Zurück in die Arena

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So ungefähr 1992 beschloss der bis dahin hauptsächlich durch Sportspiele wie die Wayne Gretzky Reihe und einige Terminator-Actionspiele bekannte Spieleentwickler Bethesda, ein Fantasyspiel zu machen. In diesem Spiel sollte sich der Spieler durch diverse Arenen kämpfen müssen, bis er am Schluss gegen den mächtigen Kampfmagier Jaga Tharn antreten durfte. Inspiriert durch Spiele wie “Ultima Underworld“ und “Legends of Valour“ sowie den Rutger Hauer Film “The Blood of Heroes“ sollte das Spiel eine Ich-Perspektive haben, in richtigem 3D laufen und einige Rollenspielelemente bekommen.

Am Ende der Entwicklung schauten alle überrascht auf und mussten feststellen, dass sie ein episches Rollenspiel gemacht hatten. Ganz ohne irgendwelche Arenakämpfe. Nur der Endgegner hieß immer noch Jaga Tharn.

Das Ganze stellte sich als etwas problematisch heraus, denn es war schon Werbung und sogar Packungen mit dem Namen “The Arena” gedruckt worden. Also dachte man sich schnell eine Ausrede aus (“Äh, das Leben in der Welt von Tamriel ist so hart geworden, dass die Bewohner ihr Land inzwischen einfach ‘Die Arena’ nennen.”) und schrieb noch “The Elder Scrolls” drunter, damit es rollenspieliger klang. Beides wurde noch flott in den Text des Vorspanns übernommen und alles war gut.

Na ja, nicht alles. Denn dummerweise hatte Publisher U.S. Gold mit einem Actionspiel gerechnet und nun guckte man dort etwas komisch aus der Wäsche, als einem von Bethesda eine handvoll Disketten mit einem Rollenspiel in die Hand gedrückt wurden. Man war eindeutig not amused und beschloss sich die beeindruckende Menge von 3000 Exemplaren herzustellen.

Bei Bethesda war man sich deshalb inzwischen relativ sicher, dass man die Firma ruiniert hatte. Glücklicherweise war das Spiel verdammt gut, hörte einfach nicht auf sich zu verkaufen und entwickelte sich zu einem Kult-Hit. Die Elder Scrolls Reihe war geboren. Der letzte Teil ging lässige vier Millionen Mal über die Ladentheke und die neueste Ausgabe namens “Oblivion“ ist der erste große Titel des Jahres 2006.

Da ich dummerweise nicht die Hardware habe dieses neue Spiel zu spielen, dachte ich mir ich gehe mal zu den Anfängen der Reihe zurück und schaue was Arena heutzutage noch taugt.

Obwohl Bethesda das Spiel umsonst zum Download bereitstellt, war es harte Arbeit das Spiel überhaupt vernünftig zum Laufen zu bekommen. Für alle die es mir nachmachen wollen, folgt hier kurz meine Lösung:

Arena ziehen. DOSBox ziehen. Wer nicht mit der Kommandozeile von dem Programm rumspielen will, der sollte sich außerdem D-Fend ziehen. Arena ins Root-Verzeichnis (c:\arena\) installieren, dann in D-Fend folgende Einstellungen machen:

Mouse Sensitivity: 200
Render Method: OpenGL
Scale: normal2x
Memory: 32, enable XMS/EMS
CPU Cycles: 30000
CPU Core: dynamic
Frame Skip: 5
Mounting: Auto Create

Nicht vergessen den Sound zu aktivieren. Ich habe mit dem SB16 und MPU-401 MIDI die besten Erfahrungen gemacht. Die perfekten Einstellungen sollten für jeden Rechner etwas anders sein, aber damit läuft es bei mir absolut flüssig und auch die Maus reagiert angemessen schnell. Das Handbuch zum Spiel findet man übrigens hier.

