Archiv für November 2006

Hartes Schicksal

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Gestern folgendes in der Spieleabteilung beim Saturn in Mannheim überhört:

Mann, ich suche was mit Zweiter Weltkrieg aber es gibt ja einfach nichts!!

Wir sind alle verloren.

25 Kommentare Autor: Richard
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PSP Demobakel

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Es gibt so Tage (oder besser Wochen), da hat man einfach nicht so viel Bock auf Videospiele. Angeschlagene Gesundheit, haufenweise Arbeit, Terminstress und nicht zuletzt das Gears of War Post-Hype Gekeife haben mich in letzter Zeit etwas von meinem Lieblingshobby abgebracht. Klar, für eine schnelle Runde God Hand oder einen erneuten Speed Run von Resident Evil 4, diesmal nur mit Infinite Launcher und Pistole ist immer Zeit; aber dass ich seit einer Woche Final Fantasy XII nicht mehr angefasst habe, ist laut Bibel eigentlich ein sicheres Zeichen für den baldigen Weltuntergang.

In solchen Momenten gibt es an und für sich nichts besseres als ein Demo oder zwei, um einfach mal wieder den Spielekompass zu norden. Schliesslich gibt einem so eine Demo die Möglichkeit zu einem Blick über den Tellerrand, und begeistert mich im besten Fall für völlig neue Spielekonzepte, die ich sonst nichtmal mit der Kneifzange angepackt hätte. Daher bin ich nach langer Zeit mal wieder bei YourPSP vorbeigesurft um zu schauen, was es auf Sonys offizieller PSP-Seite so Neues gibt. Und bevor ihr fragt, mein Computer ist zu alt für alle in den vergangenen Jahren erschienenen Demos, wie ich neulich bei DMoM&MOMGWTF mal wieder schmerzlich feststellen musste. PSP-Demos müssen es also sein. Aber was soll ich sagen, eine so lahmarschige Seite wie YourPSP findet man im weltweiten Netz zum Glück nur selten. Seit meinem letzten Besuch sind sage und schreibe drei neue Demos hinzugekommen. Damit erhöht sich die Zahl von Spielen, von denen es eine Probeversion gibt, auf drei. Eine der Neuerscheinungen ist nämlich noch eine Demo von Loco Roco. Aber sei’s drum, der eigentliche Grund, weswegen ich dies schreibe, ist Ridge Racers 2.

Meine erste und einzige Erfahrung mit Ridge Racer habe ich damals mit dem allerersten Teil auf der Playstation gesammelt. Einzige deshalb, weil ich Checkpoint-Racer noch nie sonderlich mochte, und weil eine Kollision mit einem Konkurrenten den eigenen Karren fast bis zum Stillstand abgebremst hat. Aber ich dachte mir eben, nach so langer Zeit könnte ich der Serie eigentlich mal wieder eine Chance geben. Also die Firmware auf den neusten Stand gebracht (was auch ein ziemlicher Akt war), die 10 MB grosse Demo gezogen und losgedüst. Fahrphysik aus der Hölle! Na gut, sich bei Ridge Racer über einen Mangel an Realismus zu beschweren ist ungefähr so müssig als wenn man Unreal Tournament eine wirklichkeitsferne Darstellung von Feuergefechten ankreidet. Aber wenn der eigene Bolide ein ähnliches Kurvenverhalten wie die Murmel aus Marble Madness aufweist, dann landet der Spielspass in Sekundenschnelle im Strassengraben. Um es etwas überspitzt auszudrücken, 90% der Zeit befindet sich der Wagen in einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung. Und weil dafür null Talent erforderlich ist, habe ich die Demo gleich beim ersten Versuch geschafft. Motivation, eine bessere Rundenzeit herauszuschliddern: null. Wahrscheinlichkeit, dass ich mir das Spiel zulege: ebenfalls null. Zumal die Demo ohne Musik und Kommentator kommt, weil das ja noch einen halben MB mehr Platz gebraucht hätte. Uuuh, schlimm.

Um es nochmal auf den Punkt zu bringen, YourPSP ist gruseliger als das Schreckenskabinett von Dr. Phibes, die Ridge Racers 2 Demo ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten und meine Stimmung, insbesondere was Videospiele angeht, ist auf einem Rekordtief. Was ein Glück, dass das genau die richtige Einstellung für einen echten Antigamer ist.

