Archiv für Juli, 2006

Ganbatte, 360-kun!

Freitag, Juli 28th, 2006

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Also eins steht bei näherer Betrachtung mal fest: wenn die Xbox 360 in Japan endgültig scheitern sollte, dann liegt das mehr an der Apathie der Konsumenten als am Ehrgeiz der dortigen Entwickler. In den letzten Wochen bin ich jedenfalls aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen, als ich die angekündigten Spiele für Microsoft Maschine gesehen habe. Lassen wir die altbekannten Kandidaten wie etwa Mistwalkers Rollenspiel-Epos Blue Dragon mal kurz ausser acht und wenden uns lieber den etwas exotischeren Titeln zu, auf die geneigte Importierer einen Blick werfen sollten. Wofür sind Blogs schliesslich sonst da.

bulletw.jpgDer erste Kandidat in der Reihe “altbackenes Spielprinzip mit hübscher Hauptdarstellerin” ist Bullet Witch von AQ Interactive, von dem der ein oder andere vielleicht schon mal was gehört hat. So wie ich das sehe ist Bullet Witch ein ziemlich stumpfer Run&Gun-Shooter Marke Gungrave mit zumindest in den Trailern auffälligen Framerate-Problemen und scheinbar akuter Ideenlosigkeit. Aber hey was soll’s, das Design ist gelungen, und immerhin hat das Spiel Hexen und Kanonen. Das ist allemal besser als die sonst üblichen grimmigen Machomacker. Leute mit locker sitzender Kreditkarte sollten allerdings erstmal abwarten, ob das Spiel auch auf PAL-Konsolen läuft. Da es gestern in Japan rausgekommen ist sollten die ersten Erfahrungsberichte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Einen Termin für eine US- oder Europa-Veröffentlichung gibt es jedenfalls noch nicht.

Während Bullet Witch locker auch den Geschmack der westlichen Welt treffen sollte, dürfte The Oneechanbara X - The Devil Evolution Human (einfach den linken Button klicken, es sei denn ihr seid gerade bei der Arbeit) bei den meisten europäischen Spielern nur heftiges Stirnrunzeln verursachen. Gut gebautes Bikinigirl verdrischt Zombies (siehe oben) scheint der Grundtenor dieses Spiels zu sein. Nun gut, wer’s mag. Es gibt durchaus doofere Spielkonzepte, wie etwa “grau-in-braun gehaltener WW2-Shooter mit Huha-Musik und Realismusanspruch - Nr. 245″. Ich war übrigens erstaunt zu lesen, dass The Oneechanbara wohl eine ganze Serie von Spielen ist, deren letzter Teil neben so illustren Kandidaten wie GTA 3 in Japan auf dem Index gelandet ist. Wer jetzt immer noch Interesse an dem Spiel hat, kann sich ja mal ein Video der PS2-Version ansehen und schon mal auf eine japanische 360 sparen. Die Chancen eines Amerika- oder gar Europa-Releases liegen garantiert im einstelligen Promille-Bereich, und aus irgendeinem perfiden Grund sind die meisten asiatischen 360-Titel mit Region Lock versehen.

idolm2.jpgGut festhalten, wir betreten jetzt zuckersüsses Territorium. Mit The Idolmaster spendiert uns Namco ein 360-Spiel, wie es japanischer nicht sein könnte. Wobei “uns” natürlich ein Euphemismus erster Klasse ist, denn wenn es nicht gerade um Tekken&Co geht wird der Rest der Welt von Namco normalerweise wie ein Aussätziger behandelt. Sei’s drum, das Interesse an einer Popsternchen Aufzucht-Simulation dürfte im Westen eh nicht allzu gross sein. Es sei denn es hat vor kurzem eine Kulturrevolution gegeben, von der ich nichts bemerkt habe. Und weil Youtube so prima ist, gibt es natürlich auch zu diesem Spiel haufenweise Videos. HAPPY DAY GO! Na ja, Rockstar Ate my Hamster hat mir irgendwie besser gefallen.

Auch Squenix kümmert sich nach dem umwerfenden Erfolg von Final Fantasy XI weiterhin mit Begeisterung um die Xbox 360 (war gar nicht so einfach das zu schreiben, ohne dabei laut zu lachen). Project Sylpheed vom “lasst uns die Fans beleidigen“-Team GameArts sieht aus wie ein stinknormales Weltraum-Ballerspiel, nur eben in hübsch. Der erste Teil hat die Kritiker ja schon nicht gerade vom Stuhl gehauen, aber warten wir’s mal ab, vielleicht ist GameArts ja noch zu einer Steigerung fähig. Ahahaha!

senkonor.jpgZu guter letzt gibt es da noch Senko no Ronde Rev.X, zu dem ich an anderer Stelle ja schonmal ein paar Worte verloren habe. Auch auf der Xbox beharken sich zwei Spieler in einer bizarren Mischung aus Prügelspiel und Kugelhagel-Shmup, und wechseln bei Bedarf in eine Bildschirm-füllende Bossform für massiven Schaden. Erste Spielberichte klingen sehr positiv, auch wenn ich persönlich vom hohen Projektilaufkommen etwas überfordert bin. Am besten seht ihr es euch selbst mal an. Ach ja, auch dieses Spiel läuft nur auf japanischen Konsolen, und ein Erscheinen in Europa halte ich doch für ziemlich unwahrscheinlich.

Aber bevor jetzt die ersten Tränen der Bitterkeit fliessen möchte ich nur mal kurz darauf hinweisen, dass auch in Asien nicht alles Eitel Sonnenschein ist. Gerade heute habe ich gelesen, dass japanische Xbox-Besitzer eine Petition ins Leben gerufen haben, um auch endlich Oblivion in die Finger zu bekommen. Das Leben ist eben überall scheisse.

