
Nachdem ich mir am Montag einige Gedanken zu Hitman: Blood Money gemacht habe, dachte ich mir, ich schaue mal nach was meine Freunde von der Printpresse so zu dem Thema zu sagen haben. Im Moment kommen ja nicht allzu viele Spiele raus, da sollte ein neuer Hitman doch für ein paar Seiten Text gut sein. Also habe ich mich in den Supermarkt begeben und mal bei diversen Magazinen die Kritiken Tests zu Hitman gelesen.
Zunächst mal ein Wort zur neuen GEE. Sie ist pink. Nicht irgendein Pink, nein, Neonpink. Kinder, so geht das nicht. Bei der Farbe kann man die Zeitschrift auf dem Band im Supermarkt nicht mal mehr verschämt unter den Schnapsflaschen verstecken. Besonders ärgerlich, da bei der GEE die Farbe eigentlich das einzige ist, was für das man sich schämen müsste. Deutschlands lesbarstes Spielemagazin findet nämlich auch zu Hitman ein paar halbwegs intelligente Worte. “Bei keinem anderen Spiel hinterfragt man sein eigenes Tun so oft wie bei Hitman”, heißt es da. Das Spiel sei vor allem Spielern mit “intakter Selbstreflexion” zu empfehlen. Ganz meine Meinung. Nur ein bisschen mehr Text wäre vielleicht nett gewesen. Die Besprechungen der Spiele sind bei der GEE doch immer arg knapp gehalten. Trotzdem, Daumen hoch.
In eine andere Kerbe schlägt die PC Action, wo man voll auf Geschmacklosigkeitskurs geht. Die Missionen seien “so unmoralisch wie noch nie” (wohlgemerkt, das hält man dort für einen Pluspunkt) und Hitman Blood Money sei endlich mal ein Spiel, dass “den Titel ‘Killerspiel’ verdient” hätte (auch das ist in der Welt der PC Action scheinbar eine gute Sache). Ist hier vielleicht ein Politiker, der diesen Steilpass nutzen möchte? Herr Beckstein? Herr Schünemann? Danke, liebe PC Action. Schön dass ihr so hart daran arbeitet uns allen das Leben schwer zu machen.
Anscheinend hält man sich dort drüben auch für witzig, was zu einigen peinlichen Momenten führt. Beispiel gefällig? In einem Kasten verkündet uns die PC Action nämlich, dass der Hitman auch Lady Di und John F. Kennedy auf dem Gewissen hätte. Haha. Ich schmeiß mich weg. Es ist meist schon schlimm genug, wenn humorlose Leute versuchen Witze zu reißen Wenn sich solche Typen dann auch noch an schwarzem Humor versuchen, kann das schon sehr unangenehm werden.
Die PC Games spart sich solche Peinlichkeiten, hat aber zum Inhalt des Spiels irgendwie gar nichts zu sagen. Oder vielleicht doch? Ich bin mir nicht ganz sicher, denn der Artikel war so öde geschrieben, dass ich mittendrin eingezzzzzzzzzzz….
Noch so ein kleiner Tipp am Rande, liebe PC Games/Action. Es verleitet nicht gerade zum Kauf, wenn ich mich beim Kiosk erstmal durch zwanzig Seiten Werbung wühlen muss, bevor ich zum Inhaltsverzeichnis komme. Immerhin könnt ihr, jetzt wo ihr ein Printäquivalent zu Popup-Ads gefunden habt, zumindest in einem Bereich mit der Onlinekonkurrenz mithalten. Super.
Jetzt zu meinen Freunden von der Gamestar. In klassischer Manier wird hier Hitman wie eine Waschmaschine getestet. Ich weiß nicht, ob Hitman ein Top- oder Frontlader ist, aber wer sich durch den drögen Artikel quält, kann das sicher herausfinden. Wie üblich ist alles voller Kästchen in denen man die Drehzahl, den Wasserverbrauch und die Seitenzahl des Handbuchs nachlesen kann. Mit anderen Worten: Die Gamestar hat nichts zu sagen, sagt es aber mit vier Seiten Text und einem Haufen von Statistiken. Quasi wie in einer VWL-Vorlesung. Oder der PC Games.
So ein leicht flaues Gefühl hatte man dann aber wohl doch gehabt, denn immerhin man in einem der Meinungskästen ein bisschen Kritik. Christian Schmidt findet da sogar recht deutliche Worte: “Kaltblütiges Ermorden von Unschuldigen darf keine Unterhaltung sein.” Warum sich solche Kritik nicht im eigentlichen Text wieder findet, oder warum diese These nicht diskutiert wird, weiß ich auch nicht. Schließlich sind die anderen Redakteure ja anscheinend der Meinung, dass das kaltblütige Ermorden von Unschuldigen sehr wohl Unterhaltung sein darf. (Wir lassen jetzt mal außen vor, dass man in Hitman keine Unschuldigen umbringen muss, wenn man nicht will, außer Drogenbarone und Sklavenhändler fallen seit neuestem unter die Kategorie “unschuldig”.) Jedenfalls sagt Michael Graf über Hitman: “Für mich ein Hit, Mann!” (haha, noch so ein Brüller) und Daniel Matschijewsky nennt Hitman einen “hochspannenden PC-Thriller”. Da hätte man doch ein interessantes Streitgespräch draus machen können. Aber das hätte die Zielgruppe wohl zu sehr verstört. Nachher entwickeln die gar noch ein schlechtes Gewissen beim Spielen von Hitman. Wo kommen wir denn da hin? So scheint der eine, einsame Meinungskasten doch ein bisschen eine Alibifunktion zu haben.
