
Ich habe Age of Conan nie gehasst. Eigentlich habe ich es sogar ziemlich gern gespielt, obwohl ich damals beim Launch dabei war: Ich hatte sogar die Collector‘s Edition gekauft – inklusive einer komplett unleserlichen Kunstlederkarte von Hyborea, Home of Conan.
Beinahe jeder andere Vorbesteller hat das Spiel gehasst, wie es aussah – nach zwei Wochen war meine Freundesliste so leer wie der Kopf eines durchschnittlichen Regierungssprechers.
Dann hörte ich natürlich auch auf: Ich war ganz allein und so ab dem 50. Level gab es eigentlich gar nichts mehr zu tun außer fortgesetztem Massenmord an Fauna und gelegentlich auch rebellischer Flora. So ganz ohne moralische Rechtfertigung – auch „Story“, „Sinn“ oder „Quests“ – konnte selbst ich nicht weitermachen, schon gar nicht allein – ach, das hatte ich schon gesagt.
Nun bin ich wieder zurück, passend zur Erweiterung und nach einigen Wochen munteren Spielens bin ich ins Grübeln gekommen.
Zuerst die Fakten:
- Das Spiel ist gut geworden, es gibt nun eher zu viele Quests und Sachen zu tun, alles bei gleichbleibend wundervoller Atmosphäre und einer Menge Blutwurst. Die Dinosaurier hingegen suche ich noch. Trotzdem: Es lohnt sich wirklich oft genug, zu älteren MMOs zurückzukehren die einen beim Launch noch das Herz gebrochen haben. Ja, so war das.
- Musik und Grafik sind nach wie vor toll, noch toller auf einem großen TV und beschallt von einer feinen 5:1 Anlage. Leider ist das Spiel so kaum zu genießen, weil die Bedienelemente einfach viel zu fummelig sind und vom Sofa nicht zu erkennen. Ein weiteres Argument für die Konsolengemeinde, übrigens: Ich persönlich fordere ein optionales/optimales Sofa-UI für alle Spiele die ich mag!
- Über das PvP-Gameplay senke ich lieber mal den Mantel des Schweigens, ebenso über die Gildenstädte, die immer genau gleich aussehen. Wenn man seiner Heimat wenigstens einen Namen geben könnte…ach, das war sicher viel zu kompliziert für Funcom. Dafür gibt es verschiedene Architekturstile.
Nun komme ich aber wie bereits erwähnt ins Grübeln. Die geschätzten anderen Leute leveln mir weg, weil ich manchmal lieber – man glaubt es kaum – aus dem Haus gehe. Sei es nur für ein Bier nebenan – solche kleinen Freuden machen es unmöglich, einen Raid mitzumachen.
Ich habe ja auch sowas wie soziale Kontakte und ja, ich habe regelmäßig mit einer – ich wage es kaum zu sagen – Frau zu tun. Die meldet sich ja auch schonmal und ist leider (?) nicht in meiner Gilde. Ich bin also nicht jeden Abend ingame und das sorgt dafür, das ich deutlich weniger Spass im Spiel habe. Viele der Sachen, die ein MMO so spaßig machen – die fallen einfach aus.
Vielleicht bin ich zu alt für MMO, das glaub ich aber nicht, auf keinen Fall, niemals! Ich bin aber auch kein Casual-Spieler – ich will das Beste auf dem Markt und ich will Raids und Instanzen und all den Jazz. Was ich nicht brauche, ist Leistungsdruck. Ich habe ja schon einen Job, das reicht – außerdem will ich durchaus etwas erreichen im Spiel, nur eben nicht an vier komplett verspielten Abenden in der Woche. Ich habe keine Lust mehr darauf, dass ein Onlinespiel mir die Woche durchstrukturiert. Das finde ich unverschämt von dem.
Manchmal habe ich das Gefühl, die einzigen funktionierenden Gilden setzen sich aus Schülern und Arbeitslosen zusammen. Ich kann doch nicht der Einzige sein, der sowas wie ein Leben hat. Hat die Industrie da überhaupt etwas für mich… ich meine natürlich uns… auf Lager?
Hehe,
genau aus diesem Grund spiele ich auch keine MMOs.