Benny Hill Show mit Axtmörder

Mittwoch, Juli 26th, 2006

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Und weils so schön war gleich noch ein Kurztest hinterher (keine Angst, das wird kein Dauerfeature). Haunting Ground ist ein Horrorspiel, in dem man als einzige Waffe einen Hund hat. Wenn man sich nicht gerade vor dem Jahrmarkts-Flüchtling Debilitas unterm Bett versteckt oder seinen Fasso auf einen unsichtbaren Karatealchemisten loslässt, löst man ziemlich dämliche Resident Evil Rätsel. Die schicken Zwischensequenzen können auf Dauer leider nicht über das dürftige Spielprinzip hinweg täuschen, das eh zu 30% aus Fanservice besteht.

~ The End ~

Ist das noch ein Spiel?

Dienstag, Juli 25th, 2006

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Genau die Frage kam mir vor ein paar Tagen in den Sinn, als ich gelesen habe, dass Baito Hell 2000 demnächst in Europa veröffentlicht wird. Genauer gesagt als ich mich daran erinnerte, dass ich schon vor einiger Zeit etwas darüber gelesen habe, und zwar hier.

Um es mal kurz zusammenzufassen: In der Nebenjob-Hölle 2000 erledigt man kleine Spielchen, für die man meistens nur ein oder zwei Knöpfe braucht, und kriegt Geld dafür. Von der Belohnung kann man dann weitere Minispiele kaufen. So weit, so bekannt/geklaut. Aber! Im Gegensatz zum offensichtlichen Vorbild Wario Ware gibt es kein Zeitlimit und keine Leben. Man spielt eben so lange wie man Lust hat, und hört dann irgendwann auf. Wie die im Link beschriebene Kugelschreiber-Fabrik etwa; die Stifte kommen vor einem statischen Hintergrund reingescrollt, und wenn sie in der Mitte des Bildschirms sind setzt man per Knopfdruck eine Kappe drauf. Ab und zu ist ein Kugelschreiber verkehrt herum, dann muss man erst einen anderen Knopf drücken. Das wars. Für jeden zusammengesetzten Stift kriegt man einen Yen. Die Geldleiste am unteren Bildschirmrand hat 24 Stellen.

Ist es das, das fehlende Bindeglied zwischen Videospielen und (in Ermangelung eines besseren Begriffes) elektronischer Unterhaltung? Nach oben hin sind Videospiele ja inzwischen ziemlich gut ausgelotet. Titel wie Virtua Fighter, Baldur’s Gate oder F355 Challenge sind sowohl von ihrer Bildsprache als auch ihrer Spielmechanik her so komplex, dass man ohne einen soliden Spielhintergrund keinen grossen Gefallen an ihnen haben dürfte. Besonders in den letzten paar Jahren scheint es aber zunehmend abstraktere Spiele zu geben, die selbst die simpelsten Anforderungen an ein “Spiel” zu ignorieren scheinen. Und damit meine ich nicht nur “einfach zugängliche” Spiele wie etwa Wario Ware.

Nehmen wir mal Electroplankton für das DS. In diesem, nun ja, Softwarepaket erzeugt und variiert man durch einfache Eingaben Klangmuster. Man agiert und bekommt ein audiovisuelles Feedback, wie bei jedem Spiel. Allerdings werden andere grundlegende Konzepte einfach über den Haufen geworfen, nämlich Können und Belohnung. Klar, könnte man jetzt sagen, das ist ja auch kein Videospiel im eigentlichen Sinne. Aber schauen wir uns mal ein anderes Beispiel an: Katamari Damacy. Das einzige, was Katamari Damacy von Elektroplankton unterscheidet ist das Zeitlimit. Glaubt ihr nicht? Na dann schaltet mal den Eternal Modus frei und rollt ein wenig ohne Zeitdruck durch die Gegend. Der Unterschied ist verblüffend. Wo man vorher krampfhaft nach dem nächstgrösseren Stück für seinen Klebeball gesucht hat, kann man jetzt völlig unbekümmert die Gegend erkunden und sich eigene Ziele setzen, wie etwa auf diesen grossen Hügel rauf zu kommen.

Natürlich gab es solche Grenzgänger auch schon früher. Man denke nur mal an Little Computer People auf dem guten alten C64. Dann gab es die berühmt-berüchtigten Tamagotchis und heute eben Nintendogs. Aber das ist eben nur ein Aspekt abstrakter Unterhaltung. In der Zwischenzeit haben wir ausserdem noch so Sachen wie The Endless Forest, Second Life, Façade oder aber den Klassiker Alter Ego dazu bekommen, die sich geschickt jeder Klassifizierung entziehen. Und scheinbar werden es von Jahr zu Jahr mehr. Keine Herausforderung, keine Belohnung, kein Ziel. Einfach nur - ja was eigentlich… Spiel? Spass? Faszination? *seufz* Es ist einfach zu warm für so schwierige Fragen.

Traditionelles japanisches Rollenspiel, fünfter Teil

Montag, Juli 24th, 2006

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Hier mal ein Kurztest von Suikoden V, für Leute die die vorherigen Teile (mit Ausnahme von IV) mochten: Suikoden V ist wie der erste Teil, nur grösser und epischer. Die einzigen Schwachpunkte sind längere Ladezeiten an allen Ecken und Enden, die Klamotten des Hauptcharakters und doofe Echtzeitkämpfe zwischen den Armeen. Ansonsten ist aber alles cremig. Das Spiel kommt im Herbst in Europa raus.

~ The End ~

Der Antigames Award™ “für besondere Inkompetenz” geht an…

Sonntag, Juli 23rd, 2006

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Überraschung, die Gamestar! Die neue Ausgabe ist nämlich raus und sie sorgt wieder mal dafür, dass ich meinen Glauben an die Menschheit verliere. Aber fangen wir von vorne an. Titelstory Dickster Test der aktuellen Ausgabe ist Prey. Das überrascht nicht wirklich, schließlich ist diesen Monat sonst absolut nichts raus gekommen, schon gar nicht für den PC. Prey erhält von der Gamestar eine Wertung von 87%. Auch das ist nicht überraschend, obwohl Prey sicher nicht so herzlich empfangen worden ist, wie sich das 3DRealms und Human Head gerne gewünscht hätten. Gamespy konnte sich gerade Mal zu 3,5 Sternen hinreißen lassen, Gamespot hat nur 7,5 Punkte dafür übrig gemacht, mache sind noch deutlicher geworden und die Verkaufszahlen haben auch noch keine Kassen in Brand gesetzt.

