“Alle populistischen Schnellschützen müssen beschämt sein”

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Erfreuliches gibt es heute bei heise online zu lesen. Das Bundesjugendministerium hält die bestehenden Regelungen zum Jugendmedienschutz offenbar für ausreichend und entzieht den Stammtisch-Tieffliegern, die sich vor allem aus dem Unionslager rekrutieren, damit fürs Erste die Lufthoheit. Die fordern schon seit Jahren ein Verbot von “Killerspielen”, was immer das auch sein mag, und haben sich diese Klausel auch im schwarz-roten Koalitionsvertrag festschreiben lassen. Dabei leuchtet mir ja durchaus ein, dass man der derzeitigen Gewaltfixierung der Branche notfalls auch gesetzlich einen Riegel vorschieben sollte, aber bei jeder Gelegenheit gleich nach Verboten schreien zu müssen finde ich – gelinde gesagt – ziemlich albern. Besonders wenn man die beliebte Politiker-Technik des “Pudding an die Wand nagelns” verwendet und sich nur ja nicht auf irgendwas festlegt.

Worum geht es denn nun genau? Laut heise hat die FDP eine kleine Anfrage zum Thema Jugendschutz an die Bundesregierung gestellt und bekam als Antwort zu hören, dass im Moment alles paletti sei. Die Kooperation von Kontrollorganen und Wirtschaft funktioniert prima, und ohnehin sei nur ein verschwindend geringer Teil der getesteten Videospiele übermässig gewalttätig. Kein Bedarf also für schärfere Gesetze. Und oh Wunder, es scheint tatsächlich zu funktionieren! Man sehe sich nur mal den aktuellen Fall Dead Rising an. Capcom hat das Spiel bei der USK zur Prüfung vorgelegt, die USK hat eine Kennzeichnung verweigert, und als Konsequenz haben Capcom und Microsoft beschlossen, das Spiel nicht in Deutschland zu veröffentlichen (mehr dazu auch hier). Capcom könnte das Spiel also theoretisch hierzulande rausbringen, wenn da nicht Microsofts eigene Jugendschutz-Bemühung und die Gefahr einer Indizierung durch die BPjM dazwischenkämen. Die Verantwortung wird also an den Publisher zurückgereicht, ohne durch irgendeine Form von Zensur einzugreifen, was ich persönlich für eine ziemlich gute Lösung des Problems halte. Klar, es ist kompliziert und für Aussenstehende nur schwer nachzuvollziehen, aber es ist allemal transparenter als die Situation vor der Neuregelung der Jugendschutzgesetze.

Und trotzdem werden sich die Berufspolterer in ein paar Monaten wieder wie die Geier auf das Thema stürzen können, denn natürlich werden sich interessierte Spieler Dead Rising kaufen. Schliesslich haben wir freien Warenverkehr und so ein Zombiemetzelspiel aus der Schweiz oder England unterscheidet sich naturgemäss nur wenig vom deutschen Pendant. Ich bin mal gespannt wie lange Frontal 21 braucht, um über Leichenteile und die unorthodoxe Verwendung von Powerdrills zu berichten. Was machen wir dann? Grenzen zu? Computer verbieten? So abwegig ist das nicht, bei der Union denkt man immerhin schon über die Einführung “geeigneter technischer Maßnahmen” nach, um Jugendliche von Onlinespielen fernzuhalten.

Richtiggehend drollig finde ich dagegen die Forderung des niedersächsischen Kultusministers Bernd Busemann, die “Herstellung und den Vertrieb solcher Spiele in Deutschland” zu verbieten. Einfach mal rumgestänkert, auch wenn es keinen Sinn macht. Trotz meines eher geringen Verständnisses für rechtliche Zusammenhänge sehe ich darin einen so tiefen Eingriff in die unternehmerische Freiheit, dass der Gesetzgeber sicher gerne mal ein ernstes Wort mit Herrn Busemann wechseln möchte. Und überhaupt, ein Herstellungsverbot für gewalttätige Spiele in Deutschland würde im Jahr etwa 0,7 Titel betreffen, während id Software fleissig weiter an Kettensägenmassaker XXV: Return of the Kettensägenmassaker schraubt. Aber Hauptsache von Richtung des Stammtisches gibt es erstmal zustimmendes Nicken, und er hat seinen Namen mal in den Medien gelesen.