Für “uns” gibts da im Moment nicht viel, zumindest nicht innerhalb meines Horizonts;)
Lieben Gruß Raik
Die Industrie hat für mich iPhone Games: Dark Nebula, Doodle Jump, Tilt to Live u.a.
Ohne Tralala schnell zu spielen, an jedem Ort; genau das richtige für mich als Arbeitnehmer und “Beziehungspfleger” mit echten Menschen und Frauen *haha*.
Habe exakt das gleiche Problem. Lass uns ne Gilde aufmachen! Ich hatte bei WoW mal eine gegründet mit genau diesem Anspruch. Hat auch ganz gut geklappt, aber nach 5 Jahren WoW habe ich die Schnauze langsam voll ;-)
Die Industrie hat WoW, Blizzard schraubt oft genug an dem content um allen Spielern etwas zu bieten, ob es “casual-mmo” Spieler sind oder Leute die sonst keine Hobbies (wie frische Luft und/oder Arbeit) haben.
MMORPGs haben für mich schon beim Bezahlmodell einen Designfehler und fallen deswegen aus meinem Spielbereich raus.
@Stefan: Ich mag die meisten Casual-Spiele nicht – oder besser: nicht immer. Manchmal will man ein Glas Wasser, manchmal ein dickes Steak. Das Steak wäre dann ein MMO…
@Sebastian: Die Idee, dass Blizzard sowieso alles vieeeel besser macht und der Rest der Industrie nichts zu bieten hat ist verbreitet – aber ich bin anderer Ansicht.
@Missingno. Gerade zum Thema “Bezahlmodell bei MMO” ist gerade viel in Bewegung – die Free to Play – Trends sind nicht zu übersehen. Aber ob nun per Monatsgebühr oder durch Itemshops oder im Laden – Content wird man auf irgend eine Weise bezahlen müssen, ebenso den Support und Server usw, usw. Wenn man das mit einem Kinobesuch vergleicht, relativieren sich die 12€/Monat o.ä. sehr schnell.
@Frank Welcher Server?
Kenne das Problem ebenfalls. Habe deshalb in letzter Zeit vor allem Flashgames gespielt. Es gibt tatsächlich auch Flashgames, die auch vom Umfang an “richtige” Spiele herankommen! Sehr zu empfehlen ist die Seite http://www.kongregate.com/ , vor allem gibt es da noch ein seitenübergreifendes Achievementsystem, da hat man dann auch, so absurd es eigentlich auch klingen mag, einen Ansporn zum Spielen.
Und nur weils in Flash ist, heisst es noch lange nicht, dass es “casual” ist. Aber es geht einfach schneller, wenn man mal nur ne Stunde oder so spielen will. Ist irgendwie immer so ein zeit-ressourcen-abhängiges Problem.
Naja, bei den Free2Play-Angebote hatte ich bisher auch immer den Eindruck, dass sie sehr schnell zu einem Groschengrab werden. Das freie Spielen ist mehr eine “Demo” und eben Werbeplattform für den Itemshop. Monatlicher Abrechnung wäre okay, wenn man das Spiel wirklich häufig und lange nutzt, wobei es sich gegenüber anderen Spielen wieder schlecht rechnet. In meinem Fall wären vermutlich Zeitkarten sogar günstiger. Und gerade die einmal im Laden kaufen und dann für immer spielen (M)MOs sind rar und werden eher weniger als mehr.
Ich wurde schon mal auf http://ruestigerentner.com eingeladen. Das scheint eine Community für Leute mit diesen Problemen zu sein. AoC ist auch vertreten.
