Archiv für Oktober 2006

Schmutzig

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Die S-Bahn-Station Rathaus in Ludwigshafen ist interessant. Eigentlich ist es eher eine U-Bahn-Station, weil sie, nun ja, unterirdisch ist. Das ist aber nicht das Interessante daran. Interessant ist ihr Look. Das Ding wurde wohl in den 70er Jahren in den damaligen Modefarben Orange und Fäkalienbraun errichtet und ist anscheinend auch irgendwann damals, schätzungsweise ein paar Jahre vor meiner Geburt, das letzte mal gereinigt worden.

Beispiel: Der Fußboden. Der war wohl mal aus schwarzem Plastik, versehen mit diesen großen, flach-runden Noppen, die damals ebenfalls salonfähig waren. Inzwischen ist er aber flächendeckend mit einer Schicht aus alten, platt gedrückten Kaugummis bedeckt. Der Teil der Wände, welcher nicht mit orange-fäkalienfarbenen Kacheln bedeckt ist, war wohl auch mal orange-fäkalienfarben gestrichen, ist aber inzwischen eigentlich nur noch schwarz. Schwarz gefärbt durch tausende von Edding-schwingenden Leuten, die uns unbedingt wichtige Mitteilung wie “Wer das hier liest ist ein Hurensohn” und “Deine Mutti ist eine Votze” auf den Weg geben wollten. Wenn ich einen davon erwischt hätte, dann hätte ich ihn am Ohr gepackt ihm gesagt “Junger Mann, Fotze schreibt man mit ‘F’.” und ihn die orthografisch korrekte Version des Wortes an der gegenüberliegenden Wand 500 mal üben lassen. Ordnung muss schließlich sein.

Wenn ich eben gesagt habe, dass die Station in den 70er Jahren das letzte Mal gereinigt wurde, dann meine das übrigens durchaus ernst. Da hängt Werbung für eine Zigarettenmarke an der Wand, die es, wenn der Stil der Werbung ein Anzeichen ist, seit mindestens 25 Jahren nicht mehr gibt. („Die neuen Senussi! Tabakmischung jetzt ohne Mittelrippen!“)

Mein erster Eindruck von Ludwigshafen war also, sagen wir mal, suboptimal. Mein Instinkt war in der Tat auch, direkt den Bahnsteig zu wechseln, die S-Bahn in die Gegenrichtung zu nehmen und sofort wieder auf das andere Rheinufer zu flüchten. Aber ich war ein Mann mit einer Mission. Und niemand hält Antigamesmann auf, wenn er eine Mission hat. (Zur Info: Antigamesmann trägt ein orange-grünes Cape mit aufgedrucktem Dinosaurierlogo und seine Spezialfähigkeiten sind “Gamestar dissen” und…äh…das war’s.)

Was war meine Mission? Na, Dark Messiah in der ungeschnittenen Originalversion aufzutreiben. Normalerweise mache ich so was ja per Post. Allerdings muss so eine Originalversion immer eigenhändig angenommen werden. Das führt im Moment zu ein paar Problemen. Problem eins: Ich habe im Moment überhaupt keine Wohnung, in die ich mir ein Paket schicken lassen kann. Problem zwei: Ich kann es mir nicht ins Büro schicken lassen, wie den Rest meiner Post, weil der Kram ja durch die Hauspost der Uni geht und somit eine eigenhändige Annahme auch nicht drin ist. Problem drei: Ich bin kein Student mehr, und somit zur üblichen Postbotenzeit gar nicht mehr zu Hause. Es dürfte schwer sein, ein Paket eigenhändig anzunehmen, wenn man nicht da ist. Probleme eins und zwei sollten sich durch eine neue Wohnung lösen lassen, aber Problem drei dürfte dazu führen, dass man mich bald häufiger bei der Post mit einer Karte in der Hand antreffen wird. Oder wie macht ihr das? Eine Packstation dürfte ja auch nicht gerade als „eigenhändig“ gelten.

Jedenfalls hatte sich die Mannheimer Innenstadt zum Videospielekaufen als ziemlich ungeeignet erwiesen. Der Saturn ist zwar nur 500 Meter von meinem Büro weg, hatte Dark Messiah aber eben nur in der geschnittenen Fassung. Eine längere Recherche führte zu dem Ergebnis, dass es in Mannheim anscheinend, wie in Münster, keinen dedizierten Spieleladen gibt, oder dass sich dieser zumindest sehr gut versteckt hält.

Was mich wiederum nach Ludwigshafen führte. Dort gibt es nämlich ein ebgames und ein kurzer Anruf dort hatte wiederum ergeben, dass sie die ungeschnittene Version von Dark Messiah am Montag bekommen würden. Also warf ich mich nach der Arbeit in die Straßenbahn der Linie 3 und befand mich einige Minuten später in einer Mischung aus 70er Jahre Design-Horror und einem Alptraum von Mr. Proper.

Aber was soll man machen? Wer unzensiert spielen will, der muss halt leiden. Also Augen zu und durch. Die Treppe hoch, durch eine ziemlich miefige Mall gelaufen, wo aus irgendwelchen Gründen ein 20 Meter hoher, schimmliger Bettvorleger an die Wand genagelt war, und schließlich am Ende eines langen Ganges den ebgames gefunden.

