Mehr oder weniger geheime Welten

tsw_kloppo

Wenn ich mal ehrlich bin: The Secret World hat einige der tollsten Moment, die ich jemals in einem MMO erleben durfte – nein, einige der tollsten Momente in Spielen überhaupt. Einige der besten Dialoge, eine Handvoll inspirierter Locations und besten Quests und dazu noch gar nicht wenige echte Gänsehautmomente. Aber ich habe es nach dem dritten Gebiet nicht mehr weitergespielt und dafür schäme ich mich etwas. Weil TSW richtig gut unzensiert ist, gelegentlich brilliant.

Die Musik ist klasse und die Stimmung ist so geschickt eingefangen – mit so viel Liebe ist das Spiel gestaltet worden, dass man die oh-so-gewaltigen Schwächen von TSW gar nicht richtig bemerken will: Es ist eine tolle Onlinewelt, aber höchstens ein durchschnittliches Spiel mit einer Reihe von innovativen Ideen in einem eher konservativen Spieldesign. Noch dazu hat man sich bei Funcom dazu entschlossen, das altbekannte Abo-Modell anstelle von “Free to Play” zu verwenden. (Tiefes Seufzen).

Nach 3 Wochen stellte ich fest, dass ich mit meinem Charakter mit seinen coolen ach-so-frei gewählten Fähigkeiten nicht weiter kam. Ich will nicht behaupten, ein besonders guter Spieler zu sein, aber darf doch wenigstens annehmen, ein erfahrener Zocket zu sein: TSW wurde ganz plötzlich ganz entschieden unfair und ich wurde genötigt, meinen “verskillten” Jürgen Klopp-Doppelgänger nach erfolgsversprechenden Muster neu aufzubauen. Willkommen zurück, liebe Klassengesellschaft. Da hatte ich erst einmal keine Lust mehr und beschäftigte mich mit anderen Sachen.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt kam nämlich Guild Wars 2 bei mir an. Das kostet im Gegensatz zu TSW keine monatlichen Gebühren und hat… ein wenig Story, die ganz okay ist und nicht wundervoll. Die Spielwelt ist Fantasy mit vielen Eigenheiten- wenig innovativ, aber mit viel Liebe gemacht. GW2 ist ein verdammt gutes, ausgefeiltes Spiel mit Tonnen von Mainstream-Appeal. Es macht genau das richtig, was ein MMO tun muss: Lust machen auf Spielen, noch mehr Lust machen auf Spielen mit anderen Leuten.

Es ist ein besseres Spiel und auch ein (viel) besseres MMO.

Trotzdem werde ich noch lange immer mal wieder wehmütig an diese paar unglaublichen Momente in The Secret World denken und dann… Guild Wars 2 starten. Tja, wenn TSW mal kostenlos spielbar wäre, dann… ach was, ihr solltet es wirklich mal erleben, auch wenn ihr GW2 schon auf der Platte habt.

4 Kommentare Autor: Denis
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Die Saurier von Berthelsdorf

Dinoberthelsdorf

“Oh Nein. Hermes?”

Ich hatte soeben per Online-Auktionshaus einen verlockend günstigen und mit Sicherheit absolut legalen Registrierungsscode für ein skandinavisches MMO bestellt. Die schicken den per Post? Aus Berthelsdorf, was meiner Google-unterstützten Ansicht nach irgendwo bei Dresden liegen muss? Mein erster Irrtum, aber nicht mein letzter in dieser Geschichte.

Der Kaufbestätigung nach liegt Berthelsdorf nämlich nicht etwa wie erwartet in Sachsen sondern genauer gesagt in der Dongzhi menwai Straße im Haidian Distrikt in Peking, Sachsen. Eine kleine Ungenauigkeit, mit der man eben leben muss. Hermes liefert kleine Zettelchen mit Gamecodes direkt aus Berthelsdorf, China in flinken zwei Tagen? Ich hatte die Leistungsfähigkeit des Ladens unterschätzt und schämte mich zu Recht. Allerdings hätte ich den Code eigentlich per Mail erwartet und fragte nach.

are you still online now ? I am honored to serve you. Can I send the item to you now? please reply me as soon as possible .

Oje, die Übergabe der total legalen Ware würde bald stattfinden. Warum nur wurde ich langsam nervös. Ja, ich war online, gestand ich meinem neuen Dealer. Die zweite Nachricht traf etwa 20 Sekunden später ein.

my dear friend ?i’m so gald to hear from you ?we have sent the item to you just now about 18 minutes ago ?maybe the internet problem or delay.please don’t worry .

Aha. Der Code war tatsächlich im selben Moment eingetroffen, nicht per Hermes’ neuem Emaildienst, sondern per Mitteilung des Auktionshauses.

my dear friend ?you are an excellent eBay buyer?we have leaven a positive feedback to you.