Nach neun Jahren Arbeit wurde mir noch einmal die Ehre zuteil, die Schule zu besuchen. Eine schöne Aufgabe, macht Spaß und wer schonmal in der Autoindustrie gearbeitet hat weiß, welchen Flash es verursacht, auf einmal sowas wie ein “normales” Leben führen zu können. Wie dem auch sei, mit der Schule kamen natürlich auch Annehmlichkeiten wie zwei Monate Ferien. Und da sitz ich jetzt… Modern Warfare 2, StarCraft 2 und WoW… ZUVIEL. Schon beim Einspielen in den StarCraft 2 Multiplayer frug ich mich, wie ich das als arbeitender Mensch jemals hätte schaffen sollen? Schon klar, Bronze Liga und so… aber wer will denn dauernd bei den Loosern spielen? World of WarCraft hab ich sowieso gleich abgebrochen, ein paar Partien Modern Warfare 2 sind noch drin. Klar, früher… früher wär das vermutlich alles kein Problem gewesen. Aber heute fahr ich halt auch mal auf Urlaub, besuche Festivals, mach Sport (!!!) und die ein oder andere Dame will auch auf einen Espresso eingeladen werden. Unzuverlässige Quellen behaupten, sie hätten mich sogar mal dabei beobachtet, als ich ein Buch gelesen hab. Das Problem liegt nicht im Schülerdasein… nein, wir werden einfach älter. Für uns, lieber Denis, hat die Industrie genug auf Lager. Was wir allerdings nicht haben, und was uns die Inustrie auch nie wird bieten können, ist ZEIT. Hätte der Tag 48 Stunden… ja vielleicht könnte ich dann die Dinge, welche ich als 27jähriger mache mit den Aktivitäten eines 16jährigen irgendwie kombinieren. Aber 24 Stunden? NO WAY!
Ich bin etwas unsicher, ob das Problem so sehr in den MMOs selber liegt (je nach Anlage des Spiels natürlich auch), oder eher darin, was man daraus macht. Ich würde mich als absoluten Feierabend-Zocker bezeichnen und habe als solcher im Moment bei WoW ordentlich Spass in den Backen. Über den Dungeonbrowser findet man in der Regel zackig Leute für Instanzen und questen kann man auch alleine. Außerdem sinken mit ungefähr jedem Patch die Anforderungen bzw. Preise für alles mögliche (Reiten z.B.). Zum Glück bin ich aber auch in einer (vorwiegend erwachsenen) Gilde, die das genauso sieht und in der man auch nicht gleich rausfliegt, wenn man mal ein paar Wochen oder Monate nicht dabei ist. Was die Berufe angeht, könnte der Aufwand etwas niedriger sein, da sehe ich es wie wohl die meisten hier – Arbeit habe ich auf der Arbeit, beim Spielen will ich Spaß. Wenn man natürlich mit dem Anspruch daran geht, auf seinem Server – warum auch immer – der coolste Frood zu werden, hat man ein Problem. Andererseits ist das Problem der immer weiter ausufernden Spiele nicht auf MMOs beschränkt. Ich zocke immer noch relativ gerne und viel, schaffe es aber effektiv immer weniger als früher, auch mal bei einem Spiel den Abspann zu sehen. Dabei hatte ich auch zu seeligen Schulzeiten noch diverse andere Hobbies. Lange Rede, kurzer Sinn: Es liegt glaube ich nicht nur an uns.
Mir wurde bisher jedes MMO, das ich gespielt habe, irgendwann genauso langweilig wie jedes andere Spiel.
Meistens habe ich dann so einen Zocker-”Burst”, der in der Uralubszeit auftritt; dann Reaktiviere ich einen alten MMO-Account (oder probiere auch mal ein neues), mach ein paar Kumpels den Mund wieder wässrig und wir zocken 2 Wochen regelmäßig. Da mein alter Character zu dem Zeitpunkt wieder weit vom Level-cap weg ist, geht dann auch alles angenehm flott.
Sind die 2-3 Wochen rum, in denen ich auch reichlich Spaß hatte, merke ich abermals, dass das Endgame meistens aus Stunden von Grinden oder Lauferei besteht. Dann drängt sich mir die Frage in den Kopf: Wenn ich jetzt alle Materialien gefarmt habe, alles Ansehen und alle Quests für die neue Rüstung (oder whatever),… was mache ich dann damit? – Mehr grinden? – Den nächsten Boss legen, der mir nochmal ne bessere Ausrüstung gibt? – Wozu die dann?
Nun ja, das ist dann der Punkt an dem ich wieder aufhöre, weil das Vorankommen zu anstrengend wird und ich merke, dass ich eigentlich das Gleiche immer und immer wieder mache. Ich brauche ständig einen spürbaren “Progress”; Skillpunkte, Characterlevel, neue Gegend, neue Fähigkeiten… irgendsowas, und das ohne, dass ich 6 Stunden Spielzeit investieren muss.
