Sagt ein Sündenbock zum anderen: “Du bist schuld!”

bundesverband.jpg

Der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen, abgekürzt (festhalten!) “G.A.M.E”, hat sich zu dem Amoklauf in Emsdetten geäußert und damit meisterhaft bewiesen, warum Spiele in Deutschland keine Lobby haben.

Aber arbeiten wir uns mal systematisch durch. Zunächst mal macht der “G.A.M.E.” (kicher!) ganz deutlich klar, dass er nur eine Minderheit der deutschen Entwickler repräsentiert.

Wir vertreten über 40 Produzenten und Dienstleister im deutschsprachigen Raum.

Sehr geschickt, so nimmt man sich gleich das Mandat und stellt klar, dass man nicht mit Autorität für die Branche reden kann.

Edit: Ich hatte zuerst 40% der Produzenten gelesen, in Wirklichkeit sind es “40 Produzenten”. Ich weiß nicht, was das jetzt für einen Prozentsatz ergibt, jedenfalls muss ich die Kritik natürlich zurückziehen. Sorry.

Nach dem üblichen Verteilen von ein bisschen mehr oder weniger ernst gemeinter Anteilnahme (und wir wollen hier mal wohlwollend davon ausgehen dass sie ernst gemeint ist) fühlt man sich verpflichtet mitzuteilen, dass viele Videospielentwickler nicht als Waisen aufgewachsen sind (“wir haben Familie!”) und dass manche es sogar geschafft haben ihre Gene weiterzureichen (“viele von uns sind Väter, Mütter”). Wer derartige Selbstverständlichkeiten als wichtige Tatsachen in die Welt hinausposaunen muss, der macht klar, dass er das aus irgendwelchen Gründen eben nicht für selbstverständlich, sondern irgendwie für eine besondere und ungewöhnliche Leistung hält.

Dann wendet man sich “energisch” (also mit ein paar leeren Worthülsen) gegen die Kriminalisierung des Berufsstandes Videospielentwickler und des Mediums Videospiele. Soweit in Ordnung. Was sollen sie auch sonst sagen?

Als nächstes weist man strikt jede Schuld von sich:

Computer- und Videospiele sind nicht die Ursache für diese Tat.

Belegt wird diese klare Aussage mit, äh, gar nichts. Außer vielleicht mit einem vagen Hinweis auf “viele aktuelle Aussagen von Experten”. Auf welche, na ja, das wird nicht gesagt. Dadurch setzt man sich äußert geschickt dem Verdacht aus, dass es in Wirklichkeit nur wenige Aussagen gibt und dass diese im Zweifelsfall nicht von Experten stammen.

Der Verdacht wäre falsch, aber woher soll der unbedarfte aber skeptische Leser das wissen? Kann es so schwer sein, im richtigen Moment mal den Namen von ein, zwei Professoren fallen zu lassen? Guckt mal das Heute Journal, die kriegen das auch hin.

Na gut, als nächstes dann der Hinweis auf Deutschlands tolles Jugendschutzsystem an dem man aktiv mitarbeitet. Das stimmt natürlich. Da kann ich jetzt gar nichts Schnippisches zu sagen. Mist.

Der nächste Absatz bietet aber wieder viele Möglichkeiten. Zunächst mal kommt die Feststellung:

Computerspieler sind keine Randgruppe.

Das ist an sich richtig. Wir Spieler sind eine so große Gruppe, dass wir eigentlich ein denkbar schlechtes Ziel für Diskriminierung abgeben sollten. Dummerweise sind wir völlig unorganisiert und werden, wenn überhaupt, von Organisationen wie dem “G.A.M.E.” (Augenroll) vertreten, die an Zahn- und Hilflosigkeit kaum zu überbieten sind.

Gespielt wird in jeder Bevölkerungsgruppe. Computerspiele begeistern das sechsjährige Mädchen ebenso, wie den 40-jährigen Politiker, die Sekretärin oder einen 70 Jahre alten Rentner.

Wer ernsthaft glaubt, dass ein 40-jähriger Politiker und ein 70-jähriger Rentner von Videospielen genauso begeistert sind, wie ein 6-jähriges Mädchen, der ist nicht nur naiv, der ist schlichtweg dumm.

