“Alle populistischen Schnellschützen müssen beschämt sein”

Erfreuliches gibt es heute bei heise online zu lesen. Das Bundesjugendministerium hält die bestehenden Regelungen zum Jugendmedienschutz offenbar für ausreichend und entzieht den Stammtisch-Tieffliegern, die sich vor allem aus dem Unionslager rekrutieren, damit fürs Erste die Lufthoheit. Die fordern schon seit Jahren ein Verbot von “Killerspielen”, was immer das auch sein mag, und haben sich diese Klausel auch im schwarz-roten Koalitionsvertrag festschreiben lassen. Dabei leuchtet mir ja durchaus ein, dass man der derzeitigen Gewaltfixierung der Branche notfalls auch gesetzlich einen Riegel vorschieben sollte, aber bei jeder Gelegenheit gleich nach Verboten schreien zu müssen finde ich - gelinde gesagt - ziemlich albern. Besonders wenn man die beliebte Politiker-Technik des “Pudding an die Wand nagelns” verwendet und sich nur ja nicht auf irgendwas festlegt.
Worum geht es denn nun genau? Laut heise hat die FDP eine kleine Anfrage zum Thema Jugendschutz an die Bundesregierung gestellt und bekam als Antwort zu hören, dass im Moment alles paletti sei. Die Kooperation von Kontrollorganen und Wirtschaft funktioniert prima, und ohnehin sei nur ein verschwindend geringer Teil der getesteten Videospiele übermässig gewalttätig. Kein Bedarf also für schärfere Gesetze. Und oh Wunder, es scheint tatsächlich zu funktionieren! Man sehe sich nur mal den aktuellen Fall Dead Rising an. Capcom hat das Spiel bei der USK zur Prüfung vorgelegt, die USK hat eine Kennzeichnung verweigert, und als Konsequenz haben Capcom und Microsoft beschlossen, das Spiel nicht in Deutschland zu veröffentlichen (mehr dazu auch hier). Capcom könnte das Spiel also theoretisch hierzulande rausbringen, wenn da nicht Microsofts eigene Jugendschutz-Bemühung und die Gefahr einer Indizierung durch die BPjM dazwischenkämen. Die Verantwortung wird also an den Publisher zurückgereicht, ohne durch irgendeine Form von Zensur einzugreifen, was ich persönlich für eine ziemlich gute Lösung des Problems halte. Klar, es ist kompliziert und für Aussenstehende nur schwer nachzuvollziehen, aber es ist allemal transparenter als die Situation vor der Neuregelung der Jugendschutzgesetze.
Und trotzdem werden sich die Berufspolterer in ein paar Monaten wieder wie die Geier auf das Thema stürzen können, denn natürlich werden sich interessierte Spieler Dead Rising kaufen. Schliesslich haben wir freien Warenverkehr und so ein Zombiemetzelspiel aus der Schweiz oder England unterscheidet sich naturgemäss nur wenig vom deutschen Pendant. Ich bin mal gespannt wie lange Frontal 21 braucht, um über Leichenteile und die unorthodoxe Verwendung von Powerdrills zu berichten. Was machen wir dann? Grenzen zu? Computer verbieten? So abwegig ist das nicht, bei der Union denkt man immerhin schon über die Einführung “geeigneter technischer Maßnahmen” nach, um Jugendliche von Onlinespielen fernzuhalten.
Richtiggehend drollig finde ich dagegen die Forderung des niedersächsischen Kultusministers Bernd Busemann, die “Herstellung und den Vertrieb solcher Spiele in Deutschland” zu verbieten. Einfach mal rumgestänkert, auch wenn es keinen Sinn macht. Trotz meines eher geringen Verständnisses für rechtliche Zusammenhänge sehe ich darin einen so tiefen Eingriff in die unternehmerische Freiheit, dass der Gesetzgeber sicher gerne mal ein ernstes Wort mit Herrn Busemann wechseln möchte. Und überhaupt, ein Herstellungsverbot für gewalttätige Spiele in Deutschland würde im Jahr etwa 0,7 Titel betreffen, während id Software fleissig weiter an Kettensägenmassaker XXV: Return of the Kettensägenmassaker schraubt. Aber Hauptsache von Richtung des Stammtisches gibt es erstmal zustimmendes Nicken, und er hat seinen Namen mal in den Medien gelesen.
Um mein Geschwafel nochmal zusammenzufassen: Jugendschutz ist wichtig. Strenge Regelungen zur Kontrolle von Medieninhalten sind gut, immerhin gibt es kein gottgegebenes Recht auf ungefilterten Gewaltkonsum. Industrie und Politik müssen gemeinsam für die Einhaltung dieser Regeln sorgen. Aber! Diese Gesetze gibt es schon. Sie funktionieren. Publisher und Kontrollgremien arbeiten prima zusammen. Die Forderungen nach noch mehr Verboten sind daher reiner Populismus. Schön, dass man es im zuständigen Ministerium genauso sieht.

7. August 2006 um 18:51 Uhr
Man muss in unserer Zeit eben immer und überall und vorallem für Alles einen Schuldigen finden - stell dir vor in Erfurt läuft wieder jemand Amok und Spiele könnten daran nicht schuld sein - wo kämen wir denn dann hin?
Aber die Forderungen nach weiteren Verboten ist natürlich - wie du schon gesagt hast - stumpfsinnig. Irgendwann sind dann Prince of Persia und Metroid gewalttätig, später ist es dann unser lieber Sonic. Gründe lassen sich immer finden.
Schöner Beitrag übrigens.
7. August 2006 um 18:55 Uhr
Oh, damit mich keiner falsch versteht: Auch ich halte Jugendschutz für wichtig. Für sehr wichtig sogar. Wenn ich die kleinen Kinder in Bus und Bahn sehe, wie sie stolz auf ihrer PSP Liberty City Stories spielen dreht es mir manchmal echt den Magen um. Da wird sich an Blut und Gewalt ergötzt, dass es schon pervers ist.
Aber dennoch sollte man nicht gleich eine ganze Industrie verachten, nur weil ein oder zwei Spiele pro Jahr entwickelt werden, die wirklich Gewalt als Hauptziel haben. Wenn wir als “Ausgleich” für die übertriebene Angst der Medien für den harmlosen Bürger wie Kriminelle aussehen, weil wir Super Mario in der U Bahn spielen geht das Ganze doch wirklich zu weit.
