Das hat nicht lange gedauert

verboten.jpg

Heute Morgen aufgestanden, den Fernseher angemacht und was sehe ich? Bilder von Counter-Strike. Das ZDF-Morgenmagazin befragt einen Professor einer Polizeischule, ob denn Computerspiele für Emsdetten verantwortlich seien.

Ich mache mir einen Tee. Das wird ein harter Tag werden.

Dann die Überraschung. Der Professor sagt nicht “ja”, er sagt so was wie “starker Konsum von gewalttätigen Videospielen kann ein Symptom sein, ist aber nicht die Ursache”. Nanu? Ein intelligenter Mensch, der mit der Frage reflektiert umgehen kann? Na, der wird in Zukunft sicher nicht mehr fürs Fernsehen interviewt werden. Aber gut, immerhin ist er heute irgendwie durchs Netz gerutscht.

Als nächstes ist irgendjemand von irgendeinem Lehrerverband dran. Sein bayerischer Akzent macht ihn erstmal verdächtig, ein CSU-Wähler zu sein, aber auch er macht Spiele nicht pauschal für den Untergang der westlichen Kultur, sondern beklagt eine Kultur des Wegschauens. Nanu?

Hat sich vielleicht etwas verändert? Ist ein Ruck durch unsere Gesellschaft gegangen? Hat das wiederholte Auftreten des Problems vielleicht zu der Erkenntnis geführt, dass es doch nicht allein an Videospielen liegen kann?

Ach was. Ein Blick auf n-tv.de zeigt, dass die Lage nicht anders ist als zuvor. Die Überschrift der Titelstory lautet “Killerspiele sind schuld?”. Wohl gemerkt, sie laut nicht “Sind Killerspiele schuld?”, wie die Frage grammatikalisch korrekt formuliert wäre, nein, sie lautet “Killerspiele sind schuld?”. Ein Aussagesatz. Qualifiziert mit einem Fragezeichen.

Der alte Trick halt, wenn man etwas sagen will von dem aber weiß dass es nicht stimmt, oder dessen Wahrheit man zumindest nicht belegen kann. Man sagt es einfach trotzdem. Dann ein kleines Fragezeichen dahinter, damit sich keiner beim Presserat beschweren kann, und fertig ist der Schmierenjournalismus.

Die Überschrift der Tageschau ist nicht viel besser: “Durch Computerspiel zum Amokläufer?”. Schon faszinierend wie aus dem riesigen Feld von denkbaren Problemen und Ursachen gerade die Spiele es immer wieder in die Überschriften schaffen. Immerhin schafft das ZDF mit “Politiker streiten um Verbot von ‘Killerspielen’” eine neutrale und inhaltliche korrekte Überschrift. “Killerspiele” ist sogar in Anführungszeichen gesetzt.

Dann aber die übliche Litanei. “Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, zieht das Verbot von Killerspielen in Betracht.”, “Ähnlich äußerte sich Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach (CDU), und forderte, dass der Gesetzgeber endlich handelt.” und “Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) verlangte, dass gegen Spiele, die Gewalt verherrlichen, konsequent vorgegangen wird.”

Es gibt auch vorsichtige Stimmen, zum Beispiel von den Grünen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass jetzt die üblichen Verdächtigen wieder aus ihren Höhlen kriechen und gnadenlos Stammtischparolen feuern werden. Haltet euch fest, die nächsten Wochen werden hart.

Ich habe gestern Abend übrigens noch mit meiner Mutter über das Thema gesprochen. Ihr Kommentar dazu war, dass ich es mir nicht zu sehr zu Herzen nehmen sollte, denn damals zu ihrer Zeit wäre immer die “Negermusik” für alles Unglück dieser Welt verantwortlich gemacht worden.

