
Neues School Shooting in USA. Diesmal an einer Uni. 31 Tote, inklusive dem Täter. Irgendwie schwer vorstellbar, besonders wenn man selbst erst vor ein paar Stunden noch in einem Hörsaal gestanden hat.
Noch weiß man nichts Genaues. Der Kampf um die Nominierungen zur Presidentschaftswahl 2008 ist allerdings schon in vollem Gange, somit ist ein Instrumentalisierung dieses traurigen Vorfalls so gut wie garantiert. Die ersten Kandidaten haben schon reagiert. Mal abwarten. Ob die Videospiele ins Gespräch kommen werden oder nicht, es ist kaum damit zu rechnen, dass mit dieser Tragödie würdevoll umgegangen wird.
Update: Und es geht los. [1] [2]
Update: Angriff der üblichen Verdächtigen! Mal sehen was Herr Pfeiffer und seine Gesellen noch so alles an Kapital aus den 32 Leichen rauskratzen werden. Ob der Täter überhaupt Videospiele gespielt hat, ist natürlich noch völlig unklar, aber was stören solche unwichtigen Details. (Da er College-Student war, ist es natürlich sehr wahrscheinlich, dass er sie gespielt hat. Genauso wie fast alle sein Opfer sie gespielt haben werden.)
:-(
Da fällt mir nichts zu ein. Einfach schrecklich.
Es ist schrecklich. Viel schrecklicher find ich mich selbst, weil das Erste was mir durch den Kopf ging: “Wie wird das ‘unsere’ Videospielwelt beeinflussen?”.
Diesen ganzen quälenden Prozess, dass wohl wieder nur das eine, unser, Hobby daran Schuld sein wird, macht mich fertig.
Die Tragödie rückt dabei in den Hintergrund und deshalb finde ich mich gerade schlecht, verdammt schlecht.
Ist schon schlimm, wenn 31 Leute tot sind und man selber irgendwie sofort an Videospiele denken muss. Nur: Das tun wir ja nicht ohne Grund. Schließlich sehen gewisse Politiker in solchen Moment immer leicht gewonnene Wählerstimmen und schlagen sofort zu. Beim letzten Amoklauf hier, hatte die “Killerspiel”-Debatte angefangen, bevor überhaupt klar war, was genau passiert. Ich hoffe es läuft hier anders.
Ich habs im TV gesehen und als allererstes gedacht: “Puh. Glücklicherweise nicht in Deutschland.”
Schon pervers, wie man nach jahrelanger “Killerspiel”-”Debatte” so denkt…
Cool, ich bin dann ja noch relativ “normal” – Killerspiele kamen mir nu überhaupt nich in den Sinn. Mein erster Gedanke war erstmal “Oh, diesmal ne’ Uni…”
Das Video dazu ist ziemlich heftig… da wo man die Schüsse hört.
Und so wie ich das verstanden habe, wurden am morgen schon 1 od. 2 Leute erschossen – und die Uni-Leitung wußte davon, hat aber den Unterricht weitergehen lassen.
es ist nun mal in den usa nicht weiter ungewöhnlich wenn in der nachbarschaft ein feuergefecht stattfindet, in einem kann man sich jedenfalls sicher sein, bevor waffengesetze verschärft werden stürzt man sich lieber auf computerspiele, wenn der *stereotype on* täter wirklich asiate war wird sich auf seinem pc sicher was finden lassen. *stereotype off*
World of Warcraft und eine Menge Gold? D:
Ich habs grad auch gesehen in den SAT1 News. Ich hab traurigerweise auch sofort gedacht” Bestimmt wieder die Killerspiele”. Wie auch immer, was ich an Infos gehört hab, war er Chienese, insgesamt 33 gestorben, und seine Freundin war eine der Opfer und die hatten Streit. Außerdem, wenn ich richtig verstanden hab, war er noch nicht so lange in den USA… aber wegen einer Freundin Amok Lauf? Da denk ich doch eher andere Einflüsse. Vielleicht war der ja, obwohl er neu war, auch an der Uni. Achja, und natürlich hat er GTA gespielt!!!
Sehr geschmackvoll sind übrigens auch die Überschriften bei CNN, voller Wörter wie “Rampage” und “Slaughter”.
