
Ich muss noch was zu Play Vanilla schreiben. Hatte ich ja versprochen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn irgendwie bringt sie mein Blut nicht so Recht in Wallung. Weder auf die positive, noch auf die negative Art und Weise. Ja, das ganze Heft ist etwas bemüht, unter anderem mit seinen Interviews von irgendwelchen Viva-Moderations-Sternchen, von denen die meisten anscheinend so gut wie gar nicht spielen, für das Interview aber mal brav so tun als ob. Gewisse Fotos bei denen sich besagte Sternchen dann lasziv eine PSP in den Ausschnitt stecken, wirken fast so als wären sie aus dem Sony-Pressearchiv gekramt und nicht extra für eine Frauenzeitschrift aufgenommen worden.
Apropos Pressearchiv, einige Artikel kommen sehr stark wie Werbung rüber und nicht wie echter redaktioneller Inhalt. Das “Interview” mit Regina Hallmich zu “ihrem” Box-Manager hätte so auch von Ataris Pressestelle formuliert werden können. Wenn es nicht gar von Ataris Pressestelle formuliert wurde.
Insgesamt würde ich mich als Frau nicht so ganz ernst genommen fühlen. Man hätte vielleicht ein paar interessantere Frauen zu ihrem Hobby befragen können, als Viva-Tussi Collien Fernandenz und “Rockgöre” Liza Li. Inhaltlich ist das alles sehr, sehr seicht. Von den unglaublich oberflächlichen Spielekritiken (die immerhin völlig frei irgendwelchem Wertungskasten-Bullshit sind) bis hin zu Aussagen die implizieren, dass Spiele bei denen man mehr als zwei Knöpfe drücken muss, ja für Frauen eher nichts wären.
Zwei von zwei befragten Frauen (beide attraktiv und intelligent) fühlten sich von der Zeitschrift aber zumindest nicht aktiv beleidigt und beide verbrachten viel Zeit auf den Seiten mit den Accessoires. Zumindest in der Hinsicht hat man also die Zielgruppe korrekt erfasst. Auch die Bravo-Foto-Lovestory mit einer Dreiecksbeziehung zwischen ihr, ihm und einer PS3 ist so schlecht, dass sie schon wieder gut ist und führte bei den Testpersonen zu großer Erheiterung.
Am Ende gebe ich dem Blatt nicht mehr als sechs Monate (vor allem wenn man weiter so viele Werbebeiträge als redaktionellen Inhalt verkauft), aber ich hätte auch nichts dagegen, falls es sich wider Erwartung doch etablieren kann. Wenn ich die Wahl hätte in der Öffentlichkeit eine Play Vanilla oder eine Gamestar zu lesen, würde ich mich mit der Play Vanilla jedenfalls deutlich weniger schämen.
Mal schauen wie sich die Sache entwickelt.
Whoa… hört sich an, als ob das Magazin genau für die Sorte von Frau gemacht ist, die ich nicht abkann.
Wieso sagt das niemand früher! Uuuuhh ;P
Weiß man eigentlich schon etwas über die Verkaufszahlen?
Und Richard, nicht Gamestar, sondern PC Action bitte runterziehen (ich beziehe mich da gerade auf Kommentare der letzten Tage, dich ich via E-Mail verfolgt habe) :D
Ha, Pah,
da nutzt der Kerl doch seinen blog um sich bei den Frauen im Institut beliebt zu machen…durchsichtig, die Sache…;]
hab das ding ja auch gelesen… inhaltlich ziemlich schwach und macht auch so keine lust weiterzulesen, aber das covermaterial ist so schön, dass ich den ganzen tag damit in der hand rumlaufen möchte xD
Der letzte Satz ist schön… hehe ;-)
Ich glaube ja, dass Du weder Frau noch Zielgruppe für Play Vanilla bist. ;)
Ist es wirklich nötig das “noch” zwischen Frau und Zielgruppe zu setzen? Wenn man keine Frau ist, kann man dann Zielgruppe sein?
Ich sag euch jetzt mal was und da dürft Ihr ruhig lachen!
Play Vanilla ist das Second Life unter den Spiele-Magazinen. Heute lacht man vielleicht noch drüber und weiß nicht so recht, was man davon halten soll. Aber in einigen Jahren werden es alle als die Mutter des neuen Spiele-Journalismus bezeichnen.
Außerdem hast Du hier nichts verloren Roland Austinat! Hier treiben sich nur schlechte Menschen herum!
Da lache ich gar nicht mal drüber. Damit es wirklich erfolgreich sein kann, muss es natürlich noch viel besser werden. Aber selbst in seiner jetzigen Form habe ich lieber ein Regal voller PVs als PC Actions. Nur das mit der vielen Werbung, die nicht als solche gekennzeichnet ist, stösst mir etwas sauer auf.
Ich halte aber generell das Printmagazin im Spielebereich für tot. Da wird auch eine Play Vanilla nicht viel dran ändern.
Wobei die Play Vanilla eben den Stoff bietet, der gedruckt schon eher gelesen wird.
Die PC Actions und Gamestars schreiben zunehmend über Produkte deren Vorraussetzung die Magazine in fast allen Belangen ganz klar schlägt. Vollversionen auf der Coverdisk werden da auch nicht ewig helfen.
Insofern ist es ja nicht dumm zu versuchen, andere Segmente als den “Gamer” anzusprechen… der Second Life Vergleich ist sicher gar nicht mal so dumm, das ist ja auch kein “Spiel” für die klassische Zielgruppe.
Wie gesagt, ich bin voll dafür! Ich bin nicht optimistisch, aber ich drücke ihnen die Daumen.
Ich glaube auch nicht so ganz, dass sich die play vanilla länger halten wird.