Aber hey, immer noch besser als die PC Action.
Welche Wertung gab’s denn in der Gamestar?
haha, sehr witzig geschrieben. mich würde noch interessieren was unsere liebe “wir kämpfen mit aller kraft gegen anglizismen” computer bild spiele darüber geschrieben hat.
oh je, Gamestar und PC Games, hab ich im Abo….bei dem Verriss von dir überlege ich mir echt die zu kündigen…gelesen werden sie bei mir eh kaum noch. Dein Artikel über Hitman war sehr sehr gut.
Was die Wertung betrifft: Keine Ahnung, ich habe nicht explizit nachgeschaut. Ich schätze was im 80er Bereich. Aber für diesen Tipp muss man ja weder das Magazin gelesen, noch das Spiel gespielt haben.
Die Computer Bild Spiele schaut sich keine Spiele ohne Jugendfreigabe an, somit wird Hitman darin gar nicht thematisiert.
Ich oute mich jetzt mal als Psychopath und gebe zu, dass ich bei Hitman und ähnlichen Spielen so rein garnichts hinterfrage und mich die ganze Diskussion bei diesem Spiel etwas befremdet. Was wohl auch daran liegt, dass ich mir Briefings und den ganzen Storykram eh nicht ansehe, so dass ich auch nichts über die Motivation des Killers weiss. Wenn es auf der Karte rot leuchtet wird es umgenietet, so einfach ist das.
Ausserdem wird in Hitman anders als zum Beispiel bei GRAW die Gewalt nicht glorifiziert. Man spielt keinen “Guten”, sondern einen Killer, der für Geld Menschen umbringt. Und anders als bei den üblichen Shootern wird das Spiel schwerer, je mehr Gewalt man anwendet. Müsste man die Zielpersonen nicht umbringen sondern, sagen wir mal, ihnen einen “Kick me” Zettel an den Rücken kleben, würde ich die Serie sogar als weitgehend gewaltfrei bezeichnen.
gewalt ist schön. moral und sitte sind nur schein. mord keine tat, die man rechtfertigen müsste. recht ist nicht absolut. das einzige, was einen menschen davor abhält sind seine erziehung in einer gesellschaft und seine gefühle.
oder setzt sich einer für euch für kinder in afrika ein? interessieren sie euch überhaupt? wenn ja, warum tut ihr nichts gegen ihr leid… und falls ein lügner hier behaupten würde, er täte es, dann tut er das nur halbwegs.. 20 euro im monat überweisungen um das gewissen zu beruhigen… also hört auf euch über ach so böse töten aufzuregen. ihr seid nur ein fleck biologischen materials in einem unedlichen universum. was masst ihr euch überhaupt an???
Wieso befremdet dich die Diskussion bei diesem Spiel. Ich sehe das recht ähnlich. Wenn man den Zielpersonen bloß die Brieftasche mopsen müsste, dann wäre das Spiel – so wie ich es spiele – tatsächlich komplett gewaltfrei. Ich habe es am Montag ja auch durchaus verteidigt und spezifisch die ganzen “ab 16″ Tom Clancy Spiele als wesentlich schlimmer bezeichnet. Diese Spiele führen nämlich nur zu sehr wenig Selbstreflektion und versuchen diese sogar durch ihre Inszenierung (“Du bist ein guter und total super und machst genau das richtige.”) so etwas zu unterbinden.
Was mich verdutzt ist, dass du von Spielezeitschriften einen moralischen Diskurs zu einem Spiel erwartest, das im Vergleich zu den ganzen id-Spielen und so echt Kindergeburtstag ist. Zu Hitman würde ich als Leser lediglich wissen wollen, ob irgendwelche Geschmacksgrenzen überschritten werden und nicht, ob das Töten an sich unterhaltsam sein darf sollte ich mich lieber selbst fragen.
Mein letzter Satz war ein grammatikalisches Gruselkabinett…
nein dein satz war ein gutes beispiel für effizienten sprachgebrauch. ich hab sofort verstanden was du meintest, und erst beim zweiten lesen gesehen, das da was fehlt :)
Du hast die PCPowerplaye vergessen *gg*
Mit “halbwegs intelligente Worte” meinst Du “so ähnliche Worte wie ich”?
Hmmm, eigentlich ist von den Spielezeitschriften auch eigentlich nichts zu erwarten, oder?
Wenn ich mich so umsehe, so meidet jeder halbwegs intelligente Spieler die Blätter wie die Pest, es sei denn, es ist mal eine interessante Demo oder feine Vollversion drangepappt.
Die Tests verheddern sich permanent in bunt unterlegten Wertungs-, Hardware- und “Was wir noch alles tolles wissen aber keinen interessiert”-Kästchen. Am Ende ist man dann zwar etwas schlauer als nach der Lektüre der Packungsrückseite, aber ein Zusammenhang zwischen dem teils seitenlangen Tests und der komischen, meist pseudo-wissenschaftlich ermittelten Wertungszahl erschliesst sich zumindest mir nicht.
Mal ganz davon abgesehen dass der Fokus der Damen und Herren von der Gamingpress an meinem Spielinteresse völlig vorbei geht. Manche lernen wohl einfach nie dass nichts so alt aussieht, wie der 3D-Grafik von vorgestern.
