
Consider for one moment that in Manhunt 2 you can, Wii remote and nunchuk in hands, use a pair of pliers to clamp onto an enemy’s testicles and literally tear them from his body in a bloody display; and if that weren’t enough, you’ll take one of the poor victim’s vertebrae along with his manhood.
So beschreibt IGN Manhunt 2. Charmantes kleines Spiel. Kein Wunder, dass einige Leute sich ein bisschen daran reiben. Zum Beispiel die britische BBFC (so in etwa eine kombinierte USK/BPJM), die Folgendes zu dem Spiel zu sagen hatte:
Manhunt 2 is distinguishable from recent high-end video games by its unremitting bleakness and callousness of tone in an overall game context which constantly encourages visceral killing with exceptionally little alleviation or distancing. There is sustained and cumulative casual sadism in the way in which these killings are committed, and encouraged, in the game.
Konsequenz: Das Spiel darf auf der Insel nicht verkauft werden. Nun ist die BBFC kein schrecklich zensierwütiger Verein, was Videospiele betrifft. Das letzte Spiel dem sie eine “ab 18″ Wertung verweigert haben, war Carmageddon im Jahre 1997. Selbst das erste Manhunt (was schon ziemlich fies war) wurde noch “ab 18″ durchgewunken. Hierzulande ist das Spiel beschlagnahmt worden.
Auch in Amerika, dem Land in dem Brüste böse sind, Gewalt aber gut für die Umwelt ist, hat sich Manhunt 2 von der ESRB ein AO-Rating eingefangen, was einem Verkauf in den meisten großen Läden ausschließt.
Aber zum Verkauf wird es sowieso nicht kommen. Sony und Nintendo lassen nämlich keine AO-Spiele auf ihre Systeme. Solchen Spielen wird schlichtweg die Lizenz verweigert. Somit hat Rockstar gerade ein komplett unverkäufliches Spiel gemacht, denn die Zielplattformen sind PS2 und Wii.
Oops. Dumm gelaufen, Jungs. Dementsprechend überrascht ist man bei Rockstar:
This is completely unexpected to the whole team. We love the horror genre. We thought we could do something interesting and entertaining with it in the video game medium. When we had this first Manhunt game, there wasn’t this reaction. We thought (Manhunt 2) was consistent with a mature rating.
Echt? Eier-Abschneiden ist ein M-Rating? Der Witz ist, dass sie wohl ernsthaft geglaubt haben, sie kämen damit durch. Gerade die ESRB steht ja schon lange in der Kritik keine (sorry) Eier zu haben. So mussten die Spielehersteller bis vor kurzem nur ein Video von dem Schlimmsten was ihr Spiel zu bieten hat abgeben. Gespielt hat die Spiele da wohl keiner. Genauso wenig wurde kontrolliert, ob das Video wirklich die schlimmsten Momente enthalten hat.
Bisher gab es überhaupt nur 24 AO-Ratings, wobei davon jedes wegen Sex, nicht wegen Gewalt abgestraft wurde. Prominentestes Beispiel ist Fahrenheit gewesen, dessen unglaublich harmlose Sexszene in den USA aus dem Spiel gestrichen werden musste, bevor es mit einem M-Rating unter dem seltsamen Namen “Indigo Prophecy” auf den Markt durfte. Die restlichen Spiele auf der Liste gehen vom Playboy-Spiel bis hin zu japanischen Hentai-Dating-Sims. Gewalt, egal wie schlimm, war immer M.
Deswegen fühlte man sich bei Take 2 und Rockstar wohl sicher. Dummerweise hat aber zumindest eine Person bei der ESRB noch nicht die Eier abgeschnitten bekommen und einen Hauch gesundem Menschenverstand oder zumindest politischem Geschick bewiesen. Der Präsidentschaftswahlkampf läuft schon. Ein M für Manhunt 2 wäre ein sehr saftiges Ziel gewesen.
Das wird eine teure Fehleinschätzung für Take 2. Denen geht es ja schon lange nicht sonderlich gut. Manhunt 2 gar nicht zu verkaufen, dürfte aus offensichtlichen Gründen nicht in die Tüte kommen. Also wird man die Bewertung anfechten. Das wird scheitern, allein schon weil die ESRB dann wie Idioten aussehen würden. Schlußfolgerung: Sie müssen einiges an Gewalt aus dem Spiel streichen. Das von der Spielepresse so begeistert gefeierte Abschneiden von Gegner-Hoden dürfte damit vom Tisch sein.
So gerne man bei Take 2 das große Presseecho sehen mag, die Zusatzkosten durch die Änderung des Spiels dürften die zusätzlichen Verkäufe wieder aufwiegen. Michael Pachter erwartet 50% niedrigere Einnahmen durch das Spiel und der Aktienkurs fiel.
Hierzulande dürfte das Spiel allerdings auch ohne Gemächt-Entfernung von der USK direkt an die BPJM weitergereicht werden. An Antragsstellern wird es nicht mangeln. Wenn doch, mache ich es gerne selbst.
Am Ende bleibt für mich nur die Frage, warum Rockstar überhaupt so ein Spiel macht. Natürlich habe ich es nicht gespielt, aber die atemlos-begeisterten Beschreibungen der Presse (die natürlich wie immer nahezu völlig jedes Maß an kritischem Denkvermögen vermissen lassen) sorgen bei mir aber nicht gerade für ein großes Bedürfnis es zu tun. Meine kurze Zeit mit Manhunt 1 war irgendwie genug Manhunt für die nächsten 30 Jahre.
Ist es einfach die zynische Einschätzung, dass sich kontroverse Sachen gut verkaufen? So ein großer Hit war Manhunt 1 ja nun auch nicht. Die Tatsache, dass man das Spiel nur für PS2 und Wii entwickelt hat, deutet aber schon auf einen Versuch hin, hier einfach schnell und hastig ein bisschen Kohle vom Baum zu schütteln, die Take 2 gerade dringend braucht. Wenn man in Manhunt einen echten Franchise sehen würde, hätte es den ersten Teil nicht nur früher sondern auch für die 360 gegeben.
