Archiv für April 2006

Kaufgründe

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Trotz meines großen Getöses vor ein paar Wochen, habe ich mich jetzt doch entschieden einen neuen Rechner zu kaufen. Erstens wirkt meine alte Möhre neben meinem schicken neuen Monitor doch arg alt. Zweitens macht er bei zwei Instanzen von Visual Studio 2005 plus Word oder Powerpoint mehr oder weniger schlapp. Drittens ist er laut wie ein Staubsauger. Und viertens gibt es doch einen Haufen von PC Spielen auf die ich dieses Jahr Lust habe. Der Rechner kommt allerdings frühestens nächsten Monat, allein schon weil ich einiges an Recherche betreiben muss. (Wer seit sechs Jahren keinen neuen Rechner mehr gekauft hat, der hat ein bißchen die Übersicht verloren.) Immerhin bietet das auch genügend Zeit für eine Runde guter altmodischer Vorfreude. Hier sind ein paar der Titel über die ich nachdenken werde, während ich das Geld für die neue Maschine zusammenkratze.

Oblivion

Duh. Sollte klar sein warum. Und sei es nur um dem neuen Rechner mal so richtig was zu tun zu geben. Hauptsächlich aber, weil ich das Spiel schon gekauft habe. Jetzt starrt mich jeden Tag meine Collector’s Edition ungeduldig an, und ich kann nur mit der Schulter zucken und auf meine nicht mehr unterstütze Grafikkarte zeigen. Das ist ja kein Zustand.

Paraworld

Ich habe ein Wort für euch: Dinosaurier! Außerdem sieht es in den Videos auch noch verdammt schick aus. Ob es ein gutes Spiel wird, müssen wir mal abwarten. Grund zur Vorfreude ist aber allemal vorhanden.

World of Warcraft: The Burning Crusade

Ich glaube die Erweiterung wird viel zu viel von dem blöden Highlevel Content haben, den ich ja nun gar nicht mag. Aber die beiden neuen Völker sollen bis Level 20 komplett neue Gebiete bekommen und allein das dürfte schon ein bis zwei Monatsmieten wert sein. Der neue Rechner dürfte es mir dann auch erlauben durch Orgrimmar zu laufen, ohne dass die Framerate dan Dauerladens auf einen niedrigen einstelligen Bereich abfällt. Plus: Antialiasing!

Neverwinter Nights 2

Eigentlich mochte ich den ersten Teil ja nicht so sehr. Und mit KotOR2 hat sich Obsidian auch nur sehr begrenzt mit Ruhm bekleckert. Trotzdem habe ich beide Erweiterungen zu Teil 1 gekauft und werde Teil 2 garantiert einstecken. Irgendwas stimmt mit mir nicht.

Heroes of Might & Magic V

Nival ist genau der richtige Entwickler dafür. Etherlords 1 war nämlich besser als die meisten echten HoMM Sequels. Die Demo von HoMM V war bei mir zwar nur sehr zäh spielbar, hat mir aber soweit sehr gut gefallen. Der schöne “rund und bunt”-Grafikstil sollte auf einem neuen Rechner außerdem sehr schön zur Geltung kommen. Ich freue mich drauf.

Dark Messiah of Might and Magic

Noch mehr Might & Magic. Diesmal ein Underworld-inspiriertes First-Person-Fantasy-Action/Rollenspiel/Abenteuer basierend auf der Source Engine vom Entwickler von Arx Fatalis. Damit ist auch eigentlich schon klar, warum ich mich darauf freue.

Medieval 2: Total War

Ich bin ein großer Fan der Total War Serie, trotz ihres etwas geschmacklosen Namens. Wenn sie allerdings schon ein Sequel zu einem der ersten drei Titel machen müssen, dann hätte ich lieber ein Shogun 2 gesehen. Erstens sagt mir das Szenario mehr zu und zweitens hat mir Medieval irgendwie bisher am wenigstens Spaß gemacht. Aber vielleicht reparieren sie ja das was mir daran nicht gefallen hat. (Wehe jemand fragt mich, was genau das eigentlich war. Ich weiß es nämlich nicht.)

