Archiv für Februar, 2006

/quit

Donnerstag, Februar 23rd, 2006

Oh Gott, ich habe es getan. Monatelang stand ich immer wieder kurz davor, jetzt ist es passiert: ich habe meinen World of Warcraft-Account gekündigt.

Dabei bin ich (im Gegensatz zu Richard) noch lange nicht mit dem Spiel fertig. Mein höchster Charakter (der Original-Morn auf Gul’dan) hat gerade mal Level 37 erreicht. Neben ihm und einer Armee von Ausprobiercharakteren hatte ich nur zwei andere, die immerhin in ihre 20er gekommen sind. Man kann also nicht sagen, ich sei auch nur annähernd sowas wie ein WoW-Hardcore-Spieler. Trotzdem mag ich das Spiel sehr; die 2-3 Stunden, die ich vielleicht in der Woche gespielt habe, haben mir fast immer Spaß bereitet.

Nur seit einiger Zeit eben nicht so viel, als dass ich auch länger hätte spielen wollen. Früher oder später ist mir eigentlich immer irgendwas auf den Geist gegangen: die Ninjalooter, die Nixraffer, die Spaßbremsen; auf den englischsprachigen Servern die vielen Leute, die kein Englisch konnten, auf den deutschsprachigen Servern die vielen Idioten (die auch kein Englisch konnten <g>); auf den RP-Servern die “edlen Recken“, auf den anderen die “Darkpreists” (yep)… dass man als Low-Level-Spieler nur in die dämlichen Gilden kam, die jeden Affen inviten und deswegen fast ausnahmslos aus Idioten bestehen, während mir in den paar coolen Gilden, in denen ich war, die Leute davongelevelt sind und man zwar gemeinsam, aber eben nicht zusammen spielte…

Vorhin habe ich gemerkt, dass meine zugegenermaßen kurzen WoW-Sessions der letzten Wochen fast nur noch daraus bestanden, von A nach B zu laufen, nur um festzustellen, dass man seinen Kochskill nicht beim Kochtrainer über 150 bringen kann; nach Gilden zu suchen und mich darüber zu ärgern, dass es so schwer ist, nette, erwachsene Leute in dem Spiel zu finden; und vielleicht ab und zu mal ein paar Viecher zu jagen, ohne einen echten Grund dafür zu haben, denn die große Belohnung, irgendwann mal Level 60 zu erreichen und den “coolen” Content zu Gesicht zu bekommen, wirkt bei so kleinen Schritten einfach unerreichbar.

In anderen Worten: World of Warcraft hat angefangen, mich zu langweilen.

Die Chancen stehen gut, dass ich meinen Account irgendwann reaktivieren werde — zum Beispiel, wenn Patch 1.10 erscheint, denn die Wettereffekte will ich sehen (und sind mir gerne eine Monatsgebühr wert). Und wenn die Erweiterung auf dem Markt ist. Irgendwann habe ich sicher wieder richtig Lust auf das Spiel — und eventuell sogar mehr Zeit.

Vielleicht nutze ich die Pause, mal wieder in das gemütliche EVE Online reinzuschauen, das einem Gelegenheitsspieler so viel leichter vergibt. Oder das actionbetonte Guild Wars, wo es wenigstens ohne großes Drumherum sofort zum Gegnerkloppen geht. Aber den Rest des heutigen Abends verbringe ich erstmal mit einem Buch. So.

Nimm das, Midnight Need for Rush: Underground L.A.!!!

Donnerstag, Februar 23rd, 2006

Tschermann Endschäniering in da Haus!

Weil “Unpimp se Auto” so cool ist, verzeihe ich ihnen sogar dass sie einen Schweden genommen haben.

Representing Deutschland, ja!

I (heart) MMOG!

Mittwoch, Februar 22nd, 2006

Gebt es zu! Ihr Geeks! Eigentlich wollt ihr doch nicht nicht immer nur auf die arme, ungeliebte Horde einschlagen. Oder auch auf die schleimige Allianz. Ist mir jetzt auch egal. Im Grunde ist das nur eine oberflächliche Äußerung lang verleugneter Bedürfnisse. Ihr wollt keine Gewalt. Ihr wollt… Liebe. Oder… Körperkontakt mit einem weiblichen Humanoiden sexueller Art. Leider hat WOW dafür noch keine Erweiterung. Also, was tun? Wir wollen doch nicht etwa das Haus verlassen!

Keine Sorge, ich als MMO Veteran, Sozialarbeiter und Guru weiß natürlich Rat. Überweist mir pünktlich eure Spenden und ich lasse euch an meiner Weisheit teilhaben.

Natürlich reagiert der Markt auf solche offensichtlichen Defizite - schwächliche Angebote wie lächerliche Webchats und mehr oder weniger gute Datingseiten (und natürlich fantastische Datingseiten.. jawoll, Boss!) zeigen es. Aber wir sind Gamer. Wir wollen das alles in feiner 3D-Grafik. Und… hey, das coolste wäre, wenn das richtige (echte!) weibliche Spieler wären, die genau das wollen, was auch wir einsamen Gamer suchen. Sex. Oder besser: Eine angenehme Simulation von Sex minus die peinlichen bis kostspieligen Risiken, die ein abenteuer in der freien Wildbahn nach sich ziehen kann. Sex. Mit Leuten die so aussehen, wie eigentlich sollten. Ich kann so aussehen wie ich sollte - also, 10 cm größer, 30% mehr Muskelmasse, 20% dichteres Haar. Nebst einigen anderen Detailverbesserungen, die wir hier nicht diskutieren müssen. Ahem.

Diesseits von den virtuellen, scheinbar recht profitablen Puffs in Second Life scheinen die ersten spezialisieren Projekte für diese ganz andere Sorte von “Spielen ab 18″ zu erscheinen - einer der ersten Vertreter sollte wohl Spend the Night von Republik Games werden, eine Art Sim-Abschleppladen mit einer gewissen Luxusnote. Und ja! In STN wird alles in 3D realisiert. Auch die privateren Momente. Da das MMO noch nicht erschienen ist, und noch nicht einmal Screenshots zu bekommen sind, kann ich auch noch nichts über die Unterstützung von Force Feedback Controllern sagen.

