Archiv für März 2007

Endlich wieder Dinosaurier!

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Die Zukunft. Die Menschheit hat sich einen uralten Traum erfüllt und endlich eine Zeitmaschine erfunden. Dieser Triumph der Wissenschaft wirft allerdings auch Fragen auf. Wozu soll die Maschine eingesetzt werden? Wer darf sie verwenden? Und verhindert man Manipulationen an der Zeitlinie? Nach langen Beratungen der weisesten Menschen der Welt, wurden diese Fragen wie folgt beantwortet:

a) Um Dinosaurier in die Gegenwart zu entführen und sie dort gegeneinander kämpfen zu lassen.
b) Jeder der mindestens 12 Jahre alt ist.
c) Durch die Einführung eines Zeitreisedinosaurierkampfführerscheins namens “Dino Battle License”.

Leute, die Menschen aus der Zukunft gefallen mir. Vielleicht besteht doch noch Hoffnung für uns.

Sollte man noch in der Gegenwart (oder schlimmer: in Dortmund) wohnen, so kann man sich die Zeit bis zur Erfindung der Zeitmaschine mit dem wunderbar redundant benannten “Fossil League: Dino Tournament Championship” vertreiben. Ich vermute, dass die Menschen der Future™ dieses Spiel absichtlich per Zeitmaschine in der Gegenwart platziert haben, damit wir uns mental schon einmal auf unsere glorreiche Zukunft vorbereiten können.

In FL:DTC spielt man nämlich einen 12-jährigen mit Dino Battle License namens Taiga. Wie in jedem japanischen Videospiel hat er spitze Haare und einen Vater, der vor ein paar Jahren verstorben ist. Dessen Tod war anscheinend primär ein Problem für Taiga, weil so seine Hauptquelle für wichtige Infos über Dinos versiegte. (Sterbebettszene aus dem Intro: “Nein Vater, du darfst noch nicht sterben. Ich muss noch mehr über Dinosaurier erfahren!”) Man muss halt Prioritäten haben.

Ach ja, Taigas Vater war übrigens Paläontologe. Ich frage mich jetzt zwar, welchen Bedarf eine Gesellschaft, in der der Import von Dinosauriern per Zeitmaschine zur Routine geworden ist, noch an Paläontologen hat, aber gut. Wir wollen nicht kleinlich sein.

Um mal auf den Punkte zu kommen, spielerisch ist Fossil League genau das, was man erwarten würde. Ein Pokemon-style “Gotta catch’em all!”-Spiel, nur dass man halt keine Pupsiluff sammelt um mit ihnen gegen irgendwelche Putschiwutschis anzutreten, sondern eben Dinosaurier. Leider ist die ganze Veranstaltung extrem öde. Es sieht scheiße aus, die Musik nervt und spielerisch ist es so dünn, dass einem der DS quasi unter den Fingern zerbröselt. Vielleicht wird es später spannender, aber nach dem 20ten Kampf gegen einen Scelidosaurier, der exakt genau so ablief wie die ersten 19 Kämpfe gegen einen Scelidosaurier, habe ich erstmal aufgegeben.

Zusammengefasst: Dinosaurier = gut, Spiel = schlecht.

Die Welt ist halt ungerecht. Aber das macht nichts, denn die Zukunft verspricht großartig zu werden.

19 Kommentare Autor: Richard
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Das Tiberium Wars. SCNR.

Es gibt Spiele, bei denen weiß ich im Voraus, dass sie mir nicht gefallen werden. Zum Beispiel STALKER. Sorry, “S.T.A.L.K.E.R.”. Dann gibt es Spiele, bei denen weiß ich im Voraus, dass ich mich an liebsten an ihrem Bein reiben würde, wäre ich ein Hund… und hätten sie Beine. Zum Beispiel Command & Conquer 3.

Ist eigentlich komisch, denn es ignoriert konsequent alle Neuerungen, die es in den letzten gefühlt 40 Jahren im Echtzeitstrategie-Genre gegeben hat. Aber vielleicht macht es das auch so cool: keine zehn Milliarden Einheiten wie in Supreme Annihilation Commander, keine Micromanagement-Grabenkämpfe wie in Company of Heroes, ein total banales User-Interface, alles ist schön bunt und, für ein pre-apokalyptisches Strategiespiel, sehr fröhlich. Und es hat alberne Videosequenzen. Genau wie das Original. Juhu! Jedes andere Spiel würde man wegen sowas einfach auslachen und sofort wieder vergessen. Aber in Command & Conquer 3 ist das einfach purer Style. Man kann nicht anders, als wohlig zu lächeln, sich an bessere Zeiten zu erinnern, und es dafür ganz doll lieb zu haben.

Zum Glück stimmt aber auch der Rest: Grafik und Sound sind super, es gibt eingebauten Voice-Chat, und der Multiplayer-Modus hat nette Features wie Clan-Unterstützung und detaillierte Statistiken über so ziemlich alles, was in dem Spiel passieren kann (Leute angezündet, Autos geworfen und so). Alles in allem also ein tolles Rundum-Wohlfühl-Paket, mit dem man nichts falsch machen kann.