Wir sind inzwischen soweit, dass 6-jährige Mädchen tatsächlich häufig schon von Videospielen begeistert sind. (Laut einer Liste eines amerikanischen Einzelhandelsverbandes taucht sowohl das Nintendo DS als auch die Playstation 3 in den Top 10 der Liste von häufigsten Weihnachtswünschen von Mädchen auf.) Das ist ein großer Sieg. Wer aber mal versucht hat, seinem Opa auch nur das Konzept eines Videospiels zu erklären, der wird wissen dass die Lage auf der anderen Seite des Alterspektrums völlig anders aussieht. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber auch diese Ausnahmen sind selten. Dass 40-jährige Politiker selten Videospiele spielen, kann man im übrigen im Moment ganz gut der Presse entnehmen. Schaut mal rein, lieber Bundesverband.

Schnell werden vom “G.A.M.E.” (ihr wisst schon…) noch die Eltern in die Pflicht genommen (nicht falsch, aber auch keine sonderlich frische Idee) und dann fängt die Suche nach der wahren Ursache für den Amoklauf an.

Was ist die Antwort des “G.A.M.E.”? Wird das soziale Umfeld des Täters analysiert, sein Brief, seine Einsamkeit, seine Perspektivlosigkeit? Fragt man sich, warum niemand in der Lage war seine Probleme zu erkennen, oder gar seine Hilferufe zu hören?

Ach Quatsch. Man macht einfach das gleiche wie die Politiker und sucht sich einen eigenen Sündenbock. Für den “G.A.M.E.” sind nämlich die Waffen schuld!

Äh, wir waren es nicht! Der war’s!

Wie die Kindergartenkinder. Ich weiß nicht genau wie das funktionieren soll (vielleicht haben die Waffen ja nachts unter seinem Bett gelegen und ihm zugeflüstert “Du musst töööööten!”), aber ist ja auch egal. Hauptsache jemand anders ist schuld.

Fähigkeit zur Selbstkritik? Fehlanzeige. Konstruktive Hinweise auf echte Ursachen? Fehlanzeige.

Jeder der auf Spielerseite hingeht und mit dem Finger auf die Waffen zeigt, macht sich in meinen Augen lächerlich. Wenn Waffen die Ursache für den Amoklauf sein können, dann können es nämlich auch Spiele sein.

Wer selbst Sündeböcke sucht, der darf sich nicht beschweren, wenn er plötzlich einer ist.

Klar, eine Waffe ist etwas anderes als ein Videospiel. Letzteres ist ein Kulturgut und am Ende des Tages ist eine Waffe immer noch ein Gerät, das speziell zum Töten entwickelt wurde. Klar, er hätte die Waffen nie haben dürfen, aber man kann auch mit einem Küchenmesser Amok laufen. Die Frage ist doch, warum er überhaupt die Waffen haben wollte.

Der Frage will man beim “G.A.M.E.” aber lieber aus dem Weg gehen. Hauptsache jemand anders ist schuld. Wisst ihr was? Ich wette die würden sich mit Herrn Beckstein prima verstehen.

73 Kommentare Autor: Richard
Tags: , , ,

73 Kommentare

  1. So sehr mich Richards persönliche Fehde mit der Gamestar auch nervt, den Vorwurf dass sie wenig gegen das “Killerspiele”-Image tut muss sich die Redaktion wohl oder übel gefallen lassen. Blick auf’s Cover und so…

  2. richard-schatz:

    ich persönlich finde, ich habe deine argumente schon in der letzten diskussion zu genüge entkräftet. das wesen der diskussion ist, dass du das anders siehst.

  3. Und jetzt küsst euch!

  4. gunnar-mäuschen:

    Wenn du meine Argumente entkräftet hättest, dann könntest du ja auch darauf hinweisen, dass du sie entkräftet hast (und vielleicht auch wie!). Stattdessen greifst du auf deine Standardantwort zu jeder Art von Kritik zurück. Das ist noch langweiliger als mein ewiges Gemeckere an euch.

  5. Get a room, you two!

  6. *gähn*

    Ich gestehe, ich habe schon seit diversen Ausgaben bei euch nicht mehr reingeschaut, aber wenn es immer noch so aussieht wie letztes Jahr als ich den gerade verlinkten Beitrag geschrieben habe, dann rate ich dir mal dringend euer Heft mit den Augen von jemand der an “Killerspiele” glaubt zu lesen. Der wird sich bestätigt fühlen.

