Archiv für Februar, 2007

This is Werbung

Mittwoch, Februar 28th, 2007

thatsallfolks.jpg

Kann mir mal jemand erklären, was Sony sich bei der europäischen Werbekampagne für die PS3 gedacht hat? Was in aller Welt hat der Spruch “This is living” mit Videospielen zu tun? Oder zumindest mit Unterhaltungselektronik? Und warum ist das irgendwie in einem Schriftsatz geschrieben, der so aussieht als wäre den 50er Jahren nur knapp entkommen? Meistens kann man bei völlig mißglückten Kampagnen immerhin noch nachvollziehen, was sie sich dabei gedacht haben, egal wie falsch gedacht es am Ende war. Aber “This is living”? Ganz ehrlich, ich weiß nicht was sie da von uns wollen.

Am besten sind aber die Werbespots der Kampagne, deren Hauptaufgabe darin zu bestehen scheint, uns so sehr zu verwirren, dass wir aus Versehen eine Playstation 3 kaufen, obwohl wir eigentlich nur einen neuen Toaster wollten.

Das Grundkonzept scheint so festgelegt worden zu sein:

Lesen »

Spielspass im Tetrapack - für den schmalen Geldbeutel

Montag, Februar 19th, 2007

So, jetzt aber. Nach diversen beruflichen (was soll das heissen ‘der Versuch dauert 24 Stunden’?), privaten (it hurts and stings!) und technischen (*sniff sniff* was riecht hier so verbrannt… argh mein Rechner!) Hindernissen finde ich endlich mal wieder die Zeit, was zu schreiben.

mulana.JPG

Wenn mein Computer nicht gerade in Flammen steht, verbringe ich meine Freizeit seit kurzem in den zugigen Höhlen La Mulana. Denn während mich Final Fantasy XII trotz seiner Hochglanzfassade dann doch eher anödet, hat mich der urige Retrocharme dieses Freeware-Adventures komplett in seinen Bann geschlagen. Als Peitsche schwingender, Filzhut tragender Rick Dangerous-Verschnitt (den anderen Archäologen brauche ich wohl nicht zu erwähnen) kämpft man sich durch eine irrsinnig grosse Ruine voller tödlicher Todesfallen und ebenso tödlicher Gegner. Tödlich ist dann auch das inoffizielle Leitmotiv des Spiels, denn anders als etwa in dem zwar exzellenten aber ziemlich leichten Tomb Raider Legend ist der Tod hier ständiger Begleiter. Zu Beginn des Spiels reibt man sich daher des öfteren verwundert die Augen ob der vermeintlichen Frechheiten, mit denen man in La Mulana konfrontiert wird.

Ein Beispiel: läuft man am Anfang nach links statt nach rechts (das Spiel ist übrigens komplett nicht-linear), stösst man nach ein paar Bildschirmen mit Simpelgegnern auf einen bildschirmfüllenden Koloss, der unserem Helden in Sekundenschnelle die Hosen runterzieht. Oder nochwas: die Tempelbauer von einst waren ziemlich jähzornige Gesellen; peitscht man wie in anderen Spielen einfach mal wild in der Gegend rum, kann einem durchaus schonmal die Decke auf den Kopf fallen. Daher sollte man den in der -übrigens hervorragend gestalteten- Anleitung gegebenen Rat beherzigen, gründlich alles abzusuchen, die Umgebung zu beobachten (ein Haufen Skelette rund um einen Altar sollte zu denken geben) und erst dann die Statue zu klauen. Wobei La Mulana übrigens zu keinem Zeitpunkt unfair ist, nur eben verdammt erbarmungslos. Dennoch, die kniffligen Rätsel, die Rollenspiel-ähnliche Belohnungsstruktur und nicht zuletzt die Liebe zum Detail lassen mich auch nach dem x-ten Ableben immer wieder zu dem Spiel zurückkehren.

rrootage.JPG

Ganz andere Hirnregionen stimuliert rRootage, ein weiteres Glanzstück des äusserst umtriebigen Kenta Cho (sehr empfehlenswert sind auch Mu-cade und Torus Trooper). Trotz mangelnder Feinmotorik haben mich Bullet Hell-Shooter Marke Gigawing oder Under Defeat schon immer fasziniert, nur dass die blöden Level zwischen den coolen Bossen immer genervt haben. Daher die gute Nachricht für schräge Vögel wie mich, rRootage wirft den ganzen Nonsens über Bord und konzentriert sich aufs Wesentliche: hunderte Bosse, die den gestressten Spieler mit immer wahnsinnigeren Kugelformationen beharken. Dazu vier verschiedene Spielmodi, eine Hand voll Leben und die bekannt abstrakte Präsentation, und fertig ist das perfekte Spielvergnügen für zwischendurch (falls ein Microsoft-Bot mitliest - sowas wäre perfekt für Live Arcade). Inzwischen habe ich es auf normal bis Stage 6D geschafft, wobei die Level allerdings frei anwählbar sind. Ein gutes Pad hilft da ganz schön weiter.

