Keine Zeit für nix

Puh! Wie an anderer Stelle bereits angekündigt, fällt mir das Schreiben für ein Spieleblog derzeit noch viel schwerer als sonst — denn über was soll ich schreiben, wenn ich jetzt schon seit Monaten kaum bis gar keine Zeit zum Spielen habe, Spielediskussionspartner #1 in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt und nun auch noch ein Umzug ansteht, der organisiert werden will? Trotzdem komme ich natürlich immer wieder mal dazu, für ein paar Minuten die olle 360 oder meinen DS anzuwerfen. Hier ein paar Spiele, die ich in letzter Zeit zumindest angespielt habe:
Elite Beat Agents DS: lustig! Wenn auch nicht ganz so super wie erwartet/erhofft. Man tippt halt im Rhythmus, oder vermeintlichen Rhythmus, zur Musik. Das ist wahrlich kein Guitar Hero. Aber die bekloppten Stories, die parallel zu den Songs erzählt werden, reißen es wieder raus. Seit Project Rub bzw. Rub Rabbits nicht mehr so einen Spaß-Spaß gehabt.
Bomberman Live: womöglich das bisher großartigste Spiel auf Xbox Live Arcade, wenn es auch seltsam leise ist. Das ist tatsächlich das einzig negative, was man über dieses Spiel sagen kann. Hat man tatsächliche, echte Freunde, die auch mal zu Besuch vorbei kommen, kann man mit ihnen als Gastspieler online gehen und gegen grunzende Franzosen und so weiter antreten. Ansonsten bietet das Spiel die bekannte Bomberman-Formel mit lustigen Spielmodi und vielen Einstellungsmöglichkeiten ob der vorhandenen Powerups. Geil.
The Darkness: man läuft mit einem Dämonen in Kopf und Herzen herum und frisst selbige. Atmosphäre geil, Spiel mau. Falls es nicht eh schon indiziert und/oder verboten ist, handelt es sich dabei wohl lediglich um eine Frage der Zeit. In einem kürzlich beschlagnahmten Spiel darf man den titelgebenden auferstandenen Toten nicht mal die Herzen rausreißen. Buh.
Die BioShock-Demo: das Spiel ging mir eine ganze Weile ordentlich auf den Keks. In diversen Interviews verpasste Ken Levine keine Gelegenheit zu erwähnen, dass er vor kurzem Atlas Shrugged gefressen und ihn das ganz doll inspiriert habe. Versteht mich nicht falsch, ich habe den Schinken nicht mal selbst gelesen, aber meine Freundin hatte ihn eine ganze Weile neben dem Bett liegen, und manchmal hatte ich Angst, dass er nachts auf mich drauf fallen und mein Gesicht zerquetschen könnte. Jedenfalls war mir klar, dass ein Buch, das meine Freundin liest, und ein Spiel, in dem man in erster Linie rumläuft und auf Viecher schießt, einfach nicht zusammen passen. So entstand bei jedem weiteren Interview der Wunsch, dass der Kerl endlich die Klappe halten und zu seinem Ballermeuchelkillerspiel stehen würde. Dann kam irgendwann die Demo. Und ich fand sie furchtbar. Weil man darin tatsächlich nur rumläuft und auf Viecher schießt. Aber inzwischen (und nach mehrmaligem Durchspielen) habe ich meine Meinung sowieo meine Kaufabsicht geändert; das Teil wirkt schon ziemlich beeindruckend, vor allem der Sound. Und da sowas selten ist, bekommen die Jungs zum Dank mein Geld. Ich spiele das durch, ballere dabei auf lauter Gesocks, genieße das Drumherum und habe Spaß. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass hinter BioShock sehr viel weniger Kreativität steckt, als man vermutet. Trotz des beeindruckenden Designs passen einfach viele Dinge nicht. Aber ihr kennt ja die Spieledesigner. Ich stelle mir die Geburtsstunde des Spiels ungefähr so vor: “Jungs! Lasst uns ‘nen Shooter machen!” — “Okay! Irgendwelche Ideen?” — “Hey, wie wär’s mit einer Unterwasserstadt?” — “Cool! Das ist mal was neues. Du da hinten, setz dich mal an den Rechner und entwerfe ein paar Mutentenzombiemonster.” — “Hab ich vorhin schon! Schau mal hier! Sieht aus wie ein kleines Mädchen, ist aber voll unheimlich, glühende Augen und so!” — “Passt schon! Mach noch ein paar!” — “Ich hab übrigens gerade ein geiles Buch gefressen! Hic!” Was soll’s, wird trotzdem Spaß machen. Sicherlich mehr als Half-Life 2. Hihi.
