Archiv für März 2006

Entspannungstherapie

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Die Welt kann ganz schön hart sein. Deadlines bei der Arbeit, Diplomarbeiten die sich unverschämterweise nicht von alleine schreiben, ein Winter der viel zu lange gedauert hat, ein Auto das langsam Rost ansetzt, und nicht genug Geld für einen neuen PC. Draußen lauern angeblich überall Terroristen und in wenigen Monaten muss man sich einen Job suchen.

Wenn man dann Zuflucht bei Videospielen sucht, wird alles noch härter. Denn wer soll sich bitteschön in Welten voller Gangsterhomies und Terroristentöter entspannen können? Schließlich lauern da ja auch überall Terroristen, diesmal sogar wirklich. Und wenn man seinen Job dort nicht bis zur Deadline erledigt hat, bustet einem sein Boss sogar eine Cap in den Ass.

Wenn man von dem ganzen Scheiß mal wieder die Schnauze voll hat, dann wünscht man sich man könnte in eine andere Welt entkommen. In eine Welt wo immer die Sonne scheint und wo aus dem Radio nur glückliche Musik kommt. Eine Welt die nur aus Nationalparks und Stränden besteht und in der die Kornfelder immer golden glänzen. Ein Land in dem tausend Sternschnuppen die Nacht erhellen. Eine Welt in der man nicht nur einen Ferrari hat, sondern gleich mehrere. Eine Welt in der nicht nur eine attraktive Frau auf dem Beifahrersitz sitzt, sondern sogar eine die sich nicht beschwert wenn man zu schnell fährt, ja einem für so ein Verhalten gar Herzchen zuwirft. Eine Welt in der Mexiko direkt hinter den Niagarafällen liegt und die Osterinseln per Autobahn erreichbar sind. Eine Welt in der man mit 300 Sachen über die Golden Gate Brücke rasen kann und es keinen stört. Eine Welt in der man sich auch freut, wenn man mal nur Vierter wird.

Mit anderen Worten, eine Welt die entspannt und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert kann.

Diese Welt könnt ihr jetzt kaufen. Ihr Name ist “Outrun 2006 – Coast 2 Coast”, oder, wenn das Oblivion Übersetzungteam die deutsche Version gemacht haben sollte, “Auslauf 2006 – Küste Zwei Küste”. Wenn ihr dann in dieser Welt seid, könntet ihr euch theoretisch darüber ärgern, dass es sich dabei um einen extrem schlichten Arcaderacer mit archaischem Spieldesign handelt. Oder darüber, dass es auch auf der XBox ziemlich heftig pixelt. Aber das werdet ihr nicht tun.

Denn dafür werdet ihr viel zu entspannt sein.

28 Kommentare Autor: Richard
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Im Land der verschollenen Spiele – Teil 2

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(Teil 1)

Gestern abend hat ein Leser angefragt, wo es denn wohl Stella Deus zu kaufen gäbe. Zur Erinnerung, Stella Deus: The Gate of Eternity ist ein strategisches Japan-Rollenspiel für die PS2 im Stil von Vandal Hearts, mit schicker Grafik und solidem Kampfsystem. Letzten Freitag ist es endlich in Europa erschienen, was aber wohl in dem Trubel um die Veröffentlichung von Oblivion untergegangen ist. Erfreuliche Nachricht am Rande: im Gegensatz zu Atelier Iris hat Stella Deus wohl einen 60 Hz Modus, so dass dem Balken- und ruckelfreien Spielgenuss nichts im Wege steht. Gute Arbeit, 505 Game Street.

Jetzt aber zurück zur ursprünglichen Frage: die PAL-Version von Stella Deus gibt es zum Beispiel bei

Play.com (40€)
oder Video&Game (38€)

Auch hier sollte man wohl nicht zu lange mit dem Kauf warten, da das Spiel mit Sicherheit nur in einer kleinen Auflage ausgeliefert wurde.

