
Stellt euch vor, ihr sitzt im Flugzeug und denkt gerade über die scharfe Frau eures Nachbarn nach. Ihr starrt so aus dem Fenster und überlegt euch, was ihr alles mit ihr anstellen werdet, sobald ihr Mann auf Geschäftsreise ist, als sich plötzlich Unruhe im Flugzeug ausbreitet. Einige der Passagiere sind verschwunden. Einfach so. Ihre Kleidung liegt in Haufen auf ihren Plätzen und keiner kann sich erklären wo sie hin sind.
Eine Notlandung später stellt ihr fest, dass dieses Phänomen nicht auf euer Flugzeug beschränkt war. Überall auf der Welt sind Leute verschwunden. Bei Tempo 200 auf der Autobahn, beim Frühstück oder auf dem Klo. Nur ihre Kleidung ist noch da, ansonsten gibt es keine Spur von ihnen.
So beginnt das Buch “Left Behind”, ein Fantasyroman der amerikanischen Autoren Tim LaHaye and Jerry B. Jenkins über das Ende der Welt. “Left Behind” ist das erste Buch einer ganzen Serie, von der in den USA schon über 60 Millionen Bücher verkauft worden sind und die bereits drei Filme inspiriert hat. Soweit ist das alles zwar äußerst lukrativ aber nicht sonderlich spektakulär.
Hier wird es allerdings interessant: Millionen von Amerikanern glauben, dass das alles wahr ist. Sowohl die Autoren als auch ihre Leser sehen das ganze nämlich nicht als Fantasy, sondern als eine akkurate Beschreibung eines kurz bevorstehenden Ereignisses. Nur die Charaktere sind erfunden. Alles andere wird wirklich passieren. Noch zu unserer Lebzeit.
Diese Amerikaner sind evangelikale Christen und das Ereignis nennen sie “The Rapture” (zu deutsch “Entrückung”). Während fast alle Christen daran glauben, dass die Gläubigen am Ende der Welt auf die eine oder andere Art in den Himmel kommen, glauben diese Leute ganz spezifisch daran, dass ihre körperliche Form in einem bestimmten Moment von der Erde genommen und in den Himmel versetzt wird. Wie bei jeder religiösen Theorie gibt es auch hier verschiedene Varianten, wobei der Hauptdisput sich darum dreht, wann genau die Entrückung stattfinden wird. Dies kann entweder nach (Post-Entrückung), in der Mitte (Mittel-Entrückung) oder vor (Prä-Entrückung) der sieben Jahre dauernden Großen Trübsal stattfinden. Offensichtlich haben sich die Autoren von Left Behind entschieden, an die Prä-Entrückung zu glauben.
Es ist nicht schwer zu verstehen, warum so eine Theorie attraktiv ist, insbesondere für die sehr missionsorientierten evangelikalen Christen. Eine Prä-Trübsal Entrückung wäre nämlich das größte “Ich habe es dir ja gesagt!” der Weltgeschichte. Somit ist “Left Behind” wohl schlichtweg eine Art Rachefantasie. Wer nicht auf die Prediger hört, der muss die Große Trübsal mit Antichrist, den Sieben Plagen und allem Drumherum ertragen. Besser noch, den wahren Gläubigen bleibt all das erspart, was ja bei einer Mittel- oder Post-Entrückung nicht der Fall wäre.
Dummerweise gibt es herzlich wenig biblische Belege für diesen ganzen Entrückungskram. Der Begriff der Rapture taucht in der Bibel überhaupt nicht auf, die großen christlichen Religionen inklusive der Katholischen Kirche halten das für kompletten Unsinn und die Idee ist überhaupt erst im 19ten Jahrhundert aufgetaucht, womit sie nicht gerade in einer großen apostolischen Tradition steht.
Tatsächlich baut das gesamte Konzept der Entrückung nur auf einem einzigen Vers in der Bibel auf, nämlich 1 Thess. 4,17:
“Dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein.”
Schon erstaunlich was man sich mit genügend Fantasie aus so was basteln kann.
Nachdem ich jetzt mit dem ganzen Religionsgefasel die Besucherzahl von Antigames spontan halbiert habe, kann ich für die zurückgebliebenen (haha) Mitglieder der Antination ja endlich aufklären, warum ich sie mit diesem ganzen Unsinn zugetextet habe. Left Behind hat nämlich auch ein Videospiel namens “Left Behind: Eternal Forces” inspiriert.