Vielleicht sieht man sich bei Rockstar aber auch einfach als, nun ja, Rockstars? Als Gruppe von Rebellen, die es dem Man™ mal so richtig zeigt? Wenn ja, wäre das mal ein ganz großer Fall von akuter Selbsttäuschung. Was meint ihr? Seht ihr einen Grund Manhunt 2 doch ab 18 zu bewerten? Warum machen die überhaupt solche Spiele? Ich bin da etwas ratlos.
*zustimm*
Habe mir mal Manhunt aus einer “Online-Videothek” ausgeliehen, bin aber nicht über das Installieren herausgekommen. Kann nicht verstehen, was der Sinn hinter so einem Spiel ist. Ich habe eigentlich nichts gegen mediale Gewalt, aber bei sowas kommt mir wirklich der Begriff “Pervers” in meinen Wortschatz. (Und der ist mir eigentlich sonst zu “bieder”.)
Tja, da scheint wohl gerade Urlaubszeit zu sein, und sämtliche Eunuchen pflegeln sich auf Rhodos rum und vermiesen den deutschen Urlaubern den Urlaub, indem sie “ausländisch” sprechen.
Die einzige eierlose Person mit gesundem Menschenverstand muss demzufolge wohl eine Frau sein.
Die kommen ja erwiesenermaßen recht gut ohne (eigene) Murmeln zurecht…
Hauptsache schockieren und Presse bekommen, egal in welcher Form… so doof das klingt, geschieht ihnen Recht!
Was wollen wir wetten dass es, sollte das Spiel dann demnächst in nachträglich abgeschwächten Versionen in den Handel kommen, Leute geben wird die sich bei Google nach irgendwelchen uncut-Cheats und Mods die Finger wundtippen?
Die testen am laufenden Band die Grenze, und jetzt haben sie sie endlich erreicht.
Interessant ist doch vor allem, welche Auswirkungen diese Geschichte auf uns Spieler haben wird: Werden wir endlich mal anfangen, uns Gedanken über “unpassende” Inhalte zu machen, oder bleiben wir weiterhin blöde stehen und finden die USK scheiße und rufen “Zensur” und “Österreich, hehehe”?
Solange kein Spiel so richtig daneben gegriffen hat, gab’s für uns ja letztlich keine Messlatte. Wir schielten nach Amerika, und wenn die dort etwas nicht problematisch fanden, fand es hier auch keiner problematisch. Da die dort nix problematisch fanden… na ja.
Jetzt gibt’s also ein Spiel, das niemand auf dem Markt sehen will. Was besseres konnte uns eigentlich gar nicht passieren, und sei es nur, dass bewiesen wurde, dass die Bewertungssysteme halbwegs “funktionieren”. Endlich mal ne Manhunt-Meldung, aus der Pfeiffer und Beckstein et al kein Kapital schlagen können. ;)
Ich fürchte jedoch (schaut mal bei 4Players rein), dass sich nur diejenigen auseinandersetzen werden, die es eh schon tun.
Mich schockiert nicht so sehr, dass solche Spiele produziert werden. Solchen perversen Kram gab es schon immer. Viel mehr erstaunt es mich, dass solche sadistischen Gewaltdarstellungen in Spielen wie Manhunt oder Filmen wie Hostel mittlerweile von einem beachtlichen Teil der Gesellschaft als selbstverständlicher Teil von Entertainment akzeptiert werden.
Die Frage nach der Grenze ist berechtigt und ich habe sie für mich schon länger beantwortet.
Ich fand schon The Warriors widerlich. Bettler verprügeln usw. Nee das muss echt nicht sein, das wirft zuviel Dreck auf die gesamte Branche.
Also ich kann dazu nur sagen, dass ich Manhunt sehr genossen habe (bevor es aus den Spieleregalen verbannt wurde) ! Klar hatte ich das Spiel nur in mein Lufwerk gelegt, um zu gucken ob die Gewalt wirklich so schlimm sind! Als dann die erste Mission geschafft war, war ich neugierig auf den weiteren Verlauf der Story. Letzten Endes habe ich es durchgespielt (3mal). Und so schlimm finde ich die gezeigten Gewaltszenen auch nicht! Ok, dass man(n) bei Manhunt 2 auf der Wii mit den Controllern ein Messer, Schwert oder ähnliches bewegt, also eine vollkommen andere Interaktion als noch beim ersten Teil, kann schon für manche problematisch wirken! Aber eigentlich muss jeder Erwachsene selber entscheiden, ob das Spiel etwas für ihn ist. Und man darf auch nciht über Leute Urteile fällen, die solche Spiele spielen. Ich für meinen Teil bin mit Computern / Konsolen aufgwachsen und habe schon in früher Kindhet DOOM auf dem C64 gespielt! Und ich kann nicht sagen, dass ich irgendwelche psychischen Probleme deswegen habe; reales Blut kann ich trotzdem nicht sehen!
Je mehr man an der Nadel hängt, umso höher muss die Dosis sein. Da hat sich auf allen Medien etwas aufgeschaukelt, was gesellschaftlich zu viel des guten war. Wer solche Hoden-Abschneid-Gedanken hat, der sollte mal dringend auf die Couch. Dass das pubertierende Teenies lustig finden, um sich und die Umwelt zu schocken ist das eine – so nem Krams als erwachsener Gamer mehr als 5 Minuten Aufmerksamkeit zu schenken was anderes.
@ Jander: Das würde ja für ein 12+ sprechen. ;)
Ich kann mich daran erinnern, dass sich einer der Antigames-Blogger darüber aufregte, dass die Video- und Computerspiel-Organisation G.A.M.E. – so heißt sie, glaube ich – die Schuld an dem Amoklauf in Emsdetten auf den Schießsport schob. Der Schreiber meinte, dass dieses Verhalten nicht anders zu werten wäre, als der klägliche Versuch eines Sündenbocks, einen anderen Sündenbock anzuschwärzen, nur um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken.
Aber nichts anderes passiert hier derzeit auch mit Manhunt.