In Deutschland hat es das Spiel - obwohl es als einzige Neuerscheinung im Moment den Markt quasi für sich hat - gerade mal auf Platz 5 der Media Control Charts geschafft. Wohlgemerkt, nur im PC Segment. Selbst das EA Spiel zur Fußball-WM geht noch besser, obwohl selbst die “schwarz-rot-geilsten” unter uns inzwischen die Fahnen wieder eingerollt haben. Die schwachen Verkaufszahlen dürften unter anderem daran liegen, dass Prey halt nicht wirklich toll ist. Allein das Kerngameplay ist nicht besonders gut umgesetzt und fällt gegen Spiele wie HL2, FEAR oder selbst Quake 4 doch gewaltig ab. Tja, und ein Shooter in dem das Shooten nicht so richtig Spaß bringt, der hat auch keine guten Noten verdient. Zum Teil liegt es sicher auch daran, dass Protagonist Tommy ein absolutes Oberarsch ist, der in den ersten fünf Minuten seinen Großvater beleidigt, seine Freundin anmault und dann zwei Leuten mit einer Rohrzange den Schädel einschlägt, weil sie seine Freundin angemault haben. Symphatisches Kerlchen.

Allerdings es ist ja nicht die Aufgabe der Gamestar-Redaktion Spiele zu bewerten, sondern Magazine zu verkaufen. Da sich aber ein Magazin, dass kein einziges gutes Spiel enthält nicht wirklich verkaufen kann und die letzten Quartalszahlen der Gamestar gar nicht gut aussahen (-11% verkaufte Auflage und deutliches unterschreiten der magischen 300.000 Grenze), muss man sich beim Spielen von Prey eben die rosarote Brille aufsetzen. Dann sehen die Level auch nicht mehr so aus, als wären sie aus Fäkalien konstruiert, das Auswürfeln einer Wertung im oberen 80er-Bereich fällt nicht mehr so schwer und dem Leser fällt vielleicht nicht so sehr auf, dass das Heft sonst voller Perlen wie “Dr. Grips Gehirntrainer” (29%), “Sky Aces - Reichsadler” (19%) und “Pro Angler” (24%) ist.

Aber ganz ehrlich: Die Wertung von Prey ist mir herzlich egal. Genau so wie das Spiel. Wenn die Verkaufszahlen der ersten Woche ein Indikator sind, geht es auch dem Rest der Welt so. Was mich dann aber doch auf die Palme gebracht hat, war die Begründung für den Gamestar Award, den man dem Spiel an die Backe geklebt hat. Den hat es nämlich “für Ideenreichtum” bekommen.

Eigentlich kann man den Award sogar irgendwie nachvollziehen. Das Spiel hat ja tatsächlich einige halbwegs frische Ideen dabei. Mit Schwerkraftplatten an der Wand zu laufen, haben wir zwar schon ein dutzend Mal gemacht, aber eben noch nicht in einem Shooter. Die Portale sehen zumindest grafisch sehr cool aus, auch wenn sie sehr gerne als Ausrede verwendet werden, um Monster direkt hinter den Spieler zu beamen. (Hmm, steht das vielleicht in den Lizenzbedigungen für die Doom 3 Engine?) Dann gibt es da noch dieses Indianerzeugs mit der Astralprojektion. Auch schon gehabt, aber eben auch noch nicht mit Indianern und noch nicht in einem Shooter. Und hey, welches andere Spiel hat schon ein Körperteile scheißendes Riesenrektum? Auf solche Ideen muss man erstmal kommen!

Insofern war mir erst nicht klar, warum mir dieser Award so furchtbar falsch vorkam. Nach ein paar Minuten hat es dann aber Klick gemacht. Mir fiel nämlich ein anderes Spiel ein. Eines der besten Spiele des letzten Jahres. Ein Spiel, das einen größeren Ideenreichtum hatte, als alle anderen Spiele des letzten Jahres zusammen. Ein Spiel, das trotz alledem (und trotz diverser anderer positiver Eigenschaften) bei der Gamestar bloß magere 77% bekommen hat. Ihr wisst schon. Psychonauts.

Also habe ich noch mal nachgeschaut. Hat Psychonauts auch so einen Award bekommen? Bestimmt. Muss ja. Wenn Prey den verdient hat, dann hat Psychonauts ihn mit drei goldenen Sternchen am Bande verdient. Bestimmt haben die Gamesternchen das richtige getan und auch Psychonauts diesen…

Nein. Haben sie nicht.

Ich bin jetzt zu der Erkenntnis gekommen, dass die Gamestar in Wirklichkeit gar kein Spielemagazin ist. Tatsächlich ist sie eine Verschwörung, um mich in den Wahnsinn zu treiben. So schockierend inkompetent kann man nämlich gar nicht sein. Selbst nach Jahren der Abstumpfung durch das Testen von Klassikern wie “Dark Vampires” (20%) kann man Videospiele nicht so hassen, dass man solchen Schwachsinn verzapft. Man kann einfach nicht. Ich weigere mich, das zu glauben.

Und jetzt entschuldigt mich. Ich gehe ein bisschen nach draußen, meinen Kopf gegen die Wand schlagen. Immer und immer wieder. Bis der Schmerz aufhört.

Meinen die mich?

Samstag, Juli 22nd, 2006

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Sucht doch mal bei Google nach Wii Screenshots. Fällt euch was auf? Genau, ebenso häufig wie Bildschirmfotos findet man Bilder von hippen jungen Leuten, die sich mit einer Wiimote in der Hand zum Hampelmann machen und dabei offenbar grossen Spass haben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ist das jetzt doof oder genial? Wenn man zynisch ist (und ich habe bei jedem Level Up immer fleissig Punkte in Zynismus gesteckt), dann will Nintendo mit solchen Fotos anscheinend von der Grafik ablenken. Denn mal ehrlich, das hier zum Beispiel sieht bei aller Grosszügigkeit doch einfach nur zum Gruseln aus. Aber dann packe ich einfach einen energisch dreinschauenden Typen dazu und -hoppla- auf einmal sieht das Spiel wesentlich interessanter aus.