“We have found, just in talking to people and focus tests, that women respond better to our concept than men. That’s not so say that men aren’t interested but women are truly intrigued by this idea because it’s geared towards them and it involves them.” [Next Generation]

Nun, natürlich kann man sich über solche Spiele ziemlich leicht lustigmachen - ich finde es ziemlich interessant, wenn leute, die sich als Ork verkleiden über andere herziehen, die so tun als ob sie ein wildes Liebesleben hätten. Ich bin sehr gespannt, wie weit die Käuferschaft diese Angebote ernst nehmen wird, insbesondere weil STN und andere angebote nicht nur einsame Geek-Hengste ansprechen, sondern auch “ganz normale” Männer ganz gezielt auch Frauen. Discuss!

Psychonauts!!!

Mittwoch, Februar 22nd, 2006

Gute Neuigkeiten bezüglich Psychonauts!

  1. Entgegen meiner ursprünglichen Befürchtung bzw. Annahme aufgrund des dicken “KOMPLETT IN DEUTSCH!”-Logos auf der Packung befindet sich auf der deutschen Version des Spiels auch die komplette englische Ausgabe. Man muss lediglich die Sprachversion der Xbox auf Englisch umstellen, aber das ist ja eh klar. Ich hatte meinen Dealer schon beauftragt, eine UK-Version zu importieren, da rief er mich eines Tages an: “Wir haben es ausprobiert! Psychonauts läuft auch auf Englisch! THE CALL IS COMING FROM INSIDE YOUR PANTS!”
  2. Es rockt. Unendlich. Richard schrieb das bereits. Aber ich war noch skeptisch. Ich dachte: okay, lustig ist es bestimmt. Aber das Spiel selbst ist bestimmt langweilig. Sieht doof aus. Klingt ätzend. Riecht komisch. Was auch immer. Aber nein! Selten habe ich so ein rundes Spiel gesehen! Da stimmt einfach so gut wie alles; Gameplay, Präsentation, Story, Humor… ganz ehrlich, damit mir ein echter Kritikpunkt einfällt, müsste ich so sehr mein Hirn anstrengen, dass es implodiert! Und das beste: man muss sich bei diesem Spiel nichtmal — wie sonst oft, gerade bei Jump’n'Runs — damit rausreden, dass das Spiel das Kind in einem anspricht. Das tut es nämlich nicht! Psychonauts ist ein Spiel für Erwachsene. Sollen Tom Clancy, der zweite Weltkrieg und Gordon Freeman doch sehen, wo sie bleiben. Für sowas sind wir einfach zu alt!

Scherbenhaufen

Dienstag, Februar 21st, 2006

Ich komme gerade vom Zahnarzt. Wo bis gestern noch eine Lücke war, ist jetzt ein neuer Zahn. Juhu! Aber eigentlich wollte ich etwas über MMOGs schreiben. Dieser Beitrag auf golem.de enthält nicht nur ein paar interessante Details dazu, was für eine Rechenpower eigentlich hinter einem Onlinespiel wie EVE Online steckt, sondern er hat mich auch daran erinnert, wie cool es eigentlich ist, wenn ein Onlinespiel nicht in mehrere unterschiedliche Shards aufgeteilt ist.

Shards! Ha. Dieser Begriff wurde damals von Ultima Online etabliert. Dort wurde die Aufteilung des Spiels in mehrere parallel und komplett voneinander getrennt existierende Spielwelten sogar mit der Story erklärt: irgendein böser Zauberer — sorry, mein Ultima-Wissen ist etwas eingestaubt — hat da die Welt in einen Kristall gepackt und den dann zersplittert, woraufhin in jedem Splitter eine Kopie der Welt entstand. Oder irgendwie sowas.

Die meisten MMOGs sind in solche Shards aufgeteilt. Manchmal heißen die auch Realms. Oder einfach Server. Und in den allermeisten Fällen ist diese Aufteilung auch durchaus sinnvoll. Zum Beispiel könnte man nur sehr schwer die fünzig Fantastillionen World of Warcraft-Spieler in die doch relativ kompakte Welt des Spiels stopfen. Also werden die halt auf mehrere Kopien der selben Welt verteilt. Dann bietet die Aufteilung des Spiels auch eine einfache Möglichkeit, es sauber skalieren zu lassen; hat man auf einmal ein paar zehntausend Kunden mehr als erwartet, richtet man einfach ein paar neue Shards ein, und fertig.

Trotzdem gibt es da draußen ein paar Spiele, die zumindest versuchen, alle Spieler in einer einzigen Spielwelt unterzubringen, was für den Spieler in mir sehr reizvoll ist. In in Shards aufgeteilten Spielen nervt mich schon etwas, dass ich tun kann, was ich will, und 95% der Spielerschaft bekommt davon nie etwas mit, weil sie sich eben auf anderen Shards befindet. Natürlich wäre das in einem nicht in Shards aufgeteilten Spiel kaum anders, aber zumindest theoretisch wäre die Möglichkeit gegeben, mit jedem einzelnen anderen Spieler zu interagieren. Und das mag ich.

Was gibt’s also für Spiele, die jeweils eine große Spielwelt bieten?

Erstmal eins, das eigentlich gar nicht aufgeteilt werden sollte, aber dann doch wurde: Anarchy Online. Ursprünglich hieß es da, dass es nur eine Spielwelt geben und diese bis zu 100.000 Spieler gleichzeitig verkraften würde. Beta und Launch liefen aber eher wackelig, deswegen gab es recht schnell eine zweite Spielwelt, um die Last zu verteilen. Und irgendwann kam noch eine “deutsche” Version mit einer eigenen Welt für deutsche Spieler. Aber naja… sie haben es wenigstens versucht.

Dann gibt es da natürlich Second Life, welches letztendlich davon lebt, dass alle Spieler in der selben Spielwelt existieren — bezieht es seinen Reiz doch nicht aus dem Killen mehr oder weniger austauschbarer Monster und dem Lösen von Quests, sondern aus dem Mitgestalten der Spielwelt und dem Rumspielen mit den Kreationen anderer User. Ich erinnere an dieser Stelle nochmal an den hübschen Umstand, dass es in Second Life Leute gibt, die echtes Geld mit virtuellen scriptgesteuerten Schniedelwutzen verdienen. Wäre ja schade, wenn man da nur einen Bruchteil der Spielerschaft als potenzielle Kundschaft hätte.

