Archiv für Januar 2006

Endlich eine Preisverleihung, auf die die Welt gewartet hat!

Ich mag Trailer. Nein, ich liebe Trailer. Egal, ob sie für ein Spiel oder einen Film sind, gut gemacht Trailer sind meist besser als das fertige Produkt, für das sie werben. Selbst der schlechteste Actionfilm kann in einem gut gemachten Trailer wie eine aufregende Achterbahnfahrt wirken, selbst das schlechteste Rollenspiel kann zu einer spannenden Reise in eine fremde Welt werden. Ein Trailer gibt ein Spiel oder einen Film meist so wieder, wie ihn sich die Macher vorgestellt haben, als sie ursprünglich die Idee dazu hatten. Ein guter Trailer ist das Versprechen eines großartigen und einzigartigen Erlebnisses.

Dass dieses Versprechen so gut wie nie gehalten wird, stört mich dabei nur begrenzt. Ich kann selbst Filmchen wie die E3-Trailer für Motorstorm oder Killzone 2 ertragen, obwohl diese von vorneherein als Verarsche angelegt waren. Wie gesagt, ich liebe Trailer.

Trotzdem komme ich nicht darüber hinweg, wie albern die “Gametrailers Awards” jedes Mal sind. Brauchen wir wirklich eine Preisverleihung mit einer Kategorie “Best Strategy Roleplaying Trailer”? Ich weiß nicht mal was das sein soll. Eine Kategorie für den besten Trailer für ein Strategie-Rollenspiel? Oder fasst die Kategorie einfach willkürlich Strategie- und Rollenspiele zusammen?

Mein Sieger in der Kategorie “dämlichste Kategorie bei den Gametrailers Awards”: “Best Documentary”. Wie bitte? “Best Documentary”? Als würden diese Making of-Schnipsel, die von EA immer im Netz verteilt werden, auch nur vage den Ansprüchen einer Dokumentation genügen.

Der Albernheitsfaktor wird glaube ich gerade durch die professionelle Präsentation verstärkt. Die nominierten Trailer werden von einer typischen Trailerstimme angekündigt, sind in schick animierte Grafiken verpackt und werden einer schnuckeligen Dame moderiert, die so was anscheinend schon mal gemacht hat und ihre dämlichen Texte überraschend überzeugt vorträgt.

Jenseits ihrer Preisverleihungen ist Gametrailers.com aber trotzdem die beste Seite für Videospieletrailer im Netz, selbst wer nicht wissen will welche Spiele für “Best Action Adventure Trailer of the Year!” nominiert sind, sollte da ruhig mal vorbei schauen.

2 Kommentare Autor: Richard
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Eigentlich…

Eigentlich sollte ich gerade einen Vortrag für morgen vorbereiten. Aber wie jeder normale Mensch schiebe ich das bis zur letzten Minute vor mir her. Statt also fleissig an Folie 25 zu arbeiten, verbringe ich meine Zeit lieber mit regelmässigem F5-Drücken und dem selbsternannten schwersten Rätsel des Internets. Von über sieben Millionen Besuchern haben es gerade mal 83 geschafft, die 138 Level zu knacken.

Dabei ist das Ganze ebenso einfach wie genial. Man kriegt ein Bild vorgesetzt, gegebenenfalls auch ein paar Zeilen Text, und das war es dann. Sieh zu, wie du zur nächsten Seite kommst. Meistens braucht man dazu ein Lösungswort, das man sich aus den vorhandenen Hinweisen herleiten muss. Hinweise? Na klar, in echter Detektivarbeit durchleuchtet man die Page Source der Seite, sucht nach im Bild versteckten Codes und rauft sich trotzdem nach kurzer Zeit die Haare. Wie zum Teufel soll man das lösen?

Es werden grössere Geschütze aufgefahren. Dem Stereobild muss doch durch stundenlanges Schielen die Lösung abzuringen sein! Der Sound Recorder des Systems sollte mir bei diesem Problem doch weiterhelfen können. Und wenn ich diese Beatles-Platte rückwärts laufen lasse, springt mir das Passwort doch geradezu ins Gesicht! Dennoch, bei Level 13 ist vorläufig Schluss. Von 138 wohlgemerkt. Das Spiel treibt mich noch in den Wahnsinn.

