Archiv für April, 2007

Ich habe was gekauft?!?

Donnerstag, April 26th, 2007

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Es ist schon seltsam, was man manchmal in der Einkaufstasche findet, wenn man nach Hause kommt. Also ich gestern Abend die Tasche ausgepackt habe, sah das ungefähr so aus:

  • neue Hose
  • zwei paar Socken
  • Paprika
  • Zwiebeln
  • Butter
  • Batterien
  • The Lord of the Rings Online: Shadows of Angmar™

Moment, was? The Lord of the Rings Online? Wann habe ich das denn gekauft? Ich schätze nach den Batterien, denn die habe ich bei Saturn geholt. Oh je. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm? Immerhin hat Eurogamer dem Spiel 9/10 gegeben! Da muss es ja quasi großartig sein.

Jedenfalls muss ich mich jetzt mit der Tatsache abfinden, dass ich habe mir The Lord of the Rings Online gekauft habe. Sagt mir in den Kommentaren ruhig wie doof ich bin. Währenddessen erzähle ich euch, wie es bisher so ist. Also zumindest wenn es gerade nicht abstürzt ist.

Und, fragt ihr mich jetzt, ist es 9-von-10-Punkten-großartig? Tja, sage ich da, ich weiß noch nicht so recht. Es stürzt halt ständig ab! Bis jetzt ist es eigentlich ganz nett, aber sicher keine OMG9/10BUYZ0RZNOWZ!!1-Empfehlung. Schauen wir uns das mal im Detail an.

Nicht so nett:

Die Grafik. Nicht hässlich oder so, aber es fehlt das gewisse Etwas. Visuell hat man sich stark am Film orientiert, man darf also keine eigenständige kreative Vision von Mittel-Erde erwarten. Kommerziell ist das sicher die richtige Wahl, aber es ist schon enttäuschend wenn das Intro mehr oder weniger auch für irgendein Add-on zu Battle for Middle-Earth geeignet wäre. Insgesamt ist der Look des Spiels etwas stilisierter und Comic-hafter als die diversen Spiele zum Film von EA, geht dabei aber nicht so weit, wie zum Beispiel WoW. Unschön ist das missglückte LoD-System mit ordentlich viel Pop-up und seltsam durchsichtigen Bäumen in der Distanz. Das hat Guild Wars schon vor längerer Zeit deutlich besser hinbekommen.

Das Interface. Deutlich besser als das desaströse Interface von Dungeons & Dragons Online, aber das Spiel muss sich in der Hinsicht trotzdem beschämt vor WoW und Guild Wars verstecken. Alles wirkt irgendwie klein und futzelig, die Icons sind nicht sehr eindeutig und generell ist es anstrengend für die Augen.

Habe ich schon erwähnt, dass es sich ständig aufhängt?

Nett:

Bisher kein Grind. Ja, es gab schon eine Quest der Marke “Bring 5 Wölfe um”, aber es waren eben nur fünf, nicht 20 und die Drop-Rate von Wildschweinfleisch war bisher 100%. Fast so, als hätte jedes Tier welches dabei. Haben die denn von WoW nicht gelernt, dass statistisch gesehen nur jedes fünfte Wildschwein aus Fleisch gemacht ist? Natürlich kann sich das noch ändern. Wer weiß, vielleicht werde ich heute Abend gebeten solange Orcs zu farmen bis irgendwann mal ein magisches Gebimmel aus einem raus fällt, aber bisher ist das Spiel in der Hinsicht sehr schmerzfrei. Schmerzfrei ist gut!

Deeds und Titles. Neben den üblichen Leveln kann man sich in LOTRO auch noch sogenannte “Titles” verdienen, indem man gewisse Taten vollbringt. Diese Titel kann man sich dann hinter den Namen kleben, so dass sie alle sehen können. So ein bisschen wie es das auch in Guild Wars gibt, nur wesentlich besser. Der erste Titel kommt umsonst und gibt die Herkunft an. Da wäre man also zum Beispiel “Blah-blah of Gondor”. Die restlichen Titel muss man sich verdienen, zum Beispiel durch das Erreichen von Level 5 ohne zu sterben “Blah-blah the Wary” oder durch das erledigen von Quests in einer bestimmten Gegend (”Honorary Sherrif”). Coole Sache eigentlich, weil man dadurch neben dem Erledigen von Quests und dem Erreichen von Leveln noch auf weitere Ziele hinarbeiten kann, zumal man durch die Titles auch zusätzliche Fähigkeiten erwerben kann.