Zudem sollte einem nach kurzem Nachgrübeln klar sein, dass es sich bei den Bildern um Bullshots handelt. Oder denkt ihr etwa, die Entwickler hätten sich ein paar modebewusste, politisch korrekte Models ins Studio geladen und die dann im Pausenraum an einem Wii-Prototypen spielen lassen? Eben. Im Gegensatz zu den so euphemistisch betitelten “target renders” für die Konsolen der Konkurrenz (”wir hoffen, das unser Spiel irgendwann mal so gut aussieht”) soll hier eben das tolle Spielgefühl mit Nintendos Ex-Revolution eingefangen werden. Was uns zu der ursprünglichen Frage bringt. Wer zum Henker soll mit diesen Bildern eigentlich erreicht werden? Abgebrühte Spieler wie ich jedenfalls nicht, denn ein Bild wie dieses hier entlockt mir nur ein müdes Grinsen. Wer Call of Duty so zu spielen versucht, kann sich die verwaschene Grastextur sehr bald von Nahem ansehen. Die Mütze ist allerdings ziemlich schräg. Ausserdem habe ich genug Fantasie und Spieleerfahrung um mir ziemlich gut vorstellen zu können, wozu so ein Fernbedienungs-Controller so alles gut sein kann.

Wen will Nintendo also sonst mit sowas zum Kauf animieren? Gelegenheitsspieler etwa? Also solche Leute, die sich selbst nie als Spieler bezeichnen würden, aber trotzdem eine PS2 für Singstar und Buzz neben dem Fernseher stehen haben. Mmm, eigentlich ganz clever… aber ich sehe da das Problem, dass dieser Typ von Konsument nicht im Internet nach Screenshots stöbert. Solange diese Art von Wii-Werbung nicht in Lifestyle-Magazinen abgedruckt wird, posen die schicken jungen Leute also für eine völlig falsche und noch dazu undankbare Zielgruppe. Na ja, schauen wir mal. Vielleicht legt Grafik des Wii ja vor dem Launch noch ein gutes Stück zu. Dann braucht man sie auch nicht mehr hinter hübschen bunten Bildern zu verstecken.

Dinosaurierherstellung

Freitag, Juli 21st, 2006

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Es gibt ein neues Paraworld Video namens “Birth of a Dinosaur“! Dinosaurier, Baby! Dieses Video zeigt nicht das Spiel, sondern die Entstehung eines Spinosaurus Aegypticus Zebrastreifus. Warum sie ganz am Schluss noch die blöden Zebrastreifen hinzugefügt haben, weiß ich auch nicht. Sorgen machen mir auch die furchtbare Musik (die hoffentlich im Spiel nicht auftauchen wird) und der Titel des Videos. Liebe Paraweltler: Dinosaurier werden nicht geboren, sie schlüpfen! Aus Eiern! (Oder wenn sie von Hasbro sind, auch aus Blisterpackungen.) Geboren werden sie nie. Aber egal, solange das Spiel selber bald endlich mal schlüpft, lasse ich auch so was auf mir sitzen.

Mahlzeit!

Freitag, Juli 21st, 2006

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Dummerweise habe ich gerade keine Zeit für richtige Beiträge. Aus irgendwelchen Gründen scheint mein Chef nämlich der Meinung zu sein, dass ich ihm für mein Gehalt irgendwie Arbeit schulde. Sehr komisch. Ich hoffe, dass ich ihn noch vom Gegenteil überzeugen kann. Wenn nicht, hecke ich gerade einen Fluchtplan über die Hintertür aus. Vergnügt euch in der Zwischenzeit mit dem neuen Trailer von Cooking Mama fürs DS.

Das haben wir davon

Sonntag, Juli 16th, 2006

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Stefan hat gestern einige interessante Sachen zum Thema “Alte Spiele auf neuer Hardware” gesagt. Keine Frage, das ist ein großer Trend. Jede der Next Gen Konsolen verspricht nicht nur Rückwärtskompatibilität zu ihrer direkten Vorgängerhardware, sondern soll es auch erlauben alte Spieleklassiker runterzuladen und zu spielen. Tatsächlich bietet die Xbox 360 beides, wenn auch nicht immer mit einer perfekten Umsetzung.

Ich finde das absolut großartig. Nicht weil ich sonderlich viel Interesse daran habe, meine Abende im Jahre 2006 mit Frogger oder Joust zu verbringen, sondern weil das einen unglaublich wichtigen Beitrag zur Erhaltung von alten Spielen leistet. Auf dem Gebiet geschieht nämlich bisher erschreckend wenig.

Bei Gemälden, Filmen und Musik wird oft unglaublich großer Aufwand getrieben, um alte Werke zu erhalten. Bilder werden aufwendig restauriert, Musik wird immer wieder auf neue Trägermedien kopiert und Filme werden aufwendig gelagert oder remastered. Trotzdem herrscht in diesen Gebieten ein erstaunlicher Schwund. Wie viele Gemälde sind für immer zerstört worden? Wie viele interessante Musikaufnahmen sind in irgendwelchen Archiven verrottet? Es wird geschätzt, dass von allen Filmen die in der Stummfilmzeit gedreht worden sind, nur noch 15% existieren. Es gibt Schauspieler, die in ihrer Zeit riesige Stars waren, die 40 Filme gedreht haben und von deren Werk nur noch zwei oder drei Streifen erhalten sind. Gerade aus der Frühzeit des Fernsehens existiert kaum noch eine Aufnahme, weil einfach keine Aufnahmen gemacht wurden und selbst Filme von berühmten Regisseuren wie Hitchcock sind für immer verloren gegangen.

