Dieses Jahr war sicherlich eines der unaufgeregten Überraschungen. Eine Menge interessantes Zeug ist passiert, aber keinem ist es so richtig aufgefallen. Bevor wir also die Multimedia-Epoche verlassen und uns ganz auf die neue, ach so viel bessere HD-Ära einlassen, hier ein paar kleinere Beobachtungen aus dem Reich der digitalen Unterhaltung.
Nintendo kann es noch. Nichtspieler zum Spielen animieren nämlich. Hach was haben wir heftig die Stirn in Falten geworfen, als der DS angekündigt wurde. Zwei Bildschirme? Touch-Screen? Mikrofon? Technik auf N64-Niveau? Das wird niemals funktionieren! Hat es dann aber doch, wie selbst ich als bekennender Mario-Hasser inzwischen zugeben muss. Sony hat ein Handheld für Spieler auf den Markt geworfen, Nintendo eines auch für Spieler, und beide sind extrem erfolgreich. Das ist übrigens auch so ein Trend 2005; der Markt für tragbare Konsolen boomt. Ich find’s gut, auch wenn ich mich für keine der neuen Handtaschenkonsolen entscheiden kann.
Film-Adaptionen werden immer besser. In den 80ern und frühen 90ern war die Sache noch klar, drei Viertel des Budgets gingen für die Lizenz drauf, vom restlichen Geld mussten zwei untalentierte Leiharbeiter in drei Wochen ein Spiel für vier verschiedene Systeme stricken. Das Ergebnis: katastrophal, aber meistens für einen lustigen Testbericht gut. Heutzutage kostet die Produktion eines Videospiels so viel wie die eines Hollywood-Films, und bei grossen Filmproduktionen steht die Zweitverwurstung als Spiel schon fest, bevor die erste Zeile des Drehbuchs geschrieben ist. Und die Umsetzungen zu Star Wars, Herr der Ringe oder King Kong können sich durchaus sehen lassen. Umso erstaunlicher, da sich Fans der Filme durchaus mit weniger Qualität zufrieden geben würden.
Wie man’s macht, macht man’s verkehrt. Microsoft hat fleissig Überstunden gemacht, um Spielern auf der ganzen Welt noch vor Weihnachten eine neue Konsole auf den Gabentisch zu stellen. Der Lohn? Undank, was sonst. Der amerikanische und europäische Markt habe zu wenig Einheiten bekommen, der japanische Markt dafür zu viele. Die Xbox 360 sei gar nicht HD, heisst es von “Expertenseite”, denn HD sei ausschliesslich 1080p, und das könne nur die PS3. Das Core System sei ein überflüssiges Idiotenpack, liest man anderenorts, obwohl die abgespeckte Konsole die gleichen Spiele in gleicher Qualität auf den Bildschirm zaubert. Die ganzen neuen Spiele seien nur optisches Blendwerk ohne Tiefgang, so hört man, als ob sich originelle Spiele zu einem Konsolenstart tatsächlich lohnen würden. Und alle 360s würden sofort in Flammen aufgehen, sobald man sie in der Nähe einer Wand lagert. Was lernt der kluge Hersteller aus dem Feedback? Lieber erstmal auf Halde produzieren, bis man genug Konsolen für alle hat und ein Paket aus mindestens 200 Spielen zum Start bereit steht.
2005 ist das Jahr der von der Kamera weg fliegenden Vögel. In sage und schreibe fünf verschiedenen Vorspännen, die ich dieses Jahr gesehen habe, gleitet ein Vogel Richtung Bildschirmmitte, was mich jedes Mal zu einem “Man sagt, er habe magische Kräfte!” inspiriert hat. Mal ehrlich, sind zehn Jahre alte Stilmittel wieder im Trend? Werden wir eine Rückkehr des Lens Flares erleben? Mal abwarten.
Gamecube und Xbox verabschieden sich still und heimlich aus der Konsolenlandschaft. Während mir spontan ein Dutzend hochklassiger PS2-Titel einfallen, die im nächsten Jahr erscheinen, sieht es für die anderen Konsolen düster aus. Der Cube kriegt noch Odama, Baten Kaitos 2 und ein neues Zelda, die Xbox Tomb Raider Legend und, äh, hoffentlich bald auch mal Psychonauts, aber das war’s dann schon fast. Ich meine, irgendwo kann ich’s ja nachvollziehen. Microsoft hat schliesslich eine neue Konsole draussen und Nintendo dominiert auf dem Taschenkonsolenmarkt. Dennoch ist das mangelnde Interesse der beiden Hersteller an ihren zigmillionen Kunden deprimierend. Ich würde mir ja liebend gerne mehr Spiele für den Cube kaufen, denn ich mag die Konsole wirklich sehr, aber der Softwareoutput gibt einfach nichts her.
