“Rampage”

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Neues School Shooting in USA. Diesmal an einer Uni. 31 Tote, inklusive dem Täter. Irgendwie schwer vorstellbar, besonders wenn man selbst erst vor ein paar Stunden noch in einem Hörsaal gestanden hat.

Noch weiß man nichts Genaues. Der Kampf um die Nominierungen zur Presidentschaftswahl 2008 ist allerdings schon in vollem Gange, somit ist ein Instrumentalisierung dieses traurigen Vorfalls so gut wie garantiert. Die ersten Kandidaten haben schon reagiert. Mal abwarten. Ob die Videospiele ins Gespräch kommen werden oder nicht, es ist kaum damit zu rechnen, dass mit dieser Tragödie würdevoll umgegangen wird.

Update: Und es geht los. [1] [2]

Update: Angriff der üblichen Verdächtigen! Mal sehen was Herr Pfeiffer und seine Gesellen noch so alles an Kapital aus den 32 Leichen rauskratzen werden. Ob der Täter überhaupt Videospiele gespielt hat, ist natürlich noch völlig unklar, aber was stören solche unwichtigen Details. (Da er College-Student war, ist es natürlich sehr wahrscheinlich, dass er sie gespielt hat. Genauso wie fast alle sein Opfer sie gespielt haben werden.)

75 Kommentare Autor: Richard
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75 Kommentare

  1. @shadaik

    Hör zu, ich glaube nicht, daß es einen Sinn hat, diese Diskussion mit Dir zu führen.
    Sieh das nicht als Angriff – Dich interessiert es nicht, das ist Dein gutes Recht.
    Es gibt andere Menschen, die sich mit diesen Themen befassen, die eventuell versuchen, etwas zu ändern, oder sich einfach weiterhin informieren wollen – was wiederum ihr gutes Recht ist.

    Ich finde es lediglich falsch, wenn Du anderen, die eventuell involvierter sind als Du, Heuchelei unterstellst. Das ist grob verallgemeinernd und in einigen Fällen schlichtweg falsch.

  2. Offenbar spielen Videospiele bei dieser Tat keine Rolle. Siehe hier

  3. Eben.

    Auf Äußerungen von Pfeiffer aber vor allem Jack Thompson sollte man keinen feuchten Kehrtricht geben. Solche Art Menschen sind vollkommen versteift auf ihre verdrehten Meinungen, auf Aktionismus und auf ihre Profilierung, dass sowas nicht mehr als zurechnungsfähig, geschweige denn als diskussionwürdig erachtet werden kann.

    Diese Männer sind Wahnsinnige.

  4. @Minou
    Ich glaube, dein Kommentar trifft die Sache ziemlich genau: was bisher allen Tätern gemeinsam war, ist doch, daß sie in ihrem sozialen Umfeld Außenseiter waren, die keiner so recht leiden konnte und mit denen niemand was zu tun haben wollte. Wenn man diese alltäglichen Demütigungen, die du beschreibst, über Jahre hinweg erfährt und das Gefühl hat, aus dieser unerträglichen Situation nicht mehr herauszukommen, baut sich dabei irgendwann ein Hass auf alle diese Leute auf, durch die man so gelitten hat. Daß fast alle dieser Amokläufe auch mit dem Suizid des Täters enden zeigt doch, wie verzweifelt diese Leute sind und daß sie anscheinend glauben, sowieso nichts mehr zu verlieren zu haben. Ich habe noch nie gehört, daß ein erfolgreicher, junger Mensch, der bei allen beliebt ist, zum Amokläufer wird. Vielleicht sollten wir, anstatt Videospiele verbieten zu lassen, mal dafür sorgen, daß es weniger Leute gibt, denen das Leben so wertlos erscheint, daß sie bereit sind, ihr eigenes und das von Anderen auszulöschen.

  5. Ich glaube was Shadaik meint ist, daß die (wie immer) viel größeren Probleme den Menschen auf gut Deutsch am Arsch vorbeigehen…

    Hab gestern im Radio gehört, daß alle 90 Sekunden weltweit ein Heranwachsender im Straßenverkehr stirbt. Da ist die Frage berechtigt, wieso deswegen die Leute nicht dermaßen erschüttert sind.

    ——————–

    Die Gründe für ein School Shooting liegen wohl auch einfach darin, daß es gerade trend ist. Hört sich ein wenig makaber an, entspricht aber wohl der Tatsache.

    Von der großen Zahl der Heranwachsenden, die sich aufgrund des Druck auf ihre Psyche vor die Bahn werfen oder an der Heizung aufhängen, sagt sich dann einer “Ich nehm noch nen paar mit, so wie es der Amokläufer XY gemacht hat”…

    Im Grunde genommen sind die bisherigen Amokläufer nämlich nichts anderes als (makaber ausgedrückt) Popstars. Und das nicht zuletzt durch die Ausschlachtung in den Medien.