Was soll ich sagen? Wenn die U/S-Bahn-Station und das “Rathaus-Center” repräsentativ für die restliche Stadt sind, dann ist das Leben in Ludwigshafen wohl die Hölle und die Verwendung von Putzlappen per Verordnung untersagt, aber der ebgames ist ganz okay. Zum einen riecht er nicht wie ein Pumakäfig, zum anderen ist er doppelt so groß wie der in Münster und außerdem hatten sie Dark Messiah tatsächlich da. Genau zwei Mal, und ein Examplar war schon vorbestellt. Puh.

Der Rest des Ladens ist natürlich immer noch Mist. Jede Menge Gebrauchtspiele zum Vollpreis, ein Haufen Abzockerdeals für Leute, deren IQ nicht ausreicht um die Formulare bei eBay auszufüllen und haufenweise Verarschepackung, die einen ständig zu Fragen verleiten wie “Was, das Desperate Housewives Spiel Medieval II ist schon raus?”, nur um dann akute Enttäuschung zu verbreiten.

Außerdem musste der Verkäufer eine halbe Stunde wirr durch seinen Laden irren, bis er es geschafft hatte, mein Spiel zu finden. Aber was soll’s. Immerhin war er nicht ganz so doof wie der Kunde, der rein kam und eine Laptopmaus kaufen wollte und nicht ganz kapiert hat, dass man bei ebgames nur Spiele bekommt. Ich habe es nicht übers Herz gebracht ihn auf den Saturn aufmerksam zu machen, der genau gegenüber orange-blau leuchtete.

So, und jetzt fragt ihr euch bestimmt, was ich denn nun von Dark Messiah halte? Tja, da muss ich euch auf später vertrösten. Ich bin spät nach Hause gekommen und habe mich mit einem guten Buch ins Bett zurückgezogen. Bis ich das Spiel gespielt habe, solltet ihr aber von Antigamesmanns gestrigen Abenteuern folgende Lektion lernen:

Haltet euch von Ludwigshafen fern. Da ist es schmutzig und die letzte unzensierte Kopie von Dark Messiah habe ich schon eingesackt.

57 Kommentare Autor: Richard
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LoMM?

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Ich bin immer wieder überrascht, was so an mir vorbei geht. Ich bin ja eigentlich immer der Meinung, dass es in der Videospielewelt nichts gibt, worüber ich nicht genauestens Bescheid wüsste, aber manchmal lerne ich halt doch was Neues. Oder was Altes. Also was neues Altes quasi. Oder ist es was altes Neues? Egal.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass Dark Messiah gar nicht das erste First-Person Actionspiel mit Might & Magic Lizenz ist? Ich dachte echt, ich würde alle Might & Magic Spiele kennen. Von den klassischen ersten drei Teilen, über die cool kombinierbaren vierten und fünften Teile (World of Xeen!), die nahezu identischen und auch identisch furchtbaren Teile sechs, sieben und acht, sowie den auf ganz neue Art und Weise furchtbaren Teil neun. Dann war da noch die Heroes Reihe, von eins bis fünf, das etwas missglückte Swords of Xeen, was quasi eine Art World of Xeen 2 war, das ebenfalls missglückte 3rd-Person Actionspiel Crusaders of Might & Magic und dessen wenig verbessertes Sequel Warriors of Might & Magic. Sogar vom Fan-Projekt Might & Magic Tribute habe ich schon mal gehört.

Aber Legends of Might & Magic war mir neu. Das mag an zwei Dingen liegen. Zunächst mal, erschien das Spiel, als es mit Publisher 3DO so langsam zu Ende ging. Irgendwie hatte die Firma ja den Flop der 3DO Konsole überlebt und sich dann diverse Jahre mit schlechten Sequels zu Army Men und eben Might & Magic über Wasser gehalten. Beim Release von Legends of Might & Magic stand das Wasser aber schon Unterkante Oberlippe, was wohl zu einem Werbebudget von ca. 2,69€ geführt hat.

Die finanziellen Probleme von 3DO könnten auch die Ursache für das seltsame Genre des Spiels sein, denn was ursprünglich als Einzelspieler-Actionspiel mit Rollenspielelementen gedacht war, wurde später als eine Art Fantasy-Counter-Strike veröffentlicht. Obwohl, es war eigentlich nicht eine „Art“ Fantasy-Counter-Strike, sondern es war genau das. Ich wette irgendeine wichtige Person von 3DO ist damals mal bei den Entwicklern herein gekommen und hat gesagt: „Hey Jungs, wir brauchen Kohle. Dieses Actionrollenspieldingsda, an dem ihr baut, das dauert mir zu lange. Die Kids spielen doch heute alle Counter-Strike. Macht doch mal so was. Mittwoch ist Abgabe. Zack, zack!“.

Wichtige Person sprach. Und es wurde Licht LoMM.

Kleinere Unterschiede zu Counter-Strike waren im fertigen Spiel dann aber doch auszumachen. Zum Beispiel gibt es in den Leveln von LoMM neben den anderen Spielern auch noch neutrale Monster zu finden. Also Skelette, diverse Homo Dinosauriensis und auch den ein oder anderen Drachen. Außerdem sind einige der Klassen nahezu komplett auf den Nahkampf ausgerichtet, was natürlich zu anderen Taktiken geführt haben dürfte.

Außerdem ist Legends überraschend hübsch. Basierend auf der Lithtech-Engine hat es einen netten bunt-stilisierten Look und ist weder beige noch kackbraun. Gar nicht schlecht.