Der Begriff ist für mich sehr erhellend, denn er wirft ein eindeutiges Bild auf die Denkstrukturen von Menschen, die immer auf der Suche nach einem einfachen Sündenbock sind, egal was die aktuellen Probleme oder ihre Ursachen gerade sein mögen. Ob “Negermusik” oder “Killerspiele”, für solche Leute gibt es da keinen Unterschied. Hauptsache man kann jemand anderes verachten, dann fühlt man sich selber nicht mehr so schlecht.

Das Problem ist natürlich, dass diese Sündenbocksuche schlichtweg gefährlich ist. Sie dient zwei Zwecken. Zum einen erlaubt sie es Politikern den Anschein zu erwecken, sie würden etwas tun. Zum anderen erlaubt es den Medien natürlich prima Quote zu machen bzw. Leser zu bekommen. Eine Hand wäscht die andere.

Diese beiden Zwecke werden auch ganz vorzüglich erfüllt. Dabei gibt es nur einen Haken: die eigentlichen Probleme werden nicht angegangen. Also gibt es wenig später (Überraschung!) wieder einen Vorfall. Warum? Weil alle zu sehr damit beschäftigt waren, Wählerstimmen und Einschaltquoten zu generieren, um sich damit darum kümmern zu können, weitere Vorfälle zu verhindern.

Die Debatte zeichnet im Übrigen auch ein trauriges Bild unserer Gesellschaft, weil es nicht nur eine Unfähigkeit zeigt, sich mit unseren Problemen kritisch und differenziert auseinanderzusetzen, nein, es zeigt vor allem eine Unwilligkeit das zu tun.

Wir wollen die Probleme gar nicht angehen. Mit den vielschichtigen sozialen Gründen die Leute zu solchen Taten treiben, wollen wir nichts zu tun haben. Wir wollen nichts davon hören, wir wollen nicht darüber nachdenken und vor allem wollen wir nichts dagegen tun. Denn etwas dagegen zu tun, das hieße ja Veränderung. Und Veränderung ist schlecht, da müsste man sich ja bewegen.

Also: Videospiele. Ein bisschen Brimborium, ein paar Verbote (“tut ja keinem weh”) und alle schlafen wieder ruhig.

Wir sehen uns in zwei Jahren beim nächsten Amoklauf. Egal was am “Jugendschutz” geändert wurde, es wird sich nichts geändert haben. Vielleicht merken die Leute ja dann, dass es vielleicht doch nicht alleine an den Videospielen gelegen hat.

Oder auch nicht.

Irgendwann wird es sich natürlich ändern. Spätestens dann, wenn unsere Generation alt genug ist, um sich in verantwortliche Positionen in der Politik und den Medien hochgearbeitet zu haben. Dann wird die Debatte um Videospiele vorbei sein, denn dann tut es jemandem weh. Bleibt nur eine Frage:

Was wird in 30 Jahren unsere “Negermusik” sein?

Denn eins ist sicher: je mehr sich die Dinge ändern, desto mehr bleiben sie gleich. Davor werden auch wir nicht gefeit sein.

143 Kommentare Autor: Richard
Tags: , , , ,

143 Kommentare

  1. Tach nochmal, Richard.

    Mal ganz ehrlich, wo soll die Diskussion herkommen? Und zwischen wem soll sie geführt werden.

    Also, ich habe dazu nur echt langweilige, moralinsaure Vorschläge, aber was hilft’s. Wenn überhaupt, glaube ich, muß die Diskussion erstmal aus der Gamerschaft (im weiteren Sinne) kommen zunächst auch dort stattfinden. Sie wird (mangels medialer Wirkung) einstweilen auch außerhalb der Sphäre von Innenministerien und Fernsehsendungen stattfinden müssen.

    Ich sehe durchaus ein paar “mittelgroße” mediale Foren und Events, in denen für eine kritische Debatte unter Gamern, oder unter Entwicklern, Publishern, Presseleuten oder allen zusammen Raum wäre. Die Games Convention. Die beiden deutschen Entwicklerkonferenzen. Die Gaming-Zeitschriften. Diverse Online-Magazine.