Um mein Geschwafel nochmal zusammenzufassen: Jugendschutz ist wichtig. Strenge Regelungen zur Kontrolle von Medieninhalten sind gut, immerhin gibt es kein gottgegebenes Recht auf ungefilterten Gewaltkonsum. Industrie und Politik müssen gemeinsam für die Einhaltung dieser Regeln sorgen. Aber! Diese Gesetze gibt es schon. Sie funktionieren. Publisher und Kontrollgremien arbeiten prima zusammen. Die Forderungen nach noch mehr Verboten sind daher reiner Populismus. Schön, dass man es im zuständigen Ministerium genauso sieht.

83 Kommentare Autor: Stefan
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83 Kommentare

  1. Er meint Spiegel online. Wirklich ein ganz interessanter Artikel, er wirft die richtigen Fragen auf ohne dabei Stellung zu beziehen. Das ist zumindest ein guter Stoff für Diskussionen.

    Meint er nicht. Der Artikel steht komplett in der aktuellen Printausgabe. Interessant geschrieben, gut recherchiert und erläutert alle Aspekte der “Killerspiel” Thematik, ohne da explizit Stellung zu beziehen. Verglichen mit der Panikmache z.B. durch das ZDF in den letzten Jahren mal ein recht bekömmlicher Artikel.

  2. Ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen: alles zur funktionsweise des aktuellen jugendmedienschutzes bei games lest ihr bei http://www.christian-poehlmann.de ;-))

    genug gespamt.

    wurde wirklich endlich mal zeit, dass das zuständige ministerium höchstoffiziell stellung zu den verbotsforderungen nimmt. dass es das so fundiert und mit hinweis auf eigene studien tut, hat mich dann doch ein klein wenig überrascht.
    hoffentlich geben die üblichen verdächtigen jetzt endlich mal ruhe und handeln nicht nach dem motto ‘jetzt erst recht’.
    ich gebe richard voll und ganz recht: jugendschutz ist wichtig und wir haben ein exzellent funktionierendes system in deutschland.
    was wir jetzt noch erreichen müssen, ist ein bewußtsein dafür, dass eltern in der pflicht sind, sich um den medienkonsum ihrer kinder genau so zu kümmern wie um die allmorgendlichen schulbrote. da aber leider häufig nicht einmal letzteres funktioniert, sehe ich noch jede menge arbeit auf uns zukommen. und ja: mit ‘wir’ meine ich tatsächlich auch uns spieler!

  3. Irgendwie hatte der Spamfilter wieder mal ein paar Kommentare geschluckt. Ich habe sie von Hand wieder hergestellt. Sorry.

  4. Der Drache ist also zurück?

  5. Hallo allerseits.
    Meine Frage betrifft das Kult-Game GTA3. Die neue Version zeigt grafisch, wie ein Teenager, bekleidet mit einer Lederjacke eine Frau mit einem Baseballschläger zu Tode prügelt. Dies ist ein extra Bonus, den die Hersteller aber verschweigen und es den Spielern überlassen darauf zu stoßen.
    Das Spiel hat zwar keine Jugendfreigabe, ist aber nicht indiziert. Man kann es also ganz normal bewerben und in die Regale stellen.
    Für jemanden, der sich nicht auskennt ist es nicht ersichtlich, dass dieses Spiel kriminell ist.
    Bitte überprüfen Sie das. Kann man gegen den Hersteller eine Strafanzeige erwirken? In seinem Spiel wird ein Massenmord an Frauen geradezu befürwortet.

