Archiv für April, 2006

Elektroschrott?

Sonntag, April 30th, 2006

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Nachdem ich Anfang der Woche total viel über brandneue Hardware geredet habe, wird es jetzt mal Zeit über ganz alte Platinen zu reden. Ich bin nämlich dabei meinen Schrank auszumisten und es ist erstaunlich was ich darin alles finde. Neben einer Menge Kabel für Geräte die es gar nicht mehr gibt, habe ich unter anderem eine ganze Batterie von Grafikkarten entdeckt. Es gibt Speicherriegel für Boards die ich nicht mehr habe, Boards für die ich keine Speicherriegel mehr habe und manchmal sogar Boards mit Speicherriegeln drin. Jede Menge alte Soundkarten, Netzwerkkarten, Fritz! ISDN-Karten und Karten von denen wahrscheinlich nicht mal mehr der Hersteller weiß, was sie mal gemacht hat. Falls der Hersteller überhaupt noch existiert. Es gibt noch das RF-Anschlusskabel meines N64 (das habe ich dem Nachbesitzer wohl nicht beigelegt, sorry) diverse kaputte CPU-Lüfter und 80MB (ja, Megabyte) Festplatten. Glaubt mir, ihr wollt nicht wissen wie viele IDE-Kabel ich besitze. Von Brillenputztüchern aus dem Jahre 1992 ganz zu schweigen.

Es gab wohl mal Zeiten, wo ein einziger Anschluss für eine Maus (nix USB, nix PS/2, sondern wie auch immer der Anschluss hieß der davor kam) tatsächlich eine eigene Steckkarte gerechtfertigt hat. Warum habe ich eigentlich die Standfüße eines Gehäuses aufbewahrt, das ich schon lange nicht mehr habe? Und dann zwischen dem ganzen Technikschrott plötzlich etwas ganz Überraschendes. Ein großes blaues Tuch voller phosphoreszierender Leuchtsterne, das mir vor vielen, vielen Jahren mal meine damalige gebastelt hat. Das Tuch hing damals lange an der Decke über meinem Bett. Bis diese Freundin nicht mehr meine Freundin war. Da steht man dann irgendwie dreißig Sekunden lang mit diesem staubigen alten Tuch ganz still in der Ecke und das Gehirn spult im Schnellvorlauf plötzlich jede Menge Erinnerungen ab. Momente von denen nicht nur die Details verblasst waren, sondern die man komplett vergessen hatte.

Danach schaut man auch die Hardware irgendwie mit anderen Augen an. Meine Originalverpackte Adlib-Karte steht bei mir schon lange als Sammlerstück im Regal. Aber jetzt stehe ich hier vor jeder Menge alter Technik, die ich eben noch wegschmeißen wollte, mich inzwischen aber an die guten alten Zeiten erinnert. Mal abgesehen vom Gehäuse habe ich tatsächlich noch den vollständigen 386-SX16 Rechner von ca. 1990 rekonstruieren können. Selbst die Anleitung für den Koprozessor ist noch da. Oder das handgeschriebene Datenblatt für die Festplatte. Jetzt nimmt mein Vater das alles an sich. Ich weiß nicht genau was er damit vor hat (mal abgesehen davon dass es technisch gesehen immer noch ihm gehört), aber ich irgendwie total froh, dass es nicht weggeworfen wird.

Aber da ist noch mehr. Mein Soundblaster 16. Ein gemeinsames Geschenk meiner Eltern und meiner Oma zu Weihnachten. Meine erste 3D-Beschleunigerkarte (eine Diamond Monster 3D). Ihr Nachfolger eine Voodoo 2 Karte von Creative. Behalten oder wegwerfen? Die Festplatten kommen wohl alle in den Müll, aber ich frage mich schon, was für Datenjuwelen da noch magnetisch festgehalten sind, die jetzt nie wieder jemand anschauen wird.

Es gibt auch so harmlose Kleinigkeiten, wie das cool designte und batteriebetriebene Mikrofon einer alten Sun Workstation, aus Zeiten als eine Sun Workstation noch absolute Traumhardware war und mich mein Vater manchmal mit zur Uni genommen hat, damit ich dort auf genau solchen Maschinen ins Internet konnte. Damals hatten die meisten Leute noch nie vom Netz gehört und Mosaic war der Browser der Wahl.

Na ja, das meiste wird wohl im Müll landen. Aber eins behalte ich auf jeden Fall. Den 486-DX33 Prozessor aus meinem ersten komplett selbstgekauften Rechner. Quadratisch, praktisch, gut.

Der Talentierte Mr. Wells

Freitag, April 28th, 2006

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Ihr kennt H.G. Wells wahrscheinlich als Autor von Science Fiction Klassikern wie “The Invisible Man”, “War of the Worlds” und “The Time Machine”. Aber Wells war ein Mann vieler Talente. So hat er hat bei weitem nicht nur Science Fiction geschrieben, sondern verfasste unter anderem auch Satiren über die Werbebranche und sogar Sachbücher. Sein “The Outline of History” gilt als früher Klassiker der populären Wissenschaftsliteratur und wird heute noch gedruckt. Nebenbei war der Mann auch ein überzeugter Sozialist und talentierter Ehebrecher.

Für uns Videospieler ist aber viel interessanter, dass Wells auch ein Spieledesigner war. 1911 veröffentlichte er ein erstes Buch zu dem Thema, namens “Floor Games”. Das dünne Werk beginnt mit folgender Feststellung:

“The jolliest indoor games for boys and girls demand a floor, and the home that has no floor upon which games may be played falls so far short of happiness.”

Er befürwortet übrigens Linoleum oder Korkfußboden, und zumindest letzteres kann ich auch nur wärmstens empfehlen. Neben seinen spezifischen Anforderungen an Bodenbeläge, beschreibt er in “Floor Games” hauptsächlich welche Art von Spielen er mit Spielzeugsoldaten auf eben so einem Fußboden zusammen mit seinen Söhnen gespielt hat. Das Buch ist überraschend amüsant zu lesen und von offensichtlichem Enthusiasmus geprägt, wer aber spezifische Regeln für ein bestimmtes Spiel sucht, wird enttäuscht werden.

Seinen Titel als “Father of Miniature Wargaming” hat sich H.G. Wells erst zwei Jahre später mit seinem zweiten Werk zum Thema verdient. Das Buch trägt den absolut wunderbaren Titel “Little Wars: a game for boys from twelve years of age to one hundred and fifty and for that more intelligent sort of girl who likes boys’ games and books” und enthält die vollständigen Regeln für ein Strategiespiel mit Miniaturen.

Natürlich hat Wells das Strategiespiel nicht erfunden. Schach ist schließlich auch nichts anderes als ein sehr abstraktes Kriegsspiel mit Miniaturen und es ist so alt, dass sein Ursprung schon lange in den Nebeln der Zeit verschwunden ist. Die Idee realistische Schlachten mit Miniaturen nachzustellen, ist da schon etwas moderner und ihr Entstehen lässt sich auf das Deutschland des späten 18ten Jahrhunderts eingrenzen. 1780 erschien in Braunschweig das erst formale Regelwerk für eine solche Kriegssimulation. Das Werk des Autors Johannes Christian Hellwig basiert auf den Schachregeln und gilt als wenig erfolgreich. Wie viele seiner Nachfolger war es übermäßig komplex und von vielen Regelwidersprüchen geplagt.

Größerer Erfolg war 1824 dem preußischen Leutnant Georg Heinrich Rudolf Johann von Reißwitz mit seinem Buch “Anleitung zur Darstellung militärischer Manöver mit dem Apparat des Kriegsspiel” beschert. Sein Spiel war eine Weiterentwicklung eines von seinem Vater erschaffenen Regelwerkes und zur Offizierfortbildung gedacht. Tatsächlich wurde es wenig später Pflicht in der militärischen Ausbildung jedes preußischen Offiziers. Sein Werk wurde unter dem Namen “Kriegsspiel“ international bekannt und dürfte auch das erste gewesen sein, für das es die heute so beliebten Regelerweiterungen gab, auch wenn diese damals eher dazu gedacht waren neuere Entwicklungen in der Kriegsführung abzubilden und weniger um dem Kunden mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Bedeutung des “Kriegsspiels” kann nicht unterschätzt werden, und Wells selbst fügte einer späteren Ausgabe seines “Little Wars” einen Anhang bei, in dem er darauf einging.

Auch wenn Wells somit nicht als Erfinder der Miniaturenspiele gelten kann, so war er doch wohl der erste, der Regeln veröffentlichte die einfach nur zur Unterhaltung gedacht waren. Hatte das Kriegsspiel einen eher simulationslastigen und ernsthaften Charakter, so war “Little Wars” etwas, das Wells entwickelte um mit seinen Söhnen Spaß zu haben.

Was an Wells’ Spiel erstaunt, ist wie nah es an modernen Spielen seiner Art ist. Wer Warhammer oder Battletech gespielt hat, wird überrascht sein wie viele Parallelen man beim Lesen des Buches entdeckt. So gibt es z.B. eine Zugs- und eine Angriffsphase, eine Art Punktesystem um ungleiche aber gleichwertige Armeen zu bauen und wie jede gute Anleitung bietet “Little Wars” ein Beispielszenario namens “The Battle of Hook’s Farm” sowie optionale Regelerweiterungen.

Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass “Little Wars” so gut wie keinen Wert auf das Würfelglück legt. Wer bei Wells’ Spiel also seine Sammlung bunter Oktaeder, Dodekaeder oder Ikosaeder einsetzen will, der dürfte enttäuscht werden. Andererseits gibt es im Moment eine starke Tendenz zu würfellosen Spielen, wie z.B. bei der “Clix”-Reihe von Wizkids Games. Insofern kann man dem talentierten Mr. Wells auch in diesem Bereich eine große Voraussicht unterstellen.

Wenn ihr also das nächste mal ein Videospiel mit hanebüchenem Zeitreiseplot spielt, dann gedenkt nicht nur Wells’ Beitrag zur Literatur des 20ten Jahrhunderts, sondern auch seinen Leistungen als Spieledesigner.