Project Entropia ist auch so ein Spielchen, in dem man echtes Geld gegen Spielgeld tauschen kann — und umgekehrt. Im Gegensatz zu Second Life wird die dadurch entstehende Marktwirtschaft in ein echtes Spiel verpackt; man killt Viecher und baut Ressourcen ab, die man dann denen verkauft, die sie zur Herstellung anderer Gegenstände benötigen. Project Entropia ist immer wieder mal in den Schlagzeilen, weil irgendwelche Freaks für viele tausend Dollars dort virtuelles Land kaufen. Was sie damit machen, weiß ich nicht; ich habe das miese Interface und die extrem langweilige Präsentation des Spiels nie lange genug ausgehalten, um es ernsthaft auszuprobieren. Aber immerhin hat es auch eine einzige große Spielwelt. Lobenswert. Und alles andere würde da auch nicht funktionieren.

Und natürlich darf auch EVE Online nicht in so einer Auflistung fehlen. Inzwischen tummeln sich um die 23.000 Spieler gleichzeitig in den — wenn ich mich recht erinnere — ca. 5.000 simulierten Sternensystemen. EVE Online hat sogar eine tolle Lösung für das alte PvP-Problem parat, dass nicht jeder am Kampf gegen andere Spieler teilnehmen will: in den inneren Systemen der Spielgalaxie ist man auf jeden Fall sicher — außerhalb warten zwar die größeren Belohnungen auf den Spieler, allerdings auch blutdurstige Playerkiller. Das ist meiner Meinung nach viel schöner als z.B. in World of Warcraft, wo man sich beim Anlegen eines Characters quasi für seine Lebenszeit auf PvP oder Nicht-PvP(1) festlegt. In EVE kann man erstmal eine ruhige Kugel schieben, sich später in die gefährlicheren Systeme rauswagen, und sich dann wieder zurückziehen, wenn man eins auf die Mütze bekommt und sich doch erstmal gegen die Prügelei mit anderen Spielern entscheidet. Und auch, wenn man nur ganz gemütlich Erze abbaut oder Sachen produziert, anstatt auf Spielerjagd zu gehen, trägt man zur Spielwelt bei. Super.

Nette EVE Online-Geschichte nebenbei: als ich es selber noch spielte, lernte ich einen Spieler aus den USA kennen, der ständig nur bei den Asteroiden rumhing, um Erze abzubauen. Irgendwann fragte ich ihn: “Du hängst ständig nur bei den Asteroiden rum und baust Erze ab. Willst du dich nicht mal weiter raus wagen und ein paar Piraten abknallen?” Daraufhin antwortete er: “Ich bin im echten Leben Soldat. Ich bin erst wieder seit kurzem zuhause und finde es toll, dass niemand auf mich schießt.”

(1) ja, ich weiß, dass man auch auf PvE-Servern mit /pvp in den PvP-Modus wechseln kann. Allerdings sieht das in der Realität ja so aus, dass die meisten Spieler das nur dann machen, wenn sie wissen, dass sie gewinnen. Was die ganze Option meines Erachtens nach überflüssig macht.

50 x N64 @ GTA

Montag, Februar 20th, 2006

Weil hier heute nichts passiert (Hallo Hendrik!), verlinke ich einfach mal GTA. Die haben nämlich gerade eine schöne neue Serie über die besten Spiele des N64 angefangen. Ich persönlich bezweifle zwar, dass es wirklich 50 gute Spiele für das System gibt, aber Schwamm drüber. Vielleicht belehrt mich die Liste ja eines besseren. Ich habe jedenfalls ganz positive Erinnerungen an die Konsole. Wer die Geschichte meines N64 hören will, muss allerdings brav GTA lesen, denn ich bin einer der “Kollegen aus dem In- und Ausland”, die sich an der Serie beteiligt haben. Auf welchem Platz mein Meisterwerk zum den Themen “Wave Race 64″ und “Konsolenspiele auf winzig kleinem s/w-Fernseher” auftaucht, weiß ich allerdings nicht. Etwas Geduld also. Aber zu wissen, dass es fürs N64 ein Prügelspiel im Parappa-Look gab, ist doch auch schon was wert, oder?

Fische, Pinguine, Yetis, Curling und Nippel

Sonntag, Februar 19th, 2006

Achtung, ich schreibe wieder über die Gamestar. Aber keine Sorge, heute bin ich ganz lieb. Ich kann ja nicht anders und blättere da beim Supermarkt immer mal wieder durch oder schaue mir zumindest die Wertungen im PCX Forum an. Was mich diesmal wirklich erstaunt hat, waren die Spiele die da getestet wurden. Hier mal eine Auszug:

- Pinguin vs. Yeti
- Call a Pizza Dude (8%!)
- Nipplegate
- Mall Tycoon 3
- Curling 2006
- Fish Tycoon

Und das sind nur die Spiele die schon vom Namen her offensichtlich als Dreck erkennbar sind. Da tummeln sich die Spiele mit Wertungen zwischen 8 und 41 Prozent nur so. Ganze 15 Stück gibt es davon. Spiele über 80 Prozent? Bloß fünf Stück. Davon schaffen es vier nur so gerade eben über diese Grenze, eins davon ist eine Compilation alter Spiele und eins eine Erweiterung. Zudem ist die Gamestar von einem Spiel ja nur wirklich begeistert, wenn es über 85% bekommt. Das schafft genau eins dieser fünf Spiele. Und das ist wiederum die gerade erwähnte Erweiterung (für Sims 2).

Der Rest ist Mittelbau, irgendwo 42 und 79% und somit sicher seinen Preis nicht wert. Von den meisten dieser Spiele habe ich noch nie gehört, obwohl ich nun wirklich ein fleißiger Newsseitenleser bin. Die Spiele die ich erkenne, sind meistens lieblose Konsolenports die man besser auf der Konsole gelassen hätte.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass Februar halt kein sonderlich guter Monat für Spiele ist. Und das stimmt natürlich auch. Aber als ich noch PC Zeitschriften abonniert hatte, war all dieser Schrott nicht im Heft zu finden, dafür aber zumindest immer ein richtig ordentliches Exklusivspiel für den PC.

Ich meine…Fish Tycoon? Nipplegate? Da wird einem so langsam klar, warum man seinen PC nicht aktualisiert hat, sein Spieleverzeichnis leer ist, alle nur noch WoW spielen und außer WoW auch keiner der Toptitel des letzten Jahres auf dem PC zu Hause war.

Selbst die Vorzeigeprodukte scheinen nicht mehr viel zu taugen. Commandos war mal ein echter Stein im Wertungsbrett aber die neue Folge kommt nur auf 72%. Battle for Middle-Earth kriegt nur 82%? Empire of War enttäuscht auch, da scheinen mir 81% fast zu gnädig.