1 Kommentar Autor: Stefan
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Hardcore Downhill

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Lange nix mehr geschrieben, mmh… also gut. Grandia III ist scheisse! Aber mal so richtig. Ich habe ja letztens schon mal meine ersten Eindrücke geschildert, und inzwischen habe ich das Spiel auch durchgespielt. Was für ein Machwerk. Ja ja ich weiss, Metacritic sagt “generally favorable reviews“, aber ein japanisches Rollenspiel müsste schon die Mutter des Testers erschossen haben, um eine Wertung von unter 70% zu bekommen. Was wohl zum Teil am fackeltragenden Fanmob liegt, den man ansonsten vor dem Redaktionsgebäude stehen hätte.

Na was ist denn nun so schlimm an Grandia III? Ganz einfach, es ist Grandia für Doofe. Teil eins hatte prima Charaktere, prima Dialoge, eine prima Story und ein hervorragendes Kampfsystem. Der zweite Teil hat prima Charaktere, prima Dialoge und ein hervorragendes Kampfsystem. Der Hack&Slay-Ableger Grandia Xtreme hat ein hervorragendes Kampfsystem. Grandia III hat ein gutes Kampfsystem, minus einiger wichtiger Optionen aus den früheren Spielen. Um mal einen Freund zu zitieren, dem ich neulich wortlos das Pad in die Hand drückte: “Wie zum Henker kann ich ausweichen?” Gar nicht, die Funktion wurde gestrichen. Dafür kann man jetzt Air Combos ausführen. Oh, toll, nutzloses Blendwerk. Apropos Augenwischerei, Magie und Special Moves spielen eine wesentlich grössere Rolle als in den vorigen Teilen, wahrscheinlich um mit flotten Kamerafahrten und bunten Lichteffekten von den spielerischen Mängeln abzulenken.

Die Story taugt genauso wenig. Ich habe selten so einen lieblosen Rotz aus Jahrzehnte alten Klischees und schmalztriefendem Pathos gesehen. Dagegen wirkt Dragon Quest VIII geradezu jugendlich frisch, und das Spiel ist 1986 in eine Stasiskammer geklettert. Sämtliche Charaktere haben weniger Tiefe als Parappa the Rapper, meine Gegner kommen samt und sonders ohne Hintergrundgeschichte und Motivation aus und die Dialoge führen bei mir zu knatterndem Brechdurchfall. Mal ehrlich, wer möchte schon gegen einen Boss kämpfen, von dem man lediglich weiss, dass er wohl von irgendwoher den Endgegner kennt? Ich nicht. Das Beste ist: ich habe mal die Credits verfolgt, Grandia III hat sage und schreibe fünf Script Writer. Fünf! Und die produzieren so einen sinn- und planlosen Müll. Unglaublich.

Mit zwei zugedrückten Augen will ich dem Spiel mal zugute halten, dass es immerhin “funktioniert”. Es ist kein unspielbarer Schrott wie etwa .hack//infection, und immerhin ist das Kampfsystem selbst mit den genannten Einschränkungen noch sehr kurzweilig. Dennoch, mit Teil 3 hat GameArts den Karren endgültig vor die Wand gefahren. Wer noch nie ein Grandia gespielt hat, kann es von mir aus mal ausprobieren, manchen Leuten soll es ja trotz allem gefallen haben. Idealerweise sollte man anschliessend allerdings Grandia 2 auf dem Dreamcast und zum Schluss Grandia auf der Playstation spielen, die Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Teilen sind wirklich erschreckend. So, für mich ist die Serie erstmal gestorben.

11 Kommentare Autor: Stefan
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Ich geb’s auf…

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Aus einem Eurogamer Interview mit dem Produzenten des Scarface-Spiels:

Using the left and right analog sticks, you can aim the reticule precisely – aiming for the head or kneecap, for example. In fact, according to producer Cam Weber, “You can actually target the left or right testicle.” Which brings us neatly to the reward you’ll receive for your efforts – ‘Balls Points’. Collect enough and your Balls Meter will fill up to the point where Tony goes into a Blind Rage, unleashing all manner of violent destruction on anything that gets in his way.