Nachdem dann alles läuft, baut man sich wie in jedem Rollenspiel erstmal seinen Charakter. Das läuft aber nicht ganz so, wie in jedem üblichen Rollenspiel. Klar, man wählt sein Volk, würfelt ein paar Charakterwerte aus, verteilt ein paar Bonuspunkte, konfiguriert sein Erscheinungsbild und gibt sich einen Namen. Alles wie gehabt. Wenn man will, kann man auch seine Klasse einfach aus einer Liste auswählen. Viel interessanter ist es aber, sich seine Klasse mit Hilfe des Frage- und Antwortspiels zuweisen zu lassen. Man bekommt dabei kleine Geschichten mit moralischen Dilemmata präsentiert und wird gefragt wie man sich selber entschieden hätte. Jede Antwort führt dazu, dass am Himmel eines der Sternbilder “Magier”, “Dieb” oder “Krieger” heller leuchtet. Am Schluss bekommt man von Spiel dann eine passende Klasse vorgeschlagen.

Wirklich bemerkenswert ist, dass ich gerade eben exakt die gleiche Klasse vorgeschlagen bekommen habe wie im Jahre 1993. Ganze 13 Jahre sind vergangen und ich bin immer noch ein Spellsword. Man ändert sich wohl doch weniger als man glaubt.

Wie in Oblivion findet man sich danach als Gefangener im kaiserlichen Kerker wieder. Der oben schon erwähnte Jagar Tharn hat den Kaiser um die Ecke gebracht und seine Form angenommen. Eine mächtige Magierin die er dabei um die Ecke gebracht hat, teilt einem in seinen Träumen mit, dass man doch bitte den mächtigen Stab des Endgegnerbesiegens finden möchte und damit Herrn Tharn mal ordentlich den Marsch blasen soll. Besagter Stab ist natürlich wie üblich in diverse Teile zerbrochen worden und quer übers Imperium verteilt worden.

Mit anderen Worten: Wer Arena wegen seiner Geschichte spielt, wird enttäuscht sein.

Jedenfalls findet man praktischerweise einen Schlüssel zu seiner Zelle unter dem Kopfkissen, einen Dolch vor der Tür und erlegt auf dem Weg nach draußen ein paar Ratten und Goblins. Dabei wird gerade grafisch der Einfluss von Ultima Underworld sehr deutlich. Man kann sich völlig frei bewegen, aber es gibt nur eine Ebene und nur rechte Winkel. Alle Monster und Gegenstände sind 2D-Bitmaps die entsprechend skaliert werden. Wer in der VGA-Ära aufgewachsen ist, wird mit der Grafik ganz gut klar kommen. Alle anderen werden ob der Grobschlächtigkeit wahrscheinlich einen kleinen Schock bekommen. Wer sich von dem Schock erholen kann, findet am Ende des Dungeons einen Teleporter, der einen in die Hauptstadt seiner Heimatprovinz teleportiert.

Da ich (wie 1993) einen Redguard gewählt hatte, handelt es sich bei mir dabei um die Provinz Hammerfall und die Stadt Sentinel. Außerhalb der Dungeons sieht das Spiel dann gleich eine Stufe besser aus. Es ist freundlich und bunt und auf den Straßen ist richtig was los. Im Hintergrund sieht man die Berge von Hammerfall, und man wird mit triumphaler Musik begrüßt. So weit, so gut.

Dummerweise ist man erstmal hoffnungslos verloren. Es gibt keinen Hinweis darauf, wo man anfangen sollte nach dem Stab zu suchen und Sentinel ist riesig. Und ich meine wirklich riesig. Kleines Beispiel gefällig?

Ich war dem kaiserlichen Kerker nur so gerade mit meinem Leben entkommen und dachte mir, ich finde erstmal die örtliche Herberge um ein wenig zu rasten. Ich halte also die nächste Passantin an und frage sie, wo ich denn hier das Gasthaus finden könne. Woraufhin die Dame mit der Gegenfrage kam “Welches Gasthaus hätten sie denn gerne?”. Wo andere Spiele nämlich eine Herberge pro Ort haben, präsentiert einem Arena in Sentinel mal spontan mindest fünfzehn Stück.