Die Schlussfolgerung ist ziemlich klar: Der PC Markt ist völlig degeneriert. Nachdem inzwischen selbst all die guten Shooter auf Konsolen rauskommen, klammern sich nur noch die Echtzeitstrategie- und Sim-Genres an die Plattform, während diese ansonsten mit einem Haufen unerträglichem Schrott überschwemmt wird.

Das ist irgendwie schade, denn ich komme ja eigentlich aus dem Computerspielerlager. Ich bin mit C64, Atari ST und Amiga aufgewachsen, dann zum PC gekommen und eigentlich erst mit der aktuellen Generation voll in die Konsolen eingestiegen. War wohl gerade noch rechtzeitig.

Einziger Lichtblick: Independent Spiele kommen trotz Xbox Live Arcade immer noch fast komplett auf der PC raus. Und dafür braucht man nicht mal eine GeForce99999XT+GoALPHA!!1.

Allerdings auch keine Gamestar. Aber das ist ein anderes Thema. Wobei die Frage natürlich schon interessant ist, ob man sich dort wegen des andauernden Verfalls des PC Marktes Sorgen macht. Schließlich brauche ich keine Kaufberatung um zu wissen, dass “Fish Tycoon” mir keinen großen Spaß bringen wird.

Wo ist eigentlich… Quake 3 Arena?

Samstag, Februar 18th, 2006

Wenn man mit der allgemeinen Lage der Spielebranche unzufrieden ist und irgendwie wochenendleerlaufbedingt vor sich hin abhängt, hilft ein Griff zu Spieleklassikern. Wie zum Beispiel Quake 3 Arena. Moment Mal, “Spieleklassiker”? Tjaja, das Ding ist tatsächlich schon fast 7 Jahre alt. Und rockt immer noch. Der Begriff passt also ganz gut.

Leider ist es bei solch “alten” Spielen nicht so, dass man die CD einlegt, das Ding installiert und sofort loslegen kann. Leider ganz im Gegenteil. Nach der Installation braucht man erst mal das aktuelle Point Release (aka Patch, aber id Software mochte wohl den Klang des Wortes nicht so sehr). Das zu bekommen ist schonmal ein Abenteuer in sich. Hat man es endlich installiert, braucht man einen vernünftigen Serverbrowser. Hier scheint sich in den letzten Jahren nicht viel getan zu haben; der Platzhirsch GameSpy Arcade ist, wenn man einfach nur einen Server zum Spielen finden will, nach wie vor viel zu überladen und zeigt aus unerfindlichen Gründen auch noch kaum Q3A-Server an, also greift man zum nach wie vor extrem hässlichen, aber zufriedenstellend funktionierenden All Seeing Eye, das übrigens in der Zwischenzeit offenbar von Yahoo gekauft wurde, huch.

Hat man das ganze Zeugs installiert, muss man leider feststellen, dass die meisten Server, auf denen überhaupt Spieler sind und die auf der richtigen Version laufen, einen recht schnell in den Spectator Mode katapultieren, weil das mit dem Point Release installierte Cheat-Schutz-Programm PunkBuster nicht in der aktuellen Version vorhanden ist. Angeblich soll es sich selbst updaten, tut es aber nicht, also greift man wohl oder übel zum manuellen Updater PBSetup.

Nach dieser Tortur darf man endlich Quake 3 Arena spielen. Puh. Und siehe da, trotz des ganzen vorhergehenden Aufwands macht das Spiel um einiges mehr Spaß als z.B. das olle Battlefield 2, denn im Gegensatz zu dem ist Quake 3 Arena schnell, bunt, laut und voller Spaß. (Was womöglich auch der Grund dafür ist, dass der Multiplayer-Modus des aktuellen Quake 4 lediglich versucht, den von Quake 3 Arena zu kopieren. Was nicht gut geklappt hat.)

Lust auf ein Antigames-Q3A-Match?

French the fries!

Freitag, Februar 17th, 2006

Kochen macht Spass, keine Frage. Gemüse schnippeln, Fleisch anbraten, Sosse abschmecken - Nahrungszubereitung ist ein Fest für alle Sinne. Daher ist es wohl auch kein Wunder, dass das Thema in Videospielen noch nicht so richtig aufbereitet wurde, nur mit Pad und geruchsneutralem Fernseher bleibt ein grosser Teil des Spasses auf der Strecke. Klar, da gab es diese Sidequest in Suikoden II, in der man das ultimative Rezept gesucht hat. Oder die Hommage an Iron Chef in Star Ocean 2, in der man gegen den Teufelskoch aus der Unterwelt antreten musste. Und natürlich sollte man die herrlich bizarren Küchenstages in Parappa the Rapper 1&2 nicht vergessen… aber im Grossen und Ganzen hat das Kochen bisher noch keine bedeutende Rolle gespielt. Ausser vielleicht in Yoshinoya, das aber wohl eher das japanische Äquivalent zu McDonalds: Das Spiel darstellt.

Aber egal, ich schweife schon wieder ab. Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass demnächst ein richtiges, ausgewachsenes Kochspiel für den DS erscheint. Cooking Mama heisst es, und was da auf der offiziellen Seite so zu sehen ist, lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Besonders dieses, äh, Steak mit Spiegelei hat es mir angetan. Mein Japanisch ist zwar mehr oder weniger nicht-existent, aber so wie es aussieht wird da mit dem Stylus das Fleisch gewendet, anschliessend die Temperatur runtergedreht und zum Schluss das Ei draufgehauen. Das, meine Damen und Herren, ist mobile Unterhaltung der Zukunft. Wirklichkeitsnah, gewaltfrei und ästhetisch ansprechend. Was ich mich jetzt nur noch frage ist, ob man ins Mikrofon pusten und anschliessend an der Ecke des DS lutschen kann; zum Probieren halt. Das Spiel erscheint nächsten Monat in Japan und kann unter anderem von hier bezogen werden. Hey Richard, wie wär’s mit einem Import-Review?

Vorhof der Hölle

Donnerstag, Februar 16th, 2006

Gestern habe ich in einem Kommentar beklagt, dass es in Münster keinen vernünftigen dezidierten Spieleladen mehr gibt. Daraufhin hat dann Spielkind den ebgames erwähnt. Grundsätzlich klingt die Idee doch nicht schlecht, oder?

