Entzugserscheinungen

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So. Da bin ich wieder. Und was macht ein Antigamer nach vier Wochen Videospiel-Abstinenz? Er geht natürlich zu Saturn und wandelt ein Stück seiner frisch eingetroffenen Steuerrückzahlung in Videospiele um. Im Folgenden kurz meine Ersteindrücke dieser Spiele.

Jack Keane: Irgendwas ist da im Marketing schief gelaufen, denn bis gestern Abend hatte ich von dem Spiel noch nichts gehört. Zugegeben, ich war in der Mongolei und somit ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten, aber trotzdem. Schließlich ist es ein Adventure, und als braver Adventure-Masochist, der sich solche Spiel immer wieder kauft, obwohl sie inzwischen fast alle Mist sind, bin ich doch eigentlich genau ein Teil der anzusprechenden Zielgruppe.

Immerhin ist Jack Keane von Deck 13, den Machern von Ankh, und das war eigentlich ganz putzig, wenn auch nicht putzig genug um mich zum Durchspielen zu motivieren. Dass ich Jack dann trotzdem eingesteckt habe, lag wohl an meinem akuten Videospieleentzug und, nun ja, an meinem chronischen Adventure-Masochismus. Ich weiß es besser, lerne aber aus meinen Fehlern trotzdem nicht.

Ob jetzt Jack Keane ein Fehler war, muss ich noch abwarten. Mein Ersteindruck ist allerdings nicht so cremig. Ist hübsch bunt und so, aber die Dialoge sind - wie bei deutschen Spielen üblich – furchtbar steif und ich stecke jetzt schon fest. Ich muss eine Krähe verscheuchen, habe dafür aber nur einen Sandsack zur Hand. Wenn ich ein paar Minuten Zeit investiere, finde ich dafür schon eine Lösung, aber bis zu dem Zeitpunkt war ich nicht so hingerissen von dem Spiel, dass ich bereit gewesen wäre, diese Zeit aufzuwenden.

The Darkness: Riddick war prima, insofern war ich gerne bereit Starbreezes neuestes Spiel auszuprobieren, insbesondere da es recht ordentliche Kritiken gesammelt hat. Auch hier war mein Ersteindruck allerdings nicht soooo erdbeerig. Zunächst mal hat sich grafisch seit Riddick nicht sonderlich viel getan. Da hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Außerdem haut mich auch das Storytelling bisher nicht wirklich vom Hocker, obwohl alle das Spiel genau dafür loben. Ich weiß im Moment nicht mal mehr, wie mein Charakter überhaupt heißt und der Moment in denen er seine Darkness-Kräfte bekommt, ist nicht schlecht inszeniert, sondern gar nicht inszeniert. Im wachsen plötzlich einfach ein paar Tentakel und gut. Er scheint sich darüber nicht mal sonderlich zu wundern, was ich schon erstaunlich finde. Wenn mir plötzlich Fresstentakel wachsen würden, würde ich einen Arztbesuch erwägen, oder zumindest eine Paracetamol einwerfen. Billy (oder wie er auch immer er heißt) scheint so was entweder häufiger zu passieren, oder er ist tatsächlich so cool wie sein schwarzer Mantel andeutet, denn er zuckt nicht mal mit der Wimper.

Kurz nach diesem hochdramatischen Nicht-Ereignis ist mir dann erstmal die Lust am Weiterspielen ausgegangen. Das Kerngameplay ist nicht knackig genug, die Level zu korridorig und die deutsche Version mir dann doch einen Hauch zu zensiert, um richtiges Flair oder ordentlichen Spielfluss aufkommen zu lassen.

Trauma Center: Second Opinion: Trauma Center ist vielleicht immer noch mein Lieblingsspiel fürs DS. Es nutzt nicht nur den Touchscreen nahezu perfekt aus, es hat auch ein wenig abgenutztes Szenario. Seit Life & Death 2 vor immerhin 17(!) Jahren hat es so ein Spiel eigentlich nicht mehr gegeben. Trauma Center war natürlich nicht ohne seine Schwachstellen, wie zum Beispiel einem absolut brutalen Schwierigkeitsgrad und einer arg japanofizierte Geschichte mit den üblichen superdummen Dialogen, hat aber trotzdem einen Riesenspaß gemacht. Insofern habe ich mir nur zu gerne die Wii-Version gekauft.