In diesem Echtzeitstrategiespiel kann man als Mitglied der Tribulation Force (das sind Leute die zurückgeblieben sind, sich dann aber doch noch ganz schnell entschieden haben Jesus Christus als ihren persönlichen Retter zu akzeptieren) gegen den Antichristen und seine Mächte zu kämpfen.
Um vor der Diskussion des Spiels noch kurz die Qualität der Bücher und einige Details der Story zu etablieren: Der Antichrist heißt Nicolae Carpathia (kein Scherz), hat sich zum Präsident der Vereinten Nationen aufgeschwungen (kein Scherz) mit diesen die Weltherrschaft an sich gerissen (kein Scherz) und zwingt jetzt alle per Waffengewalt Atheisten zu sein und in Frieden zu leben (auch kein…na ihr wisst schon). Wer kein Atheist sein will oder gerne auf Leute schießt, der schließt sich der oben schon erwähnten Untergrundgruppe “Tribulation Force” an und bekämpft zusammen mit Protagonist Rayford Steele (Rayford Steele!) den Antichrist mit Gebeten und Raketenwerfern. (“Go Wolverines!”)
Das mag jetzt nach extrem unterhaltsamem Trash klingen, ist aber so holprig und moralisierend geschrieben, dass selbst ich nach zwei Kapiteln aufhören musste, und ich habe für so was normalerweise eine recht hohe Schmerzgrenze.
Zurück zum Spiel. Von dem ist gerade eine Demo erschienen und die musste ich einfach mal spielen. Schon bei der Installation macht das Spiel keinen Hehl aus seinem Sinn und Zweck, denn es wird nicht nur ein Shortcut zum Starten der Demo ins Startmenü gepackt, sondern auch ein Link zu Webseite “Don’t be left behind!“, wo man mit schicken Diagrammen zu Jesus geführt werden soll.
Das Spiel selber gibt die Weltsicht der Designer auch recht deutlich wieder. Neue Einheiten werden zum Beispiel nicht in Militäreinrichtungen oder Hauptquartieren gebaut, sondern man konvertiert “Zivilisten” von der Straße. Dazu braucht man einen “Disciple”, der mit der Bibel in der Hand loszieht, um Leute zu bekehren.
Der Prozess der Konvertierung ist dabei ganz interessant zu beobachten. Bevor ein Disciple mit den Leuten geredet hat, sind alle sehr unterschiedlich angezogen. Vom lässigen Typen in Jeans und Baseballkappe bis hin zum Mann im Anzug ist alles vertreten. Nach der Konvertierung verwandeln sich plötzlich alle in Klonkrieger mit einer Uniform aus Karohemd und Seitenscheitel.
Witzig ist übrigens der “Life Story” Button. Da kann man tatsächlich zu jedem Charakter seine zum Teil recht ausführliche Lebensgeschichte, sowie seine “Faith Story” lesen. Letztere beschreibt, wie die entsprechende Person zu Gott gefunden hat. Auch diese Geschichten liefern interessante Einsichten in die Weltsicht der Entwickler. So glauben die anscheinend, dass französische Kunsthistoriker in Scharen die schreckliche Armut und Unterdrückung ihres Heimatlandes verlassen, um in den USA als LKW-Fahrer den American Dream zu leben. Ob Franzose oder nicht, alle rufen nach der Konvertierung brav mit monotoner Stimme: “We are ready to serve!”.
Womit die Leute dann dienen, bestimmt der Spieler. Man kann mit Geld (eine Ressource des Spiels) Gebäude kaufen und diese dann mit einem Bauarbeiter in verschiedene Einrichtungen wie Kasernen, Cafés, Banken oder Krankenhäuser verwandeln. Diese Einrichtungen können entweder frisch konvertierte “Freunde” in nützliche Einheiten wie Soldaten, Krankenschwestern oder Musiker verwandeln, oder sie liefern Ressourcen wie Nahrung bzw. Geld.
Bei der Umwandlung der Konvertiten in Einheiten kommt wieder ein Stück Weltanschauung zum Vorschein. Wer nämlich aus einer Frau einen Bauarbeiter, oder aus einem Mann eine Krankenschwester machen will, der hat sich geschnitten. Bei Left Behind Games herrscht nämlich noch eine züchtige Rollenverteilung. Ich schätze auch die Endzeit haben Frauen wohl in der Küche zu verbringen.