Naja, wenn 33 Menschen sterben und etwa noch mal soviel verletzt werden ist die Wortwahl ziemlich eingeschränkt.
Schätzungsweise wird es nicht mehr lange dauern, bis die üblichen Verdächtigen (Beckstein, Schünemann und Pfeiffer) sich zu Wort melden werden.
Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Vielleicht wenn sich da drüben jemand auf Videospiele einschießt.
Und “Students Slaughtered” ist reißerisch und würdelos. Ein seriöser Journalist hätte “32 Dead In School Shooting” oder so geschrieben.
Mhhm Asiate, nicht lange im Land?
Dann rollt da auch die Xenophobie-Welle los.
Erstmal ist aber die Waffenlobby dran und reagiert
in Form von Senator John McCain:
“We have to look at what happened here, but it doesn’t change my views on the Second Amendment, except to make sure that these kinds of weapons don’t fall into the hands of bad people,”
Wobei die sache mit den “bad people” einen schon nachdenklich werden lässt. Wie erkennt man so jemanden?
Quelle : CNN
Jack Thompson. Der Mann ist fanatischer als die drei Genannten zusammen und hat sich in der Tat schon geäußert, noch ehe der Täter abgekühlt war. Warum die einschlägigen Sender ihn so früh zu sowas befragen (oder tatsächlich überhaupt noch mit ihm reden), bleibt rätselhaft.
Schön formuliert übrigens.
Ich denke zunächst einmal wird sich ein Teil der Politiker für eine Verschärfung des Waffengesetzes aussprechen, der andere Teil ist eh Mitglied in der NRA. Bush hat sich ja gestern schon dafür ausgesprochen, dass jedem das Recht erhalten bleibt eine Waffe zu tragen, da nichts schlimmes passieren kann, wenn sich jeder an die Waffengesetze hält. Schlaues Bürschchen der George. In Deutschland würden auch weniger Leute ums Leben kommen, wenn sich jeder an die Gesetze hielte.
@ Richard: CNN ist (mittlerweile?) die Bild-Zeitung des Fernsehens. Man hätte von denen sogar ein ‘Mo-Mo-Mo-Monsterkill’ erwarten können und ein Großteil der Zuschauer wäre davon wohl nichtmal mehr geschockt gewesen.
Die Amis haben ohnehin einen anderen Sprachduktus, der selbst der Bild-Zeitung die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Der Uni-Rektor sprach auch von einer “tragedy of monumental proportions”. Monumental würde hier sicher keiner dazu sagen …
Als ich den Titel des des Blogeintrags hier las, fiel mir als erstes ein Anouncement aus Unreal Tournament ein. Da ruft der Anouncer “Rampage! wenn man 10 Kills hintereinander hat. So dachte ich als erstes antigames würde zynisch über das Thema schreiben. Wobei mir einfiel dass bei 30 Kills irgendwas anderes anounced wurde. Aber jetzt bin ich ja aufgeklärt und bin froh.
Ein Satz aus meiner Tageszeitung zeigt mir, dass sich nur der Präsidetn der USA Zynismus erlauben darf:
“Präsident Bush bekräftigt nach der Tat Recht auf Waffenbesitz”
Eine Verhöhnung der Opfer. Auf den ersten der Videospiele auf die Tagesordnugn bringt, warte ich auch schon. Denn Waffen sind ja nicht schuld am Tod dieser Menschen.
Wie hab ich gerade gelesen? Die Rifles Association meinte zu dem Vorfall nur, dass
“man in Zukunft nicht weniger Waffen, sondern mehr bräuchte. Denn ein bewaffneter Student hätte den Amoklauf stoppen können, indem er den Täter niederschießt.”
Na dann, ich geh erstmal kotzen.
Die Falschdeutung beginnt schon mit dem Begriff Amoklauf. Urspünglich stammt der Begriff Amok aus dem indonesischen Kulturkreis und bezeichnete eine herorische Tat, in der sich unterlegene Kriegseinheiten zum “Allgemeinwohl” der Nation aufgeopfert haben, also eine Art Himmelsfahrtkommando. Die amerikanische Kriminologie hat den Begriff später dann zweckentfremdet, und bezeichnet damit meist Einzeltäter.
