Globaler Thermonuklearer Krieg

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DEFCON 5. Alle diplomatischen Bemühungen sind gescheitert. Südamerika, Afrika und Südostasien haben sich in einem Militärbündnis zusammengeschlossen. Als Reaktion finden sich die Vereinigten Staaten, Europa und die Sovietunion hastig zu einer strategischen Allianz zusammen. Russische Flottenverbände beziehen im Pazifik Stellung, afrikanische und amerikanische Zerstörer patroullieren im Atlantik. Der Polarkreis wird hermetisch abgeriegelt. Weltweit werden Jagdgeschwader in Alarmbereitschaft versetzt.

DEFCON 4. Die Lage ist angespannt. Sovietische U-Boote erreichen unbemerkt die Westküste Südamerikas. Deutsche Aufklärungsflugzeuge dringen tief in afrikanisches Hoheitsgebiet ein und entdecken unbekannte Raketensilos. Im Atlantik treffen nord- und südamerikanische Kriegsschiffe aufeinander, es kommt zu kleineren Scharmützeln.

DEFCON 3. Die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Konfliktes stirbt, als sovietische Langstreckenbomber wichtige Radarposten im Herzen Chinas vernichten und den asiatischen Riesen damit blenden. In der Nordsee versenken europäische U-Boot-Jäger eine Rotte afrikanischer Unterseeboote. Im Golf von Mexiko werden massive Seestreitkräfte zusammengezogen. Tag und Nacht starten Jagdflieger von Flugzeugträgern und werfen Bombenteppiche über Mittelamerika ab.

DEFCON 2. Südamerikanische Bomber zerstören eine zentrale Luftabwehrstellung in Texas. US-Kampfjets liefern sich erbitterte Gefechte mit brasilianischen Bomberstaffeln. Ein Grossteil der europäischen Marine ist im Atlantik vernichtet worden. Im Pazifik versenken japanische Zerstörer einen Verband sovietischer Flugzeugträger. Afrika erkennt die Schwäche seines asiatischen Nachbarn und kündigt die südliche Allianz auf. Radaranlagen auf der arabischen Halbinsel gehen in Flammen auf. Die Welt steht am Abgrund.

DEFCON 1. Das Kontrollzentrum meldet den Start interkontinentaler Raketen von US-amerkanischen U-Booten im Nordatlantik. Langsam bewegen sich die grünen Leuchtpunkte auf der strategischen Weltkarte in Richtung des afrikanischen Kontinents. Kurze Zeit später fliegen chinesische Atomraketen in den nahezu ungeschützten Osten der Sovietunion. Europa igelt sich hinter seinem lückenlosen Raketenschild ein und beobachtet das Geschehen. Das russische U-Boot-Geschwader vor Südamerika erhält den Feuerbefehl, wird aber von peruanischen Zerstörern entdeckt, bevor es grossen Schaden anrichten kann. Die Weltkarte beginnt sich mit Raketenflugbahnen zu füllen. Auf einmal ein heller Blitz, ein riesiger Atompilz steigt über Irkutsk auf. In wenigen Sekunden sterben 2,4 Millionen Menschen. Kurz darauf verglühen weitere Städte im Osten der UdSSR im nuklearen Feuer. Die Rache des sovietischen Riesen ist fürchterlich. In rascher Folge werden Ziele in Saudi-Arabien, China und Indien von russischen Interkontinentalraketen getroffen. Die wenigen Überlebenden des atomaren Infernos sterben im Feuerregen, den Langstreckenbomber niedergehen lassen. Zur gleichen Zeit wird die Ostküste der Vereinigten Staaten vollkommen vernichtet. Mittelamerika brennt. Aus Afrika werden Explosionen in allen grösseren Städten gemeldet. Einige südamerikanische Raketen durchdringen den europäischen Verteidigungsschild und lassen einen tödlichen Aschefilm auf Grossbritannien sinken. In diesem Moment fällt Europa seinem Nachbarn in den Rücken. Ein Schwarm von Raketen steigt über der Barentssee auf, und auch die rasch herbeigerufenen U-Boot-Jäger können das Unheil nicht verhindern. Mehr als 20 Millionen Menschen sterben alleine in Moskau und Leningrad. Der russische Gegenschlag scheitert zum grössten Teil am dichten Abwehrnetz über Polen, es werden lediglich einige kleinere Ziele in Osteuropa getroffen.

Ich stelle meinen inzwischen kalten Tee beiseite und lehne mich zurück. Das Spiel ist vorbei. Im Kommandozentrum gratuliert man sich zu einem gelungenen Krieg und Europa zu seinem ausgezeichneten taktischen Schachzug. Obwohl ich nicht einmal selbst gespielt habe, gehe ich noch Stunden später mögliche Fehler und bessere Strategien in dieser Partie durch. Es ist einfach faszinierend, dieses Spiel in dem niemand gewinnt. Während ich noch darüber nachdenke werden die Karten neu gemischt, und der Krisenstab erklärt Defcon 5.

Everybody dies.