Dummerweise ist ebgames allerdings kein Spieleladen, sondern bloß ein als Spieleladen getarnter Außenposten der Hölle. Ihr glaubt mir nicht? Dann wart ihr wohl noch nie in einem ebgames.

Zunächst mal ist der Laden relativ klein. Das wäre jetzt nicht so dramatisch, wenn er nicht gleichzeitig der Sammelplatz für alle blaumachenden Blagen in ganz Münster wäre. Das bedeutet nicht nur, dass es darin bei warmem Wetter riecht wie in einem Pumakäfig sondern auch dass man kaum rein kommt, noch schwieriger wieder raus kommt und gar nicht an die Ware ran kommt.

Wenn man sich dann mal reingezwängt hat, muss man feststellen, dass alle interessanten Spiele die dieses Jahr auf den Markt kommen sollen, offensichtlich gestern wie durch Zauberhand erschienen sind. Zumindest steht für jedes Spiel das irgendwann mal angekündigt wurde, eine Packung im Regal. Wenn man sich diese Packungen allerdings mal genauer anschaut, stellt man allerdings fest, dass es sich dabei nur um Vorbestellboxen handelt. Mal abgesehen davon, dass man ziemlich doof sein muss ein Spiel vorzubestellen, von dem man noch gar nicht weiß, ob es wirklich so toll ist wie die PC Action in ihrem Preview behauptet hat, macht es diese Praxis völlig unmöglich festzustellen, was denn jetzt wirklich gerade frisch rausgekommen ist.

Als nächstes stellt man dann fest, dass alle Spiele im ebgames unglaublich günstig sind. Cool, was? Denkste. Wenn man sich den riesengroßen Sticker mit dem winzig kleinen Preis genauer anschaut, liest man im Kleingedruckten dass dieser Preis nur dann gilt, wenn man ebgames zehn seiner alten Spiele schenkt und seinen erstgeborenen Sohn verspricht. Daneben ist dann in noch kleinerem Kleingedrucktem der wahre Preis zu lesen. Meist immer ein bisschen mehr als beim Saturn.

Natürlich kann man seine alten Spiele, Konsolen oder zukünftigen Söhne (plus eine ordentliche Portion Bargeld) nicht nur gegen neue Spiele und Konsolen eintauschen, sondern auch direkt an ebgames verkaufen. Wobei “verkaufen” vielleicht nicht das richtige Wort ist, denn die Summen die der Laden für gebrauchte Spiele bezahlt, sind ein schlechter Scherz. Nennen wir es mal Aufwandsentschädigung. Die Preise liegen nämlich in etwa bei einem Drittel von dem, was man bei eBay bekommen würde.

Trotzdem gibt es anscheinend genügen Volltrottel die mit ihren alten Spielen zu ebgames latschen. Denn die Teile der Regal in denen sie nicht Spiele untergebracht haben die es noch gar nicht gibt, sind voll alten Ramsch. Wer also unbedingt zehn Mal das Scorpion King Spiel für den Gamecube zu furchtbar überteuerten Preisen kaufen möchte, der ist bei ebgames genau richtig. Wer ein neues Spiel will, der hat es schwierig. Denn für so was ist bei ebgames kein Platz mehr im Regal. Wer also keine Lust hat zukünftige Söhne gegen zukünftige Spiele zu tauschen, alten Schrott zu völlig überteuerten Preise zu kaufen oder sich beim Verkauf seiner alten Spiele abzocken zu lassen, der kann mit dem Laden nicht viel anfangen.

Apropos abzocken: Da die alten Spiele mit neuen Preissticker ja im Laden rum liegen, kann man als Verkäufer seiner Spiele sogar nachrechnen wie heftig man abgezockt wird. Der Preis für ein gebrauchtes Spiel liegt dabei wesentlich über dem Preise, den das gleiche Spiel in besserem Zustand bei eBay erzielen würde. In Kombination mit dem geringen Einkaufspreis macht das die Gewinnspanne für ebgames so groß, dass selbst der beschränkteste Volltrottel eigentlich merken müsste, dass er da übers Ohr gehauen wird. Andererseits: Wer das Scorpion King gekauft hat, dem ist vielleicht wirklich nicht mehr zu helfen.

Es gibt ja Leute die glauben das Ende aller Tage stehe kurz bevor. Dabei werden Orkane, Flutwellen, Erdbeben oder Krieg als Gründe genannt. Ich persönlich glaube diesen Leuten ja. Aber Orkane, Flutwellen, Erdbeben oder Krieg haben damit nichts zu tun. Die gab es nämlich schon immer. Das wäre Zeichen für die Apokalypse ist nämlich der ebgames in Münster.

Denn der ist neu. Und echt die Hölle.

Warcraft essen Seele auf

Donnerstag, Februar 16th, 2006

Okay, World of Warcraft ist erfolgreich. Sehr erfolgreich. Darüber braucht man nicht zu streiten. Nerven tut mich jedoch das aktuelle Gejaule ob des zerstörerischen Effekts des Spiels auf den Rest der PC-Spiele-Branche. Da erscheinen auf einmal Beiträge wie dieser auf heise.de, der von einem zeitweisen Umsatzrückgang von bis zu 30% bei den Spielehändlern berichtet. Huch! Handelt es sich bei World of Warcraft also um ein Umsatz fressendes, die Spieleindustrie in Schutt und Asche legendes, nicht aufzuhaltendes Ungetüm? Müssen demnächst reihenweise die Spielehändler dicht machen, weil die Kids nur noch Gametime-Karten und kein FIFA mehr kaufen wollen? Ist Electronic Arts jetzt auf eine Reaktivierung des bereits eingestellten Ultima X: Odyssey angewiesen, um zu überleben, weil die Leute nur noch Onlinerollenspiele spielen wollen?

Aber… moment mal! Onlinerollenspiele gibt es doch schon seit Ewigkeiten. MMORPG-Witwen, Suchtgefahr, Mord & Totschlag wegen Streitigkeiten um virtuelle Güter und Leute, die nach 50 Stunden Dauerspielen tot vor dem Monitor zusammenbrechen gab es auch schon ohne World of Warcraft. Vielleicht geht die Gefahr also gar nicht von der Tatsache aus, dass World of Warcraft ein Onlinerollenspiel ist, sondern vielleicht davon, dass es sich dabei, man glaube es kaum, einfach um ein extrem gut gemachtes Spiel handelt?