Ein günstiges neues MMO und noch dazu ein neuer Freund/Diener, der allerdings ein wenig zur Panik neigte. Ich war entzückt – die Sachsen sind doch ein freundliches Volk, auch wenn sie komisch schreiben. Nach wenigen Sekunden schrieb er erneut, offenbar interessiert daran die Beziehung zu vertiefen:

we beg you only one minute to leave a positive/proper feedback to us ?because we are new to eBay, so we urgent need your support ! ^ ^

Was würde passieren, wenn ich ihn nicht bewerte oder noch schlimmer – nicht positiv über ihn dachte? Schickte er dann andere Sachsen vorbei, die Übles im Sinn hätten? Kämen die per Hermes? Befand unsere Beziehung in der ersten großen Krise?

Gibt es Saurier in Berthelsdorf, die entsetzliche Rache an langsamen Bewertern üben?

have a nice day and wish you a happy game time.

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100 Wörter Liebe: 120mm U-11

antibumskv1

In dieser Kolumne freuen wir uns wie kleine Kinder über kleine oder große Spieledinge – ausnahmsweise komplett unkritisch und absolut unreflektiert. Hurra!

Manchmal spiele ich gern World of Tanks – ein russisches Spiel mit Panzern und einem bemerkenswert lässigen Umgang mit der Geschichte des entsetzlichen zweiten Weltkrieges. Allerdings klingt die Kanone in meinem KV-1 Tank echt gut. Das sowjetische Schmuckstück ist so flink wie eine durchschnittliche tektonische Plattenbewegung, aber das ist – egal. Meine Lieblingskanone ist außerdem so treffsicher wie ein Scherz eines durchschnittlichen Frühstücksfernsehmoderators, aber das ist auch egal. Diese Kanone ist verdammt DICK und LAUT und das ist wundervoll. Wenn ich mit ihr wirklich einmal etwas treffe, bin ich für eine kurze Zeit wirklich glücklich. Wundervoll.

5 Kommentare Autor: Denis
Remakes haben kurze Beine

dinoUltima

Es kann gut sein, dass ich der größte Ultima-Fan unter den Antigamern bin – schließlich war Ultima V: Warriors of Destiny das erste Computerspiel für das ich damals tatsächlich richtiges Geld (und nicht wenig davon) ausgegeben habe. Seitdem habe ich kein Ultima mehr verpasst. Nun sind seit dem wackligen neunten regulären Teil 13 Jahre vergangen, Richard “Lord British” Garriott hat Origin verlassen und die Firma selbst wurde (danke, EA!) inzwischen aufgelöst. Trotzdem gibt es nun ein neues Lebenszeichen der großartigsten Computerrollenspielreihe überhaupt – Ultima Forever, herstellt von Bioware unter der Federführung des begeisterungsfähigen Paul Barnett (Ex-Warhammer Online/Mythic).

Na gut: Es wird kein MMO, aber Free to Play und natürlich irgendwie social. Es wird bunt und knuddelig. Es hat nur noch zwei Charakterklassen und einen grafischen Stil, der in seiner knubbligen Dackelbeinigkeit nicht gerade auf Begeisterungsstürme unter den altgedienten Fans hoffen darf. Es ist sozusagen Diablo III meets Ultima in der fröhlichen Basset Hound-Version (mit einem angebauten Item-Shop). Ach ja: Das ganze findet natürlich ohne Garriott aka Lord British statt, der sich früher selbst als Herrscher im Spiel verewigt hat. Dafür gibt es… genau, ihr habt es sicher geahnt: Lady British. Wenn das nicht inspiriert ist, dann weiß ich es auch nicht.

Oh, wie habe ich die Idee gehasst. Oh, wie habe ich einen ersten Anti-Artikel begonnen. Oh, wie habe ich beschlossen, den dann doch nicht zu veröffentlichen und einfach noch einmal eine Nacht darüber zu schlafen.

Andererseits ist das Ding angeblich ein recht liebevolles Remake von Ultima IV: Quest of the Avatar. Es hat weiter eine Party mit vier Mitgliedern. Die Tugenden sind drin, all das wichtige Zeug. Die Karte sieht genauso aus wie Britannia aussehen muss. Oh ja, die Karte:

Es hat eine Karte aus Stoff! (Und noch andere kleine Kartendinger)


Eine Karte aus Stoff ist ausgesprochen wichtig für ein Ultima, wie hoffentlich jeder richtige Fan bestätigen wird, so wichtig wie Saurier für Antigames – beinahe.

Verdammt, es hat eine Stoffkarte.