Die Gee macht optisch einen halbwegs erwachsenen Eindruck und ergeht sich auch nicht so völlig in seitenlanger Werb… ähm “Previews” heisst das ja. Doch da der geneigte Leser eh dazu tendiert sich die Informationsquellen zu suchen die seiner eigenen Meinung am ehesten entsprechen, schau ich eigentlich nichtmal da rein, sondern gleich irgendwo ins Netz.
Ach ja, eigentlich gehts ja um Gewaltdiskussion, hab ich mich wieder ablenken lassen *seufz*.
Ja Laverne, das trifft es ungefair. Wobei ich halt für jede Art von Diskurs dankbar wäre. Zum Beispiel halte ich Christian Schmidts Meinung aus der Gamestar für falsch, aber ich bin ehrlich gesagt froh, dass sich da überhaupt jemand zu geäußert hat.
Stefan, ich halte Hitman z.B. im Vergleich zu Quake 3 in keinster Weise für einen Kindergeburtstag. Eine unschuldige Frau mit einer Nagelpistole zu ermorden, weil sie mich dabei erwischt hat, wie ich einen unschuldigen Polizisten von hinten erdrosselt habe, ist dann doch schon ein paar Stufen heftiger, als Fantasymonster mit der Schrotflinte wegzublasen.
Und Hitman lädt eigentlich zum Diskurs ein, weil man die unschuldige Frau ja nicht umbringen muss.
Zur Moral:
Lange vor Pong und Tetris gab es ein Spiel namens Schach. Das Ziel des Spiels war ein gar verwerfliches: Königsmord! Zwei morallose Individuen saßen sich oft stundenlang gegenüber und planten den Mord. Hatte der König den Tod denn verdient? Hinterfragten die Mörder ihre Mission? Nein. Rücksichtlos pflügten sie durch die Reihen unschuldiger Bauern, opferten sogar ohne jede Skrupel die ihren, wenn es dem “großen Ziel” diente. Und so weiter bla bla bla.
Ich habe den neusten Hitman-Teil noch nicht gesehen, aber die ersten zeigten erstaunliche Ähnlichkeit mit Schach, der erste machte mir sogar viel Spaß – wichtig für ein gutes Spiel. Mehr als ein gutes Spiel kann ich darin allerdings nicht sehen, vor allem keine moralische Botschaft. Es gibt solche Spiele. Chrono Trigger z.B. schafft es, den Spieler dafür zu verurteilen, dass er Stunden vorher gedankenlos jemandem sein Essen wegnimmt, bloß weil er es kann. Aber eine (absichtliche) moralische Botschaft in Hitman? Beim besten Willen nicht. Nein. Kein “töten ist toll”, kein “töten ist Mist”. Nur “töten”. Wie beim Schach.
Zum Artikel:
Warum sollte man ein Spiel, in dem man einen killenden Killer spielt, nicht als Killerspiel betiteln? Deine übertriebene Trotzreaktion darauf und die Häufung solcher Beiträge in den letzten Monaten treiben mich zur Annahme, dass Du (bewusst oder unbewusst) die Argumente der Becksteins tatsächlich glaubst und Dich dafür schämst, dass Du die Spiele trotzdem spielst. Oder irre ich hier völlig?
Ja, du irrst dich völlig.
freut mich :)
Und mich erst!
Wenn du einen erbarmungslosen Killer in einem ‚Killerspiel’ spielst und dabei haufenweise Leute killst ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken oder dir darüber auch nur die geringsten Gedanken zu machen so sagt das weit mehr über dich aus als über das Spiel.
Aber ich bin auch ein verweichlichtes Weichei welches in letzter Zeit bei Galact Civilisations 2 dauerd verliert weil ich es nicht über mich bringen kann die Planeten anderer Zivilisationen grundlos anzugreifen.
@sunjumper
Was sagt das den aus? Das ich zwischen Spiel und Realität unterhscheiden kann? Das ich weiss, dass die Leute ich eben umgebracht habe nicht echt sind, ich dafür aber sehr gute Reaktionen habe? Sagt es etwa etwas darüber aus, ob ich sowas in echt tuen würde?
Ich habe Hitman (naja, Hitman 2, und auch nur die ersten 6 Leverls oder so) gespielt ohne irgendwie Reue zu verspüren, dafür aber mit ein Haufen Erfolgserlebnissen.
Wenn ich ich so ein Spiel starte, dann kopple ich das aus meinem echten Leben aus, ich weiss jede Sekunde, dass es ein Spiel ist. Dass mag daran liegen, dass ich schon seit ein paar Jahren zocken, aber trotzdem.
Zuerst mal: die GEE ist rosa?? Verdammt, da swürde erklären warum ich sie heute nicht gefunden habe. Ich dachte das wäre ein Frauenmagazin…
Alnass: Hitman ist nicht mit Schach zu vergleichen, da Schach in erster Linie ein Spiel ist. hitman zwar auch, aber Videospiele sind eben etwas anderes als Schach, weshalb Hitman um eineiges emotionaler geladen sein dürfte als ein Brettspiel.
Wie wir ja seit gestern wissen, muss etwas nicht unbedingt im Museum ausgestellt sein, um Kunst zu sein (nur ein Spaß), deswegen bin ich immernoch der Meinung Videospiele können zu mehr nutze sein als ein Brettspiel jeglicher Art.
