Spielspass im Tetrapack – für den schmalen Geldbeutel

So, jetzt aber. Nach diversen beruflichen (was soll das heissen ‘der Versuch dauert 24 Stunden’?), privaten (it hurts and stings!) und technischen (*sniff sniff* was riecht hier so verbrannt… argh mein Rechner!) Hindernissen finde ich endlich mal wieder die Zeit, was zu schreiben.

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Wenn mein Computer nicht gerade in Flammen steht, verbringe ich meine Freizeit seit kurzem in den zugigen Höhlen La Mulana. Denn während mich Final Fantasy XII trotz seiner Hochglanzfassade dann doch eher anödet, hat mich der urige Retrocharme dieses Freeware-Adventures komplett in seinen Bann geschlagen. Als Peitsche schwingender, Filzhut tragender Rick Dangerous-Verschnitt (den anderen Archäologen brauche ich wohl nicht zu erwähnen) kämpft man sich durch eine irrsinnig grosse Ruine voller tödlicher Todesfallen und ebenso tödlicher Gegner. Tödlich ist dann auch das inoffizielle Leitmotiv des Spiels, denn anders als etwa in dem zwar exzellenten aber ziemlich leichten Tomb Raider Legend ist der Tod hier ständiger Begleiter. Zu Beginn des Spiels reibt man sich daher des öfteren verwundert die Augen ob der vermeintlichen Frechheiten, mit denen man in La Mulana konfrontiert wird.

Ein Beispiel: läuft man am Anfang nach links statt nach rechts (das Spiel ist übrigens komplett nicht-linear), stösst man nach ein paar Bildschirmen mit Simpelgegnern auf einen bildschirmfüllenden Koloss, der unserem Helden in Sekundenschnelle die Hosen runterzieht. Oder nochwas: die Tempelbauer von einst waren ziemlich jähzornige Gesellen; peitscht man wie in anderen Spielen einfach mal wild in der Gegend rum, kann einem durchaus schonmal die Decke auf den Kopf fallen. Daher sollte man den in der -übrigens hervorragend gestalteten- Anleitung gegebenen Rat beherzigen, gründlich alles abzusuchen, die Umgebung zu beobachten (ein Haufen Skelette rund um einen Altar sollte zu denken geben) und erst dann die Statue zu klauen. Wobei La Mulana übrigens zu keinem Zeitpunkt unfair ist, nur eben verdammt erbarmungslos. Dennoch, die kniffligen Rätsel, die Rollenspiel-ähnliche Belohnungsstruktur und nicht zuletzt die Liebe zum Detail lassen mich auch nach dem x-ten Ableben immer wieder zu dem Spiel zurückkehren.

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Ganz andere Hirnregionen stimuliert rRootage, ein weiteres Glanzstück des äusserst umtriebigen Kenta Cho (sehr empfehlenswert sind auch Mu-cade und Torus Trooper). Trotz mangelnder Feinmotorik haben mich Bullet Hell-Shooter Marke Gigawing oder Under Defeat schon immer fasziniert, nur dass die blöden Level zwischen den coolen Bossen immer genervt haben. Daher die gute Nachricht für schräge Vögel wie mich, rRootage wirft den ganzen Nonsens über Bord und konzentriert sich aufs Wesentliche: hunderte Bosse, die den gestressten Spieler mit immer wahnsinnigeren Kugelformationen beharken. Dazu vier verschiedene Spielmodi, eine Hand voll Leben und die bekannt abstrakte Präsentation, und fertig ist das perfekte Spielvergnügen für zwischendurch (falls ein Microsoft-Bot mitliest – sowas wäre perfekt für Live Arcade). Inzwischen habe ich es auf normal bis Stage 6D geschafft, wobei die Level allerdings frei anwählbar sind. Ein gutes Pad hilft da ganz schön weiter.

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Kein Interesse daran, umständlich Spiele zu installieren und trotzdem Lust auf ein wenig Frust? Kein Problem, für ä生オワタ\(^o^)/の大冒険 (auch bekannt als “Your Life is End”) braucht es lediglich einen Flash (ah-ah!)-fähigen Browser, und schon kann das Haare raufen losgehen [z=springen, x=schiessen, r=restart]. Keine Sorge falls ihr schon den ersten Bildschirm nicht überleben solltet, das ist normal. Ohne perfektes Timing und pixelgenaue Sprünge stirbt man unter Garantie. Your Life is End hat da echt kein Mitleid mit dem Spieler. Spass macht es trotzdem, selbst wenn man von einem riesigen ASCII-Guile mit Somersault in den Hintern getreten kriegt (echt wahr).

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Nicht wirklich umsonst, aber seit einer Weile auf den üblichen Abandonware-Seiten zu finden ist Segas genial-bizarres The Typing of the Dead. Für die Nicht-Eingeweihten: es ist im Prinzip der Lightgun-Klassiker House of the Dead, nur dass man die Untoten über den Haufen schreibt. Vor jedem Monster erscheint eine mehr oder weniger lange Phrase, die man in Rekordzeit nachtippen muss. Zum Glück gibt es ein sehr gutes Tutorial (sollte ich mal eine Sekretärin brauchen, werde ich sie damit testen) und die Möglichkeit, auf ein englisches Tastatur-Layout zu wechseln. Trotzdem gibt es mit einigen Satzzeichen auf einer deutschen Tastatur Probleme, da hilft dann nur wüstes Tastenhämmern.

Das klingt jetzt total unlustig, oder? Ist es aber nicht. Das Spielprinzip sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich wäre gerne dabeigewesen, als die Entwickler ihren Geldgebern die Idee präsentierten, aber The Typing of the Dead macht erstaunlich viel Spass. Und man lernt nebenbei Zehn-Finger-Schreiben! Na wer sagt denn dass einem Computerspiele nichts beibringen können. Dieser Beitrag jedenfalls floss mir erheblich schneller als üblich aus den Händen.