7. August 2006 um 19:38 Uhr
@Louie
Die kleinen Kinder können sich anstatt GTA LCS auch gewalttätige Videos aus dem Internet runterladen und sich die anschauen können. Und dazu braucht man nicht einmal eine Spielkonsole wie die PSP sondern ein etwas moderneres Handy reicht aus. Und das finde ich weitaus perverser.
Die Gesetze funktionieren an sich doch gut, aber man muss als Elternteil schauen, was die Kinder da spielen. Meine Mutter hat mir, als ich etwas jünger war, brutale Spiele die keinen Sinn haben verboten. Verpasst habe ich nichts, funktioniert hat es sehr gut. Ohne Gesetze.
7. August 2006 um 19:41 Uhr
Oh, keine Frage, das geht noch einen Schritt weiter. Aber nur weil Körperverletzung schlimmere Folgen hat als Raub, wird Raub nicht aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.
7. August 2006 um 20:39 Uhr
Verantwortung ist sowieso ein grosses Thema. Nur weil der Gesetzgeber in seiner unendlichen Weisheit inzwischen alles und jeden reglementiert hat meinen jetzt viele Eltern, keinerlei Verantwortung für ihre Blagen mehr zu haben. Dabei stelle ich als Kinderloser mir das relativ einfach vor: einfach mal die Spiele antesten, die die lieben Kleinen da spielen und ggf. mal ein ernstes Wort mit ihnen wechseln. Ausserdem steht die Altersempfehlung gross vorne drauf, sehr praktisch für die ganz faulen.
Und dass mir jetzt keiner damit kommt, dass er von Spielen keine Ahnung hat! Wenn meine Tochter Pferde mag, dann mache ich mich über Pferde schlau. Und wenn mein Sohn nunmal eine PS2 hat, dann mache ich Videospiele auch zu meinem “Hobby”. Warum zum Henker sollte ich da noch an den Gesetzen schrauben wollen? Nur um von meiner eigenen Unfähigkeit als Vater abzulenken?
7. August 2006 um 21:02 Uhr
Jaaa… aber leider überschätzen Eltern oft die Wirkung diverser Spiele. Ich erinnere mich noch ganz deutlich, wie man mir verbieten wollte Super Metroid zu zocken, weil die Frau eine Waffe in der Hand hatte.
Und bei Zelda 64 ist meine Mutter beinahe in Tränen ausgebrochen, obwohl ich die Altersfreigabe längst überschritten hatte.
Wenn ich jetzt also also Final Fantasy XIII kaufen wollte und wäre immernoch so jung wie anno 1995 - ich würde das Spiel nicht kriegen, selbst wenn auf der Verpackung “Freigegeben ab 3 Jahren” steht.
Übrigens: Spiele, die von der USK mit einem “ab 12″ Siegel gebrandmarkt wurden, haben dies nicht wegen Gewaltdarstellungen erhalten, sondern weil sie (im Jargon) “zu hoch” für die jüngeren Käuferschichten sind. Also krieg ich Final Fantasy XIII, wenn Square die Texte streicht?
7. August 2006 um 21:04 Uhr
…angenommen jetzt, ich wäre unter 12 Jahre alt.
7. August 2006 um 21:14 Uhr
Schon klar :-)
Ob die Eltern die Wirkung von Spielen nun über- oder unterschätzen ist meiner Meinung völlig egal, hauptsache sie beziehen klare Stellung zum Hobby ihrer Kinder. Meine Eltern haben mir immer deutlich zu verstehen gegeben, was sie von dem einen oder anderen Spiel halten. Das hat mich natürlich nicht davon abgehalten, den Index rauf- und runterzuspielen, aber das immer mit einem Ohr Richtung Treppe. Das nennt man dann wohl Grenzen ausloten und ist soweit ich weiss ein wichtiger Teil des Grosswerdens.
7. August 2006 um 21:20 Uhr
Diesen Teil des Großwerdens habe auch ich noch in bester Erinnerung ;)
Ich weiß aber noch, dass meine Eltern seit jeher gegen Videospiele waren und noch immer sind.
Aber es soll ja auch andere Eltern geben, die in einem neuen Hobby nicht gleich Tod und Verderben sehen… damals war Mick Jagger auch nichts anderes als ein Marilyn Manson heute. Vielleicht beschweren wir uns in ein paar Jahren über die Hobbies unserer Kinder?
7. August 2006 um 21:42 Uhr
Sehr guter Artikel, Stefan. Eigentlich kann ich dir nur zustimmen. Die Gesetze funktionieren. Bisher habe ich auch in fast allen Läden in meiner Stadt mehrmals mitbekommen, dass die Verkäufer auch nach Ausweisen fragen und unter umständen den Kauf verbieten, also wird es daran wohl auch nicht liegen, dass trotzdem noch 12 Jährige Kinder GTA im Bus spielen. Also kann’s ja eigentlich nur noch an den Eltern/Erziehungsbeauftragten liegen, und da sollte man dann meiner Meinung nach mehr Wert darauf legen diese über das Wertungssystem aufzuklären, anstatt neue Verbote einzufügen und das eigentliche Problem (unwissende Eltern) zu ignorieren.
7. August 2006 um 21:42 Uhr
Irgendwie hat jeder Videospieler diesen Teil seines Hobbies sehr gut in Erinnerung ;)
Klar, damals war ich ziemlich sauer, dass meine Freunde Doom oder Hexen spielen durften und ich nicht. Heimlich hat man ja dann doch etliche Spiele gespielt, was eigentlich nur meinem Können geholfen hat. Alle anderen konnten sich für ein Spiel Zeit lassen und ich musste es im Rekordtempo durchspielen. Gerade bei Golden Eye für das N64 hab ich dadurch Rekorde im Multiplayer erzielt, die andere total neidisch haben werden lassen.
7. August 2006 um 23:02 Uhr
sehr guter artikel!
was mir zu dem ganzen einfällt: god of war. das gab es seinerzeit ja nicht bei uns zu kaufen. und ich dachte eigentlich auch wegen altersfreigabe etc.
jedenfalls stand es irgendwann hier bei ebgames. und zwar nagelneu und unbenutzt, aber: bei den second hand-spielen, zum preis von 54 euro. ich hab’s damals sofort geholt. okay, ich hab die 18 schon ne ganze weile hinter mir, vielleicht ging das deshalb einfach. schräg war das trotzdem. ich hatte ein wenig das gefühl, dass ebgames die gesetzlage mithilfe der second-hand-spiele ein bißchen in seine richtung dehnt.
