Archiv für Juni, 2006

Der AntiGames™ AntiTipp™ des Tages, Folge 6

Freitag, Juni 30th, 2006

Heute: Oblivion

Konfuzius sagt: Wenn du dich gerade beim Spielen von Titan Quest daran gewöhnt hast, mit der Taste “C” dein Charakterblatt anzuschauen, dann spiele besser nicht direkt danach Oblivion. Vor allem nicht wenn du gerade vor einen Wache stehst und dein ausgewählter Zauberspruch “Feuerball” ist. Sonst holt die Wache nämlich ihre Freunde und sie hauen dich gemeinsam tot. Dann kommst du dir sehr doof vor.

I AM TOMMY!

Montag, Juni 26th, 2006

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Ein First-person-shooter mit einem amerikanischen Ureinwohner (sprich: Indianer) als Spielercharakter! Das hat es seit dem altehrwürdigen Turok nicht mehr gegeben. Nachdem ich dieses Interview bei Eurogamer gelesen hatte, musste ich mir jedenfalls erstmal die Demo besorgen. Der ganze Quatsch mit dem Spirit Totem und dem Death Walk hat nämlich eine Menge Potential für Peinlichkeit, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen kann. Viel Spass mit Tommys kleinem Reiseführer, den ich im Laufe der nächsten Tage noch etwas erweitern werde.

27.6. - Neue Bilder!


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Pressespiegel: Hitman Blood Money

Mittwoch, Juni 21st, 2006

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Nachdem ich mir am Montag einige Gedanken zu Hitman: Blood Money gemacht habe, dachte ich mir, ich schaue mal nach was meine Freunde von der Printpresse so zu dem Thema zu sagen haben. Im Moment kommen ja nicht allzu viele Spiele raus, da sollte ein neuer Hitman doch für ein paar Seiten Text gut sein. Also habe ich mich in den Supermarkt begeben und mal bei diversen Magazinen die Kritiken Tests zu Hitman gelesen.

Zunächst mal ein Wort zur neuen GEE. Sie ist pink. Nicht irgendein Pink, nein, Neonpink. Kinder, so geht das nicht. Bei der Farbe kann man die Zeitschrift auf dem Band im Supermarkt nicht mal mehr verschämt unter den Schnapsflaschen verstecken. Besonders ärgerlich, da bei der GEE die Farbe eigentlich das einzige ist, was für das man sich schämen müsste. Deutschlands lesbarstes Spielemagazin findet nämlich auch zu Hitman ein paar halbwegs intelligente Worte. “Bei keinem anderen Spiel hinterfragt man sein eigenes Tun so oft wie bei Hitman”, heißt es da. Das Spiel sei vor allem Spielern mit “intakter Selbstreflexion” zu empfehlen. Ganz meine Meinung. Nur ein bisschen mehr Text wäre vielleicht nett gewesen. Die Besprechungen der Spiele sind bei der GEE doch immer arg knapp gehalten. Trotzdem, Daumen hoch.

In eine andere Kerbe schlägt die PC Action, wo man voll auf Geschmacklosigkeitskurs geht. Die Missionen seien “so unmoralisch wie noch nie” (wohlgemerkt, das hält man dort für einen Pluspunkt) und Hitman Blood Money sei endlich mal ein Spiel, dass “den Titel ‘Killerspiel’ verdient” hätte (auch das ist in der Welt der PC Action scheinbar eine gute Sache). Ist hier vielleicht ein Politiker, der diesen Steilpass nutzen möchte? Herr Beckstein? Herr Schünemann? Danke, liebe PC Action. Schön dass ihr so hart daran arbeitet uns allen das Leben schwer zu machen.

Anscheinend hält man sich dort drüben auch für witzig, was zu einigen peinlichen Momenten führt. Beispiel gefällig? In einem Kasten verkündet uns die PC Action nämlich, dass der Hitman auch Lady Di und John F. Kennedy auf dem Gewissen hätte. Haha. Ich schmeiß mich weg. Es ist meist schon schlimm genug, wenn humorlose Leute versuchen Witze zu reißen Wenn sich solche Typen dann auch noch an schwarzem Humor versuchen, kann das schon sehr unangenehm werden.

Die PC Games spart sich solche Peinlichkeiten, hat aber zum Inhalt des Spiels irgendwie gar nichts zu sagen. Oder vielleicht doch? Ich bin mir nicht ganz sicher, denn der Artikel war so öde geschrieben, dass ich mittendrin eingezzzzzzzzzzz….

Noch so ein kleiner Tipp am Rande, liebe PC Games/Action. Es verleitet nicht gerade zum Kauf, wenn ich mich beim Kiosk erstmal durch zwanzig Seiten Werbung wühlen muss, bevor ich zum Inhaltsverzeichnis komme. Immerhin könnt ihr, jetzt wo ihr ein Printäquivalent zu Popup-Ads gefunden habt, zumindest in einem Bereich mit der Onlinekonkurrenz mithalten. Super.

Jetzt zu meinen Freunden von der Gamestar. In klassischer Manier wird hier Hitman wie eine Waschmaschine getestet. Ich weiß nicht, ob Hitman ein Top- oder Frontlader ist, aber wer sich durch den drögen Artikel quält, kann das sicher herausfinden. Wie üblich ist alles voller Kästchen in denen man die Drehzahl, den Wasserverbrauch und die Seitenzahl des Handbuchs nachlesen kann. Mit anderen Worten: Die Gamestar hat nichts zu sagen, sagt es aber mit vier Seiten Text und einem Haufen von Statistiken. Quasi wie in einer VWL-Vorlesung. Oder der PC Games.