So, ich gehe jetzt nach Hause und schaue mal, ob ein neuer Grafiktreiber die Absturzprobleme behebt. Und ich könnt mich dafür auslachen, dass ich es gekauft habe. Viel Spaß.

Da war doch noch was…

Montag, April 23rd, 2007

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Ich muss noch was zu Play Vanilla schreiben. Hatte ich ja versprochen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn irgendwie bringt sie mein Blut nicht so Recht in Wallung. Weder auf die positive, noch auf die negative Art und Weise. Ja, das ganze Heft ist etwas bemüht, unter anderem mit seinen Interviews von irgendwelchen Viva-Moderations-Sternchen, von denen die meisten anscheinend so gut wie gar nicht spielen, für das Interview aber mal brav so tun als ob. Gewisse Fotos bei denen sich besagte Sternchen dann lasziv eine PSP in den Ausschnitt stecken, wirken fast so als wären sie aus dem Sony-Pressearchiv gekramt und nicht extra für eine Frauenzeitschrift aufgenommen worden.

Apropos Pressearchiv, einige Artikel kommen sehr stark wie Werbung rüber und nicht wie echter redaktioneller Inhalt. Das “Interview” mit Regina Hallmich zu “ihrem” Box-Manager hätte so auch von Ataris Pressestelle formuliert werden können. Wenn es nicht gar von Ataris Pressestelle formuliert wurde.

Insgesamt würde ich mich als Frau nicht so ganz ernst genommen fühlen. Man hätte vielleicht ein paar interessantere Frauen zu ihrem Hobby befragen können, als Viva-Tussi Collien Fernandenz und “Rockgöre” Liza Li. Inhaltlich ist das alles sehr, sehr seicht. Von den unglaublich oberflächlichen Spielekritiken (die immerhin völlig frei irgendwelchem Wertungskasten-Bullshit sind) bis hin zu Aussagen die implizieren, dass Spiele bei denen man mehr als zwei Knöpfe drücken muss, ja für Frauen eher nichts wären.

Zwei von zwei befragten Frauen (beide attraktiv und intelligent) fühlten sich von der Zeitschrift aber zumindest nicht aktiv beleidigt und beide verbrachten viel Zeit auf den Seiten mit den Accessoires. Zumindest in der Hinsicht hat man also die Zielgruppe korrekt erfasst. Auch die Bravo-Foto-Lovestory mit einer Dreiecksbeziehung zwischen ihr, ihm und einer PS3 ist so schlecht, dass sie schon wieder gut ist und führte bei den Testpersonen zu großer Erheiterung.

Am Ende gebe ich dem Blatt nicht mehr als sechs Monate (vor allem wenn man weiter so viele Werbebeiträge als redaktionellen Inhalt verkauft), aber ich hätte auch nichts dagegen, falls es sich wider Erwartung doch etablieren kann. Wenn ich die Wahl hätte in der Öffentlichkeit eine Play Vanilla oder eine Gamestar zu lesen, würde ich mich mit der Play Vanilla jedenfalls deutlich weniger schämen.

Mal schauen wie sich die Sache entwickelt.

“Rampage”

Montag, April 16th, 2007

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Neues School Shooting in USA. Diesmal an einer Uni. 31 Tote, inklusive dem Täter. Irgendwie schwer vorstellbar, besonders wenn man selbst erst vor ein paar Stunden noch in einem Hörsaal gestanden hat.

Noch weiß man nichts Genaues. Der Kampf um die Nominierungen zur Presidentschaftswahl 2008 ist allerdings schon in vollem Gange, somit ist ein Instrumentalisierung dieses traurigen Vorfalls so gut wie garantiert. Die ersten Kandidaten haben schon reagiert. Mal abwarten. Ob die Videospiele ins Gespräch kommen werden oder nicht, es ist kaum damit zu rechnen, dass mit dieser Tragödie würdevoll umgegangen wird.

