Klick! Laber, laber. Klick! Laber, laber. Klick! Laber, laber.

mystere.jpg

Stell dir vor du wachst morgens auf und musst zu einem Termin. Wie sich aber herausstellt, hat deine Frau aus irgendwelchen Gründen deinen Kleiderschrank abgeschlossen und den Schlüssel versteckt. Natürlich ist der Kleiderschrank einbruchssicher. Man will ja seine teuren Seidenkrawatten schützen. Außerdem ist dein Auto in der Werkstatt und dummerweise hat deine Stadt anscheinend weder Busse, noch Straßenbahnen, noch Taxen und du hast auch kein Fahrrad. Um deinen Termin wahrnehmen zu können, musst du als den Schlüssel zum Kleiderschrank suchen und den Automechaniker anrufen. Wie das Anrufen des Automechanikers dein Auto herbeizaubern soll, ist auch nicht ganz klar, aber trotzdem musst du ihn anrufen. Du weißt einfach, dass du musst.

Ärgerlicherweise hast du die Nummer vergessen. Die Welt in der du lebst, hat leider auch keine Telefonbücher, gelbe Seiten oder gar eine Auskunft, die man anrufen könnte, also musst du deine Wohnung nach dem Zettel durchsuchen, auf dem du die Nummer aufgeschrieben hast. Auch da kommt leider wieder deine Frau ins Spiel. Die hat diesen Zettel nämlich genommen, zerrissen, andere Sachen drauf geschrieben und die Teile quer durch deine Wohnung verteilt.

Wenn dir das passiert, dann heißt du Adam Quinn und du bist in der Demo zu “Das Eulemberg-Experiement” gefangen. In diesem Fall solltest du dich auf eine lange Suche einstellen. Dein komischer Diener ist jedenfalls nicht willig bei der Suche zu helfen, sondern steht nur in der Ecke und grunzt ein Regal an. (Das könnte daran liegen, dass er ein Neanderthaler ist, den du mal in einer Höhle in der Mongolei gefunden hast. Es ist heutzutage halt verdammt schwierig gutes Personal zu kriegen.) Schlimmer noch, dein Haus ist randvoll mit geschmacklosem Tand aus aller Welt, von dem auch wirklich noch das letzte Stück einen Hotspot darstellt. Schon ein gründliches Absuchen des Wohnzimmers dauert so mal fröhlich eine Viertelstunde. Pixeljagd vom Feinsten, zumal einem Herr Quinn zu jedem Gegenstand erstmal ein bis zwei Lebensgeschichten an die Backe labert.

Durch Umbenennung des Spiels von “Martin Mystère” in “Das Eulemberg-Experiment” und des Protagonisten von (ebenfalls) “Martin Mystère” in “Adam Quinn” versucht der deutsche Vertrieb Most Wanted Games zu vertuschen, dass sie uns hier einen zwei Jahre alten italienischen Titel als brandneues Spiel andrehen wollen. Der Titel basiert wohl auf einem Comic, der interessanterweise in Deutschland Allan Dark heißt. Insofern hat MWG es nicht mal geschafft den Namen richtig zu ändern. Gute Arbeit, Jungs!

Am Ende bleibt bei Herrn Mystère/Quinn/Dark nicht viel übrig als die hübsch gezeichneten und ordentlich bunten Hintergrundbilder. Spielen möchte man es nicht. Außer man leidet an akuter Klickitis.

48 Kommentare Autor: Richard
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48 Kommentare

  1. davon habe ich auch schon gelesen, die Rätsel sind so unlogisch und an den Haaren herbeigezogen, das es weh tut.

  2. Puh, bis zu der Stelle in der die Demo erwähnt wurde, dachte ich schon es handelt sich wieder um eine Anekdote aus deinem Leben. Jag mir nie wieder so einen Schrecken ein!

  3. Mal ganz ehrlich, wie die Dinge im Moment laufen ist das nicht so weit hergeholt. Wenn ich aber mal irgendwann aufwache und spontan feststellen muss dass ich verheiratet bin, dann wäre es wohl mein geringstes Problem, wenn sie meinen einbruchssicheren Kleiderschrank abgeschlossen hätte.

  4. Ich hätte irgendie mal wieder Lust auf ein Point-and-Click Adventure. Habe seit Amiga Zeiten nicht mehr gespielt. Ausser vielleicht Stupid Invaders, das ich übrigends recht gut fand. Da waren die Rätsel wenigstens gewollt skuril. Hat jemand schonmal das Clever & Smart Adventure gespielt ? Taugt das ?