Das reicht erstmal. Donnerstag ist Richard wieder da. Der gar nicht in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt. Ich habe euch angelogen, einfach so.

20. August 2007 um 08:27 Uhr
Als ich das mit dem Gefängnis gelesen habd acht ich schon wtf Oo’, weil auf dem Link diesbezüglich nichts stand, aber du hast uns ja nur verarscht =D
Glückwunsch, Richard^^’
Und: Ich hab EBA Auch mal gespielt und fand schon die erste Storie einfach nur genial!
20. August 2007 um 09:32 Uhr
Hehe, das erinnert mich an die Entwicklung von Half Life 2: Was’n das neuste? - Physikengine - Geil, brauchen wir. Was kann man damit machen? - Zombies zersägen!
Apropos Bioshock, die PC-Demo sollte heute eigenlich um 7 Uhr EST erscheinen, aber anscheinend hat Fileplanet irgendwas mit der Verschlüsselung der Preload-Demoversion verpennt, woraufhin nun nirgendwo mehr was davon zu lesen ist… wenn man vom Geflame im 2KGames-Forum mal absieht.
20. August 2007 um 09:53 Uhr
Ann Ryand ist eigentlich gar keine so überraschende Inspiration für einen Ego-Shooter, schließlich marschiert beim Objektivismus das Ego ganz vorne. Mir fällt aber auch auf, dass Levine im gleichen Atemzug Orwell nennt, der eigentlich in jeder Hinsicht ein richtig guter Schriftsteller ist und mit Ryands Kitsch sowohl qualitativ als auch ideologisch inkompatibel ist. Es wäre cool, wenn sich das irgendwie im Spiel niederschlagen würde.
Ich hoffe, dass Bioshock super wird!
20. August 2007 um 11:18 Uhr
Heute erscheint die neue GEE, die sich mit Bioshock (Coverstory) beschäftigt. Ich hoffe Richard bringt trashige Rollenspiele aus der Mongolei mit. (”Kill that Russia!”)
20. August 2007 um 11:34 Uhr
Ich glaube auch nur noch das Bioshock sich von der Konkurrenz durch das Szenario und die Atmo abheben wird, die verschiedenen Munitionstypen sind alt, das Charakteraufbausystem ist viel zu simpel (ich will unbedingt ein neues Deus Ex) und mit irgendwelcher Literatur zu prahlen die man angeblich gelesen hat ist nur arm.
Bei neuen Games isses übrigens so wie inner Politik, am Anfang der Entwicklung von nem neuen Spiel/Reform wird groß geprahlt “das wird alles dagewesene in den Schatten stellen; die Welt wird danach nie wieder so sein wie vorher; die Geschichte wird eines Tages auf uns herabsehen…”nahja ihr wisst was ich mein.
Im Zuge der Entwicklung/innerparteilichen Debattierung wird dann immer mehr gekürzt um die Sache Massentauglich zu machen “Erfahrungspunktesystem in nem Shooter? Braumer net; Eigenheimzulage? kost nur Geld; dynamische Kampagne? Das is zu viel Arbeit…und da kann man schwerer so schöne coole Scripteffekte einbauen; Rentenkasse? Schreib einfach Verteidigungshaushalt druff und tausch die.”
Und am Ende isses dann einfach nur noch Standard.
20. August 2007 um 11:39 Uhr
Ich vermeine irgendwo gelesen zu haben, dass die Ursprungsidee für Bioshock eine Insel, nen Haufen Nazis und gentechnische Experimente umfasste. Irgendwo zwischen dieser Idee und dem Endergebnis scheinen die Jungs nochmal nen gehörigen Haufen Kreativität getankt zu haben ;)
20. August 2007 um 12:30 Uhr
Yeah! Ein neuer Artikel
Doppelyeah! Antigames hackt auf Bioshock rum! Nichts anderes hatte ich von euch erwartet.
20. August 2007 um 12:44 Uhr
Mir ist egal ob Bioshock etwas in der Branche verändert oder nicht, die Demo war schon so viel intensiver als viele Spiele der letzten Monate.
