
Im Jahre 1961 entwickelte der Psychologe Stanley Milgram ein Experiment, das berühmt werden sollte. Inspiriert vom Gerichtsverfahren gegen Adolf Eichmann, wollte er herausfinden, wie Willens der Mensch ist Befehlen zu folgen, auch wenn diese in Konflikt mit seinem Gewissen stehen. Das Experiment sah wie folgt aus:
Er suchte per Anzeige nach Probanden und erzählte diesen dann, dass er ein Experiment über die Auswirkung von Strafe auf das Lernen durchführen würde. Die Probanden wurden einer anderen Testperson vorgestellt, die aber in Wirklichkeit ein Schauspieler war. Dieser Schauspieler soll im Experiment der “Schüler” sein und die eigentliche Testperson der “Lehrer”. Dem Lehrer wurde jetzt gesagt, dass er dem im Nebenraum sitzenden Schüler per Mikrofon Fragen stellen soll. Jedes Mal wenn dieser eine Frage nicht oder falsch beantwortet, dann soll der Lehrer ihm per Knopfdruck einen Stromstoß verpassen und dabei die Stärke des Stroms jedes Mal erhöhen. Die Maschine für die Stromstöße war dabei von “harmlos” bis “tödlich” beschriftet. Jawohl, tödlich. Im Raum mit dem Lehrer saß nun ein weiterer Schauspieler, der mit weißem Kittel einen Wissenschaftler gespielt hat und den Lehrer immer wieder aufgefordert hat, das Experiment fortzuführen.
Das Ergebnis war erschreckend, denn obwohl der “Schüler” nach einer Weile anfing zu schreien und irgendwann aufhörte Geräusche von sich zu geben, verpassten weit über die Hälfte aller Teilnehmer ihm einen tödlichen “Stromstoß”. Die meisten waren damit sichtlich unglücklich, haben den Aufforderungen des “Wissenschaftlers” aber gehorcht.
Warum erzähle ich euch das alles? Na ja, irgendwie erinnern mich Videospiele manchmal an dieses Experiment.
Sehen wir den Tatsachen mal ins Auge. Bei einer großen Anzahl von Spielen muss man Gewalt gegenüber Menschen ausüben. Das ist etwas, dass eigentlich mehr oder weniger gegen unser Gewissen sein sollte. Zumindest ist es gegen meins. Häufig schreien die Leute dabei sogar, was gerade mir immer ein flaues Gefühl in der Magengegend verursacht. Und fast immer bekommt man den Auftrag für diese Gewalttaten von einer Autoritätsperson. Jemand mit herb-männlicher Stimme, in Uniform und mit blitzenden Orden auf der Brust drückt einem eine Waffe in die Hand und teilt einem mit, wem man in der nächsten Mission alles eine Kugel zwischen die Augen zu drücken habe.
Und wir gehorchen brav, reden uns dabei ein, es sei für einen guten Zweck (“böse Terroristen!”), und schlucken den schalen Beigeschmack einfach runter. Ist ja alles nur Spaß. So ähnlich müssen die Testpersonen von Milgram auch gedacht haben: Der Mann im weißen Kittel wird schon wissen was er da macht. Am Ende ist halt er verantwortlich. Ist ja für einen guten Zweck (“die Wissenschaft!”).“
Ich habe ja nur getan was man mir befohlen hat.
Man kann jetzt natürlich argumentieren, dass diese Spiele einem nicht wirklich eine Wahl lassen. Schließlich kann man dem Mann in der Uniform nicht sagen “Ach Mann, immer diese Gewalt. Warum können wir das nicht friedlich lösen, Alter?”. Wenn wir den Gegnern keine Kugel in den Kopf jagen, geht das Spiel halt nicht weiter. Aber das ist Augenwischerei. Schließlich kann man den Mann einfach abschalten. Mit dem großen runden Knopf auf der Konsole.
Und wisst ihr was? Das ist ein gutes Gefühl.
Probiert’s mal aus.
Also ich dringe immer noch nicht so ganz zum Kern von dem vor, was du damit sagen willst. Ähnlich wie bei deinem letzten Beitrag über Sam Fisher.
Wenn man dieses durchleuchten von Videospielen auf andere Gebiete ausweitet, dann komme ich schnell zu dem Punkt, dass quasi alles einen Hintergrund hat, den man “Leiche im Keller” nennen kann. Videospiele machen exessiv gebrauch von Gewalt, Cowboyfilme verherrlichen die Vertreibung der Indianer, Rockmusik gibt es nur weil es mal Sklaverei gab, mein Kaffee am Morgen wurde wahrscheinlich von unterbezahlten Südamerikanern geerntet, kommt der schöne Diamantring aus einer kongolesischen Mine mitten in Bürgerkriegsland? Etc, pp;
Sicherlich macht es Sinn darüber nachzudenken, was man da eigentlich gerade auf dem Bildschirm tut, aber in erster Linie reflektieren Videospiele, genauso wie alle anderen Unterhaltungsmedien, was gerade so in der Welt abgeht. Ein nicht unerheblicher Teil davon ist nun mal Gewalt.
Ich glaube mich irritiert wie sehr Videospiele autoritätsorientiert sind. Irgendwer sagt dir, was du machen sollst, und du machst es brav. Selbst bei Knuddelspielen wie Sly ist das so, auch wenn da der Befehlsgeber eine kleine grüne Schildkröte ist. Eigentlich sollten Videospiele anders sein. Ich sollte eine Wahl haben, ich sollte entscheiden, was ich mache.
Und Thema “Leichen im Keller”: Inzwischen klagen Cowboyfilme die Vertreibung der Indianer doch eher an, eben weil sich Leute darüber Gedanken gemacht und sich beschwert haben. Kaffee kannst du auch fair gehandelt kaufen. Und viele Leute verzichten auf Diamanten, weil da fast immer Krieg oder Ausbeutung dahinter steckt. Man kann natürlich solche Problematiken auch ignorieren, aber dann ändert sich nichts.
Deswegen liebe ich Morrowind… da kann ich nach Herzenslust das tun wozu mir lustig ist. Ich brauche niemanden töten (das erledigen Wachen für mich), und kann bis an das Ende meiner Tage in der Wildnis von Pilzen und Wasser leben.
Allerdings, inwieweit kritisierst du denn alle Genres mit deiner Aussage? Wenn man nicht auf Details achtet, bekommst du auch in einem Puzzle-Spiel gesagt, was du zu tun hast und bekommst ausserdem nur eine limitierte Anzahl Hilfsmittel um diese gestellte Aufgabe zu lösen. Frei entscheiden kannst du also auch dort nicht. Sicherlich stirbt dabei niemand, aber du wirst doch genauso voran getrieben wie in dem oben beschriebenen Experiment.
Selbst das sehr freie Second Life ist nicht endlos frei, weil du eben auch dort nicht immer die freie Wahl ist.
Ich gebe dir aber vollkommen Recht, die momentane Gewalt- und Kriegsspiel-Welle die einzig und allein nur Selbstzweck ist (ein abstraktes Spiel bringt halt die Supergrafikpower nicht so rüber) nervt. Und viele merken es nicht einmal, bzw. denken nie darüber nach. Und selbst wenn sie darüber nachdenken, dann kommt meist keine Schlussfolgerung.
Wie sieht es mit Morrowind aus?
Wenn du die Absicht hast kannst du die Storyline komplett ignorieren.
Die Bevölkerung in den Dörfern reagiert sowie auf deine guten als auch schlechten Taten, so das du dir zweimal überlegst ob du eventuell einen Laden ausraubst. (Und du schnell genug vor dem Wächter mit dem Schwert flüchten kannst.)
Das von dir angesprochene Problem, Richard, geht mir schon seit geraumer Zeit auf den Zeiger.
Immerhäufiger frage ich mich bei Spielen warum zum Geier ich eigentlich den Typen da vor mir umbringen sollte. Was hat er mir virtuell oder nicht, eigentlich getan? Ist er überhaupt ‘böse’?