So ein leicht flaues Gefühl hatte man dann aber wohl doch gehabt, denn immerhin man in einem der Meinungskästen ein bisschen Kritik. Christian Schmidt findet da sogar recht deutliche Worte: “Kaltblütiges Ermorden von Unschuldigen darf keine Unterhaltung sein.” Warum sich solche Kritik nicht im eigentlichen Text wieder findet, oder warum diese These nicht diskutiert wird, weiß ich auch nicht. Schließlich sind die anderen Redakteure ja anscheinend der Meinung, dass das kaltblütige Ermorden von Unschuldigen sehr wohl Unterhaltung sein darf. (Wir lassen jetzt mal außen vor, dass man in Hitman keine Unschuldigen umbringen muss, wenn man nicht will, außer Drogenbarone und Sklavenhändler fallen seit neuestem unter die Kategorie “unschuldig”.) Jedenfalls sagt Michael Graf über Hitman: “Für mich ein Hit, Mann!” (haha, noch so ein Brüller) und Daniel Matschijewsky nennt Hitman einen “hochspannenden PC-Thriller”. Da hätte man doch ein interessantes Streitgespräch draus machen können. Aber das hätte die Zielgruppe wohl zu sehr verstört. Nachher entwickeln die gar noch ein schlechtes Gewissen beim Spielen von Hitman. Wo kommen wir denn da hin? So scheint der eine, einsame Meinungskasten doch ein bisschen eine Alibifunktion zu haben.

Aber hey, immer noch besser als die PC Action.

Günstige PSP-Spiele - Missing in Action

Dienstag, Juni 20th, 2006

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So, jetzt wo ich eine PSP habe und ja ich mag sie wirklich danke der Nachfrage brauche ich natürlich ein paar mehr Spiele. Daxter und Wipeout Pure sind zwar schon sehr gut, aber ein wenig Abwechslung wäre auf die Dauer schon nett und LocoRoco sowie Valkyrie Profile Lenneth lassen bekanntlich noch ein paar Tage auf sich warten. Kein Problem, dachte ich mir, schliesslich hast du während der E3 doch mal was über eine PSP Platinumserie gelesen, bei der analog zur gleichnamigen Reihe für die stationären Playstations ab Juni ältere Spiele für wenig Geld vertickt werden sollen. Nun haben wir Mitte Juni, und von günstigen Platinumspielen ist immer noch nichts zu sehen. Da sich Sony bisher noch nicht dazu geäussert hat, ist die Verwirrung bei den diversen Onlinehändlern natürlich ebenso gross wie bei mir. Ich habe dann mal ein wenig rumgeschmökert und bin dabei auf diesen Thread gestossen. Offenbar gibt’s die Billigspiele erst Ende Juli, so dass ich mit dem Hosentaschengolf noch ein wenig warten muss. Sehr ärgerlich.

Aber zum Glück gibt es ja noch Ubisoft! Die feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum und bringen aus gegebenem Anlass ab sofort einen Haufen Handheld-Spiele für sparsame 20€ unters Volk, darunter auch die Habenwollen!-Kandidaten Exit und Lumines. Gross Werbung machen sie für die Aktion allerdings nicht, wenn es Gamefront nicht gäbe, wäre ich wohl niemals über diese Seite gestolpert. Der Teil mit “Weitere Informationen gibt es bei dem Fachhändler deiner Wahl” scheint allerdings noch nicht bis zum Saturn vorgedrungen zu sein, zumindest wollten sie gestern noch erstaunlich unverschämte 50 Scheine für Exit. Aber na gut, dankenswerterweise gibt es ja noch andere Fachhändler meiner Wahl, die ihren Katalog etwas fixer auf den neusten Stand bringen. Lange Rede kurzer Sinn, Handheld-Besitzer sollten in nächster Zeit mal die Augen offen halten, es gibt da im Moment ein paar recht nette Schnäppchen. So man sie denn findet im Spieleparadies Deutschland.

Kurz abgekanzelt

Dienstag, Juni 20th, 2006

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Durch den neuen Rechner habe ich in den letzten Tagen einen ganzen Haufen Spiele ausprobieren können, die mir z.T vorher verwehrt geblieben sind. Die meisten davon haben sich nicht lange auf meiner Festplatte halten können. Meine Meinung zu vier dieser Tagesgäste folgt.

Rise & Fall: Wäre es nicht cool, wenn man an der Spitze einer riesigen Armee stehen könnte, um dann sein Schwert in den Himmel zu recken und den Angriff zu befehlen? Ja, wäre es. Das hat sich wohl auch jemand bei Midway gedacht und diese Möglichkeit ins RTS “Rise & Fall - Civilizations At War” eingebaut. Ein Doppelklick, die Kamera zoomt heran und man seine Helden direkt steuern. Zumindest ein bisschen. Wild um sich schlagend, clippt man dabei nämlich ziemlich hilflos durch die Gegnermassen, und kämpft dabei mehr mit der Steuerung als mit den Feinden. Auch der Strategieteil geht eher zäh von der Hand, sieht dabei aber wenigstens halbwegs hübsch aus. Weder Fleisch noch Fisch, eher Fall als Rise.