Sowohl “Floor Games” als auch “Little Wars” sind übrigens umsonst als E-Text (1, 2) über das Project Gutenberg zu haben, aber auch eine gedruckte Form ist verfügbar. Viel Spaß beim Spielen!

Der Schrecken der Seidenstrasse

Donnerstag, April 27th, 2006

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Ich spiele Rollenspiele hauptsächlich wegen der Atmosphäre. Videospiele sind wie kein anderes Medium dazu in der Lage eine ganze Welt, ja eine ganze Kultur zu erschaffen und diese dann vom Spieler erforschen zu lassen. Deswegen war ich zum Beispiel ein großer Fan von Morrowind, obwohl das Kerngameplay doch einiges zu wünschen übrig ließ. Für mich bestand das Spiel eben darin die Welt kennen zu lernen. Die Hauptquest habe ich dann ganz am Schluss nur der Vollständigkeit halber abgehakt. Ähnlich verhält es sich bei World of Warcraft. Eigentlich kann ich ja MMORPGs nicht ausstehen. Allein schon wegen der ganzen Deppen und dem viel zu hohen Zeitaufwand. WoW aber hatte eine so atemberaubende Welt zu bieten, dass ich gerne 20 Wolfpelze gesammelt habe, nur um zu sehen was hinter der nächsten Ecke liegt.

Idealerweise versinke ich dabei vollständig in dieser Welt und habe wirklich das Gefühle an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit zu sein. Andersrum habe ich an Rollenspielen die keine atmosphärische Welt bieten, meist wenig Spaß. Divine Divinity oder Sacred zum Beispiel haben mich schrecklich gelangweilt und ich kann mir das nicht anders als mit ihrer lieblosen Präsentation erklären.

Sehr frustrierend ist in dieser Hinsicht der Mangel an Abwechslung bezüglich der Welten selber. Eigentlich hat meist nur die Wahl zwischen den ewig gleichen westlichen oder asiatischen Fantasywelten. Mit letzteren kann ich meist wenig anfangen, denn diese Welten sind häufig weit jenseits von irgendwelcher Glaubwürdigkeit angesiedelt und schon rein visuell meist von erstaunlicher Geschmacklosigkeit. Glaubt mir, liebe Bewohner des Planeten Squenix, jedes Gelenk eures Hauptcharakters mit einem andersfarbigen Stück Stoff zu bedecken ist weit weniger fantasievoll als ihr glaubt. Und ihr könnten auch beim Einsatz von Haarprodukten ein bisschen weniger enthusiastisch sein! Auch spielerisch geht da meist wenig, denn das Prozedere ist mir häufig viel zu linear. Ich kann in diesen Spielen nur eben nicht mal einen Umweg gehen, nur um die lokale Architektur zu bewundern oder etwas über die örtliche Religion zu lernen.

Letzteres wird immerhin von den meisten westliche Rollenspiele geboten. Dafür sieht es da aber mit dem Abwechslungsreichtum noch ärmer aus. Muss es wirklich immer mittelalterliche Fantasy sein? Müssen immer Orks und holde Maien vorkommen? Jawohl, liebe Spieleentwickler, man kann auch ein Rollenspiel ohne Dunkelelfen und böse Erzmagier machen. Für jedes Jade Empire oder Knights of the Old Republic gibt es zwanzig Gothics und Neverwinter Nights.

Also kiebe Spieleentwickler, wie wäre es mal mit Spielen die von afrikanischer Mythologie inspiriert sind? Vom alten Ägypten bis hin zu irgendwelchen untergegangenen Kulturen in den Dschungeln Zentralafrikas gibt es da doch genügend Stoff! Wie wäre es mit dem Inkas oder Mayas als Inspiration? Oder ein Rollenspiel mit dem Prinz von Persien? Mit den mongolischen Horden anstelle der Orkhorde? Und das sind nur ein paar historische Ideen aus unserer eigenen Vergangenheit. Es muss auch nicht immer Fantasy sein. Wie wäre es mal mit einem historisch halbwegs korrekten Szenario, wo wir schon dabei sind uns in der Vergangenheit umzuschauen? Ein Spiel kann auch ohne Feuerbälle Spaß machen. Ihr habt jedenfalls das ganze Universum aller denkbaren Welten zur Verfügung, und alles was euch einfällt ist “Äh, Orks!”? Bitter.

Um so mehr freue ich mich dann immer, wenn ich ein Spiel finde dass aus diesen Klischees ausbricht. Silkroad Online ist so ein Spiel. Die Seidenstrasse allein bietet einen fantastischen Hintergrund für ein Spiel, insbesondere für eins mit dichter Atmosphäre. Eine Reise entlang der Seidenstrasse würde uns von China nach Indien, dann über Afghanistan und Persien nach Baghdad und schließlich Rom führen. Zumindest wenn man Osten anfängt. Auf den Spuren Marco Polos würde der Weg natürlich eher am Mittelmeer anfangen und wohl auch ein paar Jahrhunderte später stattfinden. Tatsächlich scheint Silkroad Online alle diese Kulturen abzudecken. Die Weltkarte im Spiel ist jedenfalls äußerst verlockend.

Da auf der Homepage des Spiels dummerweise fast nur schlecht gemacht Screenshots aus den Kämpfen zu sehen sind, hätte ich das Spiel fast links liegen gelassen. In Bild eines indischen Palastes hat dann aber doch mein Interesse geweckt und ich habe es installiert. Wie üblich ist das Spiel selber kostenlos aber man kann sich aber für echtes Geld besonders tolle Gegenstände kaufen.

Keine Frage, Silkroad sieht super aus. Die chinesische Stadt in der man anfängt ist wunderbar detailreich gestaltet, mit satten Farben und ordentlich Abwechslung innerhalb der einzelnen Stadteile. Durch die Stadttore reiten jeden Menge mit Handelswaren beladene Pferde und Kamele. Wenn es Nacht wird, leuchten überall Laternen. Die Landschaften außerhalb der Stadt sind zwar relativ schlicht gestaltet, gewinnen aber durch amüsant gezeichnete Monster, schöne Sonnenuntergänge und Wettereffekte einiges an Atmosphäre. Nicht weit außerhalb der Stadt liegt übrigens ein riesiges Grabmal für einen toten Kaiser das mit seinen riesigen Dimensionen beeindruckt.

Keine Frage, ich konnte es kaum erwarten dieses Welt zu erforschen und stürzte mich freudig in die erste Quest. Tja, und dann ging alles den Bach runter. Zunächst mal es ist ziemlich schwierig, überhaupt in das Spiel rein zu kommen. Es gibt nur eine handvoll Server und die sind hoffnungslos überlastet. Anders als bei WoW wird man aber nicht in eine Warteschlange gesteckt, sondern sang- und klanglos auf den Desktop zurück befördert. Jeder neue Versuch auf den Server zu kommen, erfordert also erstmal einen Neustart des Spiels. Außerdem ist es entsetzlich verbuggt. Abstürze sind gang und gäbe; einmal habe ich sogar einen Bluescreen sehen müssen. Das hat schon lange kein Spiel mehr geschafft.

Da fangen die Probleme allerdings erst an. Silkroad ist nämlich das am schlechtesten übersetze Spiel das mir je untergekommen ist. Das vorherrschende Korenglish ist so übel, dass es nicht mal mehr amüsant ist. Manchmal ist es wirklich schwierig herauszufinden, was das Spiel eigentlich von einem will. Groß- und Kleinschreibung gibt es gar nicht. Es ist ja auch so viel einfacher alles klein zu schreiben!

Nächstes Problem: Es ist alles voller Deppen. Deppen die ihren eigenen Laden haben. Jeder Zentimeter der Anfangsstadt ist mit Marktständen zugekleistert, wo die Leute Gegenstände oder virtuelle Gefälligkeiten sexueller Natur feil bieten. Das mag gar nicht so unrealistisch sein, die Seidenstraße war nun mal ein Handelsweg für alle möglichen Gewerbe, inklusive dem ältesten der Welt, aber die Dichte an Ständen ist so hoch, dass man zum Teil den Fuß nicht mehr and den Boden kriegt. Das kann man wörtlich nehmen, denn es kommt tatsächlich vor, dass man nicht mehr vorwärts kommt, weil jeder Klick als Auswahl eines Händlers interpretiert wird, obwohl man eigentlich nur geradeaus gehen will. Außerdem kann man die NPCs häufig vor lauter l33t3r Beschreibungstexte der Händler einfach nicht mehr sehen.

Es gibt noch mehr Probleme. Die Quests sind doof. Mehr als Fedex und “Bring 30 Monster vom Typ X um” scheint es nicht zu geben. Dabei ist das Kampfsystem echt öde. Doppelklick und warten bis der Gegner tot ist. Möglich dass da später mehr kommt, aber so viel Geduld habe ich einfach nicht. Apropos Geduld, mein Charakter hat sich ungefähr mit dem Schwung einer halbtoten Sumpfschnecke vorwärts bewegt. Ganz am Anfang muss man ein paar Fetchquests machen, die wohl irgendwie eine Art Tutorial darstellen sollen. Mal abgesehen davon dass die Text zum Teil schlicht falsch sind (man wird in den Süden geschickt, obwohl die gesuchte Person im Osten ist) dauert das ewige hin und her aufgrund des lahmarschigen Charakters einfach unendlich lange. Wer überhaupt zur erste Monsterplättquest kommt, hat schon einiges an gutem Willen aufbringen müssen.

Irgendwann ist mein guter Wille jedenfalls völlig aufgebraucht gewesen und ich habe das Spiel deinstalliert. Lektion gelernt: Egal wie schön die Welt ist, ein bißchen Gameplay darf es dann schon sein. Oder zumindest könnte man das Gameplay ganz rauslassen. Kein Gameplay ist immer noch besser als schlechtes Gameplay. Gebt mir eine hübsche Welt, einen Screenshotknopf und ich habe zumindest eine Weile Spaß. Leider stellt sich Silkroad da stur. Eine Screenshotweltreise ist wegen zu hoher Monsterpopulation gescheitert. Sehr schade.

