Archiv für Mai 2006

E3 2006: Sony PR Event

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Die E3 läuft und es wird Zeit mal eben die drei großen Presseshows zu rekapitulieren.

Fangen wir mit Sony an. Wenn man einen Eindruck aus der ganzen Veranstaltung mitgenommen hat, dann den dass Sony Videospiele hasst. Da wird nicht darüber geredet, was für coole Spiele die PS3 haben wird, sondern welche “revenue streams” sie haben wird. Die Spieler werden nicht Spieler genannt, sondern “consumers”. Die Spiele heißen nicht Spiele, sondern “entertainment content”. Begeisterung gab es nur für die Fähigkeit der PS3 “ip investments zu leveragen” oder für die tollen “distribution channels”, nicht für Spiele.

Generell umgab die ganze Show ein leichter Geruch der Verzweiflung. Es wurden große Sprüche geklopft, die völlig an der Realität vorbei gingen (“Die HD Generation fängt erst an, wenn wir sagen, dass sie anfängt.”) oder fröhlich die Konkurrenz gedissed haben (“Wir sind nicht an Gimmicks interessiert.”).

Wenn ihr die Wii Remote für ein “Gimmick” haltet, liebe Sonynauten, warum habt ihr dann noch schnell halbherzig ihren Controller kopiert?

Generell war die ganze Veranstaltung an Zynismus kaum zu überbieten. Sony hat doch tatsächlich ein Video mit Schauspielern produziert, die einem erzählen wie toll die PS2 waren und wie cool die PS3 wird und dann kommt Kaz Hirai mit einem aufgesetzten Lachen wieder auf die Bühne und sagt, wie toll der Enthusiasmus dieser Leute für die Playstation doch sei. Lieber Kaz, wenn du mich entsprechend bezahlst, heuchle ich auch gerne Begeisterung für die Kamera.

Zum Kotzen.

Die Leute im Saal waren auch nicht begeistert. Sowohl nach der Montage der 1st Party Spiele als auch nach der Montage für die 3rd Party Spiele herrschte eine ziemliche Stille im Saal und Hirai bzw. Harrison haben tatsächlich um Applaus bitten müssen.

Interessant auch, was Sony nicht gezeigt hat. MotorStorm zum Beispiel. Oder Killzone. Oder ihre Version von Live.

Es gab aber auch ein paar nette Sachen zu sehen. Heavenly Sword sieht nach einer coolen Mischung aus God of War und Soul Calibur aus. Flüssig und spektakulär. Das würde ich wohl nehmen.

Die PSP als Rückspiegel für Autorennen auf der PS3 zu verwenden ist zwar auch so ein Gimmick an dem Sony angeblich nicht interessiert ist, aber ich fand die Idee trotzdem witzig.

Das Eyetoy-Kartenspiel wirkte auch ganz cool. Klar, ich werde den Teufel tun und mir irgendwelche “Boosterpacks” mit Karten für mein Videospiel kaufen, aber vom Prinzip her gefällt es mir.

Was für ein Spiel soll Afrika eigentlich sein? Egal, ich bin erstmal für alles ohne Kopfschüsse oder Rennwagen dankbar.

Im großen und ganzen war die Veranstaltung aber ein ziemlicher Flop. Das scheint auch der allgemeine Konsens zu sein, wenn man sich die einschlägigen Foren durchliest. Die PS3 ist fies teuer (und zwar so teuer, dass Microsoft zum Weihnachtsgeschäft nicht mal eine Preissenkungen machen muss) und die günstigere Version ist allein schon durch den fehlenden HDMI Anschluss verkrüppelt und nutzlos.

Mir haben sie jedenfalls erstmal keine PS3 verkaufen können. Kommentare zu den Shows von Nintendo und Microsoft folgen im Laufe des Tages.

92 Kommentare Autor: Richard
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2006 – Eine Computer Odyssey

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Montag abend war die Welt noch in Ordnung. Ich hatte gerade meine neue Apple-Tastatur in den Rechner gestöpselt, und Windows XP hat sie auch brav als solche erkannt und mitsamt eingebautem USB-Hub ins laufende System eingebunden. Sogar die Sondertasten wurden anstandslos übernommen. Prima. Ausserdem habe ich ein nettes kleines Programm namens AppleKeys gefunden, mit dem Druck/S-Abf, Rollen und Pause/Untbr (mithin die nutzlosesten Tasten auf so einem Keyboard) auf F13-15 gemapt wurden. Bis dahin war ich hellauf begeistert.