Es gibt einfach keine guten Grabenkämpfe mehr, jedenfalls da, wo ich mich durchs Transmoweb bewege. Vorbei die Zeiten, als sich Atari- und Amiga-Fans gegenseitig die Köpfe einschlugen und sich seitenweise für den Laien unverständliche “Fakten”-Berge um die Ohren hauten. Heute heisst es “Allard ist blöd” und “Kutaragi hat doofe Ohren”, und das war’s dann schon. Sobald einer mal den Fanboy raushängen lässt, wird er sofort von einem übereifrigen Mod gesperrt. Schade drum.
Also den letzten Trend möchte ich dann doch ganz herlich begrüßen.
Die Xbox wird sicherlich noch eine Weile nützlich sein, weil die ganzen Multiplattformspiele darauf einfach besser aussehen als auf der PS2. Was exklusives wird dafür natürlich nicht mehr geben, das ist einfach nicht in Microsofts Interesse. Und der Cube ist eigentlich nur noch eine potentielle Zeldamaschine. Ich wäre beinahe bei Fire Emblem noch mal schwach geworden, aber dann habe ich gelesen, dass das Spiel 40 Stunden lang ist. Soviel Zeit habe ich im Moment nicht.
Bill O’Reilly und Stephen Colbert haben übrigens angerufen um dich zu deiner exzellenten Bildwahl zu beglückwünschen.
Nintendo kann es noch… ehm… eher die anderen FÜR Nintendo können es. Die meisten Nintendo DS Spiele (ja, es gibt Ausnahmen – z.B. AW:DS) sind doch eher dröger Jahrmarktquatsch bzw. versprühen kaum “Old School” Nintendo-Charme. Muss aber auch sagen, das ich mittlerweile auch gerne einen DS hätte… problematisch aber, da ich auch definitiv eine PSP will (und sei es nur wegen den Capcom-Titeln, bspw. Mega Man X: Maverick Hunter MUSS ich einfach besitzen).
Das Witzige an der 360 Geschichte ist ja, das sie bis zur PS3 wahrscheinlich stabil laufen wird… während die PS3 dann erst anfängt mit Kinderkrankheiten. Und was ich heute so von Lost Odyssey gesehen habe… haua-ha… das war doch recht… BEEINDRUCKEND.
GameCube = nur noch Zelda… mein Cube Softwarebestand verteilt sich auf dem Gebrauchtmarkt… die meisten Nintendotitel taugen nichts (selbst Windwaker hat mich am Ende nur noch genervt/enttäuscht), viele Genres sind dank Cube-Pad nur schwer- wenn nicht sogar unspielbar (Soul Calibur II… HORROR!). Und bei der Zwielicht-Prinzessin warte ich auch erstmal ab… ein zweites Windwaker möchte ich nicht erleben.
Xbox hat doch noch ein paar kleine, aber feine Spielchen zu bieten… Dark Corners of the Earth zum Beispiel. Überhaupt hat mich die Box überrascht, da kam doch mehr Interessantes raus, als ich je erwartet hätte. Habe ich, trotz aller Probleme mit meiner Box (die ich noch immer nicht repariert habe), viel Spass mitgehabt. Und das ich hoffentlich bald meine gesamte Xbox Bibliothek mit auf die Nachfolger-Konsole mitnehmen kann, ist schon ein feiner Kaufgrund!
Ansonsten, ziemlich unspektakulär was in letzter Zeit so Vid-Game technisch passiert… ob das ein schlechtes Omen ist?
Das neue Zelda alleine ist fuer mich ein Grund, in absehbarer Zeit keine neue Konsole zu brauchen. Ich spiele langsam (sprich selten), und bin nch immer dabei, die Gamecube-Titel der vergangenen Jahre aufzuarbeiten, das dauert noch. Bis dahin sind sowohl PS3 als auch Revolution sicher schon lange auf dem Markt.
Ich habe mir ja gerade eine PS2 geholt. Bis ich die Weihnachtsspiele und die ganzen alten PS2 Spiele aufgearbeitet habe, vergeht noch eine ganze Weile. Und danach kann man sich dann mal umschauen was die nächste Generation so her gibt.
Weihnachten bzw. Geburstag werd’ ich mir auch eine MOD-PS2 kaufen. Bislang kam ich ohne aus… aber als alter Prügelspieler komme ich nun nicht mehr dran vorbei (Soul Calibur III, diverse SNK Playmore Titel, SF Anniversary… oh, Mann)
Zu Zelda TP: Ne, ich glaub nicht, dass es ein zweites Wind Waker wird. Es erinnerte mich nachm Anspielen eher ganz stark an OoT und ich glaub Nintendo wirds auch komplett da anlehnen. Is sicher auch mein letztes Cube-Spiel, bis ich den kleinen Racker wohl zu Grabe tragen werde. Vorher muss aber Geist noch unbedingt her.