Ein wirklich interessantes Konzept hat Left Behind allerdings zu bieten. Jede Einheit hat einen sogenannten “Faith”-Wert. Fällt dieser Wert zu tief, dann wird aus einer freundlichen Einheit wieder eine neutrale oder aus einer neutralen eine böse. Der Antichrist kann also deine Konvertierungen wieder rückgängig machen, indem er die Einheiten zur dunklen Seite der Macht verführt. Klang cool, bis ich heraus fand, wie der Antichrist das bewerkstelligt.
Nämlich mit Rockmusik, ist doch klar! Nein, ich denke mir das nicht aus. Der Antichrist baut jede Menge Rockmusiker, stellt diese mitten auf die Straßen von New York und wenn deine Einheiten daran vorbei laufen, fallen sie dem Teufel anheim. Zum Glück gibt es einen “Pray”-Knopf mit dem sich Einheiten von den bösen Schwingungen der elektrischen Gitarre wieder reinwaschen können.
Ehrlich wahr. Ich wünschte ich könnte mir so einen Quatsch ausdenken.
Besser als Catchumen ist Left Behind schon, allerdings kann man es kaum mit einer professionellen Produktion verwechseln. Das Spiel ist unübersichtlich, die Grafik schwach und die Missionen verdammt zäh. Meistens stirbt man an einer Überdosis Rockmusik. Oder an einer Unterdosis Beten. Je nachdem wie man das sehen will.
Woran man nicht stirbt ist eine Überdosis Blut. Jawohl, “Left Behind Eternal Forces” ist familienfreundlich. Zumindest nach amerikanischen Standards. Das bedeutet es gibt kein Blut und niemand ist nackig, während der Spieler für seinen Gott halb New York umnietet. “Praise the Lord”, wie die Einheiten im Spiel sagen, wenn sie wieder jemand getötet haben, der sich nicht zum wahren Glauben bekannt hat.
Das schließt in der Weltsicht dieser Art von “Christen” übrigens auch Leute wie Katholiken, Juden, Schwule, Atheisten und generell alle ein, die anderer Meinung sind. Blam! Blam! “Praise the Lord!”. Wenigstens werde ich blutlos und angezogen sterben, wenn sie mich an die Wand stellen.
Interessanterweise kann der Spieler im Mehrspielermodus auch die Seite des Antichristen übernehmen und gehörnte Dämonen auf seine christlichen Glaubenbrüder loslassen. Jedes andere Spiel mit so einem Inhalt würde sonst sofort von diversen so genannten “Familienorganisationen” öffentlich an den Pranger gestellt. Aber für Left Behind wird die Werbetrommel gerührt. Ich schätze das ist wie bei “The Passion of the Christ”. Blut und halbnackte Menschen sind BÖSE und SCHMUTZIG und VERBOTEN! Außer Jesus ist im Film, dann sind sie super.
Es wird übrigens auch ausgiebig Nutzen von Ingame-Werbung gemacht. Ich habe schon das Logo der US Armee gesichtet. Ich schätze die Zielgruppe passt. Wer nicht will, dass Left Behind an den Hersteller meldet wie lange man auf eine gewisse Werbung gestarrt hat, wird enttäuscht. Ein Versuch das Spiel per Firewall zu blocken, wird mit akutem Hängenbleiben bestraft. Gott befiehlt: Schau dir unsere Werbung an! Big Jesus is watching you!
Spaß macht Left Behind nicht. Als Einblick in eine wichtige amerikanische Subkultur (die zudem eine wesentliche Machtbasis von Präsident Bush ist, der wohl selbst an viele dieser Dinge glaubt) kann es aber sehr erhellend sein. Und auch ein bisschen beängstigend.
Sacrilicious!
Erstaunlich. Einer deiner besten Artikel. Sowas muss man sich erstmal freiwillig installieren!
Deine Opferbereitschaft ist beeindruckend.
Und christlich-amerikanische Subkulturen sind wirklich was gruseliges. Eine Freundin von mir arbeitet in der Studienberatung der Pennsylvania State, und die erzählte letztens, dass sie in letzter Zeit immer mehr verstörte Erstsemester aus dem Bible Belt trösten muss, die mit dem eher …ähm… erlebnisorientierten Leben an der Uni nicht klarkommen. Oder die gar nicht erst mit ihr reden – weil erwähnte Freundin (deutlich sichtbar) keine Christin ist.