life is end.jpg

Kein Interesse daran, umständlich Spiele zu installieren und trotzdem Lust auf ein wenig Frust? Kein Problem, für ä生オワタ\(^o^)/の大冒険 (auch bekannt als “Your Life is End”) braucht es lediglich einen Flash (ah-ah!)-fähigen Browser, und schon kann das Haare raufen losgehen [z=springen, x=schiessen, r=restart]. Keine Sorge falls ihr schon den ersten Bildschirm nicht überleben solltet, das ist normal. Ohne perfektes Timing und pixelgenaue Sprünge stirbt man unter Garantie. Your Life is End hat da echt kein Mitleid mit dem Spieler. Spass macht es trotzdem, selbst wenn man von einem riesigen ASCII-Guile mit Somersault in den Hintern getreten kriegt (echt wahr).

ttotdead.jpg

Nicht wirklich umsonst, aber seit einer Weile auf den üblichen Abandonware-Seiten zu finden ist Segas genial-bizarres The Typing of the Dead. Für die Nicht-Eingeweihten: es ist im Prinzip der Lightgun-Klassiker House of the Dead, nur dass man die Untoten über den Haufen schreibt. Vor jedem Monster erscheint eine mehr oder weniger lange Phrase, die man in Rekordzeit nachtippen muss. Zum Glück gibt es ein sehr gutes Tutorial (sollte ich mal eine Sekretärin brauchen, werde ich sie damit testen) und die Möglichkeit, auf ein englisches Tastatur-Layout zu wechseln. Trotzdem gibt es mit einigen Satzzeichen auf einer deutschen Tastatur Probleme, da hilft dann nur wüstes Tastenhämmern.

Das klingt jetzt total unlustig, oder? Ist es aber nicht. Das Spielprinzip sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich wäre gerne dabeigewesen, als die Entwickler ihren Geldgebern die Idee präsentierten, aber The Typing of the Dead macht erstaunlich viel Spass. Und man lernt nebenbei Zehn-Finger-Schreiben! Na wer sagt denn dass einem Computerspiele nichts beibringen können. Dieser Beitrag jedenfalls floss mir erheblich schneller als üblich aus den Händen.

PC-User haben es schwerer.

Dienstag, Februar 13th, 2007

Schrott

Manche Leute scheinen ja ernsthaft zu glauben, dass es uns PC-Usern Spass machen würde, uns alle paar Jahre neue Hardware anzuschaffen. Natürlich haben sie als Außenstehende nur verstanden, dass wir uns hin und wieder neue, funkelnde, unfassbar schnelle Spielzeuge anschaffen, die im Moment der Kaufentscheidung alles in den Schatten stellen was Konsolenbesitzer in ihrer Verblendung für State of the Art halten. Das sollte doch ein Anlass zu großem Frohlocken sein, ja ein Grund für mehrtägige staatlich verordnete Feierlichkeiten.

Selbstverständlich liegen sie beklagenswert falsch.

Natürlich ist es beglückend, mehr Power zu haben als die anderen. Es hat durchaus etwas, eine mit einem ehrfurchtgebietenden, V8-Motorblöcken nicht unähnlichen Prozessorkühler verschönerte CPU herumzuzeigen und dann die neueste 3D Mark Version fast gar nicht so schlimm ruckelnd auf diesem System zu demonstrieren. Alles nur begleitet vom ehrfürchtigen Luftschnappen der Zuschauer und dem fast (aber nicht ganz) unhörbaren Summen aus dem fast (aber nicht ganz) stilvollen Aluminiumgehäuse. Kenner wissen: Sie lauschen dem unverkennbaren Geräusch von Real Ultimate Power.

Diesem glorreichen Augenblick gehen enorme Anstrengungen voraus. Monatelange Überlegungen, Gespräche mit weisen Hardware-Gelehrten, Testbericht-Lesestunden, Forendiskussionen, Beziehungskrisen, ernste Gespräche mit Oma/Freundin/Frau/Eltern/Kredithai, Shopvergleiche, Warten auf neue Technologie - bis ein echter PC-Fan nach dem ersten Kaufwunsch bereit ist, sich zu entschließen können durchaus Monate vergehen. Silberne oder vergoldete Rändelschrauben für das Gehäuse? Solche Fragen können schwache Persönlichkeiten in wochenlange Krisen stürzen. Aber irgendwann ist es soweit: Es wird bestellt. Bei Zeus! Hört ihr sie nicht, die Fanfaren, die Pauken, die vieltausendköpfigen Engelschöre? Seht ihr das Glänzen seiner verzückten Augen? Es ist ein großer Moment.