Ich meine, natürlich ist es korrekt, dass Manhunt 2 in den jeweiligen Ländern nur für Volljährige freigegeben wird – dass jedoch Nintendo und Sony (und Microsoft würde es wohl auch tun) deshalb den Verkauf komplett untersagen, halte ich für sehr traurig.
Und wenn man nicht bereit ist, jedes Spiel, unabhänging davon, ob einem der Inhalt oder die Qualität zusagt, gegen Verbote oder Zensur zu verteidigen, scheint man Video- und
Computerspiele selbst noch nicht als Kunstform begriffen zu haben.
Hoden abschneiden scheint wohl momenten im medialen Bereich total in zu sein (siehe Hostel 2). ;)
Es ist momentan wohl manche Leute zu geben, die denken das man nur mit möglichst neuartigen und brutalen Folterszenen hohe Umsätze erzielt. Ich habe Manhunt mal ca 10 Minuten gespielt. Es war mir zu blöd …
Ich weiß nicht wo der Reiz bestehen soll interaktiv Menschen möglichst brutal umzubringen.
Ich glaube auch nicht das ein normaler (erwachsener) Mensch heiß auf dieses Spiel ist.
Interessanter ist dieses Spiel doch nur für Heranwachsende, die den Reiz des Verbotenen hinterherheizen. Deswegen ist nur zu empfehlen das Rockstar das Spiel in den Papierkorb verschiebt und löscht.
Bin grundsätzlich gegen Zensur aber sehe die Sache bei Manhunt ähnlich wie Richard. Ich verstehe einfach nicht was der Ansporn ist überhaupt ein “snuff” Videospiel zu machen. Habe den ersten Teil damals schon abstoßend empfunden. Jemanden unter anderem mit einer Plastiktüte umbringen zu können und das dabei aus der Sicht einer Überwachungskammera zu sehen war damals, glaube ich, eines der vom Marketingteam aufgestellten Verkausfördernden Argumente. Eigenartige Welt. Für mich war das schon damals nur abartig. Wenn Rockstar behauptet sie würden mit dem Spiel subversiv sein wollen, sollte ihnen gerade dann klar sein was sie da wiederwertiges produzieren. Bei Gears of War schlachte ich Leute mit einer Kettensäge ab aber das Spiel fordert mich nicht auf darüber nachzudenken sondern macht deutlich, dass alles nur Show- und Grafikoverkill sein soll – es versucht nicht in mein Hirn einzusteigen, was bei Manhunt wohl anders sein sollte. By the way, ich verstehe auch nicht den Reiz an Filmen wie Hostel von denen es mittlerweile auch schon Fortsetzungen gibt! Hallo? Geht’s noch? … wieso geift da eigentlich keine BPjM ein?! Wofür sind solche Filme bzw Videospiele gut?! Ich bin 25 und fand den ersten SAW extrem verstörend und gebe offen zu hinterher einen Disneyfilm gesehen haben zu müssen um in Ruhe einschlafen zu können.
So gesehen sehe ich eventuell sogar einen Sinn in all diesen Gewaltmedien, wenn sie, wie mir, den Leuten klar macht wie grausam Gealt an anderen ist. Traurigerweise glaube ich nicht das die Mehrheit der überwiegend jugendlichen Konsumenten das ähnlich empfinden …
It’s a sad world.
Das halt ein generelles Problem mit geschlossenen Systemen. Aber dafür gibt es ja noch den PC. Auf dem kann man das Spiel auf jeden Fall raus bringen, wenn man wollte. Notfalls mit digitalem Vertrieb, um die Walmart-Sperre zu umgehen. Da gibt es schon Mittel und Wege.
Tja, das ist halt so eine Sache. Auch Schund verdient natürlich Schutz. Gegen ein Herstellungsverbot (ein Wort was hierzulande ja in letzter Zeit gerne verwendet wurde) von Spielen wie Manhunt würde ich tatsächlich ankämpfen. Aber in den Regalen muss ich das nicht sehen. Da gibt es schon noch Unterschiede. Tatsächlich hat Take 2 schon die “Aber es ist Kunst!” Verteidigung aus der Tasche gezogen. Dummerweise war es der Chairman und nicht der Designer des Spiels. Wenn der Designer kommt und sagt “Hier ist meine künstlerische Intention gewesen und ohne Hoden-Abschneiden funktioniert es aus folgenden Gründen nicht…”, dann höre ich zu. Vorher nicht. Aber wollen wir wetten, das wird nicht passieren?
Die seltsame Argumentation mit dem Sündenbock und so habe ich jetzt nicht verstanden. Vielleicht ist es schon zu spät, aber ich weiß da nicht genau was du willst, sorry.
Ein AO-Rating in den USA oder eine Indizierung in Deutschland, würden ja nur bedeuten, dass der Käuferkreis eben auf jene Menschen eingeschränkt wird, für die ein solches Spiel produziert und gedacht ist: Erwachsene, die sich hoffentlich dessen bewusst sind, was sie da spielen. Dementsprechend würde ich es begrüßen, wenn die Konsolenhersteller solche Software dann auch zuließen.
Natürlich will Rockstar auch provozieren, aber bisher war ich sehr froh darüber, dass sie sich von den ganzen Querelen nicht haben einschüchtern lassen. Sie testen eben die Grenzen aus und Spiele wie “GTA” oder “The Warriors” möchte ich auch nicht missen. Es wird eben auch auf das ältere Publikum abgezielt.
Ich bin auch kein Fan von “Manhunt”. Nach der Hälfte konnte ich das Geschleiche nicht mehr ertragen und als man dann abgeschlagene Köpfe benutzt hat, um die Gegner zu verwirren wurde mir das auch zu krass. Spannend war es aber, dass muss ich ihnen lassen.
Ich denke es ist trotzdem die Entscheidung der Masse, die über Erfolg oder Misserfolg eines solchen Spieles entscheiden sollte.
Wenn das Spiel tatsächlich so gechmacklos ist, wird es nicht unbedingt von einer großen Spielerschar angenommen werden. Aber mit Zensur und ähnlichen Mitteln die Arbeit gänzlich zunichte zu machen, finde ich auch etwas übertrieben.