  5. Erinnert mich an Träume, in denen man etwas wichtiges vorhat, aber einfach nicht vorwärts kommt, weil man vorher noch irgendwelchen kompletten Stumpfsinn erledigen muss. Irgendwann hat man die eigentlich Aufgabe dann vergessen und unterhält sich stattdessen angeregt mit einem Neandertaler im Anzug mit Fliege. Ich lade jetzt mal die Demo runter, vielleicht kann ich dann besser und traumlos schlafen.

  6. Am spaßigsten ist aber, wie der Publisher gegen die schlechten Wertungen in der Printpresse ätzt:
    http://www.most-wanted-games.com/eulemberg/html/presse.htm

  7. Richtig. Darauf wollte ich noch hinweisen. Liest sich fast wie Antigames, wenn ich einem schlechten Tag habe.

  8. Mick Schnelle sollte trotzdem irgendein Mafioso seinen Computer zerstören. Ich kenne kein Spiel, dass er nicht verrissen hat.

  9. Laut Richards Text scheint Schnelle aber nicht so verkehrt zu liegen… *tüdelü*

  10. >> Mick Schnelle sollte trotzdem irgendein Mafioso seinen Computer zerstören. Ich kenne kein Spiel, dass er nicht verrissen hat.

    Er ist doch jetzt eh bei der Gamestar raus.

  11. Mir ist vor kurzem der Schlüssel zu meinem Kleiderschrank abgebrochen (in dem sich selbstverständlich meine Seidenkrawatten befinden). Ich habe eine Stunde, diverse Werkzeuge und brachiale Gewalt anwenden müssen um den Monolithen zu knacken.
    Zumindest in diesem Punkt scheint das Adventure sehr realistisch zu sein.

  12. Er ist doch jetzt eh bei der Gamestar raus

    Durch diese Nachricht glaube ich wieder an den PC-Spiele Gott. Danke Satan Claus.

    Ernsthaft, ich hab, glaub ich, seit einem Jahr keine Gamestar mehr in der Hand gehalten. Werd ich auch nicht. Und gar nicht wegen der Wertung, sondern wegen des teilweise miesen Schreibstils den manche Redakteure an den Tag legen.

  13. Mick Schnelle fand ich persönlich einen der wirklich guten Spieletester bei der Gamestar, schade eigendlich um ihn.

  14. wahrscheinlich war sein geschmack zu anspruchsvoll

  15. Denen den man das Spiel fuer ~45Euro andrehen konnte, kann man ja auch direkt versuchen ein Loesunsheft fuer 15Euro mit anzudrehen. Pff. Wie arm.

  16. http://www.most-wanted-games.com/eulemberg/html/presse.htm

    Wow, ein PR-Mensch der sich was traut. Das sieht man auch nicht alle Tage. Die Pressemitteilung wird wahrscheinlich sowieso nur von Redakteuren gelesen, daher frag ich mich, was diese Kindergarten-Aktion soll.

    Was ein echter Adventure-Fan ist, der achtet doch sowieso nicht darauf, was in den einschlägigen Blättern an Schnellschüssen abgegeben wird. Wer achtet denn überhaupt noch auf die Wertungen in den werbefinanzierten Magazinen?

    die Rätsel sind so unlogisch und an den Haaren herbeigezogen, das es weh tut.

    Ist dass nicht bei jedem Adventure so? Zuerst sammelt man jeden Mist ein, ohne zu wissen warum, und baut dann in MacGyver Manier ein Wunderding zusammen.

  17. Ist dass nicht bei jedem Adventure so? Zuerst sammelt man jeden Mist ein, ohne zu wissen warum, und baut dann in MacGyver Manier ein Wunderding zusammen.

    Da hast du leider recht. Wenn man damit interagieren kann, dann muss es auch wichtig sein. Ausser der Programmierer hat es absichtlich als red herring eingebaut. Es gibt viel zu wenige Spiele, in denen Gegenstände einfach Gegenstände sind, und nicht der Schlüssel zum nächsten Rätsel.

    Dreamweb war zum Beispiel so eine Ausnahme. Da ist man anfangs ziemlich vor die Wand gelaufen, wenn man in typischer Videospielelogik erstmal alles eingerafft hat und dann mit fünf Paar Socken, einem Stapel dreckigem Geschirr und der Programmzeitschrift von letzter Woche rumlief :-)

  18. An Dreamweb kann ich mich auch noch erinnern. Hat eine Weile gedauert bis ich gemerkt habe, dass man auf Dauer mit 15 Kaffeetassen eher wenig anfangen kann.