7. August 2006 um 23:03 Uhr
irgendwas stimmt hier nicht mit den kommentaren. oder mein browser hängt. oder söder hat schon irgendeine internetsperre für unliebsame themen durchsetzen können. ;)
7. August 2006 um 23:59 Uhr
Mit der Forderung von Herstellungsverboten ist auch der liebe Beckschwein…äh Beckstein immer schnell bei der Hand. Ich frag mich immer wie sich diese Leute das vorstellen, im anbetracht der Tatsache, dass das einzige “Gewaltspiel” dessen Herstellung man effektiv behindern könnte Crysis ist.
Davon ab: Was mich am “Jugendschutz” in Deutschland immer noch stört ist das Verweigern von Freigaben. Es gibt faktisch praktisch keinen Unterschied zwischen ab18, keine USK Freigabe und indiziert. Bei ab18 und keine Freigabe fehlt lediglich das USK Symbol, bei einer Indizierung kommt noch das Werbeverbot hinzu. An der Altersgrenze zum Kauf ändert sich nichts.
IMO wäre es am sinnigsten die BPjM abzuschaffen bzw. auf rassistische/kinderpornographische Auswüchse zu beschränken und allen Spielen die die Vorraussetzung für eine “ab16″ nicht mehr erfüllen einfach den roten Sticker aufzukleben. Gilt für Filme gleichermaßen.
8. August 2006 um 00:12 Uhr
Mich stört einfach das da Menschen über Dinge diskutieren von denen sie keinen Plan haben. Ich würd ja gerne mal eine Umfrage unter allen Politikern durchführen mit den Fragen. a) Was sind Killerspiele b) Nennen Sie bitte drei Beispiele für Killerspiele.
Wahrscheinlich wird nicht ein Politker beide Frage beantworten können.
8. August 2006 um 09:11 Uhr
Iceman, es gibt praktisch schon Unterschiede zwischen ab 18, keine USK Freigabe und indiziert. Ein ab 18 Spiel darf nie indiziert werden, während hingehen ein indiziertes Spiel für den Vertrieb mangels Werbemöglichkeit nahezu unverkaufbar ist. Die Indizierung schränkt die Rechte des Spielers nicht ein (er muss nur etwas mehr Aufwand betreiben das Spiel zu bekommen), aber ein Spiel kann nur nennenswerten Absatz machen, wenn es im Saturn steht und das ist mit der Indizierung gelaufen. Ohne Freigabe ist in der Tat so ein komischer Schwebezustand, dessen Aufgabe es nur ist, den Weg für eine Indizierung frei zu machen. Den muss es logischerweise aber geben, sonst kann eine ab 18 Bewertung nicht vor einer Indizierung schützen (was für mich eines der besten Ideen des aktuellen Systems ist). Praktisch ist das nahezu identisch mit einer Indizierung, weil die meisten Vertriebe dann auf eine Veröffentlichung verzichten. Man hat halt keine Lust das Spiel nach einer Woche wieder aus den Regalen nehmen zu müssen, wenn es dann indiziert ist. (Siehe Dead Rising.)
8. August 2006 um 09:42 Uhr
Ich finde eine harte Gesetzgebung wichtig…
Okay, nicht unbedingt Verbote, denn die werden umgangen. Aber wie wärs mit einer gestzlichen Verpflichtung für (z.B.) jeden geistlosen WWII Shooter den man rausbringt parallel ein innovatives, witziges und gewaltloses Spiel rausbringen zu müssen das mit einem gleich hohen Werbeetat bedacht wird.
Das wärs doch, oder?
8. August 2006 um 09:54 Uhr
Genau. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist sowieso überbewertet.
8. August 2006 um 09:57 Uhr
@Richard
Soweit ist mir das schon klar, war in meinem ersten Post doof formuliert.
IMO ist einfach die ganze Indizierung überflüssig, über das Internet weiß sowieso jeder der sich informiert welche Spiele wann rauskommen, indizierungen brauchen meist etwas Zeit bis sie durchgesetzt werden und dann hat jeder das Spiel schon im Laden stehen sehen und wer den Drang hat ein indiziertes Spiel zu spielen schafft es auch, sei es legal oder illegal.
Wir leisten uns hier mit der BPjM eine Behörde welche imo kaum einen praktischen Wert hat außer als “Damoklesschwert” über den Herstellern zu hängen um diese, durch Umsatzausfälle, zur Selbstzensur zu bringen. Von absolut lächerlichen Entscheidungen, wie der Indizierung von C&C Generals (wobei das iirc vor der Änderung des Jugendschutzgesetzes war, oder?) mal abgesehen.
Ich sehe die Berechtigung für eine USK Überprüfung mit verbindlicher Altersbegrenzung ein und gehe mit den meisten USK Entscheidungen völlig konform (warum Vampire Bloodlines ab16 ist frage ich mich aber immer noch, dass hätte ne ab18 verdient). Indizierungen sind für mich aber, in den meisten Fällen, in keinster Weise zu rechtfertigen.
8. August 2006 um 10:00 Uhr
Edit: In Ergänzung zu Richards Kommentar natürlich.
Oder um es mal weniger überspitzt zu formulieren: Hersteller von Videospielen sollten weniger mit Gesetzen gegängelt und mehr auf ihre Eigenverantwortung hingewiesen werden. Wenn die Publisher jetzt den Markt mit “schlechten” Spielen zumüllen brauchen sie sich in fünf Jahren nicht darüber wundern, wenn die Branche wie in den 80er Jahren mal wieder komplett zusammenbricht.
8. August 2006 um 10:07 Uhr
Das einzig schlechte an Indizierungen ist meines Erachtens die Tatsache, dass sie erst nach dem Release eines Spiels ausgesprochen werden können. Das führt einerseits dazu, dass die Spiele teilweise erst wochenlang unbehelligt im Laden hängen und beworben werden können, und andererseits natürlich zu einem Zustand kompletter planerischer Unsicherheit für den Publisher. Die generelle Option, ein Werbeverbot für besonders brutale Spiele verhängen zu können, halte ich dagegen für richtig und sinnvoll.
