Archiv für November 2005

Rot-Grün-Blöd

Jetzt wo ich ein RGB-Kabel angeschlossen habe, sieht Soul Calibur 3 einfach großartig aus. Ich habe zwar das Gefühl, dass die Charaktere etwas weniger detailliert gestaltet sind als im zweiten Teil, aber das wird durch eine bessere Auswahl der Kostüme und die wunderbaren Hintergründe mehr als ausgeglichen.

Bevor ich das RGB-Kabel angeschlossen hatte, sah das Spiel allerdings furchtbar aus. Das Bild war hoffnungslos verwachen, matschig und farblos. Es kam einfach keine Atmosphäre auf. Mit dem neuen Kabel ist scharf und die Farben fliegen einem nur so um die Ohren. Der Unterschied zwischen normalem und RBG-Kabel ist wie Tag und Nacht.

Was mich zu der Frage bringt, warum in aller Welt die Hersteller von Konsolen sich immer noch weigern so ein Kabel von Haus aus beizulegen. Absolut furchtbar. Da wird wahnsinnig viel Geld für die Entwicklung der Hardware ausgegeben und am Schluss wird alles von so einem dämlichen Kabel runtergezogen.

Ein Grund ist natürlich, dass ein RGB-Kabel in der Herstellung mehr kostet als ein normales und gespart werden muss wo kann. Und der Verkauf der Kabel spült wie der alte Trick mit den Speicherkarten natürlich noch zusätzlich Geld in die Kasse. Nur ist es leider so, dass eine Speicherkarte nicht optional ist, das bessere Kabel aber sehr wohl. Laut Doc Bobo haben nur 10% aller Xbox-Besitzer ein RGB-Kabel! Das ist eine Zahl, die mich als Spielentwickler in den Wahnsinn treiben würde. Jahrelang steckt man liebevolle Arbeit in die Grafik seines Spiels, und am Schluss kommt auf dem Bildschirm nur Matsche an, weil irgendwo 3 Dollar gespart werden mussten.

Wenn wenigstens ein Zettel bei der Konsole liegen würde, auf dem steht “Achtung, das Kabel ist Dreck, bitte neues kaufen!”. Die Zahl mit den 10% liegt ja nicht daran, dass die Leute die 6€ für das Kabel nicht hätten, sondern daran dass keiner weiß was für einen Unterschied das macht!

Und so sitzen da draußen Millionen von Leuten, die gar nicht wissen dass sie gar nicht mit den unscharfen Flimmerkanten und dem Grauschleier über ihrem Lieblingsspiel leben müssten.

Deshalb fordert Antigames: RGB-Kabel für alle! Noch sind die Koalitionsverhandlungen nicht zu Ende. Liebe Politiker, bringt Farbe in unsere Wohnzimmer! Ihr schafft das, denn ihr seid Deutschland!

26 Kommentare Autor: Richard
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Indiana Jones und der Fluch der Schrecklichen Steuerung

Inspiriert vom BBC Adventure “Death in Sakkara” bin ich auf die Idee gekommen, noch mal einen zweiten Blick auf “Indiana Jones and the Infernal Machine” zu werfen. Das Spiel habe ich damals nämlich nur sehr kurz gespielt und dann nie wieder angefasst. Die Zeit heilt scheinbar tatsächlich viele Wunden, denn ich hatte keine Ahnung mehr warum ich damals so schnell aufgegeben habe. Und so kam ich dann auf die Idee dem Spiel eine zweite Chance zu geben.

Auf dem Papier sieht es auch heute noch eigentlich nicht schlecht aus. Ein Indiana Jones Action-Adventure vom “Fate of Atlantis” Designer Hal Barwood, auf Basis der Jedi Knight Engine? Eigentlich hätte das damals verschlingen müssen. Sogar Sophia Hapgood aus FoA ist mit von der Partie.

Also habe ich mir die Demo gezogen. So schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein, oder doch?

Oder doch.

Die “Infernal Machine” des Titels ist nämlich die Tastatur. Selten habe ich ein Actionspiel mit einer dermaßen zähen und verquasten Steuerung gesehen. Jeder Knopfdruck wird erst mit einer gefühlten Verzögerung von ca. einer Stunde ausgeführt. Wenn man die Peitsche zückt, drückt man häufig gerne noch mal auf die Taste, weil man denkt es hätte nicht funktioniert. Aber es hat schon funktioniert, was dann dazu führt, dass er nach der erwähnten Stunde die Peitsche nicht nur zückt, sondern auch gleich wieder wegsteckt.