Die Gründe für solche Verluste sind vielseitig. Manchmal sind es Unfälle (viele Filme sind in Lagerbränden verschwunden, weil das verwendete Celluloid sehr leicht brennbar war) und manchmal sind Gewaltakte schuld daran (mit dem World Trade Center ist eine nicht unerhebliche Menge an Kunst zerstört worden). Häufig ist es aber einfach Gier oder Ignoranz. Wer weiß wie viele Werke einfach weggeworfen wurden, weil einfach keiner daran dachte, dass sie es Wert sind aufbewahrt zu werden oder weil einfach keiner mehr Lust hatte die Lagerung zu bezahlen?

Die Aufbewahrung alter Spiele braucht zwar wenig Lagerplatz, hat aber ihre eigenen Tücken. So reicht es zum Beispiel nicht, einfach eine Kopie des Spiels irgendwo zu lagern. Wichtig ist auch der Erhalt des Quellcodes, um ein späteres Remastern der Spiele zu ermöglichen. Gerade in dem Bereich dürfte schon massiver Schaden angerichtet worden sein. Ich bin mir sicher, dass nur noch für einen Bruchteil aller erhaltenen Spiele der Quellcode existiert. Das kann selbst bei recht neuen Spielen der Fall sein. Wenn das Studio pleite geht, wird halt einfach der Server abgeschaltet, die Platte formatiert und fertig. Außerdem reicht es auch nicht, einfach das Spiel und dessen Quellcode sicher aufzubewahren. Man braucht auch die nötige Hard- und Software um das Spiel abzuspielen. Sonst steht man in 50 Jahren mit einem Haufen digitaler Daten da, die völlig unlesbar und somit wertlos sind. Idealerweise erhält man nicht nur die Hardware und die passenden Betriebssysteme, sondern auch davon wiederum die Pläne und den Quellcode. Nur so kann man sicherstellen, dass man auch auf der Hard- und Software der Zukunft noch einen passenden Emulator entwickeln kann. All das ist nicht trivial und mit erheblichem Kosten- und Zeitaufwand verbunden.

Am Ende gibt es zu nur zwei Gründe, welchen diesen Aufwand für jemanden rechtfertigen. Der erste Grund ist die Erkenntnis, dass es sich dabei um Arbeiten handelt, die einen künstlerischen oder historischen Wert haben, der hoch genug ist, um eine aktive Erhaltung sinnvoll scheinen zu lassen. Gelder für diese Art der Erhaltungen kommen meist vom Staat oder von Stiftungen. Es sollte klar sein, dass bei diesen Institutionen noch kein Bewusstsein für Videospiele als Kulturgut existiert. Glücklicherweise haben die Spielefans hier einen großen Beitrag geleistet. Abandonware-Seiten und die Emulationsszene haben sich zwar immer in einer legalen Grauzone bewegt, aber ich mir sicher dass zukünftige Generationen sehr dankbar für ihre Arbeit sein werden.

Der andere Grund ist schlichtweg Geld. So haben Filmstudios schon lange gemerkt, dass ihr Katalog an alten Filmen eine Menge Geld wert sein kann. Das war nicht immer so. Bevor es Fernsehen oder VHS gab, konnte man Filme nur im Kino sehen. Wenn die Zeit eines Filmes im Kino abgelaufen war, wurde er quasi wertlos. Aber auf DVD werden auch 60 Jahre alte schwarz-weiß-Filme, ja sogar Stummfilme plötzlich wieder bares Geld wert. Auch die Musikindustrie wird noch in 50 Jahren ordentlich Geld mit Elvis Presley und neuen Tupac Singles machen können, solange sie das Quellmaterial sorgfältig aufbewahrt.

Genau diese finanzielle Motivation für die Aufbewahrung von Spielen taucht jetzt durch die neue Generation von Hardware auch für die Spieleindustrie auf. Eingebaute Massenspeicher, weit verbreiteter Internetanschluss und die Bereitschaft online zu bezahlen, machen für die Publisher plötzlich Spiele wieder interessant, die vor ein paar Jahren finanziell noch völlig wertlos waren.

Das ist gut so, denn alte Spiele müssen erhalten werden. Manche weil sie historisch interessant sind. “Raid on Bungeling“ Bay ist zum Beispiel kein sonderlich tolles Spiel, aber es wird als erstes Spiel von Will Wright irgendwann mal einen nicht unerheblichen kulturhistorischen Wert haben. (Und dessen Indizierung wird für Deutschland ziemlich peinlich sein.) Selbst Spiele die in 20 Jahren den künstlerischen und historischen Wert von radioaktivem Sondermüll haben werden, wie zum Beispiel nahezu alle Spiele die in den letzten Jahren bei EA entwickelt wurden, sollten aufbewahrt werden, und sei es nur als warnendes Beispiel. Andere Spiele müssen erhalten werden, weil sie schlichtweg gut sind. Ich wette zum Beispiel, dass sich die ganzen alten Mario Spiele genauso gut spielen, wie New Super Mario Brothers, wofür ich gerade ohne mit der Wimper zu zucken 38€ auf den Tisch gelegegt habe. Bei Tetris weiß ich sogar, dass es sich noch genau so gut spielt wie an dem Tag an dem es designed wurde.

Live Arcade, Nintendo Virtual Console und wie sie alle heißen, werden nicht alle Spiele retten, aber eine ganze Menge. Vor allem weil sie bei den Spielvertrieben ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass es sich lohnen kann, seine alten Spiele mit etwas Sorgfalt zu behandeln.

Dafür bin ich sehr dankbar. Auch wenn 4,65€ für Joust heutzutage vielleicht ein bisschen viel ist.