Update: Und es geht los. [1] [2]

Update: Angriff der üblichen Verdächtigen! Mal sehen was Herr Pfeiffer und seine Gesellen noch so alles an Kapital aus den 32 Leichen rauskratzen werden. Ob der Täter überhaupt Videospiele gespielt hat, ist natürlich noch völlig unklar, aber was stören solche unwichtigen Details. (Da er College-Student war, ist es natürlich sehr wahrscheinlich, dass er sie gespielt hat. Genauso wie fast alle sein Opfer sie gespielt haben werden.)

Um Himmels Willen

Donnerstag, April 12th, 2007

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Auf eurogamer.de versucht Jan Schneider gerade, sich über das christliche Adventure Heaven lustig zu machen. Dabei wird klar: Er hält nicht viel von Religion. In der Hinsicht sind wir uns durchaus einig. Nicht einig sind wir uns darin, dass Heaven wirklich Spott und Häme verdient hat.

Bei Heaven handelt es sich um ein Adventure im 360°-Renderstil mit christlich-religiösem Hintergrund. Einen Trailer gibt es auf der offiziellen Webseite, ein paar Screenshots findet ihr bei justadventure.com.

Ganz ehrlich: der Trailer ist gar nicht so schlecht. Ja, die Verwendung von Hans Zimmers Score aus The Lion King ist etwas komisch und die Charaktere wirken ein wenig steif. Aber generell sieht das doch ganz nett aus. Das gilt auch für die Screenshots, gerade für die Verhältnisse des Adventure-Genres, das ja nicht gerade mit Entwicklungsbudgets in Ubisoft-Clancy-Spiel-Größe gesegnet ist.

Tatsächlich hat Entwickler Genesis Works einige Leute mit an Bord, die man durchaus ernst nehmen muss. Dabei ist insbesondere Stephan Martiniere zu nennen, der drei Jahre lang Visual Art Director bei Cyan war. Das ist ein Studio welches im visuellen Bereich immer Maßsstäbe für die Branche gesetzt hat.

Nicht das Heaven absolut großartig aussehen würde. Der Himmel hat anscheinend viele Palmen, überall Swimming Pools, alle sind weiß angezogen und die weiblichen Engel (falls es denn Engel sein soll) tragen so fette Paris-Hilton-”They bought me all these iceies”-Diamantketten um den Hals.

Kurz gesagt, Genesis Works Vision des Himmels liegt so irgendwo zwischen teurem Kreuzfahrtschiff und einem Disney Ride und ist ohne Frage ein bisschen naiv-trivial. Aber das gilt so ziemlich für jede Videospiel. Gears of War ist auch naiv-trivial und weder Command & Conquer noch Mario glänzen mit sonderlich feinsinnig ausgearbeiteten Welten. Kurz: Das Spiel sieht soweit in keinster Weise schlechter aus, als die meisten anderen Adventures die zurzeit produziert werden.

Wieso also die Häme? Mangels kritikwürdigen Elementen im Spiel stürzt Herr Schneider sich auf die offizielle Webseite des Entwicklers. Er zitiert von dort folgenden Satz:

Jesus is our Saviour, Healer, and Guide. We give God the full glory for our lives and impact we can have on others around us.

Jans Kommentar dazu ist: “Autsch”. Autsch? Wieso Autsch? Ja, sie sind religiös. Darüber mögen wir den Kopf schütteln, aber das ist verdammt nochmal ihr Recht. Wenn man ein Christ ist, dann ist Jesus eben der Heiland und man sollte sein Leben auf Gott ausrichten. Dürfen die das jetzt nicht mehr sagen, nur weil wir das seltsam finden? Noch ein Zitat:

Whenever we get a chance, we like to spread the experience.

Aus Gründen die mir nicht ganz klar sind, liest Jan da heraus, dass die Entwickler des Spiels gerne afrikanische Kinder prügeln. Hallooo? Jemand zu hause, McSchneider? Das ist echt völlig daneben.

Wenn Videospiele langfristig relevant bleiben sollen, dann muss man mit ihnen auch eine Message rüberbringen dürfen. Je mehr Leute genau das machen, desto schwerer fällt es übrigens auch Politikern mit näherrückenden Wahlterminen, Videospiele als Sündenbock für alles Übel unserer Gesellschaft zu missbrauchen. Andersrum fällt es Organisationen wie dem Deutschen Kulturrat um so leichter Videospielen Rückendeckung zu geben.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die Aussage solcher Spiele nicht kritisiert werden dürfen. Im Gegenteil, dafür wäre ich dankbar. Selbst wenn ein Spiele heutezutage mal eine Aussage hat, dann wird sie ja im Allgemeinen geflissentlich ignoriert, denn eine intelligenter inhaltlicher Diskurs passt halt nicht in einen Wertungskasten.