Ein Blick auf die Kritiken von damals zeigt aber, dass das Spiel mit einer erstaunlichen Apathie empfangen wurde. Mehr als ein Counter-Strike brauchte die Welt wohl nicht. Das haben zwar damals ca. 1.723 andere Counter-Strike-Clones auch erfahren müssen, aber die hatten nicht mal Feuerbälle und Druiden. Haupkritikpunkte in den Kritiken zu LoMM sind ein Mangel an Bots und eine schlechte Balancierung, gerade was die Nahkämpfer betrifft, die gegen Magier und Bogenschützen wohl keine Schnitte hatten.

Der finale Todesstoß für das Spiel war aber wohl, dass es keiner gekauft hat, weil keiner davon wusste. Das wiederum führte dazu, dass es kaum Server gab und somit bot sich auch keine Chance für die Bildung einer Fangemeinde, egal wie klein.

Es gibt übrigens eine Demo, aber erwartet nicht, dass noch Server laufen. Wenn ihr einen findet, dann bin ich das wohl. Ich sitze hier gerade und lasse den Server-Browser im Hintergrund laufen. Mal schauen, was passiert.

Wenn ihr also diese Woche Dark Messiah of Might & Magic spielt, gedenkt für ein paar Minuten seinem armen älteren Bruder Legends of Might & Magic. Der hat nie eine Chance bekommen und wohnt jetzt wahrscheinlich einsam und allein irgendwo unter einer Brücke. Eigentlich nicht fair.

14 Kommentare Autor: Richard
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Ich hab euch alle lieb

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Wie ihr schon am Bild erkennt, hat die Überschrift nichts mit dem Inhalt dieses Beitrags zu tun. Ich musste nach der letzten Überschrift nur mein Karma etwas balancieren. Nachdem wir das also erledigt haben, können wir uns wieder wichtigen Dingen zuwenden. Zum Beispiel den Einzelspielerkampagnen von Echtzeitstrategiespielen.

Irgendwie sind die ja alle Verarsche. Die durchschnittliche Mission läuft in einem RTS in etwa so ab: Der Gegner sitzt in seinen drei Basen, irgendwo auf der Karte verteilt, und wartet auf die Ankunft des Spielers. Dieser sucht sich ein lauschiges Plätzchen, irgendwo in der Mitte einer angemessenen Menge von Ressourcen und fängt an seine Basis zu bauen. Meistens gibt es nur einen einzigen geeigneten Ort für diese Basis und meistens startet der Spieler auch direkt dort.

So. Und da fängt die Verarsche an. Warum nimmt der Gegner nicht einfach alle seine Truppen, marschiert in mein Lager, macht meine drei Arbeiter platt und stellt mein halb fertiggestelltes Hauptquartier mal einem Bulldozer vor. Ich meine, der Gegner hat gewonnen. Er muss so gut wie nichts tun. Sobald ich auftauche, hat er gewonnen. Einen Kasten um seine Truppen gezogen, Rechtsklick auf mein “Lager” und Zack. A winner ist you! Na ja, nicht you, sondern eben die KI. Ihr wisst schon.

Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass der Gegner ja nicht weiß wo man ist. Man weiß ja auch nicht, wo er ist. Aber das stimmt ja nicht. Schließlich fängt ein paar Minuten nachdem man die Basis halbwegs fertig hat, ein nicht enden wollender Strom von Gegnertrupps an, eben diese Basis anzugreifen. Also muss der Gegner sehr wohl wissen, wo man ist. Wäre ja auch nicht so, als hätte vorher mal ein Scout vorbei geschaut, der die Position der Basis hätte melden können. Nein, der Gegner kommt gleich in Kampfstärke an genau der richtigen Position raus. Wie gesagt, Verarsche.

Die Größe der Gegnertrupps ist auch immer sehr genau festgelegt. Nämlich immer genau so groß, dass der Spieler damit noch prima klar kommt. Die Trupps kommen natürlich auch stets in angemessenen Abständen, so dass der Spieler genügend Zeit hat, sich vom letzten Angriff zu erholen. Alles, damit die KI bloß nicht gewinnt. So blutet sich der Gegner langsam selber aus, während der Spieler in aller Seelenruhe eine riesige Armee aufbaut, mit der er ihn dann platt machen kann. Wie gesagt, Verarsche.

Der Witz ist allerdings, dass mich das normalerweise gar nicht so recht stört. Bei Paraworld war das zum Beispiel in den meisten Missionen genau so. Aber ich hatte trotzdem Spaß daran.

Wo es mich aber furchtbar stört, ist bei Company of Heroes.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, woran das liegt. Ich vermute es liegt einfach daran, dass CoH von der Spielmechanik her so verdammt gut ist. Wenn man über das blöde Szenario hinwegschauen kann, dann ist es nämlich wirklich brilliant. Der Kampf um die Ressourcenpunkte erfordert ein dermaßen geschicktes Verteilen seiner Armee über die Karte, dass man strategisch immer voll gefordert ist. Es gibt immer irgendwo eine Lücke, die man ausnutzen kann, um das Blatt zu wenden und ist gleichzeitig immer verzweifelt dabei, die eigenen Lücken zu stopfen. CoH ist das erste RTS wo meine Armee wirklich an einer Front verteilt ist, und nicht bloß aus einem riesigen Haufen Einheiten besteht, mit dem ich den riesigen Haufen der gegnerischen Einheiten platt machen muss.

