Archiv für Dezember 2006

Weihnach(t)besprechung

Weihnachten ist fast vorbei. Wir hoffen, ihr hattet ein paar gemütliche, entspannte und vielleicht sogar spaßige Tage. Einige von euch haben an Heiligabend womöglich ein Wii unter dem Weihnachtsbaum vorgefunden. Andere vielleicht eine Xbox 360. Oder einen neuen Mac. Einen neuen PC? Ein Dutzend PS2-Spiele? Einen GBA im Tribal-Design? Eine pinke PSP? Den 80GB-iPod? Interessante Brettspiele? Lesenswerte Bücher? Eine Modelleisenbahn? Ein Fahrrad? Psychonauts? Eine importierte PS3? Killerspiele? Neue Barbie-Puppen?

Sagt es uns. Wir sind neugierig.

74 Kommentare Autor: Hendrik
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Erkenntnis des Tages

Liebe Spielemacher,

heute habe ich eine schlechte Nachricht für euch: Werbung in Spielen funktioniert doch nicht so gut wie erwartet. Das mag jetzt eine echte Enttäuschung für euch sein. Aber glaubt mir, Millionen Spieler fassen sich gerade an den Kopf: denn das wussten sie vorher ja auch schon. Hättet ihr uns einfach mal gefragt! Dann hättet ihr euch die Integration der Technologien von Firmen wie IGA Worldwide in Spiele wie Battlefield 2142 oder jetzt auch Counterstrike sparen und das Geld sowie Mühe in besseres Gameplay oder schickere Levels investieren können. Das sind nämlich — bitte glaubt mir! — die Dinge, wegen denen jemand in einen Laden rennt und €40 für eure Spiele ausgibt.

Kennt ihr Seth Godin? Der schreibt in seinem Buch Purple Cow über den immer ineffizienteren, langsam aussterbenden TV-Industrial Complex; genau jenen traditionellen, bei euch so unheimlich beliebten Weg, ein Produkt zu erschaffen und an den Mann zu bringen, mit klarer Trennung von Engineering, Produktion und Vermarktung. Seth schlägt vor, das Marketing direkt in das Produkt einzubauen. Was eigentlich eine uralte Idee ist: Produkte zu bauen, die so bemerkenswert sind, dass sie sich von alleine vermarkten. Ich weiß, die Idee mag euch radikal vorkommen. Ihr müsstet es doch auch an euren eigenen Produkten merken. Oder was meint ihr, wie viele Leute Need for Speed Carbon kaufen, weil sie in der U-Bahn-Station Rotkreuzplatz euer Werbeplakat dafür gesehen haben?

Leute: Werbung ist tot.

Toter als tot. Tot war sie schon vor langer Zeit, nur habt ihr es da noch nicht bemerkt, weil ihr den Erfolg nicht zuverlässig messen konntet. Jetzt habt ihr Werbung im Web und sogar in Spielen. Und wenn ihr auf eure Statistikauswertungen blickt, müsste euch die Erkenntnis doch geradezu ins Hirn hüpfen: die Schaltung von Werbung und die Generierung von Leads hängen eben nicht so eng zusammen, wie ihr euch das lange Zeit vorgestellt habt. Deswegen sind die Werbepreise im Web auch in kürzester Zeit von “obszön” hinunter zu “lächerlich” gepurzelt, vielen Dank. Und den Offline-Werbeformen geht es auch schlecht. Fällt euch nichts auf?

Wisst ihr, vor ein paar Jahrzehnten war Werbung noch etwas richtig Aufregendes. Da konnte man ein nicht aufregendes Produkt auf den Markt werfen und dieses Defizit durch tolle Werbung ausgleichen. Das funktioniert heute nicht mehr. Vor allem nicht in Computerspielen. Ein virtuelles Werbeplakat an der Straßenseite in einem Rennspiel oder an einer zerballerten Wand in einem Shooter ist nicht aufregend. Es ist peinlich.

Also lasst es einfach bleiben. Danke.

Mit freundlichen Grüßen,
ein treuer Kunde

51 Kommentare Autor: Hendrik
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Amazon hat anscheinend wieder Wiis

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Nur so als Tipp. Keine Ahnung ob es stimmt, aber da steht “auf Lager”.

Viel Glück!