8. August 2006 um 10:18 Uhr
Interessant wäre in dem Zusammenhang mal, wie die Allgemeinheit hier zum Thema Beschlagnahmung steht. Das ist ja nach der Indizierung das letzte staatliche Mittel, um gegen unliebsame Medien vorzugehen. Weiß hier jemand, was das letzte Spiel war, was beschlagnahmt worden ist?
Kurz zur Erklärung: Auch eine Beschlagnahmung eines Spiels, würde es euch nicht verbieten das Spiel zu kaufen, zu besitzen und zu spielen. Der Verkäufer hingegen würde sich strafbar machen, genauso der Hersteller. (Technisch gesehen ist sogar die Herstellung nur dann illegal, wenn sie zum Zwecke der Verbreitung betrieben wird, aber ein anderer Grund für die Herstellung fällt mir ehrlich gesagt nicht ein.)
8. August 2006 um 10:24 Uhr
@Stefan
Ein Werbeverbot für Zigaretten sehe ich ein, denn Zigaretten töten Menschen. Aber ein Werbeverbot für brutale Spiele? Warum?
@Richard
Laut bpjm.com ist das letzte beschlagnahmte Spiel Manhunt, davor die englische Fassung von Commandos: Behind Enemy Lines.
Beschlagnahmungen sind, in wirklich extremen Fällen, sicherlich nen gerechtfertigter Weg, wobei ich Manhunt nicht kenne, den Beschreibungen nach ists aber arg geschmacklos.
8. August 2006 um 10:32 Uhr
Ein Werbeverbot für besonders (und ich meine besonders, nicht so einen weibischen Kram wie Resident Evil 4 zum Beispiel) brutale Spiele macht für mich deshalb Sinn, weil damit ein potentieller sozialer Schaden im Vorfeld abgewendet werden kann. Es schränkt den mündigen Käufer nur unwesentlich ein (zur Not wird das Spiel eben importiert), aber es wird ziemlich effektiv verhindert, dass bei der falschen Zielgruppe ein Bedarf entsteht. Machen wir uns nichts vor, wenn im Fernsehen Werbung für ein Metzelspiel läuft, dann wollen die 14jährigen das auch haben.
8. August 2006 um 10:40 Uhr
Natürlich. Und dann wäre es Sache der Eltern das entsprechend zu erlauben oder zu verbieten.
Und ja, ich habe noch die Hoffnung, dass es wenigstens ein paar Eltern in Deutschland gibt die ihre Kinder ordentlich erziehen ;)
8. August 2006 um 10:49 Uhr
Wie war das, hat good old DE nicht eh schon eines der härtesten Indizierungsgesetze?
8. August 2006 um 10:55 Uhr
Indizierungen sind afaik Weltweit ziemlich einmalig und selbst verbindliche Kennzeichnungen von Spielen gibts in anderen Ländern kaum.
Du kannst problemlos als Jugendlicher in England in nen Spieleladen rennen und dir Manhunt kaufen, wird dich niemand dran hintern.
8. August 2006 um 11:18 Uhr
Wobei die britische Jugend so wie ich gehört habe noch ein wenig krasser sein soll als unsere (Stichwort Chavs). Zufall? Wahrscheinlich.
Andererseits sind unsere Jugendschutzgesetze geradezu lasch im Vergleich zu Australien, wo Spiele mit schöner Regelmässigkeit nicht erscheinen. Habe ich mir zumindest so sagen lassen.
8. August 2006 um 11:44 Uhr
Ob man jetzt England als Beispiel nimmt oder Frankreich, Spanien, die Schweiz oder Österreich. Probleme mit Jugendlichen hat wohl jedes Land, so krasse Jugendschutzgesetze nur Deutschland.
8. August 2006 um 14:10 Uhr
schön, dass hier so konstruktiv über dieses thema diskutiert wird und ein guter artikel, ganz im gegensatz zu dem aktuellen kommentar bei 4players.de. Der gleiche Redakteur hat in einem früheren Kommentar übrigens mal gefordert, dass deutsceh Entwickler sich doch jetzt endlich mal des 2. Weltkriegs annehmen sollen. unheinliche vorstellung meiner meinung nach…
8. August 2006 um 14:23 Uhr
Warum? Die deutsche Filmbranche tut das doch auch jedes Jahr. Wenn die richtigen Personen sich dem Thema annehmen würden, dann spräche nichts dagegen, egal aus welchem Land sie kommen. Ich bin mir nicht sicher, ob es in der deutschen Spielebranche solche Personen gibt (in der amerikanischen scheint es sie nicht zu geben, oder zumindest machen diese Leute keine WW2-Spiele), aber grundsätzlich weiß ich nicht, was daran so unheimlich sein soll. Irgendwann muss ja mal jemand ein WW2 Spiel machen, dass gewissen künstlerischen Ansprüchen genügt. Vielleicht ist gerade ein deutscher Entwickler die richtige Person dafür, denn hierzulande geht man mit dem Thema doch etwas vorsichtiger um, als im Rest der Welt.
8. August 2006 um 14:53 Uhr
Gütiger Himmel, bei 4players wird ja wohl recht grosszügig mit dem Wort Zensur umgegangen! Ist das jetzt die Meinung der breiten Masse oder sind das nur die üblichen Verdächtigen, die da so rummotzen?
Kein Wunder, dass sich Boris so aufregt.
8. August 2006 um 15:05 Uhr
Aber Stefan, wusstest du denn nicht, dass jeder Deutsche ein in der Verfassung verbrieftes Recht darauf hat Demos von Dead Rising und Saints Row zu ziehen? Wenn das nicht geht, dann muss das einfach Zensur sein!
Der Schneider ist übrigens leider ein ziemlicher Unsympath geworden. Wahrscheinlich hätte er sich den magischen Zopf nicht abschneiden sollen.
8. August 2006 um 15:44 Uhr
Natürlich ist es Zensur deutschen Xbox360 Nutzern bestimmte Demos vorzuenthalten nur das hier nicht von staatlicher Seite zensiert wird sondern Microsoft das übernimmt.