Mana Mana?

Mittwoch, April 26th, 2006

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Die elektronische Unterhaltungsausstellung steht vor der Tür, und die Spieleentwickler lassen nach und nach ihre jeweiligen Katzen aus dem Sack. Besonders interessant für mich als Rollenspieler sind natürlich die Ankündigungen von Squenix, auch wenn wie immer jede Menge Portierungen alter Spiele dabei sind. Von den acht gelisteten Final Fantasy Titeln sind beispielsweise gerade mal zwei tatsächliche Neuentwicklungen, und eine davon basiert auch noch auf Final Fantasy VII. Nebenbei bemerkt, die ansonsten sehr wohlwollende Famitsu hat Dirge of Cerberus ziemlich abgekanzelt, offenbar war das Spielprinzip wohl selbst denen zu doof. Aber lassen wir die grosse alte Melkmaschine mal einen Moment ausser acht und wenden uns lieber einer anderen Ankündigung zu.

Dawn of Mana, the first true Mana sequel in a decade, reveals the origins of the legend behind the Mana Tree and the Sword of Mana.

Ach so? Das Spiel ist dann wohl genau das Richtige für Leute, die sich an zehn Jahre alte Legenden aus einem Videospiel erinnern können oder was? Um ehrlich zu sein klingelt es allerdings beim Stichwort Mana Tree bei mir. Gab es da nicht mal so ein Gameboy-Adventure, bei dem sich der weibliche Sidekick am Ende in einen Baum verwandelt hat? Hier beginnt die Sache etwas kompliziert zu werden. Ich hätte schwören können, dass das Teil Mystic Quest hiess. Aber laut Wikipedia ist Mystic Quest lediglich der europäische Titel von Final Fantasy Adventure beziehungsweise Seiken Densetsu: Final Fantasy Gaiden. Oho, richtige Serie aber falsches Spiel, denn Final Fantasy Adventure habe ich erst vor kurzem wieder ausgepackt, und das Spiel hat weder einen weiblichen Sidekick noch Manabäume.

Bei meiner weiteren Recherche habe ich dann nicht schlecht gestaunt. Der eigentliche Titel der Reihe ist wohl nicht “Soundso of Mana” (soviel zum Thema first true Mana sequel), sondern Seiken Densetsu, und es gibt sie schon seit den späten 80ern. Anders als bei Serien mit fortlaufender Nummerierung wie etwa Dragon Quest (bis auf die fehlende VIII im Europa-Titel des aktuellen Teils) hat man hier allerdings eine Namensgebung nach dem Scattergun-Prinzip betrieben. Der erste Teil ist nie erschienen, die Serie begann mit Mystic Quest. Mal haben die Spiele Untertitel, mal nicht, mal heissen sie Final Fantasy, mal Sowieso of Mana, und mal wird ein Remake zumindest dem Titel nach als Neuentwicklung verkauft. Soll heissen, Legend of Mana und Sword of Mana zählen nicht, jedenfalls nicht offiziell. Children of Mana für das DS scheint ebenfalls nur eine Randgeschichte zu sein, und erst Dawn of Mana führt die Serie fort. Um es endgültig verwirrend zu machen, fasst Squenix zudem eine Reihe von Neuentwicklungen unter dem Begriff World of Mana zusammen, zu denen eben auch Children und Dawn gehören.

Um es nochmal zu rekapitulieren: bisher sind acht Seiken Densetsu Titel erschienen, allerdings nur zwei, die tatsächlich gezählt werden. Jetzt bringt Squenix den offiziellen Nachfolger zu einem elf Jahre alten Spiel auf den Markt, das niemals ausserhalb Japans erschienen ist. Also, könnte mir bitte nochmal jemand die Legende vom Manabaum zusammenfassen? Ich bin gerade etwas überfordert.

Hardwaresaga - Episode 2

Mittwoch, April 26th, 2006

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Zunächst mal ein Dankeschön an die AntiNation. Ihr rockt. Die Kommentare zu meinem Beitrag am Montag waren jedenfalls extrem hilfreich. Ich habe jetzt mal eure gesammelte Weisheit genommen und sie versucht in ein System zu gießen. Dieses System ist sollte nur als ein erster Entwurf gewertet werden, also meckert ruhig rum. Noch kann ich alles ändern.

Die Preise habe ich aus verschiedenen Onlineshops übernommen, hauptsächlich bei Alternate und ichbinleise.de. Das sind sicher keine optimalen Werte, aber ich habe auch noch nicht wirklich herausgefunden, wo ich das Gerät denn nun kaufen will.

Prozessor

Günstige Variante: Athlon 64 X2 3800+. Teure Variante: Athlon 64 X2 4200+. Ich denke ich habe mich inzwischen für einen Dual Core entschieden. Scheint mir im Spielebereich etwas zukunftssicherer und im Anwendungsbereich mit meinen zwei Visual Studios jetzt schon sinnvoller zu sein.

Kosten: 289€ oder 364€.

Grafikkarte

Günstige Variante: Sapphire Radeon X1800XT Vivo 256MB. Teure Variante: Sapphire Radeon X1900XT 512MB. Die Sapphires habe ich gewählt, weil sie bei Alternate jeweils die günstigsten Varianten waren. War jetzt keine sonderlich bewußte Wahl. Für Tipps welcher Hersteller da das beste Preis-/Leistungsverhältnis bietet, wäre ich aber trotzdem dankbar. Lautstärke des Lüfters ist da wohl auch noch ein relevantes Kriterium.

Kosten: 269€ oder 444€

Speicher

2x OCZ DIMM 1 GB DDR2-533 Kit Premier. Der Konsens schien zu sein, dass die diversen technischen Werte eher egal sind und dass es wichtig sei Markenware (möglicherweise mit Kupferkühlkörper) zu kaufen. Also habe ich die günstigsten Markenriegel mit Kühlung genommen, die ich gefunden habe. Akzeptabel?

Preis: 174€

Board

Asus A8N-E. Die Asus A8-Boards wurden immer wieder genannt. Mein Instinkt scheint sich jedenfalls bestätigt zu haben, SLI ist eher Mumpitz, also habe ich mir das gespart.

Preis: 89€

Festplatte(n)

Günstige Variante: Samsung SP2504C SpinPoint P120 mit 250GB. Teure Variante: Zwei davon und RAID0. Die Samsung Platten wurden immer wieder als preiswert und leise empfohlen. Die RAID Variante ist etwas umstrittener. Auf jeden Fall ist aber das Preisdelta zu den Topplatten von WD zu groß um die ins Auge zu fassen.

Preis: 79€ oder 158€

Laufwerk

Wie gesagt, ich behalte mein altgedientes TEAC-Laufwerk. Sparen leicht gemacht.

Gehäuse

Thermaltake Soprano in silber ohne Fenster. Die Front ist mir vielleicht einen Hauch zu geschwungen, aber es scheint ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis zu bieten, ohne dabei billig oder scheußlich auszusehen. Und wer kann dem Werbespruch “Curve is the same charming as music” widerstehen? Die Antec Gehäuse gefallen mir auch sehr gut, sind aber einfach zu teuer. Ansonsten sind auch die SilverStones sehr hübsch, aber auch hier scheint mir der Preis zu hoch.

Kosten: 64€

Netzteil

Be Quiet! P5-420Watt. Die Be Quiet! Serie wurde mir schon von mehreren Seiten empfohlen. Hat der genug auf der 12V Leitung? Reicht 420 Watt für das System, auch wenn man später noch ein paar mehr Laufwerke reinschraubt, oder muss ich ein größeres nehmen?

80€

Prozessorkühler

Thermalright XP 120. Wohl allein schon aus Geräuschgründen ist es nötig den Standardkühler zu kicken. Natürlich habe ich wenig Spaß daran für einen Lüfter 50€ abzudrücken, aber was soll’s.

Kosten: 52€

So. Das macht dann zusammen in der günstigen Variante 1.096€ und in der 1.452€ in der teuren. Womit die eine Variante das Budget ordentlich unterschreitet und die andere es ordentlich überschreitet. Also muss ich den Mittelweg finden. Sparen kann ich eigentlich nur an drei Stellen. CPU, Grafikkarte und Festplatte. Ich kann entweder bei CPU und Festplatte die günstigere Variante nehmen und die dickere Grafikkarte nehmen oder ich kann auf die dickerere Grafikkarte verzichten und dafür CPU und Festplatten etwas dicker nehmen. Oder ich nehme erstmal nur die CPU dicker und spare noch ein bisschen Geld extra. Was soll ich machen? Gebt mir weise Ratschläge!

Schließlich bleibt da noch die Frage wo ich das Gerät denn nun kaufe. Ich könnte natürlich die Hardcorevariante nehmen und alle Komponenten online separat da kaufen, wo ich sie am günstigsten kriege und dann das Gerät selber zusammenbauen. Zutrauen würde ich mir das schon, wäre nicht das erste mal. Lust habe ich darauf ganz sicher nicht, zumal der zeitliche Aufwand auch nicht unerheblich wäre. Hmmm.

Kommentare?

Dinosauriermissbrauch

Dienstag, April 25th, 2006

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Die gute Nachricht zuerst. Jemand hat die Source Engine lizensiert und ein Spiel mit Dinosauriern gemacht. Das war’s mit den guten Nachrichten. Jetzt kommen nur noch schlechte. Das Spiel ist nämlich von Kuma\War. Wenn es einen Preis für die geschmackloseste Videospielfirma der Welt geben würde, dann hätte Kuma\War ein Abo darauf. Wer das unbändige Bedürfnis verspürt mal ein originalgetreu nachgebautes Abu Ghraib zu bewachen, tja, dem kann Kuma\War helfen.

The DinoHunters, so der Titel von Kumas neuem Machwerk, verspricht dabei schon wesentlich weniger kontrovers zu sein. Ich meine, wer hat schon was gegen Dinosaurier? Also, runtergeladen und auf geht’s!