Man darf auch gerne religiöse Spiele dafür kritisieren, dass sie einen Inhalt transportieren, den man für fragwürdig hält. Ich selbst habe das mit Left Behind, einem Spiel in dem Ungläubige wie Jan und ich mit einer Kugel in den Kopf aus dem Weg geräumt werden, ausführlich gemacht.

Aber Jan kritisiert nicht den Inhalt des Spiels, denn er kennt den Inhalt des Spiels ja noch gar nicht. Wir wissen schließlich fast nichts über Heaven, außer dass es irgendwie christlich ist und wohl zum Teil im Himmel spielt. Aber das ist Jan anscheinend schon viel. Er hält es wohl schon für unverschämt, wenn es jemand mal wagt eine andere Weltsicht als die Schneidersche zu vertreten.

Peinlich.

Jetzt im Handel (außer im Handel)

Dienstag, April 10th, 2007

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Liebe Leute von Play Vanilla, auf eurer Webseite steht “Jetzt im Handel”. In eurer Fernsehwerbung auf MTV heisst es sogar noch eine Stufe euphorischer “Jetzt überall im Handel!”.

Das kann ich so nicht bestätigen.

Beim Kiosk um die Ecke gibt es das Heft zum Beispiel nicht. Bei Kaufhof übrigens auch nicht. Beim Supermarkt? Fehlanzeige. Und ja, ich habe auch bei den Frauenzeitschriften geschaut. Selbst direkt neben der Joy, die ihr ja als Probelaufsträgermedium genutzt habt, war eure Zeitschrift nicht zu finden. Auch im Drogeriemarkt, der bei weitem die größte Auswahl an Frauenzeitschriften zu bieten hat, war das Heft nicht aufzutreiben. Also bin ich zum Bahnhof gelaufen. Da findet man ja immer alles. (Und ich meine alles, wenn ihr wisst was ich meine.)

Ergebnis? Ich habe mal wieder zu viel Geld für eine Ausgabe von Top Gear auf den Tisch gelegt und ich habe herausgefunden, dass im Keller vom Bahnhof jetzt große Plastikdinosaurier stehen. Eine Play Vanilla hingegen war nicht aufzutreiben. In keinem der beiden Zeitschriftenläden. Selbst die Dinosaurier konnten mir da nicht weiterhelfen.

Irgendwas habt ihr da missverstanden, liebe Vanillanauten. Entweder “jetzt” oder “überall” oder möglicherweise “Handel”. “Jetzt überall im Handel” heisst im normalen Sprachgebrauch nicht “wir haben mal drei Stück gedruckt und schauen ob jemand bei uns vorbei schaut und die Dinger will”.

Ich würde euer Heft echt ganz gerne mal lesen. Schlechter als die PC Action kann es auch nicht sein. Aber so wird das nichts.

Ich frage euch nur einmal…

Sonntag, April 8th, 2007

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Mir ist gerade aufgefallen, dass einige von euch möglicherweise noch nicht im Besitz eines Guitar Hero Spiels sind. Diesen Leute möchte mal kurz eine Frage stellen.

Habt ihr eigentlich einen an der Waffel?

Ernst gemeinte Frage. Ich will euch nicht beleidigen, oder so. Ich möchte wirklich wissen was eure major malfunction ist, Numbnuts! Woran liegt es? Metacritic Score in den 90ern für euch nicht hoch genug für euch? Zu cool für eine Plastikgitarre? Keine PS2? Keine 360? Nicht genug Headshots und Exlosionen? Mangel an Kettenbikinibabes? Keine Arme? Gehirn zu klein? Seele verkauft? PC Action-Abonnent?

Oder könnt ihr einfach Videospiele nicht ausstehen?

Vielleicht gehört ihr zu den Leuten, die ihre Kinder immer anschreien sie sollen den “verdammtem Krach” ausmachen? Vielleicht hasst ihr Musik. Und Spaß. Und Freude, Sonnenlicht und alles was schön ist auf dieser Welt?

WAS IN ALLER WELT IST LOS MIT EUCH?!?