    Eure Kommentare würden mich sehr interessieren.
    Gruß
    Nike

  6. Diesen Brief habe ich dem Verbraucherschutz, Kripo, Bundesprüfstelle gemailt. Bis jetzt noch keiner wirklich zuständig.
    Bin gespannt

    Nike

  7. Troll oder Pillen heute morgen nicht genommen? Eure Kommentare würden mich sehr interessieren!

  8. Eine Strafanzeige gegen den Hersteller des Spieles in die Wege zu leiten wird wohl recht hart werden, denn nach dem Jugendschutzgesetz müssen alle Spiele von der USK geprüft und dann nach Ermessen indiziert werden.

    In diesem Fall hat die USK Mist gebaut. Vielleicht sollte sie darauf hingewießen werden.

    ABER: Die USK hat das Spiel hat das Spiel wahrscheinlich tatsächlich bereits nach ihrem Ermessen geprüft und eine Indizierung nicht für nötig gehalten.

    Und um es mal persönlich zu sagen: In GTa bringt man dauernd Menschen um. Ich weiß nicht was Frauenfeindlich daran sein soll, wenn der Mann der eben 30 Männer mit einer Pistole getötet hat nun eine Frau mit einem Baseballschläger umbringt. so grausam das jetzt klingt…

    Richard: Mich, nicht mir ;)

    Troll :)

  9. Damit wären wir übrigens bei einem brisanten Thema: angenommen ich bringe 10 Männer um (angenommen!). Dann bin ich ein Mörder.

    Aber angenommen (!) ich bringe eine einzige Frau um…dann bin ich ein Sexist.

    …Warum?

  10. Fixed. Ich würde übrigens nicht mit ihm diskutieren. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal wovon er genau redet. Neue Version? Sie zeigt es “grafisch”? Wie denn sonst? Ein Teenager? Muss ja eine interessante “neue Version” sein. Ein extra Bonus, der verschwiegen wird? Ist ein Bonus nicht immer extra? Und wo wird das verschwiegen? Hat die Version die der USK gegeben wurde keine Baseballschläger? Oder keine Lederjacken? Ich dachte außerdem immer in jedem Spiel wird alles dem Spieler überlassen darauf zu stoßen? Das ist es doch was ein Spiel ausmacht, oder? Woran unterscheidet sich der Mord an einer Frau vom Mord an einem Mann? Wie kommt man von einem Mord plötzlich auf Massenmord? Wieso muss das zeigen eines Mordes automatisch eine Befürwortung sein?

    Immerhin hat er recht, es ist wirklich nicht ersichtlich warum dieses Spiel kriminell ist. Generell ist bei ihm aber sowieso nicht viel ersichtlich.

  11. Fixed.

    Wegen eines Rechtschreibfehlers? ist ja schlimm :)

    übrigens hoffe ich du hast das mit dem Troll nicht auf dich bezogen… wenn ich mir meinen Kommentar so durchlese kommt es so rüber als ob…

    Er meinte wohl eher die Tatsache, dass das Bonus Game von den Herstellern verschwiegen wurde. Aber wie gesagt: die Interpretation finde ich auch recht seltsam.

  12. Welches “Bonus Game”? Und wem gegenüber wurde es verschwiegen? Habe ich da was verpasst? Verlangt er, dass ihn Take2 bei jeder Veröffentlichung vorher anruft und ihm persönlich mitteilt, wie der Endgegner aussieht?

  13. Das mit dem Schläger.

    Ach, ich verstehe es ja auch nicht. Ich versuche Vernunft in den Kommentar zu interpretieren…

  14. Das ist wie Wasser in die Wüste zu denken. Wird nicht funktionieren.

  15. Kakteen haben einen Wasserspeicher der sie monatelang ohne Wasser auskommen lässt. Und wo stehen Kakteen? ;)

    Aber Recht hast du schon. Ach was solls, der Glaube an das Gute im Menschen stirbt eben zuletzt…

  16. Weiss nicht warum Eure Kommentare hier nicht erscheinen, jedenfalls danke für die 7 mails, die innerhalb 1 Stunde bei mir eingegangen sind.
    Bin Mutter von 2 Kindern, beobachte das Geschehen mit Entsetzen. Das ist alles

    Gruß@all
    Nike

  17. Also ich sehe unsere Kommentare. Kannst du mir nochmal erklären welches “Geschehen” du genau mit Entsetzen betrachtest? Vielleicht können wir dich dann beruhigen. Es ist nämlich alles gar nicht so schlimm wie du denkst.