    Dort überall könnte ja auch mal was anderes diskutiert werden als der verschobene Releasetermin von Generisches Sequel 5. Klar, dafür braucht’s ein paar mutige Redakteure, Veranstalter und Teilnehmer. Aber eben noch keine Sessel in einer einem Innenministerium gleichwertigen Mega-Institution.

    Man könnte von so einem Meinungsforum aus durchaus auch mal auf so Leute wie Elternverbände, pädagogische Verbände, Schülergremien, Medienvereine etc. zugehen und die in Diskussionen einbinden. Dort, glaube ich, in der sog. “Gesellschaft”, gibt’s weitaus realitätsnähere und relevantere Dinge über die Wirkung und Wahrnehmung von Spielen zu erfahren als aus der Stahlhelm-Etage von Herrn Beckstein. Das heißt nicht, daß alle Nachrichten für die Gamer angenehm sein werden.

    Die Entkopplung von Gamern und Gesellschaft gilt es aufzuheben, dann entwickeln sich vielleicht mal differenzierte und tragfähige Standpunkte. Weil dann nicht vielleicht mehr jeder, der ein Spiel für seine Gewalt kritisiert, oder sich womöglich aus einem wirklich empfundenen Verantwortungsgefühl Sorgen macht, gleich zum Agenten des Bayrischen Innenministeriums erklärt wird. Und weil dann vielleicht auch die Gamer und Entwickler mal eine Non-Gamer-Außenansicht auf ihre Spiele und deren Inhalte bekommen. Vielleicht sogar mal zwei Minuten darüber nachdenken, was zum Teufel sie da eigentlich teilweise treiben. Ob das wirklich alles sein muß und wirklich alles total okay ist.

    Wir müssen erstmal diesen Sturm überstehen und können dann vielleicht endlich eine vernünftigen Dialog starten, wenn die Herren Becksteins gerade von etwas anderem abgelenkt sind und die Erwachsenen nicht beim Gespräch stören können.

    So isses wohl.

    Schönen Abend wieder,

    Martin

  2. wirklich sehr netter bericht, antigames iss immer wieder top !

    killerspiele..hrhr !
    immer derselbe scheiß, jedes jahr bzw. alle paar monate kommt der gleiche mist in den medien..was soll man dzau noch sagen…
    übrigens leute, aktuell gibts auch nichts zu berichten, weder irgendwelche kriege wüten sonderlich stark, noch toben irgendwelche wirbelstürme durch die staaten, noch gibts aktuell irgendwelche absonderlichen wetterumbrüche die wieder die globe erwärmung ins rampenlicht rücken ;)

    ich spiel übrigens seit eh und je irgendwelche spiele, 3d shooter sind natürlich immernoch (auch nach doom, wolfenstein, what ever meine favs..)
    mir hats offenbar noch nicht geschadet, ich bin nun 23 und plane immernoch nicht amok zu laufen, meinen nachbarn zu erschießen (wobei das sicherlich seine vorteile hätte…)..noch sonst irgendwas…

    das einzigste was verbote schaffen ist in meinen augen größeres intresse der “jugendlichen” bzw. der hauptzielgruppe…was am ende wieder irgendwo den hang zu raubkopie förder aber hee…dann haben wir wieder nen thema für nächsten monat ;)

    greets snt

  3. Heute Abend habe ich den schweren Fehler begangen den Fernseher einzuschalten und mir „Hart aber fair“ (zu erleiden im WDR) anzutun.
    Das Thema: „Vom Ballerspiel zum Amoklauf – was treibt Jugendliche in die Gewalt?“
    Nach dem obigen Bericht, der mir den Glauben an die Menschheit zurückgegeben hatte, war das – wie soll ich sagen – ernüchternd…
    Um euch einen kurzen Einblick in die Unerträglichkeit der gesamten Diskussion zu geben reicht eine einzige (nur sinngemäß wiedergegebene) Äußerung von Frau Barbara Sommer, Schulministerin in NRW:
    Ich würde nicht nur einen Internetfreien Tag einrichten, sondern auch zwei oder drei, denn ich stamme aus einer Generation, die noch lesen, schreiben, kurz: sich anders beschäftigen kann.

