Besser als Big Momma

Big Momma kratzt sich am Arsch

Ist euch eigentlich auch schon mal aufgefallen, dass es unter Filmkritikern im Moment total en vogue ist, schlechte Filme durch einen Vergleich mit Videospielen abzukanzeln?

“While it’s loaded with visceral thrills, it never rises above the level of an extended video game.”
(der Chicago Reader über Stealth)

Auch beliebt: Einen Film dadurch schlecht zu reden, dass man behauptet er sei für Videospieler gemacht.

“Clearly designed for horny teenaged video game wizards.”
(LA Weekly über Ultra-Violet)

Früher waren Vergleiche mit Videoclips das Mittel der Wahl um anzuzeigen, dass ein Film Müll war, heute sind Videospiele der Prügelknabe.

“You’d half expect the Xbox logo to pop up on the credit roll for XXX: State of the Union, since what’s on view is closer to a videogame than a movie.”
(Variety über XXX: State of the Union)

Vielleicht sollte mal jemand die Damen und Herren Filmkritikern bitten eine kleine Realitätsüberprüfung durchzuführen. So sehr die Spielebranche auch von Gewalt besessen ist, so sehr sie sich auch weigert mal etwas anspruchsvollere Spiele zu machen, so traurig die Verkaufszahlen von Black und Psychonauts auch sind: Letztes Jahr war ein wesentlich besseres Jahr für Spiele als für Filme.

Ich war dieses Jahr von keinem Film so emotional berührt wie von Shadow of the Colossus, ich habe mich mit keinem Charakter in einem Film so stark identifiziert wie mit Lucas Kane in Fahrenheit, ich habe über keine Filmkomödie so laut gelacht wie über Psychonauts, kein Regisseur hat eine so atemberaubende Welt erschaffen wie World of Warcraft und kein Action- bzw. Horrorfilm hat mir einen solchen Adrenalinstoss verpasst wie Resident Evil 4 oder Call of Cthulhu.

Sehen wir den Tatsachen mal ins Auge. Der größte Eventfilm des Jahres war nicht nur ein acht Stunden langes Remake eines alten Filmes, nein, das Videospiel dazu war besser als der Film selber.

Klar, es gab schon ein paar brauchbare Filme dieses Jahr. Wenn er nicht so unsäglich lang gewesen wäre, hätte King Kong sicher Spaß gemacht. Ich mochte Batman Begins, Serenity und sogar Mr. & Mrs. Smith sowie den diesjährigen Potterfilm. Auch im Bereich der etwas anspruchsvolleren Werke habe ich ein paar nette Sachen gefunden. An Syriana, Good Night and Good Luck, Crash oder Lord of War habe ich zum Beispiel gute Erinnerungen.

Aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich keiner dieser Filme. Mein Lieblingsfilm dieses Jahr ist eine Doku von Werner Herzog über einen Typen der sich von einem Bären fressen lassen hat. So sehr ich Werner Herzog (gerade als Dokumentarfilmer) schätze, das sagt doch schon alles über Hollywoods aktuelle Fähigkeit aus, gute Filme zu produzieren.

Vielleicht habe ich ja auch den Film des Jahres noch nicht gesehen. Vielleicht bietet ja Narnia atemberaubendes Spektakel oder Brokeback Mountain ist emotional tief berührend. Ich werde das bei Gelegenheit sicher noch überprüfen. Aber selbst wenn diese beiden Filme großartig sein sollten, dann wäre das immer noch eine verdammt schwache Ausbeute.

Die anhaltende Flaute an den Kinokassen deutet übrigens darauf hin, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht. Während Hollywood ein Remake nach dem anderen auf den Markt wirft und eigentlich nur noch mit billigen Horrorfilm oder Fatsuit-Komödien Geld verdient, hat die Videospielebranche hat letztes Jahr sogar echte Innovation bieten können. Das Nintendo DS ist ein System wie wir es noch nie zuvor gesehen haben und es bietet somit auch ein Spielerlebnis, wie wir es so noch nie hatten. Wer Project Rub oder Trauma Center gespielt hat, der weiß was ich meine.

Also liebe Filmkritiker, extra für euch präsentiere ich den AntiGames™ AntiTipp™ des Tages:

Klappe zu! Und dann mal ein gutes Videospiel spielen. Oder auch ein schlechtes. Ihr werdet überrascht sein.