Einen Mafiaboss umzubringen ist kein Problem, auch einen feindlichen Soldaten in Notwehr zu erschießen ist für mich nichts besonders aber spätestens wenn ich einen unschuldigen Polizisten töten soll um weiter zu kommen (Stichwort Splinter Cell) oder noch schlimmer wenn ich einen Verbündeten gefangen bei lebendigem Leibe verbrennen soll (God of War) hört endgültig alles auf und ich verabschiede mich freundlich von dem Spiel.
Ich werde wohl langsam alt…
Einen unschuldigen Polizisten in Splinter Cell töten? Welcher Teil und welche Stelle war denn das? Pandora Tomorrow habe ich gerade durchgespielt, der Teil kann’s nicht sein.
Dass Videospiele autoritätsorientiert sind liegt aber auch in der Sache selbst: Spiele brauchen Regeln. Auch Morrowind unterliegt diesen schlussendlich.
Mir ist durchaus klar, worauf Du hinaus willst, Richard, und ich finde diese Diskussion ungemein spannend – letztlich ist ein Ausbrechen aus dem vorgegebenen Rahmen aber nicht möglich, Cheats, Speedruns etc. mal ausgenommen.
Für mich stellt sich daher eher das Problem, in welcher Umgebung ich dieser Autorität zu gehorchen habe, weshalb ich mich Kriegsspielen mittlerweile konsequent verweigere, ganz einfach darum, weil ich mir von einem Militärarsch keine Befehle geben lassen will. Wenn ich hingegen den Weisungen des Drill-Instructors in Psychonauts Folge leisten muss, habe ich damit kein Problem.
Wiederum gibt es Spiele, in denen bedingungsloser Gehorsam einfach zum Spiel gehören MUSS, sei es aus Gründen der Athmosphäre, des Gameplays, whatever. Und jetzt lehne ich mich ganz weit aus dem Fenster: Manhunt schafft es meiner Meinung nach perfekt, dem Spieler absolute Abhängigkeit vom Vorgesetzten (in diesem Fall der “Regisseur”) zu vermitteln, ihn in einen Sog aus Gewalt und Knechtschaft zu ziehen, ihm keine Wahl als totale Gehorsamkeit zu lassen und ist somit für mich persönlich eines der ehrlichsten Spiele der letzten vier Jahre.
Klar, wünscht man sich, dass Videospiele so sein sollten, aber meiner Meinung nach sind Videospiele einfach noch nicht soweit, dass sie einem diese Freiheit geben könn(t)en. Spiele funktionieren weiterhin Linear, auch wenn sie besonders offen oder so enwickelt worden sind. Trotzdem agiert man als Spieler immer nur innerhalb der vom Entwickler bereitgestellten/vorgesehenen Handlungsoptionen.
Und um zurück zum Autoritätsproblem zu kommen: Spielen greifen auf Autoritätsfiguren zurück um den Spieler innerhalb der “freien” Spielwelt wieder auf den linearen Weg (zum Ziel) zu bringen. Ich denke, dass ist das weniger ein ethisch/moralisches Problem, sondern spiegelt einfach die Unfähigkeit der Spieleentwickler eine Story (die nicht gut/originell sein muss) gut zu erzählen. Denn in einer gut erzählten Story müsste nicht auf eine Figur zurückgegriffen werden, die dem Spieler aufträgt was er zutun hat, sondern der Spieler würde sich auch so der Spielfigur entsprechend verhalten.
Es gibt halt keine neuen Konzepten in der Spieltechnik, außer linearen Verlauf.
Ein Vorschlag: der Gegensatz zu “linear” ist “chronologisch”.
D.h. die Handlung dreht sich um einen Punkt herum bis ein bestimmten Zustand erreicht wird. Dann erfolgt ein Sprung zum anderen Punkt nur eine Stufe höher usw.
So was gibt es in der Philosophie, nicht in den Videospielen, leider. Denn in diesem Fall bräuchten wir keine Schlüsseln, unsinnigen Rätzel und Waffen, um weiter zu kommen. Keine Waffen -keine Gewalt.
Also generell finde ich es gut, dass über das Thema schreibst, aber wieso lässt du es einfach nicht bleiben? Dann spiel halt was anderes. Action funktioniert halt so. Sicherlich kann man das Szenario verschönern, aber anscheinend will das ja niemand. Die Leute kaufen die Spiele, genauso wie Terminator auf Platz 1 der Kino Charts landet. Action war noch nie ne helle Leuchte was Hintergrundstory und politische Korrektheit und und und angeht.
Kriegsspiele werden am Fließband produziert! Warum? Weil es da draußen Leute gibt die es kaufen. Warum macht 50 Cent einen Film? Weil es Leute gibt die das sehen wollen! Will ich das? Nein! Also lass ich die Finger davon.
Du regst dich darüber auf bzw. diskutierst darüber. Das ist OK, aber ändern wird sich an der Sache nix. Was erwartest du denn?
Wenn jemand ein Spiel spielt ala Splinter Cell, dann kommt es darin vor, dass nicht alles moralisch korrekt ist. Und? Soll ich etwa als Sam Fisher Diskussionen führen? Ich will Action und kein Gelaber. Willst du jetzt auch Contra aus alten Zeiten verurteilen? Da könnte man sich auch die Frage stellen: “Toll, warum habe ich denn nicht die Wahl das Level auch nur ohne einen einzigen Schuss abzugeben zu beenden”?
Vielleicht bin ich ja ein dummer Spieler wie alle anderen Millionen da draußen, aber wenn ich mir ein Action Spiel zulege, dann weiß ich wohl aus Erfahrung das es wohl nicht ganz korrekt zu gehen wird in diesem Spiel.
Kannst mal meinen Opa fragen, der fand das bestimmt ganz ganz toll, was Adolf so alles gemacht hat. Am Ende war als Soldat im Krieg. Das wollte er nicht, aber hatte er eine Chance? Sorry das ich so abschweife, aber wenn du das Experiment mit Videospielen vergleichst dann ist das genauso unkorrekt. Du entscheidest für dich alleine ohne irgendjemand anderem was du spielen willst. Aber genug gelabert, schließlich schreibst du ja am Ende, dass du wohl zukünftig die Konsole auslassen wirst…
suicide, hast du meinen Beitrag überhaupt gelesen? Ich rufe darin sogar dazu auf, es einfach sein zu lassen. Und erwähne auch, dass ich das sogar praktiziere.
Nebenbei hat Terminator so einiges zu sagen, z.B. über die sich manchmal zum Selbstzweck entwickelnde technische Entwicklung, welche der Mensch häufig weit weniger unter Kontrolle hat, als er glaubt. Dies ist ein immer wiederkehrendes Motiv in James Camerons Filme, man darf das also definitiv als absichtliches Thema des Films verstehen. Terminator ist nicht nur ein Klassiker, weil die Action stimmt, sondern weil sie auch in einem halbwegs intelligenten Kontext steht.
Und schließlich: Diese autoritätsbezogenheit von Videospielen beschränkt sich in keinster Weise nur auf Actionspiele, insofern weiß ich nicht warum du spezifisch nur mit diesen argumentierst.
Das ganze läuft irgendwie darauf hinaus, das alle Spiele in denen irgendwie Gewalt vorkommt ultra böse und unmoralisch sind…. das kanns auch nicht sein. Ich hab kein Problem mit spielen in denen Gewalt vorkommt, solange das Spiel sich selbst nicht so ernst nimmt und nicht darauf aus ist möglichst “realistisch” zu sein. Also nach meiner Definition sind dadurch zum Beispiel Shooter wie Quake oder Unreal (ja sogar das ziemlich derbe Urgestein Duke3D) gut und Sachen wie “Tom Clancy: Irgendwas” oder “yet another WW2 Spiel” (die sich als realistische Simulationen sehen) böse. Meiner Meinung nach sind diese Spiele auf Leute ausgerichtet, die sich ganz unabhängig von Computerspielen schon leicht von Waffen oder Krieg begeistern lassen (also nicht unbedingt die hellsten :P). Es kann durchaus sein, dass die “bösen” Spiele auch Spass machen. Jeder muss halt selber abwägen, wann es ihm zu blöd wird irgendwelche “Waffen und Soldaten sind cool”-Spiele zu spielen.
