
Ich mache schon ganz lange Fanseiten zu Computerspielen; ganz allgemein zu Rollenspielen und weniger allgemein zu bestimmten MMORPG. Grob über den Daumen: Wenn es rollt und sich nicht bewegt, dann ist es etwas für uns. Für die Leute, die sich auf unseren Foren herumtreiben und auch für viele Leute, die sich mit dem Gedanken tragen, selbst eine Fanseite zu basteln (ja, genau – ich meine Dich!) ist eine ganz bestimmte Angelegenheit besonders glamourös und mysteriös:
Kontakte zu Spieleentwicklern.
Manche nennen sie “Devs”.
Devs sind Menschen.
Natürlich braucht man solche Leute. Erstens, um ganz tolles Material wie Screenshots, Interviews, Previews, Testmuster, Buttons, Bücher, Poster, Autogramme, und noch eine ganze Menge Dinge mehr zu bekommen, über die wir zu einem gemischten Publikum auf gar keinen Fall berichten dürfen.
Und natürlich. Teh Beta.
Ohne Beta ist dein Team (dazu später mehr) ganz und gar lebens- und noch schlimmer arbeitsunwillig. Beta! Beta! Hosianna! Devs haben Beta, und daher muss man sie kennenlernen. Wichtig ist daher, im Vorfeld ihre Eigenheiten und Unterkategorien kennenzulernen. Gut für Dich – denn Onkel Denis wird jetzt einige der wichtigeren Typen von Kontakten vorstellen:
- Der CEO. Häufig bei kleineren Projekten anzutreffen: Hier macht der Chef noch alles selbst, und man hat im Idealfall eine Person an der Angel, die total begeistert von ihrem eigenen Projekt ist, und am liebsten das tut, was allen Devs zueigen ist, wenn sie dürfen: über ihr eigenes Projekt quatschen. Der CEO darf, und quatscht. Ihn bremst aber auch gleichzeitig niemand, und nicht immer (ich bin hier höflich) ist seine Sichtweise der Dinge mit den technischen Tatsachen und dem Stand der Entwicklung deckungsgleich. Man erfährt eine Menge wirklich scharfer Details, von denen die Programmierer nicht immer schon wissen. Ausserdem ist der CEO in späteren Entwicklungsphasen immer total überarbeitet, und hat garantiert keine Zeit mehr für euch Fanseiten, die seinem Projekt in der Vergangenheit erst diesen tollen Publishing Vertrag mit ihrer kostenlosen PR Arbeit ermöglicht haben.
- Der Designer. Der Designer ist wohl einer der besten Kontakte – er hat wirklich Ahnung vom Spiel, wie es denn einmal wirklich werden wird – allerdings darf er nichts darüber sagen. Wenn man ihn in der freien Wildbahn antrifft, exzellente Beute. Wird bei MMORPG gern mitten im Projekte gefeuert, wenn er mit dem CEO und dessen Vision überraschend nicht mehr übereinstimmt.
- Der Community Manager. Taucht in verschiedenen Varianten auf. Wenn Du ganz viel Pech hast, ist es einer wie Du – jemand mit seiner Fanseite Erfolg hatte, und seinen Traumjob bei der Spielefirma bekommen hat. Meistens entweder ein 19jähriger mit Egoproblemen, oder ein Enddreissiger mit einer ähnlich Persönlichkeit. Eine Primadonna, der geschmeichelt werden muss, bevor er Dich zu seinen persönlichen Freunden zählt und Du Material bekommst.
In anderen Fällen ein Entwickler, der das zusätzlich zu seiner normalen Arbeit erledigt, und somit eigentlich keine Zeit hat.
Ganz selten: Jemand, der wirklich begeistert von diesem Spiel ist, und irgendwie trotzdem eine angenehme Persönlichkeit erhalten konnte. JACKPOT! Diese Person wird alles tun, zu den unmöglichsten Zeiten. Sie hat Dich nach 4 Minuten im ICQ. Und nach 10 darfst Du auf ihre katze aufpassen, wenn sie im Urlaub ist. Achtung: Oft ein Mädchen. Besondere Verhaltensregeln sind anzuraten. - Die professionelle PR-Kraft. Für diese aus einer Agentur arbeitende Spezies bist Du unwichtig. Sie schickt dir ein Paket Merchandise (das ist aber toll!), und kümmert sich dann um professionelle Spieleseiten und Printmagazine. Mit viel Glück kommt man in den Presseverteiler. Anfragen dringen ganz sicher nie zur eigentlichen Spielefirma durch. Dafür aber bekommst Du eine Menge Pressespam in deine Mailbox, die sich ein normaler Mensch eigentlich nicht einmal vorstellen kann.
Fanseiten machen ist toll.
Warum hat eigentlich keine Sau diesen wunderbaren Beitrag kommentiert? Ihr faulen Socken!
Stillschweigen deute ich immer als Zustimmung. Das können wir hier aber nicht haben. Das nächste Mal hau ich lieber mehr auf meine Leserschaft ein.
Ich hatte gestern überlegt, zu schreiben, dass das ein sehr interessanter Beitrag ist und die mangelnde Resonanz vermutlich darin begründet ist, dass die wenigsten Leser selbst in der Thematik drin stecken. Dann war ich aber zu faul und dachte mir auch sowas in Richtung “Stille Zustimmung”.
Keine Kommentare = guter Beitrag? Dann waren meine letzten Artikel wohl echte Brenner!
*lach* Danke, lustiger Artikel (durch Zufall über die Suche entdeckt), habe gut gelacht :D.
Da hast du wohl was vergessen^^, denn das worauf sich das “später mehr” bezog konnte _ich_ nicht finden.
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