(Es sei denn, man kauft die Nicht-Kane-Edition. Die gibt’s zwar schon ab 16, kommt aber nur auf Deutsch, ist angeblich ein wenig beschnitten und hat nicht Joe Kucans erotischen Bösewicht-Bart auf dem Cover. Wer schon arbeiten darf und nicht mehr bei den Eltern wohnt, sollte auf jeden Fall zur nicht jugendfreien Kane-Edition greifen. Und, vorsicht!, bei der Installation auf keinen Fall “vollständig” auswählen. “Vollständig” bedeutet bei Electronic Arts nämlich “nur das nötigste, und auf keinen Fall das englische Sprachpaket, kthx”. Hmpf.)

58 Kommentare Autor: Hendrik
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Re: Mangel an neuen Beiträgen

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Wahrscheinlich hat sich noch niemand hier gefragt, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe. Der Grund ist folgender: im Moment geht mir alles rund ums Thema Videospiele so richtig auf den Sack. Ich bin jetzt schon lange genug dabei -nicht bei Antigames natürlich, sondern bei meinem Hobby- um zu wissen, dass diese Apathie/Lethargie immer phasenweise auftritt und nie von langer Dauer ist. Dennoch, im Moment würde ich die gesamte Industrie und alle, die sich ihr verbunden fühlen, am liebsten mal wieder in ein Fass mit rostigen Nägeln stecken und im Meer versenken. Alles, was vor kurzem noch im grünen Bereich war, erscheint mir heute irgendwie grau (oder doch eher beige? Oder braun?)

Für sämtliche Konsolenhersteller und ihre süss-saure Galle spuckenden Apologeten habe ich nur Verachtung übrig. Für die Kackspaten von Sony, weil die PS3 zwar Krebs heilen, aber nicht mal vernünftig alte Spiele emulieren kann. Zumindest hier in Europa, weil, wir kriegen hier schliesslich immer eine Extrawurst gebraten. Für die Binnenseepiraten von Microsoft, weil sie es tatsächlich geschafft haben, Geld in Punkte zu verwandeln und kumulative Hiscores zu einem salonfähigen Diskussionsbeitrag zu machen (“Hey, ich habe 62050 Punkte!” “Echt? Wodrin?” “Pacman, Winter Games und The Lurking Horror.”). Und für die Macrocneminaden von Nintendo, weil sie existieren! “Spiele? Wozu? Wir sind Nintendo, ihr Hunde!” Wisst ihr was, ihr könnt euch eure albernen Konsolen fürs Erste einmal dahin stecken, wo Bartel den Most holt.

Ebenso in den Verbannungscontainer gehört diese geifernde Brut, deren einzige Lebensaufgabe es zu seien scheint, wildfremden Leuten ihre Freizeitbeschäftigung madig zu machen. Und damit meine ich nicht nur die üblichen Verdächtigen (Gott mit dir, du Land der Bayern!), sondern ebenso diese bizarre Subspezies an Videospielern, die ihr vertrocknetes schwarzes Herz bei jeder sich bietenden Gelegenheit im gesamten Internet ausschütten müssen. Es ist mir sowas von scheissegal, dass Beliebte Serie X, Teil 5 jetzt auch auf der 360 erscheint. Wenn überhaupt, dann ist das ein Grund zum Feiern und kein Anlass zur Selbstbebauchpinselung, ihr blöden Labialspakaken. Denkt immer dran, sobald der INTERNATIONALE KAMPF GEGEN DEN INTERNATIONALEN TERRORISMUS™ ein Datennetzidentifikationspflichtgesetz hervorgebracht hat (nur noch eine Frage der Zeit), werde ich den Mob anführen, der euer Haus niederbrennt.

Ein donnerndes Pfuibuh geht bei dieser Gelegenheit auch an die “”Fachpresse”" (ein Satz Anführungszeichen hätte hier nicht mehr genügt), die sich auf der Suche nach Neuigkeiten in immer bizarreren Belanglosigkeiten ergeht. Wenn heutzutage irgendwo auf dieser Welt irgendein Mitarbeiter irgendeines Spiele-assoziierten Unternehmens in die Nähe eines Mikrophons oder einer Tastatur gelassen wird und irgendetwas sagt, dann wird daraus ganz schnell eine Nachrichtenmeldung epischen Ausmasses (Hallo Boris). Ebenso geht mir die heuchlerische Scheinheiligkeit der Presseheinis furchtbar auf die Nerven. Ist ja toll, dass immer mehr und immer verschiedenere Menschen Videospiele mögen, und dass nur wenige Prozent der hierzulande erscheinenden Spiele vor den strengen Augen der Tugendwächter in Ungnade fallen. Warum ist die Berichterstattung dann aber immer noch so dominiert von männlichen Männerspielen wie Halo, Gears of War und God of War? Wenn die umjubelten, millionenschweren Spitzenprodukte der Industrie zum Grossteil immer noch solche Spiele sind, in denen man andere Spielfiguren vom Leben zum Tode befördert, dann ist das beschämend für uns als Spieler und Wasser auf die Mühlen unserer Kritiker.

So, und deshalb habe ich schon länger nichts mehr geschrieben.