Du.

Ja genau. Du. Ich schaue dich an. Warum hast du noch kein Guitar Hero? Rechtfertige dich in den Kommentaren.

Sofort.

Aus alt mach HD

Mittwoch, April 4th, 2007

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Erinnert sich noch jemand an Dragon’s Lair? So wie ich unsere Leser kenne lautet die Antwort wahrscheinlich zu 90% “aber klar”. Genauer gesagt hätte ich fragen sollen ob sich noch jemand daran erinnert, wie entsetzlich schlecht Dragon’s Lair war. Das Ergebnis wäre aber wohl ähnlich ausgefallen. Für die beiden Jungspunde im Publikum: Dragon’s Lair, ebenso wie die direkt Fortsetzung und das Weltraum-Abenteuer Space Ace, waren frühe Versuche im Genre der interaktiven Filme. Von Laserdisc wurde ein Trickfilm abgespult, und der Spieler drückte im richtigen Moment die richtige Taste, um nicht schon wieder einen grässlichen Tod zu sterben.

Das lief dann in etwa so ab: Dirk the Daring steht in einem Gang. Eine Fallgrube öffnet sich unter ihm. Bitte Münze nachwerfen. Zweiter Versuch: Dirk the Daring steht in einem Gang. Der Spieler drückt nach links. Eine Fallgrube öffnet sich unter ihm. Bitte Münze nachwerfen. Versuche drei bis fünf: Der Spieler probiert alle möglichen Richtungen aus und findet durch Zufall die richtige. In einer kurzen Filmsequenz hüpft Dirk über die Grube. Sofort erscheint die nächste Todesfalle und der “Spass” geht von vorne los. Ausserdem gab es da noch extrem primitive Minispiele, die zumindest auf dem C64 ziemlich frustrierend ausfielen.

Der einzige, und ich meine der wirklich einzige Grund, weswegen die Leute damals vor dem Automaten Schlange standen, war die absolut bombastische Grafik. Kein Wunder, das Spiel wurde ja schliesslich komplett von einem Riesendatenträger abgespult. Daher wundert es etwas, dass Digital Leisure für diese “completely arcade authentic HD version” auf dem PC nicht nur unverschämte $50 verlangen, sondern das Spiel Machwerk und seine Ableger demnächst auch noch auf der PS3 veröffentlichen wollen. Ich gehe davon aus, dass sich Don Bluth und seine Spiessgesellen im Audiokommentar wortreich für Dragon’s Lair entschuldigen.

Abenteuer 2.0

Sonntag, April 1st, 2007

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Achtung: Dieser Beitrag enthält keinen einzigen Aprilscherz. Versprochen. Wir sind uns für diesen Unsinn zu schade und ihr seid sowieso nicht doof genug, um auf so was reinzufallen. Also sparen wir uns das einfach. Ende der Durchsage.

Ich habe in meinem Leben schon so einige Abenteuer erlebt. Zum Beispiel habe ich Atlantis entdeckt. Gleich mehrfach! Ich habe, Lichtschwert in der Hand, die Galaxis von der Tyrannei befreit. Ich habe mich mit der Yakuza angelegt und Armeen von Untoten bekämpft. Ich habe mehr Ferrari Enzos geschrottet als Stefan Eriksson. Ich habe mehr geheime Untergrundlabors infiltriert als James Bond. Ich war Deutschland. Ich war Canada.

Ich war Fußballweltmeister.

Ich war ein Rockstar und ein Rennfahrer. Ich war ein blauer Igel, ich war ein roter Klempner und die Prinzessin hat mir einen Kuchen gebacken. Ich war ein Pirat. Ich war ein Ninja. Ich war der Prinz von Persien und der König der Welt.

King Kong had nothing on me.

Ich habe von den Reichen gestohlen und den Armen gegeben. Kein Gefängnis der Welt hat mich halten können. Ich bin durch die Zeit gereist und von Dinosaurier gejagt worden. Ich habe Kolosse erklommen und sie auf die Knie gezwungen. Ich war der Schnellste. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Ich war ein Psychonaut.

Alles in allem nicht schlecht, für jemanden der noch nicht mal 30 ist. Es gibt da nur ein kleines Problem. Das war alles nicht echt. Diese Abenteuer (und noch viele andere) habe ich nur in meinem Kopf erlebt, und zwar mit Hilfe des einen oder anderen Videospiels.