    Die Rätsel sind aber definitiv nicht in jedem Adventure unlogisch und an den Haaren herbei gezogen. Denkt bitte nochmal an Indy 4 oder Day of the Tentacle zurück. Indy 4 ist ein Musterbeispiel für ein Spiel, bei dem jedes Rätsel vom Plot motiviert war und Day of the Tentacle hat bis heute die brilliantesten Rätsel, die je in einem Videospiel aufgetaucht sind. Die waren zwar fast immer total abgefahren, haben aber gleichzeitig immer irgendwie Sinn gemacht und ihr Lösung wurde auch immer durch Dialoge, Kommentare der Charaktere oder einfach durch die Situation angedeutet. Das sind Dinge, die aktuelle Adventure nicht mehr schaffen und deshalb sind sie fast alle schlecht.

  19. Übermässig viele Gegenstände würden in einem Adventure nur den Spielfluss behindern, der in Adventures ohnehin oft zum stocken kommt. Es sei denn natürlich, es gäbe viele Alternative Lösungswege, was aber in einem Adventure (aus kommerzieller Sicht) zu aufwendig wäre. Und falls man es doch versucht, dann wäre es kein Adventure mehr, sondern fast schon ein Rollenspiel.

    Ich denke, dass der Reiz eines Adventures eher in der Grafik zu finden ist. Auch Indy4 war für seine Zeit sehr schön gestaltet und wurde nur noch von The Legend of Kyrandia-Serie übertrumpft. Rollenspiele waren dagegen nur mit billiger Tunnelgrafik zu haben und setzen verhältnismäßig sehr viel mehr Fantasie voraus (Tetris meets Sprite-Monster). Heute haben sich Rollenspiele zwar sehr gebessert, aber Adventures punkten immernoch mit deutlich mehr Zwischensequenzen und den detailverliebten Umgebungsgrafiken. Es ist nunmal ein sehr viel visuelleres Erlebnis.

    Vielleicht spreche ich da auch nur für mich. Aber in einem Adventure geht es mir vorallem um die visuellen Genüsse, an zweiter Stelle kommt der gute Spielfluss und erst an dritter Stelle würde ich mich über schlechte Rätsel oder die Story aufregen. Bei einem Rollenspiel wäre mir aber genau dies das Wichtigste.

  20. Ein Adventure taugt nur was, wenn es gut geschrieben ist, atmosphärisch dicht ist und gute Rätsel hat. Das Genre funktioniert nur, wenn alles stimmt. Das macht es so schwierig gute Adventures zu entwickeln. Andere Genres können sich da schon eher aus der Affaire ziehen. Solange die Grafik stimmt, finden sich bei einem FPS zum Beispiel immer genug 16-jährige die das spielen wollen, egal wie schlecht der Rest ist. Puzzlespiele können prima auf Grafik und Story verzichten, wenn das Kerngameplay stimmt. Und so weiter. Aber bei Adventures muss alles passen.

  21. Ein Adventure taugt nur was, wenn es gut geschrieben ist, atmosphärisch dicht ist und gute Rätsel hat.

    Mag sein, dass das Eulenberg-Experiment Müll ist. Aber wenn es mal als Vollversion auf einer Heft-CD landet, dann werde ich selbstmörderisch die 5 Euro investieren. Denn wer weis, vielleicht gibt gerade diese Informationsflut dem Spiel oder gar dem Genre eine neue Perspektive. Man muss den Dingen offen gegenüber stehen, sonst verpasst man vielleicht was.

    Ich hab erst gestern Conan durchgespielt. Hätte ich es nach dem beurteilen müssen, was ich in der ersten halbe Stunde gesehen habe (schwerfällige Steuerung, mässige Grafik, 0815-Story), dann hätte ich es gleich in die Tonne getreten und nicht erlebt, dass es sich mit der Zeit tatsächlich steigert (bis hin zu “ganz brauchbar”).

    Ich bin auch auf der Suche nach dem perfekten Spiel, aber in der Zwischenzeit begnüge ich mich mit dem was da ist.

  22. Rollenspiele waren dagegen nur mit billiger Tunnelgrafik zu haben und setzen verhältnismäßig sehr viel mehr Fantasie voraus (Tetris meets Sprite-Monster). Heute haben sich Rollenspiele zwar sehr gebessert, aber Adventures punkten immernoch mit deutlich mehr Zwischensequenzen und den detailverliebten Umgebungsgrafiken. Es ist nunmal ein sehr viel visuelleres Erlebnis.