48 Kommentare Autor: Stefan
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Experience may change during online play

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Ich habe mich schon immer gefragt, was sie mir mit dieser Mitteilung eigentlich sagen wollen. Welche Experience? Meinen sie damit, dass die Grafik in Rainbow: Six Vegas im Multiplayer-Teil nicht mehr so toll ist, wie in der Einzelspielerkampagne? Oder ist das ein Hinweis darauf, dass die Solo Karriere von PGR3 zwar viel Spaß macht, einen die Online Karriere aber ins nicht mehr vorhandene Controllerkabel beißen lässt, weil das dämliche TrueSkill-System alles tut, nur einen nicht mit einem Spielpartner zusammen bringt?

Nein, meinen sie nicht, obwohl man vor solchen Sachen durchaus gewarnt werden sollte. Ich habe nämlich gestern rausgefunden, was sie damit meinen. Drei Beispiele sollen hier mal beweisen, wie dringend nötig diese Warnung ist.

Beispiel 1: Ich starte eine Runde Lost Planet in Live und lasse mich zufällig in eine Lobby werfen. Dort sitzen zwei amerikanische Teenager und begrüßen mich fröhlich mit “Heil Hitler!”. Ja, man könnte durchaus sagen, dass meine Experience in diesem Moment ein bisschen gechanged war.

Beispiel 2: Nach rund 30 Versuchen hatte TrueSkill mich endlich einem Rennen in London zugewiesen. Dummerweise musste ich es mit zwei spanischen Irren fahren, die wahrscheinlich hauptberuflich Beavis & Butthead synchronisieren. Der eine redete jedenfalls wie ein Wasserfall, während der andere DIE GANZE ZEIT “hehehehehehehehehe” machte. DIE GANZE ZEIT! Es war ein langes Rennen. Und dann habe ich auch noch verloren.

Beispiel 3: Wieder Lost Planet. Noch ein Zufallsmatch. Die Besatzung diesmal: zwei deutsche Jungs, die noch weit, weit vor dem Stimmbruch lagen. Liebe Eltern, kleiner Tipp, das Spiel ist ab 16. Die lässige Begrüßung der beiden für mich war übrigens “Hallo du schwule Sau!”. Ja, äh, hallo zurück. Manchmal wäre konsequent umgesetzter Jugendschutz auch Erwachsenenschutz.

Ich schlage eine Änderung der Warnung vor. Aus “Experience may change during online play” sollte werden “Warning. The Internet is full of assholes.”.

Alternativvorschlag: “Rated M for Morons.”

66 Kommentare Autor: Richard
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Hört nicht auf die Stimmen

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Ihr kennt das. Diese Forenweisheiten. Dinge die von allen Bewohnern des Spieleinternets für die absolute Wahrheit gehalten werden. Sachen die, wenn sie jemand in im Internet behauptet, sofort jeder als korrekt empfindet und lautstark unterstützt. Klassisches Beispiel: “Grafik ist nicht alles.” Alternativ kann natürlich auch das identische Gegenstück: “Gameplay ist alles.” verwendet werden.

Von nicht ganz so großer Statur, aber auch sehr beliebt: “Spiele sind heutzutage zu kurz.” Gern genommen auch die Forderung nach universeller Rückwärtskompatibilität für die aktuell favorisierte bzw. antagonisierte Konsole. Es hat noch niemanden gegeben, der das nicht sofort mit Begeisterung unterschrieben hat, egal ob er gerade Evangelist oder Antagonist der entsprechenden Spielehardware war.

Ein gutes Erkennungszeichen für solche Sprüche ist übrigens, dass jeder der etwas anderes behauptet sofort von allen Anwesenden auf dem nächsten Internetscheiterhaufen geröstet wird. Wie kann er so was behaupten? Ist der irre? Es weiß doch jeder, dass das so ist! O’REALY? Verachtung, Hohn, Banhammer.

Das interessante daran ist natürlich, dass diese Weisheiten – trotz ihrer nahezu universellen Akzeptanz als unverrückbare Naturgesetze – fast immer falsch sind.
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148 Kommentare Autor: Richard
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Konsolen-Schock: Sony macht was richtig!

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Mal ganz ehrlich, so langsam war es schon nicht mehr witzig. Erst war es ja echt amüsant sich über Sony lustig zu machen. Aber dann machten sie immer mehr falsch, bis sie schließlich so ziemlich alles falsch machten, was man nur falsch machen konnte. Und dann machten sie noch ein paar Sachen falsch, die man eigentlich gar nicht falsch machen konnte. Dieses inhaltliche Versagen wurde dann noch mal von dem unglaublichen Gebaren der Führungsriege verstärkt, die – mit einer erstaunlichen Realitätsferne ausgestattet – so auftraten als wollten sie, dass man sie hasst.