    Vielen Dank auch Frau Sommer, jetzt weiß unsere Generation der (ein Zitat eines weiteren Studiogastes) „armen Introvertierten“ endlich wie sie es besser machen kann!

    PS: Die unteren Beiträge sind sehr schwer zu lesen, da sie nach links verschoben sind. Gibt’s nen Trick, wie man das beheben kann?

  4. PS: Die unteren Beiträge sind sehr schwer zu lesen, da sie nach links verschoben sind. Gibt’s nen Trick, wie man das beheben kann?

    Indem man einen ordentlichen Browser benutzt.

  5. PS: Die unteren Beiträge sind sehr schwer zu lesen, da sie nach links verschoben sind. Gibt’s nen Trick, wie man das beheben kann?

    Habe deswegen auch schon von zwei Leuten Mails bekommen. Allerdings kann ich das Problem selber weder mit IE 6.0 noch dem neuen 7.0 reproduzieren. Insofern ist es auch nicht leicht für mich, es zu beheben. Sorry. :-/

  6. Kann man das vom WDR irgendwo im Internet ansehn?

    Also ansehn weil ich ja nicht mehr lesen und schrieben kann…
    ;-)

  7. HA!

    Schon gefunden, auf WDR.de.

    Siehe da, ich bin noch inteligent genug um selbst zu suchen.
    EIN WUNDER!

  8. Wenn überhaupt, glaube ich, muß die Diskussion erstmal aus der Gamerschaft (im weiteren Sinne) kommen zunächst auch dort stattfinden. (snip!) Ich sehe durchaus ein paar “mittelgroße” mediale Foren und Events, in denen für eine kritische Debatte unter Gamern, oder unter Entwicklern, Publishern, Presseleuten oder allen zusammen Raum wäre. Die Games Convention. Die beiden deutschen Entwicklerkonferenzen. Die Gaming-Zeitschriften. Diverse Online-Magazine.

    Dort überall könnte ja auch mal was anderes diskutiert werden als der verschobene Releasetermin von Generisches Sequel 5.

    Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Antigames ja durchaus ein Versuch ist, eben mal was anderes zu diskutieren, als neue Screenshots von Pirates of the Burning Sea.

    Ansonsten hast du wahrscheinlich nicht unrecht. Wenn man in der Spieleszene/branche intern eine ehrliche Diskussion anfängt und dann langsam die moderaten Kräfte aus Wissenschaft, Elternschaft und vielleicht sogar Politik (die gibt es auch!) dazuzieht, kann man vielleicht auf Dauer an Fahrt gewinnen.

    Es wird nur sehr schwer da einen Anfang zu finden. Die vielen Kommentare hier über das letzte Jahr haben mich zu dem Schluss kommen lassen, dass es in der Spielerschaft inzwischen sehr wohl eine Menge von Leuten gibt, die zu so einer Diskussion bereit wären. Leider werden die von niemanden vertreten. Du beweist, dass es auch auf Entwicklerseite hierzulande Leute gibt, die willig sind die Diskussion aufzunehmen. Dummerweise gibt es in Deutschland keinen Branchenverband, der irgendwie auch nur vage den Eindruck macht als wäre er organisiert oder zu irgendeiner Art von professioneller Repräsentation fähig. Eine zur Selbstkritik fähige Presse gibt es ja sowieso schon lange nicht mehr, und eine die den Mainstream der Spieler repräsentiert schon gar nicht.

    Mal schauen, vielleicht kriegen wir es ja irgendwie hin. Irgendwelche Vorschläge wo man anfangen könnte.

  9. Hey,der letzte Satz ist aus “Escape from L.A.” geklaut.

    Thomas, der Gedanke dass der Spruch aus “Escape from LA” stammt, ist ziemlich lächerlich. Das ist ein uraltes Sprichwort. 10 Sekunden Googlesuche haben eine Quellenangabe aus dem frühen 19. Jahrhundert gefunden.