Sie haben tausende von Jahren menschlicher Kulturgeschichte und die ganzen Möglichkeiten eines aufregenden neuen Mediums zur Vergügung und das einzige was ihnen einfällt ist mir die Wahl zu geben, ob ich meinen Gegnern den linken oder rechten Hoden wegschießen möchte? Tja, diese schwerwiegende Entscheidung kann ich natürlich erst treffen, wenn ich weiß für welchen Hoden ich mehr “Balls Points” bekomme.

Wisst ihr was? Die Innenminister der CDU haben doch recht. Am besten wir verbieten den ganzen Scheiß. Dann muss ich mich wenigstens nicht mehr so viel aufregen.

21 Kommentare Autor: Richard
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Stäbchenspiele

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Ich musste mit meinem DS dieses Jahr eine Lektion lernen. Diese Lektion lautet “keine Spiele kaufen, die den Touchscreen nicht nutzen”. Aus irgendeinem Grund habe ich nämlich mit meinem DS einen Riesenspaß, solange hinten ein Spiel drin steckt, was die Verwendung des Stylus verlangt, aber mit allen anderen Spiele erzeugt das Gerät bei mir akute Langeweile.

Drei solcher Spiele habe ich bisher gekauft und war irgendwie jedes Mal enttäuscht. Phoenix Wright klang zum Beispiel auf dem Papier wirklich toll. Eine Anwaltssimulation mit viel Humor, wo man “Einspruch” rufen darf und die im Kern ein klassisches Adventure ist. Leider ist das Spiel trotz eines recht positiven ersten Eindrucks dann doch erschreckend öde gewesen. Gerade außerhalb des Gerichtssaales ist es bloß ein ätzendes Dauerklicken. Alle Orte besuchen, dort alle Leute anquatschen und alles auf dem Bildschirm einmal anklicken. Wehe man übersieht was, dann geht es nämlich nicht weiter. Im Gerichtssaal gewinnt das Spiel etwas an Tempo, aber auch hier muss man eigentlich bloß bei jedem Satz einmal nachhaken und auf alle gestellten Fragen mit ja antworten. Das einzige was bei Phoenix Wright überhaupt einem Spiel nahe kommt, also echte Interaktion bietet, ist das Finden von Widersprüchen in Zeugenaussagen. Das ist eigentlich eine ziemlich gute Idee. Wenn ein Zeuge etwas sagt, was nicht stimmen kann, dann hält man ihm einfach das passende Beweisstück unter die Nase. Dummerweise ist die Lösung meist so offensichtlich, dass kein richtiger Spaß aufkommt.

Das zweite stylusfreie Spiel das ich mir gekauft habe ist Sonic Rush. Auch hier war der erste Eindruck sehr gut. Es ist bunt, es ist schnell, es macht blingblingblingbling! und baut launige 3D-Elemente in sein klassisches 2D-Gameplay ein. Tatsächlich ist Sonic Rush auch das beste Sonic Spiel seit Ewigkeiten. Aber trotzdem kommt man nicht um die Tatsache herum, dass das grundlegende Spieldesign einfach kaputt ist. Gewinnen kann man eigentlich nur, wenn man den Level auswendig lernt oder viel Glück hat. Ich hatte eine Weile Spaß an dem Spiel, aber ich fürchte ich werde es trotzdem nie durchspielen.

Und schließlich haben wir da noch Partners in Time. Das ist so ein Spiel, das ich wirklich lieben wollte. Es hat auch wirklich viele liebenswerte Elemente. Stuffwell ist zum Beispiel cool. (Stuffwell ist ein laufender Koffer der so eine Mischung aus Inventar und tragbarem Tutorial darstellt und sehr komisch redet.) Die L33T HAMM3R BROZ. haben mir auch ein Schmunzeln entlocken können. Und schließlich ist das Kampfsystem eine ziemlich gelungene Mischung aus den rundenbasierten Kämpfen japanischer Rollenspiele und den klassischen “Spring dem Monster auf dem Kopf”-Geschicklichkeitselemente der Mario Reihe. Aber trotzdem…Stefan hatte recht. Ein Rollenspiel mit Mario ist irgendwie doof. Es gibt keinen nennenswerten Plot. Die Dialoge sind witzig, aber irgendwie nicht witzig genug. Es ist kein schlechtes Spiel, aber es reißt mich einfach nicht mit. Egal wie viel Mühe ich mir gebe. Nach sieben Stunden Spielzeit bin ich knapp davor aufzugeben.