Die Tatsache das in Bioshock tatsächlich 2 Monster wie Big Daddy und Little Sisters so stark miteinander interagieren gab es bis jetzt in einem Spiel nur fest geskriptet und man darf nicht vergessen das die Demo nicht viel mehr als ein Tutorial darstellt und die KI ist schon wirklich beeindruckend obwohl es nur die eine Gattung von Spicer gibt. Ich hab auch kein Problem damit wenn Bioshock nur ein sehr intensiver Egoshooter ist aber da Ken Levine an Thief und System Shock 2 gearbeitet hat denke ich kann Bioshock ein würdiger Shock-Nachfolger werden.
20. August 2007 um 13:08 Uhr
Ach komm, Ranor — bei Spielen, die schon mal sehr gut sind, fallen die (wenigen) nicht sehr guten Dinge eben viel stärker auf. Sonst könnten wir ja auch über Wing Commander Arena schreiben.
20. August 2007 um 14:47 Uhr
Immerhin hat Hendrik mit dazu beigetragen, dass ich mir vorhin doch die Vorbestllungs-Box zu Bioshock gekauft habe. Wenn er schon abwertend über Egoshooter schreibt, aber dann doch Bioshock kaufen will, kann es nur gut sein ;)
Er war aber nicht der erste Anstoß. Erst letzte Woche hörte ich einen Freund von Bioshock schwärmen, der eigentlich kein Egoshooter-Fan ist. Seltsam oder?
Und wenn sich aller Jubel im eigentlichen Spiel als Trug herausstellen sollte… Was solls. Habe schon schlimmeres erlebt.
20. August 2007 um 15:01 Uhr
Würde diese Seite nicht ANTIgames heißen, würde ich manchmal denken, dass ihr alle ständig in muffigen Kellern sitzt und euch Bratpfannen auf den Schädel schlagt. ;p
20. August 2007 um 15:25 Uhr
Und wie verleitet dich der Titel dieser Seite, zu glauben, daß sie es nicht tun? *g*
20. August 2007 um 15:36 Uhr
BioShock kann eigentlich nur enttäuschen, wenn man mehr als einen zugegebenermaßen recht dynamischen, aber im Kern immer noch sehr “normalen” Shooter erwartet oder, so clever/interessant/erwachsen das Setting auch sein mag, auf das Geschwätz mit Ayn Rand was gibt.
20. August 2007 um 15:36 Uhr
(Leider war ursprünglich bei mir eines davon der Fall. Aber ich habe meinen Frieden damit geschlossen.)
20. August 2007 um 16:25 Uhr
Nach all den Ankündigungen und Schwärmereien hatte ich eigentlich erwartet, dass am 21ten August 2007 die Welt untergeht (oder irgendwie im Meer versinkt und wir alle zu Mutanten werden).
Kann mir einer ne Frage beantworten? Alle Reviews behandeln Bioshock als wäre es irgendein unheimlich wichtiges Kulturgut, aber keine konnte mir bisher erklären warum das so sein sollte.
Also stellt das Spiel jetzt irgendwelche tiefgründigen Fragen oder versuchen nur alle zwanghaft irgendwas rein zu interpretieren?
Ich würde gerne die Entwickler sehen:
“Hey hast du gewusst, dass wir uns in Bioshock mit tiefgründigen Fragen beschäftigt haben?”
“Bio-was? Muss wohl irgendwie an mir vorbeigegangen sein, war die ganze Zeit voll high - aber du solltest öfters Bücher fressen bei der Entwicklung. Wo ist eigentlich Mitch hin?”
“Ach der… ein Mutant hat ihn gefressen als er in der Badewanne lag.”
“Wie bitte? Schon der zweite diese Woche… Jeff was machst du so lange auf dem Klo?”
“Hmnmnhpf…”
20. August 2007 um 16:37 Uhr
Das ist ja grundsätzlich nichts verkehrtes. Nicht jedes Produkt muss den Markt “revolutionieren” um ein gutes Produkt zu sein. Wenn Bioshock sich neben den netten Effektideen für seine Level Zeit lässt wie Deus Ex und System Shock das getan haben, und Half-Life und Halo nicht, dann wäre ich schon mehr als glücklich.