Gestern nach der Arbeit ging der Spass dann los. Nach dem Hochfahren meinte mein Antivirenprogramm, dass es nicht korrekt gestartet werden konnte und hat sich prompt verabschiedet. “Hmmmmm!!?!” dachte ich und habe erstmal AppleKeys aus dem Autostart-Ordner entfernt. Neustart – gleiches Problem. Also die neuste Version von Antivir runtergeladen und die alte vorsorglich deinstalliert. Neustart. Bei der Installation trat dann ein “kritischer Fehler” auf und ich sass ohne Virenschutz da. Firefox angeworfen zum Recherchieren. Boing – der Browser hängt sich alle zwei Minuten auf, angeblich wegen eines korrupten Shockwave-Plugins. Zwischendurch habe ich selbstredend auch mal die Tastatur abgestöpselt, die Fehler blieben aber bestehen. Dann schmeisst sich ohne Vorwarnung auch noch der Windows Explorer aus dem Fenster. Verärgert starte ich neu. Hoppla, auf einmal weigert sich die Software-Firewall ebenfalls zu starten. Das ist mal originell.

Bevor ich so richtig über die Fehlerursache nachgrübeln kann, gibt es auf einmal einen Hard-Reset. Kein Blue Screen, einfach Lichter aus und wieder an. Ich fühle mich zu dem Zeitpunkt schon etwas draufgängerisch und reproduziere den Fehler ein paar mal mit Erfolg. Ab und an mosert noch das BIOS rum, dass das “DRAM-Timing too tightly” sei, aber das macht es halt ab und zu. Wer schneller starten als Speicher checken kann wird von mir nicht ernst genommen. Zwischendrin spielt dann irgendwann mein Wireless Router die beleidigte Leberwurst und taucht nicht mehr in der Liste der verfügbaren Drahtlosnetzwerke auf. Da ich mich auch nicht mehr ins benachbarte ungesicherte Netz einklinken kann, schiebe ich den Fehler auf meinen Rechner und schalte fürs Erste aus. Tower auf und erstmal ordentlich aufgeräumt. Alle nicht mehr benötigten Karten schmeisse ich raus, und bei der anschliessenden Reinigungsaktion kommen mir ungefähr 50 Raummeter Staub sowie ein Prozessorkühler mit Lüfter entgegen. Den habe ich allerdings aus Schusseligkeit selbst abmontiert. Wer hätte gedacht, dass so ein Trumm lediglich mit zwei kleinen Klemmen befestigt ist? Ich jedenfalls nicht. Naja, so habe ich wenigstens mal meinen (ziemlich mickrigen) Prozessor gesehen.

Klappe zu, Neustart, Kiste läuft. Na immerhin etwas. Da mir das Ganze aber etwas suspekt ist und der Computer eh seit längerem glaubt, dass ich zwei DVD-Brenner habe, beschliesse ich, zum ersten Mal seit Jahren das System neu aufzusetzen. Leichter gesagt als getan. Offenbar weigert sich so ein Rechner, zwischen BIOS und Windows mit USB-Geräten zu kooperieren, so dass das “Beliebige Taste drücken, um von CD zu starten” a) erfolglos bleibt und b) von wilden Flüchen begleitet wird. Für einen Moment denke ich darüber nach, meine alte Tastatur aus dem Keller zu holen, aber dann denke ich mir, dass ich mir den Spass besser für heute aufhebe. Hurra!

21 Kommentare Autor: Stefan
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Rollen im e-kubik

E3 2006 Website
Da isse wieder, die gute alte E3. Wie ihr ja vielleicht wisst, ist mein Schwerpunkt ziemlich Rollenspielig und gleichzeitig total frei von irgendwelchen merkwürdigen asiatischen Geschmacksverstärkern – Glutamat macht müde, wie ihr vielleicht schon einmal gehört habt (ich weiß, das gilt nicht für Japan. Macht mir meinen Witz nicht kaputt). Und so. Dann schauen wir doch mal, was mich dieses Jahr interessiert… und was nicht. Über die neuen Konsolen werden sich sicher die Kollegen noch gründlich auslassen.