Aber wie gesagt, eigentlich ist alles besser als Vortrag vorbereiten.

12 Kommentare Autor: Stefan
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Die Abenteuer von Gorden Frohman

Eigentlich hatte ich heute ja vor Mario als Kommunisten zu beschimpfen und mich über die erniedrigende und nicht artgerechte Haltung von Menschenaffen in diversen Spielen von Nintendo zu beschweren, aber dann bin ich auf den Webcomic “Concerned – The Half-Life and Death of Gordon Frohman” gestoßen. Diese Persiflage auf Half Life 2 macht wesentlich mehr Spaß als das eigentlich Spiel, wird gerade 100 Folgen alt und ist perfekt dafür geeignet, den Rest eures Arbeitstages zu verschwenden. Ich habe das schon gemacht und deswegen bleibt heute leider keine Zeit mehr, um auf die verräterische rote Mütze von Mario hinzuweisen oder euch zu erklären, dass Bongotrommeln kein natürliches Verhalten für Gorillas ist.

10 Kommentare Autor: Richard
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Milgram 2006

Im Jahre 1961 entwickelte der Psychologe Stanley Milgram ein Experiment, das berühmt werden sollte. Inspiriert vom Gerichtsverfahren gegen Adolf Eichmann, wollte er herausfinden, wie Willens der Mensch ist Befehlen zu folgen, auch wenn diese in Konflikt mit seinem Gewissen stehen. Das Experiment sah wie folgt aus:
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45 Kommentare Autor: Richard
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Sam Fisher der Faschist

Okay, Schluss mit Kuschelthemen. Wen interessiert es schon, welche Spiele ich letztes Jahr toll fand? Es wird mal wieder Zeit etwas kontroverser zu sein. Die These des Tages lautet deshalb:

Sam Fisher ist ein Faschist.

Jawohl, du spielst in Splinter Cell einen Faschisten. Hast du das etwa nicht gemerkt? Interessanterweise hat es auch die ganze Fachpresse nicht gemerkt. Vor allem die nicht, die sich immer einreden sie machten was halbwegs Intelligentes und schrieben für Erwachsene und so. Und interessanterweise haben es auch die ganzen Leute nicht gemerkt, die immer was davon erzählen, dass Videospiele doch bitte Kunst seien.
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117 Kommentare Autor: Richard
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Rückblick 2005 – Teil 4 (Shadow of the Colossus, World of Warcraft)

Oops. Mir ist gerade aufgefallen, dass ich über meinen Diplomarbeitsstress komplett vergessen habe die Liste der für mich besten, interessantesten und wichtigsten Spiele des Jahres 2005 zu Ende zu führen. Zwei Ausgaben fehlen nämlich noch. Heute geht es um die sicher epischsten Spiele des Jahres und in der letzten Ausgabe…nein, das verrate ich noch nicht. Bevor es losgeht, noch kurz eine Zusammenfassung der bisherigen Ausgaben:

Psychonauts, Fahrenheit, Far Cry Instincts, Trauma Center, Project Rub, Advance Wars DS, Soul Calibur 3, Mercenaries und Forza Motorsports.

Shadow of the Colossus

Shadow of the Colossus spielt sich ausgesprochen schlicht. Erst reitet man ein bisschen durch die Gegend, um einen Koloss zu finden. Dann rätselt man ein bisschen rum, um herauszufinden, wie man denn nun auf den Koloss drauf kommt. Und schließlich klettert man auf dem Koloss herum und bringt ihn mit Hilfe seiner Schwachpunkte zu Fall. Keines dieser Elemente spielt sich irgendwie besonders neu. Wir sind auch schon vorher durch die Landschaft geritten, haben Rätsel gelöst und sind auf Plattformen rumgeklettert. Auch mit einer komplexen Geschichte kann das Spiel nicht dienen. Um seine große Liebe von den Toten wieder zu erwecken, reist unser Held in ein verbotenes Land, wo ihm die Götter den Auftrag erteilen eine Reihe von Giganten zu besiegen. Das ist mehr eine Prämisse als ein Plot, vor allem weil das Spiel diese Geschichte auch nicht sonderlich weiter spinnt. Mehr als einen Fingerzeig zum nächsten Koloss kriegt man nach einem Sieg nicht präsentiert. Aber trotzdem ist Shadow of the Colossus eins der besten Spiele des Jahres. Das liegt hauptsächlich daran, dass Fumito Ueda einer der wenigen Designer ist, die verstehen, dass Videospiele ein eigenes Medium sind. Als Buch wäre Colossus unendlich langweilig. Als Film würde es zwar mit beeindruckenden Bildern glänzen, aber noch langwieriger und langatmiger sein als King Kong. Als Spiel aber ist es ein majestätisches und tief berührendes Erlebnis, dass es so in keinem anderen Medium geben kann. Und ganz nebenbei beantwortet es auch noch definitiv die Frage, ob Videospiele Kunst sein können. Shadow of the Colossus kommt im Februar auch hierzulande raus. Kaufen.