Glory of the Roman Empire: Die Demo startet erst gar nicht. Ihr fehlt angeblich eine Datei. Jetzt werde ich nie herausfinden, ob das Spiel genauso schlecht ist wie der Installer. Und tschüss!

Quake 4: Zugegeben, auf diese Party komme ich mit reichlich Verspätung. Aber mein alter Rechner ist da halt einfach nicht mehr mitgekommen. Verpasst habe ich natürlich nichts. Quake 4 ist ein Spiel von Leuten ohne Geschmack für Leute ohne Geschmack. Mehr als pubertär designte Gegner in den ewig gleichen Spacekorridoren abzuknallen ist da nicht drin. Außerhalb der Korridore macht das Spiel grafisch auch erstaunlich wenig her. Nicht dass die gute Technik in den Korridoren über das scheußliche Design hinwegtäuschen könnte. Wie fast jeder Shooter funktioniert Quake 4 auf einer gewissen Instinktebene für ein paar Minuten ganz gut. Für mehr reicht es aber nicht.

Rise of Legends
: Mal keine Orcs und keine Wehrmachtspanzer. Rise of Legends versucht sich an einem frischen Szenario. „Versucht“ trifft es leider auch ganz gut. Irgendwo zwischen Tausend und einer Nacht, italienischer Renaissance und einem feuchten Traum von Erich von Däniken, wandert Rise of Legends ziellos durch die Wüste der Verwirrung. Wer kämpft gegen wen und warum? Wer sind all diese Leute, diese Nationen, was tun diese Einheiten, wo bin ich, wer bin ich, was geht hier eigentlich ab? Brian Reynolds versteht nicht, dass man bei einer neuen Welt ein bisschen Exposition an die Leute bringen muss. Das führt dazu, dass ich seine wunderschöne Welt nicht verstehe. Von überfrachteten Menüs weiter abgeschreckt, werde ich nie herausfinden, ob sich in Rise of Legends irgendwo ein gutes Spiel versteckt.

Hitman, Puccini und die dunklen Ecken deiner Seele

Montag, Juni 19th, 2006

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Hitman. Wie geht man eigentlich mit so einem Spiel um? Eigentlich kann die Serie ja jedem Verbotspolitiker als Paradebeispiel für all die schrecklichen Killerspiele dienen, denn Töten ist in Hitman das eindeutig festgelegte Spielziel. Der Hitman (und somit der Spieler) hat schließlich die Aufgabe Menschen zu töten. Das ist sein Job. Er setzt seinen Opfern dabei tödliche Spritzen, ersticht und erdrosselt sie, wirft sie vom Balkon oder schießt ihnen einen Kugel in den Kopf, mal aus der Ferne mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs, mal aus der Nähe mit einer schallgedämpften Pistole. Er tut dies für schnödes Geld. Keine Selbstverteidigung, keine Rettung der Welt, keine Zweifel, keine Reue. Einfach solange die Kehle zuschnüren, bis das Opfer aufhört zu zappeln und die Sache ist erledigt. Für den Hitman ist das ein ganz normaler Tag im Büro.

Klarer Fall eigentlich. Auch ich, als erklärter Kritiker der gewaltbesessenen Videospielbranche, sollte also eigentlich kräftig gegen die Serie wettern. Aber trotzdem…

Irgendwie ist Hitman nämlich gar nicht so, wie die üblichen Schieß- und Schlitzspiele, denn es verfügt über ein erstaunlich großes Maß an Eleganz, sowohl im Hinblick auf die Präsentation als auch auf das Gameplay. Hitman ist kein Actionspiel. Das Tempo ist gemäßigt, das Vorgehen des Spielers stets wohlüberlegt. Die einzelnen Missionen bieten viele Möglichkeiten den Auftrag sowohl zu erfüllen als auch scheitern zu lassen und ein sauber ausgeführter Hit erfordert oft wesentlich mehr Hirnschmalz als die ganzen blöden Objektkombinationsrätsel in dem, was sich heute so Adventure schimpft. Wer auf plumpes Ballern steht, wird an Hitman wenig Freude finden. Wer es liebt, wenn ein komplexer Plan funktioniert, schon viel eher. Auch die edle Inszenierung hält da mit. Hitman ist sehr vornehm und zurückhaltend präsentiert. Orte wie Opernhäuser, Raddampfer oder Weinplantagen sind einfach nicht die üblichen Schauplätze von Videospielen. Ich wette die meisten Spieleentwickler haben in ihrem Leben noch kein Oper gehört, aber die Jungs von IO Interactive setzen im dritten Level eine Probe von Tosca in Szene. Das betrachtet man gerne als Wiedergutmachung für fünftausend Spiele voller billigem Lizenzhiphop. Gerade mir, als erklärtem Fan von Puccini, geht da schon ein bisschen das Herz auf.

Keine Frage, Hitman hat tatsächlich eine ordentliche Portion Stil und Klasse. Nicht nur verglichen mit stumpfer Ballerkacke wie Quake 4 oder reaktionärer Militärwerbung wie Ghost Recon, sondern auch ganz für sich allein betrachtet. Nur kommt man dann halt doch irgendwann wieder an den Punkt, wo man sich an sein Opfer anschleicht, die Kaliumchlorid-Spritze zückt und sich überlegt ob man das wirklich tun möchte.