Ich habe da zwei verrückte, kleine Thesen bezüglich des Umsatzrückgangs bei den PC-Spielen:

  1. Für den PC kommt fast nur noch Schrott auf den Markt. Klar, es gibt Ausnahmen. Allen voran ja World of Warcraft. Spiele wie Sims 2 und The Movies taugen ja auch noch halbwegs. Aber sonst fällt mir ehrlich gesagt nichts ein, was mich wirklich begeistern konnte. Sogar Age of Empires 3 hat mich trotz meiner Liebe zu den Vorgängern enttäuscht (gut, ich kenne auch nur die Demo). Die angeblichen Shooter-Hoffnungen F.E.A.R. und Quake 4 waren letztendlich doch ziemliche Gurken. Und, äh, ist eigentlich sonst noch irgendwas für den PC erschienen?
  2. Man mag es kaum glauben, aber die Konsolen sind endlich auch in Europa angekommen. Ich habe leider keine Zahlen zur Hand, aber ich behaupte einfach mal völlig irrationaler Weise, dass im Jahr 2005 in Deutschland so viele Konsolen und Konsolenspiele gekauft wurden wie nie zuvor. Und dass dieser Trend nicht zuletzt wegen der neuen Konsolengeneration anhalten wird. Ist so ein Bauchgefühl, wisst ihr. Ich schaue mir meine vielen Bekannten an, die sich auf dem PC nie für Spiele interessiert haben, aber auf einmal eine Xbox, PS2 o.Ä. im Wohnzimmer stehen haben (oder World of Warcraft spielen). Kann es am Ende sein, dass der Markt vielleicht sogar wächst?! Nur halt nicht so, wie es die faule, langeweilig-gelangweilte PC-Branche gerne hätte?

Aber nein, das kann ja alles nicht sein, World of Warcraft ist schuld, was fällt Blizzard eigentlich ein. Klar. Wenn auf einmal ein wirklich gut gemachtes Spiel daher kommt, das sogar seine monatlichen Gebühren locker wert ist, dann merkt der Rest der Branche, dass er mit dem zweimillionsten WW2-Shooter auf Dauer nicht davon kommt.

Ach ja, vielleicht sollte man auch erwähnen, dass der heise.de-Artikel von Andreas Lober stammt, der auch hinter der dort verlinkten Site Gamesdynamite steckt. Und schaut man sich deren Artikel an, wird schnell klar, wo die Sache mit den 30% herkommt und wie ernst man sie überhaupt nehmen darf.

PC?

Mittwoch, Februar 15th, 2006

Ich habe eben mein WoW Abo gekündigt. Und mich gleichzeitig gegen DDO entschlossen. Konzeptionell sehr schön, aber von Kampfsystem und Menüführung her nicht ausgereift genug. Außerdem ist es so verdammt…braun.

Tja, und nachdem ich die beiden Spiele dann deinstalliert hatte, muste ich feststellen: Mein Spieleverzeichnis ist leer!

Ich habe tatsächlich kein einziges PC Spiel mehr installiert. Ich wüßte auch ehrlich gesagt im Moment keins, was ich installieren wollte. Kein Wunder dass ich kein Bedürfnis verspüre mir einen neuen Rechner zu kaufen.

Deshalb die Frage an die Antination: Auf welche PC Spiele soll ich mich dieses Jahr freuen? Das einzige was mir eingefallen ist, wäre Neverwinter Nights 2. Man könnte Oblivion nennen, aber das ist dann doch eher ein 360 Titel. Das kann man aus Interviewkommentaren wie “wenn ihr den allerallerneusten PC habt, dann könnte das Spiel vielleicht so gut aussehen wie auf der Xbox” schließen. Und, äh, tja. Mehr fällt mir nicht ein. Helft mir mal aus der Patsche und verhindert, dass mein PC zu einer Diplomarbeitsschreibmaschine verkommt.

ICO and the Colossus

Mittwoch, Februar 15th, 2006

Gerade habe ich bei Amazon gesehen, dass sowohl ICO als auch Shadow of the Colossus bereits erhältlich sind. Aus gegebenem Anlass daher jetzt mal Klartext: ich erwarte von allen Antigames-Lesern, dass sie bis zum Wochenende mindestens eines dieser Spiele im Regal stehen haben. Ideal wären natürlich beide. Es ist mir egal, dass ihr keine PS2 besitzt. Es ist mir ebenfalls egal, dass ihr keine Adventure / Spiele mit künstlerischem Anspruch / kurzen Spiele / [sonstige Ausrede bitte hier einsetzen] mögt. Dass ihr pleite seid interessiert mich nicht die Bohne. Verkauft von mir aus den Computer, vor dem ihr gerade sitzt, auch wenn es nicht eurer ist. Niemand braucht ernsthaft mehr als eine Niere. Beim DRK gibt’s Geld für Blutspenden, und für einen gutes Zweck ist es auch noch. Überzeugt einen Verwandten davon, dass Amalgam-Füllungen viel besser sind als dieses olle Gold, und bringt direkt eine Zange mit.

Und damit jetzt keiner behauptet ich mache Werbung für Amazon, hier noch eine alternative Bezugsquelle:
ICO
Shadow of the Colossus

Kaufen kaufen kaufen!

Hardwaregeschichten

Dienstag, Februar 14th, 2006

Reden wir mal über meinen PC. Der wird nämlich bald erstaunliche fünf Jahre alt. Ich habe gerade die alte Rechnung rausgesucht und musste feststellen, dass ich ihn am 4. Mai im Jahre des Herrn 2001 gekauft habe. Für 2076 Deutsche Mark. So lange hatte ich noch nie einen Computer und es gibt auch aktuell keine Pläne ihn auszutauschen. Funktioniert doch noch prima.

Trotzdem, so wie ich mich mit meinem PC manchmal fühle, muss sich im zweiten Weltkrieg der Pilot eines von Flak beschädigten Bombers auf dem Heimweg gefühlt haben. Irgendwie fliegt die Kiste noch, aber alles wackelt so komisch und Motoren zwei und drei machen komische Geräusche. Hoffentlich fallen die nicht über dem Ärmelkanal aus!

Mein Ärmelkanal nennt sich übrigens Diplomarbeit, Motoren 2 und 3 sind irgendwelche Lüfter deren Kugellager sich gerade verabschieden und immer wenn das DVD-Laufwerk anläuft, fängt alles komisch an zu wackeln. Aber auch die funktionierenden Lüfter machen zusammen in etwa soviel Lärm wie zwei Junkers Jumo V12 und vier Rolls Royce Merlin Motoren zusammen.