48 Kommentare Autor: Stefan
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Special Edition

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Special Editions sind im Moment voll in Mode, insbesondere auf dem PC. Ich gestehe auch ganz offen, dass ich ein gnadenloser Special Edition-Käufer bin. Meistens kosten die nicht wesentlich mehr als die Normal Edition und ich kriege coolen Krams dazu. Klar, das Zeug ist billig von chinesischen Lohnsklaven hergestellt und im Durchschnitt 63,53 Cent wert, aber was soll’s. Ich habe Spaß daran.

Trotzdem, nicht jede Special Edition ist special und nicht bei jeder Collector’s Edition lohnt sich das collecten. Daher versuche im Folgenden mal eine Klassifizierung von Special Edition Bonusbeigaben und analysiere, welche davon was taugen, welche nicht und was eine bestimmte Beigabe eigentlich haben sollte, um Mehrgeldfürsgleichespielausgeber wie mich zufrieden zu stellen.

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36 Kommentare Autor: Richard
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Zufallsbekanntschaft

Im Moment bin ich froh, doch noch einen Windows-PC zu haben. Denn ich bin über FastCrawl gestolpert, eine Art Mini-Roguelike mit Grafik und Sound, oh my! Und es rockt. Wer sich unter dem Begriff “Mini-Roguelike” etwas vorstellen kann, braucht nicht weiter zu lesen und sollte sich stattdessen die Demo downloaden.

In FastCrawl steuert ihr eine zu Spielbeginn zufällig ausgewürfelte Heldentruppe durch ein zufällige generiertes Dungeon, tötet zufällig platzierte Monsterhorden und sammelt zufällig generierte Schätze ein. In der untersten Etage des Dungeons sitzt irgendwo der (natürlich zufällig ausgewählte) Oberbösewicht und wartet darauf, von euch verkloppt zu werden. Das ist nach höchstens einer knappen Stunde geschafft — danach geht es wieder von vorne los, mit einer neuen Party, einem neuen Dungeon, und neuen Gegnern.

Das Regelwerk fällt im Vergleich zu einem ausgewachsenen Rollenspiel eher mickrig aus; so gibt es zum Beispiel nur zwei Charakterattribute (Angriff und Verteidigung) und zwei Magie-Schulen (Feuer und Eis, mit jeweiligen Resistenzwerten, die man durch verschiedene Ausrüstungsgegenstände erhöhen kann). Charakterklassen gibt es lediglich vier: der Krieger ist der typische “Tank” und kann auf Angriff oder Verteidigung spezialisiert werden, der Magier wirft mit Feuerbällen oder Eiszapfen um sich, der Kleriker heilt in erster Linie, kann aber durch entsprechende Spezialisierungen auch als Ersatz-Krieger oder Offensivmagier eingesetzt werden, der Dieb entschärft Fallen und knackt Schlösser. Das klingt erst einmal ziemlich simpel, doch die verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten bieten einiges an taktischer Tiefe. Was gerade in höheren Schwierigkeitsgraden wichtig ist — da bekommt man nämlich gerne mal etwas bizarre Party-Konfigurationen ausgewürfelt. Ein Kleriker und drei Magier? Oh my!

Zur Belohnung für das Monsterkloppen gibt es haufenweise ph4t l3wt. Je tiefer man ins Dungeon vordringt, desto besser wird die gefundene Ausrüstung. FastCrawl ist sich nicht mal zu schade, die Namen der Gegenstände je nach Seltenheits- und Coolness-Faktor grau, grün, blau, lila und gold einzufärben — hm, das kennen wir doch irgendwo her. Daneben gibt’s natürlich auch die üblichen Mana- und Health-Tränke, Zaubersprüche und Rationspakete. Letztere sind immer gerne gesehen, weil man mit jedem Zug eine Ration verbraucht und, sollten sie jemals aufgebraucht sein, einen plötzlichen und fiesen Hungertod stirbt.