IO Interactive will einem die Antwort auf diese Frage so einfach wie möglich machen und so sind die potentiellen Opfer immer irgendwelche Drogenbarone, Menschenhändler oder andere Berufsverbrecher und Schlechtmenschen, die selber keine Probleme mit so etwas hätten und es auch gerne mal spontan praktizieren. Eigentlich gibt es auch nur eine Antwort auf diese Frage, schließlich kann man den aktuellen Level nur beenden, wenn man die Zielpersonen tötet. Hitman bietet viele spielerische Freiheiten, aber die Wahl ob man tötet oder nicht, verweigert einem das Spiel. Höchstens wie und wie viel getötet wird, darf man selbst entscheiden.

Also drückt man ab. Schließlich ist eine Deinstallation die einzige echte Alternative dazu. Wer gerade 50€ für das Spiel auf den Tisch gelegt hat, wird sich dafür bestimmt nicht entscheiden, auch wenn er in dem Moment vielleicht nicht mehr ganz sicher ist, ob ein anderes Spiel nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.

Dennoch, muss man wirklich ein schlechtes Gewissen haben? Schließlich geht von der Figur eines professionellen Killers einfach eine gewisse Faszination aus. Wer die leugnet, lügt. Wir alle haben uns schon beim Schauen von Filmen wie “Day of the Jackal” dabei erwischt, dass sich ein Teil von uns wünschte, der Killer wäre erfolgreich. Viele berühmte Filmhelden sind schlussendlich oft nichts anderes als glorifizierte Berufskiller. Oder glaubt ihr etwa, James Bonds Lizenz zum Töten wäre eine Selbstverteidigungsmaßnahme?

Wo liegt die Quelle dieser Faszination? Wünschen wir uns manchmal einfach eine weniger komplexe Gefühlswelt? Ein Leben ohne Reue und Zweifel kann manchmal ganz verlockend klingen. Bewundern wir vielleicht die Perfektion und Zielorientiertheit solcher Killerfiguren? So gradlinig wie der Hitman lebt sicher keiner von uns sein Leben. Kommen da einfach unsere niederen Instinkte hoch? Bei so manch bestialischem Verbrechen hat sich sicher der eine oder andere von uns mal kurzfristig gewünscht, dem Täter einfach eine Kugel in den Kopf jagen zu können.

Am Ende wissen wir natürlich alle, dass die Welt eben komplex ist und ein Leben ohne Reue eine ziemlich traurige Existenz wäre. Uns ist klar, dass im Zickzack zu leben eben doch interessanter ist als ein Dasein auf Scheuklappenkurs. Und wenn der erste Schock erstmal verdaut ist, dann ziehen wir eben doch ein rechtstaatliches Verfahren der Selbstjustiz vor.

Dennoch, diese Gefühle und Gedanken sind da. Deswegen nutzen wir Kunst und Unterhaltung um diese zu erforschen. Bücher und Filme helfen uns dabei herauszufinden, was wir wirklich denken und fühlen. Am Ende merken wir halt, dass wir doch ganz froh sind, wenn der Schakal gescheitert ist. Videospiele erlauben es uns sogar noch viel besser die dunkleren Ecken unserer Seelen auszuleuchten, als passive Medien wie Film und Literatur. Schließlich schaue ich in einem Videospiel so einem Charakter nicht bloß bei der Arbeit zu, nein, ich bin dieser Charakter. Ich muss nicht die Handlungen einer anderen Person extern bewerten, ich muss über meine eigenen Handlungen reflektieren. Wenn es mir am Ende einer Mission etwas schwer fällt, einen Drogenbaron zu töten, dann stumpft mich das nicht ab, sondern mir wird wieder klar dass ich so was in der realen Welt eben nicht gut heißen würde.

Wie bewusst wir das tun, spielt dabei keine Rolle. Ich vermute IO Interactive hat sich solche Gedanken gar nicht gemacht. Dennoch ist Hitman sicher aus genau so einer Faszination entstanden. Was wäre wenn? IO hat ein Spiel gemacht das diese Frage beantwortet, weil sie ihnen selber auf der Seele brannte. Wir kaufen Hitman also nicht, weil wir gerne virtuell töten, sondern weil auch wir gerne die Antwort wissen würden. Egal, was wir vordergründig als Kaufgrund sehen oder angeben.

Müssen wir also ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir Hitman spielen? Nein, müssen wir nicht.

Zumindest nicht, solange wir dabei noch ein schlechtes Gewissen haben.

Weshalb Steambot Chronicles nicht Spiel des Jahres ist

Mittwoch, Juni 14th, 2006

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Steambot wer? Na Steambot Chronicles eben, auch bekannt als Junk Romance Great Action Bumpy Trot oder Relaxing Non-linear Adventure: Be A Bad Guy If you Want. Mit Bumpy Trot hat Irem ein wirklich ungewöhnliches Spiel geschaffen. Es vereint Elemente aus Animal Crossing, Harvest Moon, Guitar Hero, Dark Chronicle und Grand Theft Auto III zu einer schwer zu beschreibenden Mischung aus Action-Adventure, japanischem Rollenspiel und virtuellem Sandkasten. Zugegeben, der GTA-Vergleich ist ziemlich weit hergeholt. Wo Rockstars ebenso umstrittenes wie erfolgreiches Epos mit schneller Action und unnötiger Gewalt auftrumpft, ist Steambot Chronicles entspannt, romantisch und einfach nur nett zum Spieler. Gemein ist den beiden Spielen eigentlich nur das Gefühl eines grossen Spielplatzes, auf dem man sich nach Herzenslust austoben kann.