    LOL! ROFL!
    Ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Mal von Pionieren der 3D-Technik wie Ultima Underworld, oder Arena abgesehen – Eye of the Beholder, Wizardry (Bane of the Cosmic-Forge), Might & Magic III die rocken aber mächtig die VGA-Karte. Also, deine Aussage mag ja bis 1989 stimmen, aber danach haben RPGs aber mal kräftig die Grafikkeule ausgepackt.

    Und gerade die Westwood-Hämmer sind optische Leckerbissen, das ist wahre Pixelkunst!

    *schnauf* *schnaub* *schaumvormmaulabwisch*

  23. @Zafi:
    Ich packe dir noch etwas Lembas für den Weg ein.
    Viel Glück und mögen die Götter dich beschützen!

  24. 2Aulbath

    Du hast mich da wohl missverstanden. Es geht nicht darum, dass Rollenspiele eine gute oder schlechte Darstellung haben, sondern darum, dass Adventures ihren Rollenspiel-Kollegen optisch immer einen Schritt voraus waren. ES Arena war cool weil es 3D war, aber ganz sicher nicht weil es gut aussah. Und schau dir nochmal einen Lands of Lore Screenshot an. Ich hab das Game durchgespielt, dort hast du als Gegner eine 2D-Figur, die je nach Aktion 2-3 andere Darstellungen annehmen kann. Also im besten Fall eine 4-Bild-Animation. Sicher war Lands of Lore unter den Rollenspielen top, aber es war ganz sicher nicht dem optischen Feuerwerk eines 7th Guest gewachsen (inkl. InGame-Video-Animationen). Auch Myst putzt jedes bis dato erschienene RPG locker weg. Die kamen übrigens alle beide im selben Jahr wie Lands of Lore und ES Arena auf den Markt.

    “Der Aulbath pustet und pustet, aber er kann das Haus nicht umpusten. Da wird der Aulbath sehr, sehr wütend. Er sagt: “Ich klettere durch den Kamin und hole dich!” Doch Zafi macht ein Feuer im Kamin und stellt einen großen Topf darauf. In dem Topf kocht Wasser. Der Aulbath klettert auf das Haus. Er findet das Loch vom Kamin und beginnt den Kamin hinunterzuklettern. Mit einem großen Platsch landet er im Topf. Das ist das Ende vom Aulbath. Der Zafi ist einfach zu schlau für ihn und lebt glücklich weiter.”

  25. 2 padington

    Immer zwei es sind, ein Schüler und ein Meister.

  26. @Zafi: Du vermischst gerade munter einen Haufen Sachen…

    Ich habe dich sehr wohl verstanden, du sagst RPGs seien hässlicher als Adventures.

    Animationstechnisch sind jawohl alle klassischen LucasArts Adventures (klassisch, also vor Day of the Tentacle) ein aktuer Fall von 2-Phasenanimation. Wenn man in Indy 4 zum Beispiel irgendwas benutzt streckt Indy seinen Arm und *plingplong* irgendwas passiert. Im Übrigen ist Indy genauso eine 2D-Figur wie alle Bitmap-Monster dieser Welt.

    So, und dann bringst du Myst und 7th Guest… das sind Renderspiele. Hässliche Rendereien sind keine handgepixelten Optiken, und darum ging es hier ursprünglich. Wer rendert kann nix am Pixel, und wer FMVs mit echten Schauspielern einbaut hat gleich ganz verloren. Der kann nämlich gar nix. Die ganzen FMV-Spiele haben sich zu Recht auch nicht durchgesetzt, starr und steril – das ist einfach langweilig, kalt und es fehlt an coolen, netten Details.

    Wenn ich mir hingegen einfach nur ansehe wie die Spellscroll in Lands of Lore 1 auf den Steinboden tropft, wird mir aber ganz anders. DAS ist wirklich Grafikpower, da weiß jemand wie mans macht und hat nen’ Haufen Zeit investiert ne’ butterweiche und grandiose Sequenz zu animieren – und alles nur für den Punkt im Spiel wenn jemand sein Spellbook einsammelt. Sowas bleibt hängen, sowas rockt! Auch die feinen Gesichtsanimation für’s Sprechen, oder wenn Treffer eingesteckt werden sind cool. Oder das Bootfahren, wenn die Wellen toben und das Wasser auf’s Deck schwabbt. Oder der Riesenork in Roland’s Manor, oder die Riesenechsen in den Southlands, das Befreien der Bauerndame in den Draracle-Höhlen oder der Wurm in den Urbischminen… oder, oder, oder… Details, mein Freund, Details! Gepixelt!