Indy geht außerdem so langsam als wäre seinem 93-jährigen Alter Ego aus “Young Indy” nachempfunden worden. Bis der sich einmal um sich selbst gedreht hat, haben die Gegner Zeit gehabt eine kleine Musicalnummer einzustudieren und aufzuführen. Was hier als Renngeschwindigkeit durchgeht, bewerten manche andere Spiele als Schleichen.

Irgendwie ist da einfach alles kaputt. Man kann sich nicht per Maus umschauen, denn die Option “Maus verwenden” im Optionsmenü tut überhaupt nichts. Jedenfalls aktiviert sie nicht die Maus. Es gibt dafür massenweise verwirrend belegte Knöpfe, so dass man garantiert immer das falsche tut. Und wenn es das richtige war, passiert es halt eine Stunde zu spät und die Soviet-Schergen sind schon längst im zweiten Akt der russischen Version von “Annie”. Oder sie haben einen erschossen. Je nachdem was gerade der Fünf-Jahres-Plan vorschreibt.

Noch mehr furchtbares Fehldesign gefällig? Wie wäre es hiermit: Man kann nur dann hochklettern, wenn man nicht nach vorne drückt. Wer also glaubt aus dem Lauf heraus einen Stein besteigen zu dürfen, der irrt sich. Immer vorher schön stehen bleiben. Man kann sich vorstellen, wie toll das für den Spielfluss ist.

Und dann stecke ich auch noch fest. Und zwar hoffnungslos. Im zweiten Raum der Demo. Um den Frustfaktor zu maximieren, ist die Demo übrigens ein eigenständiger Level, der so im Spiel nicht auftaucht. Das bedeutet es gibt im Netz keine Lösung dafür. Super, was?

So ein Frust. Ich deinstalliere das Ding jetzt und packe wieder “Emperor’s Tomb” aus. Dann vermöbele ich ein paar Terrakottakrieger und dann geht’s mir wieder besser.

10 Kommentare Autor: Richard
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Der einzig wahre Shooter!

Operation Flashpoint. Geil.

Ich habe mir gestern bei meinem Schwager mal kurz F.E.A.R. angeschaut. Geiler Shooter. Justament also auch wieder Lust darauf bekommen, die ein oder andere virtuelle Waffe abzufeuern. Doch was spielen? Eben genanntes F.E.A.R.? Half Life 2? Quake 4 oder Doom 3? Nein. Etwas intensiveres, realistischeres muss her. Die Entscheidung ist schnell gefallen und wenig später wird Operation Flashpoint auf meinem Rechner installiert.

Sicher, einige wenige werden jetzt fragen, “Operation Flashpoint? Ist das nicht dieses uralte Ding, dass damals schon unglaublich hässlich war?” Zugegeben, Operation Flashpoint ist nicht mehr das jüngste Spiel, und eine Schönheit war es auch noch nie. Aber doch hat es so viele Vorteile gegenüber anderen Shootern:

  • Die Atmosphäre stimmt. Man hat durch die riesigen Areale ein grandioses Gefühl von Freiheit (was jedoch nicht so nach hinten losging, wie bei Morrowind). Man erlebt Kämpfe unglaublich intensiv, weil der erste eingesteckte Treffer auch der letzte sein könnte. Diese Intensität kommt nicht zuletzt von den hauptsächlich verwendeten Farbtönen im Spiel. Nämlich Grün und Braun. Es ist teilweise verdammt schwer, einen Gegner zu erkennen, bevor er das Feuer eröffnet hat.
  • Die Abwechslung stimmt. Per pedes ist zu langweilig? Kein Problem. In Operation Flashpoint klemmt man sich hinter das Steuer diverser Jeeps, Trucks, Panzer, Helikopter und Kampfjets. Sogar ein Trabant kann durch die Pampa gejagt werden. Aber nur eine große Auswahl an Vehikeln macht ein Spiel nicht unbedingt abwechslungsreich. Auch die Missionen verlangen verschiedene Taktiken vom Spieler ab. Mal ist man allein gegen die halbe Sowjetunion unterwegs, mal nimmt man an einem groß angelegten Angriff teil (oder leitet ihn sogar). Von Stealth bis Massenschlachten ist also für jeden was dabei.
  • Das Setting stimmt. Die Geschichte von Operation Flashpoint findet mitte der 80er statt, was mir persönlich sehr gefällt, da ich WW2, Vietnam, Irak oder Ägypten der 20er Jahre nicht (mehr) mag. Das Szenario des kalten Krieges blieb bis jetzt jedoch nahezu unangetastet. Sehr erfreulich.