Ich könnte ihn natürlich austauschen. Obwohl, eigentlich habe ich das schon. Laut Rechnung steht hier nämlich ein 1.2GHz Athlon mit 256MB Speicher und einer GeForce2 GTS 32MB unter dem Tisch. Dabei ist es in Wirklichkeit ein Athlon 2000XP mit 786MB Speicher und einer GeForce Ti4200 64MB. Der DVD Brenner war damals auch noch nicht drin. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Festplatte auch mal eine andere war. Von Maus und Tastatur ganz zu schweigen.

Den Prozessor musste ich mal austauschen, weil der alte durchgeschmort ist. (Es waren 35 Grad draußen und der Lüfter dachte sich “heute drehe ich mich mal nicht”.) Die Grafikkarte war irgendwann nicht nur zu langsam, sondern hatte auch einen Wackelkontakt am Anschluss für den Bildschirm. Die Festplatte hatte irgendwann Lesefehler, also habe ich mir einen DVD Brenner gekauft, Backups gemacht und eine neue reingeschraubt. Zu jedem neuen Release von Visual Studio gab es außerdem einen neuen Speicherriegel. Maus und Tastatur sind irgendwann feindlichem Feuer einer Tasse Tee zum Opfer gefallen.

Und so fühle ich mich ein bisschen wie eine loyale Bodencrew, die ihren alten Bomber nach jeden Einsatz mit viel Schweiß und Klebeband wieder einsatzfähig macht. Klar, die Bomber des anderen Geschwaders haben inzwischen doppelt so viel PS und deutlich mehr Festplattenkapazität, aber man gewinnt seine alte Maschine einfach lieb.

Es liegt auch nicht am Geld. Klar, ich muss sparen, aber ich könnte mir schon einen neuen Rechner kaufen, wenn ich wollte. Aber ich will nicht. Denn das einzige was mich zum Kauf eines neuen PC überreden könnte, wäre ein tolles neues Spiel für den PC, das auf meiner Kiste nicht mehr läuft. Und so was gibt eigentlich nicht. Entweder sind aktuelle PC-Spiele sind scheiße, ich habe sie auf der Konsole schon längst durch oder sie laufen eben doch noch halbwegs flüssig. Mit anderen Worten: Der Gegner hat mir die Lufthoheit überlassen. Und somit wird mein PC erst ausgetauscht, wenn er mal Notwassern muss.

Und bis dahin mache ich jeden Tag ein Backup meiner Diplomarbeit. Nur um sicher zu stellen, dass die nicht im Ärmelkanal versinkt.

Januarhäppchen

Dienstag, Februar 14th, 2006

(Okay, das ist doof und funktioniert irgendwie nicht. Aber ich lasse es mal als gescheitertes Experiment so stehen.)

Nicht ganz so beige wie befürchtet

Montag, Februar 13th, 2006

Vor ein paar Wochen habe ich mich ja so ein bißchen über ein geplantes Spiel von Volvo lustig gemacht. Inzwischen hat mir unser Spionagenetzwerk das kostenlose Werbeprodukt in die Hände gespielt und ich muss sagen, dass es eigentlich ganz nett gemacht ist. Es ist wenig umfangreich, aber die Produktionswerte stimmen. Es ist jedenfalls besser gemacht als die kostenpflichtige Rennspielserie von Ford.

Insgesamt gibt es drei Autos und drei Rennstrecken. Bevor man auf die Rennstrecke selber darf, muss man auf einer Teststrecke einen kleinen Test absolvieren. Das mag das Fahren auf nasser Fahrbahn sein oder auch ein Elchtest. Das Spiel ist dabei so angelegt, dass man erst ohne TKSCMANSGEXPC (oder wie auch immer Volvo ihr ESP abkürzen) fahren muss, was natürlich köstlich in die Hose geht. Danach darf man das System einschalten und dann kommt man weiter. Okay, ich glaube kaum dass ein Volvo so schlecht gebaut ist, dass er ohne dieses System tatsächlich so stark schlingert wie ein Volltrunkener bei schwerem Seegang, und genauso wenig glaube ich, dass man mit dem System so extrem wie auf Schienen fahren kann wie das Spiel behauptet, aber immerhin wird hier versucht mit Gameplay ein Produkt zu verkaufen. Das ist doch mal was. Danach darf man dann entweder eine Art Rallyestrecke durch eine schwedische Eislandschaft fahren, eine amerikanische Küstenstraße entlang düsen oder durch einen klassischen Grand Prix Kurs kurven. Je nach Strecke fährt man dabei gegen die Zeit, versucht rechtzeitig Checkpoints zu erreichen oder muss Computergegner besiegen.

Für umsonst ist das alles sehr professionell und spaßig gemacht. Das liegt wohl auch daran, dass sie keine Werbefirma mit eingeschränkten Flashkenntnissen mit dem Spiel beauftragt haben, sondern Climax, den Entwickler der MotoGP Reihe. Daumen nach oben! Ich habe mal eine Mail in Richtung Volvo geschickt, ob sie vorhaben das Spiel auch in Deutschland zu verteilen. Ich melde mich, wenn ich was weiß.

Ryu - D 1/8192

Freitag, Februar 10th, 2006

Breath of Fire V: Dragon Quarter ist das wohl aussergewöhnlichste Rollenspiel, das mir je begegnet ist. Es passt einfach in keine Schublade, und wirft mit einer Selbstverständlichkeit liebgewonnene Genre-Klischees über Bord, als hätte es die stockkonservativen ersten vier Teile der Serie nie gegeben. Es zu beschreiben fällt mir ähnlich schwer wie bei Killer 7, aber ich werde es trotzdem mal versuchen.

Lesen »

Kleinod

Freitag, Februar 10th, 2006

Wie man mit Videospielen Kunst macht, ohne dabei gleich doof zu sein oder zu vergessen ein Spiel einzubauen, zeigt das an der USC School of Cinema Television (Abteilung “Interactive Media”) entstandene Spiel Cloud. Ich würde ich jetzt gerne was darüber erzählen, aber leider muss arbeiten. Also machen wir es so:

Ihr ladet es euch runter, probiert es aus und erzählt mir was ihr davon haltet.

Go!