Denn selbst Black ist besser als Big Momma’s House 2.

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50 Kommentare Autor: Richard
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50 Kommentare

  1. Bevor jetzt jemand King Kong verteidigt: Ein Film in dem Leute auf eine einsame Insel gehen, dort Dinosaurier finden, sich aber dafür entscheiden den Riesenaffen mitzunehmen, ist schon konzeptionell einfach hoffnungslos kaputt.

  2. Viele gehen eben davon aus, dass nur die Creme de la Creme der Videospiele würdig verfilmt wird. Bisher gabs aber nicht mehr, als blos Müll. Oft war nicht nur die Vorlage keine Verfilmung wert, das Ergebnis kam oft als mittleren Katastrophe daher.

    Vielleicht und hoffentlich sticht Silent Hill dort heraus.

  3. Ich habe nichts dagegen wenn ein Film mit einem Videospiel verglichen wird.

    Ich sehe aber auch nicht ein warum das immer gleich im negativem sein muss.

    Wie wäre es mal mit einem:

    “Dieser Horrorfilm hat mich dermaßen mitgerissen wie die Scene in Resident Evil 4 als die Zombies das Haus umstellten.”

    oder,

    “Die Kulissen und die emotionale Kraft dieses Films entstanden eindeutig dem Kopf eines Videogamers der zuviel Shadow of the Colossus gespielt hat. Und das er es dabei noch schafft einen ein wenig zum nachdenken zu bringen ist hoch anzurechnen”.

    Videospiele sind einfach die Prügelknaben unserer Zeit.

    Sowas hat es früher schon mit anderen Kunstrichtungen gegeben und genau wie bei den anderen geht das auch wieder vorrüber… Hoffe ich.

    Die Filmbranche ist übrigens durchaus mit der Spielebranche zu vergleichen denke ich. (Nintendo mit dem DS jetzt mal ausgenommen) Beide sind daran interessiert schnellstmöglich schlechte Fortsetzungen von eigentlich guten Filmen/Spielen zu produzieren. Ich will jetzt nicht alle in einen Topf werfen aber manche sind zu profitorientiert (*hust* EA *hust*).

    Richtige Inovation wie wir sie früher hatten ist einfach nichtmehr in da sie ein großes finanzielles Risiko darstellt.

    Ich hoffe die Zeiten der Inovation kommen wieder.

    (Übrigens, zu gunsten eines DS will ich meine PSP relativ billig verkaufen, jemand interesse… Wenn ja, mail an mich. :D War einen Versuch wert.)

  4. Ich erwarte keine spektakulere Innovationen in der Spielbrache weil die Zeiten sind einfach vorbei… Es gegt um Kurzlebigkeit des Mediums Videospiel. Sie ist noch kürzer als des Filmes. Welcher Entwickler will schon sich Bein rausreißen
    (wegen künstlerischen Anspruch und so), wenn sowieso in ein Paar Jahren dieses Spiel nicht gespielt werden kann? Die bahnbrechende Spiele der 90er sind für uns verloren gegangen. Es geht jetzt um Quantität und nicht mehr um Qualität. Du muss in die Breite arbeiten, für Tiefe hast du keine Zeit…

  5. Allerdings, obwohl ich hege halt noch Hoffnung. Das letzte mal als ich wirklich positiv von einem Spiel überrascht worden bin war Aquanox 2 das fand ich auch von der Story und dem Drumherum gut gelungen.

    Sonst weiß ich eigentlich vorher immer was mich bei einem Spiel erwartet, standart alles schonmal gesehn.

    Deshalb will ich mir jetzt einen DS zulegen, in der Hoffnung das ich ein paar richtig außergewöhnliche Sachen zu sehn bekomme, nicht irgend etwas was ich schon 100 mal ähnlich gesehn habe.

  6. hmm. jein. ich war letztes wochenende in capote. und der film war dann doch besser, als fahrenheit und die kolossi zusammen. aber meiner meinung nach läßt dich das schlecht vergleichen, äpfel & birnen usw.