Also, Lektion gelernt. Hier werden erstmal keine Spiele mehr fürs DS angeschafft, bei denen der Stylus in seinem Loch bleibt. Als nächstes kaufe ich mir Rub Rabbits. Dann kann endlich wieder gerieben und gerubbelt und geblasen werden bis…Moment. Das kommt jetzt irgendwie falsch rüber.

Aber ihr wisst schon was ich meine.

32 Kommentare Autor: Richard
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Zurück in die Arena

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So ungefähr 1992 beschloss der bis dahin hauptsächlich durch Sportspiele wie die Wayne Gretzky Reihe und einige Terminator-Actionspiele bekannte Spieleentwickler Bethesda, ein Fantasyspiel zu machen. In diesem Spiel sollte sich der Spieler durch diverse Arenen kämpfen müssen, bis er am Schluss gegen den mächtigen Kampfmagier Jaga Tharn antreten durfte. Inspiriert durch Spiele wie “Ultima Underworld“ und “Legends of Valour“ sowie den Rutger Hauer Film “The Blood of Heroes“ sollte das Spiel eine Ich-Perspektive haben, in richtigem 3D laufen und einige Rollenspielelemente bekommen.

Am Ende der Entwicklung schauten alle überrascht auf und mussten feststellen, dass sie ein episches Rollenspiel gemacht hatten. Ganz ohne irgendwelche Arenakämpfe. Nur der Endgegner hieß immer noch Jaga Tharn.

Das Ganze stellte sich als etwas problematisch heraus, denn es war schon Werbung und sogar Packungen mit dem Namen “The Arena” gedruckt worden. Also dachte man sich schnell eine Ausrede aus (“Äh, das Leben in der Welt von Tamriel ist so hart geworden, dass die Bewohner ihr Land inzwischen einfach ‘Die Arena’ nennen.”) und schrieb noch “The Elder Scrolls” drunter, damit es rollenspieliger klang. Beides wurde noch flott in den Text des Vorspanns übernommen und alles war gut.

Na ja, nicht alles. Denn dummerweise hatte Publisher U.S. Gold mit einem Actionspiel gerechnet und nun guckte man dort etwas komisch aus der Wäsche, als einem von Bethesda eine handvoll Disketten mit einem Rollenspiel in die Hand gedrückt wurden. Man war eindeutig not amused und beschloss sich die beeindruckende Menge von 3000 Exemplaren herzustellen.

Bei Bethesda war man sich deshalb inzwischen relativ sicher, dass man die Firma ruiniert hatte. Glücklicherweise war das Spiel verdammt gut, hörte einfach nicht auf sich zu verkaufen und entwickelte sich zu einem Kult-Hit. Die Elder Scrolls Reihe war geboren. Der letzte Teil ging lässige vier Millionen Mal über die Ladentheke und die neueste Ausgabe namens “Oblivion“ ist der erste große Titel des Jahres 2006.

Da ich dummerweise nicht die Hardware habe dieses neue Spiel zu spielen, dachte ich mir ich gehe mal zu den Anfängen der Reihe zurück und schaue was Arena heutzutage noch taugt.
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25 Kommentare Autor: Richard
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Morrowind!

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Da ich mich erstmal gegen den Spontankauf einer 360 entschieden habe, und Oblivion somit erstmal eine ganze Weile warten muss, habe ich meine Collector’s Edition von Morrowind wieder aus dem Schrank geholt. Mir ist nämlich aufgefallen, dass es dafür ja inzwischen eine ganze Menge von Mods geben müsste. Die offiziellen Erweiterungen ja wohl leider eher etwas gurkig gewesen und ch habe sie ehrlich gesagt nicht gespielt, weil sie wohl sie Add-ins waren, ich meinen Charakter nicht mehr hatte und keine Charaktere mitgeliefert wurden, mit denen man den neuen Content direkt hätte spielen können. Also wäre es nötig gewesen erstmal drei Abende hüpfend Cliffracer zu vermöbeln, um in den Genuss der neuen Inhalte zu kommen. Nein, danke.