Intelligenten Inhalt bei Terminator? Na..ja! Das ist nur Mittel zum Zweck. Terminator ist ein Action- und kein “ich red dir ins Gewissen, VORSICHT!!! die KI ist nicht zu unterschätzen Film.” Wieso redet Arnie nicht mit den Leuten und versucht den Konflikt in einer Debatte zu lösen. Pfff, will ich das sehen? Nö! Will ich mich in Videospielen durch Dialog Menüs klicken? Nö, außer es ist ein Adventure o.ä.!
Ob ich deinen Artikel gelesen habe? Ja natürlich, aber ich bin nicht deiner Meinung. Und ja, ich sehe deine Empfehlung zum unterlassen. Aber irgendeinen Grund wird es schon haben das wir hier diskutieren.
Warum ich auf Action Spiele komme? Es liegt wohl daran, dass ich beeinflusst wurde durch die vorherigen Kommentare und durch deinen Sam Fisher Artikel. Aber ich kann auch über Tetris sprechen und die Frage in die Runde werfen, ob die unten liegenden Blöcke leiden müssen, da all ihre Kollegen auf ihnen liegen!
Oder ich beschwer mich über GTA, warum diverse Konflikte im Spiel trotz der Größe und Vielfalt nicht mit einem Blumenstrauß zu regeln sind.
Doch, das ist Terminator sehr wohl. Du bist natürlich herzlich eingeladen das zu ignorieren.
Ich schliesse mich ThreeDude an. Spiele brauchen Regeln. Wie da welche Regeln bestimmt werden, liegt immer im Ermessen der Designer – und leider auch der Publisher. Denn letzten Endes ist die “gute, alte Zeit”, in der ein Mann noch selbst ein Spiel proggen und auf den Markt bringen konnte, aus und vorbei. Heute sitzen da EA und Konsorten, kaufen auf, was das Zeug hält, und zwingen somit die Developer, sich in Richtung A oder B zu bewegen. Bestes Beispiel: Origin Systems (Frieden ihrer Asche) oder Sierra On-Line.
Interessante Ansätze zu “regelfreien” Umgebungen gibt es allerdings auch. Sims/Sims 2 (auch EA, ich weiss, aber halt durch den Maxis-Einkauf) zum Beisiel. Klar hast Du da bestimmte Handlungsrahmen, in denen Du Dich bewegen kannst – aber nur, weil Familie Schlömpel theoretisch auf den Pott gehen kann, heisst das nicht, dass sie’s auch wirklich MÜSSEN. Das Spiel ist dann zumindest nicht vorbei.
Der Handlungsfreiraum wird auch eigentlich nur von den Möglichkeiten der Engine bestimmt und lässt sich allein vom Programmiertechnischen her nicht auf “Du kannst machen, was Du willst” festlegen. Denn selbst bei einem absolut non-linearem Handlungsrahmen wie bei Fable bewegt man sich trotzdem noch immer in den Möglichkeiten der Engine. Als dreckiger Barbar provokativ die Klabusterbeeren vom Hintern kratzen? Keine Chance! Verschiedene Ingredienzien zu chemisch korrekten Gemischen verbinden? Niemals! Der tapfere Held sähe mit schnieken Sneakers voll fett aus? Mag sein, aber sogar aus zweierlei Gründen unmöglich: Engine & Setting.
Übertragen wir den Wunsch nach absoluter Freiheit auf herkömmliche Brettspiele, könnte man auch kein Monopoly mehr spielen. Kein Fang den Hut, kein Spitz, paß auf. Puzzles müssten beliebig kombinierbar sein und würden allen Reiz verlieren, abgesehen davon, dass das gar nicht umsetzbar wäre (merken: LCD-Puzzle erfinden). Ein Spiel braucht also zwingend ein Setting auf Grund der Authentizität – und auch eingeschränkte Möglichkeiten, um im Rahmen des spielbaren zu bleiben. Immerhin kauft man sich einen “Shooter” nicht unbedingt, um dort eine Sozialstation für angeschossene
TerroristenRoboter und Aliens einzurichten. Ebenso kaufe ich mir kein RailRoad Tycoon mit der Erwartung, dort auch eine LKW-Spedition bauen zu können – oder dort womöglich GTA-mässig durch die Welt zu düsen, etc.. Bei Indiana Jones III konnte man die Nazis eben auch nicht erschiessen, nur umboxen.Aber ich will auch nicht zu sehr vom Thema abweichen. Der Satz Ich habe ja nur getan, was man mir befohlen hat stammt übrigens auch größtenteils aus dem Nazi-Regime bzw. aus dem daraus resultierenden Szenario. Und WENN man spielt – egal, welches Spiel das auch sein mag, am Computer oder auch regulär am Tisch – dann unterwirft man sich immer dessen Regeln. Und wem diese nicht gefallen, der MUSS es ja nicht spielen. Diese Wahl hat man letzten Endes immer selbst.
Ein interessanter Ansatz auf Spielerfreiheit dürfte übrigens Will Wright’s kommendes Projekt Spore sein. Da gibt es weder Regeln noch Handlungsrahmen. Trotzdem weiss ich schon jetzt, dass das Game durch die Engine in seinen Möglichkeiten eingeschränkt sein wird. Ebenso wie das menschliche Gehirn in seinen Möglichkeiten eingeschränkt ist. Ich würde auch gern Telepathie ausüben oder fliegen können. Aber leider muss ich mich an die Regeln (der physikalischen Engine?) halten. Ich könnte mich natürlich auch abschalten – aber das wäre in dem Falle zu einfach. *g* ;-)
Richard, ich kann mich deiner Meinung nur voll und ganz anschließen. Man könnte auch sagen…die Mehrheit der Spieler lassen sich lieber herumkommandieren, warum wohl sind Millitärshooter so erfolgreich…vor allem in den USA, als selbst Ihren Kopf anzustrengen. Und die gesamte deutsche Videospielpresse reflektiert sich selbst in keinster Weise mehr zum Thema Gewalt. Früher gab es noch vereinzelte Aufschreie a la schon soviel Gewalt…ja muß das denn sein…Erkennbar das ganze an der Art und Weise wie Titel wie “Hitmann” getestet wurden. Beim ersten Teil gab es noch vereinzelt Kritik ob der moralischen Fragwürdigkeit dieses Titels, bei dem man einen Auftragskiller spielt. Doch spätestens beim zweiten Teil wurde die Fragwürdigkeit mit dem Argument “…man tötet ja nur andere böse Jungs” entkräftet. Man könnte auch sagen…Hitman war der Wegbereiter für GTA und andere Spiele von Rockstar wie das traurige Manhunt. Besonders heuchlerisch dabei…in God´s own land gab´s einen Riesenskandal, weil ein inoffizieller Patch die Frauen im Spiel quasi auszog, aber das man am Boden liegende Personen auch noch weiter mit Füßen tracktieren kann, und man dafür auch noch ein paar Extra Dollar bekommt, darüber regt sich keiner dort. Übrigens…auch in D. hat sich die Spielepresse nur über die Amerikaner, aber nicht über die Gewalt im Spiel aufgeregt. Manche Presseorgane verglichten GTA4 sogar mit einem Tarantino Film. Ehrlich gesagt…ich erkenne nicht den künstlerischen Anspruch in GTA. In KillBill schon.
Worauf ich hinaus will? Ganz einfach. Setzt euch mal hin, schaltet eure Geräte alle ab und denkt mal drüber nach was ihr eigentlich so spielt und warum.
Mir machen solche Sachen wie Zoo Keeper oder Paper Mario mittlerweile mehr Spaß als alle Doom´s GTA´s oder CoD, MoH´s zusammen. Und ich spiele schon seit 20 Jahren.
Das Amis und die deutsche “offizielle” Spielpresse nun wahrlich kein Masstab für irgendwas sind, ist ja wohl schon seit längerem klar.