Fünfzehn!

Ich suchte mir das “Black Crow’s Nest” aus der schier endlosen Liste aus und bekam die unglaublich präzise Antwort “Das ist irgendwo im Osten”. Super. Also nach Osten getigert und immer wieder Leute gefragt, bis sich endlich irgendwer bequemt hatte, mir mein Ziel auf der Karte einzuzeichnen. Ich werfe also einen Blick auf die Karte und falle fast vom Stuhl. Mal abgesehen davon, dass Sentinel viel zu groß für meine arme kleine Karte war, starrte mich eine ganze Armee von roten Punkten an. Neben einem der Punkte stand jetzt “Black Crow’s Nest”. Das führte wiederum zur der Realisierung, dass jeder dieser Punkte einen besuchbaren Ort darstellte. Jeder war ein Gasthaus, ein Ausrüstungsladen, eine Gilde, ein Tempel, der örtliche Palast oder ein Wohnhaus (in das man als Dieb natürlich einbrechen könnte, das einem armen Level 1 Spellsword allerdings verschlossen bleibt).

Das Black Crow’s Nest stellt sich dann übrigens als ziemliche Absteige mit lächerlich hohen Zimmerpreisen heraus. Glücklicherweise hatte ich einen ziemlich hohen Charisma Wert und konnte einen etwas zivileren Preis heraushandeln. Das war allerdings erst nach ein paar Minuten möglichen, denn solange habe ich gebraucht um in der gigantischen Wirtsstube überhaupt den Wirt zu finden. Für den Weg zu meinem Zimmer habe ich dann tatsächlich die Karte bemühen müssen.

Habe ich schon erwähnt, dass Sentinel riesig ist?

Vielleicht sollte ich besser sagen, dass die gesamte Welt von Arena riesig ist. Denn Sentinel ist nur eine Stadt von vielen in einer Provinz von vielen. Natürlich kann man die Stadt auch verlassen und dann über das absolut gigantische Land reisen. (Glücklicherweise kann man per Karte auch direkt jede Stadt auswählen und ist dann eine Reitanimation später dort angekommen.)

Als questbasiertes Spiel taugt Arena übrigens nicht viel. Um den Stab wieder zusammen zu setzen, reist man einfach in die verschiedenen Provinzhaupstädte, spricht dort die passende Person an, bekommt von der eine Quest und kriegt dafür als Belohnung den Ort des lokalen Dungeons mit Stabteil mitgeteilt.

Nein, Arena lebt von seiner absolut gigantischen Spielwelt und seiner wunderbaren Atmosphäre. Diese Atmosphäre funktioniert übrigens auch heute noch ganz wunderbar. Zunächst mal gibt es einen Tag/Nacht-Zyklus. Man kann der Sonne dabei zuschauen, wie sie über den Horizont zieht und wenn es Nacht wird, verschwinden die Bürger von den Straßen und man hält auf der Suche nach der nächsten Herberge besser die Hand am Schwert, denn so mancher Dieb liegt dann auf der Lauer nach einfacher Beute wie einem Level 1 Spellsword.

Außerdem gibt es ein wirklich tolles Wettersystem. Das Spiel hat alles von strahlendem Sonnenschein über Regen und Schnee, bis hin zu Nebel. Selbst Jahreszeiten werden simuliert. Im Herbst ist Regen und Nebel zum Beispiel wesentlich wahrscheinlicher. Hauptsächlich wirken sich die Jahreszeiten aber auf die Beschreibungstexte aus. Die bekommt man immer dann zu lesen, wenn man ein Gebäude oder eine Stadt betritt. Dort wird einem dann erzählt, dass die goldene Herbstsonne in den glitzernden Rüstungen des Waffenhändlers reflektiert wird, oder dass der herzogliche Palast gerade voll von Bittstellern ist, die sich Hilfe wegen des bitteren Winters erhoffen.