Zunächst mal ein kostenloser AntiTipp, liebe KumaKrieger. Wenn ihr schon einen dieser dämlichen Installer habt, die unbedingt alles selber runterladen wollen, dann wäre es super wenn ihr auch einen Server hättet, der mit so was klar kommt. Es macht jedenfalls wenig Freude so ein Spiel mit 20K/s runterladen zu müssen. Aber gut, es hat Dinosaurier. Dafür bin ich gerne bereit über gewisse Mängel hinweg zu schauen.

Das Spiel kommt übrigens umsonst, weil es durch Werbung finanziert wird. Man wird mehrfach darauf hingewiesen, dass einem dieses Spiel von “Schick Quattro” präsentiert wird. Das wäre jetzt ganz super, wenn ich bloß wüsste was ein Schick Quattro ist. Ein Audi Quattro, klar. Quattro Pro? Sicher. Aber Schick Quattro? Keine Ahnung.

Wenn man das Spiel dann startet, entwickelt sich aber einen Verdacht. Der Plot der erste Episode (DinoHunters ist so eins dieser Episodenspiele) dreht sich darum, einen Werbespot für den Schick Quattro zu drehen. Bevor man das tut, muss man sich aber einen der dümmsten Dialoge der Videospielgeschichte anhören. Dieser Dialog dreht sich ums Rasieren. Jawohl ums Rasieren.

Kaum hat sich der eine Typ dann ausführlich rasiert, kommt eine scharfe blonde Tussie vorbei und erzählt ihm wie männlich es doch ist, dass er sich gerade rasiert hat. Aha, der Schick Quattro ist wohl ein Rasierer! Das wird auch dadurch bestätigt, dass der Rasierer in der Hand des Typen mit wesentlich mehr Liebe zum Detail modelliert ist, als der Rest der wenig prickelnden Optik.

Dann gibt es noch eine kurze Szene in der Kuma wieder mal beweisen, wie viel Stil und Klasse sie haben. Der nicht rasierte Typ schaut der blonden Tussie nämlich spontan unter den Rock, während der rasierte Typ sie ablenkt. Fiese Gelächter inklusive. Bäh. Aber gut. Wir sind von Videospielen ja so einiges gewöhnt. Und hey, Dinosaurier! Wie gesagt, für Dinosaurier bin ich bereits über so einiges hinweg zu sehen.

Allerdings nicht über einen Mangel an Dinosauriern!! Liebe KumaKacker, wenn ihr euer Spiel schon “DinoHunters” nennt, wieso in aller Welt geht es dann in der ersten Folge darum ein verdammtes Mammut zu jagen?!? Ich habe ja nichts gegen Mammuts, besser als ein Gangsterhomie ist so ein Protoelefant alle mal. Aber eben nicht so gut wie ein Dinosaurier! Oder zwei!

Na gut, vielleicht kommt ja doch der eine oder andere Saurier um die Ecke, denke ich mir und verlasse den Zeitreisewohnwagen, Schrotflinte in der Hand. Draußen wird es dann erstmal fies ruckelig. Das ist eine erstaunliche Leistung, wenn man bedenkt wie gut das auf der gleichen Engine basierende Half-Life 2 bei mir lief. Noch erstaunlicher wird diese Leistung, wenn man bedenkt, dass DinoHunter in etwa ein Gesamtpolygonbudget von ca. 14 hat.

Ein paar Detaileinstellung tiefer zückt die blonde Tussi dann einen Camcorder und fängt an, den Werbespot für den Schick Quattro zu drehen. Natürlich weiß ich nicht, was Dinosaurier, Mammuts oder das Jagen eben solcher mit Rasieren oder Rasierern zu tun haben, aber was soll’s. Ich schätze wenn die Geschichte der Menstruation eine Geschichte voller Missverständnisse sein kann, dann darf auch die Geschichte der Rasur eine Geschichte voller Dinosaurier - Mammuts sein.

Aber siehe da, es gibt doch noch Saurier! Ein Haufen Pteranodons fällt nämlich ziemlich schnell und herzlich unmotiviert als Schrotflintenfutter vom Himmel. Piff! Paff! Steuert sich schlecht, spielt sich schlecht. Grauenvoll.

Dann taucht irgendwann ein schwierig zu treffender, bombenwerfender(!) Riesenpteranodon auf und ich sterbe ohne einen klaren Grund. Mehrfach.

Für die Deinstallation von DinoHunters gab es dann aber einen ganzen Haufen sehr klarer Gründe. Am Mammut lag es jedenfalls nicht. Bis dahin bin ich nämlich gar nicht erst gekommen.

Geld, meet Fenster.

Montag, April 24th, 2006

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Wie schon angekündigt, wird es bei mir Zeit für einen neuen Rechner. Dafür gibt es diverse Gründe. Zum einen ist er schon sechs Jahre alt. Für einen PC ist das eine Menge. Er ist entsprechend nicht mehr sehr zuverlässig, hängt sich in letzter Zeit tatsächlich hin und wieder auf (ein Phänomen, dessen Existenz ich ganz vergessen hatte) und ist außerdem laut wie ein Staubsauger. Zum anderen erfüllt er bei vielen Spielen inzwischen nicht mal mehr die Minimalanforderungen. Und wer glaubt, dass ich Oblivion mit Hilfe von oldblivion spielen werde, der hat sich geschnitten. (Das ändert übrigens nichts daran, das oldblivion ein ziemlich cooles Tool ist, mit dem ich Oblivion tatsächlich spielen könnten, wenn ich denn wollte. Was nicht der Fall ist.) Jedenfalls ist mein System bereits mit zwei Instanzen von Visual Studio 2005 mächtig überfordert. Das wiederum bedeutet, dass ich einen Neukauf sogar als Vernunftentscheidung rationalisieren könnte, wenn ich denn wollte. Was der Fall ist.

Damit stellt sich jetzt natürlich die Frage: Was soll ich mir kaufen? Schauen wir uns die Situation mal an, aufgeteilt nach Hardwarekomponenten.

Prozessor

Und schon wird es schwierig. Es gab mal Zeiten, da hat man sich einfach den Intel Prozessor mit der höchsten bezahlbaren Taktrate geholt. Easy-peasy lemon-squeezy. Heute? Nicht mehr so einfach. Anscheinend ist ein Athlon aktuell das Mittel der Wahl für einen Spieler. Aber dummerweise muss man sich inzwischen entscheiden, ob man einen Single oder Dual Core Prozessor haben will. Klingt einfach, oder? Dual Core ist neuer und toller und besser, oder? Nicht so schnell. Tatsächlich ist ein Single Core Prozessor bei aktuellen Spielen ein gutes Stück schneller als ein Dual Core mit gleicher Taktfrequenz. Günstiger ist er auch noch. Also doch ganz einfach, Single Core nehmen und gut, oder? Na ja, so einfach ist es nicht. Der Single Core ist nämlich deshalb schneller, weil die entsprechenden Spiele kein Dual Core unterstützen. Inzwischen gibt es aber Spiele die genau das tun. Oblivion zum Beispiel. Unterstützung ist auch schon für einen ganzen Haufen zukünftiger Spiele wie Gothic 3, NWN2 und Crysis angekündigt. Diese Tendenz dürfte durch die 360 noch bestärkt werden. Wenn man bedenkt wie lange ich meinen durchschnittlichen Rechner so behalten habe, könnte Dual Core eben doch die zukunftssicherere Wahl sein. Was meint ihr?

Grafikkarte

Das Mittel der Wahl scheint mir wohl eine X1900 XT sein zu sein. Dummerweise ist die arg teuer. Somit wäre eine X1800 vielleicht die etwas vernünftigere Wahl. Noch dümmererweise hat sich Marc aber gerade ein X1900 gekauft und die Karte in meinem neuen Rechner darf eigentlich nicht schlechter sein, als die von Marc. Natürlich hat er sich die Karte nur gekauft, damit die Karte in seinem Rechner nicht schlechter ist als meine neue. Die alte Sau. Das mal außen vorgelassen, was würdet ihr nehmen? Gibt es irgendwelche Hersteller die vorzuziehen sind? Oder vielleicht doch was von NVidia?

Speicher

Ganz klar, ich brauche 2GB. Allein schon wegen Visual Studio. Bleiben noch zwei Fragen: Lohnt es sich teureren Markenspeicher zu nehmen? Und was genau sind diese Timing-Werte? (CL2,5 oder CL3, etc) Ich vermute mal, dass kleiner besser ist. Aber wie viel besser? Macht das irgendwelche Unterschiede? Gibt es sonst noch etwas, das zu beachten wäre?

Board

Okay, irgendwo muss man den Kram ja reinstecken. Anscheinend bietet heute jedes Board die übliche Ausstattung. Gigabit Ethernet, Mehrkanal-Sound, SATA-RAID, etc. Auch hier wieder die Frage: Gibt es irgendwelche Hersteller, die vorzuziehen wären? Auch interessant ist die Frage, ob man sich ein Crossfire-kompatibles Board holen soll. Ich werde natürlich den Teufel tun und mir zwei überteuerte Grafikkarten in mein System zu stecken. Es ist aber natürlich für die Zukunft sicher eine Update-Option. Nur stellt sich mir dann die Frage, ob ich in zwei Jahre nicht lieber eine ganz neue Karte ins System stecke, anstatt eine zweite alte. Natürlich könnte die zweite alte dann wesentlich günstiger kommen. Hmm. Trotzdem sagt mir mein Instinkt, dass die ganze SLI-Geschichte eher Bullshit ist. Eure Meinung?