Wie kann ein Videospiel nett sein? Nun, Bumpy Trot vermeidet einfach alles, was den Spieler irgendwie nerven könnte. Das meiste von dem, was man so tun kann, ist optional. Wer also keine Lust hat, stundenlang im Steinbruch zu stehen und Fossilien zu suchen, der lässt es eben bleiben. Gleiches gilt für die Trotmobile Arena (Trotmobiles sind übrigens die “Steambots” des Spiels, eine Art dampfbetriebener Oldtimer auf Beinen); bis auf einen obligaten Kampf muss man dort keine Minute länger als nötig verbringen, obwohl es vier verschiedene Ligen in mehreren Städten und ein jährliches Turnier der Meister gibt. Für Freunde des gepflegten Roboter-Verprügelns ist also ebenso gesorgt wie für überzeugte Pazifisten. Dankenswerterweise nimmt das Spiel auch bei den meisten storyrelevanten Pflichtkämpfen darauf Rücksicht. Es ist egal ob man gewinnt oder verliert, solange man damit leben kann, von jedem und seinem Hund daran erinnert zu werden. Einmal habe ich es sogar mit der unrühmlichen Schlagzeile “Utter UTC failure solves railway tunnel mystery” auf die Titelseite der spieleigenen Zeitung geschafft. War aber kein Problem, ich habe mich vom Verlag einfach als Reporter einstellen lassen und für schmeichelhaftere Meldungen gesorgt.

btharmonica.JPGEin weiterer wichtiger Aspekt in Steambot Chronicles ist die Musik. So wichtig übrigens, dass Atlus den Vorbestellern der US-Version eine Mini-Mundharmonika mit Bumpy Trot und Irem-Logo hat zukommen lassen (siehe links). Schon recht früh im Spiel kriegt man nämlich das erste Instrument in die Hand gedrückt, eine Mundharmonika übrigens, und kann von da an jederzeit an fast allen Strassenecken Impromptu-Konzerte abhalten. Oder aber man rennt in die Kirche und orgelt auf einer der Orgeln rum. Man könnte sich ebenfalls in einer verruchten Kneipe ans Klavier setzen und in die Tasten hauen, aber da wurde ich immer vom Pool-Billard abgelenkt.

Ihr merkt schon, das Spiel steckt voller launiger Details. Dazu gehört auch die Idee mit den Spitznamen. Je nachdem was man so macht und wie man sich kleidet, wird man vom Rest der Welt mit verschiedenen Rufnamen bedacht. So war ich zum Beispiel die meiste Zeit als Snobbish Arachnid bekannt, weil ich den überwiegenden Teil des Spiels in einem weissen Pimp-Anzug mit meinem spinnenbeinigen Trotmobile durch die Gegend gereist bin. Wer hingegen häufig mit Baströckchen und Cowboystiefeln durch die Stadt rennt, braucht sich über den Spitznamen Exhibitionist CitySlicker nicht zu wundern. Angeblich sollen sich dadurch die Dialoge mit einigen NPCs verändern, aber das müsste ich mir beim zweiten Durchspielen erstmal genauer betrachten.

Apropos Dialoge; in einer für ein typischen japanisches Spiels geradezu revolutionären Weise hat man in Steambot Chronicles häufig ausgefeilte Dialogoptionen zur Auswahl. Obwohl die meisten nur zu überaus amüsanten Unterhaltungen führen, wirken sich einige tatsächlich aufs Spielgeschehen aus. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Klingt alles total super, oder? Warum ist Steambot Chronicles also nicht Spiel des Jahres? Nun ja, wie ihr in den Reviews lesen könnt, leidet Bumpy Trot doch arg unter seiner mittelmässigen Präsentation. Gerade die Soundschnippsel auf Mega Drive Niveau nerven bei einem Spiel, dass so einen Fokus auf Musik hat, doch sehr. Wer ausserdem Spass an den Roboterschlachten hat, dürfte mit der Virtual On Steuerung ebenso zu kämpfen haben wie mit seinen Gegnern. Viel wichtiger aber ist, dass zum Jahresende sowohl Rogue Galaxy als auch Final Fantasy XII in den Staaten erscheinen, und da wird wohl kein noch so entspannendes und nicht-lineares Adventure gegen anstinken können. Ach ja, das Beste zum Schluss: unser aller Lieblings-Nischenpublisher 505 Game Street hat sich bereits die Rechte am Spiel gesichert und wird es im Herbst in Europa veröffentlichen.

Er ist da! (Tag 2)

Dienstag, Juni 13th, 2006

08:21: Da bin ich wieder. Interessant ist jetzt die Frage, ob ich es schaffe genügend Willenskraft aufzubringen, um heute zur Arbeit zu fahren, oder ob ich das auf morgen verschiebe. Mir ist auch gerade aufgefallen, dass der Rechner im ausgeschalteten Zustand ein hochfrequentes Fiepen von sich gibt. Hat jemand eine Idee wo das her kommt und was man dagegen machen kann?

09:31: Bisher bin ich noch Zuhause und nicht im Büro. Kein gutes Zeichen. Oder ein sehr gutes, je nachdem wie man das so sieht. Ich habe noch keine weitergehende Fiepanalyse gemacht, aber gleich mache ich mal alles aus und schaue ob ich die Quelle analysieren kann. Mozbackup ist jedenfalls ein sehr praktisches Programm. Ich überlege jetzt was ich als nächstes mache. Entweder den Rechner Diplomarbeitskompatibel machen (Word + Visual Studio) oder endlich mal ein Spiel testen. Ich schätze mal es läuf auf “erst die Arbeit, dann das Vergnügen” hinaus. Mal schauen, ob der neue Rechner die Installation von VS beschleunigen kann. Wahrscheinlich nicht.