55 Kommentare Autor: Richard
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Wise from your gwave!

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28 Spiele auf einer UMD, Donnerwetter! Nicht, dass ich jemals Zeit oder Lust hätte, die alle ausführlich zu spielen. Aber ich will ja keinem Titel Unrecht tun, und habe daher jedes Spiel erstmal für genau fünf Minuten getestet. Hier meine Eindrücke.
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32 Kommentare Autor: Stefan
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Mein eigener Wiimote-Kuchen!

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas über das Wii schreiben, das seit Freitag Abend in meinem Wohnzimmer steht. Dafür ist es, glaube ich, jedoch zu früh — bin in den letzten Tagen leider nur sehr wenig zum Spielen gekommen.

Deswegen zeige ich euch lieber den Kuchen, den ich Freitag von Anna zur Feier des Tages bekommen habe. Der sieht nämlich aus wie ein Wiimote und ist nicht zuletzt deswegen total super. Guten Hunger! (Und Riesendank an Anna.)

44 Kommentare Autor: Hendrik
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Sportschau

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Wie rezensiert man eigentlich einen Titel wie Wii Sports? Ein kurzer Blick in die Runde zeigt, dass sich die meisten Leute darauf beschränken kurz was zu jeder Sportart zu sagen und dann ein Gesamtfazit zu ziehen.

Tennis rockt, Boxen steuert sich unpräzise, Baseball taugt nicht so viel und insgesamt ist es ziemlich toll. Vielleicht noch ein paar Takte zum netten Trainingsmodus und zum weniger netten Fitnessmodus gesagt, eine halbwegs hohe Zahl darunter geklatscht und die Sache hat sich erledigt.

Ich meine, was soll’s? Erstens stimmt das ja alles (das Spiel ist ziemlich gut, Boxen unpräzise und der Traingsmodus wirklich ganz gelungen), und zweitens kommt das Spiel sowieso umsonst mit, da braucht man sich echt keine große Mühe zu geben.

Aber ehrlich gesagt fangen die Probleme ja genau da an. Es ist umsonst. Na ja, vielleicht auch nicht, aber es ist halt nicht so als hätte man bezüglich des Kaufes eine Wahl. Es liegt der Konsole eben bei. Der übliche “8 von 10 Punkten, kauft es euch wenn ihr mit euren Freunden im Wohnzimmer Tennis spielen wollt”-Schmuh ist an dieser Stelle somit noch weniger angebracht als sonst.

Völlig befreit vom Zwang eine Kaufempfehlung schreiben zu müssen, schreiben die meisten Leute…eine Kaufempfehlung. Dabei verstehen sie anscheinend überhaupt nicht, was Wii Sports in Wirklichkeit ist.

Nämlich ein Trojanisches Pferd.

Es gibt schließlich einen Grund, warum die Wii-Fernbedienung Wii-Fernbedienung heisst und nebenbei auch noch aussieht wie eine. Denn auch sie ist ein Trojanisches Pferd. Oder von mir aus auch ein Missionierungswerkzeug.

Denn so wie ein Missionar seine Bibel in die Hand nimmt, liebe Antination, so müsst ihr euer Wii Sports ergreifen um damit aller Welt zu beweisen: Videospiele machen Spaß. Sie verwandeln einen nicht in Killer, sie machen nicht dumm, sie machen nicht faul und sie sind nicht mal sonderlich kompliziert.

Sie machen einfach Spaß.

Eure Eltern und Onkel und Schwestern und Tanten und Freunde und Brüder und Kollege werden diese kleinen coolen weißen Dinger in die Hand nehmen, sie werden Tennis mit euch spielen und dann wird etwas ganz Erstaunliches passieren. Nach ca. einem Satz werden sie Spaß haben.

Es wird ein ungewöhnliches Gefühl sein. Nicht der Spaß an sich, sondern die Art und Weise auf die er erzeugt wird. Sie werden sich vielleicht ein bisschen komisch vorkommen und sich möglicherweise Sorgen machen, wie sie aussehen, wenn sie da so mit den Armen fuchteln.

Aber wenn ihr fragt “Noch eine Runde?” werden sie nicht wie üblich antworten “Nee, lass mal.”, sie werden sagen “Okay.“. Vielleicht sogar “Okay!”. Mit Ausrufezeichen. Auf jeden Fall werden sie am nächsten Tag von einem komischen Ziepen im Arm daran erinnert werden, was sie gestern gemacht haben.