Festplatte(n)

Für Leute mit zu viel Geld ist wohl im Moment die RaptorX von Western Digital das offizielle Mittel der Wahl. Um präziser zu sein, die WD1500AD, wobei es sich um die gleiche Festplatte zum kleineren Preis handelt. (Die RaptorX hat ein Glasdach, für Leute deren PC-Gehäuse ein Fenster hat.) Dabei ist der “kleinere” Preis aber immer noch verdammt hoch, denn für das GB zahlt man da ca. 1,75€. Bei “normaleren” Platten gibt es das GB schon für 0,35€. Somit kann ich für den Preis der 150GB WD1500AD glatt mal zwei normale 300GB Platten von WD kaufen und hätte noch Geld übrig. Die könnte man dann sogar noch verRAIDen, um die geringere Geschwindigkeit etwas auszugleichen. Oder ich spare bei der Festplatte so richtig (irgendwo muss ich ja sparen) und nehme sogar nur eine davon. Wäre das sinnvoll? Wie wichtig ist eine flotte Festplatte? Bringt mir RAID was? Wie habt ihr das konfiguriert?

Laufwerk

Okay, hier werde ich definitiv sparen. Ich liebe meinen alten TEAC 4x DVD-Brenner. Er ist leise, zuverlässig und es gibt überhaupt keinen Grund, warum ich den nicht in den neuen Rechner übernehmen sollte.

Gehäuse und Netzteil

Vom Design her hätte ich gerne was schlicht-elegantes. Optimal wäre ein Design, das zu meinem neuen Monitor passt. Also was in silber-schwarz mit blauen Leuchten. Ich bin aber wiederum nicht bereit, schrecklich viel Geld für ein schickes Design zu bezahlen. Was mir übrigens überhaupt nicht ins Haus kommt, sind irgendwelche Dinger wo man ins Gehäuse schauen kann. Furchtbar. Und dann ist da noch das Netzteil. Was muss ich da beachten? Klar, leise sollte es bitteschön sein. Überhaupt, was muss ich beachten, damit mein neuer Rechner nicht auch wieder laut wie ein Staubsauger wird? Erleuchtet mich.

So, habe ich was Wichtiges vergessen? Soundkarte vielleicht, aber braucht man die heute noch? Ich denke nicht, und wenn doch dann spare ich da erstmal und hole mir die später. Mein Budget liegt übrigens bei maximal 1.250€. Weniger wäre mehr, wenn ihr versteht was ich meine. Auf geht’s, Antination. Ihr bestimmt wofür ich mein sauer verdientes Geld aus dem Fenster schmeiße!

Ach ja, noch was: Wo soll ich kaufen? Kennt jemand einen guten Laden in Münster oder Dortmund? Oder gibt es irgendwo online was Empfehlenswertes? Die Zeiten wo ich den Kram bestellt und selbst zusammengebaut hätte, sind jedenfalls lange vorbei.

Flash-Bang!

Freitag, April 21st, 2006

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Ihr habt ja sicher alle diese coole Werbung für die 360 gesehen, wo sich die Leute mit Zeigefinger erschießen. Wie auf dem Pausenhof in der Grundschule. Wenn nicht, dann ist sie hier nochmal:


Nicht schlecht, aber jetzt wird’s richtig cool. An der Uni in Florida hat sich ein Flashmob zusammengefunden, der das ganze nachgestellt hat:


Noch mehr Kaufgründe

Donnerstag, April 20th, 2006

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Ich will einen neuen PC kaufen. Um meine Entschlossenheit zu stärken, bin ich gerade auf der Suche nach interessanten Spielen, die den Kauf rechtfertigen können. Hier ist der zweite Teil meiner Liste.

Titan Quest

Ein Action-Rollenspiel mit schicker Grafik und einem frischen Szenario nehme ich immer gerne. Ich weiß nicht, ob ich mich mehr darüber freuen soll dass es im alten Griechenland spielt oder darüber dass man auch durchs alte Ägypten reist. Ich glaube ich entscheide mich fürs alte Ägypten. Hoffen wir mal, dass es am Ende auch was taugt.

The Witcher

Noch ein Rollenspiel. Und das ist gut so. Da irgendein ungeschriebenes Gesetz sagt, dass man heutzutage nur noch Onlinerollenspiele machen darf, selbst wenn das Spiel solo viel besser funktionieren würde, habe ich schon lange kein gutes Einzelspieler-RPG mehr erleben dürfen. Dass es auf dem PC diverse Hoffnungsträger für dieses inzwischen arg unterrepräsentierte Genre gibt, bestärkt mich in meinen Plänen eine neue Maschine zu kaufen. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. The Witcher sah letztes Jahr auf diversen Videos wirklich toll aus und ich hoffe dass es bald mal einen offiziellen Termin und neues Material geben wird. Vielleicht zur E3.

Defcon

Ich muss mal was gestehen. Ich fand Darwinia total doof. So, jetzt habe ich es gesagt. Das neue Spiel von Introversion hingegen kann ich kaum erwarten. Es ist quasi Wargames mit schlichter aber sehr edler Grafik. Zugegeben, das ist wahrscheinlich das einzige Spiel auf dieser Liste, was bei mir noch laufen würde selbst wenn ich keinen neuen Rechner kaufe. Aber deswegen freue ich mich nicht weniger darauf.

Star Trek Legacy

Der Doppelschlag aus dem unsäglich schlechten Nemesis-Film und der unendlich öden Enterprise-Serie hatte bei mir eigentlich auch noch den letzten Funken guten Willens in Richtung des Star Trek Franchises zerstört. Ich war durchaus der Meinung dass man Star Trek bitteschön ein paar Jahre in Ruhe lassen sollte, bevor man sich da wieder ran wagt. Was neue Folgen oder Filme betrifft, bin ich eigentlich immer noch dieser Meinung. Da ich aber zwischenzeitlich wieder ein paar Folgen TNG gesehen habe, freue ich mich durchaus auf die neuen Spiele, spezifisch auf Star Trek: Legacy. Okay, eigentlich würde ich ein Spiel wie A Final Unity oder 25th Anniversary vorziehen. Das ist irgendwie Star Trekiger. Aber man kann halt nicht alles haben.

Crysis

Ich bezweifle mal stark, dass wir Crysis dieses Jahr noch sehen werden. Das heißt wiederum, dass mein neuer Rechner wahrscheinlich eine neue Grafikkarte oder so benötigen wird um Crysis in voller Pracht genießen zu können. Aber gut, damit muss man leben. Far Cry ging sowohl inhaltlich als auch spielerisch irgendwann den Bach runter und ich bezweifle ehrlich gesagt stark, dass sie bei Crysis endlich die notwendige Zahl an Dinosauriern einbauen werden. Trotzdem, allein schon wegen der technischen Fortschritte wird das Spiel interessant.

Battlefield 2142

Ich bin ja kein großer Fan von Multiplayer, zumindest wenn die anderen Spieler nicht gerade neben mir auf der Couch sitzen. Am ersten Battlefield hatte ich aber verdammt lange, verdammt viel Spaß. Mein Traumsequel war übrigens ein Battlefield in der Zukunft. Am besten mit Mechs! Natürlich haben sie stattdessen so eine blöde Terroristentöterkacke gemacht. Außerdem hat mein Rechner das Spiel schon damals nicht mehr stemmen können, und so habe ich Battlefield 2 links liegen gelassen. Sehr zu meiner Überraschung haben die Entwickler jetzt aber doch noch auf mich gehört und den dritten Teil in die Zukunft verlegt! Mit Mechs! Deswegen stelle ich jetzt schon die Forderung, dass der nächste Teil in der Vergangenheit spielen soll. Mit Dinosauriern! Wenn alles nach Plan läuft, dann dürfte der fünfte Teil “Battelfield: 200.000.000BC” heißen.

Bioshock

Ein inoffizielles Sequel zu System Shock? Von den Machern von System Shock 2? Gekauft!

Gothic 3

Noch ein Rollenspiel! Dummerweise ist es mir bisher irgendwie nicht gelungen an der Gothic Reihe Spaß zu haben. Auf dem Papier sind die Spiele perfekt, aber irgendwas läuft da immer schief. Und es kann ja nicht nur daran liegen, dass bei Piranha Bytes niemand weiß wie man ordentlich Texturen und eine vernünftige Steuerung macht, oder? Na ja, meine Vorfreude ist deswegen jedenfalls etwas verhalten. Trotzdem, auf dem Papier klingt Gothic 3 perfekt…

Kugelhagel in der Hosentasche

Dienstag, April 18th, 2006

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Interessante Spiele haben interessante Spieler. Und interessante Spieler machen interessante Sachen. Wie zum Beispiel BulletGBA. BulletGBA ist ein Trainings-Tool für Bosse in Bullet Hell Shootern. Wer schon mal ein solches Shmup wie etwa Giga Wing 2 auf dem Dreamcast gespielt hat wird wissen, dass das gar nicht mal so eine blöde Idee ist. Schliesslich sind diese Shooter zwar so oder so barbarisch schwer, doch unterliegen die Schussmuster der Bosse mehr oder weniger komplexen Mustern, und die kann man üben.


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Kaufgründe

Dienstag, April 18th, 2006

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Trotz meines großen Getöses vor ein paar Wochen, habe ich mich jetzt doch entschieden einen neuen Rechner zu kaufen. Erstens wirkt meine alte Möhre neben meinem schicken neuen Monitor doch arg alt. Zweitens macht er bei zwei Instanzen von Visual Studio 2005 plus Word oder Powerpoint mehr oder weniger schlapp. Drittens ist er laut wie ein Staubsauger. Und viertens gibt es doch einen Haufen von PC Spielen auf die ich dieses Jahr Lust habe. Der Rechner kommt allerdings frühestens nächsten Monat, allein schon weil ich einiges an Recherche betreiben muss. (Wer seit sechs Jahren keinen neuen Rechner mehr gekauft hat, der hat ein bißchen die Übersicht verloren.) Immerhin bietet das auch genügend Zeit für eine Runde guter altmodischer Vorfreude. Hier sind ein paar der Titel über die ich nachdenken werde, während ich das Geld für die neue Maschine zusammenkratze.

Oblivion

Duh. Sollte klar sein warum. Und sei es nur um dem neuen Rechner mal so richtig was zu tun zu geben. Hauptsächlich aber, weil ich das Spiel schon gekauft habe. Jetzt starrt mich jeden Tag meine Collector’s Edition ungeduldig an, und ich kann nur mit der Schulter zucken und auf meine nicht mehr unterstütze Grafikkarte zeigen. Das ist ja kein Zustand.