Um mal einen anderen Aspekt zu beleuchten, WW2 Shooter wären für mich plötzlich interessant wenn sie zwei Dinge hätten:
a) glaubhafte Szenarios. Unter glaubhaften Szenarios stelle ich mir vor, das Waffenschäden sinnvoll realistisch umgesetzt werden – ein Kopfschuss, ist ein Kopfschuss. Da hilft kein Medipack mehr (oder dieses hirnige HP-regenerieren). Auch will ich nie wieder diesen Bruckheimer-All Out War-Hollywood-Scheiss sehen. Das Szenario müsste die Angst, den Wahnsinn, allgemein mehr Gefühl vermitteln. Dinge dürften nicht immer nach script laufen. Es darf sich nicht gleich spielen. Meine Mitstreiter sollten fast RPG-like einen Charakter entwickeln (ich stell’ mir das so wie Jagged Alliance vor), und wenn sie tot sind… dann war es das. Ein Toter kommt nicht wieder. Auch im nächsten Level nicht. Und wen der Spieler stirbt, dann ist das Spiel auch endgültig zu Ende. Ich habe dann die Rückkehr in die Heimat nicht erlebt, wie zig Millionen andere Menschen auch.
Punkt b) Mehrere Standpunkte, eine Geschichte. Warum spielt man immer und immer wieder nur die Amis bzw. Allierten? Weil niemand verstehen will, warum die Wehrmacht Soldaten gehandelt haben, wie sie handelten. Einfach nur “Nazis abballern, ey geil”! Das ist schön einfach. Aber die Gründe und die Angst der deutschen Soldaten vermisse ich in allen aktuellen Spielen. Gleiches gilt auch für Spiele mit “Terroristen”, gut aufgearbeitet könnten sie vielleicht einigen Spielern Dinge klar machen, die die Propaganda-Nachrichten auf CNN und Fox verschweigen.
Ich könnte mir gut Levels vorstellen, in denen man in Guantanamo Bay beim foltern dabei ist – und man plötzlich selbst in der Situation ist, zu entscheiden ob man “mitmacht” oder nicht. Oder einfach mal ein Level in dem nicht geballert wird, sondern man nur 10 Minuten lang durch eine zerbombte Stadt fährt, und weinende Frauen und verstümmelte Kinder die Strassen säumen.
Mal die wirkliche, dreckige Seite des Krieges zeigen… es ist doch kein Wunder das alle so geil auf die Ballerspiele von heute sind. Ich meine, da fühlt man sich wie der King. Man zeigt’s Scharen von Gegner, das eigene Team sind alles Doofköppe, dann zerlegt man im Alleingang erstmal ganze Panzer Battalione, fliegt noch ein bisschen rum, bombt ein paar Lager aus und am Schluss gibt’s ne fette Cutscene in der Churchill dir ‘nen Orden anheftet und dazu tönt epische Musik mit ein bisschen Marschgetrommele versetzt. Und ohne es zu merken, ist man kriegsgeil.
Würde man bei GTA sehen, das die eben umgekillte Oma irgendein Einzelschicksal hatte, wer würde sich da noch über die 20 Dollar freuen, die man ihr mehr rausgeprügelt hat.
Der ganze Actionscheiss leidet im Moment einfach zu sehr an der ganzen Oberflächlichkeit, wie du schon festgestellt hast. Und daran wird sich auch nichts ändern, denn ausser mir kenne ich niemanden der das oben von mir vorgeschlagene WW2 Spiel auch nur ansatzweise näher testen möchte. Die eine Hälfte begreift gar nicht um was es geht, und fragt nur nach der Ausrüstung der Deutschen und ob es auch Mulitplayer geben würde und die andere Seite will es nicht spielen, weil es ihnen zu emotional ist und einfach nur ballern nicht mehr drin ist.
Mal wieder alles ein bisschen konfus und lang… sorry.
Das ist doch alles Geschmackssache. Viell. will ja auch jemand von seinem stressigen Beruf etc. einfach abschalten und genießt es das er ala Hitman Aufträge auf skurrilste Art&Weise erledigt. Eigentlich wurde es schon oft genannt: “Man muss ja nicht spielen”. Bleibt doch jedem selber überlassen. Dann spielt doch Mario&Co. Wir leben in einer Spaßgesellschaft und wenn die Spieler sich mit ihrem Ego identifizieren und aufgrund einer Missionsbeschreibung Leute umbringen müssen, dann finden die meisten das OK. Nicht weil sie gerne Krieg spielen, CIA Agenten wären oder Leute überfahren, sondern weil sie einfach mit dem Grundgedanken “ich spiele ein Spiel” an die Sache rangehen. Eigentlich waren Spiele schon immer so. Alleine der Grafikfortschritt macht die Sache zur heißen Diskussion. Wenn früher bei Barbarian Köpfe rollten, regte sich niemand nur halb so darüber auf wie jetzt. Vielleicht doch und ich war zu jung um das zu verstehen. Aber so etwas juckte mich in diesem Alter wahrlich nicht.
Ich ziehe meinen Hut vor dir Richard, da du es immer schaffst mit eigentlich banalen Dingen oder anders ausgedrückt: mit Hintergedanken, die “Massen” aufgrund der vielen Kommentaren zu begeistern. Es ist gut das bestimmte Themen angesprochen werden und das macht die Diskussion letztendlich aus.
Für mich ist die Sache klar: Ein Spiel ist ein Spiel. Ich bin ein doofer, linear verliebter Spieler, der sich bei einer Runde weder mit dem Ego identifiziert noch Gedanken über irgendwelche virtuelle Verluste Gedanken macht. Ich will einfach nur Spaß haben. Ist mir etwas zu krass, lass ich es links liegen. Und egal welches Spiel wir spielen, wir sind immer Marionetten der Entwickler. Mit wie vielen Seilen wir ausgestattet werden entscheiden nicht wir. Kasperle kann sich dagegen nicht wehren, aber wir. Wer nicht will macht aus und geht auf die Barrikaden. Alle anderen schalten ein und genießen. Das war’s für heute. Gute Nacht!
Aber mal angenommen, ein Experimentteilnehmer wüsste, dass es sich beim Schüler um einen Schauspieler handelt, dass keine echten Stromstöße ausgeteilt werden, dass alles nur Show, Schall und Rauch ist… wie kann in diesem Fall ein Gewissenskonflikt entstehen? Zeugen Schuldgefühle ohne Schuld nicht eher von einem beängstigenden Anflug von Realitätsverlust? Ich bin KDV und wenn mir im Zivildienst befohlen wurde, jemanden auf dem Boden schlafen zu lassen, dann habe ich die Person trotzdem ins Bett getragen. Feierabends habe ich dann ohne Gewissensbisse meine Freunde erschossen. Ich halte das für sehr gesund.
Also die Maschine hatte nicht wirklich eine “tödlich” Beschriftung. Viel mehr konnte man die Voltanzahl einstellen. Angefangen hat man bei 15 Volt und die Spannung wurde mit jeder falschen Antwort um 15 erhöht. Ab 300 Volt klopfte das angebliche “Opfer” gegen die gemeinsame Wand. Danach verstummte sie und gab keine Antworten mehr. Die Testperson wurde trotzdem weiter angehalten die Spannung zu erhöhen. 26 von 40 Testpersonen gingen dabei bis zur Maximalspannung von 450 Volt… Das war zumindest der ursprüngliche Versuch. Es gab noch viele andere Konstellationen mit unterschiedlichen Resultaten.
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Ich verstehe noch nicht ganz worauf die hinaus willst Richard. In meinem Kommentar zum vorherigen Posting sagte ich, dass ich glaube du würdest in dem Artikel zwei Dinge sagen.
1) Wir hinterfragen diese Spiele nicht.
2) Man sollte diese Spiele nicht spielen.
Zweiteres hast du im dann folgenden Kommentar verneint.. um es jetzt doch wieder mit zu implizieren. Also was denn nun?