Vielleicht werden sie danach immer noch keine Videospieler sein. Einige werden aber fragen “Wie viel kostet das denn?”. Einige davon werden vielleicht sogar enttäuscht sein, wenn ihr ihnen erklären müsst, dass man im Moment keine Wiis mehr kriegen kann. Aber auch diejenigen, die sich nach zwei, drei Runden Tennis wieder abgewandt haben, hat Wii Sports ein bisschen verändert.

Schließlich haben sie gerade zum ersten Mal in ihrem Leben ein Videospiel gespielt. Nicht versucht es zu spielen, oder dabei zugeschaut. Nein, sie haben es selbst gespielt.

Das ist eine große Sache. Denn mit ein paar ermutigenden Worten von euch werden Sie dann verstehen, dass Videospiele nicht dazu gemacht werden, um Kinderseelen zu zerstören, sondern um Menschenherzen höher schlagen zu lassen.

Ja, der Fitness-Modus ist nicht sonderlich toll und Baseball ist auch eher schwach. Aber das macht überhaupt nichts, denn alles was man braucht ist Tennis mit zwei Wiimotes und plötzlich findet man findet das Kind im Menschen. Auch bei solchen die es schon verloren geglaubt haben.

So, und nun nehmt euer Wii Sports, geht hinaus in die Welt und verändert sie.

8/10? Wen interessiert das schon: Wii Sports ist das wichtigste Spiel des Jahres.

67 Kommentare Autor: Richard
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Wii-Day +2

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So, mein erstes Wochenende mit dem/der/das Wii (nein, ich werde er/sie/es nicht “Wii-Konsole” nennen, auch wenn Nintendo das vielleicht gerne hätte) ist vorbei und der ganze Vorbestellungsstress hat sich definitiv gelohnt.

Zunächst mal was zur Hardware. Die Wiimotes sind ohne Frage das coolste Stück Spielehardware, das ich je gesehen habe. Überraschend klein, unglaublich handlich und mit coolen blauen Blinkelichtern versehen. Man kann eigentlich gar nicht anders, als sie in die Hand zu nehmen.

Im Vergleich dazu sind die Nunchucks leider nicht so ganz so edel geraten. Sie wirken irgendwie plastikiger als die Wiimotes, obwohl sie aus dem gleichen Material sind. Außerdem sind sie zu leicht. Gerade wenn man Wiimote und Nunchuck gleichzeitig bewegen muss, wünscht man sich auch in der linken Hand eine Remote zu haben. Somit wäre es schön gewesen, wenn sie die Nunchucks ebenfalls wireless gemacht hätten. Durch die Batterien wäre das Gewichtsproblem korrigiert worden und man hätte sich auch das blöde Kabel erspart, was man leider ständig ein und ausstöpseln muss.

Das Gehäuse des Wiis selber sieht eher unspektakulär aus, fast wie ein externes DVD-Laufwerk für den Mac, wäre da nicht der graue Ständer mit dem das Gerät hochkant und leicht schräg aufgestellt wird. Der gibt dem ganzen Ensemble genau den richtig Schliff um es sehr lässig wirken zu lassen. Insgesamt ein sehr edles Stück Technik, das ich gerne offen neben dem Fernseher stehen lassen werde, während ich die 360 und die PS3 wohl eher im Schrank einschließen werden, um den Nerdfaktor meines Wohnzimmers unter der kritischen Grenze von 37,4 N/m² (Nerdids pro Quadratmeter)* zu halten.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings. Der Rand des Laufwerks, welches übrigens lobenswerterweise Slot-in ist, leuchtet beim Einschalten der Konsole kurz blau auf, bleibt dann aber dunkel. Ich will mehr blaues Leuchten!

Das erste was man beim Einschalten der Konsole übrigens bemerkt, ist wie erschreckend präzise der Pointer ist. Auf den diveren Videos erschien mir der Cursor immer sehr zitterig, was mir Sorgen gemacht hat. Anscheinend hat Nintendo aber für die Videoaufnahmen einfach Leute genommen, die entweder gerade zehn Dosen Red Bull getrunken oder zwei Tage vorher das Heroin abgesetzt hatten. In der geübt ruhigen Hand eines Herzchirurgen Videospielers ist das Ding absolut ruhig und immer genau da wo man es haben will. Zusätzlich hat Nintendo noch ein bisschen Rumble eingebaut, immer wenn man über ein Element des Interfaces gleitet. Das erinnert mich an eine Maus die ich mal hatte (deren Name sich mir gerade entzieht) und funktioniert fantastisch. Eine Einschränkung muss ich aber erwähnen. Wir hatten etwas Probleme das mit gleicher Präzision und Zuverlässigkeit auf einem Projektor zum Laufen zu kriegen. Das ist durchaus ein Problem, denn die Projektor/Leinwand-Kombi bringt bei Spielen mit vier Teilnehmern durchaus eine Menge.