36 Kommentare Autor: Stefan
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36 Kommentare

  1. Moment mal, hast du nicht letztes Wochende noch gesagt, das Spiel wäre nichts für dich? Ich kann mich noch genau erinnern. Du hast so ein typisches Stefangesicht gemacht, als wir darüber geredet haben.

  2. Es ist ja auch nichts für mich, Strategiespiele sind einfach nicht mein Ding. Aber wie gesagt, ich habe ja nicht selber spielen müssen, und Defcon gibt auch einen prima Zuschauersport ab.

  3. Das ist allerdings wahr.

  4. Ich habe die Demo ausprobiert und als unerträglich öde empfunden. Langsam habe ich das Gefühl, Introversion hat eine bisher unbekannte Zielgruppe für sich entdeckt: Leute, die beim Spielen keinen Spaß haben wollen. Siehe auch Darwinia.

  5. Ich konnte mit Darwinia überhaupt nichts anfangen, finde Defcon soweit aber super.

  6. Hm, ich hatte (bzw. habe) ja auch an Darwinia schon sehr viel Spaß… Die Demo von Defcon jedenfalls gefällt mir auch sehr gut, im November werd’ ich das Spiel dann kaufen.
    Sehr interessant finde ich übrigens, dass das Spiel trotz seiner sehr abstrakten Darstellung (oder vielleicht gerade deswegen?) des Geschehens ein schlechtes Gefühl hinterlässt wenn man gerade mal wieder eine Großstadt vernichtet. Oder geht das nur mir so?

  7. Das geht nicht nur dir so und ist auch Absicht.

  8. mir gehts beim “tokyo-auslöschen” total toll =P
    spiel gekauft ;P und diplomacy mode an… 4 kumpels und last man standing… wobei ich da schon tückisch bin.

  9. Also ich bin auch kein Freund von Strategie Spielen..und ich werde auch Defcon nicht spielen…aber zuschauen würde ich!
    Die minimalistische Darstellung gefällt mir eigentlich auch obwohl ich sonst schon auf schicke 3D Grafik stehe… erinnert mich an den Film Wargames.

  10. muahhah hab sogar den film wargames angeguckt. zwar alt aber die spannungskurve am ende ist trotzdem geil.
    “Where the only winning move is NOT TO PLAY”

  11. also ich hab die demo gespielt und fands richtig cool, nur ist es nicht gerade die art von Spiel für die ich 21€ hinblättern würde. Aber der Soundtrack ist richtig genial, wenn man mal aufpasst kann man im hintergrund eine total verstörte Frau weinen hören und auch ansonsten ist es diese Untergangsstimmungsmusik perfekt. Und es hat das wohl coolste Hauptmenü der letzten 10 Jahre Spielegeschichte

  12. Nun ja, die Version ohne Box kostet ja gerade mal 14€, und das ist es denke ich allemal wert wenn man Strategiespiele mag. Ich habe zwar ein wenig Bedenken wegen der Langzeitmotivation, aber für eine gepflegte Runde zwischendurch taugt es definitiv.

  13. Hab mir gerade auch mal die Demo gezogen und ich finds toll. Obwohl ich sonst überhaupt nicht der Fan von Echtzeit-Strategie bin.

    Aber Defcon ist einfach total kurzweilig, kein ödes produzieren von Einheiten, lernen von Techtrees etc. Einfach Einheiten aufstellen und anfangen.

    Das macht Laune :)

  14. ich will aber wenn schon es im Schrank stehen haben. ich persönlich mag strategiespiele aber das problem wird vermutlich sein das es nur mit mehr als 3 spielern richtig spaß macht und dann muss man erstmal leute finden die es mit einem spielen, so internetschlachten gegen nobody sind immer irgendwie langweilig

    naja, aber den Officemode fände ich schon interessant, das ganze in 24h echtzeit zu spielen

  15. Ich halte “Langzeitmotivation” für so eins dieser sinnfreien Gamestar-Wörter. Das Spiel hat mich 9,50€ gekostet. Und wenn ich nur ein paar Stunden Spaß damit habe, ja und? Ich glaube nicht, dass die Qualität eines Spieles durch seine Länge bestimmt wird. Selbst wenn, dann ist Defcon immer noch ein besserer Deal als Prey.

  16. Ich hab eben mal die Demo ausprobiert. Das Spiel ist auf eine verdammt morbide Art sehr faszinierend.

    Introversion ist noch dazu äussert spendabel, was seine Demo angeht!

  17. Also, Richard und ich hauen uns heute so ab halb zehn Atomraketen um die Ohren. Wer Lust hat, kann gerne mitmachen. Näheres poste ich dann später noch.

  18. nach Bastian’s Kommentar hab ich mir dann doch mal die Demo gezogen..is ja super klein.
    Ich muss sagen es gefällt…einfach aber/und stimmungsvoll.
    Nicht so hektisch wie viele RTS Games.

  19. Zum Thema Spielspaß:
    das Spiel macht gegen Menschliche Gegner wesentlich mehr Spaß als gegen die AI. Da ist allerdings der Morbide anteil weg.