Kurz nochmal zum Splinter Cell.. kurioserweise soll der neue Teil mehrere moralische Entscheidungen vom Spieler erwarten: In einer Szene wird Sam Fisher, der eine Terrorzelle infiltriert hat, aufgefordert als Treuebeweis einen unschuldigen Zivilisten, der in der Ecke wimmert, zu töten. Der Spieler hat selber die Wahl, ob er der Aufforderung nachkommt oder die Konsequenzen eingeht. In gewisser Weise nähert sich SC damit ein bisschen Deus Ex an, welches zwar auch ziemlich linear war, aber zumindest ein paar Mal eigene Entscheidungsfähigkeit vorgegaugeln konnte.
Insgesamt natürlich ein Tropfen auf den reaktionären Stein, aber zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Sowas ähnliches – in klein – gab es übrigens auch schon im zweiten Teil, als man entscheiden musste, ob man dem Befehl von Lambert (sp?) nachkommt und eine eigentlich befreundete Agentin erschiesst.
“Das ist doch alles Geschmackssache. Viell. will ja auch jemand von seinem stressigen Beruf etc. einfach abschalten und genießt es das er ala Hitman Aufträge auf skurrilste Art&Weise erledigt.”
??? Suicide, “abschalten und genießen”? Welche dunkle Seiten deiner Persönlichkeit lebst du da aus? Enschuldige für Vergleich, aber nach diesem Motto, hatten Soldaten und Offiziere im Krieg unbewaffneten Menschen vor sich aufgereiht und erschossen!Und komme mir bitte nicht mit der Spaßgesellschaft und den Grundgedanken “ich spiele nur ein Spiel!” Es ist feige und falsch.
Du “spielst” nicht “nur”, da passiren auch ein paar anderen Dinge in deiner Seele debei. Wenn du Gewalt in der Spielen auslebst, dann muss du auch dich in diesem Spiel den Konsequenzen stellen. Wie im Leben eben, Gewahlt gibt es nicht ihne Folgen!
Freitag, ich glaube einfach, dass wir manchmal in Spielen auch Sachen machen mit denen wir selber nicht so ganz glücklich sind und uns dann selber einreden, dass es ja nur ein Spiel ist. Ich fordere bloß auf, auch mal den Mut zu haben “nein” zu sagen. Wo da die Grenzen sind, muss jeder für sich persönlich entscheiden.
Splinter Cell zeigt aber gerade bei der Szene wo man die Agentin erschießen soll, seine reaktionäre Seele. Wenn man dem Befehl sie sofort und ohne Begründung zu töten nämlich nicht folgt, dann hat das später negative Konsequenzen. Die Lektion: Immer brav gehorchen, Soldat!
Der Moraltext könnte von meiner Ma sein. Ich war über Weihnachten daheim in Nairobi und hab den Klassiker Chrome gespielt. Ich mag Egos eigentlich nicht so, weil es immer das gleiche ist. Deswegen mag ich Chrome. Egal. Auf jeden Fall kam meine Ma rein (gelockt von lauten Schüssen) und hat mich gefragt was ich da mache. “Killen”, hab ich gesagt. Sie hat mich gefragt warum ich das mache und was die mir getan haben. Ich hab ihr die Story erzählt, dass ich Söldner bin und dass sich der Grund ja damit erklärt hat. Das hat sie nicht verstanden. (Meine Ma ist voll süß)
Dann kam mein Papa und er fand das Setting in dem Dschungel klasse. Dann haben wir zu zweit geübt sich von hinten anzuschleichen und Kopfschüsse zu machen.
Es ging also nicht nur darum, storymäßig Leute zu killen um weiterzukommen, sondern wir haben das immer wieder den gleichen Leuten angetan, weil wir in dem Level bleiben wollten.
Ihm ist auch sofort aufgefallen, dass das Laufgeräusch auf Walboden genau das gleiche ist, wie auf Beton.
Games sind da zum Spaßhaben. Ich hab mich noch nie gefragt, ob die Monster auf die ich in Giana Sisters gesprungen bin auch Kinder haben oder die Piloten von den millionen gegnerischen Raumschiffen in R-Type Frauen.
So richtig brutale Spiele mochte ich noch nie und wegen dieser ganzen Müllpropaganda hab ich auch noch kein Tom Clancy Spiel länger als eine halbe Stunde gespielt. Ich mag übrigens auch die patriotischen US Filme à la Ryan, Band of Brothers etc. nicht. Damit jemanden in GTA umzufahren hab ich weniger Probleme.
Grüße aus Bangkok,
Florian
Ich fand beide Artikel sehr gut, und habe gerade ueber den mit Tom Clancy laenger nachgegruebelt. Das Spiel vertritt ganz klar einen politischen Standpunkt, den ich abscheulich finde. Was bei Tom Clancy nicht verwunderlich ist, der ist wohl so, das haben mir auch schon Leute gesagt, die ihn persoenlich kennen.
Ganz klar ist mir trotzdem nicht, was Du eigentlich ansprichst, bzw. geht hier einiges vermischt: Gewalt in Spielen natuerlich, dann die Tatsache, dass Spieledesigner furchtbare gesellschaftliche Anschauugen in ihren Spielen vertreten, und wir uns trotzdem mit den Characteren identifizieren, oder dass man so wenig Freiheiten in Spielen hat? Das zweite finde ich eigentlich am interessantesten.
Ich habe daheim gestern durch meine Spielesammlung geschaut (weil ich sie in Umzugskisten packen musste): Da sind nicht viele Spiele dabei, wo ich Leute umbringe, aber vier waren es doch: Starfox Adventures, Sands of Time, Beyond Good and Evil und Eternal Darkness. Der Rest ist Super Monkey Ball, Mario oder andere “Kinderspiele”.
Die vier habe ich primaer wegen der Story gekauft. Was das mit dem Befehlsempfang angeht: Der Prinz ist sein eigener Herr. Wenn ich mich mit seinem Character nicht voellig identifizieren kann, dann eher wegen seines Frauenbildes als wegen seiner Handlungen. Starfox ist ein Befehlsempfaenger, das stimmt, aber spielt eigentlich nicht so eine grosse Rolle im Spiel. Bei BG&E bin ich ziemlich mein eigener Herr, und die Befehlsempfaenger/militaristen sind die Boesen. Und bei Eternal Darkness kommt die Frage gar nicht auf, da spielt man so viele Leute, dass Identifizierung mit denen garnicht moeglich ist.
Ein Film, der auf einer Story wie Splinter Cell basiert, wuerde sicher furchtbar verrissen werden. Nicht aufgrund der Schwaeche der Story, sondern aufgrund der Message. Wir sind vielleicht einfach nicht drauf trainiert, in Spielen nach einer Message zu gucken – es ist ja grad erst 10 oder 15 Jahre, dass die sowas ueberhaupt haben. Bei Filmen sagen wir dagegen “Dieser Scientology-Scheiss von Battlefield Earth, das schau ich mir doch nicht an”.
Hmm… Wenn ich Scientologe waere, ich wuerde Computerspiele machen.
“Games sind da zum Spaßhaben. Ich hab mich noch nie gefragt, ob die Monster auf die ich in Giana Sisters gesprungen bin auch Kinder haben oder die Piloten von den millionen gegnerischen Raumschiffen in R-Type Frauen.”
Florian. Wird’s aber Zeit auch mal zu fragen! Irgendwann muss du darauf antworten… Höre auf deine suße Ma. Sie haben im Endeffekt immer Recht!
Wo Enno da oben grad “Beyond good and evil” erwähnt.
Ein sehr schönes Beispiel, das mir zeigt dass bei Spielen auch eine Message transportiert werden kann, die abseits dieser langweiligen Militärszenarien und “Hurra, wie toll ist dieses ganze Kriegswerkzeug” Blahblahs steht.
Eine Verschwörung die mich als Spieler direkt betrifft und dadurch meine Handlungen motiviert, erscheint mir wesentlich realistischer als diese Splintercell Szenarien.
Aber im Prinzip ist es genauso wie bei allen anderen Spielen: durch Vorgaben der Programmierer geschehen diverse Dinge auf dem Bildschirm und ich benutze die von den Programmierern vorgegeben Möglichkeiten um weitere von den Programmierern vorgegebe Dinge passieren zu lassen.