Dreamfall

Ein Sequel zu Longest Journey? Gekauft! Dummerweise ist das erste Review von IGN nicht sonderlich positiv. Schlimmer noch, die Kritik ist durchaus nachvollziehbar. Na gut, das Spiel kommt diese Woche raus. Ich schätze wir werden bald wissen, ob es einen Platz auf dieser Liste verdient hat.

Das ist übrigens längst noch nicht alles! Morgen kommt Teil 2 der Liste! Wer dafür noch Vorschläge machen will, ist dazu herzlich eingeladen.

34 Kommentare Autor: Richard
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Guck mal! Wie süüüüüß!

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Ach wie niedlich, denke ich mir. Mein Charakter ist ein kleines glupschäugiges Mädchen namens Flingy. Ich stehe in einem schnuffigen kleinen Dorf wo ganz viele andere glupschäugige Leute rumlaufen und dabei niedliche Geräusche machen. Ein kleines Knuddeltierchen leistet mir Gesellschaft und alles ist so wunderbar rund und bunt. Eine heile Welt eben, mit extra viel Glow-Effekt. Selbst die Monster die man hier für XP und Cash vermöbelt, sind einfach putzig. In anderem Spielen kauft man sich Todeswaffen bei diversen NPCs, aber hier gibt es einen Laden für neue Frisuren! Und für drollige Brillen! Ach wie goldig. Und da drüben ist ein herzallerliebster Beate Use Sexshop.

Moment mal. Ein was?

Tja, das passiert wohl, wenn man seinen Benutzern erlaubt, ihre eigenen Shops aufzumachen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was der Charakter mit dem adretten Namen “DerZuhaelter” in seinem Laden so alles verkauft, aber ich will es auch nicht wirklich wissen.

Flyff will übrigens damit aus der Masse der MMOs herausstechen, dass es dem Spieler erlaubt zu fliegen. Klingt doch nicht schlecht, oder? Dummerweise muss man sehr schnell feststellen, dass Fliegen erst ab Level 16 geht. Nach meinen Berechnungen muss man bis Level 16 ungefähr 750 putzige Monster geplättet haben. Durch Dauerklicken. Nix Autokampf.

Nein, danke. Da hilft auch ein Sexshop nicht.

21 Kommentare Autor: Richard
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You are in the bunker that is made of sand.

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Die Welt ist voll von koreanischen MMOs. Und ich meine wirklich voll davon. Man kann zwar argumentieren dass eigentlich nur Korea voll davon ist, denn schließlich finden diese Spiele meist unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit statt, aber Tatsache ist auch, dass es häufig eben doch eine englischsprachige Version gibt, die von der Weltöffentlichkeit gespielt werden könnte, wenn sie denn nur wollte.

Manche dieser Spiele sind sogar umsonst. Und bei einigen geht es um Golf. Bei Pangya zum Beispiel. Oder bei Shot Online. Oder Shot Online 2006. Oder Shot Online International. Oder 2006 Shot Online – The Field and More. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, wie das Spiel jetzt wirklich heißt, aber einigen wir uns einfach mal auf Shot Online. Da das Wetter im Moment leider echtes Golfen nur begrenzt zulässt und die Welt nicht gerade voll von guten Golfspielen ist (wehe jemand erwähnt Tiger Woods!), habe ich mich natürlich mit Begeisterung auf das Spiel gestürzt.

Also nach getaner Arbeit einen Becher Nissin Cup Nudeln süß-sauer aufgemacht und Shot Online gestartet.

Wo wir gerade beim Thema sind, Nissin Cup Nudeln kann man an Geschmacklosigkeit ja wohl kaum noch übertreffen. Machen die da überhaupt was rein, außer Wasser und Natriumglutamat? Und warum überhaupt Natriumglutamat beimischen, wenn es gar keinen Geschmack gibt, denn man verstärken könnte?