Das erste was man mit der Konsole dann macht, ist natürlich einen Mii zu bauen. Und gleich danach baut man noch ein paar Miis fürs seine Freunde. Und dann für seine ganze Familie. Bester Launchtitel fürs Wii? Der Mii-Kanal. Na ja, nicht ganz. Aber sehr cool das Ding. Ich hoffe Nintendo macht viel Gebrauch von den Miis.

Wii Sports Tennis ist übrigens brilliant. Jeder den ich zum Spielen gezwungen habe, konnte nach einem Satz regelmäßig die Bälle treffen und hat auf die Frage “Noch ein Spiel?” mit “ja” geantwortet. Was auch alle gesagt haben war “Wieviel kostet das denn?” und (24 Stunden später) “Mann, ich habe Muskelkater im Arm.”. Noch eine interessante Beobachtung: Alle die das Hauptmenü gesehen haben, wollten sofort Boxen spielen, egal ob es mein 8-jähriger Cousin oder seine mittvierziger Mutter war. Ausführlicher Bericht zu Wii Sports folgt noch.

Aber kurz gesagt: Das Grundkonzept funktioniert. Jeder kapiert es in Minuten, wenn nicht weniger, und jeder hat irgendwie Spaß dabei. Eine interessante Beobachtung musste ich aber machen. Leute die deutlich vor der Erfindung des Videospiel geboren wurden, kamen überhaupt nicht damit klar, dass sie Spaß dabei hatten. Da war eine echte psychologische Barriere zu überwinden, so nach dem Motto “Ich bin erwachsen, ich darf dabei keinen Spaß dabei haben, sonst bringe ich Schande über meine Familie.”. Faszinierend, und ein Phänomen das ich weiter beobachten muss. Ist euch so was auch aufgefallen?

Leider konnte ich die Onlinefunktionalität der Konsole noch nicht ausführlich testen, weil ich zurzeit noch keinen Internetanschluss zuhause habe. Um so seltsamer kam ich mir mit meinem Classic-Controller vor. Warum habe ich den gleich gekauft? Vielleicht weil er so stylish aussieht. Wegen der Ergonomie wird es jedenfalls nicht gewesen sein, so richtig genial liegt der nämlich nicht in der Hand. Außerdem ist er nicht selber wireless, sondern kommt mit einem Kabel, was wiederum in eine Wiimote gesteckt wird. Keine optimale Lösung.

Das muss für’s erste als Ersteindruck reichen. Da ich das ganze Wochenende nicht viel mehr gemacht habe, als Wii zu spielen, werden in den nächsten Tagen ein riesiger Haufen Ersteindrücke aller von mir angespielten Spielen folgen. Und das sind eine ganze Menge. Haltet euch fest, der Antigames Wii-Wahnsinn geht weiter!

Und spart schon mal Geld. Denn ihr wollt ein Wii.

————–

* (Nerdids sind eine Einheit zum messen der Nerdstrahlung von Objekten. Eine PS3 strahlt 352 Nerdids ab, eine 360 273 und ein Wii immerhin noch 87 Nerdids. Zum Vergleich: Die gesammelten Bände eines Fantasyepos strahlen (je nach Autor und Anzahl der Bände) zwischen 200 und 700 Nerdids ab, ein Lichtschwert in einer Vitrine ca. 950, während ein pinkes Nintendo DS mit Nintendogs nur für einen Messwert von ca. 3,7 Nerdids sorgt. Das ist übrigens der niedrigste Nerdid-Wert für eine Spielkonsole aller Zeiten. Vorsicht ist dennoch geboten, da diese Kombination eine für ein Stück Technik bisher unerreichte Menge an Gayrays absondert.)

37,4 N/m² ist der allgemein anerkannte Grenzwert unter dem eine Frau nicht sofort die Flucht antritt, wenn sie das entsprechende Zimmer betritt.