Am Ende dürfte es also daran liegen, dass Company of Heroes nicht bloß “Echtzeitstrategiespiel” heißt, sondern wirklich ein Echtzeitstrategiespiel ist. Aus 100% sonnengereiften Strategietomaten gemacht, und so.

Außerdem decken die Ressourcenpunkte die ganze Einzelspielerverarsche wirklich gnadenlos auf. In einem Skirmish-Spiel gewinnt immer derjenige, der zuerst eine Mehrzahl von Ressourcenpunkten einnimmt und diese dann so lange gegen die wütenden Angriffe des Gegners verteidigt, bis er eine Überzahl an Ressourcen gewonnen hat.

Dummerweise ist in der Einzelspielerkampagne am Anfang jeder Mission genau das bereits passiert. Der Gegner hat alle Ressourcenpunkte, eine fette Armee und könnte mich in Durchschnitt in ca. 12 Sekunden gnadenlos vernichten. Tut er aber nicht. Er wartet brav darauf, dass ich ihn platt mache. Also habe ich aufgehört Company of Heroes zu spielen. Online würde es wahrscheinlich einen riesigen Spaß machen, aber das ist mir zu stressig. Also werde ich noch ein paar Mal den Skirmish Modus auspacken und das war es dann wohl, mit mir und CoH.

Ist schon komisch. Von Paraworld habe ich mich bereitwillig verarschen lassen, aber Company of Heroes darf das nicht. Dafür ist es einfach zu gut.

47 Kommentare Autor: Richard
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Ich hasse euch alle

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Ihr habt mich schon richtig verstanden. Warum kauft keine Sau von euch Paraworld? 15.000 Stück? Platz 18 in den Charts, runter von Platz 16? Das könnt ihr doch nicht ernst meinen?

Hallo, das Spiel hat DINOSAURIER! Und zwar massenweise und überall. In der eigenen Armee, in der Armee des Gegners, als Nahrungsquelle, als Nahrungssenke, in groß, in klein, zu Wasser, zu Lande und in der Luft, fleischfressend, pflanzenfressend, ausgewachsen und als Baby, mit Rüstung, ohne Rüstung, mit Lasten, Reitern und Kanonen auf dem Rücken und in jeder denkbaren Farbe. Überall Dinosaurier!

Außerdem sind die Produktionswerte toll. Das Spiel sieht zum Beispiel super aus. So richtig super. Noch ein gutes Stück besser, als ich nach der Demo dachte. Und die Musik ist phantastisch. Hier wird nicht versucht mit einem Orchester zu vertuschen, dass man das mit dem Komponieren noch ein bisschen üben muss (Hallo Gothic 3!), sondern da haben sie echt jemanden gefragt, der sich mit so was auskennt. Generell ist die Atmosphäre des Spiels großartig. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, einfach nur über die Karte zu scrollen und die wunderbare Welt aufzusaugen. Einfach toll gemacht.

Man kriegt auch richtig was für sein Geld. Es gibt ganze 16 Missionen, die allesamt nicht nur sehr umfangreich, sondern auch sehr abwechslungsreich gestaltet sind. Es gibt keine Ecke auf den riesengroßen Karten, die nicht liebevoll von Hand gestaltet worden ist. Überhaupt steckt ganz offensichtlich eine große Menge Herzblut in dem Spiel. Der fühlbare Enthusiasmus der Entwickler ist extrem ansteckend. Man kann nach einer Weile eigentlich gar nicht mehr anders, als Paraworld ins Herz zu schließen. Außerdem ist es wirklich poliert. Da gibt es nirgendwo raue Ecken und Kanten und mir ist im ganzen Spiel kein Bug aufgefallen. Da können gewisse Damen und Herren mit einem Fisch im Firmennamen noch einiges von lernen.

Haken gibt es eigentlich kaum welche. Das Spiel ist amateurhaft geschrieben, okay. Aber was soll’s. Es ist Pulp. Das muss keinen Sinn machen. Die miesen Dialoge ignoriert man halt. Was nicht heißt, dass sie da nächstes Mal nicht jemanden fragen sollten, der sich mit so was auskennt, aber es macht das Spiel jetzt nicht wirklich kaputt. Außerdem ist es am Ende des Tages halt ein stinkgewöhnliches RTS. Wer das Genre überhaupt nicht mag, dem verzeihe ich somit vielleicht einen Nichtkauf des Spiels. Aber nur dem! Der Rest von euch hat sich gefälligst in den Kommentaren zu rechtfertigen.

Also, Paraworld sieht toll aus, klingt toll, spielt sich prima, ist super atmosphärisch und verdammt viel Spiel fürs Geld, warum kauft keine Sau das Ding? An den Spielzeitschrift-Wertungen kann es nicht liegen. Die sind alle ziemlich prima. Am Spiel selber liegt es offensichtlich auch nicht. Siehe oben.

Meiner Meinung nach gibt es für die schwachen Verkaufszahlen zwei Gründe.

Grund 1: Ihr seid alle doof. Nein, wirklich. Ich hasse euch. Ihr habt doofe Ohren und riecht schlecht. Sonst würdet ihr nicht so was wie das hier schreiben. Mal jenseits solcher frustgetriebener Allgemeinbeleidigungen ist es leider wirklich so, dass Paraworld halt Pulp ist und keiner Pulp haben will. Sei es Crimson Skies oder Sky Captain, solche Sachen floppen immer. Das ist nahezu garantiert. Bitter, aber wahr.