In der deutschen Kriminologie wird wissenschaftlich von Mehrfach- oder Serientötungen gesprochen, die Motive und Beweggründe sochler Serientötungen sind unterschiedlich und lassen sich kaum kategorisieren. Das Killerspiele die Ursache solcher Serientötungen sein können ist hingegen ein sehr moderne Debatte. Die Wissenschaft ist da ganz anderer Auffassung als die Kriminalpolitk. Dabei ist bereits ein Einfluss kriminologischer Wissenschaft auf die Kriminalpolitikumstritten, weitgehend wird vertreten, dass kriminlogische Forschung wenn, nur als “Alibilieferant” für bereits bestehende kriminalpolitsche Konzepte herangezogen wird. Selbst wenn also zweifellos nachgewiesen würde, dass zwischen dem Konsum von “Killerspielen” und “Amokläufen” kein Ursachenzusammenhang besteht, bedeutetet dies noch lange nicht, dass die Kriminalpolitik von der Forderung einer Kriminalisierung Abstand nehmen würde.
Vielmehr eignet sich das Thema “Killerspiele” als Profilierungsmaterie kriminalpolitischer Akteure, eine Instrumentalisierung des aktuell schockierenden Ereignisses, halte ich daher für überaus wahrscheinlich. Es sei denn, andere Kampf- und Profilierungsbegriffe wie Terrorismus, Drogenmissbrauch, Homeland-Security und Jugendkriminaliät haben auf den Wahlkampflisten der einschlägigen PR- und Spindoctos vorrang.
Man kann nur hoffen, dass die Aufdeckung des Unglücksherganges für die politische Klasse im Vordergrund steht und nicht wie häufig in der Vergangenheit, die Frage: “Wie bringt mir dieses Unglück bei entsprechender Interpretation den großtmöglichen Nutzen” Priorität hat.”
PS: Verzeiht mir die Tippfehler, war sehr in Eile!!
Ich muss ergänzen: Als Zitatgeber ist nicht die NRA angegeben, sondern “Waffenlobbyisten”.
Find ich traurig. Nehmt den Leuten die Waffen weg, die echten, nicht die Virtuellen.
Jetzt ist es später, jetzt sind die Gehirnzellen benutzbar. Das ist so heftig wenn man da drüber nachdenkt. Diese Sache mit den ersten beiden Morden ist noch erklärbar, dieser Streit des Paares. Aber warum läuft der Junge dann sofort Amok? Da muss doch ein tieferer Sinn hinterstecken, ich mein einfach mal 33 Leute killen? Nicht mal der Zorn auf die Freundin kann sowas bewirken. War mobbing ein Grund? Ich hab gedacht dass es vielleicht sogar Terrorismus sein könnte, das wäre wenigstens ein Grund für einen Amoklauf. Grad war bei N24 ein Interview mit einem Opfer, der erzählte der Junge ist in den Hörsaal eingedrungen, hat Leute ermordet, ist wieder gegangen in andere Räume, der Interviewer und einige unverletzte haben die Tür versperrt und der Junge ist tatsächlich wieder zurückgekehrt! Ein normaler Amokläufer tut doch sowas nicht? Auf jeden fall war der Amoklauf geplant, denn woher soll er sonst so viel Munition dabei gehabt haben. Irgendwie ist die ganze Thematik schwer zu verstehen.
Ahja, auf N24 ist eine PK, der Junge kam aus Südkorea…
MfG
Sebi
Hm, ich dachte eigentlich, dass Stanley Smith aus der Zeichentrickserie American Dad doch nur eine Zuspitzung ist, eine Karikatur eben.
Aber wenn Leute ernsthaft meinen das Land bräuchte noch mehr Waffen, weil dann ein Student den Täter hätte stoppen können, dann fass ich mir schon an den Kopf..
Cool, und wieder was gelernt!
Woanders bewafnet man sich und zieht los um andere bewafnete die losziehen um zu töten zu töten…woanders quält man andere und läst sie verhungern und oder verdursten…woanders vergwaltigt man andere – bis sie sterben…woanders schnallt man sich sich eine Bombe um – BOOM! …woanders…
…es ist alltäglich, die Opferzahl ist verschieden man schaut nur nicht mehr so genau hin – der Grund ist immer der gleiche.