    Ich glaube da war John Carpenter noch nicht geboren, auch wenn er schon seit 20 Jahren so aussieht, als wäre er 200.

  10. Vorschlag:
    Wir gründen etwas eigenes.

    Problem:
    Keine Ahnung wie und ich befürchte man würde uns ohne “Prominente” unterstützung nicht einmal ernst nehmen.

    Aber hey, wir sind ja auch pädophil, laut Herrn Stoiber sind wir nach Computerspielkonsum sowiso für Genarationen unbrachbar und wir sind nicht mehr in der Lage uns ohne das Internet zu beschäftigen…

    Muss mal eine Zitatsammlung der letzten Tage suchen.
    Da steht bestimmt einiges lustiges drin…
    Wenn soviel Ignoranz nicht zum heuln wär.

    PS: Lest einmal den Abschiedsbrief der Junge hat eigentlich ganz gut beschrieben was ihn gestört hat. Es hätte sich nur mal jemand um ihn kümmern müssen.

  11. Lest euch mal das Feuilleton der heutigen SZ durch. Tenor: Computerspiele sollten nicht verboten werden, weil sie jugendgefährdend, sondern weil sie unästhetisch sind. Abgedreht.

    http://www.sueddeutsche.de/,tt3m3/kultur/artikel/473/92381/

    „Prey“ wäre dann ob seines gestalterischen Niveaus wohl auf dem Index.

  12. Ich kann den Artikel jetzt nicht lesen, aber leider hat der Autor natürlich Recht, dass die Ästhetik von Videospielen häufig unter aller Sau ist. Natürlich gibt es auch ästhetisch großartige Spiele, aber Gears of War und Konsorten sind halt einfach scheusslich. Die Frage “Warum spricht niemand über ihre abscheuliche Ästhetik?” ist natürlich Unsinn, denn zum Beispiel redet Antigames darüber. Regelmäßig.

  13. Danke Denis. Genauso ist es. Wer von dem Thema die Schnauze voll hat und sich abwendet, der hat es nicht verdient die Spiele spielen zu dürfen, die er will. Es ist frustrierend, aber da müssen wir durch.

    Richard, ich darf schon jetzt nicht alle Spiele spielen, die ich spielen will. Weil einige Firmen ein Importverbot für eben jene Software verhängt haben… bzw. gleich ganze Firmen bankrott klagen die es mir dennoch ermöglichen wollen. Dagegen ist die deutsch-doofe Gewaltdebatte doch Kinderkacke.

    Wenn es jetzt was wichtiges wäre, zum Beispiel staatlich kontrolliertes Internet, da würde ich an vorderster Freund die Banner hochhalten… aber dieses sehr deutsche und sehr dämliche Problem tangiert mich nicht mehr. Die Diskussion gibt es jetzt seit ich zocke… damals waren es Wolfenstein oder Moonstone, heute ist es eben andere Grütze. Es ist einfach immer wieder dieselbe Leier, und es sind nun schon seit 20 Jahren die immergleichen Argumente beider Seiten – und jetzt? Es wird auch in den nächsten zwanzig Jahren immer wieder ein Politiker daher kommen, und sich profilieren wollen und es werden auch in den nächsten 20 Jahren Gamer dagegen anreden.

    Same procedure as every homicidal suicide-run…

  14. Und es waren vor 30 Jahren, und vor 100 Jahren und und und immer dieselbe Leier. Halt mit Video, Kino, Musik, Romanen und was die Jugend noch alles verdorben hat… Wirklich großartige Argumente für nichtstun.

  15. Ehm, was tut ihr denn? Schreibt in einem Blog der nur von Leuten gelesen wird, die wenn auch in Nuancen anders aber im Großen und Ganzen genauso denken wie ihr/wir. Damit ist zwar “etwas getan” – ändert aber trotzdem nichts, weil man dich und mich nicht mehr überzeugen braucht, das es Quatsch ist Amokläufe auf die Spiele zu schieben.