Jenseits der abwechselnd witzigen und peinlichen Kommentare von Phil Harrison und Co. war es aber immer die Konsole selber, die wirklich zählte. Was interessiert uns das Geschwätz von ein paar Anzügen, wenn das Gerät selber rockt. Dummerweise hat genau dieses Gerät leider nie ein ernsthaftes Feature geboten, dass die Konkurrenz nicht auch hatte. Nur halt in fertig. Und im Laden zu kaufen. Sony klammerte sich zwar immer wieder an Pseudo-Features wie 1080p und Blu-Ray, aber ersteres schob Microsoft mal lässig per Firmware-Update nach und zum Leidwesen von Sony merkten die meisten Leute, dass Blu-Ray nicht als Spielehardware gedacht war, sondern schlicht dazu dienen soll die PS3-Kunden für die Vorherrschaft eine Sony-Videoformates zahlen zu lassen.

Schlimmer noch, in vielerlei Hinsicht wirkte man, als hinke man der Konkurrenz hinterher. Die 360 gibt es seit geschätzten drei Ewigkeiten, aber in Europa ist die PS3 immer noch nicht raus. Dem zum zweiten Mal recycelten PS1-Controller nach der Vorstellung von Nintendos Wiimote noch hastig ein paar Bewegungsmelder einzubauen, war auch nicht gerade ein Zeichen von riesig viel Vision in Hause Sony.

Ach ja, und dann war da noch der Preis. Autsch.

Während sich die 360 also langsam aber sicher einen ordentlichen Next-Gen-Vorsprung erarbeitete und die Wii gar einen kleinen Begeisterungssturm auslöste, blieb außer akuter Fanboyitis eigentlich kein ernsthafter Grund sich für die PS3 zu begeistern. Klar, irgendwann werden interessante Exklusivspiele kommen und dann holt man sich das Ding halt. Sonys alte Werbekampagne schien plötzlich dennoch prophetisch zu sein: The Third Place indeed.

Hatte man sich am Anfang noch mit “massive damage”- und “Riiiiidge Racer”-Witzen amüsieren können, war die Beobachtung von Sony in letzter Zeit fast so, als hätte man einen Fisch auf dem Trockenen erwischt. Sein hilfloses Zappeln mag Anfangs noch ganz lustig gewesen sein, aber irgendwann hat man Mitleid und will ihn zurück ins Wasser werfen.

Zu dumm, dass es sich bei Sony um einen 68 Milliarden Dollar schweren Fisch handelt, dem einfach nicht zu helfen ist, wenn er sich nicht selbst zu helfen weiß.

Tja, und heute mussten wir dann gewaltig staunen. Der Fisch ist noch nicht wieder im Wasser, aber irgendwie hat er sich näher ans Ufer gezappelt. Wie hat der das gemacht?

Mit Home.

Tatsächlich hat die PS3 jetzt ein ernstzunehmendes Feature, dass die Konkurrenz nicht hat. Wir hatten uns alle ja schon lange gefragt, wie die Onlinestrategie der PS3 aussehen würde. Nachdem man in der letzten Generation quasi so getan hatte, als wäre “online” eine ansteckende Krankheit, und zum Launch der Konsole immer noch nichts zu vernehmen war, sah es zunächst nicht so gut aus. Das Beste auf das wir gehofft hatten, war eine zweitklassige und unausgereifte Nachprogrammierung von Microsofts exzellentem Live-Service.

Aber nix da. Die komplette Benutzeroberfläche der Konsole in ein MMO zu verwandeln, inspiriert von den Sims und Second Life, das ist mutig. Das hat Vision. Das macht uns leuchtende Augen. Sony mögen intern die zwar die Augen hauptsächlich leuchten, weil sie über all die neuen “revenue streams” nachdenken (glaubt ja nicht, dass die coolen Klamotten für euren Avatar umsonst sein werden), aber wir freuen uns einfach weil es neu und shiny ist.

“Neu” übrigens nicht im Sinne von “jetzt hat Sony endlich auch mal was gemacht”, sondern “neu” im Sinne von “endlich hat Sony bewiesen, dass dort zumindest noch die eine oder andere Person mit Vision sitzt”. Gott sei Dank. Wurde auch Zeit.

Also: Herzlichen Willkommen zurück im Spiel, Sony. Jetzt habt ihr unsere Aufmerksamkeit. Zum allerersten mal seit einer gewissen E3 mit historisch korrekten Riesengegnerkrabben. Wenn ihr diese Aufmerksamkeit weiterhin für Ankündigungen wie “Little Big Planet” nutzt und gewisse Leute einfach mal die Klappe halten und einen Hauch von Demut und gesundem Menschenverstand zeigen, dann können wir vielleicht wieder Freunde werden.

Vielleicht.

PS: Microsoft flattern schon die Hosen. Boris Schneider versucht auf seinem Blog gerade verzweifelt, Sony Home schlecht zu reden. So nach dem Motto “das ist doch eh alles scheiße und überhaupt, die kriegen das bestimmt nie fertig”. (Wann ist aus dem coolen Boris von damals eigentlich dieser Unsympath geworden? Echt Schade.)

101 Kommentare Autor: Richard
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Acht Dinge die ich über die Xbox 360 nicht wusste

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Ding 1: Die 360 kommt ohne eingebauten Wireless Network Adapter.