Am besten bei der Stange gehalten hat mich bisher EVE, da der Character sich auch entwickelt, wenn ich offline bin, setze ich auch mal zwischendrin ne Zeit lang aus um dann wieder ein paar neue Dinge zu probieren.
Solche Dinge wie Offline-XP und alternative Aufstiegsmöglichkeiten nach dem Erreichen der Levelcap scheinen sich durchzusetzen – ich kann mich neben EVE auch an solcherlei Ding in EverQuest 2 und … genau… Age of Conan erinnern.
Je älter, desto niedriger die Ansprüche an die Partner/innen, aber bei Spielen sieht es genau andersherum aus. Ich lese z.B. einen Ken Follet oder Tom Clancy-Roman nicht in einem Jahr aus, um mit meinem Lesepensum die unerziehbaren Kinder meiner Stiefmutter zu beeindrucken;
Klar geht sowas, aber ich schaue mir mit ihnen lieber einen guten Streifen wie Serenity an und zocke danach ein wenig Mass Effect um abzudüsen, während sie durchs WoW-Universum stromern um soziale Interaktion zu verinnerlichen.
Ich habe mit allerlei Zeitverschwendung durch MMOs keinerlei Probleme; es ist und bleibt nunmal ein Generationenkonflikt, bzw. -unterschied.
@knolle: Des einen “Zeitverschwendung” ist des anderen Tempelgang.
Ich finde zum Beispiel nicht, dass man Serenity als “Guten Film” bezeichnen sollte, auch halte ich Clancy und Follet nicht für gute Schriftsteller. Trotzdem würde ich mich hüten, so abwertend darüber zu urteilen.
Naja, außer…
Jo, so sieht es aus. Age of Conan mochte ich aber auch schon vom Start weg. Aber alle anderen sind nach wenigen Wochen wieder zu WoW zurück. Und da stand ich nun alleine rum, mit dem blutigen Schwert in der Hand.
Vom Addon las ich nur tolles und wenn ich nicht so sehr Starcraft 2 zocken würde, wäre AoC das Spiel meiner Wahl. Aber raiden, tja, sehr gerne, nur als arbeitender Mensch fehlt mir eine “Casual”-Gilde, die mir verzeiht, wenn ich 2 – 3 mal die Woche spiele und nur einen Raid machen kann. Lust auf nen fetten Raid hätt ich ja jederzeit. Aber die Zeit dazu selbst eben nicht. Nicht immer.
Und der Weg zu den Casual Games … ne das kanns nicht sein, ich mag komplexe, tiefgründige Spiel in die man eintauchen kann.
Dabei vergisst man glaub ich eins: Es ist egal, ob man in der Bronze oder Platin Liga spielt oder nur die kleinen Raids mitmacht – solange es Spass macht und vor allem, solange man mit Freunden spielt. Der Erfolg kommt von alleine. Ich hab Freunde, die spielen mehr wie ich und sind auch nur in der Silberliga. Aber die Games unter uns Freunden, die zählen und deswegen mache ich das Spiel und den Rechner an. Und hier spielen die Leute von Bronze bis Diamant und wir bemühen uns um ausgeglichene Teams. Funktioniert gut.
Schade nur, dass nicht mehr so viele Freunde wie früher spielen können – Kinder, Beruf und RL sind eben doch noch wichtiger. Und vielleicht siond die Spiele einfach zu zeitaufwändig und die Spieleindustrie hat den Spagat zwischen Zeitaufwand (sinnloses Grinden) und Komplexität (viele Wochen Spielspass mit Tiefgang) noch nicht gefunden.
probier mal eve aus. du solltest es aber für 1 jahr etwa spielen, um ein gefühl dafür zu bekommen.
sonst -> gw2 abwarten
Kampf bis zum Tod .. was für ein tolles Spiel.
Sieht nicht schlecht aus auf den ersten Blick, mal abwarten wie dann das richtige Spiel so werden wird. Denke da kommt dieses Jahr so einiges auf uns zu!
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