Eben bin ich nach Mournhold (in Morrowind!) gereist, dort spät am Abend angekommen und mir wurde nicht nur mitgeteilt wie spät es ist und wie lange meine Reise gedauert hat, sondern auch dass man vor Ort munkelt, etwas Finsteres würde unter der Stadt lauern und die Bewohner langsam in den Wahnsinn treiben. Da über der Mournhold ein dichter Nebel lag und entsprechend düstere Musik aus meinen Lautsprechern kam, hatte ich keine Probleme das zu glauben.

Die einzelnen Regionen sind übrigens auch recht individuell gestaltet, auch wenn dem natürlich technische Grenzen gesetzt sind. Es ist halt schwierig mit rechteckigen Quadraten eine sonderlich individuelle Architektur zu bauen. Trotzdem gibt es die verschiedensten Stile, von den weißgetünchten Häusern zwischen Palmen und Kakteen im Black Marsh, bis hin zum rustikalen Stil von Solitude, der nördlichsten Stadt des Imperiums, in der es fast immer schneit.

Jede Provinz hat übrigens auch ihre eigenen Feiertage. Das kann für den Spieler gut aber auch schlecht sein. Gerade war in Hammerfell eine Art Halloween, was die Magiergilde dazu veranlasst hat, alles zum halben Preis zu verkaufen. Für einen Spellsword wie mich ist das ziemlich gut. Wenn ich allerdings nachts in der Stadt angekommen wäre, dann hätte ich mich wohl auf dem Weg zur Herberge mit ein paar Untoten rumärgern müssen. Mein persönlicher Favorit ist allerdings das Neujahrsfest. Da gibt es nämlich überall das Bier umsonst.

Sehr schön auch die kleinen Informationen, welche die Leute auf der Straße von sich geben. Wenn man sie fragt, dann sagen sie einem zum Beispiel wie sie heißen und was sie so tun. Auch dabei gibt es viel Abwechslung, vom einfach Türsteher (“My name is Vaj’Kerna the Thug. I rough people up, you know.”) über den unfähigen Astrologen (“My name is Vurten, the astrologist. I really am a terrible fake, you know.”) bis hin zum offiziellen Schriftsteller der Stadt (“My name ist Ciktati, the city-state playwright. I have been working on my new comi-tragedy.”).

Fairerweise muss man sagen, dass es in Arena nicht so viel zu tun gibt wie in Daggerfall oder Morrowind oder Oblivion. Trotzdem hat kann man einiges machen, ohne die Hauptquest auch nur eines Blickes würdigen zu müssen. Magier können ihre eigenen Sprüche entwerfen, Diebe kommen in Häuser rein die anderen Charakteren verschlossen sind, es gibt eine gigantische Anzahl an Dungeons die man erforschen kann, es gibt Gerüchte über 16 extrem mächtige Artefakte, denen man nachgehen kann und es gibt auch ein paar Quests jenseits der Stabsuche.

Am Ende ist Arena aber ein Spiel das man wahrscheinlich nicht durchspielt. Ich habe es 1993 nicht durchgespielt und ich werde es auch jetzt nicht durchspielen. Arena ist eher ein Land das man bereist. Man reitet von Stadt zu Stadt, von Provinz zu Provinz, nimmt hier am Erntefestival teil, beklaut dort ein paar reiche Leute, erforscht auf dem Weg in die nächste Stadt einen Dungeon, saugt dabei einfach die auch heute noch tolle Atmosphäre auf und staunt immer wieder über den epischen Umfang des Spiels.