Was mich zu etwas witerem bringt:
Mit Wii (und PS3) betreten wir gar die Welt der physischen Bewegungen und dann wird es noch ein Stückchen heftiger. Werden manche Menschen Skrupel haben eine Videospielfigur mit einem echten, real ausgeführten Stich in den Körper umzubringen?
Nein, eher nicht, denke ich, da Spiele nach wie vor Spiele sind. Man müsste es schaffen Figuren in einem Spiel so real erscheinen zu lassen (keine Grafiksache), dass sie wie echte Menschen wirken. Vielleicht ein virtueller Bodyguard, den man später erdrosseln muss? Ich denke hierbei an die alten Sonic – Titel, mit den Chaos (diesen Tamagochi – ähnlichen Wesen) oder an Nintendogs – würde jemand sein Hündchen umbringen, weil das Spiel es von einem verlangt? Hier wird es schwer und ist schon mehr Moral gefordert.
Wer weiß, vielleicht gehen Videospiele bald tasächlich den Weg der modernen Kunst? Alles ist möglich.
Oh, ich muss mich noch bei Padington bedanken, weil er meinem gestrigen Aufruf gefolgt ist (und ich versehe die Sache mit dem Pub nur zu gut): ich werfe dir hiermit eine neonpinke Kusshand zu, Padington ;)
Was iss mit der PCP!
Auch die edge hast du vergessen, momentan meine lieblingszeiten
was ich an der gee nicht mag, sind die reviews. Theoretisch ist das Sytem ja perfekt, nur praktisch happerts an allen Ecken. Die meisten Spielebesprechungen sind kurz, und sehen für mich genauso wie eine Presseaussendung oder ein Verpackugstext aus. 60 % der besprechung besteht aus Information zum Spieleinhalt, 30 % sind lob, und 10 % Kritik. Und diese 10 % sind dann meistens ein Satz. Eine wirkliche Ausernandersetzung sieht für mich ganz anders aus. ENtweder man macht längere Reviews, oder man lässt sie gleichbleiben (das wäre mal richtig geil).
anon, wenn du keine Reue verspürst, während du ein Spiel spielst, darfst du auch keine Erfolgserlebnisse haben. Sonst wärs (für mich) ein Widerspruch.
Zum Thema:
Ich verspüre beim Töten in Videospielen keine Reue. Es ist, wie anon sagt, ausgekoppelt aus meinem echten Leben (man ergänze, dass ich mich eigentlich nur aus Langeweile mit den meisten Spielen beschäftige).
Was mich eher stört, ist z.B. bei Jade Empire, oder KotoR (ist ja das selbe ;) ) so richtig den Assi raushängen zu lassen. Da antworte ich dann dem Bauerntölpel, der seine von mir gerettete Tochter alleine in den dämonenverseuchten Sumpf geschickt hat, nicht “Fahr zur Hölle, du elender Abschaum. Meine Faust wird dich zerschmettern”, sondern “Es war mir eine Ehre ihre Tochter vor den Dämonen zu schützen”. Also wie im “wirklichen” Leben. Gute Mine zum bösen Spiel. (man vermerke, dass ich Jade Empire nicht aus langeweile gespielt habe)
Also ist bei mir die Reflexion eher auf die virtuelle Konversation beschränkt (nach dem Motto: “Was sollen denn die Leute denken, wenn meinem Charakter schon Hörner wachsen?”) Wenn ich aber eine unschuldige Frau umbringe mache ich mir keine Gedanken (mehr), denn es ist in der virtuellen Spiellandschaft ja normal, das zu tun. Leider.
Grüße,
der abgebrühte Schmalhans ;)
Hmmm, Schach ist heutzutage derard abstrakt, dass es in der “Killerspiel” Diskussion eigentlich deplaziert ist. Die Figuren dürften bei den wenigsten Bezüge zur Realität herstellen.
Problematisch wird es eben dann, wenn es darum geht “menschliche” Figuren durch Spielhandlungen zu “töten”. Derzeit erübrigt sich das moralische Dilemma meist dadurch, dass die Figuren maximal menschliches Aussehen haben, aber im Prinzip hirnlose immer gleich aussehende KI-Armeen sind deren Berufsprofil BÖSE ist. In Multiplayerspielen ist das ganze ein Sport, Spielfiguren sind explizit Figuren, keine Menschen. Aber Spiele wollen zukünftig realitätsnäher sein, das Beispiel mit dem Nintendog/Tamagochi ist mal ein interessanter Ansatz… wäre spannend wie ein 0-8-15-Counterstrikdaddler mit solch einer Situation umgehen würde.
Klar ist Spiel Spiel, und Realität Realität, dennoch ist es momentan leider erschreckend wie wenig Spiele reif genug sind Gewalt wirklich zu reflektieren. Die Spiele ignorieren es selbst, die Spieler ebenfalls…
Hey, ein sinnloser Bruce-Willice-Actionfilm kann Spass machen, aber es gibt eben genügend kritische Filme…
War bei mir bei Baldurs Gate 1 & 2 genauso Schmalhans. Aber wieso ist Reue eine Bedingung für Glücksgefühle? Ich freue mich ja eigentlich niocht jemanden getötet zu haben, sondern dass ich mit meiner Maus beziehungsweise Taktik besser war als er… Es ist also mehr ein Vergleich der Fertigkeiten als die wahre Lust am Morden. Ich glaube, die verspürt niemand, der Computer spielt.