Warum wir in Europa darauf jetzt weit über ein halbes Jahr warten mussten, ist mir zwar nicht wirklich klar, aber was soll’s. Ebenfalls nicht ganz klar ist mir, warum Second Opinion nur ein Remake von Under the Knife ist und nicht ein ordentliches Sequel, aber auch damit kann ich leben. Immerhin kriegt man einiges an Bonusmaterial. Ich habe noch nicht so ganz heraus wie viel genau, aber bisher bin ich auf eine OP gestoßen, die ich noch nicht kannte, habe Leute mit Elektroschocks wiederbelebt (was in der DS-Version nicht ging) und habe dazu eine komplette Seitenstory mit einer weiblichen Ärztin entdeckt, auf die sich wohl auch der Titel des Spiel bezieht.

Bonusmaterial hin und her, entscheidend ist Folgendes: Das Spiel ist immer noch super. Die Steuerung mit der Wiimote funktioniert fast noch besser als auf dem DS, hauptsächlich da die Reaktionszeit kürzer ist. Insbesondere das sehr unzuverlässige Hereinzoomen wurde verbessert. Obwohl ich das Spiel ja quasi schon einmal durch habe und ich gestern Abend dringend ins Bett musste, habe ich spontan noch ein halbes Dutzend OPs durchgeführt. Shiny!

Zusammengefasst kann man sagen: Morgen kommt Bioshock und dann werde ich wohl alle drei Spiele erstmal liegen lassen. Bei Trauma Center liegt das aber nur daran, dass ich es schon durch habe. Alle anderen sollten schleunigst zugreifen. Vielleicht findet ihr dann ja auch noch eine Heilung für meinen Adventure-Masochimus. So langsam geht der nämlich ins Geld.

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31 Kommentare

  1. Starkiller schreibt:

    Welcome back. Gut das du dort überlebt hast :-)

  2. Kahless_GOA schreibt:

    Verdammt, ich muss mir ja noch the Darkness holen…spielst du die PC, 360 oder PS3 Version? Ach moment, is die PC Version eigentlich schon raus? Ich werde alt…aber nahja, das Zensur Problem kann man sich in der PC Version wohl wegcracken, wäre eins der wenigen Spiele in denne das net geht. Wunder mich sowieso warum die das gemacht haben, bei Riddik wars auch net nötig.

  3. stefanx schreibt:

    nochmal willkommen zurück. :-)

    und trauma center ist schon draußen? haha, morgen mediamarkt!

  4. Ryudo Saotome schreibt:

    Ich wollte auch grad fragen:

    Warum zur ….Hecke spielst du denn eigentlich die ZENSIERTE Version? Und das im Zeitalter von Internet und Online-Bestellungen?
    Ich hatte noch nie Grund ein eingedeutschtes Spiel zu zocken, schließlich ist die Synchro (falls überhaupt vorhanden) ja meistens auch ziemlich minderwertig.
    Wir sollten die Freiheit, die wir haben noch ausnutzen, bevor alle Uncut-Spiele auf Todesstrafe verboten werden, und die Entwickler buchstäblich am nächsten Laternenmast baumeln müssen wenn sie ihre sogenannten “Killerspiele” nach Deutschland verkaufen.
    ;)

  5. qgi schreibt:

    Schön dass hier wieder was los ist ;-). Ist die Killerspiel-Debatte immer noch aktuell? Das Sommerloch ist wohl schuld dran, dass über bestimmte Sachen nie Gras wächst. Österreich soll ja auch ganz nett sein

  6. Ryudo Saotome schreibt:

    Das Thema ist solange aktuell, bis das dementsprechende Gesetz durch ist und ich glaub die Abstimmung ist demnächst. -.-

  7. Ben schreibt:

    Vielleicht findet ihr dann ja auch noch eine Heilung für meinen Adventure-Masochimus.

    Hmmm, einfach davon ausgehen dass alle Adventures die erscheinen Mist sind. Damit hat man zu 90% recht, und man muss nur noch aufpassen die anderen 10% nicht zu verpassen… wenn es überhaupt mal so viele sind.

  8. Bendrix schreibt:

    Sehr schön. Heute spontan und ohne echtes Hintergrundwissen Trauma Center gekauft und noch bevor ich es einmal eingelegt habe auf Antigames gelesen das es ein super Spiel ist. Das erleichtert.

  9. Kreon schreibt:

    Ein Heilmittel Für Adventure-Masoschismus vielleicht nicht, aber immerhin eine Erleichterung der Geldbörse:
    http://www.adventuregamestudio.co.uk/

  10. Nadine schreibt:

    Jack Keane habe ich mir vor kurzem auch geholt und ich finds wirklich erstaunlich gut, bisher habe ich nur zwei Textbugs und ein paar Grafikfehler gefunden… Und wir werden doch keinen Sansdack auf eine Krähe werfen, also wirklich… Aber es gibt ja noch andere Übungsziele ;)

    Die Rätsel sind manchmal etwas - anders. Mittlerweile spiele ich den weiblichen Charakter und habe mich direkt geärgert, dass man ein paar Dinge einfach nur durch ausprobieren herausfindet, hints gibt es nicht.