Ist schon ein tolles Land, das da. Aber mit komischen Menschen in der Mitte.
Für die Demo ist mir meine Bandbreite und mein Rechner zu Schade. Aber dank Antigames weiß ich auch über solche „Spiele“ bescheid. Danke Richard! Guter Artikel.
Lieber Richard.
mit diesem artikel wirst du nicht gerretet…tststs.
Es ist übrigens interessant zu beobachten, dass wir endlich kommerzielle “Message”-Spiele bekommen. Sowohl Left Behind als auch Bad Day L.A. beziehen ganz klar Stellung zu etwas. Okay, sie sind beide ziemlich schlecht und Left Behind vertritt eine Auffassung, die konträrer zu der meinen nicht sein könnte, aber der Trend gefällt mir. Jetzt muss das nur noch jemand richtig machen. (Obwohl ich bei Left Behind ja ganz froh bin, dass es so furchtbar ist. Nicht dass die Viertklässerschreibe der Left Behind Bücher deren Erfolg geschmälert hätte.)
Ich denke, der Ausdruck “Holy Shit” trifft es ziemlich gut.
Ist mir selbst eingefallen. Hihi.
Sehr lesenwerter Artikel, klasse recherchiert!
Vielen Dank dafür!
Vielen Dank, dass du mir den Abend versüsst hast mit dem Artikel.
Klasse Artikel!
Wirklich bald erschütternt. So etwas ignorantes.
Ich sag auch nur mal “Kreationismus”.
Ganz schön starker Tobak das alles, wo soll man da anfangen? :-)
Tot durch Rockmusik … GUT! Ich kann diese himmlische Blaskapelle eh nicht leiden.
Den Teil find ich besonders Lustig. Frieden? Nur wenn ihr unserer Meinung seid!
Da fehlen mir die Worte…
Wie schon erwähnt, die Leute die wirklich so drauf sind leben an der Realität vorbei, ja sie geben sich sogar Mühe sie zu ignorieren. Sind dann überfordert wenn sie von selbiger eingeholt werden und bekommen dann Angst auf alles andere was mit ihrer Art von Weltsicht nicht erklärt werden kann.
Ich Prophezeie einfach mal das das sogar noch schlimmer wird.
mich hat schon der E3 Trailer abgeschreckt aber der Artikel ist herrlich
Ich kann die Filme auch nur empfehlen! Da sieht man wie der rumänische (!) Antichrist (Osteuropa ist für gläubige Amerikaner so eine Art unerforschtes Land mit Vampiren und Drachen) alle zwingt sich NICHT gegenseitig umzubringen, was den Christen total gegen den Strich geht. Gut sind auch die Darsteller, unter anderem bekannt aus The Way of the Master.
Wenn man Atheist ist und was zu lachen haben will, ist ein “Left Behind” Themenabend genau das richtige.
Immer wenn ich derartiges lese, erinnert mich das an die Gespräche mit den Menoniten meiner damaligen Berufschulklasse. Nicht nur, das keiner von denen Colt Seavers kannten, nein- die wollten auch nicht glauben, das es Dinosaurier gab !!!Kein Scherz, die meinten ernsthaft das das mit der Evolution eine Art Verschwörung der Ungläubigen sei. Woher die Skelette, Versteinerungen u.s.w. kommen konnten sie mir auch nicht erklären, aber es kann aus deren Sicht ja nicht sein.
Für mich ist die Kirche des großen Spaghetti-Monsters die plausibelste Religion bis jetzt. Ich bin weder Atheist noch Satanist, aber ich glaube nicht, das irgendein Gott so unlogischen Mumpitz gutheissen würde, den viele Religionen verbreiten. Warum sollte ein Almächtiger Gott ein absolut logisches Universum schaffen, um sich in so einem hanebüchenen Zusammenhang zu präsentieren ?
Ich mein das auch so wie ichs schreibe.
So gern ich ja auf den evangelikalen Amis rumhacke: Solchen bescheuerten Mist gibt’s (oder gab’s zumindest) auch hierzulande. Bei unseren Eltern ging Anfang der 90er ein Buch namens “Sie wollen nur Deine Seele” rum, in dem auch nachzulesen war, dass Heavy Metal direkt in die Hölle führt. Bloss war das bei uns rein amateur-theologisches Phänomen und keine Grundlage für politisches Handeln.