Ein verdammt cooles Spiel, das seinen Preis von knapp $20 auf jeden Fall wert ist — trotz der streckenweise schäbigen Shareware-Optik. Lieber Weihnachtsmann: lass irgendeinen Publisher das Teil kaufen und auf Xbox Live Arcade portieren. Ich will Achievements und Leaderboards!

39 Kommentare Autor: Hendrik
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Olympwas?

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Ich habe heute morgen verschlafen. Nichts dramatisches, nur 15 Minuten oder so, aber lang genug um vor der Wahl zu stehen, ob ich mich duschen will oder den Zug noch bekommen möchte. Aus offensichtlichen Gründen habe ich mich fürs Duschen entschieden.

Der ICE nach Mannheim fährt übrigens nur jede Stunde einmal, was mir wiederum nicht nur Zeit zum Duschen, sondern auch für ein reichhaltiges Frühstück gelassen hat. Falls es euch interessiert: bei mir besteht ein reichhaltiges Frühstück aus einer Tasse Tee (Earl Grey, heiß!) und dem Tutorial zu Medieval 2.

Dazu (also zu Medieval 2, nicht dem Tee) gibt es erstmal zwei Dinge zu sagen: Erstens, wenn die Schrift im Spiel völlig kaputt aussieht und ihre eine ATI-Karte habt, dann solltet ihr die Catalyst AI ausschalten. Das wollte ich nur kurz erwähnen, um Antigames Ruf als Deutschlands bestes Verbrauchermagazin aufrecht zu erhalten.

Zweitens: Sega hat eine seltsame Vorstellung von Stoff und von “hochwertig”. Auf der Rückseite der Collector’s Edition steht, es läge eine “hochwertige auf Stoff gedruckte Landkarte der Medieval 2: Total War-Welt” bei. Das ist glatt gelogen. Außer natürlich man meint mit “Stoff” in Wirklichkeit “Altpapier” und mit “hochwertig” in Wirklichkeit “billig in schwarz-weiß gedruckt”.

Hier übrigens noch ein Tipp für den verantwortlichen Packungsrückseitentextschreiber: Es gibt noch einen anderen und viel kürzeren Namen für die “Medieval 2: Total War-Welt”. Für gewöhnlich nennen wir die nämlich einfach “Europa”.

Ich habe jedenfalls mal den Sega Support angeschrieben, um rauszufinden wie dort diese Begriffe definiert sind.

Aber zurück zum Thema. Der Tee zum Frühstück hat nämlich dazu geführt, dass ich auf dem Weg zur U-Bahn heute ausnahmsweise schon im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte war und somit Sachen wie Werbeplakate tatsächlich wahrnehmen und verarbeiten konnte. Das ist normalerweise nicht unbedingt ein Vorteil, aber heute bin ich an was Interessantem vorbei gekommen. An der Litfassäule hing nämlich ein Werbeplakat für Pro Evolution Soccer 6.

Oder zumindest dachte ich zuerst es wäre ein Poster für PES6. Ein paar vom Tee unterstützte Aktionspotentiale später fiel mir dann allerdings auf, dass es sich dabei gar nicht um Werbung für das Spiel handelte, sondern um Werbung für eine Veranstaltung namens Olymptronica.

Ich könnte jetzt diese Veranstaltung kommentieren, welche sich als “VideoGames Show” bezeichnet (InterCapping FTW!) und als “innovative Mischung aus Neuheiten-Schau und eSport-Meisterschaft” beschrieben wird, aber das einzige was mich daran wirklich interessiert ist der Name.

Olymptronica? Echt?

Wirklich?

Olymptronica?!?

For real, homies?

Olymptronica klingt vielleicht wie eine Schreibmaschinenmarke aus den 40er Jahren, oder wie ein in den 70ern gegründeter volkseigener Betrieb zum Nachbau westlicher Halbleitertechnik, aber ganz sicher nicht wie eine Videospielveranstaltung des Jahres 2006.

Meine Güte, ich hoffe die haben niemand Geld dafür bezahlt.

Für alle die über den Namen Namen hinweg schauen können: Die “Olymptronica” (kicher!) findet am 18. und 19. November in der Jahrhunderthalle in Frankfurt statt. Eintritt ist 8€. Ich werde nicht hingehen, obwohl man Wii spielen kann und es einen Guitar Hero 2 Wettbewerb gibt.