    Ich finds trotzdem lustig und mal ein ebsser gelungenes Adventure :)

  11. R_Wolff schreibt:

    Wenn sie nix geändert haben, heißt der Darkness-Protagonist Jackie Estacado, und wenn ich mich an die zugrundeliegenden Comics recht erinnere, hat er da auf seine Kräfte auch nicht anders reagiert.

  12. Ranor schreibt:

    Welcome Back!

    Ich warte immer noch das der “Pumakäfig” hier in Leipzig meine vorbestellte Uncut-Fassung von Bioshock bekommt… *hmpf*

  13. Richard schreibt:

    Warum zur ….Hecke spielst du denn eigentlich die ZENSIERTE Version? Und das im Zeitalter von Internet und Online-Bestellungen?

    Weil es so ein Spontankauf war. Außerdem hat meine übliche Quelle das Spiel nicht unzensiert, weil es wohl in der Originalfassung NS-Symbole erhält. Die Verbreitung solche Symbole ist hierzulande aus offensichtlichen Gründen verboten. Außer natürlich es handelt sich um Kunst. Was Videospiele natürlich auf keinen Fall sind, wie wir ja alle wissen. Mein unzensiertes Bioshock sollte heute bei mir in der Post sein, du brauchst dir also keine Sorgen machen, dass ich da jetzt weich werde. In diesem spezifischen Fall ist halt nur schwierig.

  14. DennisHH schreibt:

    Außerdem hat meine übliche Quelle das Spiel nicht unzensiert, weil es wohl in der Originalfassung NS-Symbole erhält.

    Wers genauer wissen will: Wenn der Billy-Held in die Hölle kommt, trifft er auf einen Nazibunker, außerdem fliegen da Doppeldecker herum. Welch eine Gefährdung für die Jugend.

    Anyway, welcome back.

  15. Anonymous schreibt:

    Verdammt, ich muss mir ja noch the Darkness holen…spielst du die PC, 360 oder PS3 Version? Ach moment, is die PC Version eigentlich schon raus? Ich werde alt…aber nahja, das Zensur Problem kann man sich in der PC Version wohl wegcracken, wäre eins der wenigen Spiele in denne das net geht. Wunder mich sowieso warum die das gemacht haben, bei Riddik wars auch net nötig.

    afaik kommt es nicht für den PC

    Außerdem hat meine übliche Quelle das Spiel nicht unzensiert, weil es wohl in der Originalfassung NS-Symbole erhält. Die Verbreitung solche Symbole ist hierzulande aus offensichtlichen Gründen verboten.

    Es gibt 3 Versionen:

    Die US-Version ist komplett uncut und enthält die Hakenkreuze nur in dem Bonuscomics, nicht im Spiel.

    Bei der EU-Version wurden die Hakenkreuze entfernt, der Rest ist identisch zur US-Version.

    Die deutsche Version ist allerdings der größte Mist der je released wurde:
    Vergleich auf Schnittberichte.com
    -crapgame confirmed

  16. Anonymous schreibt:

    Und die EU-Version gibts auch in der Spielegrotte, insofern hast du da mal so richtig ins Klo gegriffen, Richard :D

  17. Ben schreibt:

    Komische Jugendschutzmaßnahmen hin oder her, mehr Blut macht aus einem mittelmäßigen Spiel kein gutes.

  18. Anonymous schreibt:

    mehr Blut macht aus einem mittelmäßigen Spiel kein gutes

    weniger Blut aber aus einem ordentlichen ein mieses!

    Und es ist ja nicht nur das Blut…

  19. Vincent-VEC schreibt:

    Ich bin ja grundsätzlich auch nicht für übertriebene Gewaltdarstellung, aber wenn das “Herzenrausreißen” wie hier eigentlich zur grundlegenden Spielmechanik gehört (aufleveln durch das Fressen der Herzen der Opfer), grenzt es schon an Idiotie, die Herz-Textur durch einen schwarzen Schatten zu ersetzen, der wie ein blinder Fleck auf der Pupille aussieht.