Grund 2: Bei Sunflowers sind alle doof. Irgendein verkaufsstrategisches Genie hat es doch tatsächlich geschafft, Paraworld in etwa zum gleichen Zeitpunkt rauszubringen wie Company of Heroes. Wer auf die Idee gekommen ist, ein deutsches Dinosaurier-RTS parallel zum WW2-RTS des 2-Tonnen-RTS-Gorillas Relic auf den Markt zu bringen, gehört dringend aus dem Genpool entfernt. Was hilft eine 87% Wertung, wenn direkt daneben im Regal ein Spiel gleichen Genres mit einem 91%-Sticker steht, noch dazu von einem respektierten Entwickler und mit einem bewiesenermaßen verkaufsförderndem Szenario?

Es ist zum Haareraufen.

Deshalb der offizielle Aufruf an die Antination: Kauft euch gefälligst Paraworld, ihr Säcke! Sofort. Ich will nämlich Teil 2.

101 Kommentare Autor: Richard
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AntiBeta-Abenteuer Folge 2: “Quenya verspätet sich”

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Liebes Tagebuch,

es dauert noch ein wenig, bis ich meine Abenteuer in Kalimdor und den Östlichen Königreichen antreten kann. Es gilt, auf einige Mitstreiter zu warten, denn schließlich kann Gesellschaft nie schaden. Um mir die Wartezeit etwas zu versüßen, möchte ich dir, liebes Tagebuch, von einem Magier der Blutelfen names Quentaris erzählen. Quentaris? Kann diese Ähnlichkeit unserer Namen ein Zufall sein? Egal, ich schweife ab.

Jedenfalls ist besagter Magier im Immersangwald nördlich der Pestländer beheimatet und hat dort schon so einiges erlebt. Er hat Manawyrms, Großkatzen und Untote gejagt, verseuchte Erdproben gesammelt, um ein Mittel gegen die Brennende Legion zu finden und er hat sich dem neu erschlossenen Berufskreis der Juwelenschleifer angeschlossen. Wo wir gerade bei den Juwelenschleifern sind: die können viele tolle Dinge anfertigen, welche das Leben eines Abenteurers enorm erleichtern. Dazu gehören neben kleinen Puppen, welche den Benutzer heilen oder ihn verstärken, nachdem man sie aufgestellt hat, auch diverse Ringe.

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Das Interessante bei den Blutelfen ist neben ihrer komischen Ohren vor allem ihre Fähigkeit, anderen Kreaturen Mana abzusaugen. Auch die Schurken unter den Blutelfen freuen sich über diese Fähigkeit. Diese könnten mit dem abgesaugten Mana zwar nichts anfangen, jedoch gelingt es den finsteren Zeitgenossen, das gestohlene Mana in Energie umzuwandeln, welche sie für ihre verheerenden Attacken benötigen! Gleiches gilt, so habe ich mir sagen lassen, auch für die Krieger, welches es möglich ist, dadurch mehr Wut zu erlangen. Blutelfen sind schon ein faszinierendes Volk. Seltsamerweise gibt es nur sehr wenige männliche Exemplare…

Worum ich die Langohren allerdings am meisten beneide, ist neben ihrer gigantischen Hauptstadt Silbermond, einer magischen Metropole, die Ihresgleichen sucht, der Immersangwald. Bäume mit roten und goldenen Blättern, hohe Wasserfälle unzählige kleine Siedlungen am Wegesrand. Herrlich anzusehen!

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Liebes Tagebuch, ich hoffe, dass ich bald in die Welt ziehen kann. Es gibt noch viel zu erledigen da draußen!

Mit diesen Worten, liebes Tagebuch, möchte ich den heutigen Tag abschließen.

Bis morgen,
deine Quenya

12 Kommentare Autor: Michl
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Auf den Flügeln der Freiheit

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So eine Diplomarbeit hält einen gegen Ende ziemlich auf Trab. Da bleibt wenig Zeit zum Spielen übrig, was einen irgendwann auf seltsame Gedanken bringt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Spiel, das sich quasi selber spielt?

Ja, ich weiß. Doofe Idee. Das ist wie ein Sportwagen mit Automatik oder wie Cola ohne Zucker. So was könnte man höchstens an Frauen verkaufen. Seid ehrlich, wäre eure Freundin nicht auch manchmal froh, wenn sich eure Spiele selbst spielen könnten, und ihr mehr Zeit mit ihr und weniger mit Jade, Lara oder Princess Peach verbringen würdet?

Natsume hat jetzt die Lösung für Leute, die mit Diplomarbeiten oder Freundinnen geschlagen sind, und sie nennen sie „Freedom Wings“. Auf den ersten Blick wirkt Freedom Wings wie eine Art Crimson Skies fürs Nintendo DS. Die Screenshots zeigen altmodische Propellerflugzeuge wie sie in etwas schwachbrüstiger 3D-Grafik Luftkämpfe ausfechten. Auch das Cover mit seinem lässigen Pilotenhelden, inklusive Lederhelm, Pilotenbrille und Seidenschal deutet irgendwie ziemlich auf 3D-Luftkampf-Action hin.

Deshalb habe ich es auch gekauft. War natürlich so ein Spontankauf, ich habe nicht richtig recherchiert. War günstig, sah putzig aus, gekauft. Wenn ich aber genau hinschaut hätte, dann wäre mir wahrscheinlich auf der Rückseite der Packung das Kürzel „RPG“ aufgefallen.

Wie bitte? Ein Rollenspiel?