Ja, ich Noob dachte irgendwie, dass so ein Ding schon eingebaut wäre. Was habe ich komisch geguckt, als ich da abends saß und mit meiner Box nicht ins Internet gekommen bin. Kein Xbox Live, kein System Update und vor allem keine Demos zum Ausprobieren! Suboptimal.

Ding 2: Der Wireless Netzwerk Adapter kostet 80€.

Heilige Kuh! Jetzt könnte man ja argumentieren, dass so eine Wireless Bridge hat nicht billig ist. Andererseits kommen sowohl die Wii als auch die PS3 mit einem eingebaut Wireless Adapter. Wenn der jetzt wirklich 80€ kosten würde, dann fräße der ja schon ca. ein Drittel der Kosten eines Wiis auf. Das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich, wenn man bedenkt wie genau Nintendo bei der Entwicklung des Geräts auf die Kosten geschaut hat. In die andere Richtung würde der Preisnachteil der PS3 in Richtung 360 ein gutes Stück schmelzen, wenn der Preis fair ist. Tatsächlich schrumpft er praktisch ein ganzes Stück, denn das Ding kostet ja nun mal 80€, egal ob wir da jetzt abgezockt werden, oder nicht. Unschön.

Ding 3: Der Xbox 360 Controller ist der beste Controller EVAR.

Ehrlich. Oder zumindest der beste traditionelle Controller, mit vielen Knöpfen und Sticks und so. Er liegt perfekt in der Hand, hat genau das richtige Gewicht, genau den richtigen Widerstand bei den Sticks, genau den richtigen Druckpunkt bei den Knöpfen und ist zudem wireless, ein Feature auf das ich nie wieder verzichten möchte. Ich kann echt nicht glauben, dass Sony für die PS3 schon wieder das olle PS1-Pad recycled hat. Ich weiß, es hat seine Fans, aber…bäh.

Ding 4: Mein Gamertag von Xbox Live 1 war für Xbox Live 360 nicht gesichert.

Mit anderen Worten: Jemand anders heißt jetzt so wie ich mal hieß. Drecksmist, verdammter. Warum? Keine Ahnung. Doofe Idee, Microsoft. Ganz doofe Idee.

Ding 5: Der Xbox Support ist sehr freundlich, kann sich ohne Hilfe aber nicht mal die Schnürsenkel zubinden.

Insgesamt habe ich 45 Minuten mit denen telefoniert, bis man mir mitteilte, dass mein alter Name gar nicht gesichert wäre und das Übertragen meines Accounts wohl deshalb nicht funktioniert, weil inzwischen schon jemand anders so heißt wie ich mal hieß und ich dessen Kreditkartennummer und Adresse aus offensichtlichen Gründen nicht weiß, weswegen Xbox Live sich aus ebenfalls offensichtlichen Gründen darüber beschwert hat, dass die eingegebenen Daten nicht stimmen würden. Die Dame am Telefon war sehr nett, musste aber für jeden Satz den sie gesagt hat erstmal ca. fünf Minuten irgendwas nachlesen. Das Beste war dann, dass sie 10 Minuten lang einen schriftlichen Antrag ausfüllen musste, bis sie mein Problem eskalieren konnte. Meine Güte. Da ist noch Potential für Workflow-Optimierung, Microsoft. Witziges Detail: Sie waren total dankbar dafür, dass ich meine 360 auf Englisch gestellt hatte und ihnen die Fehlermeldungen auf Englisch vorlesen konnte.

Ding 6: Xbox Live Marketplace ist ein unfruchtbares Ödland

Da ist nichts. Aber auch wirklich gar nicht. Okay, es gibt einen Haufen von Demos, was zugegebenermaßen eine besonders coole Sache ist, wenn man die Konsole neu hat und mal ausprobieren will, was es so gibt. Aber an interessanten Spielen zum Kaufen gibt es fast nichts. Nintendo hat jetzt schon mehr Spiele auf der Virtual Console raus gebracht als Microsoft in dem Tempo jemals raus bringen wird. Klar, Microsoft ist eher auf neue Spiele aus und weniger auf Klassiker, was nicht nur besser zur der Konsole passt, sondern auch generell ganz lobenswert ist. Und solche neuen Spiele machen sich nicht von selbst, anders als Klassiker die quasi schon fertig rumliegen. Aber irgendwie kriegen sie es halt gar nicht gebacken. Schon komisch, dass sie als erster auf diesen Marketplace Zug aufgesprungen sind (ja den Zug quasi selber auf die Schienen gestellt haben) und das Ding dann so behandeln als würde man jedes Mal fiesen Fußpilz bekommen, wenn man was interessantes reinstellt. Das gilt übrigens nicht nur für Spiele, im Bereich der Videos sieht es noch düsterer aus. Das ist allerdings wohl ein deutsches (europäisches?) Problem. In den USA kann man sich da inzwischen einen Haufen von Filmen und Serien runterladen, während der komplette Inhalt hierzulande aus drei seit ca. einem Jahr abgelaufenen Trailern besteht. Super.

Ding 7: Die Xbox 360 ist eine Killerspielkonsole.