    Ach, die GameStar ist also nicht für Leute gemacht, die mit Computerspielen nichts anfangen können, Verbote fordern, Worte wie “Killerspiel” erfinden und Egoshooter mit Kinderpornografie gleichsetzen? Dass Zeitschriften Zielgruppen haben, ist mal eine ganz neue Erkenntnis.

    Trotzdem: Zumindest bei einem Blick in die letzten beiden Hefte müsstest du dir deine Meinung im Vorfeld schon ziemlich festgezimmert haben, um aus den Texten oder der Screenshotauswahl irgendeine Bestätigung für “Killerspiel”-Vorurteile zu ersehen.

    Wieso an anderer Stelle? Die Machowummenmann-Cover sind doch genau die gleiche Stelle? Eure Auseinandersetzung mit dem Thema ist in der Tat qualitativ nicht schlecht, ich finde sie nur weiterhin nicht sonderlich glaubwürdig, solange der Rest eures Heftes prima als Beweismittel für Killerspielhypothesen dienen kann.

    Die Auseinandersetzung mit Emsdetten soll unglaubwürdig sein, weil das Wort “Shooter” in der GameStar so oft vorkommt? Das willst du in einer ernsthaften Diskussion tatsächlich als Argument oder gar als “Beweismittel” anführen? Was soll das beweisen? Dass man über Egoshooter nicht berichten oder sie sogar gut finden darf, wenn man eine Meinung zu Emsdetten äußern will?

    Meine Güte, das ist so platt, das hätte ich euch gar nicht zugetraut. Andersherum: Obwohl ich das hiesige GameStar-Gebashe öde und unnötig finde und mich wundere, dass Gunnar darauf überhaupt noch eingeht, macht das für mich eure übrigen Texte hier doch auch nicht unglaubwürdig.

  7. Naja, ich kann Richards Argumentation insofern nachvollziehen da es dieselben Vorwürfe sind die man z.B. Modezeitschriften macht die mit magersüchtigen Supermodelfotos völlig überzogene Schönheitsideale propagieren.

    Allerdings braucht eine Zeitung irgendwelche Käufer und es ist doch albern zu erwarten dass die Gamestar auf einmal die Berichte über Ballereien und damit ihre eigene Auflage reduziert… die Gamestar ist ein “Mainstreamgamer”-Blatt und will auch nichts anderes sein, ihnen das andauernd vorzuhalten ist banal.

  8. *gähn*

    So langweilig kann es ja nicht sein, wenn es dich so aufregt, dass du einen langen Kommentar schreibst. Aber das nur am Rande.

    Ach, die GameStar ist also nicht für Leute gemacht, die mit Computerspielen nichts anfangen können, Verbote fordern, Worte wie “Killerspiel” erfinden und Egoshooter mit Kinderpornografie gleichsetzen? Dass Zeitschriften Zielgruppen haben, ist mal eine ganz neue Erkenntnis.

    Mein Argument war, dass die Gamestar auch die Mehrzahl an Spielern nicht mehr repräsentiert. Die abstürzenden Verkaufszahlen geben das ja auch ganz gut wieder. Außerdem habe ich gesagt, dass ich mich persönlich von der Gamestar nicht in der Öffentlichkeit vertreten lassen möchte. Der schierhaarige Michael Trier im Heute Journal hat auch dafür einen sehr guten Grund geboten, ganz unabhängig von den Inhalten der Gamestar.

    Die Auseinandersetzung mit Emsdetten soll unglaubwürdig sein, weil das Wort “Shooter” in der GameStar so oft vorkommt? Das willst du in einer ernsthaften Diskussion tatsächlich als Argument oder gar als “Beweismittel” anführen?

    Ich will das nicht als Beweismittel anführen, aber ein besorgter aber ahnungsloser Mensch, der die Gamestar liest, wird das genau so sehen. Tu mal was ich oben empfohlen habe und lies mal die PC Action (um nicht immer die Gamestar zu bemühen die ich ja nur als Stellvertreter für die Videospielpresse verwende) mit den Augen einer besorgten 45-jährigen Mutter durch, die von Videospielen keine Ahnung hat. Wenn du das ehrlich machst, wird dir ganz anders werden und du wirst auch vielleicht mal die andere Seite verstehen, die es größtenteils nämlich gar nicht böse meint, sondern es nur nicht besser weiß.