  7. es stimmt schon, dass imo so gut wie kein wirklicher burner im kino oder in aussicht ist. ich selbst arbeite nebenbei als filmvorführer in nem kleinen kino und es sieht echt nicht rosig aus. der letzte gute film den ich mir angesehen hab war “stay”
    wobei der film ne menge potenzial hatte, aber dann doch am ende eine meiner meinung nach zu einfache lösung bietet(trotzdem zZt. einer der besten filme).

    aber das problem ist eher ein allgemeines,
    im TV ist das auch nich anders, wenn nich noch schlimmer. ich mach meinen fernseher nur noch für ausgewählte sendungen an (zB harald schmidt) der rest hat irgendwie eine verdummende wirkung. alles was man sich auch selbst denken kann wird bis ins kleinste erklärt, man ist kein stück mehr gefordert. sobald auch nur ein sender mit einem neuen format kommt (dh aus amerika oder so abgeguckt) ziehen alle anderen nach -> auf jedem sender das gleiche programm (zB unzählige gerichtsshows, “reality”-shows usw).

    dazu kommt dass sich die heutigen kiddies die diese völlig überspitzten talkshows ansehen das verhalten, das dort an den tag gelegt wird auch noch abgucken, die rückentwicklung zum steinzeitmenschen hat schon begonnen.

  8. Mein Lieblingsfilm dieses Jahr ist eine Doku von Werner Herzog über einen Typen der sich von einem Bären fressen lassen hat.

    ATOMROFL! Das möchte ich eingerahmt an der Wand haben.

    Ansonsten, wer guckt bitte noch wirklich Kinofilme? Was mich im Kino interessiert gucke ich, des lieben Geldes wegen, schonmal nicht im Kino (für den Kinoeintritt kriege ich schon mindestens 1 Gebrauchtspiel bzw. Billigtitel aus der Pyramide). Da warte ich dann auf die DVD, die wird sich für max. 3 Euro ausgeliehen, und dann kommt meistens die Erleichterung doch nicht im Kino gewesen zu sein. Alle wirklich guten Filme sind eh schon längst gemacht worden – Star Wars 4-6, Indiana Jones, Alien & Aliens, Starship Troopers, LOTR… ;)

  9. Da kommt doch noch ein Kinofilm, den es bisher nicht gab! Ich weiss es genau. Er hatte ein Thema, das mich interessiert…

  10. Ansonsten, wer guckt bitte noch wirklich Kinofilme?

    ich. weil filme auf dem tv gucken wie videospiele auf dem handy spielen ist!

  11. Basic Instinct 2?

  12. Species IV!

  13. Pff. Sie machen gar kein Species 4! Mir erst Hoffnungen machen, und dann so was. BI2 kommt übrigens Anfang April in die deutschen Kinos.

  14. Sicherlich war 2005 kein großes Kinojahr. Es freut mich sogar, dass Filme wie “Stealth” oder “Die Insel” so gefloppt sind, denn nur so merken die großen Studiobosse, dass man die Zuschauer nicht total verarschen kann.
    Für mich persönlich gab es aber ein paar kleine Perlen zu sehen. „Sin City“, „Kiss Kiss Bang Bang“ oder auch „Broken Flowers“.
    Und dieses Jahr gibt es auch wieder ein paar kleine Filme auf die ich gespannt bin: „Brick“, „A Scanner Darkly“, „The Fountain“ und „Thank You for smoking“.
    Was Videospiele angeht sieht der „Silent Hill“ Film extrem sick aus und passt so ja gut zum Spiel.
    Und ansonsten ist es doch wie bei Games, Musik, Büchern und allen anderen Medien auch: 90% von allem ist scheiße.

  15. stimmt, “broken flowers” hatte ich vergessen, sehr schöner film. top auch “garden state” und mein persönlicher lieblings “die tiefseetaucher”. definitiv noch witziger als psychonauts..

  16. @Stefanx: Vorspulen, schärfere Bildqualität, kein, stinkender, warmer, voller Raum mit 80% Kinder/Idioten-Anteil, keine Werbung, kein Eismann/frau, O-Ton, Projektor, Kopfhörer und keine Extrakosten wie Bus oder Benzin beats deutsche Kinos anytime!

    KONTROVERS: Wer Filme liebt, geht nicht ins (deutsche) Kino.