Echt. Gibt es irgendein interessantes Spiel für das System, indem man nicht auf Menschen schiesst? Ich finde das im richtigen Kontext ja nicht mal sonderlich schlimm, aber ein bisschen Abwechslung wäre schon nicht schlecht. Die Konsole bietet diverse Tom Clancys (so zwischen “ab 16″ und “keine Jugendfreigabe” angesiedelt), Gears of War (indiziert), Crackdown (bei Saturn nur aus dem Giftschrank zu haben), Dead Rising (indiziert), Lost Planet (ab 16), etc. Und das geht ja auch so weiter. Wer ernsthaft glaubt, dass Bioshock in Deutschland eine Jugendfreigabe bekommt, hat noch kein Video davon gesehen, in Assassin’s Creed spielt man einen Berufskiller und in Mass Effect werden die bösen Aliens sicher auch nicht so lange geknuddelt, bis sie das Universum wieder in Ruhe lassen. Ich bin froh, dass ich die 360 habe, aber mindestens ebenso froh, dass daneben eine Wii steht. Ihr wisst schon, wegen Manhunt 2 den ganzen bunten Spielen voll glücklicher Männchen mit großen runden Augen über dessen Köpfen Herzchen schweben. Außerdem gibt es ja noch Viva Pinata.

Ding 8: Perfect Dark Zero ist entsetzlich.

Wo wir gerade von Rare reden: um Himmels Willen! Wie in aller Welt kommt so ein grauseliges Spiel an eine Metacritic-Wertung von 81%? Akute Konsolenlaunchblindness? Intro bewertet, statt Spiel? Klar, Marc hatte mich gewarnt, aber ich hatte ja keine Ahnung. Was ein Glück, dass es eine Demo gibt. Nachher hätte ich noch jemand 5€ dafür gegeben, oder so.

45 Kommentare Autor: Richard
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Massive Aussichten, Teil 3: Midgard Online

Midgard Online

Eine neue Ausgabe, ein neues Lizenzprodukt, ein neues Fantasy-MMORPG: Midgard Online ist allerdings interessanterweise ein weitgehend deutsches Gewächs, auch wenn es den Nachnamen mit so vielen US-Produkten teilt (interessant, oder?). Grundlage ist das älteste deutsche Pen&Paper Rollenspiel gleichen Namens – minus dem Nachnamen – immer schon ein Garant für hochkomplexe, etwas umständliche Regeln und einer sehr liebevoll ausgearbeiteten Spielwelt, deren Länder erheblich stärker als z.B. Warhammer an reale Epochen und Kulturen unseres eigenen geliebten Heimatplaneten angelehnt sind. Midgard ist -tpyisch deutsch?- ordentlich und sorgfältig, aber auch etwas -tpyisch deutsch?- bieder, wenig originell und farblos – es gibt gute Gründe, warum es bei weitem nicht das beliebteste Papierrollenspiel in hiesigen Gefilden ist.

“Warum daraus ein MMORPG machen und für die Lizenz zahlen? Das ist doch genau wie alle anderen Fantasyschmonzetten, nur blasser, ohne überzeugendes grafisches Konzept und langweiliger”, werdet ihr sagen – und damit seid ihr sicherlich nicht allein. Eine sehr wahrscheinlich der Wahrheit nahekommende Hypothese ist, dass ein Entscheidungsträger bei Frogster/Onlinewelten selbst Pen&Paper Spieler ist, der bei der Frage nach einer MMORPG Lizenz – ich stelle mir das Meeting gerade bildlich vor – begeistert aufgesprungen ist und seinen Kreuzzug begann, sein Rollenspiel in die MMO-Welt zu bringen – “Ich kenne genau DIE Lizenz für uns. Das älteste deutsche…” usw usw. Der Rest der Runde nickt ergriffen. Der Anfang.

Und das ist der heutige Stand: www.midgard-online.com. Wenn man sich die schwachen – wenig originellen und etwas biederen – Konzeptskizzen und die liebevollen, scheinbar direkt aus dem Hintergrund – nicht aus dem MMO-Material – übernommenden Regionsbeschreibungen einmal genauer betrachtet, ist eines klar: Hier sind Überzeugungstäter am Werk. Schmerzlich klar wird aber auch, dass es wirklich gar nicht mal so einen guten Eindruck macht. (Konzept-)Grafisch höchstens amateurhaft, designerisch altbacken mit Ideen, deren Umsetzbarkeit meiner Ansicht nach definitiv ungesichert ist. Eine der besten Regeln für gutes Schreiben, gutes Coding, gutes Zeichnen, gutes Spieldesign ist immer noch “Kill Your Darlings”. So etwas wie “möglichst genaue Umsetzung der Regeln”. Seid ihr euch damit wirklich sicher, OW/Frogster? Wäre nicht “ein möglichst spassiges Spiel” auch ein sinnvolles Ziel?

MO ist eines der wenigen aktuellen MMO-Projekte, die in ihrer Realitätsferne, ihrem wohlgemeinten Idealismus und ihrem designerischen Scheuklappendenken an die Boomzeiten um 2000 erinnern. Leider. Mit den Jahren hat man so manches mutige MMO-Design kommen und gehen gesehen und entwickelt zumindest ein ungefähres Gefühl dafür, was funktionieren kann. Das deutsche Fantasy-MMORPG Midgard Online ist -so wie es sich aktuell darstellt – ein Paradebeispiel für einen peinlichen Megaflop … mit Ansage. Hoffentlich liege ich total falsch, das würde mich ernsthaft freuen.