  18. Ich habs gewusst, dass es eine Frau war :)

    Also: GTa ist ein Spiel in dem der Spieler generell viele Menschen erschießen oder erschlagen kann/muss. Dass GTa nicht gerade ein jugendfreundliches Spiel ist, ist uns hier allen klar, und vielleicht haben sie die Diskussion etwas missverstanden: Die Leute auf dieser Seite sind alle generell gegen gewaltverherrlichende Spiele, aber eben diese spiele können eine abschrekcende Wirkung gegenüber Gewalt erzeugen.

    Wo ich wiederspreche: Das ist nicht frauenfeindlich. Der Spieler hat davor sicher hunderte von Männern umgebracht… ist das dann männerfeindlich?

  19. Vielleicht ist ihnen schon aufgefallen, dass auf dieser Seite vor allem Diskussionen stattfinden, die weit über dem Niveau vieler anderer Internetseiten liegen.

    Sie dürfen also gerne mit uns diskutieren: Wir sind dialogbereit und beharren nicht sinnlos auf unserem Standpunkt :)

  20. Hallo, jetzt kann ich Eure Kommentare auch hier lesen, trotzdem danke für die schnellen mails. War ehrlich angenehm überrascht.Vielen Dank nochmal.
    Ich bin sicher nicht so im Thema wie Ihr. Meine Kinder eher noch zu klein und dürfen nur ab und zu fernsehen, Computerspiele gibt es keine. Wir sind mehrere Mütter, die das Geschehen auf dem Markt generell mit Entsetzen beobachten und jede von uns fängt an sich etwas genauer zu erkundigen. Der 11-jährige Sohn einer Freundin hat Liberty City vom ahnungslosen Vater zum Geburtstag bekommen. Mutter geht ins Zimmer, während Jungs spielen und fällt fast um, als sie sieht, wie im Spiel eine Frau von einem Teenie totgeschlagen wird. Das ist ein Extra-Bonus, allerdings nicht in der Beschreibung erwähnt. Da wir erst am Anfang stehen, wussten wir auch nicht, dass Mord und Totschlag generell zum Spiel gehören. Uns hat es zutiefst getroffen, einfach weil wir Frauen sind. Spiel offensichtlich nicht indiziert, da ganz einfach erhältlich. Hab auch Schwierigkeiten damit, dass Mord generell bei solchen Spielen als völlig normal betrachtet wird, als ginge es nicht ohne. Naiv? Mag sein. Diese Abstumpfung macht mir Angst. Was mach ich, wenn mein Kind irgendwann so ein Spiel bekommt und nach dem Inhalt gefragt, mir antwortet: Ach Muttern, da wird gerade ein Typ aufgeschlitzt und die Tussi gef…t.
    Werde mein Bestes tun, um das zu verhindern.
    Essenz meiner Aussage: die Normalität und Selbstverständlichkeit des Mordens macht mir Angst.

    Grüsse an Alle
    Nike

  21. Hallo Nike, dann wollen wir mal.

    Ich bin etwas erstaunt, dass du immer wieder betonst, wie entsetzlich es ist, dass in dem Spiel eine “Frau” umgebracht wurde. Müsstest du nicht genauso entsetzt sein, wenn ein Mann umgebracht worden wäre? Oder hälst du ein Frauenleben für wertvoller als ein Männerleben? Wenn ja, dann musst du aber bitte husch hussh zurück in die Küche und dein Wahlrecht zurückgeben, denn das war der Preis dafür, dass es früher mal hieß “Frauen und Kinder” zuerst. Heute heißt es nur noch “Kinder zuerst” und das ist auch richtig so. Vielleicht solltest du die Ausrichtung deines Moralkompass da noch mal etwas überprüfen. Aber das nur am Rande.

