
Okay, World of Warcraft ist erfolgreich. Sehr erfolgreich. Darüber braucht man nicht zu streiten. Nerven tut mich jedoch das aktuelle Gejaule ob des zerstörerischen Effekts des Spiels auf den Rest der PC-Spiele-Branche. Da erscheinen auf einmal Beiträge wie dieser auf heise.de, der von einem zeitweisen Umsatzrückgang von bis zu 30% bei den Spielehändlern berichtet. Huch! Handelt es sich bei World of Warcraft also um ein Umsatz fressendes, die Spieleindustrie in Schutt und Asche legendes, nicht aufzuhaltendes Ungetüm? Müssen demnächst reihenweise die Spielehändler dicht machen, weil die Kids nur noch Gametime-Karten und kein FIFA mehr kaufen wollen? Ist Electronic Arts jetzt auf eine Reaktivierung des bereits eingestellten Ultima X: Odyssey angewiesen, um zu überleben, weil die Leute nur noch Onlinerollenspiele spielen wollen?
Aber… moment mal! Onlinerollenspiele gibt es doch schon seit Ewigkeiten. MMORPG-Witwen, Suchtgefahr, Mord & Totschlag wegen Streitigkeiten um virtuelle Güter und Leute, die nach 50 Stunden Dauerspielen tot vor dem Monitor zusammenbrechen gab es auch schon ohne World of Warcraft. Vielleicht geht die Gefahr also gar nicht von der Tatsache aus, dass World of Warcraft ein Onlinerollenspiel ist, sondern vielleicht davon, dass es sich dabei, man glaube es kaum, einfach um ein extrem gut gemachtes Spiel handelt?
Ich habe da zwei verrückte, kleine Thesen bezüglich des Umsatzrückgangs bei den PC-Spielen:
- Für den PC kommt fast nur noch Schrott auf den Markt. Klar, es gibt Ausnahmen. Allen voran ja World of Warcraft. Spiele wie Sims 2 und The Movies taugen ja auch noch halbwegs. Aber sonst fällt mir ehrlich gesagt nichts ein, was mich wirklich begeistern konnte. Sogar Age of Empires 3 hat mich trotz meiner Liebe zu den Vorgängern enttäuscht (gut, ich kenne auch nur die Demo). Die angeblichen Shooter-Hoffnungen F.E.A.R. und Quake 4 waren letztendlich doch ziemliche Gurken. Und, äh, ist eigentlich sonst noch irgendwas für den PC erschienen?
- Man mag es kaum glauben, aber die Konsolen sind endlich auch in Europa angekommen. Ich habe leider keine Zahlen zur Hand, aber ich behaupte einfach mal völlig irrationaler Weise, dass im Jahr 2005 in Deutschland so viele Konsolen und Konsolenspiele gekauft wurden wie nie zuvor. Und dass dieser Trend nicht zuletzt wegen der neuen Konsolengeneration anhalten wird. Ist so ein Bauchgefühl, wisst ihr. Ich schaue mir meine vielen Bekannten an, die sich auf dem PC nie für Spiele interessiert haben, aber auf einmal eine Xbox, PS2 o.Ä. im Wohnzimmer stehen haben (oder World of Warcraft spielen). Kann es am Ende sein, dass der Markt vielleicht sogar wächst?! Nur halt nicht so, wie es die faule, langeweilig-gelangweilte PC-Branche gerne hätte?
Aber nein, das kann ja alles nicht sein, World of Warcraft ist schuld, was fällt Blizzard eigentlich ein. Klar. Wenn auf einmal ein wirklich gut gemachtes Spiel daher kommt, das sogar seine monatlichen Gebühren locker wert ist, dann merkt der Rest der Branche, dass er mit dem zweimillionsten WW2-Shooter auf Dauer nicht davon kommt.
Ach ja, vielleicht sollte man auch erwähnen, dass der heise.de-Artikel von Andreas Lober stammt, der auch hinter der dort verlinkten Site Gamesdynamite steckt. Und schaut man sich deren Artikel an, wird schnell klar, wo die Sache mit den 30% herkommt und wie ernst man sie überhaupt nehmen darf.
Wow. Eine Minute Unterschied zwischen meinem und deinem Beitrag. Und ich hatte sogar extra noch nachgeschaut, ob heute nicht schon jemand was geschrieben hatte.
