Archiv für Oktober 2005

Musikverwirrung

Ich habe gerade Fahrenheit durchgespielt. Zum dem Thema habe ich noch einiges zu sagen, aber ich fange mal mit einer seltsamen Sache an. Es ist mir nämlich nicht ganz klar, wer die Musik für das Spiel gemacht hat.

Wenn Fahrenheit für irgendwas gelobt wurde, dann ja immer wieder für seine gute Musik. Ohne Frage zeigt Regisseur David Cage guten Geschmack in dieser Hinsicht, was vielleicht auch daran liegt, dass er früher mal in der Musikbranche tätig war. Die Originalmusik unterstreicht die dichte Atmosphäre des Spiels wunderbar und die Auswahl der Songs ist exzellent. Vor allem letzteres verdient ein Lob, denn in den meisten Fällen werden die Songs für ein Spiel eher danach ausgewählt, welchen “Künstler” ein Label gerade anschieben möchte, welcher Rapper zurzeit in ist, oder was gerade günstig zu haben war, und nicht nach künstlerischen Kriterien, wie es eigentlich sein sollte.

Aber über die Songs will ich nicht reden. Wer die geschrieben hat, lässt sich leicht nachprüfen. Steht auch in den Credits. Mir geht es um den Autor der Originalmusik. Die offensichtliche Antwort lautet natürlich “Angelo Badalamenti”. Die Mitwirkung des Hauskomponisten von David Lynch wurde ja vor Veröffentlichung des Spiels ausführlich publiziert und sein Name steht auch groß in den Credits am Anfang des Spiels. Aber wenn man sich die vollständigen Credits zu Gemüte führt, so liest man nach “Music by Angelo Badalamenti” folgendes: “Original Score and Additional Music by Normand Corbeil”.

Okay, ich bin verwirrt. Die Songs hat Badalamenti nicht geschrieben. Das kann man leicht nachprüfen, und die meisten davon sind ja auch schon recht alt. Bleibt also eigentlich nur der Score übrig. Wenn *den* aber wiederum Corbeil geschrieben hat, was bleibt dann für Badalamenti übrig? Und was gibt es jenseits von Songs und Score noch für Additional Music?

Nun ist Normand Corbeil auch nicht irgend jemand, sondern ein durchaus respektierter Filmkomponist mit einer soliden Karriere. Mir drängt sich hier doch gewaltig der Verdacht auf, dass Badalamenti ein, zwei Themen geschrieben hat und den Rest der Arbeit einfach von Corbeil hat erledigen lassen. Untermauert wird diese These von diesem Film hier, wo Badalamenti das Titelthema komponiert hat und Corbeil den Rest.

Dieser Prozess ist übrigens nicht unüblich, weder in der Film- noch in der Videospielbranche. Allerdings werden dann für gewöhnlich auch die Credits fair verteilt, und es wird nicht überall so getan, als wäre nur eine Person für die Musik verantwortlich.

Kann jemand das aufklären?

5 Kommentare Autor: Richard
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Demnächst in deinem DS

Ich habe meine vier DS Spiele (WarioWare, Project Rub, Advance Wars und Kirby) jetzt alle fast durch und habe mich deshalb mal umgeschaut, was denn sonst noch so alles Interessantes für das System angekündigt ist. Hier eine kleine Liste mit Kommentaren:

Battles of Prince of Persia: Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was das Spiel jetzt genau sein soll. Ein kartenbasiertes Strategierollenactionspiel? Oder so? Es sieht jedenfalls hübsch aus, und vor der Angstifizierung des letzten Teils war ich immer ein Fan der Serie. Wer weiß, ob es was taugen wird, aber ich behalte es im Auge.