Oh man, wieder ein Amoklauf…garnet mitgekriegt, war den ganzen Tach gestern in der Uni… .
spiegel: “Amokläufer schrieb blutrünstige Theaterstücke”
ich bin gespannt ob jetzt forderungen aufkommen, theater als solches zu verbieten.
Pirotess: Ja, hab mich auch schon gewundert. Wenn im Irak 50 Leute auf einmal sterben gibt es keine Trauerbekundungen von allen seiten – allerdings sind das dort ja auch Menschen zweiter Klasse…
Bezüglich der zwei Update-Links im Beitrag:
Das ist ja mal wirklich kein “blaming on video games”, wie der Titel des verlinkten Blogeintrags behauptet. Mit Gewalt wird in den Medien heute komplett anders umgegangen als vor ein paar Jahrzehnten. Es wäre doch sehr kurzsichtig, davon auszugehen, dass das keine Probleme mit sich bringt — vor allem in einem Land, das eh eine komplett andere Einstellung zu Waffen hat als wir Europäer.
Ich habe mich heute Morgen ein wenig umgesehen und bisher sehen die “Fakten” (Quelle: hauptsächlich Internet, daher die “”) so aus:
- Die Familie des Täters zog in die USA als dieser acht Jahre alt war
- Seine Freundin wurde von seinem Mitbewohner als “imaginary” (d.h. ausgedacht) bezeichnet
- Bisher wurde kein Abschiedsbrief gefunden
- Die vielgenannten Theaterstücke habe ich mir auf folgender Seite zu Gemüte geführt:
Hier klicken
Ja, sie sind beunruhigend, voller Aggression, nutzen Fäkalsprache und es geht um Sex und Gewalt (oder die Kombination beider Elemente).
Vor allem aber (und mehr fällt mir als Anglistikstudentin einfach nicht zu ihnen ein) sind sie eins: ziemlich schlecht.
- Angeblich wurde der Täter nach Suizidankündigungen in ein “Counseling Center” gebracht. Die Lehrerin, bei der er seine Theaterstücke schrieb, nahm ihn (auch aufgrund der Tatsache, daß er heimlich Photos von anderen Studenten machte) aus dem Kurs und unterrichtete ihn alleine.
Ob man weiterhin auf all die Warnhinweise hätte reagieren müssen – vielleicht. Vermutlich. Aber was soll man tun? Jeden Einzelgänger mit Gewaltphantasien in eine Einrichtung stecken?
- Der Täter hat angeblich eine Geschichte als “Stalker” (z.T. vermutlich per e-mail), wie weit diese Handlungen gingen, kann ich nicht beurteilen.
- Zumindest eine der Waffen wurde legal erworben; offensichtlich kostete die 9 mm Glock 19 mit 50 Schuß Munition $571, gezahlt wurde mit Kreditkarte. Das bedeutet wiederum, daß eine Prüfung seiner ID erfolgte.
Meiner Ansicht nach ist das lachhaft. Die Waffengesetze halte auch ich für zu lasch und bin für ein Verbot von Feuerwaffen.
ABER Was die Nutzung dieser Tragödie als Argument für oder wider eine politische Haltung angeht, sagte der Gouverneur von Virginia, Tim Kaine auf einer Pressekonferenz:
Und zur übermäßigen Aufmerksamkeit der Medien: So sehr es mich anwidert, solche Fälle werden immer große Beachtung finden. Warum? Vermutlich recht einfach. Im Irak (oder in Afrika) (oder in Afghanistan) (oder in… ihr wißt was ich meine) ist Krieg, im Krieg sterben Leute. Otto Normalverbraucher hört einmal hin und findet es schrecklich, beim zweiten Mal ist es immer noch ganz schlimm, aber ganz weit weg und ab dem dritten Bericht ist es halt entsetzlich, daß da Krieg ist, aber im Krieg… irgendwann hat das Grauen Normalitätsstatus erreicht. Von Folter, Unrecht in Gesetzbüchern und all meinen anderen Lieblingsthemen will ich gar nicht erst anfangen. Die meisten Menschen können sich gar nicht täglich emotional mit den Greueln beschäftigen, die an einem ganz normalen Tag so passieren.