    Was soll das beweisen? Dass man über Egoshooter nicht berichten oder sie sogar gut finden darf, wenn man eine Meinung zu Emsdetten äußern will?

    Ich versuche es noch mal, extra für dich: Du kannst gerne eine Meinung zu allem haben was du willst. Aber wenn du mit Autorität und Glaubwürdigkeit über Emsdetten reden willst, dann kannst du das nicht einer Zeitschrift tun, welche die Qualität von Videospiele mit Kriterien wie “Kampf” und “Waffen” bewertet.

  9. Obwohl ich das hiesige GameStar-Gebashe öde und unnötig finde und mich wundere, dass Gunnar darauf überhaupt noch eingeht

    Kurz vorbei zu schauen und nichts nennenswertes zu sagen, entspricht im übrigen nicht meiner Vorstellung von “darauf eingehen”. Warum er jetzt kurz vorbei geschaut und nichts nennenswertes gesagt, das wundert mich natürlich auch.

  10. Naja, ich kann Richards Argumentation insofern nachvollziehen da es dieselben Vorwürfe sind die man z.B. Modezeitschriften macht die mit magersüchtigen Supermodelfotos völlig überzogene Schönheitsideale propagieren.

    Um die Analogie fortzuspinnen: Es ist in etwa so, als würde eine Modezeitschrift ihr komplettes Heft mit Glamourshots Anorexieopfern zukleistern und sich dann im Editorial beschweren, dass die Models alle so dünn sind.

  11. Ich versuche es noch mal, extra für dich: Du kannst gerne eine Meinung zu allem haben was du willst. Aber wenn du mit Autorität und Glaubwürdigkeit über Emsdetten reden willst, dann kannst du das nicht einer Zeitschrift tun, welche die Qualität von Videospiele mit Kriterien wie “Kampf” und “Waffen” bewertet.

    Du kannst das gerne so oft wiederholen wie du möchtest, ob extra für mich oder irgend jemand anders: Kampf und Waffen sind für eine nicht unerhebliche Anzahl an Videospielen einfach zu elementare Spielbestandteile, als dass du in einer halbwegs verwendbaren Spielezeitschrift um deren Bewertung herumkommen würdest. Ob das im Rahmen des Textes und/oder im Rahmen irgendeines Zahlensystems passiert, ist für die aktuelle Diskussion egal.

    Der 40-jährigen Mutter wird deine Kritik am Wertungssystem nämlich vollkommen schnuppe sein. Sie wird nicht durchzählen, wie oft bestimmte Worte vorkommen und sie wird auch keinen Wertungsschnitt der Shooter und der Nicht-Shooter berechnen. Vielleicht in ein paar Texte hineinlesen und sich die Screenshots anschauen, okay, aber damit bestätigt man bei der GameStar noch kein “Killerspiel”-Vorurteil.

    Tu mal was ich oben empfohlen habe und lies mal die PC Action (um nicht immer die Gamestar zu bemühen …

    … weil bei der das Beispiel nämlich nicht so richtig funktioniert, im Gegensatz zur PC Action)

    … mit den Augen einer besorgten 45-jährigen Mutter durch, die von Videospielen keine Ahnung hat. Wenn du das ehrlich machst, wird dir ganz anders werden …

    Das klappt nur, wenn du den Leuten von vorneherein den Willen absprichst, sich mit dem Thema Computerspiele differenzierter auseinanderzusetzen. Sich beispielsweise vom Sohn mal zeigen zu lassen, was der aktuell in Spielen so treibt. Oder eins der Specials in der Zeitschrift “Eltern” zu lesen. Macht man das nicht, ist das an sich auch schon wieder kritikwürdig. Allein durch das Studium von Kinozeitschriften wird auch niemand zum Cineasten, man muss sich das besprochene Objekt vielleicht doch mal selbst anschauen. Da ließe ich meine Eltern ehrlich gesagt lieber den GS-Prey-Test lesen als Prey selber anspielen – was zeigt, wo das Problem hier eigentlich liegt. Weißt du ja selber.