    Zudem konntest du Lands of Lore auch auf Disketten kaufen, und auf gerade mal 8 Floppies so ein Feuerwerk abzubrennen (und das Spiel geizt nun wirklich nicht mit Sprachausgabe, Cutscenes, Effekten und großen Dungeons, verschiedenen Tilesets usw.) ist Genre-übergreifend schon eine Meisterleistung (zum Beispiel waren die Cutscenes in Indy 4 lächerlich gegenüber LOL, und Sprachausgabe gab’s auch keine – trotz 11 Disketten!). Die Cutscenes in Indy, also die wo von der Spielgrafik wirklich umgeschaltet wird waren übrigens auch nicht animiert, sondern hier wurden bloß 2 Bilder in einander übergeblendet (und das mit nem bescheidenen Dither-Verfahren) – in LOL waren die alle filmreif animiert. Und dann kommt 7th Guest daher, mit 2 CDs… was damals gleichbedeutend mit unendlichem Speicherplatz war. Hier fighten 12 MB gegen 1,2 GB, und dafür ist das Ergebnis für den GB-Contender schon reichlich erbärmlich.

    Die grauenhaften Renderlangweiler waren außerdem blass und pixelig (trotz HighRes-Grafik). Und im Übrigen, bei Myst gab es ja im normalen Spielverlauf nicht mal Hintergrundanimationen – und Schalter umlegen und dergleichen (wenn es denn nicht als langweilige Filmsequenz gemacht wurde) war ne’ 2-Bildersache. Schalter hoch, Schalter runter. Also kein Stück besser als die ach so hässlichen LOLs, EOBs, M&Ms usw. usf.

    Und man sollte auch nicht vergessen das man sich in Ultima Underworld zum Beispiel FREI bewegen konnte, wobei das gilt mal auch für alle Tunnel-DungeonCrawler man konnte sich überhaupt bewegen und schaltet nicht nur Standbilder durch. Da kann ich mir auch ein Bilderbuch angucken – mit Grafikpower hat das aber IMO nix zu tun. Denn ein Bild laden, das kann so ziemlich jedes Programm das nicht Textadventure ist.

    Also wenn wir weiterhin von Pixeloptik in 320×200 bzw. 320×240 sprechen, dann stimmt meine Aussage nachwievor – wenn wir allerdings Äpfel mit Birnen vergleichen, dann hast du sicher Recht.

    Wenn du mich wirklich hättest überzeugen wollen, wären Spiele wie King’s Quest VII oder Woodruff & The Schnibble of Azimuth angebrachter gewesen. Ein High-Res DungeonCrawler (aus dem Westen, denn in Japan gibt’s diverse PornDungeonCrawler in HighRes, die zudem ganz vorzügliches Artwork bieten und jede Menge Cutscenes) gab’s afaik nämlich nie. Wobei man dazusagen muß, das HighRes-Optik unter DOS damals so eine Sache war, und beide von mir oben genannten Vertreter unter Win3.1 und unter zuhilfenahme der WinG-Engine laufen.

    Das kleine Zafi-Schweinchen wird sich der große, böse Aulbath schon noch holen…

  27. Zusatz: Mir fällt gerade auf, es gibt doch mehr High-Res RPGs als ich dachte, zumindest kann man Menzoberranzan sowie Ravenloft 1&2 wohl tatsächlich auf Wunsch in voller VGA Auflösung mit 640×480 spielen. Übrigens schon mit “echter” 3D-Engine.

    Übrigens, eine absoluter 2D-Knüller (in den 2D Sequenzen natürlich) ist Albion – das ist definitiv eines der hübschesten Pixelgames ever. Die Farben, die Architektur… WHOA! Und das auch noch von Deutschen, praktisch das Crysis unter den Oldie-RPGs ;D

  28. Albion und Ambermoon FTW sag ich nur ;)

  29. 2 Aulbath

    Ich rede von optisch anspruchsvollen Games und du argumentierst mit Bewegungsfreiheit und pixligem 3D? Du betrachtest ein 4-Farben-Sprite und denkst tatsächlich, es sei schöner als eine vorgerenderte Szene? Und schließlich argumentierst du, dass neuere RPGs (Lands of Lore 1993) schöner aussehen als ältere Adventures (Indy4 1992), obwohl auch das am Thema vorbei geht?