Das ist ja grade das perfide am deutschen Jugendschutzgesetz. Zensur findet in Deutschland statt, nur machts nicht der Staat direkt sondern er legt es den Herstellern nahe durch entsprechende wirtschaftliche Einschränkungen.
8. August 2006 um 18:51 Uhr
…indem Kommentar zu einem möglichen ww2 Spiel aus BRD hat er sich dafür ausgesprochen, dass “wir” (also deutsche) auch mal ein spiel bräuchten indem wir uns, scheinbar über nationalität, mit der hauptfigur identifizieren können, wie es eben amerikanische spieler z.B. auch machen können. was ich daran jetzt “unheimlich” fand war einfach der folgeschluß, dass man sich entweder mit einem wehrmachtssoldaten oder einem widerstandskämpfer identifizieren soll. zumindest wenn man in der argumentation bleibt, dass man sich als deutscher damit identifizieren soll, also entweder Nazischerge (will ich mich nicht mit identifizieren) oder eben als widerstandskämpfer, was meiner meinung nach keine sonderlich akkurate aufarbeitung des ww2 wäre. ich hatte mich damals ziemlich über den Artikel aufgeregt, da er versuchte auf der WM-Deutschland-Hurra-Welle mitzureiten
…aber sind je eh olle kamellen, der autor hat mir damals übrigens mangelnde lesekompetenz vorgeworfen
8. August 2006 um 19:04 Uhr
Interessant ist hiezu der Artikel im aktuellen Spiegel zum Spiel Crysis, das in Deutschland hergestellt wird.
8. August 2006 um 19:18 Uhr
Okay, was steht denn drin in dem Artikel?
8. August 2006 um 19:26 Uhr
Er meint Spiegel online. Wirklich ein ganz interessanter Artikel, er wirft die richtigen Fragen auf ohne dabei Stellung zu beziehen. Das ist zumindest ein guter Stoff für Diskussionen.
Übrigens, wollt ihr mal was wirklich, wirklich geschmackloses sehen? Bitte sehr. Gametrailers ist für mich gerade um 50 Punkte gesunken.
Edit: Und Vivendi/50 Cent waren in meiner Achtung sowieso schon auf Null, die können nicht weiter abrutschen.
8. August 2006 um 20:02 Uhr
Könnte das Ding dann vielleicht mal jemand verlinken? Aber bitte kompetenter als dein Link zu Gametrailers. Der geht nämlich nicht.
Übrigens: 21:45 am Cineplex. Piraten in OF. Be there.
8. August 2006 um 20:49 Uhr
Ja träum ich denn? Eben war da noch ein Video zum 50 Cent PSP-Spiel, und Gametrailers hat ein Top 10 Exekutionsmoves Video fabriziert. Mmmmh…
Thema Spiegel-Artikel: Aaaah! Ich weiss garnicht warum ich mir die Mühe mache, der Beitrag ist ganz fett vorne auf der ersten Seite.
Ausserdem fand ich den ersten Piratenfilm doof und habe deshalb schon letztes Wochenende gesagt, dass ich für so einen Schmuh kein Geld ausgebe.
8. August 2006 um 21:00 Uhr
Da sind bestimmt Ninjas drin!
8. August 2006 um 21:07 Uhr
Der letzte Film hatte Zombies! Das hat ihn aber auch nicht gerettet…
8. August 2006 um 21:12 Uhr
Du bist hoffnungslos.
8. August 2006 um 21:13 Uhr
Und dieses Interview ist irgendwie krank…
8. August 2006 um 21:13 Uhr
Stefan, ein Film mit Ninjas kann gar nicht doof sein!
8. August 2006 um 21:17 Uhr
Sehe ich genauso. Aber Pirates of the Carribean 2 hat garantiert keine.
8. August 2006 um 21:18 Uhr
Oh. Okay. Der Film. Löscht meinen Kommentar.
8. August 2006 um 21:20 Uhr
Nix da. Der bleibt für die Ewigkeit erhalten. :-D
8. August 2006 um 21:21 Uhr
Dann muss ich mir jetzt also einen anderen Usernamen zulegen?
Argh, ihr habt ja meine IP.
9. August 2006 um 07:55 Uhr
Und gerade auf insertcredit.com gelesen:
Wird langsam Zeit, sich von der deutschen Inselmentalität (immer kriegen wir alles verboten waa waa…) zu verabschieden.
Edit: Oh, und das Fiddy-Video, von dem ich gestern erzählt habe, ist auch wieder da. Guten Appetit.
9. August 2006 um 10:49 Uhr
Meint er nicht. Der Artikel steht komplett in der aktuellen Printausgabe. Interessant geschrieben, gut recherchiert und erläutert alle Aspekte der “Killerspiel” Thematik, ohne da explizit Stellung zu beziehen. Verglichen mit der Panikmache z.B. durch das ZDF in den letzten Jahren mal ein recht bekömmlicher Artikel.
9. August 2006 um 17:00 Uhr
Ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen: alles zur funktionsweise des aktuellen jugendmedienschutzes bei games lest ihr bei http://www.christian-poehlmann.de ;-))
genug gespamt.
wurde wirklich endlich mal zeit, dass das zuständige ministerium höchstoffiziell stellung zu den verbotsforderungen nimmt. dass es das so fundiert und mit hinweis auf eigene studien tut, hat mich dann doch ein klein wenig überrascht.
hoffentlich geben die üblichen verdächtigen jetzt endlich mal ruhe und handeln nicht nach dem motto ‘jetzt erst recht’.
ich gebe richard voll und ganz recht: jugendschutz ist wichtig und wir haben ein exzellent funktionierendes system in deutschland.
was wir jetzt noch erreichen müssen, ist ein bewußtsein dafür, dass eltern in der pflicht sind, sich um den medienkonsum ihrer kinder genau so zu kümmern wie um die allmorgendlichen schulbrote. da aber leider häufig nicht einmal letzteres funktioniert, sehe ich noch jede menge arbeit auf uns zukommen. und ja: mit ‘wir’ meine ich tatsächlich auch uns spieler!
9. August 2006 um 18:10 Uhr
Irgendwie hatte der Spamfilter wieder mal ein paar Kommentare geschluckt. Ich habe sie von Hand wieder hergestellt. Sorry.
9. August 2006 um 19:54 Uhr
Der Drache ist also zurück?