Eine Trilogie in 1,5 Teilen

Donnerstag, Februar 9th, 2006

Beim Durchblättern der GEE bin ich auf eine Werbung zu Advent Rising gestoßen. Zunächst einmal bedeutet das natürlich, dass sich THQ endlich mal bequemt hat das Spiel hierzulande auf den Markt zu bringen. Das ist jetzt nicht sonderlich interessant, denn trotz viel guten Willens taugt das Spiel eigentlich nichts.

Interessant ist eher, dass in dieser Werbung das Spiel als “das erste Abenteuer einer Trilogie” angepriesen wird. Und das ist nach aktuellem Erkenntnisstand glatt gelogen.

Klar, Advent Rising war in der Tat als erster Teil einer Trilogie geplant. Aber bevor irgendjemand einen zweiten Teil zu irgendwas machen kann, muss sich der erste Teil erstmal verkaufen. Und das hat er nicht. Und zwar gar nicht. Er hat sich sogar so schlecht verkauft, dass der Chef von Majesco seinen Hut nehmen musste und die Firma beinahe pleite gegangen ist. (Um fair zu sein: Psychonauts trägt auch Schuld daran. Das hat sich nämlich genauso “großartig” verkauft.)

Klar, offiziell hat keiner gesagt, dass es keinen zweiten Teil geben wird, aber Majesco hat sich aus dem Geschäft mit Konsolenspielen zurückgezogen und konzentriert sich wieder auf ihre alte Spezialität, nämlich Handheld. Und inoffiziell arbeitet Entwickler GlyphX auch längst an einem anderen Spiel als einem Sequel zu Advent Rising.

Einziger Hoffnungsträger der kleinen aber loyalen Fangemeinde des Spiels ist “Advent Shadow”, ein Ableger für die PSP. Das Spiel soll wie Ender’s Shadow vom gleichen Autor die Ereignisse des ersten Spiels aus einer anderen Sicht verfolgen und ist somit kein Teil der Trilogie. Und weil es für ein Handheld ist, besteht durchaus die Möglichkeit, dass es nicht zu den vielen Projekten gehört, die Majesco vor kurzem eingestellt hat. Andererseits macht es wenig Sinn ein Spin-Off für einen Flop zu entwickeln und auf der offiziellen Homepage des Spiels hat sich seit der Ankündigung des Spiels im Jahre 2004 nichts getan.

Zusammenfassung: THQ wirbt mit einer Trilogie, die es allem Anschein nach gar nicht geben wird. Kein Verbrechen gegen die Menschheit aber trotzdem irgendwie unschön.

Update: Sieht wohl so aus als wäre Advent Shadow schon letztes Jahr eingestellt worden.

Das sind 0,4% pro Jahr

Mittwoch, Februar 8th, 2006

Update: Die Diskussion mit Gunnar Lott in den Kommentaren ist inzwischen wesentlich interessanter als der Beitrag selber. Also ruhig auch mal weiter nach unten scrollen.

Kaum hat man sich vorgenommen nicht mehr über die Gamestar zu lästern, und dann so was. Eben ist mir beim Durchblättern der aktuellen Gamestar (Cover: Grimmiger Machomann mit Superwumme, was für eine Überraschung!) ein Test zu The Longest Journey ins Auge gefallen.

Was sagt ihr da? Das Spiel ist doch 2001 rausgekommen? Klar, Printmagazine sind für Leute mit Internetanschluss selten sonderlich aktuell, aber das geht dann doch einen Schritt zu weit, oder? Aber halt. Der Test ist legitim, denn TLJ steht jetzt wieder in den Regalen. Als Special Edition mit Windows XP Unterstützung und ein paar kleinen paar kleinen Boni.

Kurz was zum Spiel selber. Als es raus kam, wußten wir das noch nicht, aber es würde sich als im Laufe der Zeit als das letzte wirklich gute klassische Adventure herausstellen. The Longest Journey erzählt nicht nur eine toll geschriebene, epische Geschichte über das Schicksal zweier Welten, sondern inszeniert diese Welten auch wunderbar atmosphärisch und bevölkert sie mit liebenswerten und vielschichtigen Charakteren. Das Spiel hat einen Metacritic Score von 91 (”Universal Acclaim”) und gilt heute als Klassiker. Ein zweiter Teil namens Dreamfall wird dieses Jahr veröffentlicht.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich damals recht stinkig auf die Gamestar war, da sie diesem Meisterwerk eine Wertung von 79% gegeben hatte. Wer die Gamestar kennt, der weiß dass 79% alles andere als eine Kaufempfehlung darstellt. Zwar wurde das Spiel im Text durchaus gelobt, ja sogar positiv mit den alten LucasArts Klassikern verglichen, aber in der Welt von Gamestar durfte ein Spiel ohne Wummen und 3D-Grafik eben nicht über die magische 80% Grenze gehen. Also wurden schnell zwei Alibi-Fehler vorgeschoben (knifflige Rätsel und lange Dialoge) und das Spiel bekam halt nur 79%.

Zeitsprung. Jetzt ratet mal wieviele Prozentpunkte das gleiche Spiel im Jahre 2006 bekommt. Wieder 79%? Nein. Etwas weniger, weil laut Begleittext die Grafik “nicht mehr zeitgemäß” ist? Nein. Es bekommt 81%.

Ja Herrschaftszeiten, nach welcher Methodik gehen die da eigentlich vor? Man sollte fast meinen, dass Herr Lott sein Review von damals sogar nochmal gelesen hat, denn er bringt wieder die exakt gleichen Kritikpunkte (knifflige Rätsel und lange Dialoge). Also ist das exakt gleiche Spiel mit den exakt gleichen Problemen und einer nicht mehr zeitgemäßen Grafik plötzlich zwei Punkte mehr Wert? Woran liegt es? Schlechtes Gewissen, weil man dem Spiel damals Unrecht getan hat? Das machen die zwei Punkte auch nicht mehr gut. Und wenn, dann hätte man es wenigstens im Text eingestehen können. Vielleicht wäre er dann auch nicht so einschläfernd öde.

Oder würfeln die bei der Gamestar doch? Vielleicht haben die so ein Rollenspielsystem? Jedes Spiel fängt bei 100 Punkten an, dann werden 10 Punkte abgezogen weil es ein Adventure ist, 15 weil die Grafik 2D ist und am Schluss wird mit einem W10 gewürfelt, wie die Endnote aussieht.

Für alle die nicht rechnen wollen. 2001 hat Herr Lott eine 4 gewürfelt und dieses Jahr eine 6.