, da ist schon das Problem. Es gibt keine “Konsolenfraktion”. Wieso muss da immer küsntlich so ein tiefer Graben zwischen PC und Konsolenspielern gezogen werden. Als ob das irgendwie was grundsätzlich verschiedenes wäre. Sind doch eh alles Videospiele.
Und je mehr Plattformen man hat, desto mehr neue und innovative Spiele hat man übrigens zur Auswahl. Wer sich verzweifelt am PC als einzig wahre und reine Plattform festklammert, muss sich nicht wundern wenn er nichts frisches zu spielen bekommt.
schwierige frage. aber ich merk auch an mir selber, dass ich wesentlich häufiger das spiel wechsle als früher. das letzte, was ich wirklich ewig gezockt habe, war diablo 2. warum? vielleicht weil ich es als extrem ausgewogen empfunden habe, weil es einen community-bonus hatte, weil es wirklich eine gewisse langzeitmotivation erzeugte, auch wenn das leveln gegen ende wirklich zu lange dauerte. nach dem gefühlten 700sten gräfinnen-run hab ich’s dann nie wieder gespielt. aber danach? trackmania fand ich noch super, aber irgendwann zu schwer. GTA war schön und gut, aber ich hatte mir doch “mehr” erwartet.
ich glaube jona trifft es ganz gut auf den punkt. man kennt inzwischen unglaublich viel und es setzt vielleicht eine gewisse “abnutzung” ein. wenn ich daran denke, dass ich ganz am anfang wochenlang “ladder” oder “cats” gespielt habe.. einfach weil ich sowas vorher überhaupt nicht kannte. insofern erwarte ich mir eben auch von der revolution bzw. ihrem controller was ganz neues, weil da – hoffentlich – einfach ganz neue wege beschritten werden.
Also ich finde eigentlich auch nicht, dass es da ne Kluft zwischen Konsolen und PCspielern gibt, auch wenn das vielleicht einige so sehen. Ich finde es halt einfach lustig meinen Kumpel frueher wegen seinem Sega aufzuziehen… hat auch super geklappt. Trotzdem habe ich Sega Mega Rally immer mit ihm gezockt.
Als kleine Anekdote: Das Spiel welches ich am aller, allermeisten spielen wollte, war North n’ South auf dem Amiga. Habe meinem Papa damals in den Ohren gelegen mir nen Amiga 500 zu kaufen.. und was habe ich dann gekriegt? Einen 286er… grummel. Habe es nie alleine Spielen koennen, hat aber sowieso eigentlich nur gegeneinander Spass gemacht. Wir sind einfach uebersensibilisiert… ich freue mich aber schon auf die Holodeckspiele in 20 Jahren. Kann ich dann meinen Enklen schenken (so wie Homer ne Bowlingkugel fuer Marge). Und der 286er liess mich dann in den Genuss von Wing Commander 1 kommen. Geil!
Jona, hol’ dir eine PS2 und Amplitude. Dann unterhalten wir uns nochmal. :P~
Ich werde mir mit meine PS2 auch Amplitude holen. Und Hendrik, wehe das ist dann nicht gut. Schließlich erzählst du mir quasi seit Jahren wöchentlich von dem Spiel. Das hat eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut.
amplitude ist super, aber leider hat man das ganze nach 1-2 tagen durch..
Amplitude habe ich mir jetzt wegen der ständigen Erwähnung hier (Aha! Ein weiterer Stammleser!) auch gekauft, gab’s bei Ebay tatsächlich für einen Euro(nen). Ich erwarte ein absolutes Spitzenspiel, sonst bin ich beleidigt und finde Dinosaurier doof. So!
Ist Amplitude eigentlich besser/gleichwertig/schlechter als Frequency? Das war zwar irgendwann schwierig, aber geil. Und für das Gitarrenspiel von Harmonix (mit Gitarrencontroller! Und Motörhead, Helmet, Queens of the stone age usw.!) überlege ich tatsächlich, meine PS2 umzubauen. Hoffentlich wird das bald für Europa angekündigt.
Aber stefanx, Amplitude ist wirklich kein Spiel, das man einfach nur “durch spielen” sollte.
Cedebo, Amplitude hat wesentlich angenehmere Musik und höhere Spielbarket. Deswegen halten viele Hardcore-Frequency-Fans Amplitude für Dreck. ;-) Ich persönlich bin mit Frequency nie warm geworden, aber ich habe ja auch mit Amplitude angefangen, ich Kacknub.
Richard, Amplitude hat keine Dinosaurier. Aber es übernimmt irgendwann die Kontrolle über deinen Kopf und deine Finger, und das ist ein feines Spielerlebnis, das nicht viele Spiele hinbekommen.
Ach ja, und Amplitude für einen Euro? Das rockt. Der beste Euro, den du jemals ausgegeben hast.
welche mucke war denn bei frequency dabei? und was hat es mit harmonix auf sich?
Habe es nie alleine Spielen koennen, hat aber sowieso eigentlich nur gegeneinander Spass gemacht. Wir sind einfach uebersensibilisiert