77 Kommentare Autor: Richard
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Sting erklärt Nintendo den Krieg

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Ganz Deutschland ist im Nintendo-Fieber. Ich auch. Denn letzte Woche ist die US-Version von Yggdra Union bei mir eingetrudelt und hat meinen Gameboy Advance nach langen Monaten des Staub sammelns zur derzeit meist gespielten Konsole befördert. Yggdra Union ist das zweite namhafte Spiel von Sting, und ähnlich wie schon sein Vorgänger Riviera: Promised Land stellt es einige lieb gewonnene Konventionen des Genres komplett auf den Kopf. Denn wie oft sieht man schon ein Strategiespiel, indem man nur eine Aktion pro Runde hat? Oder in dem alles, von der Zahl der Bewegungspunkte über die Angriffsstärke bis hin zum Spezialmanöver, allein von der Spielkarte abhängt, die man am Beginn der Runde wählt? Eben, nicht sehr oft.

Weil es pro Runde wie gesagt nur einen Angriff und einen Gegenangriff gibt, und so ein Kampf (bisher) maximal acht Runden dauert, muss man sich jede Aktion reiflich überlegen. Wenn ich mit meiner Kavallerie die feindlichen Bogenschützen niedermache, fallen mir im Gegenzug die Assassinen in den Rücken. Nicht gut. Lieber eine Karte mit starker Verteidigung spielen und mit den Briganden die Festung da oben besetzen. In der nächsten Runde könnte ich dann eine vernünftige Schlachtordnung einnehmen und zum Angriff übergehen. Oder sollte ich nicht doch lieber das Dorf dort im Wald ausspähen? Vielleicht gibt es da was interessantes zu holen. Allerdings habe ich dann nicht mehr genug Bewegungspunkte, um eine gute Verteidigungsposition einzunehmen.

Was auf den ersten Blick furchtbar simpel aussieht, entpuppt sich nach ein paar Missionen als beinhartes Knobelspiel. Insbesondere, wenn sich mal wieder von einem Zug zum nächsten das Missionsziel ändert und die eben noch gut befestigten Einheiten plötzlich auf dem Präsentierteller des Gegner liegen. Das ist unter Umständen ärgerlich, vor allem, wenn man wie so oft auf dem falschen Fuss erwischt wird, macht aber selbst aus einem totalen Strategieverweigerer wie mir einen begeisterten Mini-Napoleon. Eben weil es nur wenige Züge und wenige Einheiten gibt, wird einem jeder Fehler in der eigenen Taktik umgehend und zumeist schmerzhaft bewusst. Für Spannung während den ansonsten automatisch ablaufenden Kämpfen ist ebenfalls gesorgt. Durch planvolles Justieren einer Powerleiste kann man kurzzeitig die Angriffskraft erhöhen oder dem Gegner Spezialangriffe um die Ohren hauen, was manches Mal zwischen Sieg und Niederlage entscheidet.

Alles in allem ist Yggdra Union ein extrem bärtiges Strategierollenspiel in zuckersüsser Verpackung. Die riesigen Charakterportraits und der ständig mit allen möglichen Zahlen, Symbolen und Hinweisen übersähte Bildschirm mögen nicht jedermanns Sache sein, aber wer Advance Wars mochte, wird sicher auch mit diesem Spiel seinen Spass haben. Es ist ausserdem ziemlich umfangreich. Insgesamt gibt es wohl 48 Schlachtfelder, und abzüglich der Tutorialgefechte zu Beginn verbringt man durchaus eine halbe bis ganze Stunde auf einer Karte. Das richtige Mittel gegen lange Winterabende also.

16 Kommentare Autor: Stefan
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Ich habe Wii!

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War gerade bei Saturn in Mannheim. Bin ca. 9:40 da gewesen und es standen ungefähr 25 Leute vor der Tür. War eine recht gemischte Truppe. Auch ein paar Leute jenseits der Fünzig und diverse Frauen (sogar gut aussehende) hatten sich unter uns klassische Videospielnerds gemischt. Es ist natürlich unklar wieviele davon Eltern und Freundinnen auf Geschenksuche waren, aber insgesamt dürfte das Bild Nintendo gefallen haben. Die echten Nerds standen rechts von mir und haben stragische Planungen gemacht. Wer versucht den Fahrstuhl? Wer nimmt die Treppe? Wieviel Gewaltanwendung ist okay?