  12. Nur einmal so aber könnten wir uns wieder dem Grundthema widmen?

    Wenn euch die Gamestar nicht gefällt lest sie nicht.

    Ich glaube wir sind eh nicht mehr die Zielgruppe.

    Schau dir mal die Homepage von der PC Action an.
    Da steht kein einziges Wort über Emstetten sondern nur der freundliche Hinweis:

    Noch ohneglied? Jetzt registrieren…

    Tooooll.

    Insofern bin ich begeistert wie die Gamestar reagiert.

  13. HEY sehe gerade Focus TV.

    DAS ist zum Kotzen!

    Sie zeigen die CS map die angeblich die Schule darstellen soll. Ich dachte das wäre klar das das nicht DIE Schule ist.

    Dann zeigen sie eine kleine LAN Runde und sagen. “Sie spielen War Craft 3 ballern bis die Aliens kommen.”

    Komisch sieht aus wie Starcraft…

    “Dann spielen sie jeder gegen jeden Cube…”

    MOMENT, das ist Quake 3!

    “schneller und brutaler ist kein Shooter”

    … ok jetzt reichts…

    Ich hoffe einer von euch sieht diesen unqualifizierten BULLSHIT! (Sorry aber das schlägt dem Faß den boden aus) auch.

  14. stiller_anti_leser

    naja was hast du den von focus tv erwartet?!

    zur gamestar- diskussion: sie ist soviel ich weiss immer noch eines der auflagenstärksten spielemagazine das es hierzulande käuflich zu erwerben gibt. was irgndwie auch den schluss zulässt das sie wohl doch noch einige leute repräsentiert, auch wenn wir hier nicht dazugehören ( bei mir hat sie sichs schon 2001 verschissen als sie dem besten spiel aller zeiten, wizardry8 (fanboyalarm ;) grad mal nen 70% test mit nem 2 spaltenartikel gewidmet hat, aus den auch noch klar hervorging das der redakteur eifach keinen bock drauf hatte) insofern ist es schon zu begrüßen, das sich GS überhaupt äußert zumal es ihre, wenn auch ungewaschenen, redakteure ins zdf geschaft haben. (das GS teil des problems ist über das sie jetzt mitdiuskutieren wollen haben meine vorredner ja schon ausgeführt)

    P.S: ich les auch zwar schon nen monat aber das is mein erster post hier, macht kein scheiss mit meiner e-mail :)

  15. Zu spät. Schon für tierisch viel Kohle an nigerianische Spammer verkauft.

  16. Irgendwie sind wir die Sündenbockdebatte der Politik auch ein wenig selbst schuld. Dass die Hersteller nicht in der Lage sind, sich kritisch mit dem Thema Gewalt auseinanderzusetzen, folgt den Gesetzen des Kapitalismus. Aber auch 90% der Spieler und der Spielepresse fällt nichts besseres ein als: “Studien beweisen, dass Spiele keinen Einfluss auf Spieler haben.” Was natürlich genauso schwachsinnig ist, wie einige Beiträge der Massenmedien.

    Wir hatten all die Jahre Zeit, uns selbst mit dem Thema zu beschäftigen, Lösungen zu finden.

    Jetzt machen es halt andere…

  17. Auf die Schnelle mal ne Anregung:
    “FSK/USK-18″-Spiele (PC+Konsole)MÜSSEN in den Kaufhäusern,
    Mediamärkten und PC-Läden UNBEDINGT in einen eigenen Bereich !
    ÜBERALL liegen auf den Budget-Grabbeltischen “Spongebob” neben “Hitman” und die “SIMS” neben “Doom 3″—da wird einem dann schon seit langem ganz komisch, wenn die 11-jährigen nachmittags nach dem Zeugs geiern !
    Ich mein ,was im Onlinehandel und in Internetforen,in Videotheken und Kinos (normalerweise)klappt,muss ja auch beim offenen Verkauf möglich sein:”Zutritt erst ab 18 !”
    ´—Da bleibt dann eben den älteren Brüdern und (gutwilligen
    aber ahnungslosen) Eltern so einiges an Besorgungsstress
    erst mal erspart *lol*

  18. Es kommt meiner Meinung nicht darauf an WAS man spielt, sondern WIE man ein Spiel spielt (nimmt man jeden “Fragg”, den man einkassiert, persönlich oder sieht man es locker?).