09:42: Mal kurz die Spezifikation, für alle die mitgeholfen haben und jetzt neugierig sind, was ich genommen habe: Athlon 64 X2 4200+, MSI K8N Neo4-F Board, 2GB Corsair Valueselect Speicher, Connect3D X1800XT 512MB, 250GB Samsung Festplatte, Aerocool T40 Gehäuse. Ich habe mich also für Dual Core entschieden und nicht die teure Grafikkarte genommen.

11:08: Alle Daten sind rüber kopiert und Word ist installiert. Jetzt nur noch Visual Studio installieren und dann kann ich guten Gewissens einen ersten Spieletest machen.

11:51: Jetzt wo der Rechner links steht, ist mein Mauskabel irgendwie zu kurz. Hmmm. Jedenfalls ist Visual Studio auch installiert. Jetzt stellt sich nur die Frage, mit welchem Spiel ich den Rechner mal teste. Ich schätze ich scrolle mal durch die Demos auf 4players.de.

13:08: Ich bin gerade dabei 4players.de leerzusaugen und habe inzwischen die ersten beiden Spiele laufen lassen. Test 1 war Ghost Recon Advanced Warfighter. Ein Spiel wo man TEH BESTEST OF TEH BESTEST spielt, schien mir für mich und meinen neuen Rechner genau richtig. Hauptsächlich habe ich es gewählt, weil ich es mir ausgeliehen habe und somit nicht auf den Abschluss irgendeines Downloads warten musste. Ich war jetzt allerdings nicht so richtig beeindruckt von der Grafik. War superflüssig, aber eben nicht superbeeindruckend, zumal ich kein AA bekommen habe. Test 2 war die Rolling Demo von X3. Hui, die macht ja richtig was her! Taugt das Spiel was? Da habe ich ja glatt Lust drauf bekommen. Lief auch flüssig und der Rechner ist nicht geschmolzen. Weitere Test folgen.

14:34: Ich kann an meinem Mainboard einen militärischen Rang geben. Das ist kein Scherz. Man kann im BIOS dem Mainboard mitteilen, dass es ab sofort ein Private, Sergeant, Captain, Colonel, General oder ein Commander ist. Na das ist doch mal ein nützliches Feature.

15:20: Titan Quest Demo gespielt. Ohne Ruckeln sieht es nicht nur hübscher aus, es spielt sich sogar besser. Ich kann die gnadenlos niederbrennende Sonne geradezu spüren. Moment, das liegt daran dass draußen die Sonne gnadenlos niederbrennt. Egal, jetzt wird Oblivion installiert.

16:14: Südkorea schafft den Ausgleich gegen Togo. Ich mache mir Sorgen um die Temperaturen in meinem neuen Rechner.

16:37: OK, ich habe ein Problem. Angeblich hat mein Prozessor eine Maximaltemperatur von 65°. Da komme ich Ratzfatz drüber(!), sobald ein Spiel läuft. Im Normalbetrieb habe ich eine CPU-Temperatur von 50°, das System hat 45°. Letzteres dürfte nicht wesentlich über der Raumtemperatur liegen. Die Frage ist, was ich jetzt mache. Ich traue mich nicht mal mehr Oblivion zu starten.

17:16: Gute Nachrichten. Das komische Fiepen ist weg. Anscheinend kam das noch von meinem alten Rechner. War mir nur vorher nie aufgefallen, weil der ja sowieso immer rumort hat wie ein betrunkener Zwerg beim Äxteschmieden. Die Temperaturprobleme scheine ich auch nicht wirklich zu haben. Das System fühlt sich ihnen prima kühl an, ich habe tollen Airflow und Softwaretools liefern mir bei Vollast eine Maximaltemperatur von 50°C. Vielleicht ist die Anzeige vom Gehäuse an die Grafikkarte angeschlossen?

18:17: Es scheint jetzt soweit alles in Ordnung zu sein. Das bedeutet, jetzt wird Oblivion gespielt. Ich kann somit keine weiteren Updates mehr garantieren.

Er ist da! (Tag 1)

Montag, Juni 12th, 2006

18:30: Mein neuer Rechner ist da. Erstmal ein Dank an alle Antigamer, die mir geholfen haben ihn zusammenzustellen. Den Rest des Tages werde ich live bloggen, was damit so passiert. Ihr könnt ja schon mal Wetten annehmen, ob er heute noch laufen wird.

Ich melde mich wieder, wenn ich die erste Herausforderung bewältigt habe: Das verdammte Ding aus der Kiste raus zu kriegen.

18:45: Okay, der Rechner ist befreit. Der Look des Gehäuses gefällt mir ziemlich gut, auch wenn man durch das seitliche Gitter etwas mehr vom Inneren des Rechers sieht, als mir lieb ist. Ich hoffe da leuchtet innen nichts. Da das Scharnier der Klappe links ist, muss der Rechner von jetzt an auch auf der linken Seite meines Schreibtisches stehen. Bisher war der Rechner immer rechts. Wetten ich brauche ein paar Wochen, bis mich daran gewöhnt habe ihn mit der linken Hand anzumachen?