  20. Momentan fehlt mir das Geld für die Vollversion aber nächsten Monat, sprich Morgen bzw. Übermorgen ändert sich das ja ;)

  21. Also, Richard hat mich gerade total geputzt. Die Ostküste der USA ist nur noch eine glühende Glasplatte. Ich setze mal einen neuen Server auf. Name: Antigames, pw: stefan.

    Eventuell müsst ihr ein paar mal refreshen, der Serverbrowser ist Murks.

  22. Ergänzung: Defcon hasst meine Grafikkarte. Ständig springt VPU Recover an, und abgestürzt ist es auch schon mal.

  23. Das Spiel erinnert mich doch sehr an Uplink. Ich fand die Demo eigentlich recht unterhaltsam, bin mir aber nicht sicher ob ich es mir kaufen werde, da ich die Langzeitmotivation doch recht niedrig einschätze.

  24. …bin mir aber nicht sicher ob ich es mir kaufen werde, da ich die Langzeitmotivation doch recht niedrig einschätze.

    Im Gegensatz zu – beispielsweise – einem Kinobesuch, der dich ungefähr das selbe kostet? Naja. Ich find den Preis mehr als in Ordnung.
    “Langzeitmotivation” kann mir sowieso gestohlen bleiben – ich hab eh nicht die Zeit, mich monatelang mit dem selben Spiel zu beschäftigen. Solangs mir ein Wochenende lang taugt, bin ich gern dabei.

  25. da ich die Langzeitmotivation doch recht niedrig einschätze.

    Ich würd sagen Langzeitmotivation für ewig am Stück spielen vielleicht nicht, mehr für eine Partie zwischendurch mal. Und für den Preis ist es echt okay.

  26. Also Solospiel hällt sich die Motivation in Grenzen. Es ist ganz launig und eine Party für zwischen durch kann man sich durchaus gefallen lassen. Da eine Runde wenn man selber die Geschwindigkeit regeln kann selten länger als 30 Minuten dauert handelt es sich dabei um ein prima Pausenfüller.

    Im Mehrspielermodus sieht die Sache schon ganz anders aus. Die Motivation steigt enorm an und dadurch, daß die Partien nur recht Kurz sind (30 – 45 Minuten in Standardmodus) ist die versuchen mal eben noch eine Runde zu spielen recht groß. Zumindest wenn man nicht gegen völlig Fremde Leute spielt. Wenn sich in deinem Lieblingsforum einige Leute finden die mitmachen kann man sich ohne weiteres mit Defcon die Nächte um die Ohren hauen.

    Meine persönliche Empfehlung:
    Startet das Spiel unter den Standardregeln und bildet dann während Defcon 1 eine Allianz mit allen Spielern. Daraus ergibt sich eine Variante wie Diplomacy wo aber die andere Punktezählung zu besonders nennen wir es mal dynamische Bündnisse führt.

  27. und bei mir will das spiel nicht starten. ich könnte kotzen. probleme mit der soundkarte. da wird mir wieder schmerzlich bewußt, warum ich damals auf die ps2 umgestiegen bin, wenn ich spielen wollte..

  28. Weil die PS2 günstiger als ne neue Soundkarte war? :)

    Sorry, Steilvorlage, ich konnte nicht anders.

  29. es lag nicht nur an der soundkarte. auch an der cpu und der grafikkarte. ;)
    aber defcon kam ja mit recht niedrigen anforderungen daher, dachte ich zumindest. und rechnertechnisch bin ich inzwischen auf mac umgestiegen.
    mit anderen worten – ich habe im bezug auf defcon alles falsch gemacht..

  30. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll auch eine Mac-Version von Defcon kommen.

  31. und auf die warte ich jetzt einfach.. :)

    btw: hier im büro läuft das spiel natürlich. allerdings ist es etwas ungünstig, hier zu spielen..

  32. Ööhhhhhh….
    In welcher Epoche spielt das Ganze? Ich sehe auf http://everybody-dies.com/screenshots/screenshot1.jpg nun noch deine gewisse DDR, also politisch egsehen um 1990. Aber ich sehe auch zwei Staaten namens Tschechien und Slovakei, die es so ja garnicht gab zu Bestehen der DDR. Oder hab ich etwa was verpasst?

  33. So, überzeugt.
    Ich werde mir das Spiel Heuteabend über Steam kaufen und dann erstmal millionen von Menschen auslöschen.
    Hört sich prima an, und 14$ sind wirklich nicht viel.

  34. Epoche? Daran habe ich ehrlich gesagt noch keinen Gedanken verschwendet. Hauptsache es rummst ordentlich.

  35. kann mir wer helfen?
    bei mir ruckelt das spiel extrem!

    100% cpu auslastung
    kann die maus kaum bewegen.

    wie kann das sein?
    hab nen athlon XP 1800Mhz 512mbram, gf4 TI 4200 graka

    ist doch nur ein 2d spiel, was ist da los?