20. August 2007 um 20:18 Uhr
Die meisten Reviews beschreiben Bioshock eigendlich als die bissherige Perfektion des Genres. Ich bin mir sicher das in fast allen Bereichen es schon Spiele gibt die das übertreffen aber Bioshock scheint, von den Reviews aus gesehen bis jetzt die beste Zusammenführung zu sein. Die Demo hat ja einem bis jetzt kaum was gezeigt vom Spiel, einen kurzen atmosphärischen Eindruck und ein bisschen Kampf, wobei die Entwickler extra sagten das sie den Abschnitt der Demo extra nochmal durchdesignt haben, vermutlich heißt das an der Stelle wo die Demo aufhört ist deine mächtigste Waffe die Rohrzange und das Blitzplasmid, was vermutlich auch etwas Atmosphäre nimmt weil man gleich so früh so stark ist aber hey, wenn die es schaffen die Intensivität der Demo 9 Stunden nur zu halten hat sich der Kauf gelohnt.
Und hey, meine Mr. Boubbles-Figur ist schon gesichtert ;)
20. August 2007 um 21:07 Uhr
die PC demo kann jetzt schon, zB über die Piraten Bucht, gezogen werden ;)
20. August 2007 um 21:43 Uhr
Ich werde es trotzdem mal testen, Ayn Rand hin und her, die ich leider so gar nicht ernst nehmen kann, wie vermutlich jeder, der einmal Matt Ruffs gnadenlose Verarsche (das Wort ist ganz treffend) in “GAS. Die Trilogie der Stadtwerke” gelesen hat.
21. August 2007 um 10:59 Uhr
Hmmm, die Demo grade durchgespielt:
- Schickes Setting. Rapture macht wirklich was her.
- Schicke Grafik, allerdings fragt man sich auch, ob Next-Gen automatisch “omnipräsente Glanzeffekte” bedeuten muss.
- Wahnsinns Sounddesign. Sickerndes Wasser, ächtsendes Metall, splitterndes Glas… wow.
- Wohlige Erinnerungen an System Shock werden wach, vor allem was die Storypräsentation angeht.
- Wo ist das Inventar?!
- Bisschen viel Geballer. Leute anzufackeln und anschliessend im Wasser zu schocken ist auch nicht auf Dauer originell.
- Man kann erahnen was das spätere Spiel an Möglichkeiten bietet, aber das scheinen zu 90% Möglichkeiten zu sein, Gegner umzupusten.
- Das Spiel lässt sich Zeit!
- Komische Plasmid/Waffensteuerung. Gehe ich richtig davon aus dass Waffen auf dem rechten, und Plasmide auf dem linken Gamepadtrigger liegen? In der PC-Version muss man zwischen Plasmid- und Waffenmodus umschalten, das erscheint mir etwas anorganisch.
- Keine peinlichen “Physikengine in Aktion!!!1111″ Szenen.
- Eine gelungene Lokalisierung. Die Sprecher sind gut ausgewählt, die Texturen bleiben unangetastet, es erscheinen dezente Einblendungen mit der Übersetzung, wenn man z.B. auf Werbetafeln blickt.
- Ich weiss noch nicht so recht, was man von diesen Wiederbelebungsdingern halten soll. Einerseits eliminieren sie diese Quicksave-/Quickloadorgien, andererseits kann man sich so auch bequem “durchsterben”.
21. August 2007 um 11:41 Uhr
Ja, theoretisch kann man “bequem durchsterben”, wenn man will, aber wer will das? Und ich finde es vom Spielfluss her allemal sinniger, wenn ich in einer dieser Röhren wieder erwache und die Splicer draussen rumlaufen und locken “Come on, open the door”, als wenn ich F5 drücke und wieder da bin, wo ich vor zehn oder fünfzehn Minuten war, wo ich das letzte mal halt quicksave gedrückt habe.
21. August 2007 um 12:13 Uhr
Kommt natürlich auch drauf an, in welchen Abständen diese Dinger positioniert sind, in der Demo ist ja fast in jedem Raum so ein Teil…
21. August 2007 um 12:31 Uhr
Ich als alter DX Fanboy bin nicht so begeistert. Wie schon angemerkt wurde, viel Rumpusten. Das ist zwar schick gemacht, aber man merkt den KOnsolenbackground (schonmal versucht zu schleichen?!?). Alles in allem wirkt es solide, aber nicht das , was ich mir von einem Shooter wünsche.
21. August 2007 um 13:11 Uhr
Bioshock irgendwie mit DeusEx zu vergleichen erscheint mit etwas schwierig… nach der Demo würde ich mal behaupten dass beide Spiele wenig gemein haben.