    Vielleicht sollten wir, anstatt Videospiele verbieten zu lassen, mal dafür sorgen, daß es weniger Leute gibt, denen das Leben so wertlos erscheint, daß sie bereit sind, ihr eigenes und das von Anderen auszulöschen

    Und das ist genau der wichtige Punkt über den nicht gesprochen wird. In keinem Land der Welt. Die Politik klammert sich an Diskussionen um die Waffengesetze oder um die Freigabe von gewaltvollen Videospielen, sicher aber nicht, weil sie der Meinung sind, daß dies der wirkliche Grund ist- sondern weil es für sie ein Punkt ist an dem sie ansetzen können.

    Ein fix eingeführtes Gesetz gegegn Killerspiele schützt halt vor der allgemeinen Einsicht, daß die Politik dem wahren Problem machtlos gegenübersteht.

  6. Mobbing an der Schule ist ein sehr ernstes Thema, auch in Deutschland. Allein an der Auswahl an Literatur zu diesem Thema kann man sehen, dass es eine gewisse Relevanz hat.
    Ansätze dazu konnte ich schon in der 2. Klasse meines Sohnes sehen. Zum Beispiel: Ein Kind dass früh im Fussballverein war scharte nur die “guten” Spieler um sich und nur noch diese Gruppe durfte Mitspielen alle anderen durften den Ball (Eigentum der Schule) noch nicht mal berühren. Was zu harten Auseinandersetzungen und zur Diffamierungsaktionen gegen die “Unfähigen” führte.
    Wie gesagt, das ist nur ein Beispiel für einen Ansatz.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass in den USA die Dimensionen zu diesem Thema weit gößer sind.

    Zu dem Thema hab ich ein interessantes Buch entdeckt und habs mir mal bestellt:
    “Ich knall euch ab!” von Morton Rhue (u.a. Die Welle)
    Anscheinend ein Buch, dass gerne auch mal im Schulunterricht gelesen wird.

  7. Ich glaube was Shadaik meint ist, daß die (wie immer) viel größeren Probleme den Menschen auf gut Deutsch am Arsch vorbeigehen…

    Und das bedeutet in der Konsequenz? Das ist man nicht mehr über andere Dinge sprechen darf als Hunger in Afrika, Gewalt im nahen Osten und Sweatshops in Taiwan?

  8. Nein. Was Shadaik meint, ist nichts weiter als ein Totschlagargument. Wenn man dieser Auffassung folgt, kann man über gar nicht mehr sprechen.

  9. Und das bedeutet in der Konsequenz? Das ist man nicht mehr über andere Dinge sprechen darf als Hunger in Afrika, Gewalt im nahen Osten und Sweatshops in Taiwan?

    Nein, das heißt in der Konsequenz, daß in den Medien ein ungetreues Bild unserer Gegenwart geprägt wird, was sich in den Empfindungen der Menschen wiederspiegelt.

    Anderes Beispiel dafür sind die gewaltigen Spendeninitativen wenn irgendwo ein Unglück geschieht, obwohl das Leben der betroffenen Bevölkerung (die jederzeit mit schlimmen Dingen zu kämpfen hat) der Allgemeinheit normalerweise total egal ist.

    Und die Konsequenz daraus ist, daß auch School Shootings gesprochen werden sollte, aber noch viel mehr über andere Dinge. Und das gleiche gilt für das Maß der Betroffenheit.

  10. @Arkion:
    Was hat das mit Betroffenheit zu tun? Hier wird über ein aktuelles Geschehen diskutiert und das bisher doch recht sachlich, wenn ich das so überblicke. Und das in einem Games-Blog über Games und die Folgen eines solchen “Ereignisses” (schlechtes Wort dafür) für eben Computerspiele diskutiert wird findet sich schon in der Ausrichtung dieser Site. Wenn du über AIDS in Afrika diskutieren willst geh halt auf die U2-Website. Wenn du die Medien und ihr System verstehen willst lies Chomsky. Aber das ständige “darüber darf man nicht reden weil in Afrika ein Kinder verhungert und das viel schlimmer als deine Probleme ist” finde ich mindestens so heuchlerisch wie die von dir heranzitierten Spendenaufrufe …

  11. Naja…die Mehrzahl der Beiträge hier im Blog bezieht sich diesmal ja eben NICHT auf die Spiel-Gewalt Diskussion…das wurde in den letzten Monaten ja schon ausreichend “abgehandelt” -da sind “Wir” inzwischen schon viel weiter und befassen uns mit dem “Schulsystem”, den Einzelgängern, sozialen Problemen usw. und das geht dann schon ne Spur weiter und sprengt im Grunde auch die “Ausrichtung dieser Site”.
    Im Grunde gehts doch um einen “koreanischen Wirrkopf” der am System zerbrach und aus “Rache” Menschen ermordet hat und das hat imho nicht wirklich was mit Videospielen zu tun. Ich finde diesen “Automatismus” inzwischen zwar verständlich, aber auch etwas bedenklich: Sobald irgendjemand zwischen 15 und 29 öffentlich durchdreht verfallen ettliche “Videospieler” in diesen “Rechtfertigungswahn” und verfolgen mit schreckgeweiteten Augen die Kommentare irgendwelcher Medienhuren.