Jawohl, ein Rollenspiel. Mit indirekter Steuerung. In Freedom Wings steuert man sein Flugzeug nämlich nicht direkt, sondern wählt sein gewünschtes Ziel mit dem Stylus auf einer Karte im unteren Bildschirm an. Daneben gibt es noch zwei Regler für Flughöhe und Geschwindigkeit und das war es dann auch schon.

Ziele können dabei beliebige Orte auf der Landkarte, aber auch gegnerische Flugzeuge sein. Wählt man diese aus, so greift das eigene Flugzeug automatisch an. Das macht es allerdings nicht sonderlich geschickt. Ein Angriff besteht immer darin, dass der direkteste Weg zum Gegner genommen und die Kanone abgefeuert wird, sobald man in Reichweite ist. Da die Gegner genauso doof sind, läuft es immer auf Lanzenstechen hinaus. Wer die dickere Wumme hat, gewinnt.

Apropos dickere Wumme. Die kann man natürlich ausbauen. Genauso wie den Motor, die Flügel, die Panzerung und noch einen ganzen Haufen anderer Sachen, die man gegen bare Münze verbessern kann. Wie in jedem ordentlichen Rollenspiel gibt es natürlich auch Erfahrungspunkte, die zu Level-ups führen, die einen ebenfalls stärker machen.

So ganz so blöd ist das Konzept ja eigentlich nicht. Mit der indirekten Steuerung könnte man strategisch einiges machen und so ein Luftpiratenrollenspiel ist ja auch immer eine Sache für die ich mich begeistern könnte. Leider ist die Story so dünn wie die Luft in der Stratosphäre und auch ordentliche Quests gibt es so gut wie nie. Eigentlich muss man nur diverse Inseln von der dortigen Piratenpräsenz befreien und gut.

Dennoch blitzt hin und wieder ein brauchbares Spiel durch. Die Grafik ist hübscher, als sie auf Screenshots aussieht, die Musik angemessen piratig und wenn mal eine Eskortmission auftaucht, kommt sogar ein Hauch von Spaß ins Spiel. Da muss man nämlich wirklich überlegen, welchen Gegner man zuerst angreift, wo das zu beschützende Flugzeug danach sein wird und ob man dann noch rechtzeitig zum nächsten Gegner kommt.

Praktisch sind solche Momente aber sehr selten. Praktisch spielt sich Freedom Wings von selbst. Man startet, klickt auf der Karte seinen Zielflughafen an und gut. Man fliegt dann automatisch dort hin, schaltet unterwegs automatisch die Gegner auf, bekämpft diese automatisch und landet dann, für den Fall dass einem keine Gegner mit zu dicker Wumme begegnet sind, automatisch am Ziel.

Kurzum: So aufregend wie ein Opel Zafira. Außer ihr müsst gerade eine Diplomarbeit schreiben oder eure Freundin nervt. Dann könnte Freedom Wings was für euch sein.

23 Kommentare Autor: Richard
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Unter Druck

Die Spiele-Print-IVW-Zahlen für das 3. Quartal 2006 sind raus, und sie sehen erwartungsgemäßg mies aus. Ach, was red ich da, sie sind eine Katastrophe. Kennt ihr die letzte Szene aus “The Day After”? Ja, genau so. Im Vergleich zum 3. Quartal 2005 haben die meisten der größeren Printmagazine um die 15-20% ihrer Leser verloren, die Bravo Screenfun sogar beinahe 50%. Unser aller Liebling, die Gamestar, ist auf eine Auflage von knapp unter 250.000 gerutscht. Das waren mal über 100.000 mehr!

Wir sind hier wahrlich keine Experten, was den Print-Markt angeht, aber wir fragen uns trotzdem, wo die ganzen Leute hin sind. Hier ein paar Erklärungsversuche. Wahrscheinlich sind ein paar von ihnen totaler Stuss. Vielleicht sogar alle! Betrachtet sie bitte als die Wiedergabe meiner subjektiven Eindrücke. Wie immer freuen wir uns, wenn sich jemand “aus dem Biz” in den Kommentaren zu Wort meldet und ein bisschen Licht ins Dunkel bringt.

Vermutung 1: in den Zeitschriften steht nur Schrott. Tut mir leid, Fabian und Heiko und Knut und Gunnar und Petra und Dirk und Rüdiger; ihr seid alle super, ich hör’ euch gerne beim Singen zu und so, bitte bestraft mich nicht mit Liebesentzug. Ich sage ja auch gar nicht, dass ihr nicht schreiben könnt. Das könnt ihr. Sehr gut sogar! Nein, ich frage mich lediglich, ob die Welt tatsächlich mehrseitige, oft floskeldurchsetzte Tests zu Titeln braucht, über die der gemeine Internetuser eh schon alles weiß, bevor er auch nur einen Blick in eure Magazine geworfen hat. Mal von euren immer bizarrer werdenden Wertungskästen, den inzwischen wirklich komplett unlustigen Videobeiträgen und den total überflüssigen Demo-DVDs ganz zu schweigen. Hey! Eure beigelegten Vollversionen sind ab und zu ganz nett. Aber das wisst ihr ja selbst.