Paraworld

Ich habe ein Wort für euch: Dinosaurier! Außerdem sieht es in den Videos auch noch verdammt schick aus. Ob es ein gutes Spiel wird, müssen wir mal abwarten. Grund zur Vorfreude ist aber allemal vorhanden.

World of Warcraft: The Burning Crusade

Ich glaube die Erweiterung wird viel zu viel von dem blöden Highlevel Content haben, den ich ja nun gar nicht mag. Aber die beiden neuen Völker sollen bis Level 20 komplett neue Gebiete bekommen und allein das dürfte schon ein bis zwei Monatsmieten wert sein. Der neue Rechner dürfte es mir dann auch erlauben durch Orgrimmar zu laufen, ohne dass die Framerate dan Dauerladens auf einen niedrigen einstelligen Bereich abfällt. Plus: Antialiasing!

Neverwinter Nights 2

Eigentlich mochte ich den ersten Teil ja nicht so sehr. Und mit KotOR2 hat sich Obsidian auch nur sehr begrenzt mit Ruhm bekleckert. Trotzdem habe ich beide Erweiterungen zu Teil 1 gekauft und werde Teil 2 garantiert einstecken. Irgendwas stimmt mit mir nicht.

Heroes of Might & Magic V

Nival ist genau der richtige Entwickler dafür. Etherlords 1 war nämlich besser als die meisten echten HoMM Sequels. Die Demo von HoMM V war bei mir zwar nur sehr zäh spielbar, hat mir aber soweit sehr gut gefallen. Der schöne “rund und bunt”-Grafikstil sollte auf einem neuen Rechner außerdem sehr schön zur Geltung kommen. Ich freue mich drauf.

Dark Messiah of Might and Magic

Noch mehr Might & Magic. Diesmal ein Underworld-inspiriertes First-Person-Fantasy-Action/Rollenspiel/Abenteuer basierend auf der Source Engine vom Entwickler von Arx Fatalis. Damit ist auch eigentlich schon klar, warum ich mich darauf freue.

Medieval 2: Total War

Ich bin ein großer Fan der Total War Serie, trotz ihres etwas geschmacklosen Namens. Wenn sie allerdings schon ein Sequel zu einem der ersten drei Titel machen müssen, dann hätte ich lieber ein Shogun 2 gesehen. Erstens sagt mir das Szenario mehr zu und zweitens hat mir Medieval irgendwie bisher am wenigstens Spaß gemacht. Aber vielleicht reparieren sie ja das was mir daran nicht gefallen hat. (Wehe jemand fragt mich, was genau das eigentlich war. Ich weiß es nämlich nicht.)

Dreamfall

Ein Sequel zu Longest Journey? Gekauft! Dummerweise ist das erste Review von IGN nicht sonderlich positiv. Schlimmer noch, die Kritik ist durchaus nachvollziehbar. Na gut, das Spiel kommt diese Woche raus. Ich schätze wir werden bald wissen, ob es einen Platz auf dieser Liste verdient hat.

Das ist übrigens längst noch nicht alles! Morgen kommt Teil 2 der Liste! Wer dafür noch Vorschläge machen will, ist dazu herzlich eingeladen.

Guck mal! Wie süüüüüß!

Montag, April 17th, 2006

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Ach wie niedlich, denke ich mir. Mein Charakter ist ein kleines glupschäugiges Mädchen namens Flingy. Ich stehe in einem schnuffigen kleinen Dorf wo ganz viele andere glupschäugige Leute rumlaufen und dabei niedliche Geräusche machen. Ein kleines Knuddeltierchen leistet mir Gesellschaft und alles ist so wunderbar rund und bunt. Eine heile Welt eben, mit extra viel Glow-Effekt. Selbst die Monster die man hier für XP und Cash vermöbelt, sind einfach putzig. In anderem Spielen kauft man sich Todeswaffen bei diversen NPCs, aber hier gibt es einen Laden für neue Frisuren! Und für drollige Brillen! Ach wie goldig. Und da drüben ist ein herzallerliebster Beate Use Sexshop.

Moment mal. Ein was?

Tja, das passiert wohl, wenn man seinen Benutzern erlaubt, ihre eigenen Shops aufzumachen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was der Charakter mit dem adretten Namen “DerZuhaelter” in seinem Laden so alles verkauft, aber ich will es auch nicht wirklich wissen.

Flyff will übrigens damit aus der Masse der MMOs herausstechen, dass es dem Spieler erlaubt zu fliegen. Klingt doch nicht schlecht, oder? Dummerweise muss man sehr schnell feststellen, dass Fliegen erst ab Level 16 geht. Nach meinen Berechnungen muss man bis Level 16 ungefähr 750 putzige Monster geplättet haben. Durch Dauerklicken. Nix Autokampf.

Nein, danke. Da hilft auch ein Sexshop nicht.

You are in the bunker that is made of sand.

Sonntag, April 16th, 2006

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Die Welt ist voll von koreanischen MMOs. Und ich meine wirklich voll davon. Man kann zwar argumentieren dass eigentlich nur Korea voll davon ist, denn schließlich finden diese Spiele meist unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit statt, aber Tatsache ist auch, dass es häufig eben doch eine englischsprachige Version gibt, die von der Weltöffentlichkeit gespielt werden könnte, wenn sie denn nur wollte.

Manche dieser Spiele sind sogar umsonst. Und bei einigen geht es um Golf. Bei Pangya zum Beispiel. Oder bei Shot Online. Oder Shot Online 2006. Oder Shot Online International. Oder 2006 Shot Online - The Field and More. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, wie das Spiel jetzt wirklich heißt, aber einigen wir uns einfach mal auf Shot Online. Da das Wetter im Moment leider echtes Golfen nur begrenzt zulässt und die Welt nicht gerade voll von guten Golfspielen ist (wehe jemand erwähnt Tiger Woods!), habe ich mich natürlich mit Begeisterung auf das Spiel gestürzt.

Also nach getaner Arbeit einen Becher Nissin Cup Nudeln süß-sauer aufgemacht und Shot Online gestartet.

Wo wir gerade beim Thema sind, Nissin Cup Nudeln kann man an Geschmacklosigkeit ja wohl kaum noch übertreffen. Machen die da überhaupt was rein, außer Wasser und Natriumglutamat? Und warum überhaupt Natriumglutamat beimischen, wenn es gar keinen Geschmack gibt, denn man verstärken könnte?

Zurück zum Thema Golf. Anders als Pangya nimmt sich Shot Online etwas ernster. Das Design der Charaktere ist zwar immer noch sehr asiatisch angehaucht, dabei aber wesentlich erwachsener als bei Pangya. Das gilt auch für die Kurse selber, die eher wie echte Golfkurse aussehen und auf Südseestrände oder holländische Windmühlen verzichten. Das Spiel ist auch etwas MMOiger, denn es gibt eine kleine Welt in der man rumlaufen, mit NPCs reden und andere Spieler treffen kann. Trotzdem bleibt es hauptsächlich ein Online-Golfspiel mit leichten RPG-Elementen wie Charakterleveln und Gegenständen, welche diese Werte verbessern.

Der Hauptunterschied ist übrigens, dass Shot Online ein ganzes Stück schwieriger ist. Die Steuerung ist sehr old-school, mit einem klassischen Powerbar, den man in den richtigen Momenten anklicken muss. Dabei kriegt man allerdings sehr wenige Hilfen. Es gibt zum Beispiel keine Möglichkeit herauszufinden wie viel Kraft man bei einem Putt einsetzen muss um genau auf die Höhe des Lochs zu kommen, schon kleine Abweichungen von Trefferzonen auf dem Powerbar führen zu starkem Drift des Balls und im Bunker wird der Powerbar verdammt schnell.

Apropos Bunker. Das Spiel ist nicht wirklich gut übersetzt worden. Da es nur begrenzt Text gibt, ist das nicht wirklich tragisch, führt aber manchmal trotzdem zu akuter Heiterkeit. Einer meiner Lieblingssätze im Tutorial lautet zum Beispiel: “You are now in the bunker that is made of sand.”

Ein Ratschlag, den übrigens so manche Person gut gebrauchen kann. Ich stand nämlich eines Tages mal im Übungsbunker und war so fröhlich dabei mein Bunkerspiel ein bisschen zu verbessern, da gesellt sich eine ältere Dame zu mir. Sie macht mehr schlecht als Recht ein paar Schläge, wendet sich dann mir zu und fragt: “Sag mal, weißt du wo hier der Bunker ist?”

Jetzt weiß ich ja, was ich das nächste Mal sage. “You are in the bunker that is made of sand.” Danke, Shot Online!

Das Spiel kostet - wie schon erwähnt - von Haus aus nichts, aber wie bei Pangya kann man für ein bisschen Bargeld bessere Gegenstände kaufen, die einem mehr Erfahrungspunkte, bessere Charakterwerte oder einen Bonus auf das Ingame-Geld bringen. Letzteres braucht man übrigens regelmäßig, da jeder Golfkurs eine Greenfee kostet. Wenn man halbwegs gut spielt, ist das kein Problem, denn für gute Schläge kriegt man immer ein bisschen davon zugesteckt und der Anfängerkurs ist immer frei. Spätestens wenn man aber die Semi-Pro Prüfung ablegen will, dann wird es schon schwieriger, denn die kostet mal lässig 250.000 NG. Diese Prüfung findet übrigens nur einmal alle zwei Wochen statt und wenn man sie nicht besteht, dann muss man wieder warten. Und das Geld ist trotzdem futsch.

Shot Online ist nicht großartig, dürfte aber jedem der wie ich ungeduldig auf ein ordentliches neues Golfspiel wartet, ein paar nette Stunden bescheren.

Respect the Kha’ak!

Freitag, April 14th, 2006

Und der Preis für den “unfreiwillig komischsten Namen einer Alienrasse” geht an:

X3: Reunion von Egosoft.