Ich habe plötzlich doch Lust, das Ding mal auszuprobieren. Allerdings weiß ich nicht ganz, wie ich mit der Geschlechtsumwandlung meines Lord klarkommen werde. Mal schauen, ob sie dafür eine Gruppentherapie anbieten. Es ist wohl auch davon auszugehen, dass Garriott selbst sein Alter Ego auch wieder in sein kommendes Ultimate RPG einbauen wird. Vielleicht gründen sie ja eine Familie und … meine Güte, ich habe plötzlich solche Kopfschmerzen.

Bleibt noch der Grafikstil. Ich glaube, ich muss mich hinlegen und noch einige Monate darüber schlafen.

4 Kommentare Autor: Denis
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Dinosaurier zum tippen

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klickerklickerklick… klack. Klick. Klickklickerklik-klack.

Erinnert ihr euch an das Geräusch, liebe Spieler gereifter Sorte? Für mich war es der Soundtrack langer Wartezeiten auf dem ziemlich ausgeleierten schwarzen Ledersofa meiner Zahnärztin. Die Sprechstundenhilfe war damit beschäftigt, auf der Tastatur ihres Compaq-PC wichtige Sachen einzuhacken. Das hallte über den ganzen Flur. Schrecklich einerseits, andererseits schlief ich auf diese Weise nicht ein. Die Tastatur ihres Rechners war enorm. Sie sah aus, als könne man mit ihr eine kleinere Horde mongolischer Krieger aufhalten – lange genug, bis Hilfe eintraf.

Mongolische Horden werden heute nicht mehr hergestellt. Mechanische Tastaturen mit Klick sind auch aus der Mode gekommen, vor allem weil sie so verdammt teuer herzustellen waren und noch dazu… schwer genug waren, um mit einem einzigen Hieb einen barbarischen Schädel zu knacken.

Einige Jahre später tippe ich mehr oder weniger fleißig Daten ab. Ich benutze ein IBM-Terminal und meine Hände liegen auf einer Tastatur desselben Herstellers. Sie ist schwer und außerordentlich laut, wie die der Sprechstundenhilfe. Irgendwie macht es richtig Spaß darauf zu schreiben. Ein sanfter Druck auf eine beliebige Taste, sogleich ein freudiges Zurückfedern – es war… nein, es war ganz sicher nicht wie Sex.

Danach: Geschätzte 20 Jahre mit seelenlosen, harten elektronischen Tastaturen. Einige davon hatten sogar Displays (über diese Dinge reden wir besser nicht mehr).

Nun habe ich seit einigen Stunden wieder ein echtes Keyboard. Eine Tastatur mit Mikroschaltern wie damals. Eine Tastatur mit teuren Mikroschaltern. Meine Güte, ist die schwer. Meine Güte, ist die laut – klingt wie ein bescheidenes Maschinengewehr. Ich bin wieder einmal froh, alleine zu wohnen – trotzdem sollte ich morgen einmal meine Nachbarn ansprechen und mich erkundigen, ob sie aufgrund des MP-Feuers in der Nachbarschaft die Polizei gerufen haben.

Ich bin nämlich nicht sicher, ob ich aufhören kann zu tippen. Es ist ein wenig wie die diese gefürchtete Verpackungsfolie mit den Luftbläschen darin, die man so schön kaputtpoppen kann. Man kann nicht aufhören. Ich muss auf Tasten drücken, irgend etwas schreiben. Dazu kommt dieses lustvolle klickern und klackern, es sagt mir: Danke, das du mich gedrückt hast – du Finger, du! (Oh, bitte. Gern geschehen.) Und dann damit zu spielen! Allein das freudige Stöhnen meiner Freunde im TeamSpeak, die sich über die ganz neue, aber auch irgendwie heimelig-nostalgische Geräuschkulisse freuen. Vielleicht reagiert man auch ein wenig flotter als mit einer billigen moderne Elektroniktastatur. Aber ist das wichtig? Natürlich nicht.

Inzwischen weiß ich Bescheid über die verschiedenen Mikroschalter der Firma Cherry und ihren Klang, wie sie sich anfühlen – MX Black und MX Red und MX Brown und so weiter. Sachen, die ich gar nicht wissen wollte. Ich weiß, es ist zu spät für mich. Ich beginne wieder etwas zu tippen. Es könnte ein Artikel für antigames.de werden…

Klickklickklickklackklack… klackklackklack…

4 Kommentare Autor: Denis
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Wie ich aufhörte SWTOR zu spielen und lernte ein Weichei zu sein

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Lieber sage ich es gleich zu Beginn: Star Wars: The Old Republic macht eine Menge Spaß. Mir jedenfalls machte es eine Menge Spaß; die ersten 20 Level könnten vielleicht sogar an den ersten 20 Levels von Age of Conan vorbeiziehen und die Goldmedaille in der bestimmt bald olympischen Disziplin „Schönster Einstieg in ein MMO, der sich nicht wie ein MMO anfühlt“ erringen. Ich wollte das Spiel nicht mögen, aber plötzlich hatte mein Schmuggler mein Herz gewonnen – in Rekordzeit.