30. August 2006 um 12:20 Uhr
[…] Das wird übrigens auch an gewissen Politikern nicht vorbei gehen. Wenn von den 183.000 Besuchern die Hälfte über 18 ist, dann reden wir hier von über 90.000 Wählern, zumal man nicht vergessen darf, dass es für jeden Besucher zwei Dutzend Daheimgebliebene wie mich gibt. Nachdem die Bundesregierung kürzlich neuen “Killerspiel”-Gesetzen eine klare Absage erteilt hat, ist die GC schon wieder ein gutes Zeichen für Spiele in Deutschland. […]
19. September 2006 um 10:40 Uhr
[…] Vorhin bei Heise online gelesen: Niedersachsens Innenministerium will den Jugendschutz verbessern. Was in soweit erstaunlich ist, da das Bundesjugendministerium die bestehende Regelung erst vor kurzem für vollkommen ausreichend befunden hat. Aber nein, Innenminister Schünemann (müssig zu erwähnen, dass er auf der Gehaltsliste der CDU steht) sieht Handlungsbedarf, und arbeitet zusammen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen an Verbesserungsvorschlägen. […]
29. September 2006 um 20:07 Uhr
Hallo allerseits.
Meine Frage betrifft das Kult-Game GTA3. Die neue Version zeigt grafisch, wie ein Teenager, bekleidet mit einer Lederjacke eine Frau mit einem Baseballschläger zu Tode prügelt. Dies ist ein extra Bonus, den die Hersteller aber verschweigen und es den Spielern überlassen darauf zu stoßen.
Das Spiel hat zwar keine Jugendfreigabe, ist aber nicht indiziert. Man kann es also ganz normal bewerben und in die Regale stellen.
Für jemanden, der sich nicht auskennt ist es nicht ersichtlich, dass dieses Spiel kriminell ist.
Bitte überprüfen Sie das. Kann man gegen den Hersteller eine Strafanzeige erwirken? In seinem Spiel wird ein Massenmord an Frauen geradezu befürwortet.
Eure Kommentare würden mich sehr interessieren.
Gruß
Nike
29. September 2006 um 20:09 Uhr
Diesen Brief habe ich dem Verbraucherschutz, Kripo, Bundesprüfstelle gemailt. Bis jetzt noch keiner wirklich zuständig.
Bin gespannt
Nike
29. September 2006 um 20:16 Uhr
Troll oder Pillen heute morgen nicht genommen? Eure Kommentare würden mich sehr interessieren!
29. September 2006 um 20:18 Uhr
Eine Strafanzeige gegen den Hersteller des Spieles in die Wege zu leiten wird wohl recht hart werden, denn nach dem Jugendschutzgesetz müssen alle Spiele von der USK geprüft und dann nach Ermessen indiziert werden.
In diesem Fall hat die USK Mist gebaut. Vielleicht sollte sie darauf hingewießen werden.
ABER: Die USK hat das Spiel hat das Spiel wahrscheinlich tatsächlich bereits nach ihrem Ermessen geprüft und eine Indizierung nicht für nötig gehalten.
Und um es mal persönlich zu sagen: In GTa bringt man dauernd Menschen um. Ich weiß nicht was Frauenfeindlich daran sein soll, wenn der Mann der eben 30 Männer mit einer Pistole getötet hat nun eine Frau mit einem Baseballschläger umbringt. so grausam das jetzt klingt…
Richard: Mich, nicht mir ;)
Troll :)
29. September 2006 um 20:25 Uhr
Damit wären wir übrigens bei einem brisanten Thema: angenommen ich bringe 10 Männer um (angenommen!). Dann bin ich ein Mörder.
Aber angenommen (!) ich bringe eine einzige Frau um…dann bin ich ein Sexist.
…Warum?
29. September 2006 um 20:49 Uhr
Fixed. Ich würde übrigens nicht mit ihm diskutieren. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal wovon er genau redet. Neue Version? Sie zeigt es “grafisch”? Wie denn sonst? Ein Teenager? Muss ja eine interessante “neue Version” sein. Ein extra Bonus, der verschwiegen wird? Ist ein Bonus nicht immer extra? Und wo wird das verschwiegen? Hat die Version die der USK gegeben wurde keine Baseballschläger? Oder keine Lederjacken? Ich dachte außerdem immer in jedem Spiel wird alles dem Spieler überlassen darauf zu stoßen? Das ist es doch was ein Spiel ausmacht, oder? Woran unterscheidet sich der Mord an einer Frau vom Mord an einem Mann? Wie kommt man von einem Mord plötzlich auf Massenmord? Wieso muss das zeigen eines Mordes automatisch eine Befürwortung sein?
Immerhin hat er recht, es ist wirklich nicht ersichtlich warum dieses Spiel kriminell ist. Generell ist bei ihm aber sowieso nicht viel ersichtlich.
29. September 2006 um 20:55 Uhr
Wegen eines Rechtschreibfehlers? ist ja schlimm :)
übrigens hoffe ich du hast das mit dem Troll nicht auf dich bezogen… wenn ich mir meinen Kommentar so durchlese kommt es so rüber als ob…
Er meinte wohl eher die Tatsache, dass das Bonus Game von den Herstellern verschwiegen wurde. Aber wie gesagt: die Interpretation finde ich auch recht seltsam.
29. September 2006 um 20:57 Uhr
Welches “Bonus Game”? Und wem gegenüber wurde es verschwiegen? Habe ich da was verpasst? Verlangt er, dass ihn Take2 bei jeder Veröffentlichung vorher anruft und ihm persönlich mitteilt, wie der Endgegner aussieht?
29. September 2006 um 20:59 Uhr
Das mit dem Schläger.
Ach, ich verstehe es ja auch nicht. Ich versuche Vernunft in den Kommentar zu interpretieren…
29. September 2006 um 21:01 Uhr
Das ist wie Wasser in die Wüste zu denken. Wird nicht funktionieren.
29. September 2006 um 21:04 Uhr
Kakteen haben einen Wasserspeicher der sie monatelang ohne Wasser auskommen lässt. Und wo stehen Kakteen? ;)
Aber Recht hast du schon. Ach was solls, der Glaube an das Gute im Menschen stirbt eben zuletzt…
29. September 2006 um 21:53 Uhr
Weiss nicht warum Eure Kommentare hier nicht erscheinen, jedenfalls danke für die 7 mails, die innerhalb 1 Stunde bei mir eingegangen sind.