Anders ist es mit Verbrechen, die in unsere heile Welt einbrechen und deren Grundfesten erschüttern. Rein psychologisch gesehen, dürfte ihre Wirkung schlimmer sein, als die eines Krieges, der Tausende von Kilometern entfernt liegt und ohnehin seit längerer Zeit immer mal wieder in den Medien ignoriert wird. Hier (wo immer das „hier“ jedes Einzelnen liegen mag) darf so etwas doch nicht passieren… hier ist man doch sicher.
Das rechtfertigt nichts, ist jedoch ein Erklärungsansatz.
Die Toten gegeneinander aufrechnen kann man m.E. nicht. Menschen leiden. Menschen kommen ums Leben. Das ist schrecklich. Jedes einzelne Mal.
Ungerecht ist, daß in Virginia Helfer und Psychologen bereitsehen, während anderswo auf der Welt Menschen mit ihren Narben einfach fertigwerden müssen. Das wertet jedoch nicht das Leid der Betroffenen in den USA ab.
@Temjis – Danke, bringt meine Gedanken ziemlich auf den Punkt.
Ansonsten sind die üblichen Verdächtigen tatsächlich schon dabei sich warmzulaufen: Der unvermeidliche Prof. Pfeiffer:
“Ein Totalschutz ist nicht erreichbar. Wer töten will, wird es immer schaffen, an Waffen heranzukommen. Größere Sorge bereitet mir, dass sich vor allem männliche Jugendliche systematisch desensibilisieren durch Computerspiele, die solche Tötungsarien vorzeichnen. Die Mehrheit der jüngeren Amokläufer hat sich erst am Computer in Stimmung geschossen. ”
*aargghh*
Quelle: http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-15664501&Ressort=pol&BNR=0
Und schon ist auch in Deutschland wieder einer aufgepoppt, der “Killerspiele” verbieten will: Prof. Christian Pfeiffer. Auf solche Ereignisse (Massaker) stürzen sich diese Gestalten wie die Fliegen auf die Schei***…
http://www.golem.de/0704/51761.html
Mir ist am Wochenende aufgefallen, daß ich durch Shooter so desensibilisiert wurde… ich konnte mir den Film “Shooting Dogs” nicht zu Ende anschauen, weil ich ihn zu arg fand.
Und das obwohl ich gerne Hitman spiele… da stimmt doch was nicht.
Haha! Ich frage mich echt, wann endlich ein Parodist die Schreckensnachricht überbringt:
“Opfer dachte, er hätte noch eine Fee in der Flasche und rannte in Militärsübung!”
Nachdem die Videos rausgekommen sind, bin ich schon schockiert. Anscheinend war es tatsächlich nur bloßer Hass. Das hätt ich nicht gedacht…Aber keine Ahnung was ich gedacht hätt…
MfG
Und SPON vermeldet – welch Überraschung -, dass der Attentäter (nein, nicht Killer, nein, nicht Amokläufer) wohl soziale und/oder psychische Probleme hatte.
Ach, ehrlich? Da schau her!
http://www.nzz.ch/2007/04/18/al/kommentarF3UR9.html
Letzter Absatz:
“Dennoch, der gesunde Menschenverstand flüstert einem zu, dass die enorme Überdosis an Gewalt, die in Bild und Ton, mit Videos und Computerspielen jungen Heranwachsenden täglich verabreicht wird, eine gefährliche Saat ist, die früher oder später aufgehen wird. Sie verroht und immunisiert gegen menschliches Leid. Das traditionelle Mittel, über das in Amerika jeweils nach einem Gemetzel diskutiert wird – die verschärfte Kontrolle über Schusswaffen -, ist politisch blockiert und wäre allein offensichtlich ungenügend. Es gibt auch Massaker, die nicht mit Feuerwaffen verübt werden. Es müssten Mittel und Wege gefunden werden, die elektronische Medien aller Art dazu bringen, Gewaltdarstellungen auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren. Der Amoklauf beginnt im Hirn.”