Ich halte deine Theorien übrigens für haltbar. Es denke auch eher, dass die Leute soviel WoW spielen, weil es keine vernünftigen Alternativen gibt und nicht die Alternativen verschmähen, weil sie so viel WoW spielen. Insofern ist die Spieleflaute auf dem PC Markt (siehe mein leeres Spieleverzeichnis) durchaus ein Gottesgeschenk für VU.
Fast richtig, würde ich sagen. Ich möchte es noch ein bischen genauer formulieren: Soviele Leute spielen WoW, weil es keine vernünftigen Alternativen gibt. So exzessiv wird es nach dem gelungenen Einstieg allerdings auch gespielt, weil es für einen grossen Anteil das erste MMORPG ist. Die Leute können sich schlicht der neuartigen Spielmechanik nicht entziehen.
Ich find’s gut, das ein richtig schönes High Fantasy Spiel allen anderen in die Eier tritt! Keine Gangster, keine Aliens… stattdessen so richtige Nerdkacke :D
Meine Güte, was ist das bloß für ein allgegenwärtiger Zirkus um World of Warcraft! Die einen verteufeln es, die anderen vergöttern es. Und ich schaue Popcorn-essend zu und amüsiere mich, wie beide Seiten sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. *g*
Ich denke der Rückgang der verkauften Spiele liegt lediglich an den neuen Konsolen. Momentan befindet man sich im Niemandsland zwischen Ps-Box 236… ich bin zumindest im Konsolenbereich verunsichert, wenn Xbox 360, dann auch HDTV. Kostenpunkt sehr hoch. Von daher ist abwarten angesagt… Die Entwickler von Battlefield 2 haben übrigens die PS2 und Xbox version gekickt, da sie nie schwarze Zahlen damit schreiben würden.
Also so ganz von der Hand zu weisen ist das Gejammere allerdings nicht. Da so ein Online-Rollenspiel durchaus einen suchtartigen Charakter hat (weswegen ich das erste Semester auch zur Hälfte in einem MUD verbracht habe), wird nicht nur Geld, sondern vor allem auch jede Menge Zeit gebunden. Zeit, die man sonst in andere Spiele investieren würde. Ich kenne durchaus ein paar Leute, die WoW spielen, und sonst nix. Klar gehen so dem Handel einige Euro verloren.
Die angesprochenen anderen Faktoren spielen aber sicherlich ebenfalls eine grosse Rolle, Deutschland hatte in den vergangenen Jahren einen im europäischen Vergleich überproportional grossen PC-Spielemarkt, das wird sich bestimmt im Laufe der Zeit angleichen.
Klar ist da schon was dran, dass Zeit gebunden wird, die dann woanders fehlt, aber ich behaupte einfach mal, dass World of Warcraft viel mehr zum Gesamtwachstum des Markts beigetragen als ihm geschadet hat — und das vor allem viel mehr als der ganze andere Mist, der die letzte Zeit veröffentlicht wurde.
Dass die Leute der WoW-Sucht verfallen macht sich letztendlich wohl eher in schlechteren Noten und zerstörten Beziehungen bemerkbar als dass irgendein Händler in FFM weniger San Andreas-Exemplare verkauft als erwartet.
Also ich persönlich hab nen Haufen MMORPGs vor WoW gespielt, Ragnarok sogar seit Anfang des europäischen Servers und davor eigentlich jahrelang nicht viel ausser gelegentlichem Quake2. Es fehlt einfach die Langzeitmotivation, MMORPGs sind die einzigen Spiele, die man nicht richtig “durchspielen” kann. Und wenn man doch das Levelmaximum erreicht UND alle Traum-Ausrüstungsgegenstände gefunden hat, kann man mit einem neuen Charakter gleich nochmal anfangen. Oder PvP machen und nochmal komplett umlernen :)
Ihr sagt alle es gibt keine Alternative zu WoW !?
Leute guckt ma aus dem Fenster!
Da steht deine Mutter.
Die Grafik da draußen ist schon geil. Ist aber nicht viel los. Ich bleibe bei WoW.
ich finde auch den Schwierigkeitsgrad da draußen zu heftig…
wenn man überlegt wie lange man braucht um ein bisschen Gold zusammen zu kriegen, wenn man nicht gerade die Klasse “Politiker” gewählt hat.
nene, das ist nicht gut “gebalanced”.
völlig lächerlich dieses Aufgerege um WOW – jeder Mensch ist für seine Handlungen selbst verantwortlich und wer die eigene soziale Ausgrenzung auf eine Aneinanderreihung von Bits&Bytes schiebt, lebt an der Realität vorbei – und da kann niemand was für – außer ihm/ihr selbst…
Kommt mal klar…
Willkommen im Internet!