  19. Ich selbst arbeite nebenberuflich schon seit einigen Jahren als Dozent im Bereich Medienpädagogik und setze mich ebenfalls schon seit Jahren mit Computer- und teilweise auch Videospielen kritisch auseinander. Das man Aussagen eines Herrn Beckstein kein Glauben schenken kann, da hier wie bei so vielen „Älteren“ ein sagen wir mal Generationenkonflikt zu diesem Thema besteht, stelle ich außer Frage, nur bin ich ebenso wie Richard auch von der GameStar etwas enttäuscht.

    Das Argument von Richard mit dem langhaarigen Michael finde ich jetzt zwar etwas spießig und nicht stimmig ;), aber bei den anderen Kritikpunkten muss ich Richard Recht geben. „Waffen“ und „Kampf“ haben in einem Wertungskasten nichts verloren, der sowieso schon übermäßig aufgeblasen ist, so dass man ihn sich schon gar nicht mehr ansehen möchte. Ich finde solche Bewertungskriterien eigentlich gut, da sie ein Spiel transparent machen, aber es geht leider auch die Bewertungsindividualität verloren. Hier sollte man vielleicht etwas flexibler werden. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Hinzukommt, dass sich die GameStar meiner Ansicht nach zu einem „Shooter“-Magazin entwickelt hat und frühere Innovationen, gerade auch in Bezug auf Kritik an zu brutalen Spielen, verloren hat. Vielmehr ist es sogar schon soweit gekommen, dass sich einige der Redakteure in den Videos an den Gewaltexzessen ergötzen und scheinbar bedauern die nicht jugendfreien Szenen nicht auch dem jüngeren Publikum zeigen zu können.

    Das kann es meiner Ansicht nach einfach nicht sein, sorry. Selbst als kommerzielles Spielemagazin muss man mit solchen Äußerungen vorsichtig sein und sollte eher darauf hinweisen, dass diese Spiele in den Händen von Kindern und Jugendlichen nichts verloren haben. Ich führe hier als Beispiel das Video zu „Dark Messiah of Might & Magic“ an.

    Ich habe mit dafür gesorgt, dass eine Landesmedienanstalt aufgeschlossener dem Thema „Computerspiele“ gegenübersteht und habe vor Jahren auch die GameStar Eltern empfohlen, um sich über Computerspiele zu informieren. In meinen Veranstaltungen im nächsten Jahr werde ich diese Empfehlung zurückziehen, sollte sich in dem Magazin bis dahin nichts geändert haben.

  20. Das Argument von Richard mit dem langhaarigen Michael

    Ich habe schmierige Haare beklagt, nicht lange. Langhaarige Bombenleger sind mir an sich sehr sympathisch. Aber zumindest fürs Fernsehen könnte man die Haare ja mal unter den Wasserhahn halten.