Hierzulande sind solche Leute aber sehr, sehr selten. Klar, es gibt die Partei Bibeltreuer Christen, die z.B. die Schöpfungslehre in der Schule sehen will. Aber die hat bundesweit irgendwie 5.000 Mitglieder und ist politisch völlig irrelevant. In Amerika gibt es ganze Landstriche, in denen du nicht öffentlich bekennen kannst, dass du Atheist bist und diese Leute sind dort eine ganz, ganz wichtige politische Zielgruppe mit sehr großem öffentlichem Einfluss.
Viel schlimmer ist, das diese Leute nicht wissen wer Colt Seaver ist. Colt Seavers ist der Coolste. BRENNT!
Ich weiß nicht was traumatisierender ist, seinen Kindern Colt Seavers vorzuenthalten, oder sie in so was ins Bett zu schicken.
In meinem Kindergarten wären deine armen Berufsschulkollegen jedenfalls Aussätzige gewesen.
Zum Artikel: Klasse geschrieben.
Zum Hintergrund: Als gläubiger und aufgeklärter Katholik muß ich sagen, das diese ganze Entrückungsache gequirlte Scheisse ist. In unserem Universum passiert nichts was nicht in die Naturgesetze passt. Was nach unserem Tod mit unserem Geist und Seele passiert…*schulterzuck*? In der Bibel steht soweit ich weiß nichts von einem Himmel, in den wir kommen. Übrigens schon gar nichts von einer Hölle. Das ist einer Erfindung der Menschen.
Zum Spiel:
Das ist unfreiwillig ironisch und sehr zynisch, da die USA seit Jahrzehnten genau das tun. Und jetzt grad im Irak und die Planungen laufen grad für den Iran. Komisch, dabei lebt der Iran (noch) in Frieden…auch wenn dieser von anderen mit Waffengewalt manchmal erzwungen wird.
Colt rul0rt! Aber Jody fand ich noch besser. Vor allem ihre großen schönen Augen! http://colt-seavers.fallguy.de/ Und witzig war sie! Fast so gut wie Emma Peel. :)
Tatsächlich glauben viele dieser Menschen, dass Frieden schlecht ist, weil er das kommen der letzten Tage verzögert. Kein Scherz. Gerade Krieg im Nahen Osten wird immer als positives Zeichen dafür gesehen, dass es bald soweit ist.
Es erklärt auch die amerikanische Apathie in Sachen Umweltfragen. Das Ende der Welt kommt in ein paar Jahren bis Jahrzehnten. Bis dahin reichen die ja Rohstoffe noch, und wer braucht schon eine Umwelt zu schützen, die bald sowieso nicht mehr existiert? God provides.
Doch, in den letzten beiden Kapiteln der Bibel (Offb. 21+22 wird er sogar einigermaßen genau beschrieben. Wobei man bei der ganzen Offenbarung nie weiß was bloß metaphorisch gemeint ist bzw. wie man es interpretieren soll.
Aber das Spiel ist wie eigentlich (leider) alle christlichen Spiele einfach lächerlich (Ich sag nur Pastor 3D).
Aber, wie Richard bereits gesagt hat, scheint man inzwischen gemerkt zu haben, dass man auch Videospiele mit “tieferen Sinn” machen kann, was bei Filmen eigentlich fast schon Standard ist. Ich hoffe allerdings, dass sich die Qualität der Botschaften noch stark verbessern wird.
Jedenfalls würde ich lieber Videospiele spielen, von denen ich auch etwas habe, anstatt nur damit meine Zeit rumzubringen.
Klasse Artikel! Einer von der Sorte, die Antigames nicht nur zu einem tollen Spieleblog, sondern zu einer Pflichtlektüre machen.
Zwischenruf! Beyond Good and Evil! Das macht das deutlich besser als die beiden genannten Spiele, mit seiner Story rund um Journalismus und die Wirkung von Massenmedien.
Und zu Bad Day L.A. muss man sagen: Klar Stellung bezieht American McGee in den diversen Interviews über das Spiel. Das Spiel selbst reiht lediglich Katastrophen und katastrophal schlechte Witze aneinander. Abgesehen von der Flughafenszene bezieht es Stellung zu gar nichts. Leider.