    @Rüssel: A Scanner Darkly sieht genial aus – und deswegen werde ich mir den auch ansehen – aber nicht wegen der Story und schon gar nicht wegen den Schauspielern.

    Sin City habe ich noch nicht gesehen, kann der wirklich gut sein? Ich mein… die Comics, bzw. der Comicstil…whoa… aber das kann doch auf der Leinwand als Realfilm nichts sein. Das geht einfach nicht.

    Silent Hill, wäre schön wenn’s klappt… aber ich glaube nicht dran. Das ain’t it cool Bild von einem der Biester sieht mir nicht nach SH aus…http://aintitcool.com/display.cgi?id=22665 und der dazu folgende Kommentar trifft es ganz gut:

    Looks like a blind break dancer. I think if I saw this guy, I would not run. I would throw him some money.

  17. Hoffe die machen da noch was dran – da sieht nach Hellraiser aus, aber nicht Silent Hill

  18. @Aulbath:
    ich glaube wir werden nie zusammen ins kino gehen. ;)
    selbst ein projektor kann für mich nicht die riesige leinwand ersetzen. und die höheren kosten hast du natürlich auch, da du dir den film ja erstmal kaufen mußt. oder eben doch werbung _IM_ film ertragen!

  19. Starship Troopers

    STARSHIP TROOPERS?!

  20. Ein Projektor um auf der Leinwand PS2 zu zocken ist auch nicht zu verachten, glaubt mir. :D

  21. Starship Troopers!

  22. @Stefanx: Tja, denke ich auch.

    Das Problem im Kino ist immernoch das olle Zelluloid, leicht unscharf an den Seiten und immer diese Bildstörungen (diese kleinen Flecken… weiss nicht ob die nen Namen haben). Da ist mir digital dann doch wesentlich lieber. Zur Videothek kann ich laufen, zum Kino nicht – und selbst mit Extrakosten liege ich bei einem Leihfilm immernoch unterm Kinopreis.

    Film kaufen ist natürlich was anderes. Lohnt sich aber, allein wegen O-Ton (ich hasse Dubbing – Originalsprache FTW).

    @Carlo: Starship Troopers – rockt. Anfang etwas lahm, und Ende zu plötzlich – aber zwischendrin ganz grosses Kino. Und auch hier gilt, bitte im O-Ton gucken – da wirkt der Film gleich anders.

  23. @Aulbath

    Sin City rockt. Egal ob man die Comics kennt oder nicht. Allerdings nichts für Leute mit Gewaltallergie oder Sucht nach dichter Story. Style over substance halt, aber imo im positiven Sinn.

  24. Ich fand Sin City visuell zwar beeindruckend, aber inhaltlich war er ziemlich abstoßend.

    Und wenn Starship Troopers auch nicht wirklich in einem Satz mit Indy oder Aliens genannt werden sollte, ist der schon super. Die Warnung vor der deutschen Version sollte übrigens ernst genommen werden. Auch wenn sie einen gewissen trashigen Kultfaktor hat (“Sie haben ihm das Gehirn rausgelutscht!”), so exzisiert sie doch viel von dem politischen Inhalt des Films und wirft dabei viele Dialoge völlig grundlos komplett um.

  25. Vor allem kopiert die englische Fassung viele Dialoge quasi 1 zu 1 aus der Heinlein-Vorlage. Was der, die, das deutsche Übersetzerdings nicht gemerkt hat. Denn Starship Troopers ist ein reichlich subversiver Film, was ja lustigerweise ganz offensichtlich keiner der soapgewöhnten Darsteller mitbekommen hat. Hihi.

    Und Sin City fand ich visuell auch beeindruckend – zehn Minuten lang. Danach: boooooooooring, mit gelegentlichem Zusammenzucken wegen der Gewaltexzesse. Aber da war nach zwanzig Minuten eigentlich auch das Pulver verschossen. Danach: wirklich boooooooooooring.

  26. Jo, Sin City ist viel heiße Luft. Ich habe ziemlich gelangweilt Däumchen gedreht.

    Laut eigener Aussage hat Verhoeven das (übrigens ziemlich üble) ST Buch ja nur zu einem Drittel gelesen, dann deprimiert aufgegeben und einfach einen Film mit exakt gegenteiliger Aussage gedreht. Es ist übrigens schockierend wieviele Leute das bis heute nicht gemerkt haben.