Wenn der restliche Jugendschutzkram funktioniert und nur “Erwachsene” dieses Spiel erwerben können, würde sich die Spielerzahl sowieso in Grenzen halten. (Welcher durchschnittliche 30-jährige will sowas überhaupt spielen?)
mfg Warp²
Also ich muss ja gestehen, dass ich Manhunt nicht einmal probeweise gespielt habe – mir hat die Prämisse des Titels schlichtweg nicht gefallen.
Trotzdem bekomme ich gehörige Bauchschmerzen bei diesem Thema. Natürlich sollte so ein Titel nicht von Jugendlichen gespielt werden. Und natürlich ist es richtig darüber zu diskutieren, ob dieser Titel nicht auch zu krass für Erwachsene ist (was ja durch die Beschlagnahmung des ersten Teils in Deutschland eine unnötige Diskussion ist – der Gesetzgeber hat für uns schon entschieden, dass das Spiel die Menschenwürde verletzt).
Doch dass weder Sony noch Nintendo AO-Titel im Sortiment führen wollen und Microsoft in Deutschland bei indizierten Titeln Augen und Ohren verschliesst (diese für MS also schlichtweg nicht existieren), finde ich insofern problematisch, als die damit einhergehende (Selbst-)Zensur den Titel nicht einmal mehr der Käuferschaft zugänglich macht, für die der Titel damit ausdrücklich erlaubt ist.
“Das Spiel von Epic” ist da ein berühmtes Beispiel, welches weltweit mit das erfolgreichste X360-Game überhaupt ist, in Deutschland “offiziell” aber garnicht existiert. Warum das ganze? Weil es keine vom Gesetzgeber anerkannte Altersverifikation gibt, die Microsoft in XBL einsetzen könnte und damit das Game und alles was damit zu tun hat, auch nur erwachsenen Spielern zugänglich machen könnte. Doof für uns, doof für Microsoft!
So haben wir leider eine Situation, in der einige Titel mehr “ab18″ sind, als andere “ab18″ Titel, wie die Krähe, deren Beine gleichlang sind – besonders das linke. Werbe-, Ausstellungs- und “Erwähnungs”-Verbot sind da die Stichpunkte, doch wird nicht erst seit gestern davon gesprochen, dass diese Verbote mehr Werbewirkung haben, als wenn der Titel einfach nur mit ner mittelmäßigen Wertung im Laden gestanden hätte – mit 18er-Freigabe (denn seien wir ehrlich – spielerisch war Manhunt wirklich mittelmäßig, die Beschlagnahmung hat ihn dagegen zum Must-Have geadelt). Und so lange weder Handel noch Eltern sich wirklich um die Einhaltung von Altersfreigaben kümmern, kann man beschlagnahmen und indizieren bis man CSU wählt, besser wird die Situation dadurch auch nicht.
Manhunt war nur dann “krank” wenn man sich wirklich reingedacht und draufeingelassen hat (und dazu war das Spiel zu bescheiden, als das ich das je gemacht hätte), gesehen hat man aufgrund der bescheidenen GTA-Engine doch sowieso nichts – ich fand’s gewalttechnisch jedenfalls arg überbewertet (und damit langweilig).
Für die Clown-Freaks hatte ich zudem Null Mitleid, weil das ganze Setting vorne und hinten nicht funktioniert hat und ich eigentlich dachte ich spiel die Alptraumversion einer Vergewaltigung von Metal Gear Solid durch Thrill Kill.
Würde jetzt ja gerne mein (kontroverses) GJ-Review verlinken, aber das geht ja leider nicht mehr…
Und Manhunt 2 geht halt einen Schritt weiter, wo ist das Problem? Erinnert sich noch jemand daran wie alle einen Aufriss über die Fliegen über den Leichen bei Quake 2 gemacht haben? Oder das man in SoF den Soldaten in die Eier ballern konnte? Jetzt werden halt Hoden geschnippelt. Und noch hat’s keiner von uns gespielt/gesehen, ich denke IGN übertreibt einfach.
In der Filmbranche gibt’s schon seit über 30 Jahren das torture-Genre, warum soll Manhunt (2) nicht den Grundstein für sowas im Spielbereich legen? Natürlich ist das alles kranke Scheiße, aber hey, mit einem Panzer über Schweinehälften fahren ist auch krank, aber KUNST! Also warum ist das eine jetzt kränker/verabscheungswürdiger als das andere?
Offensichtlich müßen sich die Gamer hier auch selbst an die Nase fassen, wenn nicht davon ausgegangen werden konnte das eine Klientel Manhunt 2 in ausreichender Stückzahl gekauft hätte – wäre es doch nie entwickelt worden.
Denn letzten Endes entscheiden doch die Spieler was gespielt wird – und wenn ein Markt für Hodenschnippel da ist, warum soll der nicht bedient werden?
DAS WIRKLICHE PROBLEM an der Sache ist, es gibt kein Gegenstück zu diesem Blut-Gewalt-Orgasmatronischen Erlebnis ~ kein intellektuell-ansprechendes Spiel das ebenso eine Welle macht wie Manhunt. Manhunt bedient das Fleisch, jetzt müßte es was geben für den Geist.
An dem Tag wo ich also zwischen dem interaktiven “So sprach Zarathustra” (bitte hier einfach irgendeine weltbedeutende, kontroverse Schrift einsetzen) und “Ilsa – Shewolf of the SS” bzw. “Man behind the Sun” od. “Guineapig” wählen könnte wäre ein problemlos erhältliches Manhunt 2 also vollkommen legitim für mich.
Was nichts daran ändert das auch jetzt jeder selbst einschätzen sollte er sich sowas geben will oder nicht. Grundsätzlich bin ich für das Überschreiten von Grenzen, denn irgendwann verliert dieses ganze Gewaltgeeier (;)) auch seinen Reiz, und dann muß man sich notgedrungen wieder um andere Dinge kümmern um Absatz zu haben.