Natürlich ist nicht alles sofort lieferbar. Die nun folgende qualvolle Wartezeit wird nicht einfacher dadurch, dass der andere CPU-Hersteller aus purer Bosheit spontan die Preise halbiert und der andere Grafikchiphersteller endlich das immer wieder verschobene, bahnbrechendes neues Produkt auf den Markt bringt, das man eigentlich haben wollte. Das Gehäuse ist zwar lieferbar, aber nur in giftgrün. Das würde genauso gut kühlen, behauptet der Händler kühn.

Und nun… Sauregurkenzeit. Die Schuldgefühle lassen nicht lange auf sich warten (tu bloss nicht so, als wäre es bei Dir nicht so!). Brauche ich dieses… Monster eigentlich? Kann ich nicht mit dem alten genauso gut meine Texte schreiben? Hätte es nicht die kleinere Alternative auch getan? Kann ich mir das überhaupt leisten? Ich hätte lieber etwas spenden sollen! Oh, dieser mehrwöchige Hawaii Urlaub, den ich für eine neue Grafikkarte geopfert habe.. der wäre auch schön gewesen… und das feine Essen, das ich mal mit der Ex geplant hatte… vielleicht wäre sie dann nicht die Ex und eine Festplatte weniger hätte es am Ende auch getan? Warum? Warum?!

Klar, ihr Mac-User und Konsoleros könnt das nicht verstehen. Die einen von euch spenden aus Überzeugung für die Gute Sache an den Tempel in Cupertino, die anderen haben schlicht keine Wahl, wenn ihre alte Daddelkiste einer neuen Generation weicht. PC Leute haben die Wahl. Immer. In jedem noch so kleinen Detail. Sie sind sowieso an allem selber schuld. Vermutlich werden sie deswegen so regelmäßig mit Windows gestraft.

Üblicherweise bekommt man in diesem Moment Nachricht: Man bedankt sich für die pünktliche Zahlung und die Kiste wäre fertig - und giftgrün ist doch auch eine schöne Farbe, oder? Hat halt nicht jeder.

Das bringt uns fast genau zu dem weiter oben erwähnten Moment. Das wertige Summen edler Hardware - ihr erinnert euch? Spätestens am nächsten Tag wird das Nachbarskind sein neues Quadcore/Geforce 8800-SLI System zum ersten Mal anwerfen und später jedem, aber auch jedem an der S-Bahn Haltestelle lautstark berichten, dass man damit nun Gothic 3 ruckelfrei spielen kann. Im Gegensatz zu dir, der du still danebenstehst und versuchst, wegzuhören. Wenn du nach Hause kommst, wirst du damit anfangen, die Entwicklung der Hardwarepreise zu beobachten…

Rückblick 2006 - Teil 3 (Guitar Hero, Geheimakte Tunguska)

Sonntag, Februar 4th, 2007

rueckblick2006.jpg

Die eher magere Zahl von Kommentaren zu den letzten beiden Teilen dieses Rückblicks zeigt eindeutig die Begeisterung der Antination für diese Beiträge. Das wird zum einen daran liegen, dass sie viel zu spät kommen. Es ist schließlich Februar. Seien wir mal ehrlich, das letzte Jahr ist sooo letztes Jahr. Eigentlich mache ich das Ganze auch nur aus Prinzip. Weil ich mir halt letztes Jahr vorgenommen habe, dass ich das jedes Jahr machen werde. Also ziehen wir das jetzt durch.

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund, warum ich nicht einfach aufhöre. Der Rückblick bildet eine nette Geschmacksgrundlinie für die hitzigen Diskussionen des Jahres 2007. Wenn alle wissen was wir Antigamer so mögen, dann sind wir alle - wir die Engländer sagen würden - alle auf der gleichen Seite. Verflixt. Das funktioniert im Deutschen nicht.

Ihr wisst schon was ich meine.

Die mangelnde Resonanz zeigt aber auch, dass 2006 ein eher schäbiges Jahr für Spiele war. Im letzten Rückblick gabe es Spiele für die ich mich begeistern konnte. Spiele für die ich auf die Straße gegangen wäre, mutige Spiele, witzige Spiele, atemberaubende Spiele.