Zurück zum Thema Golf. Anders als Pangya nimmt sich Shot Online etwas ernster. Das Design der Charaktere ist zwar immer noch sehr asiatisch angehaucht, dabei aber wesentlich erwachsener als bei Pangya. Das gilt auch für die Kurse selber, die eher wie echte Golfkurse aussehen und auf Südseestrände oder holländische Windmühlen verzichten. Das Spiel ist auch etwas MMOiger, denn es gibt eine kleine Welt in der man rumlaufen, mit NPCs reden und andere Spieler treffen kann. Trotzdem bleibt es hauptsächlich ein Online-Golfspiel mit leichten RPG-Elementen wie Charakterleveln und Gegenständen, welche diese Werte verbessern.

Der Hauptunterschied ist übrigens, dass Shot Online ein ganzes Stück schwieriger ist. Die Steuerung ist sehr old-school, mit einem klassischen Powerbar, den man in den richtigen Momenten anklicken muss. Dabei kriegt man allerdings sehr wenige Hilfen. Es gibt zum Beispiel keine Möglichkeit herauszufinden wie viel Kraft man bei einem Putt einsetzen muss um genau auf die Höhe des Lochs zu kommen, schon kleine Abweichungen von Trefferzonen auf dem Powerbar führen zu starkem Drift des Balls und im Bunker wird der Powerbar verdammt schnell.

Apropos Bunker. Das Spiel ist nicht wirklich gut übersetzt worden. Da es nur begrenzt Text gibt, ist das nicht wirklich tragisch, führt aber manchmal trotzdem zu akuter Heiterkeit. Einer meiner Lieblingssätze im Tutorial lautet zum Beispiel: “You are now in the bunker that is made of sand.”

Ein Ratschlag, den übrigens so manche Person gut gebrauchen kann. Ich stand nämlich eines Tages mal im Übungsbunker und war so fröhlich dabei mein Bunkerspiel ein bisschen zu verbessern, da gesellt sich eine ältere Dame zu mir. Sie macht mehr schlecht als Recht ein paar Schläge, wendet sich dann mir zu und fragt: “Sag mal, weißt du wo hier der Bunker ist?”

Jetzt weiß ich ja, was ich das nächste Mal sage. “You are in the bunker that is made of sand.” Danke, Shot Online!

Das Spiel kostet – wie schon erwähnt – von Haus aus nichts, aber wie bei Pangya kann man für ein bisschen Bargeld bessere Gegenstände kaufen, die einem mehr Erfahrungspunkte, bessere Charakterwerte oder einen Bonus auf das Ingame-Geld bringen. Letzteres braucht man übrigens regelmäßig, da jeder Golfkurs eine Greenfee kostet. Wenn man halbwegs gut spielt, ist das kein Problem, denn für gute Schläge kriegt man immer ein bisschen davon zugesteckt und der Anfängerkurs ist immer frei. Spätestens wenn man aber die Semi-Pro Prüfung ablegen will, dann wird es schon schwieriger, denn die kostet mal lässig 250.000 NG. Diese Prüfung findet übrigens nur einmal alle zwei Wochen statt und wenn man sie nicht besteht, dann muss man wieder warten. Und das Geld ist trotzdem futsch.

Shot Online ist nicht großartig, dürfte aber jedem der wie ich ungeduldig auf ein ordentliches neues Golfspiel wartet, ein paar nette Stunden bescheren.

21 Kommentare Autor: Richard
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Respect the Kha’ak!

Und der Preis für den “unfreiwillig komischsten Namen einer Alienrasse” geht an:

X3: Reunion von Egosoft.