@imYemeth
Ich glaube, um wirklich Inhalte zu vermitteln sind Spiele noch nicht weit genug. Es gibt Ansätze (z.B. Call of Duty, noch nie war Krieg so real bzw. erschreckend) und die sind auch gut. Fakt ist aber, dass die meisten Spieler halt nur Ablenkung wollen und ich sehe da kein Problem. Wenn jemand ein Computerspiel ale Donnie Darko machen würde, ich würds mir kaufen, aber ansonsten eher wenige Leute glaube ich.
Anon, nicht das wir uns falsch verstehen, ich wollte dich nicht mit meiner Aussage in irgendeiner Form implizit oder explizit angreifen.
Das was die Art und Weise wie du Hitman spielst über dich aussagt, hast du schon ganz gut auf den Punkt gebracht. Du spielst das Spiel, falls ich dich richtig verstanden habe, auf einer abstrakten Ebene, du möchtest deine Mission erfüllen und wenn du dafür den ein oder anderen ‚unschuldigen’ ‚töten’ mußt ist dir das im Endeffekt auch piep egal, dir kommt es in erster Linie auf den Erfolg an. Dadurch das dieser sauer verdient ist (jedenfalls wenn du als Silent Assassin durchkommen willst) und dies einiges an Spielgeschick deinerseits erfordert kommt dann auch ein fantastisches Erfolgserlebnis auf wenn du es dann auch schaffst.
Dies ist nicht verwerflich. Es ist in der Tat nur ein Spiel und niemand kommt wirklich zu schaden und selbst, oder gerade wenn, du ein Mensch sein solltest der zu Aggressionen neigt kann dies ein prima Weg sein um diese zu kanalisieren. Ich glaube kaum, daß du im echten Leben mordend durch die Straßen ziehen würdest oder heimlich von einem Leben als Serienmörder träumst.
Nichtsdestotrotz bin ich der Ansicht das ab einem bestimmten Punkt die grenze des guten Geschmacks endgültig überschritten wird, ich finde die Idee irgendwelche Wachen oder Passanten zu beseitigen recht fragwürdig und in etwa so reizvoll wie eine virtuelle Folterung, Vergewaltigung oder Ethnische Reinigung.
Es stellt sich die Frage wie viele Leute sich überhaupt Gedanken darüber machen was sie da virtuell eigentlich tun. Richard hat ja auch nicht gesagt, daß er Hitman doof fände, sondern das er sich darüber wundert wie wenig auf die vom Spiel aufgeworfenen moralischen Konflikte eingegangen wird.
Warum ist es so vielen Leuten eigentlich so völlig egal wen sie da eigentlich
abmurksen?
Es ist ja nicht so als ob es in solchen Spielen eine Brechtsche Nervensäge gibt die einen ständig daran erinnert, daß man nur ein fiktionales Werk konsumiert. Ein wirklich gutes Spiel vor allem ein wirklich gutes First Person Spiel läßt einen voll und ganz in die Welt eintauchen in der man sich gerade befindet. So werde ich beispielsweise bei Aliens vs. Predator werde ich zum Marine der voll Adrenalin gepumpt durch die Gänge schleicht im Bewußtsein demnächst als Wanddeko zu enden oder bei SWAT zum Polizisten der die Wildesten träume von gewissen Innenministern war werden läßt.
Aber dies führt auch dazu, daß es zumindest für mich einige Dinge gibt die ich nicht mal im Spiel machen würde und dazu gehört das verkörpern von moralisch minderwertigen Subjekten oder das Töten von unschuldigen (God of War’s Opfersequenz war für mich das frühe Ende dieses Spiels). Ich persönlich finde so was extrem geschmacklos und unnötig. Was dazu führt das ich mich wundere wie andere Menschen es schaffen solche Dinge so vollständig auszublenden und zu ignorieren.
Der anonyme Heini da oben bin übrigens ich.
P.S. Würden die Spiele den Tod eines Menschen zu realistisch aussehen lassen würden viele Menschen diese nicht mehr Spielen.
P.P.S. Was rede ich da, die Leute würden sich daran gewöhnen und es ignorieren.
Nach dem mich ein Amerikanischer Nachrichten Sender mit der Enthauptung von Herrn Burke zum Abendessen überraschte, habe ich Zweifel daran, daß es zu realistisch werden kann. Man gewöhnt sich daran und macht weiter wie bisher…
@anon: du sagtest aber, dass, sobald du ein Spiel startest, das Spiel aus der realen Welt ausgekoppelt sei. Insofern dürftest du gar nichts fühlen. Weder Glücksgefühle noch Reue. Das war für mich der Widerspruch
@sunjumper
Kein Problem, hab mich auch nicht angegriffen gefühlt.
Das mit dem Geschmack ist so eine Sache: Das einzige Spiel (das ich kenne), dass meiner Meinung nach die Grenze des guten Geschmacks übertreten hat, ist Postal 2. Auch wie ich mich bei einer ingame ethnischen Säuberung bzw. Vergewaltigung verhalten würde weiss ich nicht. Ansonsten habe ich niemals irgendwie gezögert.
Ich glaube, das liegt daran, dass sich die meisten Spieler, so auch ich, nicht voll und ganz in das Spiel hineinversetzen. Ich gehe zwar schon auf die Spielwelt ein, versetze mich in des Szenario und in die Geschichte, aber da ist immer noch eine Barriere (keine Brechtsche Nervensäge, aber vielleicht das Gefühl, immer “nur” auf einen Monitor zu schauen?). Das mag entweder daran liegen, dass man als Spieler abgehärtet ist, oder dass man sich gar nicht ganz und gar auf das Spiel einlassen will, weil man nur Unterhaltung sucht. Auf jeden Fall denkt man nicht drüber nach, man tut es einfach. Wieso also darüber nachdenken, was man da gerade tut?