Aber dieses Jahr?

Irgendwie sind nur Spiele in diesem Rückblick, die ich irgendwie ganz okay fand. Manche auch besser als okay. Aber kaum etwas hat mich richtig vom Hocker gerissen. Außer vielleicht Guitar Hero, und da könnte man argumentieren, dass man das halt einfach besser im stehen spielt als im sitzen. Apropos Guitar Hero.

Guitar Hero

In gewisser Weise ist Guitar Hero definierend dafür, was Videospiele für so viele Leute so reizvoll macht. Es erlaubt einem in eine andere Rolle zu schlüpfen und etwas zu tun und zu erleben, das einem sonst verwehrt bleibt. Wer kann schon im echten Leben Raumschiffe fliegen oder Dinosaurier jagen? In gewisser Weise sind Videospiele sogar besser. Man kann Polizist sein, aber ohne die besoffenen Penner, den Papierkrams und die schlechte Bezahlung. Man kann einen aufgemotzten Supersportwagen mit 200 Sachen durch die Innenstadt jagen, ohne 150.000€ auf den Tisch zu legen und sich um rote Ampeln zu kümmern. Bei kaum einem Spiel klappt das so gut wie bei Guitar Hero, denn es erlaubt einem ein Rockstar zu sein, ohne 15 Jahre lang Gitarre zu üben und morgens ins seiner eigenen Kotze aufwachen zu müssen. Großartig! Einen Nachteil hat es aber doch. Ihr seht beim Guitar Hero spielen nämlich leider nicht halb so cool aus, wie ihr euch fühlt. Wenn euer Mauszeiger also gerade bei youtube über dem Submit-Knopf schwebt: Lasst es lieber.

Geheimakte Tunguska

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, warum ich Geheimakte Tunguska so riesig toll fand. In seine Einzelteile zerlegt, ist es gar nicht sonderlich brilliant. Ja, der Knopf mit dem man alle interaktiven Elemente anzeigen konnte, war sehr praktisch um Frust zu vermeiden. Andererseits ist es aber irgendwie schon sehr archaisch, dass nicht von vorneherein jedes Objekt interaktiv ist. Heutzutage sind wir es schließlich gewohnt, dass jede kleine Coladose ihr eigenes Physikmodell mitgeliefert bekommt. Am Ende des Tages habe ich das Spiel aber trotzdem in einem Zug durchgespielt. Und das nachdem ich jahrelang kein Adventure mehr zu Ende spielen konnte. Irgendwie hat Tunguska bei mir genau die richtigen Knöpfe gedrückt, um das gute alte Adventurefeeling meiner Jugend wieder zu wecken. Ich weiß nicht wie Marco Zeugner und Fusiosphere das gemacht haben, aber ich möchte sie dafür herzlich knuddeln. Oder ihnen zumindest ein Bier ausgeben. Was sie lieber haben.

Rückblick 2006 - Teil 2 (Tomb Raider: Legend, Defcon, Wii Sports)

Freitag, Februar 2nd, 2007

rueckblick2006.jpg

Schnell noch den Jahresrückblick durchprügeln, bevor 2007 anfängt interessante Spiele in die Läden zu bringen. Zack, zack!

Tomb Raider Legend

Die peinliche Hysterie, die Videospiele in gewissen Kreisen immer noch auslösen, sind ein klares Zeichen dafür, dass es sich bei ihnen noch um ein relativ junges Medium handelt. Sooo jung sind sie dann allerdings auch nicht mehr. Das merkt man schon daran, dass es inzwischen echte Comebacks gibt. Das Comeback des Jahres 2006 hat jedenfalls definitiv Lara Croft geschafft. Tomb Raider: Legend hat zwar nichts brilliant gemacht, aber fast alles mehr oder weniger richtig. Damit hat es Tomb Raider aus dem tiefen Loch herausgeholt in das Core Design es langsam aber sicher, ein Spiel nach dem anderen hineingeschaufelt hatte. Nachdem man lange Zeit über neue Tomb Raider Teile nur noch müde lächeln könnte, freue ich mich jetzt nicht nur auf den nächsten Teil, sondern auch auf Tomb Raider Anniversary, ein Remake von Teil eins. Denn das hat das einzige was Tomb Raider: Legend wirklich noch gefehlt hat: Dinosaurier!

Defcon

Defcon war das Indie-Spiel des Jahres 2006. Egal was man davon gehalten hat - ich habe viel davon gehalten, Hendrik weniger - allein deswegen hat es schon einen Platz auf dieser Liste verdient. Das Spiel mag durchaus mehr von seiner bedrückenden und spannenden Atmosphäre gezehrt haben, als von einem hochgradig ausgeglichenen Spielprinzip, wenn die Atmosphäre aber so dicht ist wie bei Defcon, dann bin ich persönlich gerne bereit solche Mängel zu verzeihen. Ich glaube heute Abend werde ich mal wieder eine Runde spielen.