Aber seht selbst…


Zehn Jahre Gräber plündern - Eine Retrospektive

Mittwoch, April 12th, 2006

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Ein rosarot gefärbter (?) Rückblick auf Aufstieg und Fall von Lara Croft in sieben Kapiteln. Das könnte jetzt etwas länger werden, deshalb gibt’s als Erstes mal ein
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Über die Kugel auf dem Würfel

Dienstag, April 11th, 2006

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Yoot Saito. Nie gehört? Kein Wunder, bis auf Sim Tower und Seaman hat dieser japanische Spieleentwickler (der irgendwie klingt wie ein geheimer Kämpfer aus Mortal Kombat) bisher noch nicht viel auf die Beine gestellt. Jetzt aber überrascht dieser schräge Typ die Spielewelt mit dem ersten und wohl auch einzigen Echtzeit-Strategie-Flipper: Odama. Odama ist so ein Videospiel, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Es vereint zwei scheinbar völlig unvereinbare Genres, kommt mit einem eigenen Peripheriegerät und ja, es unterstützt sogar die Gamecube-Bongos. Gerüchteweise hatte Saito wohl eine Steuerung nur per Bongos und Mikrofon im Sinn, aber da hat dann wohl Nintendo ein Veto eingelegt.

Das Konzept ist jedenfalls so bescheuert, dass ich mir Odama sofort kaufen musste. Man spielt einen Feldherren im feudalen Japan, der sich auf einem Rachefeldzug gegen einen gegnerischen General befindet. Dazu gilt es, auf jedem Schlachtfeld (=Flippertisch) die Ninten Glocke ins feindliche Hauptquartier zu lotsen. Und das geht so: zum einen dirigiert man mit dem Mikrofon seine Truppen auf der Karte herum, während man zum anderen mit der riesigen Odama-Kugel die gegnerischen Soldaten über den Haufen kugelt. Wird die eigene Armee in ihr Lager zurückgedrängt, landet der Odama im Aus oder ist die Schlacht bis zum Sonnenuntergang nicht entschieden, hat man verloren.

Damit das Ganze nicht zu einfach wird, gibt es auf dem Tisch verschiedene Aufgaben zu lösen. Da wollen Schleusen geschlossen, Schlüssel eingesammelt und feindliche Feldherren besiegt werden. Mal mit Hilfe des Truppen, mal unter Verwendung des Odama. Ausserdem muss man sich um die Moral der Soldaten kümmern, Kavallerie abwehren oder Bonusgegenstände einsammeln. Um es kurz zu machen, alleine ist das Spiel eigentlich nicht zu schaffen, da ständig alles gleichzeitig passiert, und man immer gleich fünf verschiedene Dinge auf einmal im Auge behalten muss. Aber zum Glück lässt sich Odama auch prima zu mehreren spielen, auch wenn die Anleitung kein Wort dazu verliert. Einer schnappt sich den Controller, der zweite brüllt ins Mikrofon, und wenn sich sogar noch ein dritter Mitspieler findet, kann er mittels Bongos Nachschub in die Schlacht schicken. Das ist genauso lustig wie es sich anhört, und macht Odama somit zum idealen Partyspiel. Also, Gamecube abstauben, Odama einwerfen und Freunde einbestellen. Der Abend ist gerettet.

This week on Stefan Eriksson the Enzo Slayer…

Montag, April 10th, 2006

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Man mag es nicht glauben, aber die aufregende Saga um den früheren Gizmondo Manager geht weiter! Als wäre ein Plot mit einem dubiosen Handheld-Flop, einem zerstörten Supersportwagen, der schwedischen Mafia und einem mysteriösen Mann namens “Dietrich” noch nicht genug, spielt die nächste Folge der spannenden Serie jetzt wohl im Knast.

Jawohl, Stefan Eriksson ist endlich verhaftet worden. Nein, nicht weil die amerikanische Polizei endlich gemerkt hat, dass es “Dietrich” nicht gibt. Nein, nicht weil Eriksson besoffen und viel zu schnell Auto gefahren ist. Nein, nicht weil das Auto in den USA überhaupt nicht zugelassen war. Nein, nicht mal weil er einen der wenigen existierenden Ferrari Enzos geschrottet hat, auch wenn das ohne Frage ein Verbrechen ist.

Er ist verhaftet worden, weil sich herausgestellt hat, dass alle drei seiner Supersportwagen (ein roter Enzo, ein schwarzer Enzo und ein schwarzer SLR) gar nicht ihm gehörten, sondern irgendwelchen Banken. Mit anderen Worten: Er hat sie auf Kredit gekauft und dann “vergessen” die Kredite zu bezahlen.

Schaltet auch nächste Woche ein, wenn es wieder heißt: “Mein Name ist Stefan Eriksson und ich bin der dümmste Mann der Welt!”

Wo sind die Dinosaurier?

Sonntag, April 9th, 2006

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An Tomb Raider Legend kann man eine Menge kritisieren. Die Action? Nicht sonderlich spannend inszeniert. Der Schwierigkeitsgrad? Zu niedrig angesiedelt. Die Spieldauer? Zu kurz. Die Musik? Sehr schön, aber schlecht eingesetzt. Die Motorradsequenzen? Hätte man sich sparen sollen. Die Endgegner? Unspektakulär.

Hauptkritikpunkt ist natürlich ein erschreckender Mangel an Dinosauriern. Dabei fing die Serie in der Hinsicht so gut an! Schon im dritten Level hatte das erste Spiel sowohl Velociraptoren als auch einen T-Rex! Und in Tomb Raider Legend? Nix. Keine Schuppe oder Feder in Sicht. Klar, ich kann nicht verlangen im Himalaja von einem Schnee-Rex angegriffen zu werden aber in Ghana hätte sich ruhig mal der eine oder andere Dinosaurier vom “King Kong” Set blicken lassen können. Die Jungs sollten mal den Agenten des Höhlentrolls aus “Fellowship of the Ring” anrufen. Der hat nämlich schon wieder einen Job bekommen, diesmal in 99 Nights. Wenn der Typ es schafft eine so unscheinbare Persönlichkeit in Spiele wie Resident Evil 4 zu bekommen, dann sollte ja wohl auch Arbeit für ein paar Dinosaurier aufzutreiben sein. Tomb Raider bietet sich dafür nun wirklich an, zumal das Spiel ja auch sonst bei jeder Gelegenheit den ersten Teil zitiert.

Wenn das blöde Formular nicht so viele Felder gehabt hätte, dann hätte ich gerade glatt eine Online-Petition gestartet. Na ja, vielleicht kommt Crystal Dynamix von alleine darauf den nächsten Teil mit ein paar interessanteren Gegner als “generischer Söldner 1″ und “langweiliger Söldner 3″ zu bevölkern.

Trotzdem kommt Tomb Raider Legend wärmstens empfohlen, denn das Spiel ist wesentlich besser als seine Einzelteile. Mit Lara erlebt man endlich mal wieder ein großes Abenteuer voller Geheimnisse und Spannung. Es einfach toll mal wieder ein Spiel zu spielen, dass flott von der Hand geht wie ein Actionspiel, einen aber trotzdem intellektuell nicht komplett verkümmern lässt. Ein Titel den ich an einem Stück durchziehe, muss einfach gut sein.

Ich habe übrigens eine Theorie zum Erfolg des ersten Spiels. Ich glaube nämlich nicht, dass die entscheidenden Faktoren für den Erfolg des Spiels Laras Brüste oder einfach ihre zwei X-Chromosome waren. Klar, Boobies sind immer gut und eine weibliche Actionheldin war damals auch was Neues, aber der wahre Grund für Tomb Raiders Erfolg lag in Laras unglaublicher Athletik. Auch heute noch ist es verdammt cool, von der Kante einer Klippe einen todesverachtenden Rückwärtssalto auf die Spitze einer brüchigen Säule zu machen, oder mit Pistolen im Anschlag lässig einen Abhang runter zu rutschen. So was gab es damals einfach nicht. Ein 3D-Actionheld konnte zu dem Zeitpunkt höchstens Rumlaufen, Rumballern und den ein oder anderen unspektakulären Hüpfer hinlegen.

Das sieht zwar heutzutage anders aus, spätestens seit der Prinz von Persien den Sand der Zeit gefunden hat, aber trotzdem fühlt man sich beim Spielen von Tomb Raider Legend wie eine coole Sau. Hechtsprünge von unendlich hohen Klippen, Seilschwünge über schrecklich tiefe Abgründe, einhändige Rotationen um gefährlich wackelnde Stangen und todesmutige Sprünge von einem brüchigen Vorsprung zum nächsten. Toll. Selbst den Bonushandstand aus Teil 1 haben sie wieder eingebaut.

Tomb Raider Legend ist auch das erste Spiel, in dem Frau Croft einen richtigen Charakter bekommen hat. Einerseits ist Lara diese gebildete und gut erzogene Frau, die an dem was sie macht unheimlichen Spaß hat. Andererseits macht sie aber es nicht, weil sie Spaß daran hat, sondern aus ganz anderen Gründen und würde jedem der ihr im Weg steht eine Kugel verpassen, wenn es sein muss. Spätestens bei ihrer Begegnung mit einem Yakuza Boss wird klar, Lara ist gefährlich. Nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst, denn je näher sie ihrem Ziel kommt, desto größer werden die Risiken die sie bereit ist dafür einzugehen.

Ganz klar, Tomb Raider Legend ist allemal besser geschrieben als die zwei grässlichen Filme und Sprecherin Keeley Hawes spielt Lara mit genau der richtigen Mischung aus “netter Herzogin von nebenan” und “schlimmster Feind den man sich vorstellen kann”. Ihr habt keine Ahnung wie gut sich das nach einem Desaster wie Spellforce 2 anfühlt.

Also, Tomb Raider kaufen und großes Abenteuer erleben. Klar, das Spiel ist kurz, aber die PS2 Version gibt es bei Saturn schon für 39€. Das ist mehr fair.

Auch ohne Dinosaurier.