Vermutung 2: die Kids von heute haben besseres zu tun, als “Spielefachmagazine” zu kaufen. Hey, liebe Print-Macher, wart ihr in den letzten zwei, drei Jahren mal draußen? Wenigstens auf der Games Convention? Da hattet ihr doch alle Stände. Habt ihr nicht die Besucher beobachtet? Dann wäre euch sicher aufgefallen, dass der typische Spieler von heute komplett anders drauf ist als, sagen wir mal, ich vor ca. 15 Jahren. Was habe ich mich damals auf Spielezeitschriften u.Ä. gestürzt! War ja auch die einzige greifbare Informationsquelle. Ich war so ein richtiger Zockernerd, inklusive blasser Haut und dicker Brille. Spielezeitschriften haben zu mir gepasst wie Preißelbeeren zu Käsebrot. (*) Für die typischen interessierten Kids von heute sind Spiele nur ein Hobby unter vielen. Die meisten von ihnen interessieren sich mindestens genau so, wenn nicht sogar noch mehr, für Musik, Sport, Ausgehen, das andere Geschlecht. Manche lesen sogar Bücher oder gehen ins Theater. Spiele sind einfach derart mainstream geworden, dass man sich nicht mehr für sie zu schämen braucht. Zeitschriften, deren Covers von großbusigen Computerbabes oder grimmigen Axtkriegern verziert werden und die das neuste Fantasy-Rollenspiel analysieren, als wäre es ein portabler Nuklearreaktor, passen da einfach nicht rein.

Vermutung 3, “der Klassiker”: der Online-Markt klaut die Leute weg. Mir ist bewusst, dass dieser Punkt unter den Printlern heftig diskutiert wird. Ich kann mich lediglich darauf berufen, was ich bei mir selbst und bei meinen Bekannten beobachten konnte, und was eigentlich auch ganz logisch erscheint: online ist man einfach wesentlich zügiger informiert als per Print. An dieser Stelle verteidigen sich Print-Leute gerne mit der sicherlich nicht komplett falschen Behauptung, bei den gedruckten Magazinen würde die Qualität viel eher stimmen als bei Online-Sites. Aber hey, meint ihr, den gemeinen Spieleinteressierten kümmert das? Mal ganz ehrlich: die Artikel bei den meisten Online-Magazinen sind nicht gut. Trotzdem schaffen sie es in der Regel, die für den Leser wichtige Information zu transportieren. Das ist in manchen Fällen die Bewertung der Spiele. Oft aber auch etwas anderes. Was mich zum nächsten Punkt bringt:

Vermutung 4: die meisten Leute interessieren sich nicht wirklich für Spieletests. “Woah”, höre ich euch stöhnen, “was hat er nur geraucht, der Hendrik?” Nun, mal ehrlich: bei den meisten Spielen bildet man sich doch schon vor dem Release ein Urteil. Das kann natürlich an gelungenem Hype liegen. Aber auch daran, dass man einfach Fan einer Serie ist. Oder sich von einem bestimmten Spiel aus sonstwas für Gründen besonders angesprochen fühlt. (**) Und wenn dann ein Magazin diesem Spiel eine besonders miese Wertung gibt, ist halt das Magazin scheiße. Beispiel gefällig? Der mutige 4players.de-Test von Gothic 3 wird gerade im halben deutschsprachigen Intarweb mit purem Hass quittiert. Dabei ist er gar nicht mal so mutig, denn trotz des vernichtenden Fazits (“Das, was ihr morgen in der Box kauft, ist schlichtweg unfertig und leider in vielen Bereichen demotivierend, wenn man nicht beide Augen in blinder Ignoranz zudrückt”) gab es immerhin noch 68%.

Zusammenfassend drängt sich mir also der Verdacht auf, dass Spielezeitschriften fast nur noch von Leuten gekauft werden, die sich nicht (oder zumindest nicht regelmäßig) über das Internet informieren, sich generell nicht so sehr für Computer- und Videospiele interessieren und/oder Spiele tatsächlich für so komplexe Gebilde wie portable Nuklearreaktoren halten. Zum Beispiel Eltern. Oder hoffnungslose Romantiker wie ich, die darauf hoffen, dass auf einmal alles wieder so wird wie früher. Ach, so ein Quatsch. Ich bin einfach zu faul, mein Abo zu kündigen.

Aber was weiß ich schon.

(*) Preißelbeeren auf Käsebrot sind fucking fantastisch. Probiert’s mal aus.

(**) Oder man ist wie Richard und kauft Gothic 3, obwohl ihn alle davor gewarnt haben. Sogar er selbst. Haha, Sucker.

122 Kommentare Autor: Hendrik
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Blick zurück im Frust

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In einem Anfall von Wahnsinn habe ich gestern nochmal Gothic 2 inklusive Erweiterung installiert. Der aktuelle Teil würde meinen Rechner sowieso zum schmelzen bringen, und irgendwie konnte ich mich noch düster daran erinnern, dass ich das Spiel eh nicht besonders mochte. Aber ich will ja einem so hoch gelobten Spiel nicht Unrecht tun und habe ihm deshalb noch eine zweite Chance gegeben. Nachdem ich mir telefonisch die Bestätigung habe geben lassen, dass “nicht besonders mochte” noch sehr freundlich ausgedrückt war, habe ich dann also die komplette Gold-Edition auf die Platte geschaufelt. Kleiner Tipp für potentielle Käufer: installiert wird nicht von “Installations-CD” 1 oder 2, sondern der “Spiel-CD”. Und wenn man dann nach Installations-CD #2 gefragt wird, muss man natürlich Nummer 1 einlegen. Is klar.
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64 Kommentare Autor: Stefan
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Dritter Versuch

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Ich habe gestern Gothic 3 gekauft und weiß nicht so genau warum. Schließlich habe ich mit den ersten beiden Teilen keinen großen Spaß gehabt. Woran es bei Gothic 1 lag, weiß ich schon gar nicht mehr, aber bei Gothic 2 haben mich die völlig kaputte Steuerung und das komplett nutzlose Interface so lange genervt, bin ich das Spiel irgendwann in die Ecke gepfeffert habe. Auch ein zweiter Versuch, ein paar Wochen später, hat damals die gleichen Ergebnisse produziert.