Erstaunlich in welch kurzer Zeit man die Psyche eines einzelenen Menschen analysiert haben will – wo doch so viele Leute über Jahre zum Psychater/Psychologen gehen und es dort teils nur stätig voran geht.
Auserdem versteh ich die ganze sache von wegen “Killerspiele” nicht, was interessieren mich Spiele, wieso ist der Fokus nicht auf die Geselschaft -verallgemeinender Begriff i know- gerichtet?
Wir Menschen haben größere Probleme als GTA, Wolfenstein, Quake oder Final Fantasy…das ganze Thema wird so hochgebauscht das es mich erstaun das die Gamer sich noch dafür interessieren und nicht unlängst gelangweilt davon sind.
Das mag jetzt nicht mehr so ganz hierher gehören, aber ich will es dennoch loswerden. Obiger Kommentar hat einige durchaus vernünftige Ansätze. Beispielsweise diesen hier:
Dem kann ich durchaus zustimmen, leider wird die Botschaft durch das oben zitierte Schlußwort wieder eingeschränkt. Es sind offensichtlich doch nur die elektronischen Tötungsakte, die zur Gewalt animieren.
Da hat H.K. wirklich Recht… wenn auch in einem anderen Sinne, als er/sie vielleicht denkt.
Als Außenseiterin meiner Klasse war jeder Schultag eine neue Übung in Gewalt, jede Klassenfahrt ein Höllentrip. Obwohl ich bis zuletzt genügend Selbstachtung behielt, um ich zur Wehr zu setzen, hätte ich vier Schuljahre meines Lebens gerne gestrichen.
Und das alles, weil ich Computer interessant fand, statt Bravo lieber Tageszeitung las, RPGs spielte, anstatt mich für Take That, Schminken und Wettsaufen im Schullandheim zu begeistern – weil ich eben anders war als meine Klasse.
Es gibt Gewalt, die nicht mit Waffen ausgeübt wird, sondern mit Gruppendruck, Worten, beiläufigen Angriffen und all den anderen Gemeinheiten, zu denen Kinder und Jugendliche nun einmal fähig sind.
Die meisten dieser Monster denken nicht einmal darüber nach, was sie tun. Nein, man kann sie nicht ändern und nein, es gibt keine Rechtfertigung, sie alle zu erschießen.
Alltägliche Gewalt ist m.E. weder die Entschuldigung noch die alleinige Erklärung für Amokläufe. In unserer hilflosen Suche nach Erklärungen ist sie aber ein weiterer Ansatz, der trotz seiner Wichtigkeit häufig nur am Rande erwähnt wird.
Nicht jedes Mobbingopfer spielt FPS, nicht jeder Shooterspieler bringt Menschen um, nicht jeder Amokläufer spielt Computer, auch wenn diese Differenzierung in vielen Artikeln und Kommentaren unerwähnt bleibt.
Hier werden entsetzliche Einzelfälle zum möglichen Standard stilisiert.
Wo bleibt der Aufschrei der Entrüstung über das alltäglich gewordene Mobbing in Klassen? Wo bleiben die Forderungen nach Präventionsmaßnahmen oder Hilfsprogrammen? Erfüllbar wären die vermutlich auch nicht – aber davon läßt sich die Anti-FPS-Fraktion auch nicht stören. Verbote sind so wunderbar einfach zu fordern, so herrlich konkret…
Das Leid der Betroffenen zu instrumentalisieren, um fragwürdige sozialpolitische Programme durchzusetzen finde ich unerträglich.
Angenommen man findet auf dem PC des Amokläufers keine Videospiele (wundert mich eh, das noch niemand damit thriumphierend hat)… welche Auswirkungen hat denn das auf die Killerspiel-Debatte in Deutschland?
Wäre das nicht ein einwandfreier (logischer) Gegenbeweis wie in der Mathematik? Oder gilt der Umkehrschluss nicht, daß wenn nicht alle Amokläufer Videospiele gespielt haben, diese auch nicht Ursache sein können?
Vermutlich sind sie eine wichtige unter vielen anderen, eventuell ebenfalls wichtigen Ursachen, die man allerdings keinesfalls ignorieren darf.