In Film und Literatur gibt’s ja schließlich auch nicht nur Tortureporn sondern noch das ein oder andere Genre.
Weil’s spät ist alles etwas unsortiert und ohne schöne Überleitungen zwischen den Absätzen…
Egal wie fies es jetzt ist, immer noch besser als geschnitten. Wem das zu geschmacklos ist, soll es einfach im Regal liegen lassen. Ich hab Hostel (Teil 1) auch im Kino angesehen und fand ihn gut. Ist eben Geschmackssache. Solange keine haptischen Rezeptoren von realer Lebewesen jeglicher Art tangiert werden, bin ich für absolute künstlerische Freiheit. Wer nicht weiß wie der Ausknopf funktioniert, sollte nichts anmachen.
Bei der Manhunt-Debatte in diesem und anderen Blogs/Foren kommt es mir oft so vor, als würden viele Spieler die Schuld an der Kontroverse um ihr Hobby auf einzelne Spiele und deren Fans schieben, die dann als “pervers” oder “krank im Kopf” abgetan werden. Ganz im Sinne von: “Schaut mal, das Spiel ist doch viel brutaler als mein CS/SoF/Quake/whatever.” Doch ist es tatsächlich humaner, wenn ich einer virtuellen Figur in den Kopf schieße, als wenn ich sie mit einer Plastiktüte ersticke? Kann man das wirklich unterscheiden? Wenn ja, wäre jemand im richtigen Leben weniger Mörder, würde er erstere Tat begehen, als jemand der zweitere Methode anwendet?
OK, es ist wirklich spät.
Was ich eigentlich sagen will: Sich einfach von unliebsamen Genrevertreter zu distanzieren, um gegen die unsachliche Darstellung von Spielen in den Medien und der Politik anzukämpfen, ist, denke ich, nicht der richtige Weg … aber wohl leider der einfachste.
Ein AO-Rating schränkt aber doch niemand in seiner künstlerischen Freiheit ein. Das Spiel ist ja nicht verboten. Dass Sony oder Nintendo oder Walmart mit solchen Spielen nicht in Verbindung gebracht werden möchten ist ihr gutes Recht. Das Recht auf künstlerische Freiheit ist kein Recht darauf fette Kohle zu machen.
Sheltem, ich kann dich immer noch nicht nachvollziehen. Ich gehe jetzt ins Bett und lese dich morgen früh nochmal, vielleicht fällt mir dann eine sinnvolle Antwort ein.
Es ist überhaupt nicht “human”, weil es hier, so oder so, lediglich um Pixel geht. Pixel kennen keinen Schmerz. Um was es geht, ist die Wirkung auf die Person _vor_ dem Monitor. Speziell wenn die Person man selbst ist. Und auf mich macht das schon einen ganz anderen Eindruck, ob ich in Resistance Monster mit Headshots umlege oder ob man in Manhunt2 Gegnern die Eier absäbeln und sie mit der Wiimote in Stücke sägen kann. Würg.
Ich denke, dass du gerade auf dem falschen Schlachtfeld stehst. Unabhängig von Schünemann, Pfeiffer, Thompson muss doch jeder für sich selbst wissen, wo er die Grenze zieht. Für mich jedenfalls hatte schon der erste Teil diese Grenze ziemlich deutlich überschritten, weshalb ich die Entscheidung der genannten Unternehmen, MH2 nicht zu verkaufen/lizensieren absolut nachvollziehen kann.
Das ist, wie Richard ausführte, auch keine Zensur.
@nEm: Nein, du hast doom nicht auf dem C64 gezockt:
http://www.mobygames.com/game/doom
Gratulation zur Selbstdisqualifizierung.
Zum Thema: Ich halte nicht viel von übermäßiger Gewalt in Spielen. Ja, ich habe Doom früher gespielt, ja, ich habe Prey genossen und in der Vergangenheit den einen oder anderen Ego-Shooter gezockt und in Zeiten von deutschen beschnittenen versionen meist die internationale Version gezockt, weil ich mir nicht vorschreiben lassen wollte, was ich sehen darf.
Manhunt habe ich bisher nicht gespielt, ich habe es auch nicht vor, es interessiert mich einfach nicht wirklich, von der Story her. Dass die Gewalt bei dem Spiel so hochgehalten wird, könnte mich nicht weniger tangieren.
Dass der Nachfolger jetzt überall so getreten wird, halte ich vor allem für politisches Getue, ich kann mir nicht vorstellen dass er wirklich so viel brutaler ist als der erste Teil.
Ich frage mich nicht so sehr, warum solche Spiele produziert werden, sondern warum sie gekauft werden. Man könnte nun sagen, dass Leute die so etwas produzieren, krank im Kopf sind, die kranken Leute sind doch aber die, die sich an der Gewalt laben und ergötzen. Arme Welt. Vielleicht sollte man doch besser den Ratten die Erde überlassen, die können vielleicht mehr damit anfangen als wir…
Für mich ist es absolut nachvollziehbar, dass Sony und Nintendo dieses Spiel nicht auf ihren Konsolen sehen wollen. Das ist auf jeden Fall ihr gutes Recht und ich halte das für die beste Entscheidung für Sony seit langem. Schön zu sehen, dass dort doch noch Menschen mit gesundem Menschenverstand stehen.
Den Rockstar-Entwicklern bleibt ja noch der PC als Platform, wo die Markenidentifikation auch wesentlich geringer als im Konsolen-Bereich ist.
Aber egal wie “anders” das Spiel von seiner Thematik her ist, wissen wir noch nichts von seiner Spielbarkeit und dieser Fall wäre nicht der erste, wo ein “perverses” Spiel auch plötzlich vom spielerischen her top ist.
Ich spiele hier natürlich auf den Fall von Thrill Kill an.
Für alle die das Spiel nicht kennen:
Thrill Kill war ein Beatem Up, indem sich anstatt der üblichen 2, 4 Kontrahenten gegenüber standen. Man konnte sich dabei auch mit Mitspielern verbünden und während der eine den Gegner festhielt, durfte der andere ihn bearbeiten.