    Einem 11-jährigen GTA3 zu geben, ist natürlich ein ziemliches Desaster. “Ahnungslos” war der Vater aber ganz sicher nicht. Auf der Packung steht schließlich ganz dick drauf, dass das Spiel keine Altersfreigabe von der USK bekommen hat. Zusätzlich steht wahrscheinlich auch noch eine dicke “über 18″-Bewertung von der PEGI drauf. Dieser Vater hätte das ganze Problem mit einem einzigen Blick verhindern können. Am Ende sind die Eltern in der Pflicht. Wenn die versagen, und dieser Vater hat hier komplett versagt, dann kann der Staat oder die Branche auch nicht viel machen.

    In Grand Theft Auto gehören Mord und Totschlag übrigens in der Tat zum Spiel. Das gehört nicht in Kinderhände. Schon gar nicht in 11-jährige Kinderhände. Du lässt deine Kinder ja wahrscheinlich auch nicht CSI gucken, wo jeden Abend zur Belustigung des Publikums in den Eingeweiden brutal umgebrachter Menschen rumgewühlt wird.

    Die gute Nachricht ist, dass bei weitem nicht alle Videospiele so sind. Es gibt auch Spiele wo das Spielprinzip darin besteht, niedliche Hundewelpen herzlich zu knuffeln. Und dann gibt es halt alles zwischen diesen beiden Extremen. Ich halte Videospiele übrigens für eine wesentlich bessere Freizeitbeschäftigung für Kinder als Fernsehen, da Videospielen eine aktive, teilnehmende und zum Teil auch sehr soziale Beschäftigungsart ist, während Fernsehen immer eine passive Berieselung ist, die mehr oder weniger alleine stattfindet, selbt wenn andere Leute anwesend sind.

    Also: Keine Angst vor Videospielen, aber vor dem Kauf immer auf die Alterskennzeichnung von der USK achten und den Kindern beim Spielen immer wieder mal über die Schulter schauen, damit sie keine Spiele anschleppen, für die sie nicht geeignet sind. Dann kann man nicht viel falsch machen. Und bitte mal ein ernstes Wörtchen mit dem Vater dieser Freundin reden. Der möge seinen Job als Vater mal bitte ein bisschen ernster nehmen.

  22. Ich versuche auch mal meinen Senf dazuzugeben, obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass Menschen die vorallem dem eigenen Geschlecht zugewandt sind (nicht sexuell, und auch völlig egal ob Frau oder Mann) sich nicht gerne vom anderen Geschlecht etwas sagen lassen. Aber gut.

    Du sprichst davon, dass ihr Mütter den Markt mit Entsetzen beobachtet. Doch beobachtet ihr wirklich den Markt? Oder seht ihr nur das, was die Medien euch sehen lassen wollen? Natürlich, ein GTA gibt es, und es gibt auch andere Spiele in denen nicht zimperlich mit Gewaltdarstellungen umgegangen wird.

    Es gibt jedoch auch andere Spiele: Videospielen ist wie aktives Fernsehen (zumindest bis zu einem gewissen Grad): Keine Mutter würde auf die Idee kommen seinem Kind das Fernsehn zu verbieten, weil es außer den Teletubbies auch noch Dinge wie Law and Order gibt. Machen wir mal hier weiter: Meine Verwandten sehen sich jeden Sonntag Abend den Tatort an (und ich auch). Meine Verwandten sind volljährig. Die Kinder meiner Verwandten sehen den Tatort nicht, denn sie sind noch zu jung. Trotzdem gehen die Eltern nicht davon aus, dass Fernsehn grundsätzlich schlecht wäre.

    Meine Verwandten spielen aber auch Halo (ein Spiel in dem man zu Hauf Leute tötet). Die Kinder meiner Verwandten spielen es nicht, weil sie zu klein sind. Trotzdem gehst du davon aus, dass Videospiele schlecht sind. Und das obwohl es für die Kinder viel einfacher wäre den Tatort anzusehn (oder Shining von King) als sich ein Spiel über ihrer USK Freigabe zu kaufen.