18:47: Jetzt muss ich erstmal den DVD Brenner aus dem alten Rechner in den neuen einbauen. Wenn ich mich in 30 Minuten nicht wieder gemeldet habe, ist etwas furchtbar schief gelaufen.

19:12: Okay, das DVD-Laufwerk ist installiert. Die nächsten Schritte sind Verkabelung, der erste Start und Windows-Installation. Im Gehäuse werden mir übrigens noch zu viele Schrauben verwendet und das eben erwähnte Seitengitter ist innen arg scharfkantig. Da bin ich knapp am ersten Blutvergießen vorbei geschrammt. Am coolsten sieht innen übrigens das BeQuiet! Netzteil aus, in leicht glänzendem Schwarz und vergoldeten Lüftergittern. Zusammengebaut hat Atelco ihn sehr ordentlich. Nur die ca. fünftausend Kabel die aus dem Netzteil rauskommen waren in bisschen arg zusammengeknüllt. Fairerweise an der Stelle im Gehäuse auch nur sehr wenig Platz. Das hat die Verkabelung des Laufwerks aber nicht gerade einfacher gemacht. Drückt mir die Daumen, dass alles klappt Aber erstmal werfe ich mich unter die Dusche. Bei den Temperaturen riecht man nach zwei Stunden in einem Auto ohne Klimaanlage nämlich schnell wie ein ebgames.

19:37: Tschechien führt gegen die USA mit 3:0.

21:03: Da bin ich wieder. Zwischenzeitlich noch was gegessen, daher die Verzögerung. Es hat auch nicht geholfen, dass ich zuerst das falsche Stromkabel ins DVD-Laufwerk gesteckt habe. Leider leuchten bleide Gehäuselüfter ziemlich blau, was man durchs Gitter auch sehen kann. Das muss ich denen noch austreiben. Das blaue Leuchtpanel am Gehäuse kommt allerdings sehr stylish rüber. Jetzt habe ich allerdings das Problem, dass die XP Installation behauptet meine Platte wäre nur 130GB groß. Sollte aber 250GB sein. Fehlt mir ein Treiber? Mal schauen…

21:08: Uh oh. Mein blaues Leuchtpanel zeigt gerade einen Alarm an und piepst wie blöd. Anscheinend wird der neue Rechner gerade mehr als 55 Grad heiß. Ich glaube da sollte ich die Temperatur ab der gewarnt wird mal hochstellen.

21:14: OK, jetzt weiß ich wie man die Leuchtanzeige bedient. Zurück zur Festplattenproblematik.

22:27: Ich berichte live aus dem Hauptspeicher meines neuen Rechners!

22:29: Allerdings immer noch mit einer zu kleinen Festplatte. Irgendwelche kreativen Vorschläge? Ich kann nicht groß weiter installieren, ohne dieses Problem gelöst zu haben.

22:39: Pauls Empfehlung aus den Kommentaren folgend, starte ich jetzt die Installation von Service Pack 2.

22:40: Oder auch nicht. Bei der Überprüfung, ob mein Windows “Genuine” ist, hat Microsoft einen “unbekannten Fehler” produziert. Na, vielen Dank. (Bevor Fragen aufkommen, ja ist es. Und ich hatte damit auch noch nie Probleme.)

22:46: Dann ziehe ich SP2 halt auf die altmodische Art…

23:29: Neustart, Neustart, Neustart… (Ich glaube die 55° war die CPU. Das ist jedenfalls von den drei Werten im Display die höchste Temperatur. Die Gehäusetemperatur ist wohl nur 34°.)

23:56: Irgendwie habe ich immer noch keinen Treiber für meinen USB Controller gefunden und im Device Manager schwirrt noch so ein “unknown device” herum.

00:22: Ich habe das Festplattenproblem hiermit gelöst. Lunix FTW! Da ich morgen zur Arbeit muss, mache ich mal Schluß für heute Abend. Die Saga geht morgen weiter, dann hoffentlich auch mit Bildern.

00:49: Aha! Der USB Controller brauchte nur einen kleinen Schubs. Die Treiber waren schon da, nur nicht installiert. War wohl bei der Installation nicht aktiviert worden, weil mindestens Service Pack 1 gefragt war. Das unbekannte Gerät stellte sich als irgendein Treiber heraus, den die Grafikkarte noch zusätzlich brauchte. Jetzt habe ich keine Fehler mehr im Device Manager und alles hat einen Treiber. Wenn es nicht schon auf 1 Uhr zugehen würde, dann wäre es jetzt Zeit den Sound zu testen und dann den ersten Spieletest zu machen. Stattdessen verschiebe ich das auf morgen heute nachmittag und gehe jetzt wirklich ins Bett.

Pretty shippy…

Samstag, Juni 10th, 2006

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Das Schöne am PC ist ja, dass dort auch absolute Nischenspiele ein kleines Biotop mit akzeptablen Lebensbedingungen finden. So zum Beispiel der Ship Simulator 2006. Wolltet ihr nicht schon immer mal mit einem Schlepperschiff den Rotterdamer Hafen unsicher machen? Tja, ich auch nicht. Aber ich wette es gibt eine angemessene Anzahl von Leuten, die davon total begeistert wären. Nicht genügend um ein Konsolenspiel zu rechtfertigen, aber auf dem PC sollte das schon passen.