Wenn also jemand Tipps für tolle Morrowind Mods hat, dann solle er sich doch mal bitte in den Kommentaren zu Wort melden. Ich suche dabei allerdings eher nichts, was ein erneutes Durchspielen des Spiels erfordert. Ideal wäre natürlich eine tolle Total Conversion, aber ich vermute mal von denen ist wie üblich keine einzige fertig geworden. Vielleicht gibt es irgendwelche coolen Questlines, die man auch als Anfängercharakter spielen kann, oder so? Überrascht mich! Und wenn ich was finden sollte, werde ich mich auch melden.

Und zum Schluß noch ein paar meiner alten Screenhots von Morrowind. Vorgestern hat nämlich jemand gesagt, dass Oblivion quasi Morrowind in schön wäre und dem möchte ich doch vehement widersprechen. Morrowind war nämlich auch sehr schön. Ist es sogar heute noch. Beweise siehe unten.
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29 Kommentare Autor: Richard
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Gestern beim Saturn. Und heute beim Karstadt.

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Ich war mal wieder in den Spieleabteilungen von Saturn und Karstadt und habe dabei folgende Beobachtungen gemacht.

  • Zunächst mal gibt es keine 360 Flaute mehr. Sowohl bei Saturn, als auch bei Karstadt stehen die Premium System stapelweise rum.
  • Ich habe bei Saturn Oblivion in die Hand genommen, mich vor den Stapel mit den 360s gestellt und fünf Minuten gewartet. Leider ist nichts passiert, also bin ich ohne was zu kaufen wieder gegangen. Ich schätze ich warte einfach ein paar Monate.
  • Der Saturn in Münster hat jetzt übrigens ein Bücherregal. Nicht nur nur mit Lösungsbüchern (das Oblivion Lösungsbuch macht durchaus was her), sondern auch mit Romanen zu Spielen wie Splinter Cell und Diablo usw. Ich wette die sie alle absolut furchtbar.
  • Warum hat Nintendo sich eigentlich die Mühe gemacht einen guten deutschen Titel für Partners in Time zu finden, den dann aber nicht auf die Packung geschrieben? Im Eingangsbereich vom Saturn ist der DS-Demo Stand seit einiger Zeit im “Zusammen durch die Zeit”-Look, aber das eigentliche Spiel wird hier mit einem “Partners in Time” Cover verkauft. Wollen die die Kunden absichtlich verwirren?
  • Braucht noch jemand Grandia 2 oder Turok Evolution oder Half-Life? Karstadt in Münster hat davon nämlich jeweils ca. 100 Stück rumliegen. Jeweils für 2€. Irgendwie habe ich noch keinen Laden gesehen, der nicht zu irgendeinem Zeitpunkt Turok Evolution zum Ramschpreis rausgeworfen hat. 2€ ist allerdings sicher der Negativrekord. Davon muss wohl damals jeder Einkäufer eine riesige Menge genommen haben. Dabei wird das Spiel nicht mal durch die Dinosaurier wesentlich aufgewertet.
  • Für den PC gibt es Oblivion übrigens für unter 40€. Das ist geradezu lächerlich günstig, insbesondere im Vergleich mit der 360 Version. Allerdings scheint niemand die Collector’s Edition zu haben, egal für welches System. Schon überall ausverkauft?
  • Bei Karstadt hatten sie Oblivion im Demosystem stecken! Bei Saturn ein ziemlich langweiliges Spiel namens “No connection, please check cable.”. Karstadt FTW! Ich habe natürlich gleich gespielt und war vom Anfangsdungeon erstaunlich angetan,vor allem wenn man bedenkt dass es ein schrecklich klassisches Kellergemäuer war und ich Ratten vermöbeln musste. Als Service für die Allgemeinheit habe ich das Anfangsdungeon übrigens durchgespielt und dann gespeichert. Somit kann sich jetzt jeder bei Karstadt einen Eindruck von der Oberwelt machen. Ich muss allerdings auch sagen, dass sie bei der Oberwelt die Bodentexturen in der Distanz komplett vergurkt haben. Das trübt den Gesamteindruck doch erheblich. Ist das bei der PC Version besser?
21 Kommentare Autor: Richard
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Verspecct