Ich hab dieses Jahr wohl relativ eindeutig am meisten auf der Xbox gespielt. Wenn man einen PC hat, mag die Konsole vllt nicht so intressant wirken, aber wenn nicht, dann bekommt man mit Half-Life 2, den Halos, Far Cry Instincts oder Doom 3 alleine schon die besten Ego-Shooter exklusiv.
Und noch zu Filmumsetzungen: ich würd nich tendenziell sagen, dass sie besser geworden sind, grad in der 16-Bit-Zeit gabs auch einige nette Film- oder Fernsehserien-Umsetzungen und obwohl Herr der Ringe oder die Star Wars sicher kein Trash sind, fehlt doch meistens die Originalität. “Spiele zu Film” müssten einfach eigenständiger sein und das merkt man nur bei Spielen wie King Kong oder Riddick, die wohl auch so intressieren würden. Und der Rest (=Großteil) ist ja immer noch Bullshit, wie Fantastic Four, Robots oder 3 Engel für Charlie.
Der Trailer verspricht viel… hat allerdings auch dieses Katzenmädchen dabei, und das ist schonmal SEHR gefährlich… sieht nämlich ansonsten sehr düster und für Zelda schon ziemlich heftig aus. Nur halt das Katzenteil… oh, Mann…
Ich brauch’ noch Metroid Prime 2 für Cube, und definitiv Jade Empire für Xbox. Danach kann ich zufrieden in die PS2 Perlen einsteigen… und so wie ich meinen verkorksten Geschmack kenne, werde ich bald in Unmengen an PS2 Spielen sitzen, die niemand sonst auch nur angucken würde (Angriff des 25 Meter Bikini-Babes zum Beispiel!!).
Die LOTR Games sind doch ziemlich durchschnittlich, und vorallem schwer bis unfair… wüsste jetzt nicht, was an denen so besonders ist (obwohl ich beide habe, aber spielerisch haben die mich nicht umgehauen… frusten eher sehr oft). Kong liegt hier rum, habe ich aber noch nicht ausprobiert… sollte ich wohl tun.
Ich hätte gerne ein zweites Wind Waker, eines der besten Cube-Spiele und einer von zwei Zelda-Titeln, die ich jemals durchgespielt habe. Der Grafikstil und die launigen Bootsfahrten haben es mir echt angetan, auf die nervige Schnitzeljagd am Ende hätte ich allerdings verzichten können. Ausserdem sollte sich jemand bei Nintendo mal darüber Gedanken machen, was man ausser grösseren Geldbörsen noch mit den Rupees anstellen kann.
Zum Thema Filmumsetzungen: sicherlich sind die meisten nicht gut im klassischen Sinn, und unsereins kennt natürlich beliebig viele bessere Alternativen. Der Gelegenheitsspieler allerdings, der im Jahr ein oder zwei Spiele kauft und gerne seinen Lieblingsfilm nachspielen möchte, wird heute wesentlich besser bedient als noch vor Jahren. Wenn man sich die Wertungen so ansieht, gibt es beispielsweise kein einziges wirklich schlechtes aktuelles Spiel zum Herrn der Ringe, der Kunde kann also einfach zugreifen und wird für eine ganze Weile gut unterhalten.
Und um den Cube tut’s mir jetzt schon richtig leid. Genau wie das Dreamcast ist er einfach eine prima Konsole, aber ohne Spiele hilft das natürlich nicht viel. Bezeichnend auch, dass Multiplattform-Spiele auf den anderen Konsolen wegen grosser Genrekonkurrenz nach kurzer Zeit verramscht werden, während Cube-Titel ewig lang teuer bleiben. Bah!
Äh… Wind Waker war ja wohl _von vorne bis hinten_ eine einzige Schnitzeljagd.
Mir sind die Konsolen, die momentan auf dem Markt sind, ziemlich Schnuppe. Außer eventuell der DS. Aber da ich ziemlich sicher bin, dass da früher oder später eine verbesserte Version rauskommt warte ich einfach. Gibts da schon Infos drüber? Und die XBox360? Ich wüsste nicht für welches Spiel (mal abgesehen von welchem Geld). Bei der PSP das gleiche. Nintendos Revolution wird sicher interessanter. Außerdem hab ich auf dem NES noch einiges nachzuholen. Und auf dem Mega Drive :)
Objection!