Aber seht selbst…

13 Kommentare Autor: Stefan
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Zehn Jahre Gräber plündern – Eine Retrospektive

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Ein rosarot gefärbter (?) Rückblick auf Aufstieg und Fall von Lara Croft in sieben Kapiteln. Das könnte jetzt etwas länger werden, deshalb gibt’s als Erstes mal ein Continue Reading »

38 Kommentare Autor: Stefan
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Über die Kugel auf dem Würfel

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Yoot Saito. Nie gehört? Kein Wunder, bis auf Sim Tower und Seaman hat dieser japanische Spieleentwickler (der irgendwie klingt wie ein geheimer Kämpfer aus Mortal Kombat) bisher noch nicht viel auf die Beine gestellt. Jetzt aber überrascht dieser schräge Typ die Spielewelt mit dem ersten und wohl auch einzigen Echtzeit-Strategie-Flipper: Odama. Odama ist so ein Videospiel, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Es vereint zwei scheinbar völlig unvereinbare Genres, kommt mit einem eigenen Peripheriegerät und ja, es unterstützt sogar die Gamecube-Bongos. Gerüchteweise hatte Saito wohl eine Steuerung nur per Bongos und Mikrofon im Sinn, aber da hat dann wohl Nintendo ein Veto eingelegt.

Das Konzept ist jedenfalls so bescheuert, dass ich mir Odama sofort kaufen musste. Man spielt einen Feldherren im feudalen Japan, der sich auf einem Rachefeldzug gegen einen gegnerischen General befindet. Dazu gilt es, auf jedem Schlachtfeld (=Flippertisch) die Ninten Glocke ins feindliche Hauptquartier zu lotsen. Und das geht so: zum einen dirigiert man mit dem Mikrofon seine Truppen auf der Karte herum, während man zum anderen mit der riesigen Odama-Kugel die gegnerischen Soldaten über den Haufen kugelt. Wird die eigene Armee in ihr Lager zurückgedrängt, landet der Odama im Aus oder ist die Schlacht bis zum Sonnenuntergang nicht entschieden, hat man verloren.

Damit das Ganze nicht zu einfach wird, gibt es auf dem Tisch verschiedene Aufgaben zu lösen. Da wollen Schleusen geschlossen, Schlüssel eingesammelt und feindliche Feldherren besiegt werden. Mal mit Hilfe des Truppen, mal unter Verwendung des Odama. Ausserdem muss man sich um die Moral der Soldaten kümmern, Kavallerie abwehren oder Bonusgegenstände einsammeln. Um es kurz zu machen, alleine ist das Spiel eigentlich nicht zu schaffen, da ständig alles gleichzeitig passiert, und man immer gleich fünf verschiedene Dinge auf einmal im Auge behalten muss. Aber zum Glück lässt sich Odama auch prima zu mehreren spielen, auch wenn die Anleitung kein Wort dazu verliert. Einer schnappt sich den Controller, der zweite brüllt ins Mikrofon, und wenn sich sogar noch ein dritter Mitspieler findet, kann er mittels Bongos Nachschub in die Schlacht schicken. Das ist genauso lustig wie es sich anhört, und macht Odama somit zum idealen Partyspiel. Also, Gamecube abstauben, Odama einwerfen und Freunde einbestellen. Der Abend ist gerettet.

20 Kommentare Autor: Stefan
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This week on Stefan Eriksson the Enzo Slayer…

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Man mag es nicht glauben, aber die aufregende Saga um den früheren Gizmondo Manager geht weiter! Als wäre ein Plot mit einem dubiosen Handheld-Flop, einem zerstörten Supersportwagen, der schwedischen Mafia und einem mysteriösen Mann namens “Dietrich” noch nicht genug, spielt die nächste Folge der spannenden Serie jetzt wohl im Knast.

Jawohl, Stefan Eriksson ist endlich verhaftet worden. Nein, nicht weil die amerikanische Polizei endlich gemerkt hat, dass es “Dietrich” nicht gibt. Nein, nicht weil Eriksson besoffen und viel zu schnell Auto gefahren ist. Nein, nicht weil das Auto in den USA überhaupt nicht zugelassen war. Nein, nicht mal weil er einen der wenigen existierenden Ferrari Enzos geschrottet hat, auch wenn das ohne Frage ein Verbrechen ist.

Er ist verhaftet worden, weil sich herausgestellt hat, dass alle drei seiner Supersportwagen (ein roter Enzo, ein schwarzer Enzo und ein schwarzer SLR) gar nicht ihm gehörten, sondern irgendwelchen Banken. Mit anderen Worten: Er hat sie auf Kredit gekauft und dann “vergessen” die Kredite zu bezahlen.