Am Ende ist es gut zu wissen, dass ich auch heute noch über Dinge staunen kann, die ich 1993 beeindruckend fand. Ich wünschte nur ich könnte meinem Alter Ego von damals ein Video von Oblivion in die Hand drücken.

Obwohl, das wäre gemein. Ich kann ja kaum die paar Monaten warten bis ich die passende Hardware für das Spiel habe. Was dreizehn Jahre an Wartezeit mit mir machen würden, will ich mir gar nicht ausmalen.

25 Kommentare Autor: Richard
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25 Kommentare

  1. Noch mehr nutzlose Informationen zu Arena gefällig?

    - Das erste Sequel sollte zunächst Mournhold heißen und in Morrowind spielen. Tatsächlich ist Bethesda erst mit der ersten Erweiterung zum dritten Spiel dazu gekommen die Stadt zu erforschen.

    - Der Lead Designer von Arena (Vijay Lakshman) begann zwar die Arbeit an “Mournhold”, hatte dann aber mit den nächsten Teilen der Reihe nichts mehr zu tun. Er ist jetzt übrigens Vice President of Production bei Turbine und arbeitet an Dungeons & Dragons Online und Lord of the Rings Online.

    - Mournhold sollte Features bekommen, die es bis heute nicht in die Reihe geschafft haben. Unter anderem war es geplant, dass es keine Ladezeit zwischen Häusern, Dungeons und der Oberwelt mehr geben und dass man durch die Fenster in Häuser reinschauen können sollte. Das bietet selbst Oblivion nicht.

    - Die Entwickler von Arena sind sich selber nicht sicher, ob man zu Fuß von einer Stadt zur nächsten gehen kann, weil sie es selbst nie probiert haben. Ja, Arena ist groß.

    - Die Sterne und die zwei Monde in Arena bewegen sich nach einem sinnvollen Muster. Wer will, könnte danach navigieren.

  2. Ontopic: ich hab erst über “Daggerfall” mit Elder Scrolls Bekanntschaft gemacht. Das kam mir damals allerdings recht verbugt vor. Kann mich auch an die Frage nach den Wirtshäusern und dem Gefühl der Überforderung danach erinnern. ;-) Man konnte stundenlang (

  3. Ups, da hab ich gerade die Kommentarfunktion aus Versehen mit einem fiesen Zeichen verwirrt. Hier gehts weiter:

    Man konnte stundenlang (Erinnerungsvermögen trügt ev.) alleine in einer einzigen Stadt rumrennen.
    Das waren – trotz der Bugs – ganz wohlige Erinnerungen. “Oblivion” ist ja nun auch bestellt…

    Offtopic: Muss mich outen – “Terminator Future Shock” fand ich super. Die Levels waren zwar eintöntig matsch-schwarz, aber die Atmosphäre war genial!

  4. Terminator Future Shock war wirklich fantastisch. Hat aber leider kaum jemand gemerkt.

    Daggerfall war so verbugt, dass ich es nicht durchspielen konnte. Trotz diverser Patches. Arena war da wesentlich besser.

    Allerdings war Daggerfall schon das bessere Spiel. Grafisch mehr Abwechslung und viel größere Freiheit. Man konnte auf Pferden reiten, es hat das “Aufleveln durch Üben”-System eingeführt, man konnte ein Werwolf oder Vampir sein (ich war ein Werwolf), usw. Dummerweise waren die Dungeons komplett zufallsgeneriert, absolut gigantisch, schrecklich unübersichtlich und es war manchmal nahezu unmöglich dass halb im Boden verschwundene, zufällig platzierte winzige Kraut zu finden, das man für die Quest brauchte.

  5. Juhuu!

  6. Oje: Arena! Ich habs damals durchgespielt (und gekauft!), zu meiner eigenen Überraschung war ich dann am Ende. Das ging relativ schnell, aber damals hatte ich auch noch viel mehr geduld mit Spielen.