Vorwärts in die Vergangenheit

Samstag, Juli 15th, 2006

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Die Konsolenmacher scheinen eine neue Goldgrube gefunden zu haben: olle Kamellen. Klar, schon zur Regierungszeit der Pharaonen packten Publisher ein paar “Klassiker” mit fragwürdiger Spielbarkeit in einen schicken neuen Karton und verlangten königliche Unsummen für den Spass. Während das Geschäft mit den Antiquitäten der Softwaregeschichte bisher allerdings nur ein nettes Zubrot war, scheint es sich in der kommenden Konsolengeneration zum essentiellen Standbein zu mausern. Sowohl Microsoft als auch Sony und Nintendo versprechen exquisites Retro-Vergnügen für ihre Konsolen. Dabei gibt es die Spiele der jeweils letzten Generation dank Abwärts-Kompatibilität bei allen dreien umsonst. Microsoft versucht sich bereits mehr oder weniger erfolgreich an einer Softwarelösung (August 05: “Xbox 360 will be backward compatible with the top-selling games on Xbox“; Juni 06: “nobody is concerned anymore about backward compatibility“; ein paar Tage später “We’re going to get darn close to that stated goal of every title done“), Sony verspricht wie üblich das Blaue vom Himmel (”Sony is very concerned about quality and backward compatibility. They want to get this right“) und Nintendo hat ohne grosses Mediengetöse Anschlüsse für Cube-Zubehör in sein Wii eingebaut.

Diese positive Seite der Retromanie ist durchaus Applaus wert, schliesslich zwingt niemand die Konsolenmacher, kostenlos für ein grösseres Portfolio zu sorgen. Ausserdem sieht man ja am Beispiel der 360, dass man bei halbherziger Arbeit eher Undank als Lob erntet. Kritisch finde ich es allerdings, wenn gerade für die ganz alten Klamotten plötzlich Geld auf den Tisch gelegt werden soll. Man sehe sich zum Beispiel einmal das Xbox Live Arcade Aufgebot von Midway an: Gauntlet, Joust, Robotron und Smash TV bringen die 80er auch in dein Wohnzimmer, für geschmeidige 4,65€ pro Stück. Beziehungsweise 400 “Points”, diese gestaltlose neue Währung, die man nur in furchtbar ungeraden Blöcken kaufen kann. Was man mit den überzähligen Punkten anstellen soll? Blöde Frage, mehr kaufen natürlich bis es wieder passt. Nicht verwechseln sollte man die Punkte übrigens mit den Punkten, will sagen dem noch viel nutzloseren Gamer Score. Ernsthaft, ich dachte anfangs wirklich, man könnte mit Erfolgen in den Spielen anschliessend Sachen vom Xbox-Marktplatz kaufen. So ein bisschen wie die Nintendo STARS eben. Pustekuchen.

Aber genug des Microsoft-Gebashes; was macht derweil die Konkurrenz? Wenn man den Versprechungen von Sony glauben schenkt, dann kann ihr eigenes Live-Derivat Kaffee kochen, Krebs heilen und die nächste Bundestagswahl gewinnen. Sprich, was Genaues ist noch nicht bekannt. Da die Playstation-Macher allerdings Meister des Strg-C/Strg-V sind, rechne ich fest mit einem Multiplattform-Release von Frogger et al. Konkreteres weiss man dagegen zum Thema PSP trifft PSone. Nach Angaben eines britischen Magazins sollen bis Ende nächsten Jahres etwa 7.000 PS1-Spiele zum Download bereitstehen, was Sony bisher allerdings mit einem “na ja, schauen wir mal” kommentiert. Angeblich sollen die Oberkracher Final Fantasy VII und VIII, Silent Hill und Castlevania zu den ersten neuerdings portablen Spielen gehören. Das klingt doch fast schon zu schön, um wahr zu sein.

Ähnliches hört man von Nintendo. Dank Virtual Console sollen auf dem Wii tonnenweise alte Spiele laufen, von Miyamotos gesammelten Mariospielen seit den seligen 8-bit Zeiten über Mega Drive-Spiele bis hin zu PC-Engine Klassikern. Im Einzelnen wird es natürlich von den jeweiligen Rechteinhabern abhängen, was wir uns legal runterladen dürfen und was als lieblos aufgemotzte Neuauflage zum Vollpreis ins Regal gehängt wird. Auf den ersten Blick prima klingt das Angebot aber allemal.

Trotzdem bin ich neulich ins Grübeln geraten. Machen wir als Kunden bei der Sache wirklich so ein gutes Geschäft? Zwar kennt noch niemand die Preise für den PSP-Download-Service und die Virtual Console, aber wenn man Live Aracde als Massstab anlegt, dann wird die Vergangenheit so richtig teuer. Wenn ein Spiel aus der Zeit unserer Ahnen schon 4 1/2 Eypos kostet, was sollen wir dann für “neuere” Sache anlegen? 10€? 15€? Wer weiss, aber demnächst kommt ja Street Fighter 2 für Live raus, dann sehen wir weiter. Apropos SF2, fällt da jemandem was auf? Richtig, das Spiel gibt es schon für die alte Xbox. Als Hyper Version (quasi ein “Best of” Street Fighter 2), mit SFIII: 3rd Strike, Live-Unterstützung für beide Spiele und dem passenden Animé. Und das im Ausverkauf für ungefähr 600 Points. Problem nur, die Anniversary Collection gehörte bei weitem nicht zu den “top-selling games on the Xbox”, daher gibt es auch keinen Patch, damit es auch auf der 360 läuft. Lieber nehmen Microsoft und Capcom einen noch nicht genauer definierten Geldberg für den nicht mehr ganz frischen Urahn aller Prügelspiele, und hauen wie nichts Gutes auf die Hypepauke. Nicht dass ich den Leuten Absicht unterstellen würde, ich impliziere sie nur. Oh, ich vergass übrigens zu erwähnen, dass man mit seinen überzähligen Points auch klitzekleine Bilderchen kaufen kann, zum Preis von etwa 30 Cent pro 64×64-Jpeg. Okay!