  27. Heinleins Starship Troopers ist ein sehr geiles Buch! Ich habs mit genuss komplett gelesen, denn es ist ein sehr subversiv politsch/philosophischer Ansatz, den Heinlein sehr gut ausreizt. Der Film ist in ein paar Belangen anders als das Buch, aber die Änderungen sind nicht schlimm und Nachvollziehbar.
    Und Sin City ist doch nur geil, was habt ihr dann alle?!? Ich habe lange nicht mehr einen Film mit einer so genialen Atmosphäre gesehen, visuell beeindruckend, und die Welt machte einen sehr geschlossenen Eindruck, in Verbindung mit dem Schnitt, den Kameraschwenks, den Dialogen und der Filmmusik ein faszinierendes Erlebnis. Die Spur von Gewalt und Blut ist natürlich gewöhnungsbedürftig, aber für so Leute wie ich die mit sowas aufgewachsen sind und sich nich gleich beschweren wenn irgendwo Organe entfernt werden ein Genuss.
    Jetz kommen wohl wieder dieses Unmensch, krankes Schwein, o. ä. Kommentare, ich sage dazu nur: Wenn ihr ein antidynamisches Denkvermögen habt und nur in Archetypen und Clichee’s denkt, kann ich euch bestimmt net helfen, denn auf so ein Niveau begebe ich mich nicht.
    Ich bin nämlich Moralphilosoph und weiss auch das die Handlungen von Marv und dem Rest der Psychopathen falsch waren.

  28. Über kaum einen Autor kann man so trefflich streiten wie über Senior Heinlein – man kann sein Starship Troopers als faschistoid-militaristischen Mist bezeichnen, und den Film als die bösartig-subversive Persiflage davon. Wäre auch eher meine Meinung – aber es gibt auch Leute, die Heinlein schon viel Ironie nachsagen.

    (Parallele des Tages:) Das ist wie mit Black.

  29. Ich habe letztes Jahr glaube ich einen Film im Kino gesehen, und die Jahre davor war’s auch nicht viel besser. Es gibt einfach keine Kinofilme mehr, die mich genug interessieren, um einen Haufen Geld dafür auszugeben. Mit Ausnahme der Silent Hill Verfilmung (auch wenn ich nicht glaube dass sie es schaffen, die Atmosphäre der Spiele einzufangen) und James Camerons Battle Angel Alita, was aber noch ein wenig auf sich warten lässt.

    An mir kann Hollywood echt kein Geld mehr verdienen.

  30. Also wenn ich den Film richtig in Erinnerung habe, dann wurde da doch Frodo an einen Baum gefesselt, ihm die Blutzufuhr zu Armen und Beinen abgeschnürt, dann eben diese Arme und Beine mit der Kettensäge entfernt, dann sein Bauch aufgeschlitzt und schließlich hat ein Hund angefangen diese Gedärme zu fressen.

    Und das ist für dich eine “Spur” von Gewalt und Blut? Nee, is klar.

  31. Das Problem im Kino ist immernoch das olle Zelluloid, leicht unscharf an den Seiten und immer diese Bildstörungen (diese kleinen Flecken… weiss nicht ob die nen Namen haben). Da ist mir digital dann doch wesentlich lieber.

    O_o
    totaler Schwachsinn ,
    jede DVD ist von einer 35mm-Masterkopie bzw. Negativ abgelichtet, kann also schonmal keine bessere Qualität als Film haben.
    und wenn “Flecken” auf der Leinwand sind, dann sind wohl flusen oä auf dem Objektiv. wenn was unscharf ist dann macht der Vorführer seine Arbeit schlecht, mehr nich. imo gibts noch nix was die Qualität eines 35mm films (außer 70mm :| ) übersteigt.

    mir kann keiner erzählen, dass er nicht mehr ins kino geht weil die bild-/tonqualität zu schlecht ist, das liegt allein an den raubkopien, wobei ich beim besten willen nicht verstehen kann wie man sich so nen koierten mist ansehen kann da mir ja schon die dvd-qualität fast zu unscharf auf meinem tv (110cm) ist.

    und falls wirklich irgendwann komplett auf digital umgestiegen wird (also in kinos), dann bin nich nur ich meinen job los. wenn dann sogar nurnoch digital gedreht wird bricht sogar ein ganzer industriezweig zusammen.