    Als Spiel taugt Arena nicht unglaublich viel, aber das “Welt-Gefühl” ist schon toll. Es hatte übrigens auch ein RICHTIGES Fantasy Cover. Ein richtiges Fantasycover hat eine zentrale Frauenfigur, die nur ein, zwei Meter des spätmittelalterlichen Äquivalents von Isolierband zur Verfügung hatte, um sich notdürftig vor den gierigen Blicken der adoleszenten Käufern zu verbergen.

  7. Das sieht ja furchtbar aus! Ich muss sagen, sie muten ihren Lesern eine ganze Menge zu! Spiele von vor zehn Jahren *kopfschüttel*

  8. Von vor 13 Jahren!

  9. wenn man die aktuelle Spielelage sieht, sollte man vielleicht lieber über neue Spiele den Kopf schütteln, und nicht über die guten alten Klassiker:
    Wing Commander 1990
    Command&Conquer 1995
    Unreal Tournament 1999

    muss ich noch mehr sagen?
    *kopfschüttel*

  10. Nette Schilderung!
    Damals hatte ich kein PC, aber die ganzen Games via PlayTime mitbekommen. Future Shock war IMO das erste gute Terminator-Spiel. Und Daggerfalls Bugs sind ja legendär…
    Ist es eigentlich so, dass “damalige” Rollenspiele abseits vom eigentlichen Spielinhalt mehr interaktive Umwelt als heutige Pendants boten? Ich denke da insbesondere an die Ultima-Reihe (Teil 4-8).

    PS: Und ist Oblivion denn jetzt der “Uberknaller”? Ich hab ja schon so einige kritische Stimmen übers Spielsystem gelesen, andererseits hat EuroGamer eine 10er-Wertung rausgehauen…

  11. Mir würde außer der Elder Scrolls und der Ultima Reihe jetzt aber nichts von “damals” einfallen, was eine besonders interaktive Umwelt gehabt hätte. Und zumindest Elder Scrolls ist ja noch sehr lebendig. Heutige Spiele bieten ja zudem auch durch technische Fortschritte wie Physikengines einige Interaktionsmöglichkeiten, die damals einfach nicht drin waren.

  12. Auch Eurogamer darf schonmal spinnen ;) Aber Oblivion hat eine ganze Menge Gameplay unter dem Eyecandy – sobald die Patches kommen, kann man hohe Wertungen schon rechtfertigen. “Value for Money” hinsichtlich der Spieldauer und auch der hohe Wiederspielwert sind jedenfalls beachtlich, auch der Abwechslungsreichtum.

    Einiges ist wirklich erst mit modernen Engines denkbar. Ich muss schon sagen, als mir das erste mal der morsche Boden unter den Füssen weggebrochen ist… das war schon cool. Die Athmosphäre ist auch sehr schön, die Dungeons geben einem wirklich das “nass, dunkel, eklig, klaustrophobisch” Gefühl.

    10/10? Naja. Großes Spiel? ja.

  13. Fand Arena immer besser als Ultima Underworld… verstehe nicht, was alle daran so toll finden.

    Arena kann man übrigens recht zügig durchspielen. Im Netz gibt’s nen Guide in welchen Dungeons die Stabteile liegen – und dann geht es eigentlich relativ fix.

  14. Wirklich bemerkenswert ist, dass ich gerade eben exakt die gleiche Klasse vorgeschlagen bekommen habe wie im Jahre 1993. Ganze 13 Jahre sind vergangen und ich bin immer noch ein Spellsword

    Vielleicht spuckt der immer Spellsword aus, egal was man beim Frage-Antwortspiel eingibt.

  15. Es ist halt schwierig mit rechteckigen Quadraten eine sonderlich individuelle Architektur zu bauen.

    Richtig. Aber mit anderen Quadraten hätte es bestimmt super geklappt.