World of Warcraft

World of Warcraft ist Anfang 2005 rausgekommen. Und wenn ein Spiel schon ein Jahr alt ist und ich es immer noch mehr oder weniger regelmäßig spiele, dann hat es sich seinen Platz auf dieser Liste eigentlich schon automatisch verdient. Ich vermute zwar, dass ich es nicht mehr lange spielen werde, denn ich bin fast Level 60 und der high level content sagt mir nicht so zu, aber ein Jahr ist schon ein erschreckend hohes Haltbarkeitsdatum für ein Spiel, insbesondere wenn man bedenkt, dass ich vor WoW ein MMOG nicht mal mit der Kneifzange angefasst hätte. Warum mag ich es nun trotz meiner Abneigung gegen sein Genre so sehr? Ich denke das liegt hauptsächlich in seiner großartigen Welt begründet. Ich mochte schon immer Spiele, die ihre eigene Welt definieren und den Spieler darin leben lassen. Und selten hat ein Spiel eine so überzeugende Welt gehabt wie WoW. Grafisch ist das Spiel sowieso über jeden Zweifel erhaben, aber auch historisch und kulturell wirkt die Welt wie aus einem Guss. Jedes Volk hat eine eigene Kultur, jedes Gebiet seine eigene Geschichte und alles wirkt irgendwie voneinander abhängig. In gewisser Weise habe ich World of Warcraft so gespielt, als wäre es das längste Einzelspieler-Rollenspiel aller Zeiten. Es ging mir nie darum Erfahrungspunkte zu sammeln, dicke Waffen zu besitzen oder Anführer irgendeiner Gilde zu werden. Ich wollte einfach nur die wunderbare Welt erforschen. Und so werde ich das Spiel wohl auch nicht aufgeben, weil ich Level 60 bin, sondern eher weil ich alles gesehen habe, was es zu sehen gibt. Zumindest bis die erste Erweiterung raus kommt.

6 Kommentare Autor: Richard
Gnarf!

Warten. Und warten. Und noch mehr warten...

Ja, ich schreibe auch mal wieder einen Beitrag. Dies hat auch einen besonderen Grund, ich komme nämlich nicht auf den WoW-Server meiner Wahl. Und wieso? Weil Blizzard bis voraussichtlich morgen früh fast alle Realms abgeschaltet hat, um diverse Latenzprobleme zu lösen.

Doch gebe ich Blizzard die Schuld für den langweiligen Abend, der mir bevorsteht? Nein, meine Anklage geht an alle Spinner da draußen, die sich nur für den heutigen Abend auf meinem Server (!) einen Charakter anlegen, der morgen wieder auf Eis gelegt oder gar gelöscht wird. Was soll das? Ich, der seit Monaten auf diesem Server zockt, kann meine Pläne für den heutigen Abend nicht umsetzen, nur weil alle, deren Realms momentan down sind, “sowieso mal wieder die guten alten Startquests machen” wollen? Ist doch scheiße!

Also ihr Warteschlangen-Faschisten, nehmt es hin und zockt morgen weiter, denn alles, was ihr heute macht, geht euch morgen doch eh wieder am Arsch vorbei!

P.S.: Und ich will jetzt nichts von wegen “du kannst doch auch mal einen Abend drauf verzichten” hören. So.