Und selbst die Flughafenszene vermittelt wohl niemandem, der schon einmal geflogen ist, irgendetwas Neues.
Danke fürs Lob Chris. An dieser Art von Artikel habe ich selber auch immer am meisten Spaß.
Ich würde allerdings BG&E nicht als “Message”-Spiel bezeichnen. Es hat natürlich einen richtigen Subtext und eine deutliche Aussage, es wurde aber nicht spezifisch gemacht um diese Aussage an den Mann zu bringen. Natürlich ist die Grenze da fließend.
Mmh, Ancel hat sich damals in diversen Interviews über “games with a meaning” ausgelassen. Insofern weiß ich nicht, ob die Aussage zutrifft, es wäre nicht dafür gemacht. Beispiel: GameSpy-Interview.
Wenn er selbst das als eine von zwei Hauptmotivationen hinter BG&E beschreibt, glaub ich ihm das einfach mal.
Sei es, wie es sei. Den Subtext hat es jedenfalls nicht zufällig.
Natürlich ist der nicht zufällig! Das Spiel hat schon gezielt eine Aussage. Ich frage mich aber, ob er mit der Message angefangen hat und dann ein Spiel darum gebaut hat, oder ob er angefangen hat ein Spiel zu bauen und dann eine Message eingebaut hat. Das ist wohl der entscheidende Unterschied.
BG&E ist einfach nur geil. Wenn ich das jetzt mal so als Zwischenargument einwerfen darf.
Darfst du, denn du hast damit verdammt Recht ;)
Das Lob zum Artikel möchte ich dann gleich nochmal bekräftigen: Genau wegen sowas lese ich die Seite hier, auch wenns manchmal Flauten gibt ;)
Was heißt hier Flauten? Erst gestern habe ich einen unglaublichen Skandal aufgedeckt! ;)
Die Frage beantwortet das Spiel aber selbst. BG&E ist ja nur deshalb so ein irrer Genremix, weil die Story jeweils das Gameplay vorgibt. Die ausgelösten Emotionen sind teilweise schon sehr genau geplant, das komplette Leuchtturmlevel am Anfang existiert zum Beispiel hauptsächlich deshalb, damit es dir später überhaupt etwas ausmacht, wenn der Turm zerlegt wird. Zumal Ancel oben ja sagte, er wollte nach Rayman “something meaningful” machen. Wann im Laufe der Entwicklung aus “something meaningful” die tatsächliche Message von BG&E wurde, wird sich im Nachhinein schwer nachvollziehen lassen, aber eigentlich ist der Zeitpunkt gar nicht so wichtig.
Der Unterschied ist vielleicht, dass BG&E den Spieler zwar sehr genau erfahren lässt, welche Macht er mittels seiner Berichte auf die Bevölkerung von Hillys ausübt und in welche Gefahren man sich auf der Suche nach der Wahrheit begeben kann, dass das Spiel dir aber nicht zwangsweise irgendeine Erkenntnis einzutrichtern versucht. Entweder du bekommst das mit oder eben nicht. Ist mir persönlich lieber und durch das selbst-erfahren-müssen auch eine für Spiele viel angemessenere Methode, eine Message zu transportieren, als die Holzhammermethode der beiden anderen angesprochenen Spiele.
Außerdem war Ancel das Gameplay an sich offenbar nicht völlig schnuppe. Während die beiden anderen angesprochenen Spiele offenbar mit der Meinung gemacht wurden, wenn man eine Message hat, kann man sich das gute Spiel dahinter eigentlich schenken. Da liegt wahrscheinlich der wirklich spürbare Unterschied: Left Behind und Bad Day L.A. _sind_ kaum mehr als ihre Message, während BG&E im Zweifelsfall selbst ohne sie funktioniert hätte.
In Ubis Foren wurde damals übrigens lang und breit über die Aussage des Spiels diskutiert, eine Reaktion, die Bad Day L.A. nun wahrlich auch nicht provoziert.
ich finde ob BG&E die aussage vorher hatte oder nicht eigendlich eher irellevant, meist gibt es so Ereignisse die einen zu irgendetwas motivieren noch nachträglich einzubauen, wichtig ist eher dann ob die Message enthalten ist oder nicht. Was allerdings stimmt ist das BG&E das nicht in den Vordergrund drängt und damit aber auch gleichzeitig nicht so mit dem Zeigefinger wedelt.