    Bilde dir einfach deine Meinung. Ich persönlich finde eine gezielt erhöhte Wertschätzung des weiblichen/männlichen Geschlechts deutlich erschreckender als ein Videospiel ab 18, da sie von einer bereits fundamental falschen Einstellung zur Gleichberechtigung aller Menschen zeugt: Wir unterscheiden Menschen danach ob sie einen Penis oder eine Vagina haben, dabei sind die geistigen Unterschiede zwischen Frauen und Männern fließend und du wirst sicher den ein oder anderen Mann treffen, der sich deutlich weiblicher verhält als einige Frauen.

    Ich frage, wie sich deine Kinder (Söhne nehme ich an?) fühlen, wenn du sie bereits so erziehst? Bist du dir sicher, dass du ihnen nicht ihr Selbstbewusstsein nimmst noch bevor sie anfangen können es zu entwickeln? Sollen sie sich wirklich als potenzieller Vergewaltiger sehen, noch bevor sie wissen was die Sache mit den Bienchen und Blümchen überhaupt bedeutet?

    Keine Frage: Gleichberechtigung ist eine gute Sache. Nur ist es kindisch und einfach dumm die Gleichberechtigung als einen Kampf zwischen Frauen und Männern zu sehen.

    Und wenn du einmal genau in die hineinhörst wirst du spüren, dass diese Einstellung weit verbreitet ist. Wenn du deine Töchter (wenn du welche hast) so erziehst werden sie später keinen Mann bekommen. Überleg mal warum.

    (Übrigens sollte dieser Beitrag nicht persönlich sein. Ich bin nämlich weder für Frauen noch für Männer, ich mache keinen Untersched zwischen schwarzen und Weißen, ich finde es lediglich grauenhaft wie verbohrt unsere Gesellschaft bei solchen Dingen ist, und wie sie trotzdem nach dem Weltfrieden streben möchte.)

  23. Keine Mutter würde auf die Idee kommen seinem Kind das Fernsehn zu verbieten, weil es außer den Teletubbies auch noch Dinge wie Law and Order gibt.

    uuh…seinem.

  24. Was soll ich sagen: Danke, danke für Eure zahlreichen mails. Vor allem dickes Danke an Loui und Richard.
    Möglicherweise ist meine Haltung naiv. Hab keine Ahnung. Der Aufschrei einer erschrockenen Mutter. Meine Kinder (Tochter+Sohn, also von allem etwas) eher zu klein. Wie schon erwähnt: die Normalität des Killens insgesamt, und dass das alles nicht so schlimm sei. Übrigens: ich würde gerne Eure Kommentare in der http://www.hausfrauenrevolution.com veröffentlichen. Ich könnt es selbstverständlich nachlesen, müsst Euch registrieren lassen, was aber kein Problem ist. Es ist ein öffentliches Forum, nicht nur für Hausfrauen:-). Brauche für die Veröffentlichung Euer Ja (oder Nein, dann lass ich es, ist klar)
    Verknüpfungen zu anderen Foren find ich eh klasse, erweitert es doch den Horizont.

    Liebe Grüsse
    Nike

  25. Nur zu, ich habe nichts dagegen.

  26. Von mir aus auch. Ich werd mich wohl mal auf der Seite umsehen :)

  27. Danke Richard! Bist natürlich herzlich eingeladen. Kannst dich registrieren und aktiv mitschreiben, wenn du lustig bist. Wäre klasse. Dann entsteht eine Diskussion über ein Forum hinaus.
    Brauche noch ein ok von Loui.

    Vielen Dank nochmal
    Nike

  28. Mich schreibt man aber mit einem “e” hinten ;)

  29. wo werden die Kommentare denn veröffentlicht?

  30. Hi Louie, sie werden im Forum veröffentlicht.
    Der Gesamt-Thread heisst: Behörden, Institutionen, Fördergelder (oder so ähnlich), dann im Unterbereich: GTA3. Da kannst du Deine Kommentare lesen (hab sie reinkopiert) und selbstverständlich schreiben.
    Gruß
    Nike