30 Kommentare Autor: Richard
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Avatar

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Liebe Frau Will,

das Wort “Avatar” wurde 1992 vom amerikanischen Autor Neal Stephenson in seinem Roman Snow Crash geprägt. Es leitet sich aus dem Sanskrit ab, wo das Wort “Avatara” soviel wie “Abstieg” bedeutet und sich auf das Herabsteigen einer Gottheit in irdische Sphären bezieht. Vielleicht kann die Tagesthemenredaktion ja in Zukunft mal einen Praktikanten damit beauftragen, solche Zusammenhänge aufzuklären. Daher mein Antigames ProTipp™: Einfach mal “Avatar” in Google eingeben und schauen was passiert, denn es kann ja eigentlich nicht sein, dass sich die Moderatorin der Tagesthemen stolz zeigt, gewisse Sachen nicht zu wissen.

Ansonsten aber ein Lob an Autor Wolfgang Stuflesser für den netten Beitrag über Second Life. Ich bin doch etwas überrascht über den neutralen, ja fast positiven Ton des Films. Sind Sie sicher, dass Second Life unsere Kinder nicht in willfährige Instrumente des Teufels verwandelt, sie zu professionellen Amokläufern ausbildet, Sexverbrechern frei Haus liefert und ihre Tischmanieren ruiniert?

Vielleicht sollten Sie noch mal bei dem einen oder anderen CDU Innenminister anrufen, denn was weiß schon ein Medienforscher wie Herr Klimmt über Medien? Die eigentlichen Experten für Videospielen sind doch anerkanntermaßen Innenminister und kriminologische Forschungsinstitute, denn erstens sind Medien und ihre Auswirkung auf Kinder ja bekanntermaßen der Zuständigkeitsbereich der Innenministerien und zweitens wissen wir ja alle, dass Videospiele quasi digitale Verbrechen sind und somit zur Kernkompetenz von Kriminologen gehören.

Scherz beiseite, der Beitrag hat richtig gut getan, trotz der peinlichen Anmoderation der Marke “Diese verrückten jungen Leute von heute…”.

Gut gemacht.

Wie wäre es als Belohnung für die gute Arbeit mal mit einer schicken neuen Grafikkarte für den armen Herrn Stufflesser? Nicht dass hinterher noch halb Deutschland denkt, es wäre völlig normal wenn ein Computerspiel mit 2 Frames pro Sekunde läuft.

Wobei, damit könnte ich durchaus leben. Denn das wäre ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem bisher vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen gerne verbreiteten Mythos, Videospiele würden Kinderhirne verquirlen. In diesem Sinne: Bitte mehr Beiträge wie gestern Abend. Das könnte helfen.

Mit freundlichen Grüßen,
Richard von Antigames

57 Kommentare Autor: Richard
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Anti-Nation im Freudentaumel!

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Der Dino aus der Final Fantasy XII Demo hat es ins fertige Spiel geschafft. Top-Wertungen offensichtlich gerechtfertigt.

57 Kommentare Autor: Stefan
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ESC-ESC-ESC-ESC!!

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Man kann ja über Prey sagen was man will – ich zum Beispiel sage, es ist totaler Mist – aber eins macht es richtig. Wenn man es startet, landet man direkt im Hauptmenü. Wenn man andere Spiele startet, muss man erstmal ca. 50 Renderlogos ertragen und dann wahrscheinlich noch zwei bis drei Renderintros abbrechen, bevor man auch nur daran denken darf, mit dem Spielen anzufangen.

Geht euch das auch auf den Keks? Jedes mal wenn man ein Spiel startet, muss man erstmal dabei zuschauen, wie sich diverse Firmen selbst beweihräuchern. Da ist das Logo des Publishers, das Logo des Entwicklers, das Logo des Studios, welches das Spiel auf die Plattform eurer Wahl portiert hat, dann das Logo des Entwicklers vom Multiplayer-Teil, das Logo vom Hersteller des Videocodecs, das Logo von Herstellers der Grafikengine, des Soundsystems, vielleicht noch ein kleines THX Logo, das ewig nervige ENN-Fiddi-AHHHH! Logo, dass mich dazu gebracht hat auf ATI umzusteigen und am Schluss noch das Logo vom Pizzaservice, bei dem die Entwickler immer bestellt haben.