Verspecct

Eigentlich wollte ich ja erst etwas zu Oblivion schreiben, nachdem ich einige Stunden gemütlich mit den Quests der Hauptstory verbracht hatte. Wie ich eben in einem Moment der Eingebung (“Bereite dich auf ein knusprig gebratenes Schicksal vor elende Wolfstöle! Moment, da fehlt doch das Blau in der blauen Leiste.”) realisieren durfte, wird sich dies allerdings etwas verzögern.

Oblivion ist zwar ein sehr non-lineares Spielerlebnis, bietet aber anscheinend auch schon im Tutorial gerne den Strick für ein kräftiges “verspeccen” seines Charakters an. Mit der Wahl des Sternzeichens sollte der noch junge Vertreter seiner Klasse eine bessere Überlebenschance im Kampf mit den ansässigen Abwasserkanalratten erhalten. So habe ich für meinen Magier das Sternzeichen “The Astronach” gewählt, das durch Absorption gegnerischer Magika die eigenen Reserven auffüllen sollte.

Der Haken an der Sache: Die natürliche Regeneration von Magika wird dadurch effektiv zu 100% gestoppt.

Leider erweist sich gerade anfangs das Unterfangen gegnerische Feuerbälle zu absorbieren als eine sehr unsichere Methode zur Energierückgewinnung.

Ergo: Neustart, neuer Charakter nach 3h Spielzeit. Ich schätze ich nutze die Chance einem Freund nochmal das Tutorial zu zeigen.

13 Kommentare Autor: Marc
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27th of Letzter Samen

Der  erste Feuerball über den sich der Gegner freut.

Erinnert sich noch jemand an den sächselnden Zwerg in Baldur’s Gate? Das war das letzte mal, dass ich ein Spiel mit deutscher “Übersetzung” gekauft habe. Irgendwie hatte ich mir gedacht, dass in der Zwischenzeit die deutschen Versionen von Spielen einen Qualitätssprung gemacht hätten. Aber Oblivion zeigt wohl eindeutig, dass dies nicht der Fall ist. Dieses Boxenstopp-Video der Gamestar lässt mich jedenfalls verzweifeln.

Zunächst mal ist die Übersetzung der Texte in Oblivion wirklich unter aller Sau. Mal ganz abgesehen davon, dass ein stinknormaler Heiltrank in der deutschen Version des Spiels wohl “Schw.Tr.d.Le.en.-W.” heißt, haben sie auch sonst geschlampt und den Heilzauber einfach mal Feuerball genannt. Wenn sie die Übersetzung also mal richtig hinbekommen haben, dann wurde das mit einer falschen Zuordnung der Begriffe “korrigiert”.

Das ist allerdings nicht das, was mich zur Verzweiflung getrieben hat. Richtig entsetzt war ich erst, als ich die deutschen Sprecher in Aktion erleben musste. Denn dieser Teil des Spiels wurde von der Gamestar als “deutlich besser gelungen” und “größtenteils professionell” bezeichnet.

Das kann ich nicht bestätigen. Zunächst mal intonieren die Sprecher so, als hätten sie eine doppelte Portion Valium gefrühstückt. Da wird nicht geschauspielert, da wird einfach nur ein Text vorgelesen. Und zwar so emotionslos wie möglich. Es ist ziemlich klar, dass da einfach ein Satz nach dem anderen abgearbeitet wurde, ohne dass den Sprechern oder dem Regisseur auch nur ansatzweise klar war, welche Charaktere sie da sprechen oder gar in welcher Situation sich diese Charaktere gerade befinden. Für jeden Satz wird neu angesetzt und zum Teil ist die Intonation zwischen zwei Sätzen einer Person völlig unterschiedlich. Auch technisch ist es mies gemacht, denn die Lautstärke der Sätze schwankt gerne mal erheblich.