Spiele werden Alltag, wie Handys, Filme oder Bücher, nur dass ich am Kiosk auch noch nie ein Bücker oder Filmmagazin explizit für Frauen bemerkt habe. Ein kombiniertes Heft mit Fokus auf Medien und Gadgets, aber ordentlich Anteilen an Mode, Stars, Romantik und Klimperkrams wäre sicher erfolgreicher als nur auf Spiele zu setzen, einen trendy Namen wie live.style ausdenken und fertig ist das Produkt.
Alternativ könnte man ja auch mal versuchen ein Mainstream Spielemagazin zu erstellen dass weniger auf Machowummen setzt und auch von Frauen gekauft wird, aber das ist vermutlich zur Zeit nicht drin.
Hmmm, euer Kommentarsystem zickt grade rum….
Inwiefern?
Repariert! (Du bist im Spamfilter gelandet.)
ich würde ja gerne mal, ein cusual-gamer-magazin mit einem gewissen anspruch und ein paar artikeln, die sich intensiver mit der materie “video- und computerspiele” beschäftigen, sowie einem anständigen layout veröffentlichen. gibt mir einer geld? ;-)
Was ist eigentlich aus der PC Player geworden? So hieß doch die Zeitschrift, die ihre Leser siezte? Und dessen Test von Sim City 2000 mir jahrelang nicht aus dem Kopf ging… Naja, ich stand ja mehr auf den Amiga Joker, damit wird man hier wahrscheinlich auch nicht ernst genommen.
Im Spamfilter, soso. Bestimmt weil ich mich bei “Bücher” vertippt habe.
Nein, weil der Drache Hunger hatte.
Das passiert hier manchmal.
Hey, Glamour verkauft sich, dann verkauft sich auch die Play Vanilla. Jeder Zielgruppe die Produkte, die sie verdient!
Als Fake-Frau muss ich hier noch bemerken, dass heute sogar die Süddeutsche Zeitung (antiquiertes Print-Medium) bemerkt hatte, das 2nd Life mega-out ist.
Warum macht man auch ein Magazin für eine Zielgruppe die es gar nicht gibt… Ich kenne einige Frauen die sehr gerne Videospiele spielen, eine Zeitschrift dazu wollen die aber alle nicht. Das kommt davon wenn sich Männer gedanken machen was Frauen denn haben wollen ;-)
Entweder so oder sie lesen die gleichen Zeitschriften wie wir. Finde die Play Vanilla insofern reichlich sinnlos.
Demnächst am Kiosk in der Hochglanz -Gender-Mainstreaming-Sektion:
Drive L-iSense – Das Car-Moto-Mag für tierisch crazy Girls.
Probierversion des Führerscheins im Heft !!
Stray Shooterina – Girls & apple designed, vibrating guns
ManUp – Kosmetiktips für den extra männlichen Hetero-Ihn
Bitte nicht.
Lasst Regenwald und Flüsse nicht für noch mehr sinnlosen, inhaltsfreien “MensHealthFHMMaxim”-Scheiss sterben.
Rundordner.
Hm, Printmagazine im Gamesbereich tot?
Also, ich oute mich jetzt mal. Ich lese die Gamestar. Nicht weil ich sie besonders toll finde, ich sonderlich oft ihrer Meinung wäre oder sonstwas.. Den größten Teil überblättere ich sogar, weil mich eh nur der Adventure&Roleplay – Bereich interessiert.
Eigentlich kaufe ich sie nur, weil mich die panische Angst umtreibt, ich könnte ein tolles Rollenspiel verpassen. Wenn man nur einen losen Verbund von Blogs liest, kann das ja schonmal passieren, immerhin hab ich noch keinen Blogger gefunden, der mir garantiert, dass er über jedes Spiel was schreibt. Und auch eine Website, die mir so eine Garantie liefert, hab ich bisher nicht gefunden.
Falls jemand diesbezüglich nen Tipp für mich hat, mein Geldbeutel würde es euch danken, die Gamestar-Redaktion wohl nicht so.
Denn ehrlich gesagt, ich ärgere mich jedesmal zu Tode, wenn im RP-Bereich der Gamestar mal wieder außer einem mittelmäßigen Adventure nix los ist, und ich die Kohle im Prinzip zum Fenster rausgeworfen hab.
Internet?
Ernsthaft. Einmal im Monat auf metacritic.com oder so, und gut.
Also, als Teil der Zielgruppe muss ich sagen: Daneben… Zumindest in weiten Teilen. Lt. Pressemitteilung ist die Zielgruppe zwischen 19 und 40 Jahren. Sorry, aber in dem Alter braucht man keinen Splatter-Hinweis bei Spielen. Was denken die? Das Frauen grundsätzlich kein Blut sehen können? Oh mann. Und wenn in der Ausgabe Mai 07 ein Spiel vorgestellt wird (Loco Roco) das im Juni 06 rauskam, frage ich mich schon, ob die mich veralbern wollen.
Und das Paris Hilton eine güldene PSP hat, ist mir wurscht! So, nun isses raus ;-)
Die Zeitschrift is für Frauen und denen muss man halt sagen, was sie wollen.
Das ist das Konzept der Zeitschrift.
Wenn eine Kombinationstabelle HandtascheKonsole drin ist, dann hol ich mir die auch! ;)
Dieser Blog-Eintrag hat mich zu einem eigenen Blogeintrag im Mädchenblog inspiriert.
Auch würde ich dieses Review hier empfehlen (http://www.areagames.de/areagames/article/11833/Play-Vanilla-Das-haben-Frauen-nicht-verdient.aspx)
Ne Frechheit ist das, diese Zeitschrift.
bin froh das auch die Männlein so denken :)
Toller Blog übrigens *stiller Leser*