15 Kommentare Autor: Michl
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Gerechtigkeit

Manchmal macht die Welt einfach Sinn. Es kommt selten genug vor, aber an manchen Tagen passiert es einfach. Heute ist so ein Tag, denn Uwe Bolls neues Meisterwerk “Bloodrayne” hat an den US Kinokassen über das gesamt Wochenende so wenig Geld eingespielt, dass sich selbst erfahrene Box Office Propheten nicht trauen zu raten, wie weit unten der Film denn nun in die Charts eingestiegen ist. Mit einem atemberaubenden Wochenende von geschätzten 450.000$ liegt die Landezone jedenfalls weit unterhalb der Top 10. Selbst der peinliche Superflop “Grandma’s Boy” hat mehr als doppelt so viel eingespielt, was aber auch nur für Platz 12 gereicht hat.

Wir können uns jedenfalls schon mal auf neue Interviews mit “Uns Uwe” freuen, in denen er versucht die Zahlen schön zu reden. Da der Film insgesamt ein Budget von – für Boll nicht unerheblichen – 30 Millionen $ hatte, wird das nicht ganz einfach werden. Aber Herr Boll hat ja einen Doktortitel. Der findet sicher einen Weg.

Nachtrag: Nur um noch mal klar zu machen wie desaströs dieses Ergebnis ist: Der Film lief in ca. 1.000 Kinosälen. Für jeden dieser Säle muss eine Kopie des Films gemacht werden. Eine Filmkopie kostet so ca. 2.000$. Jawohl, selbst wenn man die Marketingkosten komplett ignoriert, hat das Kinorelease des Films bisher 1,5 Millionen Miese gemacht. Ein durchschnittlicher Film kann ungefähr darauf hoffen das Einspielerebnis seines ersten Wochenendes zu verdreifachen. Sehr schlechte Filme machen meist nicht mal das doppelte. Uwe Boll Filmen ergeht es meist noch schlechter. Zusammengefasst kann man also festhalten, dass es günstiger gewesen wäre den Film gar nicht erst in die Kinos zu bringen. Zu dem Schluss ist übrigens auch so ziemlich jeder denkbare Vertrieb in den USA gekommen, so dass der Film nur deshalb in den Kinos gelandet ist, weil Schauspieler Billy Zane höchstpersönlich das Geld dafür auf den Tisch gelegt hat. Das Motto seiner Firma lautet übrigens “Rethink Releasing”. War vielleicht keine so gute Idee.

27 Kommentare Autor: Richard
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Ursachenforschung über den plötzlichen Genretod

Ich habe eine Theorie. Und zwar soll diese Theorie die Frage beantworten, warum manche Genres plötzlich einen unerwarteten Tod sterben. Das klassisch-bunte 3D Jump’n'Run ist zum Beispiel eines dieser Genres. Zeitpunkt des Todes: Ende 2002. Ein Jahr zuvor war Jak & Dexter auf den Markt gekommen und Weihnachten 2002 sah dann die letzten großen Vertreter dieses Genres: Ratchet & Clank und Sly Cooper.

Das beliebteste Beispiel für ein totes Genre ist natürlich das klassische Adventure. Zeitpunkt des Todes: 1999. Ein Jahr zuvor kam Grim Fandango raus und 1999 kam mit The Longest Journey das letzte wirklich gute Adventure auf den Markt.

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36 Kommentare Autor: Richard
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Psychonauts ist raus!

Hallo zusammen. Ich war eben beim Saturn und konnte feststellen: Psychonauts ist jetzt in Deutschland raus! Ich habe sowohl die PC als auch die Xbox Version gesichtet. Beide für 39€. Das ist ein mehr als guter Deal. Wenn ihr das Spiel nicht kauft, mag ich euch nicht mehr. Und ihr habt doofe Ohren.

Nur damit ihr Bescheid wisst. Das Spiel ist interessanterweise ab 12, was mich leicht erstaunt. Das macht nämlich irgendwie Sinn und deutet darauf hin, dass sich die Leute bei der USK tatsächlich mit dem Inhalt des Spiel beschäftigt haben, und nicht bloß geschaut haben, ob Blut oder so drin vorkommt.

Trotzdem gilt jünger als 12 sein nicht als Ausrede das Spiel nicht zu kaufen. Schickt einfach euren großen Bruder zu Saturn oder so. Auf geht’s! Dann könnt ihr auch bald durch Lungfishopolis stapfen, herausfinden wer der Milkman ist und euch von einem Endgegner mit vernichtender Kritik jagen lassen.

29 Kommentare Autor: Richard
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