    Aber wahrscheinlich hast du trotzdem recht. Ich muss mir nur das Hirn absaugen lasse und die Augen ausstechen, dann sehe ich dass sicher genauso wie du.

  30. Ja, ich rede ebenfalls von optisch anspruchsvollen Games – und es ist nunmal weitaus anspruchsvoller einen Raum zu berechnen mit allem Drumherum als eine Renderbild zu laden.

    Und ich habe lieber pixeliges 3D in dem ich mich bewegen kann als pixeliges und grob gerenderte Bilder mit Hotspots drin.

    Und ich will dir auch erzählen das ich selbst heute noch Renderszenen a’la Final Fantasy hässlich finde. Renderei kann nix!

    Übrigens, ich will dir erzählen das EOBII bereits ein Grafikrett vor dem Herren ist (die Intro… DIE INTRO! allein) – und das ist im selben Jahr wie Indy-4 erschienen.

    Ich habe LoL mit 7th Guest verglichen, und Indy 4 mit EOBII… und bei ersterem kriegt meine Gunst klar LoL, bei letzterem würde ich sagen sind beide Spiele auf ihre Art sehr schön, aber EOBII hat einfach sauberere Grafiken und definitiv die besseren Zwischensequenzen.

    Hirn aussaugen brauchst du nicht, aber Augen ausstechen klingt gut… bitte Video dann auf youtube hochladen :D

    PS: Ich betrachte sogar klotzige C64-Grafik oder Atari VCS Blockoptik und find’s wesentlich kunstvoller und ansprechender als das öde 7th Guest.

    POWER TO THE PIXEL!

  31. Ihr vergleicht Äpfel mit Birnen. Die alten Rollenspiele waren riesige Welten, in denen man sich austoben konnte. Ich hab kaum eins durchgespielt und trotzdem viele viele Stunden dort verbracht ohne das ich was verpasst hätte.
    Adventures die ja primär Geschichten erzählt haben waren grafisch einfach schöner, wurscht jetzt ob gerendert wurde oder nicht. Wenn man einem heutigen Durchschnittsspieler LoL oder Sam&Max spielen lässt, wird der wohl S&M bevorzugen, weil es einfach schöner ausschaut.

  32. @Lorrenz: Der Durchschnittsspieler wird bei beiden Spielen sagen das es Scheisse aussieht, und die Terroristen suchen…

  33. Sehr wahrscheinlich empfindet Aulbath damalige Rollenspiele, im Verhältnis zu damaligen Adventures, nur deswegen als “schön”, weil sie seine Fantasie ansprechen und weil er deshalb mehr sieht, als nur die tatsächliche Pixel-Karambolage. Und genau hier scheiden sich die Geister.

  34. Ich glaube ihr redet völlig aneinander vorbei. Aulbath liebt einfach die Pixelästhetik der Spiele von damals. Dass er die Spiele dann anders sieht als du, sollte klar sein.

  35. Aulbath liebt einfach die Pixelästhetik der Spiele von damals.

    Wenn dem so wäre, dann hätte er nicht mit den schön animierten Gesichter oder den Zwischensequenzen von Lands of Lore argumentiert. Denn die sahen (vorallem damals) eher nach vorgerendert aus, als denn nach Pixelästhetik (obwohl sie wahrscheinlich doch nur handgezeichnet waren).

    Ich glaube eher, dass seine Errinnerung von seiner Fantasie überrannt wurde. Dass passiert mir auch häufig. Wenn ich der guten alten Zeiten wegen mal einen alten Klassiker auflege, dann muss ich mich fast übergeben. Waren dass wirklich nur 8 Farben? Warum funktioniert meine Maus nicht mehr? Warum kann ich nicht springen? Warum krächzen meine Lautsprecher? etc.

    Ich für meinen Teil habe beschlossen, die guten alten Zeiten nur noch damit zu würdigen, in dem ich die alten Spiele einfach mal in ihrer Pappschachtel (in Frieden ruhen) lasse. Zumindest hat mich diese Erfahrung gelehrt, dass man unter verschiedenen Umständen “hässlich” durchaus als “schön” wahrnehmen kann.

  36. Dinge sind dann schön, wenn sie als schön wahrgenommen werden. Es gibt kein fest definiertes “hässlich” oder “schön”. Du definierst bloß deine eigen Wahrnehmung als allgemeingültige Wahrheit. Das hast du schon in der Oblivion-Diskussion gemacht.

    Ich habe Lands of Lore übrigens auch als ein Spiel mit einem sehr sauberen und gelungenem Pixellook in Erinnerung. Ein kurzer Blick auf ein paar Screenshots hat diese Erinnerung durchaus bestätigen können.