  32. Ich glaube, du hast die Formulierung “Spur von Blut und Gewalt” missverstanden. Wohl eher im Sinne von “…hinterließ eine Spur von Blut und Gewalt…” gemeint.

    Und die Brutalität von Sin City jetzt mal außen vor (Ich hab wirklich genug Splatter gesehen, da hat mich das nicht so schockiert. Man stumpft ja als Videospieler auch ab, hehe.), ich fand den Film auch insofern merkwürdig, als das hier eine Vorlage (ein Graphic Novel) möglichst originalgetreu kopiert wird, der vorher seinerseits ein Filmgenre kopiert hat. Das ist so postmodern (und handwerklich wirklich verdammt gut), dass es zehn Minuten Spaß macht – aber danach wusste ich dann auch wieder, warum man nicht einfach die Konventionen eines Mediums in ein anderes übertragen kann. Beispiel bei Sin City: Die permanente Off-Laberei, besonders präsent im ersten Kapitel. Das macht im Comic Sinn, weil das da “Kästen” in der oberen Seitenecke sind, die Pulp-Romane kopieren. Die nimmt man wahr, und dann den Rest des Bilds. Im Film überlappt das alles, und lenkt nur voneinander ab. Deshalb hatte der Film Noir (der ja auch vom Pulp-Roman abstammt) diese Laberei auch nur sehr begrenzt. Athmosphäre entsteht im Film eben anders als im Buch/Comic, weil man da nix beschreiben muss. Man kann es zeigen. Film funktioniert anders als Comic, und das hat Sin City nicht berücksichtigt.

  33. Es gibt einfach keine Kinofilme mehr, die mich genug interessieren, um einen Haufen Geld dafür auszugeben.

    musst du ja auch nich, jedes kino hat mindestens einen tag in der woche kinotag wo dann jede vorstellung höchstens 4-5€ kostet.

  34. 5€ sind meiner Meinung nach schon ein Haufen Geld für ein bis zwei Stunden nicht-interaktive Unterhaltung ;-)

  35. @.nimrod: Tja, dann sind bei uns die Linsen halt keimig – und der Filmvorführer ist eh meistens irgendein Jungspund wasweissich.
    Ist vielleicht bei euch anders, aber bei mir ist das der Regelfall.

    Und wo das jetzt mit Raubkopien zu tun hat, kann ich nicht nachvollziehen. Im Übrigen, das beste Bild tröstet nicht über Dubbing hinweg. Nieder mit der deutschen Sprache in ausländischen Filmen!!

  36. @aulbath:
    für mich ist kino halt noch immer sowas wie ein “gesamterlebnis”. klar, king kong kann ich mir auch daheim anschauen – wobei die action-szenen da sicherlich auch nie so rüberkommen. aber die wirkung durch die riesige wand ist doch noch immer eine komplett andere. bsp: nach blair witch hatte ich danach beim nach hause fahren im wald echt eine scheißangst. hätte ich mir das im tv angeschaut, hätte ich nur müde gähnen können.

  37. Ein Kinoabend mit freunden ist einfach durch nichts zu ersetzen. Film in spätvorstellung anschauen dann noch was trinken gehen und reichlich darüber diskutieren. Das ist einfach ein Gesamterlebnis. Man muss natürlich auch den richtigen Film nehmen.
    Und ich find da gabs 2005 genauso viel Perlen wie die letzten Jahre: Garden State, 2046, die tieefseetaucher, broken Flowers, walk the line, MATCHPOINT
    und für die Blockbusterfreunde gab es auch einiges zu sehen, allen voran Sin City und batman begins (die imo einzig wirklich guten Comicverfilmungen)
    und nicht zu vergessen den ersten RUSSISCHEN Blockbuster der Filmgeschichte: Wächter der Nacht
    falls den irgendwer gesehen hat, der war echt interessant.

    ich finde ihr weint hier schon ziemlich rum mit früher war alles schöner und besser.
    und dass der große Hauptteil der Hollywoodfilme einfach der letzte Bockmist ist, ist aber wirklich gar keine Neuigkeit des letzten Jahres.