Elektroplankton: Scheinbar nicht wirklich ein Spiel, sondern so eine Art Musikmixer. Man kann wohl mit seinem Stylus irgendwelche Planktontierchen reiben, ziehen, schieben, etc. und dann kommt Musik raus. In Japan ist es sogar schon zu haben. Videos davon reizen mich durchaus, mir das Spiel mal genauer anzuschauen. Und: das Hauptmenü ist mit dem Geräusch eines Orchesters beim Einstimmen unterlegt. Davon werde ich immer ganz kribbelig vor Aufregung. Ich vermute mal, dass ich es erst kaufen werde wenn es günstig zu haben ist. Aber erstmal abwarten bis es hierzulande erhältlich ist.

Harry Potter and the Goblet of Fire: Okay, das werde ich wohl eher nicht kaufen. Aber der Gedanke den Stylus als Zauberstab zu missbrauchen hat schon was. Es scheint sich wohl auch um ein völlig anderes Spiel als die Version für Xbox, PS2 und Cube zu handeln und nicht um einen Port mit extrem mieser 3D-Grafik zu handeln. Vielleicht kann man bei überraschend positiven Kritiken mal drüber reden.

Lost in Blue: Zwei Leute stranden auf einer einsamen Insel, müssen überleben und kommen sich dabei näher. Man darf sich das Ganze wohl als eine Art Adventure vorstellen, mit Minispielchen zum Angeln, Jagen, etc. Wirkt recht atmosphärisch, könnte aber auch so langweilig werden, wie ohne Konsole auf einer einsamen Insel zu stranden.

Mario & Luigi 2: Ich weiß immer noch nicht, ob ein Rollenspiel mit Mario wirklich etwas ist, dass ich spielen möchte. Wie wäre es, wenn endlich mal Paper Mario günstig würde, damit ich es raus finden kann? Bis dahin muss ich bei diesem Spiel Skepsis anmelden, zumal ich Teil 1 nicht gespielt habe.

Trauma Center – Under the Kife: Okay, hier ist mal ein Spiel das ich wirklich haben will! Kann ich sich noch jemand an Life & Death erinnern? Ich habe mir schon lange ein modernes Remake davon gewünscht, und jetzt scheine ich es endlich zu bekommen! Mit Stylus als Skalpell-Ersatz ist das nahezu optimal. Der einzige Wermutstropfen ist der Anime-Look. Auf die glubschäugigen Krankenschwestern hätte ich ganz gerne verzichtet, aber ich werde schon damit leben können.

Phoenix Wright – Ace Attorney: Irgendwie schon komisch, dass Arzt- und Anwaltserien ca. 60% des Fernsehprogramms ausmachen, die beiden Berufsgruppen in der Videospielewelt aber fast völlig abwesend sind. Nachdem Trauma Center jetzt die Mediziner digitalisiert hat, kommt Phoenix Wright daher und macht das Gleiche für die Anwälte. Als besagter Phoenix Wright muss man in diesem Spiel die Unschuld seiner Klienten beweisen und dafür Beweise sammeln, Zeugen ins Kreuzverhör nehmen und jede Menge Einsprüche erheben. Klingt nicht uncool. Erneuter Nachteil: Schon wieder Anime-Look. Und es scheint eine japanische Produktion zu sein, was dazu führen könnte dass alle Dialoge aus drei Punkten bestehen.

Zoo Tycoon: Ich bin ein großer Fan des ersten Zoo Tycoon Spiels. Das elegante und kompakte Design kombiniert mit der charmanten Pixelgrafik hat damals echt mein Herz erobert. Es gab sogar ein Addon mit Dinosauriern! Dummerweise ist Blue Fang mit dem zweiten Teil in die 3D-Falle getappt und Schwupps! war der Spaß irgendwie weg. Aber jetzt kommt das DS daher und bringt die hübsche Grafik zurück. OK, ich habe das Spiel eigentlich schon gespielt, und ob sich das Ganze auf den kleinen Bildschirmen des DS sonderlich gut spielen lässt, muss sich erst noch zeigen. Aber ich bin interessiert.

7 Kommentare Autor: Richard
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