Die einzigsten Spiele bei denen ich bewusst moralisch handel sind RPGs. Wieso, weiss ich nicht. Ich glaube inerseits, weil ich so mehr Quests bekomme. Andererseits, weil ich da mich selbst spiele. Weil ich mich bewusst mit dem Charakter indentifiziere, weil ich da den Drachen töte, weil RPGs mich doch irgendwie fesseln.
@Schmalhans
Ich weiss was du meinst, ich versuchs mal zu erklären.
Die Taten Ingame sind ausgekoppelt, ich nehme sie also als nicht real wahr. Auf der anderen Hand sehe ich jetzt die vom Spiel vergebenen Punkte, die vorgegebenen Ziele als real wahr. Es ist real, dass ich besser (hoffentlich) als jemand am anderern Ende der Leitung bin.
Also das Spiel und die Regeln sind real, was aber vom Spiel simuliert wird ist es nicht. Ich spiele das Spiel, versetze mich aber nicht hereien. Ich denke ich schalte einfach jegliche Empathie aus, wenn ich spiele. Hoffentlich ist es jetzt klarer.
Mich wundert eigentlich nicht, dass die Spielepresse das Spiel so unkritisch bewertet. Die Zeitschriften versuchen nur selten bestimmte Inhalte zu thematisieren und wenn doch, dann nur sehr oberflächlich. Oft geschieht dies nur an Titeln, die sich durch bestimmte Merkmale krasser von den anderen hervorheben und dadurch eher im Fokus der Medien stehen. Ein öffentlicher Diskurs kann in Zeitschriften auch nicht stattfinden, da der einzelne Leser eigentlich keine Möglichkeit hat, seine Position kundzutun. Leserumfragen oder -briefe sind keine geeigneten Mittel und bieten imo nur eine Alibifunktion um sowas wie “Fakten der Spieler” für Spieler präsentieren zu können.
Spiele erscheinen wohl unter anderem dann bedenklich, wenn der Spieler vor einem moralischen Dilemma steht, sei es weil er jmd “umbringen” muss oder egal wie er sich entscheidet einen “Verlust” hinnehmen muss. Das Ganze wird unter Umständen schwierig, wenn der Spieler in seinen möglichen Handlungen keine für ihn vernünftige Alternative auswählen kann. Bei den meisten Spielen ist es dann einfach ok, Leute zu killen, da diese die Bösen sind und der Spieler der Gute. Sie sind auch spieltechnisch in einer Weise abgesteckt, dass der Spieler keine andere Wahl hat als so zu handeln. Hier wäre angebrachter zu fragen, warum ein Grossteil der Spiele dies zum Inhalt hat?
zum Spiel:
HITMAN bietet im Gegensatz zu seinen Genre-Vertretern etwas mehr Spielraum und eröffnet verschiedene Vorgehensweisen, um zum Ziel zu gelangen. Das Ziel selbst ist fast immer das Eliminieren einer oder mehrerer Personen in einem bestimmten Setting. Vom Spielgefühl her erinnert mich das alles eher an Thief – Dark Project als an Titel wie CoD, MoH oder GRAW. Diese versuchen eine wesentlich realisterische Umgebung zu schaffen, die ich wesentlich bedenklicher finde. Da wird, wie es so treffend geschrieben wurde, der Krieg glorifiziert und wenn man so will entstellt und verharmlost.
Ich muss zugeben HITMAN gefällt mir und ich finde es zum Teil recht herausfordernd, weiss aber selbstverständlich dass es sich um ein Spiel handelt. Vielleicht lässt sich der Vorgang des Spiels eher mit dem eines Films vergleichen, nur dass man die Ausführung selbst durchführt. Der Reiz liegt sicher darin, die Möglichkeiten auszuloten, seine Umgebung und die Personen zu beobachten um dann die Missionsbedingungen zu erfüllen. Der “Tötungsakt” ist für mich eher nebensächlich, da es genauso gut etwas anderes sein könnte.
anon schrieb:
“Ich glaube, um wirklich Inhalte zu vermitteln sind Spiele noch nicht weit genug. Es gibt Ansätze (z.B. Call of Duty, noch nie war Krieg so real bzw. erschreckend) und die sind auch gut.”
Das sie nicht weit genug sind, liegt aber weniger an der Technik als an den Inhalten. Spiele müssen nicht real wirken oder technisch auf dem neuesten Stand sein um etwas zu vermitteln. Hier ist auch die Frage, was sollen sie vermitteln oder viel wichtiger noch, können sie überhaupt etwas vermitteln? Die erwähnten Spiele können das meiner Meinung nach nicht.
@sebastian
Warum ist es bei den meisten Spielen ok die Bösen zu töten?
Weil man die Bösen braucht, um sich selbst als Held zu fühlen. Das ist eine altbewährte Formel, die findest du in vielen Bücher und Filmen, z.B. Herr der Ringe oder Terminator. Gut gegen böse, schwarz gegen weiss. Sin City ist da ein imho sehr gutes Beispiel: der ganze Film ist ein Kreuzzug von einigen wenigen Guten gegen viele Bösewichter. Ich glaube auch, dass das ein menschliches Bedürfniss ist oder Gefühl, keine Ahnung wie ich das sagen soll, das man als guter Held gegen die böse Welt steht.