  37. @Aulbath

    Nagut, sagen wir bildungswillige Durchschnittspieler, die beide Spiele auf GIGA gesehen haben.

  38. Es gibt kein fest definiertes “hässlich” oder “schön”.

    Es tut mir Leid, aber ich werde einfach nicht das Gefühl los, dass du und Aulbath über die Ästhetik der Sache sprecht, nicht aber um den rein visuellen Aspekt, um den es mir geht.

    Vielleicht solltet ihr euch einen Screenshot eines Rollenspiels aus der Zeit ansehen, zu dem ihr keinen Bezug habt. Und diesen dann mit einer klassischen vorgerenderten 3D-Szene eines Adventures vergleichen, zu dem ihr auch keinen Bezug habt. Das wäre dann zumindest sehr viel objektiver.

  39. @Zafi: Ich habe Lands of Lore 1 in 3 Varianten hier (US Disketten Fassung, französische Abandonware und UK-White Labe CD Fassung), ich glaube ganz gut zu wissen wie eines meiner absoluten Lieblingsspiele aussieht…

    Hier also mal drei Screenies zu LOL: 1 2
    3

    Und dann hier mal 7th Guest im Vergleich 1 2 3

    Muß jeder für sich selber wissen was hübscher/ästhetischer/stilvoller ist… meine Meinung habt ihr ja gehört.
    Ich habe auch nichts dagegen das du (Zafi) 7th Guest hübscher/besser/schöner findest. Aber pauschal zu sagen das ein Pixelspiel hässlich ist und nach heutigen Maßstäben wohl auch keine Daseinsberechtigung mehr hat und Renderoptik größerals (das Zeichen dafür mag der Kommentarkasten nicht) Pixeloptik, trifft bei mir einen Punkt bei der es zu einer recht emotionalen Reaktion kommt… siehe dazu weiter oben.

    Übrigens, bei Dotstream kriege ich feuchte Träume – sieht das geil aus/hört sich das geil an. Ich glaube aber, du (Zafi) würdest es hassen :D

  40. Übrigens, bei Dotstream kriege ich feuchte Träume – sieht das geil aus/hört sich das geil an. Ich glaube aber, du (Zafi) würdest es hassen :D

    Oh mei Gott! Diese Bit Generations sind ja genial! Jetzt wird doch noch ein GB Micro gekauft ;)

  41. @Louie: Auf jeden Fall, wenn sich ‘ne günstige Gelegenheit ergibt die Dinger einzusacken sind se’ aber sowas von gekauft.

  42. Hab´ den GB Micro vor kurzem in einem Geschäft meiner Nähe für nur 49 Euro gesehen. Da heißt es zugreifen, sobald die Bit Generations hier landen! :)

  43. Es tut mir Leid, aber ich werde einfach nicht das Gefühl los, dass du und Aulbath über die Ästhetik der Sache sprecht, nicht aber um den rein visuellen Aspekt, um den es mir geht.

    Äh. Was ist denn der visuelle Aspekt des Spiels, wenn nicht seine Ästhetik? Redet du hier von der Technik? Das kann ja wohl kaum ein Maßstab sein.

  44. Ich habe übrigens mal Screenshots von Lands of Lore mit Screenshots von 7th Guest verglichen. Mit beiden Spielen verbindet mich keinerlei Nostalgie. 7th Guest habe ich gar nicht gespielt und Lands of Lore nur sehr wenig.

    Lands of Lore gewinnt locker. 7th Guest hat eine sehr schlicht und ziemlich sterile Renderoptik, die damals technisch sehr beeindruckend war, sich aber überhaupt nicht gut gehalten hat. Lands of Lores Pixeloptik ist nicht nur künstlerisch besser, sondern hat sich auch erstaunlich gut gehalten. Die niedrige Auflösung macht sich zwar deutlich bemerkbar, aber ich finde LoL sieht besser aus.

    Die Diskussion ist natürlich inwzwischen völlig abgeglitten. Deine ursprüngliche These war ja “Adventures sehen besser aus als Rollenspiele” und jetzt sind wir irgendwie bei “Renderoptik vs. Pixellook” angekommen. Ich schätze ich sollte mich wieder an meine Diplomarbeit machen.