Quicky in der Gruft

Sonntag, April 9th, 2006

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Also dann, das neue Tomb Raider ist da. Das Spiel ist super, keine Frage, und definitiv eine gelungene Wiederbelebung der totgesagten Serie. Hut ab, Crystal Dynamics, das war eine prima Leistung. Aber diese Seite hiesse nicht Antigames, wenn wir uns ewig lange mit den positiven Seiten von Videospielen aufhalten würden. Das machen schon die Anderen für uns. Also, was gibt es an Frau Crofts aktuellem Auftritt rumzumäkeln?

Zunächst mal das Offensichtlichste, ich habe Tomb Raider Legend am Freitag nach der Arbeit gekauft und vor einer knappen Stunde die Credits vorbeirollen sehen. Das Spiel ist kurz, verdammt kurz. Niemand mit ein wenig Geschick und Erfahrung wird länger als sieben oder acht Stunden für die ganze Chose brauchen. Andererseits wird man in der Zeit allerdings hervorragend unterhalten, das Spiel ist spektakulär, abwechslungsreich und hat einige wunderschöne Abschnitte. Ausserdem gibt es einen Sack voller Extras wie zum Beispiel das vor Rätseln strotzende Croft Manor oder den motivierenden Time Attack Modus. Dennoch, die “Spiel pro Euro” Ration ist bei Legend extrem schlecht.

Dazu kommt, dass man durch weite Teile des Spiels tatsächlich ungehindert durchrennen kann. Weder die Puzzle- noch die Actionelemente sind auch nur ansatzweise fordernd, meistens gibt es nur zwei oder drei interaktive Elemente pro Raum, so dass man nie länger als fünf Minuten mit einem Puzzle verbringt. Die Ballersequenzen sind ebenso anspruchslos, die strunzdoofen Klonkrieger sprengen sich gerne mal selber in die Luft und werfen grosszügig mit Medikits um sich. Apropos Medikits, musste man mit den Dingern in früheren Teilen extrem haushalten, um die waghalsigen und schmerzhaften Klettertouren zu überleben, braucht man den Heilkram jetzt eigentlich nur noch für die Bosse. Und selbst die sind auch eher drollig als gefährlich, sobald man ihre Taktik durchschaut hat, sind sie Toast. Insgesamt erinnern mich die Actionsequenzen irgendwie an Ico. Die Entwickler haben sie wohl eingebaut weil sowas halt in ein Videospiel gehört, aber mehr als ein halbgares Extraelement sind sie nicht. Das gleiche gilt für die wenigen Quick Time Events und die zwei äusserst primitiven Motorradfahrten, die in etwa so gut in das Spiel passen wie die Gummischiff-Fliegerei in Kingdom Hearts.

Ansonsten orientiert sich Tomb Raider Legend meiner Ansicht nach zu sehr an Prince of Persia (mal wieder. Der erste Teile war ja offensichtlich vom 2D-Prinzen inspiriert, dann hat sich Sands of Time kräftig bei Tomb Raider bedient, und nun klaut Legend seinerseits von Prince of Persia 3D. Irgendwie ironisch). Waren die Level zumindest in den früheren Teilen noch ein einziger, überaus komplexer Kletterparcours, so wird man jetzt beim Hüpfen und Rennen doch ziemlich an der Hand geführt. Überall hängen praktische Reckstangen und Kletterseile, und eigentlich fehlen nur noch ein paar Wegweiser, um den Eindruck vom Abenteuerspielplatz komplett zu machen. Was bringt mir das bildhübsche tibetanische Kloster inklusive riesigem Steinbuddha, wenn ich lediglich am Seil hinüberschwingen und ein simples Physikrätsel lösen muss? Als Leveldesigner würde ich bittere Tränen weinen, wenn mein Kunstwerk nur für so ein einfaches Puzzle herhalten würde.

Eine weitere Kleinigkeit stösst mir als altem Tomb Raider Hasen ebenfalls sauer auf. Die Musik ist im neusten Teil bestenfalls belanglos, da sie eigentlich die ganze Zeit nur so vor sich hindudelt. Zur Erinnerung, in den alten Teilen kam man die meiste Zeit komplett ohne Musikbegleitung aus, was den Eindruck der Abgeschiedenheit der Schauplätze enorm verstärkt hat. Das hat sich jetzt erledigt, egal ob man in einer Gruft unter Cornwall oder im Jungle von Ghana herumwandert, ständig wird man mit langweiliger Musik berieselt. Schade drum, die Abwesenheit von Klang war meiner Meinung nach eines der wirkungsvollsten Stilmittel der Serie.

Mein Fazit: Tomb Raider Legend ist wirklich empfehlenswert, allerdings mit Einschränkungen. Es ist zu kurz, zu einfach und zu linear. Vieles wurde einer notwendigen Runderneuerung unterzogen, aber einiges wurde auch ohne Not zum Schlechteren geändert. Dennoch, ein kurzweiliges Spiel, das Lust auf mehr macht.

It was a dark and stormy night…

Freitag, April 7th, 2006

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“Achtlos zerschmetterten die Elemente das Antlitz der Welt in ihrem Wüten und Toben.”

Ach, es gibt doch nichts mit mehr komödiantischem Potential, als schlecht geschriebene Fantasy Fan Fiction. Die meisten von uns haben so was sicher schon mal am eigenen Leib erfahren. Entweder man hat sich selbst als Autor für sein Lieblingsrollenspiel versucht (und der Gedanke an die entsprechenden Machwerke treibt einem heute noch die Schamesröte ins Gesicht) oder jemand aus der Rollenspielgruppe fühlte sich dazu berufen einen epischen Schöpfungsmythos für seine eigene und total großartige Welt zu schreiben. Das Ergebnis solcher Versuche las sich dann meist so:

“Und die Erde zerbarst und ihr glühendes Blut floss in Strömen über das Land.”

Dieser Satz ist eigentlich kein schlechtes Beispiel, denn er enthält bereits fast alle wichtigen Stilmittel durch die sich solche Texte für gewöhnlich auszeichnen. Da wäre zum Beispiel die Tendenz alle Sätze mit “Und” anzufangen. Wie in der Bibel! Total bedeutungsschwanger und so! Auch schön ist die konsequente Verwendung von ganz schlechten Metaphern. Wieso “Lava” schreiben, wenn man auch von “glühendem Blut” reden kann? Außerdem sollte man, wenn irgend möglich, so viele altmodische Wörter wie möglich verwenden. “Zerbersten” ist für den Anfang gar nicht schlecht. Schließlich spielt Fantasy in der Vergangenheit und da haben die Leute halt so geredet! Noch so ein Satz gefällig?

“Und die kochenden Ozeane warfen sich brüllend an die Ufer und fraßen gierig das Land.”

Brüllend vor Lachen vielleicht, aber ganz sicher nicht weil gerade irgendwas Wichtiges passiert ist. Wie ihr hier erkennen könnt, sind Wiederholungsfehler bei solchen Texten auch sehr wichtig. Alle Sätze sollten möglichst immer gleich angefangen (am besten mit “Und”, ganz klar) und auch gleich beendet werden (sehr schön ist hier die wiederholte Verwendung von “das Land”). Schlussendlich ist es noch sehr wichtig, so viele unpassende Adjektive wie möglich zu verwenden. Ozeane die brüllend, kochend und gierig gleichzeitig sind, das ist großes Kino, meine Damen und Herren!

Oder auch großes Videospiel. Denn die oben zitierten Machwerke stammen aus einem Ladebildschirm der Spellforce 2 Demo. Scheinbar hat man sich bei Phenomic große Mühe damit gegeben, die deutsche Originalversion ihres Spiels qualitativ an die durchschnittliche deutsche Übersetzung anzupassen. Frei nach dem Motto “Wenn’s durch die Übersetzung nicht scheiße werden kann, dann machen wir es halt gleich von Anfang an Kacke.”

Ich weiß nicht wer das Spiel geschrieben hat, aber mir drängt sich doch der Verdacht auf, dass sich da irgendein 14-jähriger, pickelgesichtiger D&D-Nerd kreativ austoben durfte. Vielleicht ist es auch von jemandem verfasst worden, der diese Phase einfach nie überwunden hat. Hoffen wir mal, dass diese Person beruflich etwas anderes macht und nur irgendwie aushelfen musste, weil der Hausmeister gerade mit dem verstopften, brüllenden, kochenden, glühenden, gierigen Klo zu tun hatte.

Darf ich euch noch ein paar besondere Bonmots aus den Dialogen präsentieren? Aber gerne doch.

“Jetzt sind sie nur noch willenlose Puppen. Fleischtiere für Dämonen, die ihr Blut trinken.”

Kurze Frage, was ist eigentlich ein Fleischtier? Ist nicht jedes Tier aus, äh, Fleisch gemacht? Okay, es gibt welche aus Gummi und mit Haken. Aber das wäre ja wiederum ein gut geschriebenes Spiel. Das kennen die bei Phenomic sicher nicht.

Noch ein letztes Beispiel. Im Tutorial findet die Hauptdarstellerin die Leiche ihrer Schwester rum liegen, die gerade von dem entsprechenden aus Mottenkiste befreiten und als Bösewicht verwendetem Fantasyklischee (ich glaube es waren Dunkelelfen, Orks sind aber auch möglich) um die Ecke gebracht worden ist. Mit Hilfe “des Rituals” erweckt man sie dann wieder zum Leben. Was sagt die gute darauf hin?

“Habt Dank”

“Habt Dank.”? Sie ist deine Schwester! Sie hat dir gerade das Leben gerettet, ja dich von den Toten zurück geholt, und du redest mit ihr als wärst du ein LARPer, der auf einem Mittelaltermarkt gerade einen Plastiktotenkopf für sein Wohnzimmer gekauft hat!

Das mit dem Reden kann man übrigens wörtlich nehmen, denn die Sprecher klingen alle so, als hätten sie nie eine Schauspielschule von innen gesehen und wären gerade lieber ganz wo anders. Der Regisseur war wohl wirklich ganz wo anders.

Einfach nur furchtbar. Aber hey, die Musik ist ganz nett. Das ist doch auch was.