Und dieses Grundschema wurde seit Jahrzehnten nicht verändert, sondern nur komplexer gemacht.
Der Autorität der Programmierer ist man aber seit eh und je unterworfen.
@Richard
Ehrlich gesagt finde ich mich ziemlich oft in dieser Position. Meine Reaktion auf deinen Artikel war wahrscheinlich kritisch, weil ich mir schon zu oft von Nicht-Gamern Sprüche reinziehen musste, wie “Wie kannst du nur Counter-Strike spielen, während in echt Krieg im Irak ist”. Eine moralische Aussage dann ausgerechnet in einem Spieleblog anzutreffen, hat mich etwas überrascht.
Schlußendlich muss jeder für sich selbst entscheiden und wenn ich über meine eigene Spielweise reflektiere, muss ich sogar feststellen, dass ich wahrscheinlich noch zu den grösseren Weicheiern gehöre:
- Ich lade bei (fast) allen Spielen neu, wenn ich aus Versehen einen Unschuldigen erwischt habe. GTA hasse ich für die schwammige Fahrzeugsteuerung, die mich regelrecht dazu zwingt auf dem Weg zum Job unzählige unschuldige Passanten zu überfahren.
- Hitman 1 habe ich dafür gehasst, dass ich in dem Chinarestaurant gezwungen wurde einen unschuldigen Kellner zu ermorden, um an seine Kleidung zu kommen. Ich musste mich damals regelrecht überwinden das Spiel weiter zu spielen und hab die Stelle für mich einfach aus dem Gedächtnis gestrichen.
- Deus Ex 2 habe ich aufgehört zu spielen, als ich ohne grosse Begründung plötzlich irgendwo einbrechen musste und dabei Wachen erschiessen musste.
- In Schleichspielen versuche ich das ganze Spiel durchzuspielen, ohne jemanden zu ermorden.
- In Rollenspielen kann ich mich nie dazu durchringen auch mal böse Charaktere zu spielen.
Teilweise kommt mir das schon übertrieben vor und ich will mir oft sagen: “Was solls. Das ist doch nur ein Spiel”.
Übrigens brennt mir der letzte Punkt schon lange unter den Nägeln: Kann es sein, dass die meisten Rollenspiele regelrecht darauf ausgelegt werden, dass man möglichst böse spielen soll? In dem Star Wars Rollenspiel hatte ich z.B. immer das Gefühl, dass ich in Quests immer 3-4 böse Optionen hatte, aber immer nur einen richtigen Weg. Wenn ich in Rollenspielen meinen guten Helden spiele, habe ich immer das Gefühl mir würde eine Menge entgehen. :-/
ist das nicht toll!
an der tatsache, dass diese diskussion jetzt so ausufert sieht man welches potenzial videospiele wirklich haben… als einziges medium schaffen es videospiele nämlich den konsument in die rolle des agierenden zu stellen und ihn somit, sofern er intelektuell dazu in der lage ist, sich mit dem was passiert auch moralisch auseinandersetzen zu müssen. wenn man einen film sieht, dann ist das was auf dem bildschirm passiert evtl. grausam und man reflektiert darüber. bei einem videospiel geht es weiter: dort ist die handlung des spielers aktion und reaktion und somit unmitelbar verantwortlich für das was passiert. die besten spiele führen einem genau DAS vor augen und zwingen zum nachdenken. das man bei “god of war” zum beispiel an einer bestimmten stelle im spiel nur dann weiterkommt, wenn man einen wehrlosen verbrennt ist auf der einen seite grausam, auf der anderen seite auch sehr inteligentes mittel zum zweck. ist niemandem aufgefallen, dass das spiel einen an dieser stelle nicht hetzt? es gibt kein zeit-limit, keine unendliche schar wiederkehrender feinde, das spiel wartet an dieser stelle darauf das der spieler die grausame entscheidung trifft, während die schreie um gnade des opfers am gewissen plagen. vollzieht man die unmoralische handlung, die das spiel vom spieler verlangt, so schlüpft man in die schuhe kratos und erfährt ultimativ was für ein mensch kratos wirklich ist bzw wo er herkommt. natürlich kann man an dieser stelle abstrahieren und einfach x drücken um ein aktion “verbrennen” zu tätigen aber wie bei den besten büchern/filmen ist auch bei den besten videospielen die message nicht immer draufgestempelt sondern muss zwischen den zeilen gesucht werden – interpretation ist willkommen. bei einem spiel für erwachsene sollte man das auch erwarten dürfen! bei “shadow of the collosus” geht es in der essenz des spiels immerhin auch nicht nur um reiten, finden, töten. bleibt mir noch zu sagen, dass wer “god of war” nicht zu ende gespielt hat, nicht nur einige der besten spielszenen eines jeden action-adventures der viedeospielgeschichte verpasst hat sondern auch die sehr gelungene erklärung der übertriebenen gewaltbereitschaft kratos… lustig eigentlich: niemand würde es wagen eine rezension über ein buch zu schreiben, dass er nicht zuendegelesen hat, bei videospielen stört sich da scheinbar keiner dran…
Gewaltspielverkaufsverbot in Florida:
http://www.gamestar.de/news/vermischtes/30770/
Richard ruft zur Raison auf – die Amis machen einfach die Schotten dicht.
Selbstreflektion oder Bevormundung?
Ich befürchte, das ganze läuft tatsächlich auf eine immer realistischer werdende “Kriegssimulation” hinaus, siehe dem US-Army-Spiel, dessen Name mir entfallen ist. Dass sich solche “Organisationen” die Spielart zu Nutze machen, um junge Menschen zu rekrutieren – finde ich mehr als bloss bedenklich.
Vor vielen Jahren las ich einen Test in einer Spielezeitschrift, die sich mit einer 3D-Brille für den Computer beschäftigte. Der Autor dieses Artikels beschrieb, wie er einige Minuten lang Doom spielte. Als ihm dann jemand auf die Schulter klopfte war seine Reaktion: Umdrehen und Schiessen. Im ersten Moment musste ich lachen, das Lachen blieb mir aber nach und nach im Halse stecken.
Mehr Realismus würde bedeuten, das Experiment zu verbessern, die Rahmenbedingungen zu optimieren, wodurch erreicht wird, dass die höchste Dosis Strom gegeben wird, ohne mit der Wimper zu zucken.
Semi OT: Kenn ich aus “I wie Ikarus”, einem Film mit einem Presidentenkiller namens “Daslow”, einem Anagramm auf “richtig”
Relismus ist nicht gleich Realismus. Es hängt davon ab, wie (Kunst) und warum (Message) es so oder so gemacht wird. Diese Fragen sich zu stellen heißt sich anstrengen zu müssen. Nicht jeder ist dazu bereit. Die Mehrheit konsumiert nur.
Freitag hat eben einen interessanten Punkt angesprochen. Wir sind als Spieler wegen der ewigen Angriffe in so eine Defensivhaltung gerutscht, dass wir jede Art von Kritik an Spielen erstmal grundsätzlich ablehnen. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum wir solche Sachen nie diskutieren. Denn dann müssten wir eingestehen, dass hinter der ganzen Kritik vielleicht auch ein Fünkchen Wahrheit steckt.
Mir geht es übrigens ähnlich wie Freitag. Wenn ein Spiel mir die Wahl lässt, dann muss ich eigentlich immer zwanghaft die friedliche Lösung suchen und lade auch gerne mal neu, wenn ich aus Versehen jemand umgebracht habe. Und z.B. Knights of the Old Republic als dunkler Jedi spielen, kriege ich einfach nicht hin. Ich habe es schon versucht, aber es klappt einfach nicht.
Und platinum hat sehr schön erkannt, wieviel Potential zum Ausleuchten moralischer-ethischer Fragen in Videospielen steckt. Aber dieses Potential kann man nur ausnutzen, wenn das Publikum sich bereit erklärt mitzumachen. Wenn wir grundsätzlich nur mit der Haltung “ist ja nur ein Spiel” oder “ich will bloß Action, Alter” an Spiele rangehen, dann müssen sich auch die Entwickler und Publisher keine Mühe machen an sowas zu arbeiten und das Potential wird verschwendet.