    Macht es in meinen Augen ziemlich sinnlos. Hätte Richard jetzt die Politikheinies zu einem Chat eingeladen, und dort mal argumentiert oder sowas – DANN(!) sähe die Sache schon anders aus. So zeigt er uns nett formuliert etwas das wir eh schon wissen – folglich ist es dieselbe Scheiße wie immer, und ändern tut dieser nett geschriebene Beitrag trotzdem nichts.
    Und wie gesagt, das reguliert sich von selbst… die Alten verrecken, die Jugend wächst nach, so what. Wenn ihr Sessel-Revoluzza wirklich was machen wollt, sprecht mit den Leuten die dabei noch was lernen können. Mir geht’s am Arsch vorbei, denn es ist wieder dieselbe Leier – im Endeffekt passiert nichts, und wenn doch, dann hol’ ich mir das Zeug über’s Internet – ist doch heute alles kein Problem mehr.

    Deswegen komme ich hier echt nicht klar warum schon wieder so eine Welle um’s selbe, alte und abgedroschene Thema gemacht wird – was zur Hölle ist diesmal anders als die zig anderen Male zuvor? Für mich ist es “the same procedure as every year” und damit hat sich das. Und ob ich jetzt ganz tolle Sachen in meinem Blog dazu poste, oder nicht – das interessiert die ganzen Verrückten die Richard in seinem Beitrag aufzählt herzlich wenig und bekämpft IMO nicht die Wurzel allen Übels.

    just my 2 cents.

  16. Richard, ich darf schon jetzt nicht alle Spiele spielen, die ich spielen will.

    Falsch. Vielleicht kannst du es nicht sonderlich leicht, aber du darfst. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.

    Ehm, was tut ihr denn?

    Vielleicht nicht viel, aber zumindest mehr als du. Also lass deinen selbstgerechten Zorn stecken.

  17. @Richard: Ich mach’ auch – wenn ich nicht darf… insofern ist ein Verbot albern. Denn wie gesagt, es ist schon seit Jahren VERBOTEN Software/Filme usw. mit FSK18 an Minderjährige auszuhändigen, und es passiert trotzdem – die entsprechenden Leute haben das ja nichtmal richtig bei Alkohol und Zigaretten unter Kontrolle und diese Stoffe richten bei falschem Konsum sogar unmittelbar danach Schaden an, insofern ist ein Verbot von Software einfach lächerlich und nicht durchsetzbar.

    Vielleicht nicht viel, aber zumindest mehr als du.

    Und nun? Leben wir jetzt in einer besseren Welt?
    Vielleicht kommt es einfach nur falsch rüber, grundsätzlich stehe ich ja hinter all dem was du geschrieben hast – das Problem ist wie gesagt, diese Gedankengänge gibt es nun immer wieder alle paar Jahre. Das Thema ist ausgelutscht.

    Die einzig neue Qualität ist das es anscheinend schon am Tag des Attentats herzlich wenig interessiert wer der Mensch war der die Tat vollbracht hat oder das 37 Menschen verletzt worden sind, geschweige denn das eine ganze Reihe von Menschen aus “der ersten Reihe” unter Schock stehen.
    Hauptsache ich kann auch morgen noch in Ruhe die Playstation anschmeissen… und jeden Scheiss zocken. IMO ist das ne’ ganz schön kranke Entwicklung – ich halte die Diskussion jedenfalls für sinnlos, solange nicht im Detail bekannt ist, wie der Amokläufer getickt hat.
    ER ist schließlich die Ursache, denn ER hat sich entschieden ein bisschen Terror zu machen und mit Getöse aus dem Leben zu treten. Ob die Spiele jetzt gewaltverherrlichend sind, oder nicht steht doch erstmal überhaupt nicht zur Debatte und auch das Verbot (was für einige wohl der einzige Grund ist, sich hier überhaupt einzuklinken) spielt doch ebenso gar keine Rolle wenn es um die Problem an sich geht.