Renderlogo, Renderlogo, Renderlogo, ARGH!

Wie nervig das ist, ist mir gestern Abend wieder aufgefallen. Da musste ich nämlich ständig Dark Messiah neu starten, denn eine Runde mit dem Spiel ist ein ausgedehnter Besuch in Absturzhausen. Jeder neu geladene Level führt bei mir grundsätzlich zu einem Absturz. Grundsätzlich. Und weil das Spiel auf der Source-Engine basiert, gibt es natürlich alle zwei Minuten einen neuer Level und somit auch einen neuen Absturz. Da kommt Freude auf.

Man kann dann das Spiel neu starten, sein Glück noch mal versuchen und beim vierten oder fünften Versuch lädt er dann vielleicht den Level oder spielt die Zwischensequenz ab. Wobei es immer schlecht ist, wenn er eine Zwischensequenz abspielt, denn danach kommt ja direkt wieder ein neuer Ladevorgang uuuuund Rumms! Zu schade, dass man nicht während der Zwischensequenz speichern kann.

Wenn man das Spiel dann an einem Abend ca. 20 Mal gestartet hat, lernt man flott, ganz schnell hintereinander Escape zu drücken, um die ganzen Logos und Intros abzubrechen, mit denen man beim Spielstart genervt wird. Meine Güte. Als müsste man bei den ewig langen Ladezeiten nicht sowieso schon genug warten, bis Dark Messiah wieder auswürfelt, ob es abstürzen möchte, oder nicht.

Ich bin der Meinung ein Entwicklungsstudio darf ab sofort nur noch dann ein Renderlogo haben, wenn es schon mindestens drei Spiele entwickelt hat, ohne dabei pleite gegangen oder von Take 2 gekauft worden zu sein. Ich meine, normalerweise lohnt sich das Logo doch gar nicht. Welches mit viel Enthusiasmus gegründete Studio überlebt denn heute noch das erste Spiel?

Die Geschichte ist doch immer die gleiche. Studio wird gegründet, Studio entwickelt erstes Spiel, Spiel verkauft sich unter Erwartungen, Studio wird von Electronic Arts gekauft, in EA Bottrop-Kirchhellen umbenannt, darf dann 12 Monate lang irgendwelchen Lizenzdreck entwickeln, bevor es eingestampft und den Angestellten angeboten wird, sie könnten ihre Jobs gerne behalten, wenn sie bereit sind innerhalb von 24 Stunden nach Alaska zu ziehen und bei EA Kotzebue an Catwoman 2 zu arbeiten. Fürs halbe Gehalt natürlich. Und auch nur, wenn man sich angemessen dankbar zeigt und die nächsten drei Jahre lang 80-Stunden-Wochen schiebt.

Ganz geschickt stellt sich bei der Renderlogo-Thematik übrigens Sid Meier’s Railroads an. Wenn man da am Anfang mehrfach hintereinander Escape drückt, dann bricht das Spiel nicht nur die Renderlogos ab, sondern schmeißt einen auch gleich auf den Desktop zurück.

Die Nachricht ist klar: “Du wirst dir unsere Renderlogos anschauen. Und du wirst sie mögen, Bitch!”

35 Kommentare Autor: Richard
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Wii, wo, wann?

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Ich habe gestern Abend einen langen Text über meinen Absturzfrust mit Dark Messiah geschrieben, nur um dann heute morgen im Büro feststellen zu müssen, dass ich meinen USB-Stick mit dem Text Zuhause liegen gelassen habe. Gnah. Daher müsst ihr heute auf einen langen Text verzichten und ich stelle einfach mal eine Frage in den Raum:

Was ist eigentlich mit Vorbestellungen vom Wii? Geht da schon was?

Bei Amazon ist eine Bestellung noch nicht möglich und Ende letzter Woche hat sich der Verkäufer beim Saturn in der Hinsicht auch noch für ahnungslos erklärt. “Es wird was geben, aber ich weiß noch nicht wann.” Dabei hängen im Saturn große Plakate, die einen zur Vorbestellung einer PS3 animieren sollen, und die kommt erst nächstes Jahr, während das Wii nur noch knapp einen Monat weg ist.