Schaltet auch nächste Woche ein, wenn es wieder heißt: “Mein Name ist Stefan Eriksson und ich bin der dümmste Mann der Welt!”

17 Kommentare Autor: Richard
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Wo sind die Dinosaurier?

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An Tomb Raider Legend kann man eine Menge kritisieren. Die Action? Nicht sonderlich spannend inszeniert. Der Schwierigkeitsgrad? Zu niedrig angesiedelt. Die Spieldauer? Zu kurz. Die Musik? Sehr schön, aber schlecht eingesetzt. Die Motorradsequenzen? Hätte man sich sparen sollen. Die Endgegner? Unspektakulär.

Hauptkritikpunkt ist natürlich ein erschreckender Mangel an Dinosauriern. Dabei fing die Serie in der Hinsicht so gut an! Schon im dritten Level hatte das erste Spiel sowohl Velociraptoren als auch einen T-Rex! Und in Tomb Raider Legend? Nix. Keine Schuppe oder Feder in Sicht. Klar, ich kann nicht verlangen im Himalaja von einem Schnee-Rex angegriffen zu werden aber in Ghana hätte sich ruhig mal der eine oder andere Dinosaurier vom “King Kong” Set blicken lassen können. Die Jungs sollten mal den Agenten des Höhlentrolls aus “Fellowship of the Ring” anrufen. Der hat nämlich schon wieder einen Job bekommen, diesmal in 99 Nights. Wenn der Typ es schafft eine so unscheinbare Persönlichkeit in Spiele wie Resident Evil 4 zu bekommen, dann sollte ja wohl auch Arbeit für ein paar Dinosaurier aufzutreiben sein. Tomb Raider bietet sich dafür nun wirklich an, zumal das Spiel ja auch sonst bei jeder Gelegenheit den ersten Teil zitiert.

Wenn das blöde Formular nicht so viele Felder gehabt hätte, dann hätte ich gerade glatt eine Online-Petition gestartet. Na ja, vielleicht kommt Crystal Dynamix von alleine darauf den nächsten Teil mit ein paar interessanteren Gegner als “generischer Söldner 1″ und “langweiliger Söldner 3″ zu bevölkern.

Trotzdem kommt Tomb Raider Legend wärmstens empfohlen, denn das Spiel ist wesentlich besser als seine Einzelteile. Mit Lara erlebt man endlich mal wieder ein großes Abenteuer voller Geheimnisse und Spannung. Es einfach toll mal wieder ein Spiel zu spielen, dass flott von der Hand geht wie ein Actionspiel, einen aber trotzdem intellektuell nicht komplett verkümmern lässt. Ein Titel den ich an einem Stück durchziehe, muss einfach gut sein.

Ich habe übrigens eine Theorie zum Erfolg des ersten Spiels. Ich glaube nämlich nicht, dass die entscheidenden Faktoren für den Erfolg des Spiels Laras Brüste oder einfach ihre zwei X-Chromosome waren. Klar, Boobies sind immer gut und eine weibliche Actionheldin war damals auch was Neues, aber der wahre Grund für Tomb Raiders Erfolg lag in Laras unglaublicher Athletik. Auch heute noch ist es verdammt cool, von der Kante einer Klippe einen todesverachtenden Rückwärtssalto auf die Spitze einer brüchigen Säule zu machen, oder mit Pistolen im Anschlag lässig einen Abhang runter zu rutschen. So was gab es damals einfach nicht. Ein 3D-Actionheld konnte zu dem Zeitpunkt höchstens Rumlaufen, Rumballern und den ein oder anderen unspektakulären Hüpfer hinlegen.