  12. Ich weiß nicht obs schon erwähnt wurde, aber anscheinend hat der Täter laut Polizeibericht und diesen News weder Computerspiele besessen noch sich dafür interessiert.

  13. Ich glaube das wurde oben irgendwo erwähnt. Ob sich der Philologenverband jetzt entschuldigt?

    Ach was.

  14. @Richard:
    Den Telepolis-Artikel sollte man unter Gonzo (nein, nicht Porno) verbuchen.

  15. Ich denke den sollte man unter Schwachsinn verbuchen.

  16. Leute, ihr seid zu einseitig orientiert. OK, ich hatte (und habe) wegen meines Abschlusses z.Zt. sehr wenig Sinn für die Realität. Trotzdem, heute ist der 24.04. und ich habe beim Lesen dieses Artikels zum ersten Mal an die Killerspielproblematik in Zusammenhang mit diesem Amoklauf gedacht. Zum Allerersten.

    Vielmehr empfand ich als zum Kotzen, wie sich dieses ganze monokausalitätstrunkene Spitzel- und Blockwartpack an den Extrem Eindeutigen Vorzeichen aufgeilte. Mannmann, der war schon vorher so seltsam. Huhu, er schrieb total kranke und gewalttriefende Theaterstücke. Uih, er war der Polizei bekannt. Wenn die mal nicht versagt hat. Die hätte doch den Amoklauf verhindern können, wenn sie den Schlitzi, nachdem er ihr anläßlich, keine Ahnung, wahrscheinlich zu hohe Geschwindigkeit oder alkoholbedingtem Rumrandalieren oder so, bekannt wurde, gleich mal nen Kopf kürzer gemacht hätte.

    Es wäre schön, wenn man nach so einem Ereignis auch nur einmal in einem Massenmedium einen Gedankengang über die tieferen Ursachen für die schleichend eskalierende Gewaltfixierung eines Außenseiters hören würde. Dann würde “Man hätte genauer hinsehen müssen” evtl. auch wieder weniger nach Überwachung und mehr nach hilfsbereitschaft klingen.

    Na, ich schweif ab. Was ich eigentlich sagen wollte: falls mein Eindruck stimmt, solltet ihr alle euer Interessenspektrum weiter fächern (wie ist denn so das Waffenrecht in der Mongolei?). Falls, nicht, werde ich überlegen, in Zukunft auch ohne Not weniger mit der Realität in Kontakt zu treten. Sehr entspannend.

  17. p.s.: Es reichte aber zu einem interessanten Artikel in der Berliner Zeitung über den Erfolg der in den obigen komentaren angesprochenen Logik, mehr Waffen wären eine gute Idee.
    Auch nett: dieser Leserbrief.

  18. Ja, klasse. Der Leserbriefschreiber behauptet, daß ein anderer Schüler oder Dozent den Mörder vielleicht hätte stoppen können, wenn es erlaubt gewesen wäre, daß auf dem Campus Waffen getragen werden.

    Was für´n Mäusedreck! Ich mag mir gar nicht vorstellen, was alles bei der kleinsten Streiterei oder Hänselei passieren könnte, wenn jeder Idiot mit ´ner geladenen Zimmerflak in der Buxe rumlaufen dürfte!
    Gerade in Schulen, wo ja (wie oben schon irgendwo angeführt) viel und heftig gemobbt werden soll und doch durchaus noch der eine oder andere unreife Bengel darunter sein dürfte.

    Dann singen die Lehrer demnächst wieder “Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf – Ugh!”, während sie mit dem 6-schüssigen im Holster breitbeinig über den Schulhof stiefeln. Die “Verbrecher” in der Raucherecke werden direkt hinterrücks erschossen, man will ja nicht, daß man womöglich noch zum Duell gefordert wird – Sicherheit geht schließlich vor.

  19. Letzte Meldung (Gestern abend im Radio gehört), sinngemäß: “CDU und SPD wollen “Killerspiele” nicht verbieten lassen. Diesbezügliche Untersuchungen hätten keine neuen Hinweise erbracht, die es nötig machten, die Gesetzeslage zu ändern. Die CDU will, daß Eltern besser über den Inhalt von Videospielen informiert werden, die SPD will, daß Läden, in denen Videospiele verkauft werden, die Einhaltung der Altersfreigaben stärker kontrollieren.”
    Nanu? Was ist denn da los? Plötzlicher Anglug von Vernunft seitens der Politik? Ich hab leider nicht mehr gehört, in welchem Zusammenhang und von welchen Politikern diese Äußerungen gemacht wurden, aber “die CDU und SPD wollen…” klingt ja eigentlich nach einem recht breiten Konsens. Let`s hope the best.