21. August 2007 um 21:03 Uhr
Ich kann schon deswegen nicht in einem kirgisischen Gefängnis stecken, weil ich nie in Kirgisien war. Mehr Details dazu zur gebenen Zeit auf dem Rally-Blog.
Jedenfalls bin ich wieder da. 10 Kilo leichter, braungebrannt und mit sehr viel Erfahrung im Umgang mit der russischen Polizei.
Morgen werden erstmal ordentlich Videospiele gekauft und dann gibt es wieder regelmäßig ordentliche Beiträge.
21. August 2007 um 21:30 Uhr
@Ben:
Der Vergleich ist eigendlich ganz gut:
System Shock und System Shock 2 wurden von Ken Levine und Warren Spector entwickelt. Als Looking Glass pleite ging gründete Warren Spector Ion Storm und begann mit Deus Ex, das im grunde eine Weiterentwicklung der Ideen von System Shock war.
Nun hat Ken Levine Bioshock seine Weiterentwicklung von System Shock erschaffen, daher ist der Vergleich sicherlich nicht unangebracht Deus Ex und Bioshock in einem Atemzug zu nennen. Es wäre großartig wenn Ken Levine und Warren Spector wieder gemeinsam ein Projekt entwickeln würden.
Allerdings muss ich sagen das Deus Ex als Shooter eine ziemliche null war, wesshalb ich den Weg von Bioshock vollkommen nachvollziehen kann.
22. August 2007 um 00:08 Uhr
wb Richard!!!
Ich dachte, du machst noch ein paar Tage Urlaub dort?
22. August 2007 um 01:00 Uhr
Was Bioshock besser macht als soviele andere Spiele ist das Storytelling. In diesem Spiel bekommt man keine einzige Zwischensequenz vor die Nase gedrückt. Sogar das Intro zeigt einem nicht mal den Flugzeugabsturz, man hört ihn nur und dann ist man auch schon “zack” im Spiel. Alles wird durch Interaktion des Spielers erschlossen. Nur wer auf die Details achtet und sich die Zeit nimmt diese zu deuten kommt in den Genuss der Geschichte. Auf dem Boden umherliegende Plakate deuten z. B. auf eine vergangenen Demonstration bzw. einen politischen Konflikt hin und ein verwüsteter Saal mit einem “Happy New Year 1959″ geben einem einen Hinweis auf den Zeitpunkt an dem alles aus den Fugen geraten sein muss.
Die Tatsache das man in diesem Spiel nichts erzählt bekommt sondern sich die Erzählung aktiv suchen muss, das ist es dass Bioshock so besonders macht.
Der Mangel an Informationen weckt den Wunsch mehr erfahren zu wollen und die unglaublich detailverliebte Welt die nicht nur visuell aber vorallem wie kaum ein anderes Spiel zuvor auch akustisch überzeugt machen es dem Spieler besonders leicht sich in dieser Welt zu verlieren.
Die überzeugende AI und schier endlosen Kombinationsmöglichkeiten im Kampf sind lediglich die Sahne oben drauf!
Ich war auch sehr skeptisch aber nach dem Spielen der Demo verstehe ich die Begeisterung. Ja, es gibt sicherlich das ein oder andere was man eventuell noch verbessern kann und ja, dem ein oder anderen wird es sicherlich auch nicht gefallen aber Bioshock ist momentan einfach die Messlatte.
The Citizen Kane of videogames!
22. August 2007 um 11:55 Uhr
@Anonymus:
Jo, da waren zwar dieselben Leute am Werke, aber Bioshock scheint mir doch allem voran ein Shooter zu sein, was ich von DeusEx nicht behaupten würde.
Abwarten wie sich das ganze Spiel spielt… aber mein momentaner Eindruck ist, dass Bioshock einfach eine andere Richtung einschlägt, als DeusEx.
22. August 2007 um 18:52 Uhr
Willkommen zurück, Richard!
23. August 2007 um 10:45 Uhr
Naja, mit dem Storytelling wär ich vorsichtig. Der Flugzeugabsturz ist ja definitiv eine Cutscene (und eine seltsame, wenn man sich mal ansieht, wo das Flugzeug liegt und wo der Turm ist, kann der Turm das eigentlich nicht unbeschadet überstanden haben).
Vor allem aber: Das Setting ist nicht die Story.
Wenn es vollkommen unwichtig ist, dass diese Demo stattgefunden hat, dann hat die Demo einfach nichts mit der Story zu tun.