  45. Warum kommen Spiele wie Dotstream nicht auf den PC raus? Warum kaufen sich Leute immer wieder teure High-End-Grafikkarten? Wohl aus dem einfachen Grund, weil es den Leuten schon seit je her um mehr Realismus, ja gar um Photorealismus ging. Du kannst ja gerne Pong spielen und dich deshalb für einen Insider halten. Doch die Realität sieht anders aus. Wenn du dass nicht glauben willst, dann schau dir an was die Publisher produzieren und was die Käufer kaufen.

    Im übrigen bestätigt Aulbath in seinen letzten Posts, dass es ihm nicht um Aussehen geht, sondern tatsächlich um dass, was seine Fantasie daraus gemacht hat. Du genauso. Was euch also an Lands of Lore gefällt ist die “Ästhetik” des Spiels, nicht dass, was ihr tatsächich über eure Augen wahrnehmt (weist du jetzt was Ästhetik ist, ansonsten bitte Brockhaus oder Wiki fragen).

    Und ja, jetzt betrachte ich meine Meinung als Allgemeingültig. Denn alle Fakten sprechen dafür.

  46. @Richard:

    Lands of Lores Pixeloptik ist nicht nur künstlerisch besser, sondern hat sich auch erstaunlich gut gehalten.

    :) Du hast es mal wieder vorzüglich auf den Punkt gebracht, was mein Gestammel nicht vermochte.

    @Zafi: Du mußt nur mal ein bisschen abseits der großen Kaufhäuser gucken, da findest du auch Spiele wie Dotstream für den PC. Die Indie-Szene entdeckt schon seit Jahren immer wieder neue, sehr abstrakte Wege Dinge jenseits von realistischer Pickelberechnung auf dem linken großen Zeh zu präsentieren. Die Indie-Szene ist voll davon.

    Mal abgesehen davon, warum kaufen sich Leute dann “scheisse-hässliche-2D-pixel” DS-Software, die Spiele sehen alle viel beschissener aus als auf der PSP. Warum feiern soviele den/die/das Wii ab, obwohl uns die PS3 doch den 3. Weltkrieg in Echtzeit rendert…

    Aussehen und Ästhetik sind untrennbar miteinander verbunden.

    Ich finde die Renderoptik von 7th Guest ziemlich genau deshalb hässlich weil ich sie über meine Augen wahrnehme, aber auch das streicheln über die Packung und CDs ist bei Lands of Lore angenehmer. Die Handbücher von LOL riechen auch besser, zudem hat LOL so einen schicken samtigen Einband für’s Bestiarium. Nur dran geleckt habe ich noch nicht, denke aber mal die 7th Guest Disc wird auch da abstinken, weil ich mir dann nämlich die ganze Aufdruckfarbe reinschlabber… während die LOL-CD angenehm wenig bedruckt ist.

  47. Meine Aussage war “der Himmel ist blau” und darauf wird mir von vielen erwiedert “Nein, dass Gras ist Grün”. Erscheint dies irgendjemanden logisch? Mir irgendwie nicht und dennoch muss ich mich dagegen zur Wehr setzen.

    Denn hierzu muss man wissen, dass ich üblicherweise dickköpfig und sturr bin. Wenn meine Aussagen kritisiert werden, dann erwarte ich doch eigentlich nur, dass man sie zumindest vorher liest (ja ich weis, da bin ich wohl zu anspruchsvoll).

    Ich finde die Renderoptik von 7th Guest ziemlich genau deshalb hässlich weil ich sie über meine Augen wahrnehme, aber auch das streicheln über die Packung und CDs ist bei Lands of Lore angenehmer.

    Nein. Du findest sie deswegen hässlich, weil du das Game damals nicht erlebt hast. Du hast nicht erlebt, wie ein Spezi eines der ersten CD-ROM-Laufwerke für 300-400 DM gekauft hat, nur um dieses Game zu zocken, dass 100mal mehr Platz gebraucht hat, als die meisten Games. Stell dir vor, heute würde dir jemand von einem Game erzählen, dass doppelt so groß ist, wie deine größte Festplatte. Und dass eine Grafik besitzt, wie du sie noch nicht einmal Ansatzweise erlebt hast.

  48. Doch, ich habe all das erlebt… nur nicht mit 7th Guest, sondern mit Rebel Assault… haben damals übrigens 600 DM für unser FETTESTES DOUBLE-SPEED CD-ROM Laufwerk von Toshiba bezahlen lassen!
    Rebel Assault hat mich damals auch die ersten Tage wirklich geflasht, bis ich dann wieder X-Wing gespielt habe… (was übrigens auf zwei Händen voll Disketten ausgeliefert wurde) aber das ist eine andere Geschichte.