Bin Mutter von 2 Kindern, beobachte das Geschehen mit Entsetzen. Das ist alles
Gruß@all
Nike
29. September 2006 um 21:56 Uhr
Also ich sehe unsere Kommentare. Kannst du mir nochmal erklären welches “Geschehen” du genau mit Entsetzen betrachtest? Vielleicht können wir dich dann beruhigen. Es ist nämlich alles gar nicht so schlimm wie du denkst.
29. September 2006 um 22:16 Uhr
Ich habs gewusst, dass es eine Frau war :)
Also: GTa ist ein Spiel in dem der Spieler generell viele Menschen erschießen oder erschlagen kann/muss. Dass GTa nicht gerade ein jugendfreundliches Spiel ist, ist uns hier allen klar, und vielleicht haben sie die Diskussion etwas missverstanden: Die Leute auf dieser Seite sind alle generell gegen gewaltverherrlichende Spiele, aber eben diese spiele können eine abschrekcende Wirkung gegenüber Gewalt erzeugen.
Wo ich wiederspreche: Das ist nicht frauenfeindlich. Der Spieler hat davor sicher hunderte von Männern umgebracht… ist das dann männerfeindlich?
29. September 2006 um 22:27 Uhr
Vielleicht ist ihnen schon aufgefallen, dass auf dieser Seite vor allem Diskussionen stattfinden, die weit über dem Niveau vieler anderer Internetseiten liegen.
Sie dürfen also gerne mit uns diskutieren: Wir sind dialogbereit und beharren nicht sinnlos auf unserem Standpunkt :)
30. September 2006 um 09:22 Uhr
Hallo, jetzt kann ich Eure Kommentare auch hier lesen, trotzdem danke für die schnellen mails. War ehrlich angenehm überrascht.Vielen Dank nochmal.
Ich bin sicher nicht so im Thema wie Ihr. Meine Kinder eher noch zu klein und dürfen nur ab und zu fernsehen, Computerspiele gibt es keine. Wir sind mehrere Mütter, die das Geschehen auf dem Markt generell mit Entsetzen beobachten und jede von uns fängt an sich etwas genauer zu erkundigen. Der 11-jährige Sohn einer Freundin hat Liberty City vom ahnungslosen Vater zum Geburtstag bekommen. Mutter geht ins Zimmer, während Jungs spielen und fällt fast um, als sie sieht, wie im Spiel eine Frau von einem Teenie totgeschlagen wird. Das ist ein Extra-Bonus, allerdings nicht in der Beschreibung erwähnt. Da wir erst am Anfang stehen, wussten wir auch nicht, dass Mord und Totschlag generell zum Spiel gehören. Uns hat es zutiefst getroffen, einfach weil wir Frauen sind. Spiel offensichtlich nicht indiziert, da ganz einfach erhältlich. Hab auch Schwierigkeiten damit, dass Mord generell bei solchen Spielen als völlig normal betrachtet wird, als ginge es nicht ohne. Naiv? Mag sein. Diese Abstumpfung macht mir Angst. Was mach ich, wenn mein Kind irgendwann so ein Spiel bekommt und nach dem Inhalt gefragt, mir antwortet: Ach Muttern, da wird gerade ein Typ aufgeschlitzt und die Tussi gef…t.
Werde mein Bestes tun, um das zu verhindern.
Essenz meiner Aussage: die Normalität und Selbstverständlichkeit des Mordens macht mir Angst.
Grüsse an Alle
Nike
30. September 2006 um 09:55 Uhr
Hallo Nike, dann wollen wir mal.
Ich bin etwas erstaunt, dass du immer wieder betonst, wie entsetzlich es ist, dass in dem Spiel eine “Frau” umgebracht wurde. Müsstest du nicht genauso entsetzt sein, wenn ein Mann umgebracht worden wäre? Oder hälst du ein Frauenleben für wertvoller als ein Männerleben? Wenn ja, dann musst du aber bitte husch hussh zurück in die Küche und dein Wahlrecht zurückgeben, denn das war der Preis dafür, dass es früher mal hieß “Frauen und Kinder” zuerst. Heute heißt es nur noch “Kinder zuerst” und das ist auch richtig so. Vielleicht solltest du die Ausrichtung deines Moralkompass da noch mal etwas überprüfen. Aber das nur am Rande.
Einem 11-jährigen GTA3 zu geben, ist natürlich ein ziemliches Desaster. “Ahnungslos” war der Vater aber ganz sicher nicht. Auf der Packung steht schließlich ganz dick drauf, dass das Spiel keine Altersfreigabe von der USK bekommen hat. Zusätzlich steht wahrscheinlich auch noch eine dicke “über 18″-Bewertung von der PEGI drauf. Dieser Vater hätte das ganze Problem mit einem einzigen Blick verhindern können. Am Ende sind die Eltern in der Pflicht. Wenn die versagen, und dieser Vater hat hier komplett versagt, dann kann der Staat oder die Branche auch nicht viel machen.
In Grand Theft Auto gehören Mord und Totschlag übrigens in der Tat zum Spiel. Das gehört nicht in Kinderhände. Schon gar nicht in 11-jährige Kinderhände. Du lässt deine Kinder ja wahrscheinlich auch nicht CSI gucken, wo jeden Abend zur Belustigung des Publikums in den Eingeweiden brutal umgebrachter Menschen rumgewühlt wird.
Die gute Nachricht ist, dass bei weitem nicht alle Videospiele so sind. Es gibt auch Spiele wo das Spielprinzip darin besteht, niedliche Hundewelpen herzlich zu knuffeln. Und dann gibt es halt alles zwischen diesen beiden Extremen. Ich halte Videospiele übrigens für eine wesentlich bessere Freizeitbeschäftigung für Kinder als Fernsehen, da Videospielen eine aktive, teilnehmende und zum Teil auch sehr soziale Beschäftigungsart ist, während Fernsehen immer eine passive Berieselung ist, die mehr oder weniger alleine stattfindet, selbt wenn andere Leute anwesend sind.