Problematisch bei diesem Spiel war dann allerdings, dass man nicht durch ein K.O. aus dem Spiel ausschieht, sondern der Spieler welcher die meisten Treffer landen konnte, sich in eine Art Übergegner verwandelte und den nächstliegenden Spieler mit einer Berührung äußerst blutig ins digitale Nirvana befördern konnte.
Kurz bevor das Spiel erschien wurde die Produktionsfirma von EA geschluckt, welche das Spiel nicht mehr vertreiben wollte und somit erschien es nie offiziell.
Aber interessant war halt bei diesem Titel, dass er trotz der Gewalt nicht nur neues sondern auch interessante und super spielbare Innovationen bot.
Somit kann man nicht unbedingt sagen, was Manhunt 2 nun wirklich bietet oder bieten wird.
Interessieren tut mich das Spiel aber eher wenig, weil ich den ersten Titel auch schon eher als blutigeren Abklatsch von MGS ansah, auch wenn ich die Atmosphäre nicht schlecht fand.
da gab es doch mal einen guten Horrorfilm über einen Jungen, der sowas wie ein Rattengott war. Wer sagt denn, das sich jemand an Hostel oder Manhunt oder Horrorfilmen ergötzt. Es geht doch um den Grusel, den Ekel und die Abscheu, die man da fühlt/ fühlen will. Gruselkabinette gibt es ja schon Jahrhunderten. Schon mal im Jack-The-Ripper-Museum gewesen?
Manhunt ist Teil einer Trash-Horror-Kultur.
Heisst das Richard, du bist doch für Beschlagnahme?
cheerio, brof
Ich lerne aus der ganzen Diskussion nur, wie schwer es Leuten fällt mit fiktiven Inhalten umzugehen. Ich habe weder Manhunt 1 gespielt, noch hatte ich vor das 2er zu spielen, aber der Inhalt hat mich nie gestört.
Etwas zu akzeptieren ist einfach, so lange der eigene Geschmack keinen Anstoß daran findet. Wenn wir CS spielen und jemand kommt daher und wirft uns vor, es sei nur eine “Killersimulation”, dann verteidigen wir es natürlich dagegen; aber wir sollten auch daraus lernen, dass alles nicht jenseits unserer Geschmacksvorstellung endet. Es ist alles immer abhängig von subjektiven Einschätzungen. Dazu kommt, dass man immer der Vorstellung erliegt, dass “Information” in Massen verbreitet so eine Art Virus ist, der die “Inresistenten” (a.k.a. die Dummen) dahinrafft. Ich glaube das gabs schon beim Buchdruck und seit dem haben wir es auch noch nicht wieder los bekommen.
Thrill Kill ist das zweite Spiel, dass ein AO-Rating wegen Violence, Blood and Gore kassiert hat.
In der Tat. The Punisher und Thrill Kill haben beide ursprünglich ein AO-Rating für Gewalt bekommen. Punisher wurde geschnitten und dann auf den Markt gebracht, Thrill Kill einfach nicht veröffentlicht.
Ích sehe Manhunt 2 in seiner ganzen Pracht als eine art dicken, fetten Stinkefinger von Rockstar an die Jack Thomsons dieser Welt. Im Sinne von “Ihr wollt einen Mordsimulator? Ja? Ja?! Bitte hier habt ihr!”
Das mag nicht sonderlich reif sein, aber irgendwie verständlich.
Darüber hinaus verstehe ich die Aufregung darüber nicht, auf dem Konsolen-Sektor einen Markt für härtere Gangart an Gore zu etablieren. Gibt’s ja schließlich bei anderen Medien auch, und letztlich wäre das auch die Zielgruppe. Das hin und wieder ein paar Kids sich den kram reinfahren ist genausowenig zu verhindern, aber auch genauso wenig schlimm, wie wenn sie sich vom großen Bruder irgendeinen Kettensägenpornozombiesplatter ausleihen lassen.
Die ganze Aufregung darüber ist schlichtweg unnötige Scheindebatte.
Ich selbst bin kein Teil der Zielgruppe. Aber wenn ich wollte würde ich dann doch auch bitte dürfen. Schließlich, und das vergessen die meisten Stimmen scheinbar immer wieder, ist es nur ein Spiel.
Puh… na super. Erstmal vorneweg ich bin wohl einer der wenigen hier die den ersten Teil gespielt haben und etwas hatten, das man wohl kaum “Spaß” nennen kann (macht Salo gucken “Spaß” oder von mir aus Takashi Miike Filme?). Dieses diffuse Etwas das es zu holen gab, war eine Mischung aus Beklemmung, wohligem Grusel, Ekel und einfach nur Angst nicht zuletzt vor mir selbst. Und genau darauf wollten Rockstar wohl auch hinaus. Manhunt ist nicht clean wie Counterstrike wo dann gerne argumentiert wird Headshots seien halt am effizientesten zur Gegnerbeseitung. Manhunt ist ein verdammt düsteres, nihilistisches, schmutziges Game. Nach dem Spielen will man am liebsten duschen gehen. Und trotzdem genau das ist großartig und hat als beklemmender Gefühlsmix seine Berechtigung in egal welcher medialen Form. Ob Brett Easton Ellis, Tobe Hopper oder eben Rockstar Games.
Und kurz zu Hostel: der Vergleich hinkt vor allem deshalb schrecklich weil Hostel vor allem ein fürchterlich schlechter Film von einem unterridisch untalentierten Regisseur ist der das große Glück hat mit den richtigen Leuten (Tarantino et.al.) abzuhängen.
Wem das alles viel zu viel ist der soll die Finger von solchen Games lassen. Mündige Erwachsene treffen ganz gut selbst die Entscheidung mit welchen Aspekten der menschlichen Existenz sie sich in einem fiktiven Kontext lieber nicht beschäftigen wollen. Das jetzt Manhunt 2 als Opferlamm von der Community zur Schlachtbank getragen wird unter dem Motto: “das hier könnt ihr haben aber dafür dürfen wir dann Bioshock spielen, ok?” bringt niemandem was.