Also, weiß die Antination mehr als ich? Kann man schon irgendwo vorbestellen? Habt ihr schon irgendwo vorbestellt? Weiß der Mann bei eurem Saturn mehr, als der bei meinem? Ich habe keine Lust am 8. Dezember in die Geschäfte zu laufen, nur um festzustellen zu müssen, dass es keine Wiis mehr gibt.

Updatifizierung! Ich habe eben beim Saturn in Mannheim vorbestellt. War überhaupt kein Thema, es gab bisher nur vier oder fünf andere Vorbestellungen. Um den Mitarbeiter zu zitieren: “Das mit dem Vorbestellen ist heute nicht mehr so in.”

Easy-peasy, lemon-squeezy!

90 Kommentare Autor: Richard
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Man the fuck up!

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If you’re a masochist with a sick sense of humor, give God Hand a try, otherwise just watch the bizarre videos.

Sagt Gametrailers.com, und meint damit wohl dieses und besonders dieses Video. Nun gut, offensichtlich bin ich ein Masochist mit einem kranken Sinn für Humor, denn diesen Feiertag habe ich fast ausschliesslich mit Clover Studios letztem Spiel verbracht. Und was für ein Spiel es ist! Eigentlich dürfte God Hand nicht funktionieren, und in den ersten fünf Minuten sind bei mir auch sämtliche Spinnensinne losgegangen. Die Grafik ist grässlich, die Musik ebenso, die Level sehen so aus, als wären sie von einem Praktikanten mit Visual Basic zusammengezimmert worden, und der Humor bewegt sich auf niedrigem B-Film-Niveau. Und dennoch, oder gerade deshalb, habe ich mit God Hand so viel Spass wie lange nicht mehr.

Kurze Erklärung, worum es in dem Spiel überhaupt geht. God Hand ist im Prinzip Fist of the North Star – The Animated Movie – The Game. Das Spiel macht auch keinen Hehl daraus und zitiert den trashigen Animéklassiker gleich in der ersten Szene. Hauptdarsteller Gene prügelt sich in dieser wüsten Mischung aus Final Fight und Ninja Gaiden durch Horden an Gegnern, die so nur in einem Spiel von Capcom vorkommen. Was habe ich in den ersten vier Leveln nicht schon alles in den Orbit getreten (was durchaus wörtlich zu verstehen ist). Ein Schwuchtelpärchen in Stringtangas, das mich mit “wanna go brokeback, cowboy?” begrüsst, einen fetten Mexikaner namens Elvis, der eine buddhistische Gebetskette um den Hals trägt und einen giftigen Chihuahua hält, einen Lucha libre Gorilla und ein wüstes Sammelsurium an Dominas, Clowns, Robotern und Dämonen.

Aber nicht das wenig geschmacksneutrale Design der Widersacher macht God Hand zu einem Genuss für Masochisten, sondern der knüppelharte Schwierigkeitsgrad. Aus dem Verriss bei IGN ist es herauszulesen, hier hat das Spiel eindeutig über den Tester gesiegt. Es ist tatsächlich so, man stirbt, und zwar am laufenden Band. Jeder Gegner ist brandgefährlich, und im Rudel sind sie erst so richtig unausstehlich. Von den Bossen will ich erst garnicht reden, zehn bis zwanzig Versuche habe ich im Schnitt schon gebraucht. Und warum habe ich das Spiel trotz meiner geringen Frustrationstoleranz nicht schon längst in die Ecke gepfeffert? Ganz einfach, es ist immer fair zum Spieler. Auch wenn es anfangs nicht so aussieht, für jeden Treffer, den man einsteckt, ist man selbst verantwortlich. Ähnlich den Fight Night Spielen kann man mit dem rechten Analogstick verschiedene Ausweichmanöver ausführen und somit im Prinzip jedem Angriff entgehen. Wer sich also Zeit lässt, seine Gegner genau beobachtet und im richtigen Moment zuschlägt, übersteht ohne grössere Probleme auch die schwierigsten Passagen.

God Hand ist kompromisslos, laut und unverschämt. Genau das richtige für die Zeit zwischen zwei Rollenspielen.

26 Kommentare Autor: Stefan
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