Natürlich geht es auch anders. Aber der einzigen Grund warum dies in omputerspielen Anstoss erregt, ist dass der Spieler hier zielen und abdrücken muss. Ob das moralisch verwerflicher oder verderblicher ist, als eine Buchseite umzublättern ist meiner Meinung nach fraglich. Ich sehe da keine grosse verbindung zu einem echten Morden.
Wie gesagt geht es auch anders, aber um innere moralische Konflikte bzw. Konflikte zwischen den Charakteren darzustellen bieten sich meiner Meinung nach eher Bücher an.
Momentan sind Computerspiele halt eher das Medium für die schnelle Triebbefrieigung, für schnelle Unterhaltung. Das dass nicht an der Technik liegt, ist klar. Es liegt eher an der Auffassung von Spielen in der Gesellschaft. Ich glaube sie sind noch nicht Mainstream genug (bzw. jetzt sind sie es, waren es aber lange nicht) und werden auch nicht ernst genug genommen, als dass sich Künstler (oder auch einfach jemand, der was vermitteln will) mit ihnen befassen würden. Und welcher Publisher würde das finanzieren wenn er eher einen neuen SciFi- oder Zweiten-Weltkrieg-Shooter auf dem Markt werfen kann? Bis sich das ändert, blieben Computerspiele eher der Unterhaltung vorbehalten.
PS.: Natürlich ist Call of Duty “nur” ein beliebiger FPS, aber als ich CoD gespielt habe, war es das erste mal, als die Erzählungen eines zweiter-Weltkrieg-Veteranen in meinem Kopf Form annahmen. Und als dann in Berlin die Sojwetoffiziere Deserteuere erschiessen, das Landungsboot neben dir von einer Stuka versenkt wird und du ohne Waffe an die Front geschickst wird um die Waffe von einem vor dir laufenden aber bald toten aufzusammeln. Wow. Das ist imho keine Glorifizierung. Das ist nich heldenhaft, obwohl ich verstehe, dass das Spiel so aufgefasst werden kann. Aber ich empfand da Abscheu. Das hat mich nicht davon abgehalten abzudrücken, aber es hat einen Eindruck hinterlassen, mehr als zB Der Soldat James Ryan oder eine Doku im Fernsehen, einfach wegen der Immersion.
Stalingrad war heftig.
Was mir vorallem bei dem Spiel gefehlt hat war eine durchgängige Story. Einen Soldaten mit seinen Kameraden zu begleiten anstatt einzelne Missionen abzuleisten, die zwar gut gemacht waren aber eben keine richtige emotionale Atmosphäre aufkommen lassen.
Zum Thema Call of Duty:
Also ich persönlich hasse es ja, sog. “Antikriegsfilme” zu schauen, oder Kriegsspiele zu spielen. Denn hier empfinde ich erstmals ein Gefühl von Abscheu, weil ich weiß, dass es Kriege gegeben hat, gibt und geben wird. Und da möchte ich nicht unbedingt dabei sein. Solange es aber um ein Weitergeben von geschichtlichen Fakten geht bin ich gerne dazu bereit, mir soetwas mit Interesse anzuschauen/zu lesen (z.B.: Dokumentationen, Bücher). Sazu brauche ich aber seltenst Bilder oder Videos dieser Kriege, denn ich habe eine Vorstellungskraft. Wenn sich dann aber Hollywood und spätpubertierende Spieleentwickler an soetwas aufgeilen (oder auch nur Geld verdienen wollen) und diese schrecklichen Sachen dann noch nachstellen, finde ich das sehr verwerflich. Also ich weiß nicht, was an Der Soldat James Ryan “anti”-Krieg sein soll. Für mich ist das einfach nur eine Nachstellung, die man so nicht braucht. Es gibt genug originale Bilder oder Filme, die von Zeitzeugen aufgenommen wurden. Und diese sind schrecklich genug.
Nennt mich einen Ignoranten, der sich nicht für die Vergangenheit interessiert (warum auch immer), aber Call Of Duty habe bei der ersten Mission abgebrochen und sofort deinstalliert.
Und Hitman (ich beziehe mich hier nur auf Hitman Contracts) ist mir in dieser Hinsicht dann doch etwas abstrakter.
Hab mich wieder verzettelt. Habt Nachsicht bei meinen grammatikalischen Konstruktionen
Gerad beim Film verwischt seit einigen Jahren die Grenze des Gut-Böse-Schemas. Das findet man noch am ehesten Spielberg Filmen. Bei Sin City findet man das eigentlich nicht mehr, dennoch “verbündet” man sich mit dem Schurken, dem Underdog der Geschichte, dem man seine Schwächen und Fehler verzeiht, weil der Gegner ein noch fieserer und üblerer Knilch ist, der hingerichtet werden muss. Oder so ähnlich. ;-) Bei Sin City bin ich sehr gespalten, einerseits ist es optisch sehr gelungen und einer Comic-umsetzung imo am nächsten wie kein anderer Film. Andererseits ist es einer der wenigen Filme, in denen Gewalt in extremster Weise inszeniert wird.
anon schrieb:
Ich würde nicht behaupten und Spiele sind nicht weit genug verbreitet. Das sind sie mittlerweile in der Tat. Diejenigen, die sich noch nicht eingehender mit Spielen auseinandergesetzt haben, dürften wirklich ein etwas anderes Bild von Spielen haben oder vermittelt bekommen haben durch die Medien oder zum Teil durch die Spieler selbst.