Für die Publisher ist so ein Retro-Downloadservice jedenfalls eine Lizenz zum Geld drucken. Wenn die Emulation erstmal steht, braucht man nur noch einen Server mit fetter Bandbreite, der Rest passiert von alleine. Entwicklung und Vertrieb fallen raus, Überkapazitäten und Händlermargen sind Schnee von gestern. Kein Vergleich zu den von allen Seiten beklagten irrsinnigen Entwicklungskosten für die neuen Konsolen. Und das Beste daran, der Kunde zahlt freiwillig für Onlinegebühren und Speichermedien. Ein Schlaraffenland. Und was springt für uns dabei raus? Was unterscheidet so ein Stück runtergeladener Software von der bisher üblichen Emulation, wenn man die offensichtlichen rechtlichen Unterschiede mal für einen Moment beiseite lässt? Wohin mit den so erworbenen Spielen, wenn man die Konsolen irgendwann einmal auf dem Dachboden einlagert? Wieviel darf man für so alte Sachen denn heute noch verlangen? Fragen über Fragen. Gewöhnt euch aber schon mal dran, dass die Vergangenheit in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen wird als bisher.

Nachtfalken

Mittwoch, Juli 12th, 2006

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Es war kein guter Tag für Raz. Mittags hat er sich wieder mit seinem Vater gestritten, auch wenn er schon gar nicht mehr weiß, worum es eigentlich ging. Abends kam dann der Anruf mit den Verkaufszahlen von Psychonauts. Danach ist er ein paar Stunden einsam durch die Nacht gewandert, einfach um den Kopf wieder frei zu kriegen. Jetzt versucht er seine kalt gewordene Seele mit einem Kaffee aufzuwärmen. Ohne großen Erfolg…

Mit Ben und Laverne hat es die Zeit auch nicht gut gemeint. Lavernes psychische Probleme sind in den letzten Jahren immer schlimmer geworden und Ben hat inzwischen sein Motorrad verkauft, weil kein Geld für Alkohol mehr da war. Die Einstellung von Full Throttle 2 war nicht einfach für ihn. Hin und wieder treffen sich die beiden nachts in Tim’s Café Americain und reden über die gute alte Zeit, als die Zukunft noch voller Möglichkeiten schien. Irgendwie gehen sie nach diesen Abenden immer noch ein Stück einsamer nach Hause.

Nur Manny hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Immerhin hat er einen Job, auch wenn die Zeiten, in denen er sein eigenes Casino hatte, lange vorbei sind. Trotzdem, er ist bisher immer auf den Füßen gelandet, warum nicht auch diesmal? Klar, Glottis Freitod vor zwei Jahren war ein herber Rückschlag, aber man darf nie verzweifeln. Wer weiß, vielleicht ruft schon morgen Tim Schafer an und erzählt von seinen Plänen für Grim Fandango 2. Wenn nicht, dann wird halt weiter Kaffee ausgeschenkt.

Morgen ist Samstag. Da kommt manchmal Sam vorbei, erzählt die neuesten Geschichten von Max und berichtet über die Arbeiten an seinem neuen Spiel.

Das macht Mut.

Geburtstag!

Montag, Juli 10th, 2006

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Jawohl, liebe Antination, wir haben Geburtstag. Heute gibt es Anitgames seit einem Jahr. Am 10ten Juli 2005 musste Hendrik erschreckt feststellen, dass er schon 5 Tage seines Lebens mit WoW verbracht hatte und freute sich außerdem über die Ankündigung von Sin: Episodes. Aus irgendwelchen Gründen beschloss er diese Erkenntnisse zu bloggen. Antigames war geboren.

Ich will euch nicht mit einem “Best of” langweilen, aber zumindest folgenden Meilenstein muss ich noch schnell erwähnen: Am 9. August 2005 erschien der erste Beitrag zum Thema Dinosaurier. An diesem Tag wurde auch unser bis heute gültiges Motto geboren.

Dummerweise haben wir heute keine Zeit für eine große Party. Die vier großen Ds stehen uns im Weg: Diplomarbeit, Dissertation, Deadline und Anerkennungsjahr. Okay, Anerkennungsjahr fängt nicht mit D an. Aber Dinosaurier! Also werdet jetzt bloß nicht kleinlich.

Trotzdem gibt es heute ein Geschenk. Allerdings nicht von uns, sondern von Antileser Aulbath. Der hat uns als Präsent nämlich ein ziemliches cooles PDF gebaut. Randvoll mit Videospielen. Und Dinosauriern! Extrem cool. Wir danken und wünschen allen viel Spaß damit.

Von uns wird es aber auch noch Geschenke geben. Ein fettes Antigamesgeburtstagsdinosauriergewinnspiel ist in Arbeit. Bis dahin müsst ihr euch aber noch ein kleines bisschen gedulden. Wegen der Ds halt. Bis dahin nur so viel: Wärmt schon mal Photoshop vor.

In der Küche steht übrigens Kuchen. Bedient euch.

Videospieler sind klar im Vorteil

Samstag, Juli 8th, 2006

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Sollte die Zukunft der Menschheit irgendwann einmal von einer souveränen Powerpoint-Präsentation abhängen, täte der dann regierende Weltenrat gut daran, einen Videospieler an die Front zu schicken. Ich bin vorhin von einem Ärztekongress wiedergekommen, bei dem die Damen und Herren Doctores medicinae sowie sonstiges Geschmeiss (also ich) aktuelle Forschungsergebnisse vorstellen konnten. Zu meiner Verblüffung musste ich feststellen, dass die meisten Redner mit der durchaus simplen Präsentationstechnik überfordert waren.

Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach: der im Saal aufgebaute Laptop kommt mit einer Fernbedienung mit ganzen drei Tasten. Die Taste oben links blättert ein Bild vor, die oben rechts eins zurück und der Trigger auf der Unterseite aktiviert den Laserpointer. Vorwärts, rückwärts, zeigen. Klingt einfach, oder? Die traurige Wahrheit ist, dass selbst abgebrühte Chirurgen und Endoskopie-Spezialisten (Endoskope sind übrigens schwieriger zu handhaben als der Steel Batallion Controller) hilflos durch ihre Folien stolperten, und die unfreiwillige LASIK-Behandlung durch unbedachtes Pointergewinke hat in der Summe garantiert 50 Dioptrien an Hornhautabschleifung bewirkt. An der Aufregung kann es eigentlich nicht gelegen haben, mir haben schliesslich auch die Hände geschwitzt, und trotzdem konnte ich noch vorwärts und rückwärts auseinander halten.