24 Kommentare Autor: Stefan
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24 Kommentare

  1. Kobo Deluxe nicht vergessen :) Und mit Liquid War haben wir hier auch schon viele Stunden verbracht ;)

  2. Ich schwöre nach wie vor auf Every Extend.

  3. Kenta Cho ist spitze. Seine Sachen have ich schon gespielt asl Tumiki Fighters mal in EDGE ein Review gekriegt hat, gerade vor zwei Wochen habe ich die Spiele aber wiederentdeckt – lustig, dass sie jetzt auch hier erwaehnt werden :-)

  4. Stefan is back! Und er hat einen Sack voll mit, äh, Stefanspielen dabei!

    Ich bin immer noch krank. Bäh.

  5. Final Fantasy ödet langsam an?
    Oh Mann, und ich freu mich die ganze Zeit schon wie Sau auf das Ende der Woche. :(

  6. Bei FF12 weiß ich auch noch nicht so richtig, was ich davon halten soll. Die Echtzeitkämpfe stoßen mich eher ab und angeblich soll ja sie Story diesmal eher flach und die Charaktere kaum ausgearbeitet sein.

    Nach FFX-2 will ich nicht nochmal nen Reinfall erleben, wenn ich blind nen Final Fantasy kaufe. :(

  7. Stefan, zumindest was Freeware angeht haben wir aber mal 1A den gleichen Geschmack. LaMulana regiert, die Chooter (;D) sowieso, und Life is End rockt schon allein wegen den beiden ASCII-Street Fightern (Guile’s Flashkick, und Zangief’s flying irgendwas, kann aber auch einfach nur MP in mid-air sein).

    Und Typing of the Dead ist schlicht SEGA-Kult. Da kriegt man direkt Tränen was man sieht, was die Jungs heute so rausbringen.

    Thumbs up!

  8. Wie?
    Kein Cave Story in der Liste? Edelretrografik und Gameboymusik, mehrere Endings und einem Spielecharme, einer Story und Gamedesignrafinesse die heutige Edelgrafikblockbuster die Tränen in die Augen jagen müsste.
    Aber La-Mulana kannte ich noch nicht und wird sofort ausprobiert!

  9. Falls es außer mir noch jemanden interessiert: Hier gibt’s einen Linuxport von rRootage. Zu schade, dass ich gerade bei der Arbeit bin und es nicht sofort ausprobieren kann. Bullet Hell-Shooter haben einfach eine gewisse Ästhetik, der ich mich nicht entziehen kann. ;)

  10. Also rRootage is der Hammer, hab ich auch viel gespielt… . Aber mein favorite is immernoch SDMKun, das hatten wir hier auch schonmal. Da kann gibt es zig Milliarden Einstellungen, und wenn man denkt: Das war unmöglich zu schaffen! kann mans nomma um 10 Stufen erhöhen. Witzig.

  11. Falls es außer mir noch jemanden interessiert: Hier gibt’s einen Linuxport von rRootage.

    Das ist noch gar nichts. Ich habe rRootage gerade auf meiner PSP installiert. Rock’n'Roll! :-D

  12. Hmmm, ich mag irgendwie Parsec47 lieber als rRootage.

  13. Wer es ein wenig knuddeliger mag, kann anstelle ‘Typing of the Dead’ auch ‘Mario Teaches Typing’ spielen!
    http://www.the-underdogs.info/game.php?gameid=1333

  14. Nicht genug Zombies!

  15. PhilParma
    Junge, Du hast bei Final Fantasy X gerade mal geschätzte 30 Prozent geschafft. du kannst auch noch länger auf Teil 12 warten ;-)

  16. Mein Favorite immer noch Every-Extend. Für ein Laie im ersten Blick nicht zu empfehlen ;)

  17. Dieses Mario teaches Typing ist ja mal gelungen…

  18. S.T.A.L.K.E.R.- Betatest-Newsflash

    Ach, vergiss die ganzen Minispielchen, hier ist gerade die Stalker-Multiplayer-Beta auf meiner Festplatte gelandet. Lang leben halböffentliche Betatests!

    Den ersten Eindruck gibts hier:
    http://www.christian-poehlmann.de/?p=281

  19. Wah, SUPER=)
    1. Seit wann ist TOTD umsonst, das ist ja unglaublich – ist wirklich ein extrem spaßiges “Spiel”, also ladet es gefälligst runter! ALLE!
    2. Eing ganz besonderes Danke für den “Your Life is End”-Abschnitt, endlich würdigt mal jemand dieses großartige Stück Software! Nur sollte man erwähnen, dass man zwingend asiatische Schriftsätze auf dem PC installiert haben sollte, ansonsten siehts _sehr_ grottig aus =)

    Danke für den Artikel, ganz groß!

  20. Hab meinen ersten Eindruck von Stalker dann doch nochmal etwas revidieren müssen. Irgendwie macht es ja doch Spaß:
    http://www.christian-poehlmann.de/?p=281

  21. Dr. Stefan Frank

    Diese “Stalker Selbstbeweihräucherung und werbe für mein Blog” ist ziemlich nervig.

  22. wo ist denn der TOTD link zum download überhaupt?
    hab das spiel vor langer zeit gekauft und finds auch genial. ärgert mich nur, dass es es nicht auch mit deutschen wörtern für deutsche tastatur gibt. oder gibts das doch? einen deutschen patch oder so? wäre klasse!!! bitte um rückmeldung wenn jemand darüber was weiss. gruss sascha

  23. FF12 rult einfach alles weg! Zocke das seit Freitag und ist Meilen besser als die beiden bescheuerten X-Teile.

  24. jio