Aufgemacht hat der Saturn um 9:45. Und dann echte Action: Alle rennen in Panik los nach oben. Das ist übrigens eine nicht unerhebliche Strecke, weil man nicht einfach von einer Rolltreppe auf die andere umsteigen kann, sondern nach jeder Etage einmal auf die andere Seite des Raumes muss, um wieder weiter nach oben zu können. Zitat einer ca. 50-jährigen Frau während sie rennend die Fernsehabteilung im ersten Stock umschiffte: “Und das so früh am Morgen! *keuch*”

Anscheinend hatte kaum jemand vorbestellt, denn alle stürzten sich auf den Stapel von frei verkäuflichen Wiis, während ich lässig zur Vorbestellungstheke geschlendert bin um dort mein Gerät abzuholen. Größe der Schlange? Zwei Leute. Is niiiice!

Dann aber die schlechten Nachrichten. Kabel sind überhaupt nicht gekommen. Weder Komponenten, noch RGB. Und auch mein Lieblinglaunchtitel Rayman war noch nicht da. Dafür gab es aber ausreichend sonstiges Zubehör. Dummerweise gibt es die Wiimote im Moment nur mit Wii Play zu kaufen. Wer also vier Remotes haben will, der muss sich drei mal Wii Play kaufen und zahlt 20€ zu viel. (30, wenn er Wii Play gar nicht haben will.)

Ich schätze die Anzahl der im Saturn Mannheim vorhandenen Wiis übrigens auf ca. 50. Wenn ihr das mit der Schlange vergleicht, so stellt ihr fest, dass das für den ersten Ansturm locker gereicht hat. Um 10:00 herum, also zur offiziellen Öffnungszeit, waren noch etwa fünf Wiis auf dem Stapel. Inzwischen sind die wohl alle weg.

Sehr nett auch: Einer der Saturn-Verkäufer hat darauf geachtet, dass keiner mehr als ein Wii mitnimmt. Das hat einen Herrn mit drei Kisten unter dem Arm etwas stinkig gemacht. Er hat dann noch zwei Kollegen angerufen, die ihm helfen sollten seine Beute aus den Klauen des Saturnmonsters zu befreien.

Aus meinem Frust über ein Mangel an Rayman habe ich Dummkopf dann Red Steel gekauft. Pff. Na mal schauen. Ich kann mir bei so was ja immer noch einreden, dass es im Zweifelsfall einen netten Beitrag für AG abgibt. Rationalisierung FTW!!

Glücklicherweise hat Agent Marc mir noch ein Rayman ergattern können. Das kriege ich dann zwar erst morgen, aber damit kann ich schon irgendwie leben. Warum ich allerdings den Classic Controller gekauft habe, weiß ich nicht so recht. Kann mir dafür jemand einen Rationalisierungsgrund nennen? Ist ja nicht so, als hätte ich nicht genug Gamecube-Controller zuhause.

Fazit Mannheim: Wer wirklich wollte, der konnte auch ohne Vorbestellung an sein Wii kommen. Wer jetzt noch will, dürfte aber in den Po gekniffen sein. Spiele und Zubehör gab es entweder gar nicht oder aber in ausreichenden Mengen. Trotzdem hat es mit einem Spießrutenlauf und fünf Minuten akuter “Oh-mein-Gott-ich-kriege-keins-mehr”-Grabschpanik ein durchaus solides Launchfeeling gegeben. Außerdem hatten die Mitarbeiter beim Saturn definitiv Spaß daran uns beim Rennen zuschauen zu dürfen.

So, und jetzt liegt das Wii mit allem Drum und Dran auf meinem Schreibtisch und ich muss arbeiten. Ich schätze ich könnte den Betrieb hier lässig lahmlegen, wenn wir einen Fernseher hätten, an den wir das Gerät anschließen könnten. Haben wir aber leider nicht. Somit werde ich mich für den Rest des Tages mit meiner Vorfreude begnügen müssen.

Ich hoffe ihr habt alle eins bekommen. Wer frei hat und schon spielt, hat die Erlaubnis den Rest von uns in den Kommentaren neidisch zu machen.

113 Kommentare Autor: Richard
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Wii ist es so?

Richard weigert sich, den Namen “Wii” auf diese Art in Überschriften zu verwursten. Ein Mindestmaß an Selbstachtung habe er. Nun, ich nicht. Aber egal: ein paar von euch werden womöglich schon ihr Wii haben. Berichtet doch mal! Ja, dieser Thread ist für euch!

32 Kommentare Autor: Hendrik
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