Also: Keine Angst vor Videospielen, aber vor dem Kauf immer auf die Alterskennzeichnung von der USK achten und den Kindern beim Spielen immer wieder mal über die Schulter schauen, damit sie keine Spiele anschleppen, für die sie nicht geeignet sind. Dann kann man nicht viel falsch machen. Und bitte mal ein ernstes Wörtchen mit dem Vater dieser Freundin reden. Der möge seinen Job als Vater mal bitte ein bisschen ernster nehmen.
30. September 2006 um 10:21 Uhr
Ich versuche auch mal meinen Senf dazuzugeben, obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass Menschen die vorallem dem eigenen Geschlecht zugewandt sind (nicht sexuell, und auch völlig egal ob Frau oder Mann) sich nicht gerne vom anderen Geschlecht etwas sagen lassen. Aber gut.
Du sprichst davon, dass ihr Mütter den Markt mit Entsetzen beobachtet. Doch beobachtet ihr wirklich den Markt? Oder seht ihr nur das, was die Medien euch sehen lassen wollen? Natürlich, ein GTA gibt es, und es gibt auch andere Spiele in denen nicht zimperlich mit Gewaltdarstellungen umgegangen wird.
Es gibt jedoch auch andere Spiele: Videospielen ist wie aktives Fernsehen (zumindest bis zu einem gewissen Grad): Keine Mutter würde auf die Idee kommen seinem Kind das Fernsehn zu verbieten, weil es außer den Teletubbies auch noch Dinge wie Law and Order gibt. Machen wir mal hier weiter: Meine Verwandten sehen sich jeden Sonntag Abend den Tatort an (und ich auch). Meine Verwandten sind volljährig. Die Kinder meiner Verwandten sehen den Tatort nicht, denn sie sind noch zu jung. Trotzdem gehen die Eltern nicht davon aus, dass Fernsehn grundsätzlich schlecht wäre.
Meine Verwandten spielen aber auch Halo (ein Spiel in dem man zu Hauf Leute tötet). Die Kinder meiner Verwandten spielen es nicht, weil sie zu klein sind. Trotzdem gehst du davon aus, dass Videospiele schlecht sind. Und das obwohl es für die Kinder viel einfacher wäre den Tatort anzusehn (oder Shining von King) als sich ein Spiel über ihrer USK Freigabe zu kaufen.
Bilde dir einfach deine Meinung. Ich persönlich finde eine gezielt erhöhte Wertschätzung des weiblichen/männlichen Geschlechts deutlich erschreckender als ein Videospiel ab 18, da sie von einer bereits fundamental falschen Einstellung zur Gleichberechtigung aller Menschen zeugt: Wir unterscheiden Menschen danach ob sie einen Penis oder eine Vagina haben, dabei sind die geistigen Unterschiede zwischen Frauen und Männern fließend und du wirst sicher den ein oder anderen Mann treffen, der sich deutlich weiblicher verhält als einige Frauen.
Ich frage, wie sich deine Kinder (Söhne nehme ich an?) fühlen, wenn du sie bereits so erziehst? Bist du dir sicher, dass du ihnen nicht ihr Selbstbewusstsein nimmst noch bevor sie anfangen können es zu entwickeln? Sollen sie sich wirklich als potenzieller Vergewaltiger sehen, noch bevor sie wissen was die Sache mit den Bienchen und Blümchen überhaupt bedeutet?
Keine Frage: Gleichberechtigung ist eine gute Sache. Nur ist es kindisch und einfach dumm die Gleichberechtigung als einen Kampf zwischen Frauen und Männern zu sehen.
Und wenn du einmal genau in die hineinhörst wirst du spüren, dass diese Einstellung weit verbreitet ist. Wenn du deine Töchter (wenn du welche hast) so erziehst werden sie später keinen Mann bekommen. Überleg mal warum.
(Übrigens sollte dieser Beitrag nicht persönlich sein. Ich bin nämlich weder für Frauen noch für Männer, ich mache keinen Untersched zwischen schwarzen und Weißen, ich finde es lediglich grauenhaft wie verbohrt unsere Gesellschaft bei solchen Dingen ist, und wie sie trotzdem nach dem Weltfrieden streben möchte.)
30. September 2006 um 10:23 Uhr
uuh…seinem.
30. September 2006 um 11:28 Uhr
Was soll ich sagen: Danke, danke für Eure zahlreichen mails. Vor allem dickes Danke an Loui und Richard.
Möglicherweise ist meine Haltung naiv. Hab keine Ahnung. Der Aufschrei einer erschrockenen Mutter. Meine Kinder (Tochter+Sohn, also von allem etwas) eher zu klein. Wie schon erwähnt: die Normalität des Killens insgesamt, und dass das alles nicht so schlimm sei. Übrigens: ich würde gerne Eure Kommentare in der www.hausfrauenrevolution.com veröffentlichen. Ich könnt es selbstverständlich nachlesen, müsst Euch registrieren lassen, was aber kein Problem ist. Es ist ein öffentliches Forum, nicht nur für Hausfrauen:-). Brauche für die Veröffentlichung Euer Ja (oder Nein, dann lass ich es, ist klar)
Verknüpfungen zu anderen Foren find ich eh klasse, erweitert es doch den Horizont.
Liebe Grüsse
Nike
30. September 2006 um 12:15 Uhr
Nur zu, ich habe nichts dagegen.
30. September 2006 um 12:18 Uhr
Von mir aus auch. Ich werd mich wohl mal auf der Seite umsehen :)
30. September 2006 um 12:19 Uhr
Danke Richard! Bist natürlich herzlich eingeladen. Kannst dich registrieren und aktiv mitschreiben, wenn du lustig bist. Wäre klasse. Dann entsteht eine Diskussion über ein Forum hinaus.
Brauche noch ein ok von Loui.
Vielen Dank nochmal
Nike
30. September 2006 um 12:20 Uhr
Mich schreibt man aber mit einem “e” hinten ;)
30. September 2006 um 12:25 Uhr
wo werden die Kommentare denn veröffentlicht?
1. Oktober 2006 um 19:55 Uhr
Hi Louie, sie werden im Forum veröffentlicht.
Der Gesamt-Thread heisst: Behörden, Institutionen, Fördergelder (oder so ähnlich), dann im Unterbereich: GTA3. Da kannst du Deine Kommentare lesen (hab sie reinkopiert) und selbstverständlich schreiben.
Gruß
Nike
1. Oktober 2006 um 22:17 Uhr
Danke