Also tut euch und wem sonst noch einen Gefallen und kramt doch mal wieder Operation Flashpoint raus; und solltet Ihr es nicht haben, dann holt es euch. Die GOTY-Edition sollte man heute für zehn Euro erstehen können. Man braucht nicht immer Superdiduper-Shader und Megamonster-Mapping, um Spaß zu haben…

P.S.: Die Xbox-Version erschein auch bald.

7 Kommentare Autor: Michl
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Graugrün

Im guten Star Wars Prequel gibt es so eine großartige Montage, wo die Clonetrooper überall in der Galaxie den “Befehl 66″ ausführen und ihre Jedi-Kommandanten umbringen. In kürzester Zeit bereist man zu John Williams großartiger Musik eine Vielzahl von exotischen Planeten und wird Zeuge vom Ende einer Ära.

Allein auf visueller Ebene bietet diese Sequenz mehr Spektakel als ein ganzer Haufen durchschnittlicher Hollywoodsommerspektakelblockbusterfilme zusammen. Als ich die Montage zum ersten Mal im Kino gesehen habe, konnte ich kaum darauf warten, diese aufregenden Welten in den unausweichlichen Videospielen zu erforschen.

Tja, und jetzt ist es soweit. Star Wars Battlefront 2 siedelt diverse seiner Schlachten auf genau diesen Planeten an. Es gibt dabei nur ein Problem.

Sie sehen alle scheiße aus.

Denn in guter alter Videospiele Tradition hat Pandemic es geschafft aus wunderbar individuell und farbenprächtig gestalteten Welten jeweils einen langweiligen monochromen Pixelmatsch zu machen. Gute Arbeit, Jungs!

Man schaue sich mal die Welt Felucia an. Auf der offiziellen Star Wars Seite wird sie so beschrieben:

Felucia was a world teeming with fungal life-forms and immense primitive plants. Much of the planet has a fetid, humid landscape overgrown by forests of bizarre wilderness. Many of the life-forms on Felucia are partially or completely translucent; they color the sunlight as the beams penetrate their skin. Beneath the hazy canopies of the enormous pitcher plants and leafy growths is a surreal color-drenched landscape.

Von color-drenched ist bei Battlefront aber nicht viel übrig geblieben. Außer alles mit graugrüner Farbe zu übergießen zählt auch. Vielleicht hatte Pandemic noch zuviel davon übrig? Großeinkauf für irgendeinen WW2-Shooter gemacht und was übrig behalten?

Jedenfalls ist das bitter enttäuschend. Wobei, das passt zum Spiel. Das ist ja auch nicht sonderlich toll.

2 Kommentare Autor: Richard
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Soul Calibur 3 – Einen Tag später


Gestern, 19 Uhr: Soul Calibur 3 aus dem Briefkasten gefischt, Cola und Bananen besorgt (for Koffein und schnelle Energie) und losgelegt.

Gegen 23 Uhr: Tales of Souls Modus mit den ersten zehn Charakteren durchgespielt. Lizardman und Rock gesellen sich zum Kämpferfeld.

1 Uhr: Cervantes mitsamt Stage freigespielt. Das Piratenschiff rockt die Hütte!

3 Uhr: Durch die ersten Kapitel des Chronicles of Sword Modus gearbeitet. Leicht gelangweilt. Die Barbarendame, die ich mir dafür gebastelt habe, scheint ein leichtes Attitüdenproblem zu haben.

- Kurze Ruhepause -

Heute, 9 Uhr: Konsole an und zurück zu Tales of Souls.

10 Uhr: Arthur, Yoshimitsu und Lavatempel freigeschaltet.

12 Uhr: ToS mit allen regulären Charakteren durchgespielt. Abyss und Olcadan (der Eulenmann) komplettieren den Auswahlbildschirm.

So, jetzt brauche ich dringend was zu essen. Ob das Spiel was taugt? Blöde Frage…

25 Kommentare Autor: Stefan
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