32 Kommentare Autor: Denis
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Nicht ganz PC

Vor zwei Wochen habe ich etwas Tolles getan: ich habe einen iMac gekauft. Den ganz großen. 24″ voller Liebe. Und einem 2.33 GHz Core 2 Duo. Einer GeForce 7600 GT. Und 2 GB RAM.

Und ein paar Tage später habe ich etwas Schlimmes getan: ich habe per Boot Camp Windows darauf installiert. Weil so ein Gerät ja auch als Spielemaschine ganz interessant sein könnte. Und es für OSX so gut wie keine Spiele gibt. Hier also mein kleiner Erfahrungsbericht.

Um das Fazit vorweg zu nehmen: eine tolle Spielemaschine ist auch der aufgemotzte 24″ iMac nicht. Die Performance ist super, das per Dual-Boot-Option installierte Windows läuft stabil, die Spiele laufen ganz hervorragend. Woran liegt es also?

An meiner Liebe zu OS X. Meinen Spielekonsolen. Und an World of Warcraft. Alle drei haben mich nämlich verdorben.

So lange ich auch mit Windows gearbeitet habe, von OS X kann mich so schnell nichts mehr weg zerren. Ich war früher selber einer von denen, die die ganzen Apple-Freaks für eine seltsame, verschworene Sekte und Apple-Rechner für Spielzeug hielten. Wahrscheinlich muss man einfach eine Weile damit gearbeitet haben. Wahrscheinlich bedarf es erst dieser beinahe religiösen Erfahrung. Und wahrscheinlich sind wir — die Apple-Freaks — tatsächlich sowas wie eine Sekte. Wie es auch sein mag; während ich in OS X entspannt arbeiten kann, macht mich Windows nur noch nervös. Und manchmal auch aggressiv.

Das habe ich auch wieder gespürt, als ich nach der erfolgreichen Installation das erste Mal in mein frisches Windows reingebootet habe. Beim ersten Booten meines OS X wollte dieses erstmal ein Foto von mir machen. Hat nur noch gefehlt, dass es mir einen Strauß Blumen überreicht. Und Windows? Kein Dock, kein Spotlight, erstmal x Treiberupdates und zig Reboots, bis alles so war, wie es sein sollte. Yay.

Dann das erste Spiel installiert. Battlefield 2142, mit dem ich neulich irgendwie Mitleid hatte, aber das ist ein anderer Antigames-Artikel. InstallShield. Patch downloaden (was überraschend schnell ging und nicht mal die Suche nach einem funktionierenden Mirror von mir verlangte — cool) und installieren. Ewig in den Settings rumdoktorn. Dem Shader-Berechnungs-Balken zuschauen. Die Settings nochmal hochschrauben. Dem Shader-Berechnungs-Balken nochmal zuschauen. Auf einmal vermisste ich nicht mehr OS X, sondern meine Konsolen. Die sind toll. DVD rein und fertig. Alles andere langweilt mich inzwischen sehr.

Dann verspürte ich den Drang, doch wieder World of Warcraft zu spielen. Irgendwie braucht man eigentlich keine anderen Spiele neben WoW. Und das gibt’s auch für OS X. Also zurück in mein Lieblingsbetriebssystem, wo WoW übrigens fantastisch läuft. Ich kann es sogar blitzschnell zwischen dem pompösen 1920×1200-Vollbild-Modus und dem Fenstermodus hin- und herschalten, während nebenher noch lauter anderer Kram läuft. Windows swapped sich da bei mir erstmal einen ab und bleibt manchmal einfach komplett stehen.

Einziger Haken: der aufgemotzte iMac — und tatsächlich nur der aufgemotzte; der mit der 7600 GT — unterstützt in OS X ausgerechnet kein Antialiasing. Worunter gerade World of Warcraft arg leidet. Scheiße! Laut Blizzard liegt das an mangelhaften nVidia-Treibern für OS X. Angeblich soll das mit Leopard, der nächsten Version von OS X, die irgendwann im Sommer kommen soll, behoben sein. Warten wir’s ab.

Und dann ist da die Sache mit den 1920×1200 Pixeln. Ist natürlich eine geile Auflösung. Aber um Spiele in nativer Auflösung laufen zu lassen, reicht auch eine GeForce 7600 GT mit 256 MB RAM einfach nicht aus. Weshalb man die meisten — WoW ist da zum Glück eine Ausnahme, aber ich habe ja auch noch kein Antialiasing angeschaltet — auf eine niedrigere Auflösung runterschrauben muss, damit sie flüssig laufen. Und nicht-native Auflösungen auf TFTs, naja… ihr wisst, worauf ich hinaus will.

Der iMac ist geil. Mal abgesehen von der superen Performance und dem schicken Look hat das Ding einen Haufen Goodies wie WLAN, Bluetooth und Firewire direkt eingebaut. Außerdem läuft OS X darauf! Es handelt sich um einen tollen, kompakten Alleskönner. Nur eine echte Spielemaschine ist er immer noch nicht. Denn wer will schon in Windows reinbooten?