Zudem sind die Texte selber auch gerne mal völlig falsch übersetzt. So sagt der Kaiser zum Beispiel “Götter verleihen mir Kraft!”. Da der Sprecher des Kaisers der einzige ist, der sich noch halbwegs Mühe gegeben hat, kommt der Satz dann auch so rüber als würde der Kaiser gerade einen Haufen Kraft von den Göttern bekommen.

Dummerweise macht das in der Situation aber überhaupt keinen Sinn, denn im Original wird es wohl “Gods grant me strength!” geheißen haben. Und technisch gesehen ist „Götter verleihen muir Kraft!“ natürlich eine korrekte Übersetzung. Was der Kaiser aber in Wirklichkeit sagen möchte, ist dass er die Götter um Kraft anfleht. Er ist nämlich gerade auf der Flucht und es geht ihm nicht so gut. Die korrekte Übersetzung wäre also gewesen: “Götter gebt mir Kraft!”.

Wenn so was also allgemein als brauchbare Übersetzung durchgeht, dann bin ich ganz froh, dass ich fast alles importiere. Das mit dem Importieren kann allerdings manchmal auch ganz schön nerven. Und häufig ist es auch völlig unnötig, denn viele Spiele enthalten – wie bei DVDs – nicht nur die deutsche, sondern auch die Originalversion. Einfach die Sprache der Konsole umstellen oder bei der Installation “Englisch” auswählen und alles wird gut.

Das geht allerdings nicht immer. Bei Oblivion zum Beispiel hat man Pech. Da hat nur eine Sprachversion auf die DVD gepasst und man muss sich mit einem Schw.Tr.d.Le.en.-W.-Trank heilen.

Darum folgende Bitte an die Spielebranche: Ist es so schwer auf die Packung zu schreiben “Komplett in Deutsch! (und auch in Englisch, wenn du magst)”? Bei DVDs ist das doch auch üblich. Da gibt es unten ein kleines Kästchen mit den technischen Spezifikationen und bei den Tonspuren steht dabei in welcher Sprache sie sind und welche Untertitel es gibt. Ihr habt diese Kästchen doch auch! Bei der Xbox steht dabei, ob das Spiel Progessive Scan und Live unterstützt und beim PC nennt sich das ganze Systemanforderungen. Was hält euch davon ab, da noch eben mal die Sprachen dazu zu schreiben? Wenn ihr clever sei, dann tut ihr euch zusammen und macht überall das gleiche Kästchen drauf. Dann kommt garantiert keine Verwirrung mehr auf.

Oder wie wäre es, wenn jemand mal eine Internetseite für so was baut? Ein kleine Datenbank für alle Spiele, wo die Besucher einerseits die Qualität der Übersetzung bewerten und andererseits nachschauen können, welche Sprachversionen in Deutschland mitgeliefert werden. Vielleicht kann man sogar angeben wie schwer das Englisch, Japanisch, etc. der Originalversion ist. Dann können auch Leute die der entsprechenden Sprache nicht ganz so mächtig sind entscheiden, ob sie den Import wagen wollen. Das kann ja gerade bei Spielen die hierzulande erst in ein paar Monaten rauskommen sehr nützlich sein.

Na? Fühlt sich jemand motiviert so was zu machen? Dann würde ich meine Spiele vielleicht auch wieder häufiger beim Saturn kaufen, anstatt in Kanada.

Danke.

Update: Wer die deutsche PC Version von Oblivion kann sich inzwischen übrigens ein Plugin herunterladen, dass die Probleme mit der Übersetzung beheben soll. Ich kann die Qualität dieses Fanprojektes nicht beurteilen, da ich die englische Version habe, aber schlechter werden sie es kaum gemacht haben. Danke an Dirk für den Tipp.

30 Kommentare Autor: Richard
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