  20. Cheese schreibt:

    ich hab mir heute blue dragon gekauft, und einer der ersten entgegner war, man glaubt es kaum, ein dinosaurier. er war zwar derst schwach und hatte ein hässlichen namen, aber es war eindeutig ein dino^^ ein grund mehr es zu kaufen hrhrhr

  21. sternburg schreibt:

    Irgendwas ist da im Marketing schief gelaufen, denn bis gestern Abend hatte ich von dem Spiel noch nichts gehört. Zugegeben, ich war in der Mongolei und somit ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten, aber trotzdem.

    Sei ehrlich: allein für diesen Satz hat sich der ganze Aufwand gelohnt, oder?
    Andere Frage: wie hoch ist der Anteil deiner persönlichen Bekannten, der dir zutraut, nur zum ermöglichen dieses Satzes den ganzen Spaß auf dich genommen zu haben? :)

  22. Ranor schreibt:

    Seit gestern habe ich nun Bioshock, zwar nur in der zensierten deutschen Fassung, da Gamestop (wie alle anderen deutschen Händler) längst nicht genügend Exemplare bekommen hat. Und wie Richard schon schrieb: Ich lasse jetzt erst einmal alles andere liegen.

  23. Tenchi Muyo schreibt:

    Kann Bioshock auf jedem Fall empfehlen!

    Bin zuvor jeglicher “Hype Information” aus dem Weg gegangen,
    so bin ich relativ unbefangen.

    Meine niederländische 360er Collectors Edition ist übrigens auch auf deutsch (sehr gute Sprachausgabe) spielbar.

    Eine NL PC-DVD Collectors Edition habe ich hier noch eingeschweißt.

  24. Ben schreibt:

    Jupp, die meisten (ungeschnittenen) EU-Versionen sind, bis auf das lokalisierte Hnadbuch, multilinual. Und Bioshock ist wohl das erste Spiel, dessen deutsche Übersetzung und Synchronisierung man durchaus empfehlen kann.

  25. Ben schreibt:

    “m u l t i l i n g u a l” … ich will nen “edit” Knopf.

  26. Richard schreibt:

    wie hoch ist der Anteil deiner persönlichen Bekannten, der dir zutraut, nur zum ermöglichen dieses Satzes den ganzen Spaß auf dich genommen zu haben? :)

    60%?

  27. Anonymous schreibt:

    Ist Turok für die 360 nicht vorgestellt worden?

  28. Enno schreibt:

    Anon: Turok war auf der GC, ja.

    Richard: An Jack Keane bin ich ja eigentlich auch interessiert, aber das mit den steifen Dialogen schreckt mich ab. Jetzt ist es also schon soweit, dass ich mir selbst Deutsche Spiele lieber in der englischen Synchro kaufe.. *kopfschuettel*. Bei Paraworld und Anno 1701 auch schon so passiert :-)

    Dass Du im Ausland von Jack Keane nichts gehoert hast, ist aber irgendwie klar. Ueber welche Deutschen Spiele wird denn da auch shcon berichtet? Ausser Crysis und Neocron habe ich in 7 Jahren von keinem auch nur einen Pieps gehoert, trotz regelmaessigen lesens der Fachliteratur.

  29. Pille schreibt:

    Den Schwierigkeitsgrad von Trauma Center fand ich gut. Wenn das Spiel zu einfach gewesen wäre, hätte es auch keinen Spaß gemacht. Überhaupt fühl ich mich bei dem ganzen Casualgamerrotz komplett unterfordert.

  30. Gast schreibt:

    “Trauma Center” stellt eigentlich keine grossen Herausforderungen dar, gehört aber nicht in die Hände von 12-jährigen. Die Story ist teilweise haartreubend und packt Themen an, die von 12-jähringen nicht verarbeitet werden können wie Selbstmord einer 17-jährigen oder Sterbehilfe, hier sogar an der eigenen Schwester. Fraglich auch, ob das ganze Gelaberer um die Arztethik verstanden wird. Gleiches gilt für die Mythos um die “heilenden Hände”, die nach Spielausage nur wenige Ärzte haben sollen und die diesbezüglichen Konzentrationsübungen, die im Nachzeichnen von Pentagrammen liegen.

    Wer Trauma-Center 1 Stunden spielt der verbringt mind. 45 Min. im Lesen unsinngister Dialoge, an die dann ein paar Minuten OP folgen.

    Wie sagt, die Spielidee ist ansich ganz gut, könnte aber mit Leichtigkeit deutlich leerreicher gestaltet und verträglicher gestaltet werden.

    greg

  31. MaJin schreibt:

    Hey Tenchi,
    wo hast du deine NL CE denn her? Ich warte immer noch auf meine Bestellung bei der Spielegrotte…