Hinzu kommt die bewiesene Unfähigkeit von Piranha Bytes ein Projekt termingerecht abzuschließen. Sowohl Gothic 1 als auch Gothic 2 hatten den Ruf total bugverseucht zu sein und mussten mit massenweise Patches geflickt werden. Schlimmer noch, einige dieser Patches waren inkompatibel zu alten Spielständen und somit eigentlich nur dann brauchbar, wenn man bereit war, wieder ganz von vorne anzufangen.

Bei Gothic 3 sieht es fast noch schlimmer aus. Die an die Presse verschickte Testversion war so unfertig, dass eine Zeitschrift sogar eine Coverstory daraus gemacht hat. Das wiederum führte dazu, dass man den ersten Goldmaster wieder zurückzog und einen neuen machte. Trotzdem tauchte gestern, passend zum Erscheinungsdatum des Spiels, der erste Patch auf. Alles ganz, ganz schlechte Zeichen.

Aber ich habe es trotzdem gekauft. Vielleicht weil es Herbst ist und ich ein Rollenspiel anfangen will. Vielleicht weil die Packung überraschend stilsicher gemacht war. Keine Ahnung. Ich habe mich bei Saturn davor gestellt, um zu sehen was passiert und dann habe ich es halt mitgenommen. Vorher habe ich aber noch eine Weile zwischen der normalen Version und der Collector’s Edition geschwankt. Am Ende habe ich mich aber für die normale Version entschieden. Irgendwie schien mir die CE zu dünn ausgestattet. Die Stoffkarte ist schon prima, und so ein Artbook auch immer ganz nett, aber das Amulett ist ehrlich gesagt ziemlich hässlich und eine Making-Of DVD ist für mich auch kein Kaufgrund. Wenn sie den Soundtrack reingepackt hätte, dann wäre das was anderes gewesen.

Dummerweise haben sie das wohl, waren aber zu blöd es auf die Rückseite der Packung zu schreiben. Jetzt bin ich etwas angesäuert, denn das wäre mir echt die 15€ zusätzlich wert gewesen. Zumal sie für den Soundtrack alleine schon 16€ haben wollen. Na vielen Dank.

Jedenfalls habe ich es dann Zuhause installiert und musste erstmal ein verdammt schlecht gemachtes Renderintro ertragen. Das Ding wirkt so, als wäre es fünf Minuten vor dem Goldmaster vom Praktikanten erstellt worden. “Mist, da war doch noch was! Klaus, komm mal her!”. Als nächstes musste ich eine verdammt lange Ladezeit ertragen. Aber dann die erste Überraschung: Trotz aller Unkenrufe bezüglich der angeblich unendlich hohen Hardwareanforderungen läuft das Spiel bei mir butterweich. Obwohl ich alle Regler ganz nach rechts geschoben habe. Nicht schlecht.

Leider ist das Spiel trotzdem nicht sonderlich schön. Irgendwie wirken alle Texturen ein bisschen verschwommen, es gibt massenweise fieses Pop-up, der Horizont ist total kaputt und auch das Art Design haut mich nicht vom Hocker. Gerade die Personen wirken alle ziemlich grobschlächtig und dezent entstellt.

Dann aber die zweite Überraschung. Sie haben die Steuerung repariert! Wurde auch Zeit. Somit habe ich mich sofort in meiner neuen Haut wohl gefühlt, einen Haufen Orks geplättet, ein ganzes Dorf gelootet, ein paar Heiltranks gecraftet und ein paar schlecht geschriebene Dialoge hinter mich gebracht.

War alles ganz locker-flockig irgendwie. Ganz anders als ich das von der Serie bisher gewohnt war. Ich habe noch nicht richtig viel gespielt, aber ich freue mich schon aufs Wochenende, wenn ich mehr Zeit dafür habe.

Wer weiß, vielleicht werden wir ja doch noch Freunde, der Gothic und ich.

30 Kommentare Autor: Richard
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AntiBeta-Abenteuer Folge 1: “Aller Anfang ist schwer”

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Liebes Tagebuch,

ich bin traurig. Traurig, weil ich mir für den heutigen Abend viel vorgenommen, jedoch nichts erreicht habe. Schuld daran ist der schreckliche “Blizzard Downloader”. Was für ein übler Bösewicht! Anstatt auf die Jagd nach Manawürmern und anderem Getier zu gehen, vegetiere ich nun schon eine – mir ewig scheinende – Zeit des Wartens vor mich hin und träume von den wundervollen Stunden, in denen ich wieder durch Azeroth ziehen werde. Doch sollte Geduld nicht zu den höchsten Tugenden eines jeden Helden in der Welt von Warcraft gehören? Ja! Mal sehen, was der nächste Tag so mit sich bringt.

Mit diesen Worten, liebes Tagebuch, möchte ich den heutigen Tag abschließen.

Bis morgen,
deine Quenya

8 Kommentare Autor: Michl
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