Ich will Filme und Spiele ja gar nicht ignorieren – aber sie sind einfach nicht… lassen wir’s, ist alles schon gesagt worden…
So, sind wir mit dem betroffenheitsgeheuchel durch?
Gut, dann können wir ja zum Thema kommen – obwohl, das hatten wir auch schon oft genug die letzten Monate.
“Betroffenheitsgeheuchel”…
Naja, jedem seine Meinung…
@Minou:
Ich glaube der Schweizer Autor meinte mehr so Klingenwaffen oder Bügeleisen oder was auch immer ihm dazu einfiel …
Das Mobbing dürfte in den USA noch verschärfter stattfinden als hier, “Nerd” ist ein gesellschaftliches Todesurteil, die Cliquenbildung wird durch Clubs, Lehrer und mediale Stereotypen noch verstärkt. Dazu kommt noch der Leistungsdruck einer Always-the-Winner-Gesellschaft und wenn man da nicht schafft mitzuhalten wird es schwierig …
Fundstück des Tages:
Nach Amoklauf in den USA: Philologen fordern Verbot von “Killerspielen”
Realsatire made in Germany.
@Minou: Ach komm, du willst doch nicht wirklich behaupten, dass es irgendwen beträfe, wenn irgendwie am anderen Ende der Welt ein paar Leute sterben, von denen hier niemand jemals was gehört hat. das geht mindestens seit 9/11 so – ständig sind Leute “ach so betroffen” von irgendwelchem Kram ein paar tausend Kilometer weg, von dem sie ohne Fernsehen etc. noch nicht einmal gehört hätten.
@MK
Ja, habe ich auch so gelesen – ich habe es ganz bewußt auf die “andere” Gewaltebene bezogen.
Diese fehlte mir in seinem Kommentar leider sehr. Hätte ich vielleicht deutlicher machen sollen…
Was die USA angeht, bestätigen meine eigenen Erfahrungen leider das Klischee.
In meinem Jahr an einer High School war ich erstmal ganz schrecklich “in”, da ich offensichtlich was ganz was neues darstellte.
Aus reinem Contra (auch geboren aus meinen Deutschlanderfahrungen) habe ich mich dann mit den Außenseitern angefreundet.
Sobald klar war, daß ich mich mit den “Googs” (highschoolinterner Slang) treffe, war ich erstmal außen vor.
Die Königinnen der Highschool (das Klischee ist schon fast schmerzhaft, aber es waren die Cheerleaderinnen) hielten Gericht und beschlossen, daß es mit meinem Status vorbei war.
Das Leben als Außenseiter:
Keiner (außer der Losergruppe) redet mit dem/der Betroffenen, an Tischen, an die er/sie sich setzt stehen Leute auf, man will nicht mit ihm/ihr gesehen werden.
In Arbeitsgruppen zu kommen ist schwer bis unmöglich und aus manchen “After School Activities” wird man schlicht und ergreifend per Mehrheitsvotum ausgeschlossen.
Lehrer unterstützen letzteres Verhalten teils (“gesunder Konflikt”), teils sind ihre Versuche, etwas zu ändern, von Hilflosigkeit gezeichnet.
Wenn man dann überhaupt keinen Rückhalt hat, oder die Freunde nicht in den Kursen sitzen, muß man Arbeit, die für drei ausgelegt ist, schon mal ganz schnell alleine machen.
Beim allgemeinen Notendruck (und die GPA sind wichtig!) ist das ein weiterer Horror.
Zusätzlich nimmt die Schule dort einfach mehr vom Tag und vom sozialen Leben ein, als wir es hier kennen. Das macht es nicht gerade einfacher.
Ich weiß nicht, ob hier so ein Fall vorlag, aber das kann bis zum College schon einigen Frust aufbauen.
Hi, ist es denn nicht naheliegend, dass ein Aussenseiter ohne gesellschaftliche Position sich seine Bestätigung / Gewaltphantasien auch aus gewalthaltigen Spielen holt. Schliesslich kann er da fühlen, wie es ist macht über andere zu haben. Das gilt nicht nur für Amokläufer :-)
Wenn man diese Art von Spielen verbietet, könnte es sogar mehr Amokläufe geben, weil der spielerische Umgang mit Gewalt verboten ist…
cheers, brof