Wenn ich ganz ehrlich bin, finde ich solche Exoten ja doch immer ganz interessant. Allein dass man keine Terroristen erschießen muss, macht so ein Spiel ja heutzutage fast schon ganz von alleine reizvoll. Also habe ich mir mal die Demo gezogen.

Erster Eindruck: Meine Güte, das sind aber lange Ladezeiten. Zweiter Eindruck: Himmel, das ruckelt ja gewaltig. Dritter Eindruck: Gott, das sieht aber scheußlich aus. Vierter Eindruck: Du liebe Zeit, ist das langweilig.

Arbeiten wir diese Eindrücke mal der Reihe nach ab. Normalerweise haben solche Nischenspiele erfrischend niedrige Systemanforderungen. Der durchschnittliche Käufer eines Spiels wie Ship Simulator 2006, hat einfach keine X1900XT Supermega eXtreme Hyperedition SLI im Rechner stecken. Dummerweise scheinen das die Entwickler hier vergessen zu haben. Bei mir ruckelt das Spiel jedenfalls unerträglich und das erst nachdem es sich von einer verdammt langen Ladezeit erholt hat. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht so recht, woran da so lange geladen und gerechnet wird. An der Grafik sicher nicht. Häuser bestehen in der Regel aus fünf Polygonen und überhaupt ist die Küste recht spärlich besiedelt. Vor allem dafür, dass es sich dabei um den Hafen von Rotterdam handeln soll. Die Schiffe sind etwas liebevoller modelliert, leiden aber - wie alles andere auch - an brutal matschigen Texturen. Wenn es überhaupt welche gibt.

Und was macht man in der Demo so, fragt ihr? Tja wer jetzt erwartet, dass er sich Captain Smiths Mütze aufsetzen und Titanic vs. Eisberg nachspielen darf, der wird enttäuscht. Wer sich heiße Schnellboot-Action erhofft hatte auch. Stattdessen darf man mit einem Tuckerboot ein paar Wegmarken abfahren. Da kriegt man dann spannende Infos von der Sorte “das da drüben ist Hollands höchstes Haus”. Schade nur dass das höchste Haus in einem Land in dem die Leute alle in Hundehütten wohnen, eben nicht besonders hoch ist. Wenn es dann auch noch mit fünf Polygonen modelliert und mit maximal zwei matschigen Texturen ausgestattet wurde, kommt man halt nicht so recht ins Staunen.

Außerdem gibt es da noch ein Problem. Boote sind langsam. Scharping-langsam. Da es zwischen den einzelnen Wegstationen nichts zu tun gibt (selbst das Wasser ist immer spiegelglatt, bloß keine Aufregung), kommt da doch häufiger mal immer gepflegte Langeweile auf. Also macht man das, was alle machen werden. Man nimmt Kurs auf den nächsten Gastanker, gibt Vollgas und freut sich auf die Explosion.

Denkste. Selbst wenn man sich mit seinem kleinen Schiffchen quer vor ein riesiges Containerschiff stellt, das mit Volldampf unterwegs ist, wird man bloß zur Seite geschubst. Es wird zwar akribisch aufgelistet wie viel Schaden man bei sich und bei anderen angerichtet hat, aber es gibt nicht mal Dellen im Bug, und ein Sinken scheint auch nicht drin zu sein. Was ist das bitte für ein Schiffssimulator, in dem man nicht sinken kann?

Dafür gibt es einen kleinen Wackelhebel der absolut nichts zu tun scheint. Aufregend! Zusammengefasst ist Ship Simulator 2006 also in etwa so spannend wie Nasepopeln in Zeitlupe. Obwohl, stimmt nicht. Beim Nasepopeln gibt es immerhin noch ein Verletzungsrisiko.

Sehr Loco und Roco!

Donnerstag, Juni 8th, 2006

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Entschuldigt bitte den grässlichen Titel, aber ich habe gerade zum dritten Mal die LocoRoco Demo gespielt und kriege nun die absolut schräge Musik nicht mehr aus dem Kopf. Um es kurz zu machen, das Spiel rockt. Es sieht gut aus, klingt gut, ist einfach zu bedienen und führt unweigerlich zu guter Laune. Worum geht es? Nun, man spielt einen Planeten und muss den namensgebenden gelben Blob zum Levelende lotsen. Dazu tiltet man die Spielwelt mit den Schultertasten nach links oder rechts und lässt ihn durch Drücken beider Tasten hüpfen. Ausserdem kann man den Grinseball auf Knopfdruck in mehrere kleinere Blobs aufteilen und wieder zusammenfügen. Das wär’s eigentlich.

Klingt unglaublich primitiv, und ist es auch in gewisser Weise. Mehr als durch die Gegend rollen, Monstern aufs Haupt hüpfen und Blumen für mehr kleine Blobs aufsammeln gibt es in der Demo eigentlich nicht zu tun. Wenn da nicht die Präsentation wäre. Die in Pastellfarben gehaltene Welt wimmelt nur so vor knuffigen Kreaturen, die allesamt zuckersüsse Geräusche von sich geben. Zudem singt der gelbe Lachsack die ganze Zeit über in einer Kauderwelsch-Sprache, was sehr zum psychodelischen Gesamteindruck des Spiels beiträgt. Und weil ich gerade feststelle, dass sich das Ganze nur furchtbar schwer beschreiben lässt, gibt es hier gleich mal ein Video und einen Testbericht von LocoRoco. So, jetzt muss ich erstmal die restlichen Muimuis finden.