  • Das Schwarze Auge: Drakensang: Die Rolli-Franchise meiner Kindheit, nach 10 Jahren wieder zurück auf dem PC. Auch wenn ich die “DSA” der damaligen Zeit für einige der langweiligsten Machwerke des an Langweilern nicht armes Genres halte… die Nostalgie ist stark in mir. Objektiv sieht es derzeit lange nicht so gut wie Oblivion oder Gothic 3 aus.
  • Neverwinter Nights 2: Mit Sicherheit eine Menge Spass und lange Lebensdauer dank einer starken Fangemeinde – und damit fast automatisch ein erwähnenswerter Titel. Vielleicht sind Editor und Multiplayeroptionen (besonders die “Persistant World”) etwas mächtiger/einfacher/leistungsfähiger als im Vorgänger. Obsidian kann Rollenspiele. Kein unglaublich bahnbrechender Titel, aber bestimmt gute Arbeit.
  • Spore : ‘Nuff said.
  • Warhammer Online: Age of Reckoning: Mythic hat das klar beste PvP Endgame aller MMORPG in DAOC, aber auch eine der für mich reizlosesten Spielwelten. Man nehme dazu 25 Jahre knalligen Warhammer Hintergrund sowie einen neuen Anfang und wir haben ein MMORPG, das tatsächlich unlangweilig werden könnte. Ich bin da total objektiv.
  • Hellgate: London: Klingt nach einem fröhlichen Gemetzel mit mehr MMO Elementen als Diablo und einem ziemlich stylischen Look, gebastelt von einem Team mit solidem Blizzard Hintergrund.
  • Hero’s Journey: Faszinierendes MMORPG voller waghalsiger Ideen – “level deine Waffe, level deinen Dackel….seh genauso aus wie Du willst… und level einfach, äh, alles” von den MUD Veteranen Simutronics.
  • Darkfall: Unfassbar mies aussehendes PvP-MMORPG Projekt aus der finsteren Vergangenheit. Das will ich nur sehen, um die fanatischen Fans vor Begeisterung ausflippen zu sehen und “Grafik, Animation, GUI und Eigenständigkeit sind total egal, wenn mir das SPIEL gefällt” auf den Foren zu lesen. Ansonsten ist mir der Titel egal.

Ja, das gilt für mich. Und ihr?

36 Kommentare Autor: Denis
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Wellenreiten in schwarz-weiß

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Es sieht so aus, als hätte GTA ihr N64 Projekt erstmal auf Eis gelegt. Schade eigentlich. Damit mein kleiner Beitrag dazu nicht für immer verschwindet drucke ich halt selber. Bitteschön:

Ich hatte mal ein N64. Für ziemlich kurze Zeit. Damals bin ich über den Sommer nach Frankfurt gezogen, um dort zu arbeiten. Da ich dort eigentlich keinen Menschen kannte, alle Museen und sonstigen Sehenswürdigkeiten schon abgegrast hatte und mir immer komisch vorkam wenn ich allein ins Kino ging, habe ich mir dann ein N64 geholt. Damals war ich noch ein recht überzeugter Computerspieler, der zwar eine lange Karriere vom C64 über den Atari und Amiga bis hin zum PC hinter sich hatte, aber nie im Besitz einer Konsole gewesen war. Insofern war das für mich ein relativ großer Schritt.

An Spielen hatte ich Mario 64, Shadows of the Empire, Wave Race und Turok. Alle diese Spiele kenne ich übrigens mehr oder weniger nur in schwarz-weiß. Der Grund? Ich hatte in Frankfurt eben nur einen ca. 20 Jahre alten, ziemlich kleinen schwarz-weiß Fernseher zur Verfügung. Am Besten ohne Farben spielen ließ sich von den vier Spielen übrigens Wave Race. Okay, grafisch hat es etwas unter dem Farbmangel gelitten, aber mit Ausnahme einer einzigen Rennstrecke ließ es sich ohne Probleme spielen. Und den einen Level habe ich halt auswendig gelernt. Wave Race war auch das einzige dieser Spiele, das ich durchgespielt habe. Es war kurzweilig, sah gut aus und hatte eine super Steuerung. Was braucht der Mensch noch? Okay, Farben vielleicht. Aber man kann halt nicht alles haben.

So richtig von Konsolen überzeugt hat mich das N64 übrigens nicht. Das machte dann erst die Xbox. Ob’s damals an den Spielen lag, oder am Mangel an Farben, ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich es nach meiner Rückkehr recht schnell wieder verkauft. An Wave Race habe ich aber immer noch schöne Erinnerungen. Stilecht in schwarz-weiß. Und deswegen ist es für mich persönlich das beste N64 Spiel aller Zeiten.

49 Kommentare Autor: Richard
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