Rückblick 2005 – Teil 4 (Shadow of the Colossus, World of Warcraft)

Oops. Mir ist gerade aufgefallen, dass ich über meinen Diplomarbeitsstress komplett vergessen habe die Liste der für mich besten, interessantesten und wichtigsten Spiele des Jahres 2005 zu Ende zu führen. Zwei Ausgaben fehlen nämlich noch. Heute geht es um die sicher epischsten Spiele des Jahres und in der letzten Ausgabe…nein, das verrate ich noch nicht. Bevor es losgeht, noch kurz eine Zusammenfassung der bisherigen Ausgaben:

Psychonauts, Fahrenheit, Far Cry Instincts, Trauma Center, Project Rub, Advance Wars DS, Soul Calibur 3, Mercenaries und Forza Motorsports.

Shadow of the Colossus

Shadow of the Colossus spielt sich ausgesprochen schlicht. Erst reitet man ein bisschen durch die Gegend, um einen Koloss zu finden. Dann rätselt man ein bisschen rum, um herauszufinden, wie man denn nun auf den Koloss drauf kommt. Und schließlich klettert man auf dem Koloss herum und bringt ihn mit Hilfe seiner Schwachpunkte zu Fall. Keines dieser Elemente spielt sich irgendwie besonders neu. Wir sind auch schon vorher durch die Landschaft geritten, haben Rätsel gelöst und sind auf Plattformen rumgeklettert. Auch mit einer komplexen Geschichte kann das Spiel nicht dienen. Um seine große Liebe von den Toten wieder zu erwecken, reist unser Held in ein verbotenes Land, wo ihm die Götter den Auftrag erteilen eine Reihe von Giganten zu besiegen. Das ist mehr eine Prämisse als ein Plot, vor allem weil das Spiel diese Geschichte auch nicht sonderlich weiter spinnt. Mehr als einen Fingerzeig zum nächsten Koloss kriegt man nach einem Sieg nicht präsentiert. Aber trotzdem ist Shadow of the Colossus eins der besten Spiele des Jahres. Das liegt hauptsächlich daran, dass Fumito Ueda einer der wenigen Designer ist, die verstehen, dass Videospiele ein eigenes Medium sind. Als Buch wäre Colossus unendlich langweilig. Als Film würde es zwar mit beeindruckenden Bildern glänzen, aber noch langwieriger und langatmiger sein als King Kong. Als Spiel aber ist es ein majestätisches und tief berührendes Erlebnis, dass es so in keinem anderen Medium geben kann. Und ganz nebenbei beantwortet es auch noch definitiv die Frage, ob Videospiele Kunst sein können. Shadow of the Colossus kommt im Februar auch hierzulande raus. Kaufen.

World of Warcraft

World of Warcraft ist Anfang 2005 rausgekommen. Und wenn ein Spiel schon ein Jahr alt ist und ich es immer noch mehr oder weniger regelmäßig spiele, dann hat es sich seinen Platz auf dieser Liste eigentlich schon automatisch verdient. Ich vermute zwar, dass ich es nicht mehr lange spielen werde, denn ich bin fast Level 60 und der high level content sagt mir nicht so zu, aber ein Jahr ist schon ein erschreckend hohes Haltbarkeitsdatum für ein Spiel, insbesondere wenn man bedenkt, dass ich vor WoW ein MMOG nicht mal mit der Kneifzange angefasst hätte. Warum mag ich es nun trotz meiner Abneigung gegen sein Genre so sehr? Ich denke das liegt hauptsächlich in seiner großartigen Welt begründet. Ich mochte schon immer Spiele, die ihre eigene Welt definieren und den Spieler darin leben lassen. Und selten hat ein Spiel eine so überzeugende Welt gehabt wie WoW. Grafisch ist das Spiel sowieso über jeden Zweifel erhaben, aber auch historisch und kulturell wirkt die Welt wie aus einem Guss. Jedes Volk hat eine eigene Kultur, jedes Gebiet seine eigene Geschichte und alles wirkt irgendwie voneinander abhängig. In gewisser Weise habe ich World of Warcraft so gespielt, als wäre es das längste Einzelspieler-Rollenspiel aller Zeiten. Es ging mir nie darum Erfahrungspunkte zu sammeln, dicke Waffen zu besitzen oder Anführer irgendeiner Gilde zu werden. Ich wollte einfach nur die wunderbare Welt erforschen. Und so werde ich das Spiel wohl auch nicht aufgeben, weil ich Level 60 bin, sondern eher weil ich alles gesehen habe, was es zu sehen gibt. Zumindest bis die erste Erweiterung raus kommt.

6 Kommentare Autor: Richard

6 Kommentare

  1. “aber noch langwieriger und langatmiger sein als King Kong”
    Du sprichst mir aus der Seele! King Kong war so, war so… langatmig!

  2. Ihr seid alle komisch.

  3. Musst du gerade sagen.

  4. Also, als Fan von Monsterfilmen und angehender Medienwissenschaftler muss ich zustimmen, King Kong war…langatmig. Außerdem fehlte ihm der Peter Jackson touch. Und World of Warcraft rockt. Ich hatte allerdings das selbe Problem wie du (bekloppte Community) und wollte deswegen als Gegenpol eine Pen&Paper Rollenspielrunde mit meinen Kumpels anregen. Bei der 3. Sitzung haben sie mir gesagt das sies hassen. Archlöcher…

  5. WoW war IMO der einzig WIRKLICH wichtige Titel 2005, ich habe es auch ein 3/4 Jahr lang gespielt. Und das ist heutzutage, wo die langen Spiele schon nur 10 Stunden haben, wirklich was ganz Besonderes.

    Und auch der “Videospiele sind Kunst”-Award könnte WoW für seine Welt verdienen… ich meine, die Welt liebt Tolkien für seine historisch-echt anmutendes Mittelerde… dabei finde ich, das WoW mindestens genauso glaubhaft und ausdetailliert ist. WoW herscht, und wenn die Expansion rauskommt, werde ich es wieder auspacken… für’s erste habe ich aber von Endgame-Itemhatz die Nase voll.

  6. noch was zu “shadow of the colossus”:
    ttp://arkadysimkin.pl/Siberian_Ice_Giant.wmv

    sony-promo? gerade erst gefunden.