  16. Ha! Der Fehler ist so gut, den lasse ich drin!

  17. Richtig. Aber mit anderen Quadraten hätte es bestimmt super geklappt.

    Hehe.. das hat mir grade die Stimmung für den Rest des Tages verbessert..

  18. eine frage… wenn ich den charakter erstelle, erzählt er mir irgendwas von scrollbars. nur sind da keine, cursortasten funktionieren auch nicht andere tasten auch nicht. bild rauf/runter auch nicht, plus/minus auch nicht, etc.pp. weiß jemand rat?

  19. lol, sach doch einfach Polygone. Aber Thema Polygone, denn ich erinner mich noch an die ersten Spiele mit Polygonen, die hiessen damals noch VEKTOREN. Und so hatte ein Alone in the Dark 1 (das ich schon immer besser fand als Resi Evil, obwohl ich mir Resident Evil Deadly Silence wohl holen werden) halt Vektorgrafik…sach das heute mal nem NFS Undergruntz Kiddie, der is dann schwer assioziativ überfragt.
    Ich muss alerdings zugeben das ich Arena nich gezockt hatte, allerdings denke ich im Moment noch darüber nach das mal auf meine Platte zu beamen, obwohl ich da noch ein Prince of Persia Two Thrones durchzuspielen hätte… .
    Ach, kennt hier jemand The Key(s) to Maramon oder so. Oder so weil ich nimmer genau weiss wie das hiess, das hatte dann noch Nachfolger, die hiessen Magic Candle II und III. Das war auch ein schönes RPG aus der Zeit, allerdings nich in 3D, sondern per Draufsicht. Man spielte einen Helden der in ein Frikkelkaff kommt, wo er sich tachsüber mit Waffen, Tränken, Infos und Quests ausrüstet, und dann Nachts die Strassen von Monstern überflutet werden, die einem schwer auf die Kinnlade geben. Dann folgt man den Viechern unter die Stadt, wo man noch viel mehr auf die Fresse bekommt. Irgendwie war das Spiel unschaffbar, auch wenn man ein Gauntlet Veteran war, denn es waren HORDEN von den Viechern, Pfeile gingen einem schnell aus, und Nahkampf war Selbstmord. Warum zur Hölle hab ich das damals eigentlich gespielt?

  20. Ach ja, die Magic Candle Trilogie… sauschwer und immer richtig hakelig. Durchschnitts-Rpg für Hardcore-Zocker.
    Gab’s damals dann mal als Sammlung auf einem dieser PCGames Vollversionspappen anno 1992 oder 94 oder irgendwann… in derselben Reihe kam dann auch noch Hannibal raus.

    Vektor-Optik ist wunderbar! Bei Starblade Alpha oder dem Vorspann des MCD Silpheed, aber ganz besonders beim NeoGeo Viewpoint (wenn das auch keine richtigen Vektoren sind) kriege ich heute noch Freudentränen dank der fantastischen Bilderwelten.

  21. Keys to Maramon war eine art “Trainingsprogramm” für die Spieler von Magic Candle I, die darin ihre Party aus dem ersten Teil ordentlich fithalten konnten, bis Teil 2 erschien.

    Charaktere aus Vorgängerspielen übernehmen zu können ist auch so ein typisches 80s Feature, das ich sehr vermisse.

  22. Charaktere übernehmen sag ich nur die alte SSI Rollenspiele.

  23. Oh ja, Silpheed hab ich auch bis zum erbrechen gezockt…und Charaktere übernehmen, das war so geil, schade das ich meinen lvl 54 Barbaren von Diablo II nicht in WoW integrieren konnte, hätte ne Menge Arbeit erspart. Aber konnte man nicht bei Baldurs Gate II die alten baldurs Gate Chars importieren? Naja, ich hoffe bei NWN II kann man seine Alten Recken noch importieren, obwohl, mein Zauberer und Mein Barbar hängen jetz schon so seit nem Jahr in der Hölle rum, ob die da wieder rauskommen…?