Das sieht zwar heutzutage anders aus, spätestens seit der Prinz von Persien den Sand der Zeit gefunden hat, aber trotzdem fühlt man sich beim Spielen von Tomb Raider Legend wie eine coole Sau. Hechtsprünge von unendlich hohen Klippen, Seilschwünge über schrecklich tiefe Abgründe, einhändige Rotationen um gefährlich wackelnde Stangen und todesmutige Sprünge von einem brüchigen Vorsprung zum nächsten. Toll. Selbst den Bonushandstand aus Teil 1 haben sie wieder eingebaut.

Tomb Raider Legend ist auch das erste Spiel, in dem Frau Croft einen richtigen Charakter bekommen hat. Einerseits ist Lara diese gebildete und gut erzogene Frau, die an dem was sie macht unheimlichen Spaß hat. Andererseits macht sie aber es nicht, weil sie Spaß daran hat, sondern aus ganz anderen Gründen und würde jedem der ihr im Weg steht eine Kugel verpassen, wenn es sein muss. Spätestens bei ihrer Begegnung mit einem Yakuza Boss wird klar, Lara ist gefährlich. Nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst, denn je näher sie ihrem Ziel kommt, desto größer werden die Risiken die sie bereit ist dafür einzugehen.

Ganz klar, Tomb Raider Legend ist allemal besser geschrieben als die zwei grässlichen Filme und Sprecherin Keeley Hawes spielt Lara mit genau der richtigen Mischung aus “netter Herzogin von nebenan” und “schlimmster Feind den man sich vorstellen kann”. Ihr habt keine Ahnung wie gut sich das nach einem Desaster wie Spellforce 2 anfühlt.

Also, Tomb Raider kaufen und großes Abenteuer erleben. Klar, das Spiel ist kurz, aber die PS2 Version gibt es bei Saturn schon für 39€. Das ist mehr fair.

Auch ohne Dinosaurier.

17 Kommentare Autor: Richard
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Quicky in der Gruft

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Also dann, das neue Tomb Raider ist da. Das Spiel ist super, keine Frage, und definitiv eine gelungene Wiederbelebung der totgesagten Serie. Hut ab, Crystal Dynamics, das war eine prima Leistung. Aber diese Seite hiesse nicht Antigames, wenn wir uns ewig lange mit den positiven Seiten von Videospielen aufhalten würden. Das machen schon die Anderen für uns. Also, was gibt es an Frau Crofts aktuellem Auftritt rumzumäkeln?

Zunächst mal das Offensichtlichste, ich habe Tomb Raider Legend am Freitag nach der Arbeit gekauft und vor einer knappen Stunde die Credits vorbeirollen sehen. Das Spiel ist kurz, verdammt kurz. Niemand mit ein wenig Geschick und Erfahrung wird länger als sieben oder acht Stunden für die ganze Chose brauchen. Andererseits wird man in der Zeit allerdings hervorragend unterhalten, das Spiel ist spektakulär, abwechslungsreich und hat einige wunderschöne Abschnitte. Ausserdem gibt es einen Sack voller Extras wie zum Beispiel das vor Rätseln strotzende Croft Manor oder den motivierenden Time Attack Modus. Dennoch, die “Spiel pro Euro” Ration ist bei Legend extrem schlecht.

Dazu kommt, dass man durch weite Teile des Spiels tatsächlich ungehindert durchrennen kann. Weder die Puzzle- noch die Actionelemente sind auch nur ansatzweise fordernd, meistens gibt es nur zwei oder drei interaktive Elemente pro Raum, so dass man nie länger als fünf Minuten mit einem Puzzle verbringt. Die Ballersequenzen sind ebenso anspruchslos, die strunzdoofen Klonkrieger sprengen sich gerne mal selber in die Luft und werfen grosszügig mit Medikits um sich. Apropos Medikits, musste man mit den Dingern in früheren Teilen extrem haushalten, um die waghalsigen und schmerzhaften Klettertouren zu überleben, braucht man den Heilkram jetzt eigentlich nur noch für die Bosse. Und selbst die sind auch eher drollig als gefährlich, sobald man ihre Taktik durchschaut hat, sind sie Toast. Insgesamt erinnern mich die Actionsequenzen irgendwie an Ico. Die Entwickler haben sie wohl eingebaut weil sowas halt in ein Videospiel gehört, aber mehr als ein halbgares Extraelement sind sie nicht. Das gleiche gilt für die wenigen Quick Time Events und die zwei äusserst primitiven Motorradfahrten, die in etwa so gut in das Spiel passen wie die Gummischiff-Fliegerei in Kingdom Hearts.