Wo ich dir aber dannn doch Recht geben muss ist die scheinbare Naivität von Take2. Das die geglaubt haben das Ding an Nintendo vorbeischmuggeln zu können ist schon erstaunlich dummdreist.
PS. Was ist denn nochmal mit dem Listenstammtisch in München. das wär doch ein guter Auftakt? So einer feiner Streit mit fliegenden Fäusten etc.pp. oder^^?
Telepolis Link
wahrscheinlich hat Rockstar dies hier gelesen und dachte sich, das lässt sich für die Spielebranche ähnlich umsetzen, deswegen auch Wii, mit Casual Gamer und so.
Ach ansonsten ist mir das Spiel eigentlich egal, dem Spiel durch wirtschaftliche Wege den Hahn abzudrehen ist ja okay, solang nur keiner Verbot schreit.
Jetzt muss ich als bisher stiller Leser dieses Blogs doch auch mal Senf dazugeben.
Mittlerweile gehöre ich schon zum älteren Semester. Am C64 gab es wegen der Hinrichtungen bei Commando Lybia großes Geschrei, später wegen Wolfenstein. Und wieso wollten wir Kids es haben? Genau – gerade deswegen! Wegen dem Geschrei! Weil sich die Eltern so herrlich darüber aufgeregt haben! Und weil man in überall hörte, dass das ja etwas ganz, ganz Schlimmes wäre. Genauso war man als Kid ja auch scharf auf die “Freitag der 13.”-, “Nighmare on Elm Street”- und später “Tanz der Teufel”-Filme.
Mit dem Kram kann man ja aber die Kids von heute nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Wenn der Papa schon Doom3 auf seinem Mac laufen hat, dann muss es eben etwas anderes sein, damit man ihn schocken kann.
Und genau deswegen wird ja die Schraube immer mehr angezogen. Es muss Pressegeschrei geben, damit die Kids heiß auf die Sachen werden! Der Ruch des Verbotenen muss her! Ob im Spiel oder im Film – die Kids brauchen etwas, das nach Verbotenem klingt und aussieht.
Und nicht viel mehr sehe ich in der ganzen Angelegenheit.
Und wie man ja an einigen Schreibern hier sieht, erledigt sich das früher oder später auch wieder; man wird älter und braucht das nicht mehr unbedingt und achtet lieber auf andere Dinge wie Handlung, Qualität etc.
Ich selbst habe Commando Lybia, Wolfenstein, später Doom, Unreal Tournament, CS und Postal gespielt; habe mir als Minderjähriger von älteren Freunden die “Nightmare”-, “Freitag”- und “Tanz der Teufel”-Filme besorgen lassen – und trotzdem bin ich noch nie in meinem Leben auf die Idee gekommen, einen anderen Menschen absichtlich zu verletzen oder gar schlimmeres.
Ich kenne Manhunt nicht; weder Teil 1 noch sonstwas – aber genau wegen des Rummels, der jetzt wohl darum gemacht wird, wird es der absolute Renner werden, sollte es irgendwie seinen Weg in den Handel (oder eher noch in die Tauschbörsen) finden.
Du irrst dich. Das Ganze wird Take 2 ziemlich viel Geld kosten. Natürlich hatten sie eine Kontroverse eingeplant, um Werbung zu machen. Aber eine AO-Rating war nicht geplant. Jetzt wird nur noch eine deutlich zensierte Version auf den Markt kommen. Wer will die denn noch? Den Kids wurde Eier-Abschneiden versprochen. Das wird man jetzt nicht mehr liefern können.
Und trotzdem wird sich die ganze Affäre für Rockstar als sehr gute Werbung herausstellen…
Für den Heranwachsenden ist die Firma jetzt gleich doppelt cool…
Um es mal so zu sehen: Wäre Rockstar ein Spielentwickler, der keine GTA Lebensversicherung im Rücken hätte, würden sie aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht einmal daran denken ein Spiel wie Manhunt zu entwickeln.
Ich glaube eher das Nintendo Manhunt gebraucht hat und nicht umgekehrt. Imagestunt.
Ich seh’ das ähnlich wie Richard.
Natürlich ist diese Diskussion eine prima Werbung, aber was bringt einem die beste Werbung, wenn man das betreffende Produkt nicht gescheit verkaufen darf? Firmen wie Take2 und Rockstar machen Spiele doch nicht um ihre edlen Vorstellungen von Kunst und Meinungsfreiheit auszudrücken, es geht um Verkäufe, Gewinne und Arbeitsplätze; niemand sägt gerne an seinem eigenen Stuhl wenn sich das vermeiden lässt.
Zudem, der Ruch des Verbotenen ist angesichts der lustig-fröhlichen Filesharing-Welt nicht sonderlich lukrativ. Wenn ein 14-jähriger Manhunt spielen will, dann geht er in die Piratenbucht und läd das Spiel über Nacht auf Papis Rechner… vielleicht kauft er sich ja 4 Jahre später den Nachfolger, oder ein anderes Spiel des selben “coolen” Herstellers, aber auf Basis solcher Mutmaßungen entwickelt man kein Spiel.
Es ist ein peinlicher, und vielleicht sogar amüsanter Reinfall…
Das halte ich für eine sehr gewagte Behauptung.
In der Tat. Wenn Nintendo irgendwas im Moment nicht nötig hat, dann ein Manhunt 2.
Ich finde es ehrlich gesagt schade dass manhunt 2 in der eigentlichen version nicht erscheinen kann. Solch ein spiel auf der Wii zu spielen wo man interaktiv ins spielgeschehen eingreifen kann ist schon irgendwie bedenklich… aber auf der anderen seite auch mal was interessantes neues.
Ich hab Manhunt 1 auch schon gespielt, allerdings nicht durch da mir das immergleiche gemetzel irgendwann zu langweilig wurde. Aber es war etwas neues das mich (und bestimmt auch vieleviele andere) neugierig gemacht hat. Postal war ja auch nicht anders, einfach mal austesten was denn möglich ist und sich einfach mal austoben. So sehe ich das bei manhunt 2 auch, jemanden diverse gliedmaßen mit der Wiimote interaktiv abzuschneiden oder mit dem kabel zwischen mote und nunchuk zu würgen stimmt mich abermals neugierig. Ich bin mir sicher, wenn ich manhunt 2 hier auf der Wii hätte wäre es garantiert nicht anders als beim 1sten teil. Ich spiele das spiel an, “freue” mich darüber was alles möglich ist mittlerweile aber mache es nach höchstens der hälfte aus weil mir es zu monoton wird.