    Wenn er jetzt Gangster-Rapper gewesen wäre, und man die Schuld auf HipHop geschoben hätte – wäre dir doch ein Verbot auch scheißegal gewesen, oder? Hättest du dann auch die Politiker kritisiert wie du es jetzt tust, oder wäre dir das egal gewesen, hättest du dich dann auch in die Politdiskussion eingemischt? Die meisten von uns, sind doch nur angepisst weil ein Idiot unser Hobby versaut – es geht doch gar nicht um eine bessere Gesellschaft oder beschissene Politik, die Spaßgesellschaft sieht Ihren Spaß gefährdet und macht deshalb mobil. Mehr nicht.

    Alles imo, und ihr könnt mich gerne zu Tode flamen – aber diese Diskussionen egal ob es nun um Games, Heavy Metal oder weißderGeierwas geht sind doch immer gleich. Und enstehen IMO aus einer gänzlich falschen Motivation. Das bedeutet nicht, daß du das so bist, Richard. Dies ist kein persönlicher Angriff (wollt’ ich nur nochmal klar stellen).

  18. Wenn er jetzt Gangster-Rapper gewesen wäre, und man die Schuld auf HipHop geschoben hätte – wäre dir doch ein Verbot auch scheißegal gewesen, oder?

    Nein, wäre es eben nicht. Das wäre doch exakt das gleiche! Der Punkt ist, dass es hier eben nicht darum geht ob wir in Ruhe unsere Videospiele spielen können, oder nicht. Es geht hier eben darum, wie unsere Gesellschaft mit ihren Problemen umgeht. Als Videospieler merkt man eben im Moment wie vollständig Politik und Gesellschaft daran scheitern. Sie sind nicht nur unfähig die Probleme zu lösen, sie sind unwillig.

    Das ist bitter und das ist es, was mich wirklich aufregt. Mein Interesse daran Gears of War zu spielen, ist sowieso marginal.

  19. Nein, wäre es eben nicht.

    Gut, dann bist du eben eine der wenigen Ausnahmen, die jetzt nicht nur auf die Barrikaden gehen – weil ihr “Spaß” gefährdet ist.

    Als Videospieler merkt man eben im Moment wie vollständig Politik und Gesellschaft daran scheitern. Sie sind nicht nur unfähig die Probleme zu lösen, sie sind unwillig.

    Aber war das jemals anders? Kann das jemals anders werden?

    Mein Interesse daran Gears of War zu spielen, ist sowieso marginal.

    Ditto. Theoretisch würde man uns sogar einen Gefallen tun, wäre Müll a’la America’s Army, Counterstrike, Battlefield 2, Call of Duty und wie der ganze pseudorealistische Kriegsverherrlicherscheiß heisst, verboten. Die die es unbedingt brauchen würden es sich trotzdem besorgen, und die anderen müßen was Ordentliches spielen ;D (*LetzterAbsatznicht100%ernstgemeint*)

  20. ein bisserl ein problem ist, scheint mir, dass wir es noch nicht wirklich geschafft haben die mediengesellschaft in den griff zu bekommen. durch die kurzen und permanenten legitimationsentscheide der politiker, ists ziemlich schwer auf aktuellen anlass besser als mit populismus zu reagieren. das kann man ihnen auch nicht wirklich zum vorwurf machen, sie sind einem ständigen wettbewerb ausgesetzt. sie sind da eher opfer ihrer umstände. was man ihnen hingegen übel nehmen kann, ist wenn sie die falschen probleme aufgreifen.

    “vereinsamung” wär das thema, “killerspiele” sind es nicht.

  21. aber hallo! der spiegel schießt gegen pfeiffer:
    link

  22. Inhaltlich schon richtig, aber sprachlich mau… wenn du dir nicht sicher bist, bei manchen Ausdrücken, dann lass sie einfach weg.

  23. Bei Satzzeichen verhält es sich ähnlich, meepo.

  24. du sprichst das aus, was viele Spieler denken…