Es stimmt schon, die Spiele der grossen Produktionsstudios sind reines Entertainment, wenn auch auf sehr hohem technischen Niveau.
Es gibt jedoch einige Leute, die die Spiele nutzen um eigene Geschichten zu erzählen. Sogenannte Machinima bedienen sich der technischen Fähigkeiten moderner Spiele und erzählen mit Hilfe dessen eigene Geschichten. Die Autoren schaffen zum Teil sehr glaubwürdig ihre Geschichten zu erzählen indem sie sich der Elemente des Spiels bedienen. In einigen Fällen würde ich schon behaupten, dass diese erstellten Filme einen künstlerischen Anspruch besitzen und über den normalen Spielinhalt weit hinausgehen.
Oder um ein anderes konkretes Beispiel zu nennen – das Spiel Second Life – welches ich zwar selbst bisher nicht gespielt habe, worüber man aber (neben WoW) am meisten lesen kann. Dort können die einzelnen Teilnehmer die Welt mitgestalten und eigene Gegenstände, Umgebungen, Szenarien basteln. Unter anderem hat jmd ein Spiel im Spiel “Second Life” konzipiert, an dem andere teilnehmen können. Es gibt durchaus Leute, die sich dem Medium Computerspiel auf andere Weise nähern und Neues damit erschaffen, evtl gar Inhalte vermitteln.
zu CoD:
klar es ist ein gut gemachtes Spiel, bei dem viele die Atmosphäre schätzen. Dennoch erscheint mir der Anspruch der Realität mit dem auch dafür geworben wird nicht gerechtfertigt. In erster Linie wird Unterhaltung geboten wie du schon meintest, weniger korrekte geschichtliche Informationen aufbereitet.
Zum Artikel nochmal: Die PC Action ist ja schon seit längerem nicht mehr wirklich ernst zu nehmen, nicht weil die Scherze der Redaktion in den Artikeln und Texten so gelungen sind, sondern weil die Zeitschrift nur noch aus jenen Kalauern besteht. Schaut man im Netz nach seriöseren Quellen, wird man durchaus fündig und entdeckt die eine oder andere kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Computerspiel. Leider weniger zum Thema Gewalt, aber es wird sich zunehmend kritischer mit dem Medium auseinandergesetzt.
Naja, es gibt Spiele die “tiefer gehen”, die sich z.B. mit psychologischen oder existenziellen Fragen auseinandersetzen, und das nicht nur als Alibi, sondern als Hauptthema. Erwähnt seien hier mal “A Mind forever Voyaging”, “Planescape: Torment” oder “Silent Hill 2″… aber das sind Einzelfälle, die in der Spieleflut eigentlich eher untergehen.
Irgendwo beim grumpygamer gabs so ne Diskussion schonmal, ob Spiele Kunst wären und die Meinung war irgendwo zwischen “nein” und “bis auf wenige Ausßnahmen nein”.
Was allerdings auch am Publikum liegen könnte. Die meisten Spieler sind noch recht jung, für etliche Generationen sind Computerspiele allenfalls in der Werbung präsent, anfangen können sie damit nichts. Wer weiss wie sich das ganze entwickelt, wenn auch die Spielerschaft älter und anspruchsvoller wird…
ja mein gewissen, ich fang gleich an zu weinen. jetzt wo ich drüber nachdenk, könnt ich die pate-serie und leon auch gleich wegschmeißen. lieber ein geiles gta kaufen, da kann man rumfahren, die aussicht genießen, mal wo was abholen…
Das Publikum für Spiele dürfte nicht nur aus der jüngeren Generation bestehen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Spieler sollte jenseits der 20 sein, da sie mit Computerspielen gross geworden sind und einige Konsolengenerationen miterlebt haben. Die Spielerschaft ist schon erwachsen geworden, nur die Spiele sind es oft nicht, auch wenn diese eine USK-Empfehlung ab 16-18 tragen.
Kann gut sein finde ich, vielleicht kommen uns manche Spiele wegen unserem Alter so doof vor.
…Gott ich werde Alt…
(…Ja ich hab in 3 Wochen GB) ;D
Bin ich eigentlich der Einzige den sowohl diese Thematik als auch das Spiel so gar nicht tangieren? Hitman ist öde (und die ewige Gewalt-Diskussion ist noch viel langweiliger).
*gelangweilt in die Gegend gähn*
Also meiner Tochter gefiel die neue Ausgabe der GEE so gut, dass sie sie mir gleich geklaut hat …
noch einmal schlafen dann ist DS Lite-Zeit *freu*
In der Hoffnung bei den anwesenden Emotionszombies etwas Empathie zu wecken:
Seht dies.
@Sunjumper: Ken Ishii! Yeah! Nicht ganz so gut wie sein Anime-Clip (imo), aber sehr schöne Idee. Und hat mich mehr berührt als der ganze Hitman-Kram..
Ich bin zwar kein grosser Freund von Ken Ishii, aber das Video ist super! Wenn ich Biologielehrer wäre, würde ich das den Blagen in der fünften Klasse zeigen.
und für die Gewalt Fans unter uns:
http://www.newgrounds.com/portal/view/316541
Also Hitman hab ich durchgezockt und das Game hat einige Schwächen vor allem in der KI aber es ist kuhl und der Spielspass hat mich persönlich gefesselt, auch wenn meine Katze dabei draufging >.