  38. @stefanx
    sorry wollte dich mit dem Gesamterlebnis eigentlich zitieren

  39. Was heißt hier “wir weinen rum”. Du hast den Artikel nicht verstanden. Ich habe Videospiele gelobt. Das ist hier ja schließlich kein Filmblog.

    Das ändert nichts daran, dass das letzte Kinojahr komplett für den Eimer war. Das ist ja nun wirklich keine sonderlich kontroverse Aussage.

  40. schon klar das es hier um games geht, und die beschriebenen Vergleiche in deinem Artikel find ich ziemlich schlecht. Also hast du vollkommen recht mit dem Problem das du im Artikel ansprichst.
    Aber in den Comments ging die Diskussion hier so stark auf die Filme zu und ich wollte anmerken, dass ihr (aufgrund der oben angeführten Beispiele) dem Filmjahr 2005 Unrecht antut wenn ihr meint es war mies.
    Abgesehen davon, war meiner Meinung, das Gamesjahr 2005 um einiges schwächer als die letzten Jahre.

  41. @Aulbath: Silent Hill 1 und 2 nicht gespielt? Kommt ganz gut hin.

  42. Das Nintendo DS ist ein System wie wir es noch zuvor gesehen haben

    Echt? Wann denn?

  43. @Stefanx: Das Gesamterlebnis finde ich wie gesagt scheisse. Nervige Kinobesucher, unbequem usw. usf. siehe einfach oben. Ist Geschmackssache – ich gucke lieber zuhause. Die Bildwand ist mir das extra Geld einfach nicht wert – aber ich bin auch kein Cineast. Gutes Buch und gutes Spiel ziehe ich Film jederzeit vor.

    @Phax: Finde ich nicht. Ich weiss nicht ob’s ein Production photo ist, und da noch was kommt. Die Farben stimmen aber nicht, der grainy-Filter fehlt und die Pyramide ist zu klein. Ausserdem habe ich die Mannequins viel glatter (schleimiger?) in Erinnerung – erinnere mich jedenfalls an Highlights auf der Haut. Es gab auch mehr Blut- und Metwurst-Textur mit starkem Weichzeichner, und nicht wie hier reine Menschenhaut. Ach so, und das Blut war braun und nicht helles Paprika-Rot. Hier nochmal zum Vergleich:

    ORIGINAL

    FILM

  44. an alle die hier schreien “2005 war mies, was filme angeht!” – was schaut ihr denn sonst für filme? die sachen die stg.pepper aufgezählt hat sind meiner meinung nach alles top gewesen im letzten jahr.

  45. Zum Ausgleich fängt das aktuelle Kinojahr absolut gut an. Zeig mir ein Spiel, dass mit “Der ewige Gärtner” mithalten kann. “München” war beeindruckend und die nächste Zeit weiß man mit Brokeback Mountain, Capote, Weather Man, Requiem usw. gleich gar nicht, wo man anfangen soll.

    Apropos “München” und “Der ewige Gärtner”: Spiele, die sich an derart ernste Themen überhaupt herantrauen, kannst du mit der Lupe suchen. (Wären dann natürlich auch kaum noch “Spiele” im Wortsinne.)

  46. Alle Filme die du aufzählst, zähle ich zum letzten Jahr. Constant Gardener habe ich noch nicht gesehen, Brokeback wie oben erwähnt auch noch nicht. Aber München war eine ziemliche Gurke.

    Übrigens sind Spiele schon lange keine “Spiele” mehr im Wortsinne.

  47. In meinem Kino liefen sie letztes Jahr noch nicht, zähle, wie du willst. München hat zwar offensichtliche Schwachstellen, setzt sich aber trotzdem auf hohem Niveau mit dem Thema auseinander, zeigt die unglaubliche Sinnlosigkeit dieser Gewaltspirale, und zwar auf beiden Seiten. Und jetzt zeig mir ein Spiel, dass sich mit einem derart heiklen Thema auch nur annähernd so differenziert auseinandersetzt. Das ist der Punkt. Fand ich das letzte Kinojahr flau? Ja. War bei Spielen mehr los? Abgesehen von der PC-Sparte sicherlich. Letzten Endes legt man an gute Filme aber immer noch ganz andere Bewertungskriterien an, als man es bei Spielen tun würde.