Insgeheim hoffe ich darauf, dass die jüngsten Erfolge des Macs die Publisher dazu bringen werden, OS X als Spieleplattform ernster zu nehmen. Dann fällt mir aber ein, dass der PC-Spiele-Markt irgendwie einem Zombie gleicht: er läuft noch herum, aber alle wissen bereits, dass er tot ist. Und auf einmal ist es mir egal, denn spielen kann ich auch auf den Konsolen.

Jetzt muss mich nur noch jemand davon abhalten, aus Konsumgeilheit trotzdem einen neuen Spiele-PC zu ordern. Seufz!

55 Kommentare Autor: Hendrik
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Wo Logo, Wii?

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Meine Wii ist mir immer noch sehr sympathisch. Im Moment bereitet sie mir z.B. mit ExciteTruck überraschend viel Freude. Aber auch jenseits davon habe ich sie einfach gerne. Unter anderem sieht sie einfach schick aus, besonders wenn das blaue Licht leuchtet (für das ich mir übrigens immer noch einen Anschaltknopf irgendwo in den Optionen wünsche). Mit der Wii und dem DS Lite sind Nintendo endlich mal Konsolen geglückt, die man nicht unbedingt vor seinen Besuchern verstecken möchte.

Klar, das Design ist mehr oder weniger von Apple abgeguckt, aber was soll’s. Besser von den Experten klauen, als es schlecht selber zu machen. Nach den diversen Designdesastern der jüngeren Vergangenheiten (Xbox 1, PS2, Original-DS) und auch der nicht so jungen Vergangenheit (PS3) ist es gut zu wissen, dass auch die Videospielbranche hin und wieder dazu in der Lage ist, gutes Industriedesign abzuliefern.

Das gilt im übrigen auch für das Hauptmenü der Wii. Ich finde die Channels zwar ein wenig albern, aber trotzdem. Die Wii Menüs sehen nicht nur schick aus, sie sie funktionieren auch prima und klingen sogar gut!

Eine ganz wichtige Sache fehlt der Wii aber. Nämlich ein vernünftiges Startup-Logo. Wenn ich eine Konsole anschalte, dann will ich gefälligst, dass das da eine schicke Animation mit ein bisschen Gebimmel abgespielt wird. Klar, gar keine Animation ist immer noch besser als das ensetzliche Video, mit dem Xbox immer startet und dessen Geräuschkulisse anscheinend aus diversen Darmgeräuschen zusammengesetzt wurde. Andererseits hat gerade Nintendo hat mit dem Cube doch vorgemacht, wie man eine coole und sympathische Start-Animation hinbekommt.

Warum sie darauf bei der Wii verzichtet haben, ist mir nicht ganz klar. Das DS (Lite) hat ja auch noch eine. Für mich gehört so was irgendwie zur Identität einer Konsole dazu. Noch wichtiger, es hat geradezu Tradition.

Das allerschlimmste ist aber, dass man beim Start der Wii nicht nur auf eine Animation verzichten muss, sondern dass diese mit einer blöden Gesundheitswarnung ersetzt wurde.

“Videospielen könnte ihren Kopf zum Explodieren bringen. Drücken Sie bitte A um dies zu bestätigen.”

Na vielen Dank, Nintendo. Anstatt uns mit einem schnuckeligen Logo aufzumuntern, kriegen wir erstmal so einen Downer präsentiert. Echt, eeines Tages werden wir morgens von unseren Betten informiert, dass das Leben voller Enttäuschungen ist, und gefragt ob wir nicht lieber liegen bleiben wollen. Wenn wir das verneinen, werden wir dann digital unterschreiben wir müssen, dass wir trotz ausführlicher Warnungen und sowohl völlig freiwillig als auch im Vollbesitze unserer geistigen Fähigkeiten trotzdem aufstehen wollen.

Diese Attitude ist nicht sehr…Nintendo, zumal andere Konsolen ja auch auf diesen Unsinn verzichten. Klar, bei der 360 ist die Wahrscheinlichkeit beim Tennisspielen von der deiner Freundin eine Wiimote ins Gesicht geknallt zu bekommen deutlich geringer als auf der Wii, aber andererseits hat ja auch das DS so eine Gesundheitswarnung. Wofür? Keine Ahnung. Ich habe die nie gelesen.

Immerhin hat das DS noch den Anstand uns mit einer Animation von der deprimierenden Warnung abzulenken. Ba-da-bing!

Also Nintendo, hier sind meine Forderungen für das nächste System-Update: Erstens, ein schickes Start-Logo. Zweitens, einen Knopf um die blaue Lampe permanent einzuschalten. Drittens, weniger Warnungen vor der großen bösen Welt. Wenn ihr gehorcht, dann verspreche ich auch mir das eine oder ander überteuerte VC-Spiel zu holen. Vielleicht Pilotwings 64?

Obwohl, ich schätze das wäre wiederum eine Forderung für sich.

54 Kommentare Autor: Richard
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