Wii Sports

Wii Sports war der definierende Titel des Wii Launches und wird auch noch lange der definierende Titel der Konsole bleiben. Damit hat es sich seinen Platz auf der Liste redlich verdient. Es gibt nur ein Problem: Mein Vater hat mich in Golf geschlagen. Mein Vater! In Golf! Ich weiß immer noch nicht so recht, wie ich mit dieser Schande leben soll. Drogen, schätze ich. Oder ich schlage Marc nochmal vernichtend in Mario Kart DS. Das könnte mein fragiles Ego auch heilen.

Rückblick 2006 - Teil 1 (Paraworld, Elite Beat Agents, Sam & Max)

Donnerstag, Februar 1st, 2007

rueckblick2006.jpg

Ich weiß, ich weiß, es ist schon Februar. Fast zu spät für einen Jahresrückblick. Aber eben nur fast. Außerdem muss man den ganzen Kram ja auch gespielt haben, bevor man sich darüber auslassen kann. Hier sind also die meiner Meinung nach (bzw. unserer Meinung nach, denn auch die anderen Antigamer werde noch zu Wort kommen) interessantesten, coolsten und wichtigsten Spiele des Jahres 2006.

Paraworld

Die Spieletragödie des Jahres. Paraworld hatte fast alles was sich ein Antigamerherz wünscht. Tolle Grafik, super Musik, ein paar frische Ideen, jede Menge Feinschliff und…Dinosaurier! Dummerweise hat es trotzdem keiner gekauft, das Studio (SEK Ost) ist geschlossen, es wird keinen zweiten Teil geben und ich bin sauer. Woran lag es? Sicher nicht an den Dinosauriern, denn richtig vermarktet sind die bewiesenermaßen immer noch ihr Gewicht in Gold wert. Und Dinosaurier wiegen eine Menge! Es lag wohl eher daran, dass dieses Jahr keiner so recht ein RTS haben wollte. Selbst das Überwertungen sammelnde Company of Heroes hat sich zäh verkauft. Außerdem brauchte Paraworld so ca. bis zum vierten Level, bevor es richtig in Fahrt kam. Bis dahin hatten die meisten halt aufgegeben, zumal die Demo eben nur bis Level drei ging. Drecksmist.

Sam & Max - Culture Shock

Es ist noch nicht klar, ob Sam & Max 2 endlich das erste Spiel ist, das es schafft episodisch zu sein ohne schnell eingestellt zu werden oder schlicht ranzig zu riechen. Selbst die Macher von S&M2 (Telltale Games) sind mit Bone schon mal am ersten Kriterium gescheitert und haben nach Folge zwei das Handtuch geworfen. Folge zwei von Sam & Max litt jedenfalls schon zu einem gewissen Maße an Szenario- sowie Charakterrecycling und Folge drei wird dafür auch ganz gerne kritisiert. Unabhängig davon ist Folge eins aber einfach super. Den Comic-Look von Sam & Max hat Telltale großartig in 3D eingefangen, etwas das noch kaum jemanden gelungen ist. Zudem ist es verdammt gut geschrieben. Ich war nie ein großer Fan von Sam & Max Hit the Road, insofern ist es eine besondere Leistung von Telltale, mich mit Culture Shock zu einem Sam & Max Fan gemacht zu haben. 2006 war das Jahr an dem ich wieder Spaß an Adventures gefunden habe und Sam & Max war einer der Gründe dafür. Allerdings nicht der Hauptgrund. Zu dem kommen wir dann in einer späteren Ausgabe des Rückblicks 2006.

Elite Beat Agents

Ja, ja, Elite Beat Agents ist nur die verwestweichlichte Version des japanischen Spiels “Osu! Tatakae! Ouendan” und die echten L33tz0rs unter euch haben schon lange das Original aus Japan importiert. Trotzdem ist EBA das beste DS-Spiel des Jahres. Vermutlich war das Original noch schrulliger und abgefahrener, aber die Westversion ist schrullig und abgefahren genug um seine Japangene eindeutig zu zeigen und jedem, der kein Herz aus Beton hat, ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Eins ist Elite Beat Agents allerdings nicht: nämlich das beste Rhythmus-Spiel des Jahres. Da war nämlich noch so ein PS2-Spiel mit einer Plastikgitarre. Aber dazu kommen wir auch später.