Aber ich hätte das spiel gekauft und Rockstar hätte das was sie im grundsatz von dem Spiel wollten – Geld.
Ich habe Teil 1 mal probeweise gespielt und den Titel für langweilig befunden. Zudem fand ich schon damals die Gewalt dämlich bzw. nervend.
Was nun mit Teil 2 geschieht, geschieht zu Recht. Nichts gegen Gewalt in Spielen, aber purer Sadismus muss nun wirklich nicht sein. Was mich allerdings erschreckt: Bei vielen Seiten (auch bei uns) jammern einige Leser herum, welche das Spiel ganz doll unbedingt haben wollen. Die Tatsache, dass es tatsächlich Käufer für so einen (spielerischen) Schrott gibt, ist meiner Meinung nach das eigentliche Problem.
PS: Wenn ich jetzt übermäßig viele Rechtschreibfehler drin habe, bitte nicht wundern: Ich sitze hier am Notebook meiner Freundin und bin die Tastatur noch nicht so recht gewohnt ;)
Genau das wollte ich damit sagen.
Dagegen ist nichts einzuwenden, nur sollte man jedem mündigen Videospieler eingestehen, diese Grenze selbst ziehen zu dürfen und sich nicht über jemanden moralisch erheben, wenn dieser auch das virtuelle “absäbeln von Eiern” zu verkraften weiß.
Und nochmal: Was du sagst ist vollkommen verständlich, nur leider kann ich den Beiträgen vieler anderer in diesem Blog entnehmen, dass sie ihre Geschmacksgrenze als allein gültige ansehen. Und das erinnert mich schon etwas an Pfeiffer und Co.
Es erinnert nicht nur ‘etwas’ an Pfeiffer , sondern ist genau das gleiche: was gegen meine Geschmacksgrenze verstoesst, kann/muss verboten werden!!!1 Ein bisschen gegen Zensur sein gibt es nicht…
Sich zu wünschen, dass ein Spiel nicht gemacht wurde und sich zu freuen, dass ein dem Inhalt angemessenes Rating bekommen hat, ist nicht das gleiche wie es zu verbieten und hat wenig mit Zensur zu tun.
Die BBFC hat das Spiel verboten, damit geht es zumindest auch um Zensur. Mein Kommentar bezog sich mehr auf den Tenor vieler Vorredner, dass Spieler von Manhunt wohl ‘krank im Kopf’ seien und es schon gut sei, dass das Spiel verboten wurde. Das ist exakt die gleiche ‘Argumentation’, die sofort zum grossen Aufschrei fuehrt, wenn man ‘Manhunt’ durch ‘GTA’ ersetzt. Wenn es nun also doch ein Mass an virtueller Gewalt gibt, dass man nicht mehr tolerieren kann, spricht ja nichts mehr gegen ein Herstellungsverbot von Killerspielen, etc. Es muss eben nur die ‘richtige’, sprich die eigene, Hemmschwelle als Grundlage des Gesetzes dienen. Persoenlich interessiert mich Manhunt 2 im uebrigen gar nicht, weil ich Manhunt 1 nicht mal zur Haelfte durchgespielt habe. Allerdings nicht wegen der Brutalitaet, sondern weil es einfach ein schlechtes Spiel war.
Im übrigen halte ich das AO-Rating selbst ja garnicht für so schlimm, sondern sogar richtig. Was mir daran nicht gefällt, ist die Tatsache, dass “AO” jahrelang eine reine Pornoauszeichnung war, welche den Spiele-Publishern drüben half, ihre Systeme pornofrei zu halten, was wiederum eine bigotte Einstellung ist in meinen Augen.
Denn Nintendo und Sony verweigern AO-Titeln ja nicht erst seit Manhunt die Lizensierung, sondern aus der Erkenntnis heraus, dass die ESRB “eigentlich” nur dann AO vergeben hat, wenn es sich um einen sexuell orientierten Titel gehalten hat – Mord und Totschlag war schliesslich ok im Kinderzimmer, aber keine Brüste!
Ob also nun Manhunt2 verkauft wird oder nicht, macht mir daher weniger Sorgen, als die Tatsache, dass mit Indizierung und “AO”-Rating eine Quasi-Zensur geschaffen wird. Wenn man’s verbieten möchte, dann soll man es auch verbieten, aber nicht solche verschwurbelten Systeme erschaffen, wo durch die Hintertür zensiert werden kann durch eben jene Definition von “mehr ab18 als ab18″.
finally…revenge for rockstar vienna :)
Schade dass es Original gar nicht mehr verkauft wird )=
Hoffentlich schneiden sie solche Gewaltszenen nicht ganz raus sondern “verdecken” sie nur, sodass sie durch geschicktes hacken des Spiels am Ende wieder sichtbar sind; so wie bei GTA die SexSzenen..
lol…und das hat Rockstar damals fast in den Ruin getrieben. Gaaarantiert werden die das nochmal versuchen :)
Ich nehm mal an du meinst den Hot Coffee mod?
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man den Inhalt eines Computerspiels oder eines Films einfach tolerieren sollte. Mit einem Jugendschutz (18+) sind die Kinder geschützt und Erwachsenen sollte es freistehen, mit welchen Unterhaltungsformen sie sich beschäftigen. Personen die Manhunt oder ähnliches als sadistisch oder pervers klassifizieren sind nicht gezwungen sich solche Inhalte anzutun. Würden mehr Menschen sich für Gewalt begeistern wäre eine Indizierung gar kein Thema und man würde den Sinn von Disneyfilmen anzweifeln.
Ha. Sehr geil. :D
(Sorry, musste ich nur kurz loswerden)