Wind Waker war die meiste Zeit über ein klassisches Zelda. Soll heissen, entweder empfindet man die komplette Serie als einzige grosse Schnitzeljagd, oder eben nicht. Die Triforce Bruchstück-Suche am Ende allerdings war ein grober Designpatzer, wofür sich der Zelda-Oberguru unlängst auch öffentlich entschuldigt hat. Egal, ich fand Wind Waker jedenfalls grösstenteils super.
50% waren klassisches Zelda, die anderen 50% waren “neuartiger” Kram, der irgendwie mächtig “backfired” hat.
Gerade das man sich auf der Welt nur langsam, und nicht “frei” bewegen konnte, hat mich massiv gestört. Die Überfahrten wären nicht so problematisch gewesen, wenn das Schiff einen eigenen Antrieb gehabt hätte, oder die Bootsteuerung nicht so klotzig gewesen wäre, und das man zum Ballern das Segel abbauen musste, war ebenfalls einfach nur dämlich – warum?
Nüchtern betrachtet ist Zelda wirklich nur Items finden, ohne dabei aber den “Item such und finden”-Charme von bspw. Metroid zu erreichen. Denn nicht jedes Item in Zelda bringt auch wirklich was, während in Metroid jedes Item auch Auswirkungen hat, und “Sinn” macht. Zusätzlich hat Windwaker das Problem, das nach erfolgreicher Jagd, immer neue und noch grössere Itemhunts anstehen… das war übelst demotivierend! In den älteren Zeldas war einfach Schluss wenn das “überallem stehende” Ziel erreicht wurde… hier geht’s aber weiter, und weiter… *streck, zehr, gähn*
Für alles was Zelda spielerisch falsch gemacht hat, hat’s aber doppelt bei Stil und Design hingelangt. Ich sag’ mal, das war der coolste Ganondorf der bis jetzt je in einem Zelda aufgetaucht ist… nach dem exzellenten Zelda 64 Ganon waren seine finalen Bossformen aber sehr öde… das allerletzte Duel hat dann wieder gerockt. Anyway, bei Wind Waker bin ich echt hin- und hergerissen… an mein geliebtes Link’s Awakening kommt es aber nicht ran.
Sprachtipp des Tages: “backfire” kann man in dem Kontext prima mit “fehlgezündet” oder “nach hinten losgegangen” übersetzen.
Und Windwecker war super! Interessanterweise fand ich, dass zuviele alte Konventionen drin waren. Mir haben also wohl eher die Teile nicht so gefallen, von denen du am liebsten mehr gehabt hättest.
Link’s Awakening auf dem alten Gameboy ist hervorragend (und übrigens das andere Zelda, das ich jemals durchgespielt habe). Viel besser als Minish Cap, das irgendwie nur mässig war. Aber Wind Waker ist für mich das beste Spiel aus der Serie.
Also Stefan, ne Wind Waker war ja wohl überhaupt kein klassisches Zelda. Allein schon wegen dem Seemans-Setting. Und wegen den ständigen und übertrieben langen, schnarchigen Bootsfahrten und dem Ding, dass man ständig von a nach b und von b nach c geschickt wurde, war WW für mich eben durchwegs ne Schnitzeljagd.
Das ist / war bei den N64- oder auch den 2d-Zeldas anders, weil die einfach kompakter waren, weil sie abseits der Story mehr Charme boten (und auch ansonsten mehr als nur Schätze oder Karten suchen) und weil es viel mehr und viel größere, als auch forderndere Dungeons gab. Ne, also außer der wirklich netten Cel-Shading-Präsentation ist WW für mich in allen Belangen ein großer Rückschritt gegenüber den Vorgängern und definitiv nicht “klassisch Zelda”.
Also in Link to the Past, dem klassischen Zelda überhaupt, ist man doch auch ständig von Pontius zu Pilatus geschickt worden. Ebenso in Minish Cap. Und ob man nun mit Epona durch die Walachei reitet oder mit dem Kahn über den Ozean schippert, macht in meinen Augen keinen grossen Unterschied. Aber ist ja eigentlich auch egal, wir sind uns ja wohl hoffentlich einig, dass Zelda eine hervorragende Serie ist und wir uns nur um Details streiten.
“Hervorragende Serie”. Ja, bis auf Wind Waker. Und klar, wird man auch in den anderen Zeldas rumgeschickt (in welchem Adventure denn nicht?), aber es ist nirgendswo so zäh, langatmig und einschläfernd wie in WW. Vorallem weil ja aufm Meer weder optisch noch sonst irgendwie Abwechslung reinkommt und man ständig vom gleichen Song genervt wird. Ne, das geht gar nich.