Sobald es Trauma Center auch für das Wii gibt, muss ich mit der Konsole unbedingt mal bei uns in der Uniklinik auftauchen. Irgendwer muss der Ärzteschar schliesslich beibringen, wie man ein Skalpell richtig führt.

Bunte Klötzchen

Mittwoch, Juli 5th, 2006

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Alexey Pajitnovs Tetris könnte als eines der großen Meisterwerke des 20ten Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Ich vergesse immer wieder, wie gut es ist. Das ist super, denn so kann ich es alle paar Jahre neu entdecken. Es ist heute so frisch und spielbar wie vor über 20 Jahren. In weiteren 20 Jahren wird sich daran nichts geändert haben. Ich behaupte mal, dass Tetris auch in 200 Jahren noch existieren und den Leuten unzählbare Stunden ihres Leben rauben wird. Oder versüßen, je nachdem wie man das betrachtet.

Umso trauriger ist, dass Tetris DS eine ziemlich altbackene Umsetzung dieses klassischen Spielprinzips ist. Mit seiner pixeligen Grafik und den thematischen Anleihen an diverse Nintendo-Klassiker, versucht es Retro-Charme zu versprühen, wirkt dabei aber eher lustlos. Eine schlicht-moderne Präsentation, vielleicht inspiriert vom DS Lite wäre mir lieber gewesen. Auch die diversen neuen Spielmodi sind alle ziemlich nutzlos, spaßfrei und haben zum Teil nur wenig mit Tetris zu tun. Am Ende spielt man einfach nur den klassischen Modus.

Der ist immerhin solide implementiert, auch wenn das kontroverse Hover-Feature aus Tetris Worlds wieder dabei ist. Immerhin gibt es einen drahtlosen Zweispielermodus. Meisterwerk oder nicht, für 35€ hätte ich mir zumindest eine bessere Präsentation gewünscht. Mehr als zwei Einstellungen im Optionsmenü wären vielleicht auch nicht schlecht gewesen. Trotzdem werde ich heute Nacht wohl wieder von bunten Klötzchen Träumen. Währenddessen könnt ihr in den Kommentaren mal euren Highscore posten.

Meiner ist 247.208, bei Level 18. (Standard/Marathon)

Über Dinosaurier, Piraten, Ninjas, Aston Martins, Baggerfahren und das Bürgeramt

Dienstag, Juli 4th, 2006

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Ich war bei Karstadt. Eigentlich war ich in der Stadt, weil ich zum Bürgeramt musste, aber draußen ist es so warm, dass ich als erst mal ein Geschäft mit Klimaanlage aufgesucht habe. Karstadt halt.

Als erstes war ich in der Spielwarenabteilung. Für meinen Geschmack gibt es da im Moment nicht genug Dinosaurier. Es gibt noch die Legodinosaurier, aber das war’s! Ziemlich erschreckend, ehrlich gesagt. Das blöde Autopimpen hat übrigens auch vor Modell- und ferngesteuerten Autos keinen Halt gemacht. Mindestens die Hälfte aller Wagen kommen jetzt mit Spinning Rims oder gar austauschbaren Tuningteilen. Furchtbar. Außerdem ein Problem: Nicht genug Aston Martins. Trotzdem war es nicht so einfach, da wieder rauszugehen ohne was zu kaufen. Es gibt ein paar Sachen, die relativ teuer sind (z.B. Legodinosaurier), aber die meisten Sachen sind überraschend günstig. Man glaubt gar nicht, für wie wenig Geld man inzwischen ein ferngesteuertes Auto bekommt.

Sehr interessant auch, dass Nintendo seine eigene kleine Ecke in der Spielzeugabteilung hat. Allerdings auch nur Nintendo. Spiele und Hardware von Sony und Microsoft gibt es nur in der Videospieleabteilung. Nintendo haben sie da natürlich ebenfalls, aber wer will, der kann seine DS oder Gamecube Spiele auch noch bei den Spielzeugen kaufen.

Am besten aber war das Piratenspielset, das direkt neben dem Ninjaspielset hing. Pirates vs. Ninjas! Zu dumm, dass ich keine Kamera dabei hatte.

Dann natürlich ab in die Videospieleabteilung. Da war eine Mutter mit ihren zwei kleinen Töchtern, die das neue Pirates of the Carribean Spiel für den GBA haben wollten. Ich zitiere die Mutter: “Gämmboi Ättvantz? Ey spinnt ihr? Das kriegen wir in der Türkei für acht Euro, ey!”. Frisch importiert aus China, schätze ich.

Karstadt (in Münster) hat übrigens Project Rub für 15€. Kaufen! Die Collector’s Edition von Driv3r kostet da auch 15€. Davon würde ich aber die Finger lassen, selbst wenn der Packung ein echtes Auto beliegt.

Auf der Packung von Rush for Berlin steht hinten übrigens drauf: “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!”. Sehr geschmackvoll.

Nintendo hat ein Gewinnspiel für Tetris DS gemacht. Dabei muss man Aufkleber in Form von Tetrisklötzen (ich weigere mich sie “Tetrominos” zu nennen!) so auf eine Fläche kleben, dass nichts frei bleibt. Ganz witzig gemacht, zumal es tatsächlich eine Minute Gehirnschmalz erfordert. Das Beste aber ist der Preis, den man dabei gewinnen kann: Einmal Baggerfahren lernen für die ganze Familie!

In der Warteschlange auf dem Bürgeramt habe ich dann die Warpkanone zu Welt 5 gefunden. Alles in allem also ein produktiver Vormittag, auch wenn ich nicht weiß, ob ich die richtige Art von Führungszeugnis bestellt habe. Anscheinend gibt es die in Vanille und Erdbeere. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Vanille brauchte, aber die freundliche Dame vom Amt hat darauf bestanden, es müsste Erdbeere sein. Wir werden sehen…