Ja das denke ich auch. Man kann bestimmt auch christliche Spiele machen, ohne das man bibeln aufsammeln muss und Leute per Knopfdruck bekehrt (um wieder zum thema zurückzukommen haha^^). Das ist irgendwie wirklich pervers.
Bei den “Chroniken von Narnia” (dem Film) regt z. B. die Story zum Nachdenken und interpretieren an. Warum geht das anscheinend nicht bei Computerspielen?
Gibt es eigentlich noch andere Games mit tieferem Sinn? Ich bin schon sehr lange auf der Suche danach.
Das nächste wird wohl Defcon. :)
Hey, das klingt hier fast so, als würde ich BG&E hier angreifen oder so. Das ist ganz sicher nicht der Fall.
Vielleicht hast du Recht, dass der Hauptunterschied darin liegt, dass BG&E eben mehr ist als nur seine Message. Wobei für mich BG&E deutlich weniger ein Message-Spiel ist, als z.B. Good Night and Good Luck ein Message-Film ist, obwohl beide ein ähnliches Thema haben, und beide verdammt gut sind.
Die Unterschiede sind da halt nur schwer greifbar.
Übrigens: Wer sich für das Thema interessiert, der sollte sich auch den Trailer zu diesem Film anschauen.
Right. BG&E stellt das nicht so in den Vordergrund… also dann warte ich auf Message-Spiele, die einerseits ihren Schwerpunkt auf ihrer Aussage haben, aber trotzdem gut gemacht sind. Wie bei Filmen beispielsweise “Requiem for a Dream”. Saugut gemacht, aber prügelt seine Message ja geradezu in dich rein.
Um noch etwas vom Thema abzuweichen: Sehr gut finde ich die Einstellung von Ubisoft-CEO Yves Guillemot zu BG&E. Im Frankreich-Special der vorletzten Edge sagt er nämlich auch ein paar Sätze darüber. Und zwar kein “es war nicht erfolgreich, hat uns nen Haufen Kohle gekostet und darum überlegen wir uns dreimal, ob wir sowas nochmal machen”-Geschwätz, sondern: “BG&E war super, aber mit drei Monaten mehr Zeit wäre es noch außergewöhnlicher geworden.” Tja, völlig richtig.
Da fällt mir noch nen Messagespiel ein: Moment of Silence
auch wenn 85% der Message im Enddialog liegt
WWOD? (What would Oden do?)
Moment of Silence, hmm? Das habe ich hier noch liegen. Irgendwann mal für 10€ bei Saturn gekauft. Zu viele Spiele, zu wenig Zeit.
spottet nicht über die kriche, meine kinder!!!
“Warum sollte ein Almächtiger Gott ein absolut logisches Universum schaffen, um sich in so einem hanebüchenen Zusammenhang zu präsentieren ?”
dein verständnis kann nicht den Allmächtigen begreifen!!!
Moment of Silence ist über lange Strecken leider sehr zäh aber es zeigt die Gefahren die in der Digitalisierung und einer vernetzten Welt liegen doch sehr gut.
Willst du es mir geben?
Dann eben nich. Ich habe sowieso vergessen einen Smiley in diese komplex konstruierte Frage zu integrieren. Hinzu kommt, dass niemand weiß was ich meinte.
Ach, sucht euch doch jemanden mit mehr Gehirn als ich.
Sollen wir Menschen nicht laut Bibel ein ebenbild Gottes sein ? Warum sollten Menschen das Universum nicht begreifen können ? Ich glaub, ich krieg das hin-irgendwann. Hoffe ich… Tschakka !
Halleluja, was ist das für ein Blödsinn. Die Geschichte, die den Hintergrund bildet, ist so richtig blöd. Irgendwie tun mir die Leute leid, die sowas lesen.
Zum Spiel: Rockmusiker sind das böse, ich wusste es immer. Aber ist doch genau der gleiche fundamentalistische Dreck, der viel zu große Wellen schlägt.
“Aufgeklärter Katholik”… wenn das mal kein Oxymoron ist.
Willst Du mich beleidigen?
Quatsch.
Na denn ist ja gut.
Topical!
Raptor Jesus? Sign me up!