Ein kurzer Beitrag über miese Spieleverfilmungen, die so mies nicht sind. Mit einer Überschrift, die auf Wortspiele mit “Doom” und “dumm” komplett verzichtet.

Die Leute von Latino Review sind angeblich an das Script zum Halo-Film gekommen und stellen es hier vor. Kurzzusammenfassung:

  • Der Film hält sich engstens an das (erste) Spiel.
  • Er wird saumäßig brutal.

Also genau so, wie es sich ein Halo-Fanboi wünschen würde. Was die Chancen erhöht, dass es sich bei dem Bericht um einen netten Fake handelt. Wie auch immer! Vergessen wir einmal Halo und schauen uns die anderen bisherigen Spieleverfilmungen an. Die sind ja bekanntermaßen alle scheiße. So what? Mich hat schon immer die offenbar nicht totzukriegende Hoffnung der Spielefreaks auf eine “gute” Spieleumsetzung gewundert. Leute, wacht auf! Sowas wie einen anspruchsvollen Film zu einem Spiel wird und kann es nie geben. Ein tatsächlich guter Film, der auf einem Spiel basiert, hätte nicht mehr genug mit dem Spiel zu tun, als dass er als seine Verfilmung durchgehen könnte. Warum? Weil die meisten Spiele nunmal doof sind. Nicht “langweilig” doof, oder “doof” doof. Nein, sie brauchen ihre Doofheit, um Spaß zu machen. Und die, die nicht doof sind — denkt an Civilization IV, das so intelligent ist, dass man es nur mit IV statt 4 schreiben darf — , eignen sich nicht als Filmvorlagen.

Beispiel für ein auf jene wundervolle Art doofes Spiel: Doom. Was, bitte, haben die Leute eigentlich von dem Doom-Film erwartet? Ist ja nicht so, als wäre der Protagonist des Spiels todkrank und würde inmitten der Vernichtungsorgien den Sinn seiner Aufgabe, nein, seines Lebens reflektieren. Ich habe den Streifen noch nicht gesehen, aber wenn er viel Action und tatsächlich First-Person-Sequenzen hat, ist er wahrscheinlich die beste Spieleverfilmung aller Zeiten. Was mich daran erinnert, dass ich mir bei Gelegenheit noch die Meisterwerke des Herrn Boll anschauen muss. Ich wette, die machen einen irren Spaß.

Und was den Halo-Film angeht: Explosionen, quiekende Aliens und bekloppte Oneliner, mehr will ich nicht. Denn dann haben sie das Spiel treffend umgesetzt. Ich freue mich schon auf die Reaktionen der Kids, die eine Art Saving Private Ryan mit Aliens erhoffen. Weinen werdet ihr. Weinen!

8 Kommentare Autor: Hendrik
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8 Kommentare

  1. Eh. Fast alle klassischen LucasArts Adventures würden super Animationsfilme abgeben. Das Warcraft Universum würde ein wunderbares Fantasyepos abgeben. Alone in the Dark hätte ohne Boll einen prima Cthulhu-Gruselfilm sein können. Die Liste könnte ich stundenlang fortführen.

    Mache ich aber nicht, denn ich muss arbeiten.

    Noch kurz folgendes: Anspruchsvoll ist ja nicht gleich gut. Es kann auch anspruchslos und gut sein. Zum Beispiel kann ein anspruchsloser Halo-Film mit Explosionen, quiekenden Aliens und bekloppten Onelinern sowohl gut als auch schlecht inszeniert werden.

    Ich tippe natürlich auf schlecht.

  2. Also ich persönlich fand ja den ersten Resident Evil Film sehr gut, ebenso wie den ersten Tomb Raider Film (über die jeweiligen Fortsetzungen breiten wir aber besser den Mantel des Schnellen Vergessens +1). Allerdings sehe ich im Schnitt auch nur drei bis vier Filme pro Jahr und bin zudem ziemlich anspruchslos. Wovor ich so richtig Angst habe ist aber die Silent Hill Kinoadaption. Wenn die Vorlage erstmal in familientaugliches “Ab 16″ Format umgewandelt wurde ist der Film eh gestorben. Ausserdem wird es garantiert Kinder geben, die im Hollywood-Kino einfach nicht totzukriegen sind.

  3. Richard, ich glaube, das siehst du falsch. Monkey Island usw. mögen vielleicht erst einmal wie gute Vorlagen wirken, sind es aber IMO genau so wenig wie Doom & Co. Schließ einfach mal die Augen und versuche dir einen Monkey Island-Film vorzustellen. Vielleicht wäre der von Pixar. Mit Ewan McGregor oder Zach Braff ;) als Stimme von Guybrush. Musik von HGW in Kooperation mit Michael Land. Klingt das super? Natürlich!

    Aber jetzt nenne mir spontan fünf Szenen aus den Monkey Island-Spielen, die man in einem abendfüllenden, möglichst nicht langweiligen Film verwursten könnte.

    So einfach ist das nämlich nicht. Ein Film ist halt kein Adventure-Spiel. Für den Film müssten sie an Monkey Island rumschrauben. Das, was Monkey Island toll machte, nämlich den meist nett selbstrefernziellen Humor, rausnehmen. Vielleicht ein paar Actionsequenzen einbauen. Sich ein echtes Ende ausdenken. Und so weiter und so fort. Und am Ende wär’s ein Film, der vielleicht auf Monkey Island basiert. Aber es wäre kein Monkey Island-Film. Ganz egal, wie gut er sein mag.

  4. Dude, den Film den du da beschreibst gibt es schon. Allerdings mit Orlando Bloom anstelle von Zach Braff. Und Klaus Badelt anstelle von HGW. Er nennt sich Pirates of the Caribbean und ist verdammt gut! Es geht also durchaus.

    Piranha Pudel rein, aus der Gouveneurstochter die Gouverneurin machen und fertig ist ein ziemlich guter Monkey Island Film.

    Es geht.

    Übrigens: Es spiele mir doch mal bitte jemand Jordan Mechners Prince of Persia Drehbuch zu. Danke.

  5. Und wenn die Kritiker dann darüber geschrieben hätten, es handele sich dabei um die erste wirklich gute Spieleverfilmung, die sich sogar jemand anschauen könnte, der die Spiele nicht kennt… dann nur deswegen, weil der Film nämlich eigentlich nicht viel mit Monkey Island zu tun hat.

  6. So wie es sein sollte. “POTC” hatte ja auch nicht viel mit der Achterbahn zu tun, auf der er basiert. Zum Glück!

  7. Pirates of the Carribean ist keine Achterbahn, sondern so ein Ride mit Animatronicpuppen. Der übrigens die Inspiration für Monkey Island war.

  8. Beste Umsetzung Spiel -> Leinwand

    Street Fighter II: The animated movie