Ansonsten orientiert sich Tomb Raider Legend meiner Ansicht nach zu sehr an Prince of Persia (mal wieder. Der erste Teile war ja offensichtlich vom 2D-Prinzen inspiriert, dann hat sich Sands of Time kräftig bei Tomb Raider bedient, und nun klaut Legend seinerseits von Prince of Persia 3D. Irgendwie ironisch). Waren die Level zumindest in den früheren Teilen noch ein einziger, überaus komplexer Kletterparcours, so wird man jetzt beim Hüpfen und Rennen doch ziemlich an der Hand geführt. Überall hängen praktische Reckstangen und Kletterseile, und eigentlich fehlen nur noch ein paar Wegweiser, um den Eindruck vom Abenteuerspielplatz komplett zu machen. Was bringt mir das bildhübsche tibetanische Kloster inklusive riesigem Steinbuddha, wenn ich lediglich am Seil hinüberschwingen und ein simples Physikrätsel lösen muss? Als Leveldesigner würde ich bittere Tränen weinen, wenn mein Kunstwerk nur für so ein einfaches Puzzle herhalten würde.

Eine weitere Kleinigkeit stösst mir als altem Tomb Raider Hasen ebenfalls sauer auf. Die Musik ist im neusten Teil bestenfalls belanglos, da sie eigentlich die ganze Zeit nur so vor sich hindudelt. Zur Erinnerung, in den alten Teilen kam man die meiste Zeit komplett ohne Musikbegleitung aus, was den Eindruck der Abgeschiedenheit der Schauplätze enorm verstärkt hat. Das hat sich jetzt erledigt, egal ob man in einer Gruft unter Cornwall oder im Jungle von Ghana herumwandert, ständig wird man mit langweiliger Musik berieselt. Schade drum, die Abwesenheit von Klang war meiner Meinung nach eines der wirkungsvollsten Stilmittel der Serie.

Mein Fazit: Tomb Raider Legend ist wirklich empfehlenswert, allerdings mit Einschränkungen. Es ist zu kurz, zu einfach und zu linear. Vieles wurde einer notwendigen Runderneuerung unterzogen, aber einiges wurde auch ohne Not zum Schlechteren geändert. Dennoch, ein kurzweiliges Spiel, das Lust auf mehr macht.

14 Kommentare Autor: Stefan
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It was a dark and stormy night…

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“Achtlos zerschmetterten die Elemente das Antlitz der Welt in ihrem Wüten und Toben.”

Ach, es gibt doch nichts mit mehr komödiantischem Potential, als schlecht geschriebene Fantasy Fan Fiction. Die meisten von uns haben so was sicher schon mal am eigenen Leib erfahren. Entweder man hat sich selbst als Autor für sein Lieblingsrollenspiel versucht (und der Gedanke an die entsprechenden Machwerke treibt einem heute noch die Schamesröte ins Gesicht) oder jemand aus der Rollenspielgruppe fühlte sich dazu berufen einen epischen Schöpfungsmythos für seine eigene und total großartige Welt zu schreiben. Das Ergebnis solcher Versuche las sich dann meist so:

“Und die Erde zerbarst und ihr glühendes Blut floss in Strömen über das Land.”

Dieser Satz ist eigentlich kein schlechtes Beispiel, denn er enthält bereits fast alle wichtigen Stilmittel durch die sich solche Texte für gewöhnlich auszeichnen. Da wäre zum Beispiel die Tendenz alle Sätze mit “Und” anzufangen. Wie in der Bibel! Total bedeutungsschwanger und so! Auch schön ist die konsequente Verwendung von ganz schlechten Metaphern. Wieso “Lava” schreiben, wenn man auch von “glühendem Blut” reden kann? Außerdem sollte man, wenn irgend möglich, so viele altmodische Wörter wie möglich verwenden. “Zerbersten” ist für den Anfang gar nicht schlecht. Schließlich spielt Fantasy in der Vergangenheit und da haben die Leute halt so geredet! Noch so ein Satz gefällig?