    Zum Wortsinne von “Spiel”: Meinetwegen. Natürlich gibts Ausnahmen schon lange, auf den Großteil aktueller Videospiele trifft die Bezeichnung doch aber absolut zu. “Das Wichtigste ist der Spaß” ist die große Maxime. “Der ewige Gärtner” dagegen beleuchtet ein Thema, das durchaus gesellschaftliche Relevanz hat, und er ist ein Schlag in die Magengrube. Ich bin mit einem richtig miesen Gefühl wieder aus dem Kino heraus, und das nicht, weil der Film schlecht war. Sondern weil er mir wirklich nahe gegangen ist. Im Vergleich: Fahrenheit fand ich durchaus sehr gut, spannend gemacht, ich hab lange mitgefiebert, bis die Story am Ende immer kruder wurde. Aber es rangiert einfach noch mindestens zwei Klassen unter wirklich gutem Kino.

  48. blöde frage: warum ist mein name weiter oben eigentlich mit so ‘nem absurden bild verlinkt?! ich war’s nicht!

  49. stefanx, das ist irgendwie ein sehr komischer Bug. Ich wollte es erst auf dich schieben, aber du warst es wirklich nicht! Weil du es nicht warst, kann ich den Link auch nicht entfernen, sorry. Wir werden mal Nachforschungen anstellen, wie das passieren konnte.

    Chris: Doch, die Filme liefen alle letztes Jahr im Kino. Die Streifen werden nicht dadurch neuer, dass der deutsche Verleih ein paar Monate drauf gesessen hat. Aber das kann man natürlich sehen wie man will. Ich fand übrigens überhaupt nicht, dass sich München auf hohem Niveau mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Meiner Meinung hatte außer ein paar ganz plumpen Offensichtlichkeiten keiner Einsichten in den Thematik gehabt. Außerdem war er strukturell sehr schwach und entsetzlich vorhersehbar. Kein guter Film.

    Generell ist es natürlich so, dass es noch(?) keine “Message”-Spiele gibt. Das muss aber nicht schlecht sein. Du kannst Filmen ja auch nicht vorwerfen, dass da nicht genügend bunte Blöcke von oben herab fallen. Vielleicht sind Spiele dazu einfach weniger geeignet.

    OK, ich sehe das ehrlich gesagt nicht so. Weil es Spiele einem erlauben selber Entscheidungen zu treffen, erlauben sie meiner Meinung nach sogar eine weitaus tiefgreifendere Auseinandersetzung mit entsprechenden Thematiken. Aber dafür ist die Branche einfach noch nicht reif. Und solange die Leute Spiele wie Black kaufen, wird sie das auch nicht werden.

    Insofern gebe ich dir Recht, dass man an Spiele insgesamt noch niedrigere Maßstäbe anlegt als an Filme. Das ist aber legitim, schließlich handelt es sich um ein viel jüngeres Medium.

    Ich bleibe übrigens bei meiner Grundaussage. Das letzte Kinojahr war insgesamt gesehen furchtbar, und Spielegenießer waren wesentlich besser dran, als Cineasten. (Wobei ich mich übrigens durchaus zu beiden Gruppen zähle.)

  50. Ja, der Grundaussage kann ich durchaus zustimmen. :)

    Startzeitpunkt: Mit Ausnahme von “Requiem”, vielleicht. Dass der als deutscher Film schon letztes Jahr irgendwo gelaufen sein soll, kann ich mir kaum vorstellen. Hab ihn aber auch noch nicht gesehen, deshalb keine Bewertung. Den letzten Film des Regisseurs, “Lichter”, habe ich allerdings in furchtbarer Erinnerung, wenngleich von der Kritik damals hoch gelobt.

    Zitat: “Generell ist es natürlich so, dass es noch(?) keine “Message”-Spiele gibt.” -> Oh oh, Beyond Good & Evil habe ich dabei natürlich unterschlagen. Es hätte besser rübergebracht werden können, aber insgesamt hatte das Spiel mit seiner kritischen Auseinandersetzung mit Journalismus durchaus eine Mitteilung. Ancel hat damals noch in einem Interview erklärt, für wie wichtig er “games with a meaning” hält.

    stefanx: Seltsam, ich hab heute nachmittag keine Bildchen bei deinen Texten gesehen und sehe sie auch jetzt nicht…