Also Leute, ich hab selten ein Problem damit in einem Spiel jemanden wegzupusten. Denn für mich waren das immer nur Figuren, niemals Menschen. Da hab ich halt kein Problem bei SoF mit der Deagle einem die Extremitäten abzuballern, es ist kein Lebewesen, nur ein haufen texturierter Polygone. Allerdings bei anderen Spielen wie KotoR werden diese Figuren sehr realistisch dargestellt. Als ich Dark Side gespielt habe war ich gegen Ende ziemlich fertig, und musste mich selbst dazu zwingen das durchzuziehen. Das war allerdings meine freie Entscheidung. Wenn die Spiele realistischer werden, und man irgendwann vergisst in einem Spiel zu sein wird der virtuelle Bodycount bei sehr vielen Menschen sinken, denn Kants Kategorischer Imperativ ist ein reelles Naturgesetz. Ich würde es mir auch 1000 Mal überlegen einen Menschen (in der Realität) zu töten, und selbst wenn ich mich dazu entschieden hätte (was unwahrscheinlich ist) wüsste ich nicht ob ich das könnt. Aber in einem Videospiel in einem fiktiven Krieg auf einen fiktiven Eiland ein paar Programmzeilen auszuknipsen, kein Problem…
Ich seh das genauso wie du, Richard. Nach Half-Life2 hab ich mir über das Thema auch ziemlich viele Gedanken gemacht. Drum hab ich dich spontan mal bei uns erwähnt ;)
Die Diskussion reißt nicht ab ;). Es ist einfach “wie stehe ich zu Videospielen”? Warum soll ich mir, wie Kahless_GOA es schon erwähnt hat, großartig Gedanken machen wenn ich in einer virtuellen Welt irgendwelche Leute umbringe. Und das sollte nicht falsch verstanden werden. Ich will sicherlich nicht über Leichen gehen, aber “Hey, Hallo!” wir reden von Spielen. Wenn ich jetzt noch ein schlechtes Gewissen bekomme, dass ich in Spiel A, den Typ B abknalle, dann brauch ich nicht mehr zu spielen. Es ist i.O. und auch sicherlich interessant das darüber diskutiert wird, aber bringen tut das Ganze hier überhaupt nix. Dann lasst die Scheiße links liegen und verlangt mehr “Mario”. Ich finde es auch doof, dass jedes Jahr 20.000 neue WW2 Shooter veröffentlicht werden. Was mach ich? Ich kauf keinen, da es mir nicht gefällt und gut ist.
@Anis: Du hast im Prinzip Recht und es ist wie wenn man im alkoholisierten Zustand misst baut. Da kann man es auch nicht auf den Alkohol schieben. Da muss man dazu stehen und fertig.
Ich stehe auch dazu, dass ich Gewalt in Spielen ausübe. Schalte ich die Konsole ab, bin ich raus aus der virtuellen Welt. Die ganze mögliche Identifikation mit dem Ego endet bei drücken des Power Knopfs. Basta.
In meiner wenigen “Spielzeit” die mir bleibt, vergeude ich diese bestimmt nicht mit moralischen Fragen.
Nochmal zum Thema Mario, da hab ich mal einen total hirnverbrannten Text von einem Psychologen gelesen der der Meinung war das hinter der freundlichen Maske des Spaghetti Klempners (meine Ausdrucksweise) ein grausamer und erbarmungsloser Psychokiller steckt. Die Argumentation war sehr…wie soll ich sagen…lückenhaft. Ich muss mal schauen ob ich den Text noch habe, denn das war wirklich witzig…
“Ich stehe auch dazu, dass ich Gewalt in Spielen ausübe.Schalte ich die Konsole ab, bin ich raus aus der virtuellen Welt. Die ganze mögliche Identifikation mit dem Ego endet bei drücken des Power Knopfs. Basta.”
@Suicide.Gut,du kannst auch das ruhig tun. Das ist deine Sache.Dann Konsole abgeschaltet und nach allen “Gewalttaten” mal wieder ohne Strafe, Gewissensbissen ab und davon, in reales Leben?(Ich glaube, es bleibt doch was hängen…) Hier sehe ein Wiederspruch. Du sollst deine jede Gewalttat büßen. Und zwar genau dort, wo du die ausübst. Im Spiel! Da musst du auch Konsequenzen ziehen. Es geht nicht um moralische Fragen. Niemand kann dich dazu zwingen.Aber als Entwichkler kann ich sie in den Spielverlauf “einbauen”. Das Spiel wird noch spannender, realistischer, menschlicher…
P.S.Stichwort “Ego” Oh, ich weiß es nicht, ob ich darüber schreiben sollte… Aber ich finde jetzt keine Ruhe… Ich habe mal mit einem Bekannten gesprochen. Der war im Krieg, hat auch Menschen getötet. Er wirkte ganz normal auf mich. Und er hat mir gesagt, dass Menschen töten geht es nicht ohne Drogen. Besonders im nahen Kampf. Da kriegst du eine Dose vom Offizier verabreicht… Dann bist du ganz gut drauf. Mit Freudetränen und hysterischen Lachen stichst den Gegner mit dem Messer zu… Und dann siehst sein lachendes Gesicht und begreifst, dass er auch so “zugedröhnt” ist, wie du, und er stirbt mit dem Lachen in deinen Armen…
Ich glaube die Entwickler sollen öffters mit Kriegsveteranen reden, oder vielleicht selber ins Krieg ziehen und dann ein Spiel machen?
Von diesen Bekannten habe ich schon lange nichts mehr gehört. Ich denke, er ist wieder dort “drüben”. Wenn überhaupt am Leben…
Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde. Gerade jetzt, wo ja auch in Zeitungen immer mehr wieder von “Killerspielen” die rede ist… oder sollte ich die “” weg lassen?
Ich finde es gut sich damit auseinanderzusetzen. Ich selber habe schon so viel Erschossen in Videospielen, aber sobald man in das Alter kommt, wo man einfach viel bewusster lebt und genau drüber nach denkt über das, was man tut, kommt man mit seinen Gewissen ins Konflikt. Ich jedenfalls.
Ich denke ein guter Schritt in die richtige Richtung sind wirklich Spiele wie Fahrenheit. In den Spiel schlüpft man ja in verschiedene Rollen und kommt deshalb in Situationen, wo man echt 2 mal überlegt, was man will. (ich will als Polizist den Fall lösen – oder doch als Täter Ergründen, was ich da quasi im Trance Zustand angerichtet habe?!)
Leider ist das Spiel weit entfernt von Perfektion, aber es ist ein Anfang. Die guten Verkaufszahlen bestärken mich persönlich in der Meinung, dass die Leute nicht nur Stumpf alles Platt machen wollen, sondern echt auch mal nach denken möchten beim zocken, oder mal gelegentlich.
Sich in verschiedene Rollen zu setzen in einem Videospiel und sogar die Gedanken der Leute zu hören, hat mich bei Fahrenheit besonders fasziniert.
Wenn es weitere Spiele gibt die Konsequenter die Idee von meine-Handlung-beinflusst-den-weiteren-Verlauf erscheinen, würde es echt interessant werden in der Spiele Branche.
Die Programmierer müssten (wenn die Idee aufgehen sollte) sich mehr mit Philosophen, Psychologen und/oder Sozialpädagogen zusammensetzen, damit den Spielern bewusst wird, was alles für Möglichkeiten bestehen, in einem Spiel und wie z.B. Kritik die verschiedenen Leute aufnehmen.
Ich denke durch solche Spiele könnten mal neue Menschliche Aspekte gefördert werden wie z.B.
- Empathie
- Kritikfähigkeit
- Toleranz u.a.
Ich denke wenn man in so einen Spiel dann die Rätsel löst und zu einer Waffe greifen kann, wird man es sich doch dreimal überlegen, ob man die Person, wenn überhaupt, tötet, vor allem, wenn man tausende von verschiedene Möglichkeiten hätte seine Ziele zu erreichen.