Das ist schon okay. Ich bin ganz froh, dass ich nicht wirklich der Prinz von Persien bin. Das Problem mit der Staatsverschuldung soll mal jemand anders lösen. Ich bin auch ganz froh, dass ich nicht wirklich diverse Dutzend Enzos geschrottet habe. Diese Blamage überlasse ich lieber zweitklassigen schwedischen Kriminellen und drittklassigen amerikanischen Schauspielern. Auch mein sauberes polizeiliches Führungszeugnis hat sich schon als nützlich erwiesen. Nur damit ist es möglich, dass ich jeden Monat eine kleine aber feine Summe euer Steuergelder überwiesen bekomme.

Trotzdem, so ein bisschen echtes Abenteuer, das wäre schon reizvoll, oder? Und genau das werde ich jetzt mal probieren.

Am 21. Juli werde ich mich mit meinem Freund Martin in London in ein Schrottauto setzen und versuchen damit in die Mongolei zu fahren.

Wir nehmen an der Mongol Rally 2007 teil, einer Ausdauerrallye von London nach Ulan Bator. Die Teilnehmer der Rallye müssen in einem alten Auto mit maximal einem Liter Hubraum eine Strecke von 13.000 Kilometern zurücklegen, um schließlich in der Mongolei anzukommen. Die Route führt über einige der schlechtesten Straßen der Welt, über diverse Gebirgszüge und durch mehrere Wüsten. Dabei sind wir komplett auf uns eine alleine gestellt. Es gibt keine Begleitfahrzeuge, keine Checkpoints und kein Garantien.

Ja, wir haben potentiell einen an der Waffel.

Ausführliche Details zur Rallye findet ihr auf der offiziellen Homepage unter www.mongolrally.com. Wer unser Abenteuer verfolgen will, der sollte regelmäßig unser Blog unter www.mongolrally.de verfolgen. Dort gibt es genauere Details zu uns, unserer Route, unserem Auto (sobald wir denn eins haben) und zu den ganzen anderen Dingen die wir dringend machen müssen, bevor es los geht. (Habt ihr schon mal ein Visa-Formular für Usbekistan ausgefüllt? Großer Spaß.)

Wir hoffen ehrlich gesagt auch ein bisschen auf eure Unterstützung. Diese Unterstützung kann verschiedene Formen annehmen:

a) Lest unser Blog und drückt uns die Daumen. Wenn unterwegs nichts schief geht, ist es zwar kein richtiges Abenteuer, aber es muss ja auch nicht alles schief gehen. Außerdem wäre es natürlich nett, wenn wir es wirklich bis nach Ulan Bator schaffen würden. Die Chancen stehen wohl so bei 50%.

b) Besorgt uns Sponsoren. Kennt ihr vielleicht jemanden der Lust hätte, uns ein bisschen Ausrüstung zu spendieren? Oder hättet ihr selber Lust? Wir brauchen noch so ziemlich alles, von Zelten bis zu Ersatzteilen. Auf dem Auto ist auch noch ausreichend Platz für Firmenlogos, also worauf wartet ihr?

c) Spendet Geld für einen guten Zweck. Es geht bei der Mongol Rally nicht nur um Abenteuer, sondern auch um einen guten Zweck. Jedes Team muss mindestens 1000 Pfund an Spenden sammeln. Hiermit halte ich offiziell meine Hand auf. Es muss nicht viel sein, jeder Euro hilft. Mehr Details dazu gibt es auf unserer Homepage.

d) Ich brauche gute Ratschläge, welche Spiele ich fürs DS mitnehmen soll. Wir werden die meiste Zeit im Auto verbringen und die Reise dürfte mindestens drei Wochen dauern. Diese drei Wochen werden nicht immer voller Action und Abenteuer sein, und wenn ich gerade nicht fahre brauche ich etwas, um mich beschäftigt zu halten. Das klingt fast wie der richtige Zeitpunkt für das eine oder andere Rollenspiel. Gibt es da inzwischen etwas brauchbares für den DS?

Also, sucht euch eine oder mehrere dieser Optionen aus und helft uns. Wir können das gut gebrauchten, denn kaum jemand ist weniger geeignet 13.000 Kilometer voller Abenteuer zu überstehen, als zwei Diplom-Informatiker.