“Und die kochenden Ozeane warfen sich brüllend an die Ufer und fraßen gierig das Land.”

Brüllend vor Lachen vielleicht, aber ganz sicher nicht weil gerade irgendwas Wichtiges passiert ist. Wie ihr hier erkennen könnt, sind Wiederholungsfehler bei solchen Texten auch sehr wichtig. Alle Sätze sollten möglichst immer gleich angefangen (am besten mit “Und”, ganz klar) und auch gleich beendet werden (sehr schön ist hier die wiederholte Verwendung von “das Land”). Schlussendlich ist es noch sehr wichtig, so viele unpassende Adjektive wie möglich zu verwenden. Ozeane die brüllend, kochend und gierig gleichzeitig sind, das ist großes Kino, meine Damen und Herren!

Oder auch großes Videospiel. Denn die oben zitierten Machwerke stammen aus einem Ladebildschirm der Spellforce 2 Demo. Scheinbar hat man sich bei Phenomic große Mühe damit gegeben, die deutsche Originalversion ihres Spiels qualitativ an die durchschnittliche deutsche Übersetzung anzupassen. Frei nach dem Motto “Wenn’s durch die Übersetzung nicht scheiße werden kann, dann machen wir es halt gleich von Anfang an Kacke.”

Ich weiß nicht wer das Spiel geschrieben hat, aber mir drängt sich doch der Verdacht auf, dass sich da irgendein 14-jähriger, pickelgesichtiger D&D-Nerd kreativ austoben durfte. Vielleicht ist es auch von jemandem verfasst worden, der diese Phase einfach nie überwunden hat. Hoffen wir mal, dass diese Person beruflich etwas anderes macht und nur irgendwie aushelfen musste, weil der Hausmeister gerade mit dem verstopften, brüllenden, kochenden, glühenden, gierigen Klo zu tun hatte.

Darf ich euch noch ein paar besondere Bonmots aus den Dialogen präsentieren? Aber gerne doch.

“Jetzt sind sie nur noch willenlose Puppen. Fleischtiere für Dämonen, die ihr Blut trinken.”

Kurze Frage, was ist eigentlich ein Fleischtier? Ist nicht jedes Tier aus, äh, Fleisch gemacht? Okay, es gibt welche aus Gummi und mit Haken. Aber das wäre ja wiederum ein gut geschriebenes Spiel. Das kennen die bei Phenomic sicher nicht.

Noch ein letztes Beispiel. Im Tutorial findet die Hauptdarstellerin die Leiche ihrer Schwester rum liegen, die gerade von dem entsprechenden aus Mottenkiste befreiten und als Bösewicht verwendetem Fantasyklischee (ich glaube es waren Dunkelelfen, Orks sind aber auch möglich) um die Ecke gebracht worden ist. Mit Hilfe “des Rituals” erweckt man sie dann wieder zum Leben. Was sagt die gute darauf hin?

“Habt Dank”

“Habt Dank.”? Sie ist deine Schwester! Sie hat dir gerade das Leben gerettet, ja dich von den Toten zurück geholt, und du redest mit ihr als wärst du ein LARPer, der auf einem Mittelaltermarkt gerade einen Plastiktotenkopf für sein Wohnzimmer gekauft hat!

Das mit dem Reden kann man übrigens wörtlich nehmen, denn die Sprecher klingen alle so, als hätten sie nie eine Schauspielschule von innen gesehen und wären gerade lieber ganz wo anders. Der Regisseur war wohl wirklich ganz wo anders.

Einfach nur furchtbar. Aber hey, die Musik ist ganz nett. Das ist doch auch was.

44 Kommentare Autor: Richard
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