Ausserdem wenn die im Spiel Auftauchenden Charaktere (nicht nur die Hauptcharaktere sondern alle), nicht als Kanonenfutter, sondern als virtuelle Persönlichkeiten betrachtet werden können, dann wäre wohl der Reiz des Tötens verschwunden, weil einen bewusst wird, dass man Leben zerstört, die eine (zwar ausgedachte) Lebensgeschichte voruzuweisen haben.
Man würde erkennen, dass z.B. die so bösen Terroristen einfach auch wieder eine bestimmtes Ziel / eine Motivation hatten sowie verfolgen und diese Motivation wieder durch tausende von Lebensbedingten Umständen enstanden ist.
Doch die Umsetzung solch eines Spiels wird / würde viel Arbeit für die Produzenten bedeuten und der Abverkauf wäre trotzdem nicht wirklich gesichert.
Aber wenn die Leute im Jahre 2010 noch nach und oder schreien, dann sieht es für solche Projekte bitter aus.
Mal sehen, ob Anspruch gefordert oder Dumm-aber-Glücklich gewünscht wird.
Ein bisschen mehr Anspruch in Games würde der Gamer Welt gut tun. Aber meiner Meinung nach, werden bisher Spiele ohne Tiefe zu 80 % gewünscht und der Wunsch zu 95 % von der Industrie befriedigt.
ich finde diese diskussion auch spannend, vor allem da hier des öfteren die rede der massen ist. ich selbst zähle mich zur masse was wohl auch an meinem nick klar zu erkennen ist.
ich bin ein cs1.6 kind das über cs:s über alle sonstigen games die gerade neu raus kamen nun auf world of warcraft gekommen ist.
ich habe schon sehr viele spiele gespielt und pixel ermordet. nur versteh ich einfach die gewissensbisse von manchen nicht.
oft denke ich mir “holla das is aber brutal” aber dann wirds trotzdem gespielt und einfach mal der blutrünstigkeit freien lauf gelassen. es ist doch kein problem einfach nur “dumm-aber-glücklich” vor seinem pc zu sitzen und zu daddeln? ich meine was spricht dagegen?
im alltag sehen wir uns verschiedenen problemen gegenübergestellt. diese probleme lösen wir aufgrund unsrer erfahrung, unsres erlernten.
so sieht es in spielen nicht anders aus. wir lösen probleme, gut oftmals bzw fast ständig mit gewalt. aber ist dies nicht ein aspekt der jedem von uns bekannt ist? am liebsten mit dem kopf durch die wand?
ich sehe das spielen als gegensatz zu unsrem sonstigen tun. alles muss gerade hier in deutschland laut norm/vorschrift/gesetz passieren. eigene wege zu finden fällt hier natürlich schwer. vor allem wege die uns einfach mal tier sein lassen so wie es uns eigentlich gottgegeben ist. jeder ist immer noch humaner und noch feinfühliger, aber bitte, wer möchte immer nur den verständnisvollen mimen? dann als ausgleich also gewalt. rohe gewalt, zerstückelte körper, atmosphärische sounds und grafikpower vom feinsten!
ich bin stolz wirklich, ein gamer zu sein, und aber mein leben dadurch nicht zu beschmälern oder meine denkweise einzuschränken (boa komm isch balla nur noch rum) sondern einfach die aggressionen abbauen die sich über den tag verteilt aufgebaut haben, denen man keinen freien lauf lassen kann/darf.
seht dieses spielen nicht als “ich bringe jede nacht in etwa 1000 menschen um” sondern als “ich löse mich von aggressionen um den nächsten tag ohne magengeschwür zu überstehen”
was die anspruchsvolleren spiele angeht, hmm gut naja. es dauert nun eh schon 2-3 jahre um ein spiel fertig auf den markt zu bringen, jetzt stellt euch mal vor welcher aufwand, welche kosten es geben würde wenn man ein spiel von so umfassender entscheidungsfreiheit basteln würde?
unvorstellbar zur zeit. nehmt es hin :)
oftmals war hier die rede vom “virtuellen leben” von menschen die eine zwar erdachte, aber dennoch eine geschichte haben. hmm… gut. vielleicht bin ich schon abgestumpft aber wirklich, ich speichere, töte diesen menschen und lade wieder den spielstand. also ist dieses “töten” niemals passiert. für mich klingt das sehr simpel, und macht zudem unverständlich warum man mitleid mit dieser “person” haben sollte.
die essenz meiner meinung ist also:
es tut keinem weh wenn man ein paar pixel über den haufen ballert/schlitzt/schlägt sondern befreit ungemein von spannungen und stress die den MENSCHEN ein einem lebensumfeld arge probleme bereiten würden.
also leute grübelt nicht über “den sinn des virtuellen lebens” sonder ballert was die engine hergibt und lasst eurem zorn freien lauf eine bessere gelegenheit gibt es nicht!
“Wenn wir grundsätzlich nur mit der Haltung “ist ja nur ein Spiel
@ x4nd3r:
Ich verstehe Deine Meinung auch und finde es ja auch Enstpannend mal z.B. ne Runde GTA zu spielen und die Sau rauszulassen.
Doch irgendwie ist auch genau das das Problem.
Mal ist da ja schön und gut.
Doch ich spiele seid der Amiga Zeit Computerspiele / Videospiele und meiner Meinung nach hat sich wirklich nicht viel getan.
Die heutigen Genres, sind halt Genres. Es gibt sehr wenig, was da aus der Reihe Tanzt. Ich finde es wirklich beeindruckend wie Sony es mit Eye Toy geschafft hat, wirklich mal mehr Interaktivität in Spiele reinzubringen und es Gleichzeitig von uns Konsumenten noch so Anklang findet.
Ansonsten höre ich ziemlich oft von flüchtigen Bekanntschaften, die mir erzählen, dass z.B. die neue X-Box 360 ja so neue tolle Spiele bietet… sowas gab es vorher noch nie… .. da denke ich nur.. höh?
Habe ich was verpasst?..
habe ich diese Meisterwerke verschlafen?
Wo sind die denn?
Midnight Club (Rennspiel)
Perfekt Dark (Ego Shooter)
etc.
Keine Frage, die Spiele sehen geil aus und die Internet Spielmodi sind nicht zu verachten und sehr ausgedacht, aber wo ist das jetzt alles so superneu?
Ich bin echt gespannt auf Nintendos neue Konsole, aber irgendwie bin ich wohl auch zu alt geworden… obwohl nein.. es ist eigentlich nur der Schrei nach Innovation!
Sorry, für zwischendurch GTA oder Mario Tennis is okay.
Aber ein Burnout zum Beipsiel ist für mich einfach nur Konsum Spass / Entertaiment… so wie die Bild Zeitung.
Wenn ich was lernen will und mich weiterentwickeln dann brauche ich ein Spiel wie… öööhm.. mir fällt nix ein.. und doch.. ich habe schon sehr viel gespielt.
Wie denn auch sei..
Ich spiele dann mal kurz weiter ein bisschen Amplitude (sehr cooles Spiel) und dann widme ich mich weiter den Büchern…
So habe ich Entertaiment und fordere meinen Geist.
Vielleicht wir mir das in Zukunft auch in Games zusammen geboten… wäre cool. Interessante Filme die etwas von beiden bieten gibt es ja auch genug…
(obwohl weiterhin Filme wie Doom guten Absatz finden)
“Wenn ich was lernen will und mich weiterentwickeln dann brauche ich ein Spiel wie… öööhm.. mir fällt nix ein.. und doch.. ich habe schon sehr viel gespielt.
Ich spiele dann mal kurz weiter ein bisschen Amplitude (sehr cooles Spiel) und dann widme ich mich weiter den Büchern…”
@Boomschakala. Passt nicht ganz zum Thema oben, darum ganz kurz:Gutes Buch ist ein Schatzkammer, gutes Spiel ist ein Weinberg. Lernen kann man aus beiden Medien, nur anders.Man muss feststellen können, was zu dir besser passt…