  21. Ich finde, dass die über “Killerspiele” aufgebrachten Poliker meist schon etwas zu alt sind und gar nicht genau verstehen, was man in den Spielen überhaupt macht. In Gegenteil, denn ich glaube eher, die Poliker wollen von den Sozialen Problemen in den Schulen etc. ablenken. Warum ist den der Amoklauf passiert? Jeder meiner Freunde hat solche Computerspiele auf dem PC. Wir finden das Teamwork, das in solchen Spielen auftaucht, so beeindruckend. Außerdem zeigen uns solche Spiele teilweise ja auch, wie schlimm damals Zeiten waren. Zum Beispiel Ego-Shooter aus dem zweiten Weltkrieg. Ich finde solche Spiele gut, weil sie heut zu Tage so gestalltet sind, dass man die Situationen im Krieg versucht hat, genau nach zu stellen. Das kann z.B. auch heißen, dass ein virtueller Freund im Gefecht stirbt. Der Großvater von einem Freund von mir, der im zweiten Weltkrieg gekämpft hat, fand die Nachmachung des Krieges auch sehr interessant. Meiner Meinung nach kann man mit diesen Spielen den Menschen besser zeigen, wie schlimm die Zeit damals war. Natürlich ist es nicht so, dass man vituell mit real unterscheiden kann, aber man kommt näher daran, als wenn man jemanden etwas erzählt. Um noch mal auf den Amoklauf zurück zukommen, ich habe schon am selben Tag gewusst, wass jetzt noch kommt. Es ist kein Wunder, wenn man den ganzen Tag über den Amoklauf berichtet, dass sich ebenfalls vernachlässigte Jugendliche denken: ,,Hey, der hat es geschafft, auf sich aufmerksam zu machen! Das kann ich auch!” Einen Tag später kommt der nächste Fall, paar Tage später wieder einer! So war es! Allerdings waren diese Taten nur nicht ins Schlimme geraten, da man das Ganze vorher aufgeklärt hat. Dazu möcht ich noch sagen, dass bei mir in der Nähe auch so ein Fall war. Ich habe mit Schülern dieser Schule gesprochen, ob man den aufgefallenden Schüler kannte. Nach den Aussagen war dieser Schüler schon immer komisch gewesen. Keiner mal nachgeforscht? Wie kann man in Deutschland überhaupt an Waffen kommen oder an Anleitungen zum Selberbauen von Waffen. Darüber sollte man mal in der Politik reden. Man kann nicht einfach alles auf Computerspiele schieben. Computerspiele sind mein Hobby. Wie würde es z.B. einen Schützenverein gefallen, wenn man diesen den Umgang mit Waffen verbietet. Könnte ja Gewalttaten auslösen. Zumal vllt ein paar Leuten aufgefallen ist, dass die Amokläufer ,,schwarz” gekleidete waren. Und? Will man den jetzt verbieten, ihre Musik sowie Kleidungsstiel zu leben. Ich finde es unfair, dass man uns Jugendliche nicht mitreden lässt. Deutschland hat die schärfsten Jugendschutz für solche Spiele. Nicht umsonst, werden viele Spiele zensiert.
    Soll man am besten alles verbieten? Am besten stellen wir uns in ne Ecke und machen gar nichts mehr. Die ganzen Poliker können doch froh sein, das z.B. ich nicht auf die Straße gehe und randaliere. Nein, ich habe für mich ein Hobby gefunden, dass ich mit anderen teilen kann. Eine Gellschafft, die wirklich noch sozial ist. Die Mitspieler nicht nach den Aussehen bewerten, sondern nachdem Charakter.
    Bitte zeigt doch mal den Politikern, was für ein Teamwork auf z.B. Lanpartys entstehen kann. Mit meinen Eltern habe ich über das Thema “Killerspiel” geredet. Ich habe ihnen erzählt, dass das sogenannte “fraggen” für mich und den anderen aus meiner Community Nebensache ist und es uns hauptsächlich um das Teamwork geht. Ihn erklärt, worin der Sinn solcher Spiele besteht. Das haben meine Eltern verstanden. Die öffentlichen Fernsehsender tun das anscheinend aber nicht. Ich lache mich immer kaputt, wenn ich im TV sehe, wie man versucht, den Menschen klar zu machen, das “Killerspiele” gefährlich sind. Da gab es zum Beispiel ein Jungen, der angeblich heimlich von seinem Vater beim spielen aufgenommen wurde und total ausgeflippt ist. Da kann ich nur sagen, dass der Junge noch bei den Ladezeiten war und zweitens im Internet schon als ,,Echter Gangster” bekannt ist. Also ein Witzbold, der ein bissle lustig sein möchte. Das heißt also, dass das Video ein Fake ist. Der Junge hat sich extra so benommen. Egal wie sauer man ist, kein Jugendlicher würde seine Tastatur aus solchen Gründen kaputt hauen. Dafür haben Schüler wie ich gar kein Geld. Ich find es einfach nur lustig, wie es ZDF in ihren Berichten immer wieder schafft, die Fälle etc. zu verdrehen. Naja, nicht umsonst gucken heute nur sehr wenige das öffentliche Fernsehen. Die ganzen Auslaufmodelle, die da arbeiten, kann ja keiner mehr ertragen. Ich könnt jetzt noch Stundenlang über so etwas reden, aber dazu habe ich keine Lust mehr!

    Gruß
    Marcel Benz