Selbst wenn es wichtig ist, ist sie bestenfalls der Hintergrund zur Story.
25. August 2007 um 13:40 Uhr
Nachdem ich jetzt schon eine ganze Weile begeistert an der Vollversion hänge, kann ich ruhigen Gewissens sagen: Blödsinn!
Erstens: Spiel die Vollversion! Die ist vom Aufbau her nicht mit der Demo zu vergleichen.
Zweitens: Was passt denn deiner Meinung nach nicht?
Drittens: Der erste Kommentar von mir war durchaus positiv gemeint :)
25. August 2007 um 13:45 Uhr
Das Setting ist allerdings sehr eng mit der Story verbunden, diese würde ohne das Setting auch gar nicht so gut funktionieren, wie es denn tut.
Ehrlich, ich kann allen nur raten, Bioshock wirklich zu spielen. Es lohnt sich!
26. August 2007 um 21:32 Uhr
50:1 das Ranor aus Dunkeldeutschland kommt.
27. August 2007 um 12:33 Uhr
Dürfte ich fragen, wie zu dieser Annahme kommst?
27. August 2007 um 16:55 Uhr
Kanns nich spielen, mein PC macht nich mit und nach ner 360 jag ich grade auf ebay.
War aber auch mehr eine allgemeine Anmerkung. Zu vielen Spielen wird Story unteerstellt, wo sie nur und ausschließlich Setting haben, in dem aber keine Story passiert.
1. September 2007 um 11:42 Uhr
Bioshock ist die größte Enttäuschung seit Unreal 2.
Es versagt als Horrorspiel, dafür sind die Kämpfe einfach zu häufig und zu nervig, es versagt als straighter Shooter, weil dafür sind die Spielmechaniken zu veraltet und größtenteils einfach zu klotzig. Jedenfalls auf dem PC.
Grafik ist toll. Story ist auch gut - für ein Videospiel.
Aber das sie mit DEM Gameplay jemanden hinterm Ofen hervorlocken erstaunt mich echt.
Großes Artdesign, tolle Grafik und gute Story sind eben IMMERNOCH nicht alles was reicht für ein wirklich gutes game, wenn das Spiel mit dem das ganze präsentiert wird eher mau ist.
8. September 2007 um 17:23 Uhr
[…] Bioshock hatte sich stets selbstbewusst als ein narratives Spiel verstanden und dieses Selbstbewusstsein war in der Tat begründet, denn ich habe in wenigen Spielen eine so reiche, spannende und selbstständige Erzählung durchlebt. Irrational haben sich die Mühe gegeben ihre Figuren über das absolut notwendige Mindestmaaß hinaus zu charakterisieren, was dem Spieleerlebnis sehr gut tut: Sander Cohens bittere Wut über Ryans Bruch mit den eigenen Idealen, Tannenbaums langsame, unwirkliche Wandlung - das sind alles Sachen, die kein anderes Spielestudio eingebracht hätte, einerseits im Bewusstsein um die eigene Inkompetentz, andererseits im Bewusstsein der Unempfänglichkeit des üblichen Ego-Shooter-Publikums für alles was nicht wie All-Eidechse, Mutant oder Silikonbrüste aussieht. Alleine schon deswegen verdient Bioshock mein Geld. Levine hat einige verärgert, weil er immer wieder auf Ryands Objektivisten-Literatur als Inspiration verwiesen hat, ohne dass mir jemals klar wurde wieso. Vielleicht wird es als prätentiös empfunden, wenn ein Spieledesigner sich traut Interesse an Sachen zu zeigen, die man im Spiel nicht explodieren lassen kann. Ich selbst fand es angenehm, dass jemand endlich mit dieser unglücklichen Tradition gebrochen hat, anonyme “Fachkräfte” zu engagieren, die sich dann um die narrativen Aspekte des Spiels (inklusive Cut-Szenen) so kümmern, als seien diese ein Fremdköroper, der dem Spiel behutsam hinzugefügt werden müsse, damit die filigrane Harmonie explodierender Mutanten nicht gestört werde. Wenn man zudem Ryands Bücher gelesen hat, merkt man auch wie ernst Levine sie nimmt und ihr Gewinnstrebensmantra kritisiert - ein intelektueller Prozess, den ich bei einem Computerspiel so oder ähnlich noch nie erlebt habe. […]