Ich glaube, das geschah ungefähr in dem Moment als er seinen ersten wirklich beeindruckenden Spezialangriff in Form eines verdammt gemeinen Trittes in die Kronjuwelen eines kleiderschrankigen Fieslings ausübte. Ich wusste, das mit uns beiden – das könnte funktionieren.

Wenn man im Dialog immer wieder die besten Oneliner abfeuert, lenkt das ganz gut vom eigentlichen Gameplay ab. Das ist auch bitter notwendig, denn man bekommt nach kurzer Zeit den Eindruck, dass BioWare alle Erfahrungen der letzten Jahre schlicht verpennt hat. SWTOR spielt sich wie World of Warcraft: Gut balanciert, ordentlicher “Flow” – aber eben so wie WoW auf dem Stand von 2005. SWTOR ist ziemlich gut, solange es einen erfolgreich davon ablenkt, dass man eigentlich ein in jeder Hinsicht verdammt altbackendes MMO ohne irgend eine frische Idee spielt.

Man will wissen, wie es weitergeht. Rausfinden, was die eigenen Begleiter so für Geschichten haben. Die eigene Story zuende bringen und sich endlich an diesem Mistkerl rächen, der… nun, ich will nicht vorgreifen.

Sogar in Gruppenmissionen hat man es geschafft, diese klassisch-guten BioWare Dialoge funktionieren zu lassen – indem man die Mitspieler ziemlich erfolgreich dazu bringt, genauso so viel Handlungsfreiheit und Spontanität zu akzeptieren wie ein computergesteuerter NPC. Wären einige Mitspieler zwischenzeitlich durch Bots ersetzt worden – ich hätte es nicht bemerkt und mich lediglich gewundert, warum es so still im TeamsSpeak ist.

Nicht dass mich das gestört hätte.

Mein Schmuggler und ich, wir waren auf einer Mission. Wir waren Bros, Flügelmänner. Auch wenn er immer diese irgendwie liebenswerte Nervensäge war, irgendwie war das immer auf meiner Linie. Kein Wunder, ich drückte ja die Tasten. Verdammt, wir haben zusammen Frauen aufgerissen und Wookies gelaust. Auch wenn ich über diesen letzten Teil nicht so gern spreche.

Bis zu diesem sehr späten Abend, an dem ich etwas getrunken hatte – oder ich übermüdet war, ich trinke ja niemals Alkohol oder überhaupt irgendeine Flüssigkeit, liebe Kinder – und ich auf eine Taste drückte.

Die Taste war die mit der „2“ darauf. Sie leuchtete unheilvoll, aber das tun alle Tasten auf meiner G15.

Hey, er sollte nur eine kleine Spitzfindigkeit abfeuern. Genauso wie wir das immer gemacht haben. Da stand ja nicht wie üblich eine Warnung, dass mich diese Antwort in die Nähe der dunklen Seite der Macht bringen würde. Wir waren in Sicherheit.

Klick. Und dann… hatten wir auf einmal ein Beziehungsproblem. Was der Mann da von sich gegeben hat, das hatte rein gar nichts mit unserer Absprache zu tun. Der kleine Kapitalist hat sich zu einem großen Arschloch entwickelt und diese irgendwie heiße Begleiterin schaute mich schockiert an – dabei dachte ich doch, dass ihr beim Gedanken an Credits ein klein wenig heiß würde. Nein, sie wirkte eher eisig. Plötzlich war alles anders. Der Typ sagte Sachen, die so nicht abgesprochen waren.

Unerklärlicherweise empfand ich das in meinem nicht ganz zurechnungsfähigen Zustand als Verrat und loggte mich entrüstet aus. Ich mochte ihn irgendwie nicht mehr. Das kleine Arschloch. Ich ging Panzer abschießen und dann… schlafen und irgendwann übermüdet arbeiten.

Ich dachte in den nächsten Tagen manchmal an den Schmuggler und wie er mich hintergangen hatte. Vielleicht würden wir ja einfach später weitermachen und an unserer Beziehung arbeiten. Er war ja in Wirklichkeit gar nicht soooo cool wie er immer getan hatte!

Eine gute Story und gutes Character Building funktioniert nur so lange wie man das Gefühl hat, die Kontrolle zu haben und die Figur das tut, was man ihr aufgetragen hat. Je detailierter dieser Punkt ausgearbeitet ist und die emotionale Bindung wirklich gut funktioniert, desto schneller ist man auch aus der Geschichte „raus“, wenn sich eine Figur – insbesondere eben die eigene Figur – ohne guten Grund gegen ihre bisher eingeführte Persönlichkeit handelt. Ein kleiner Fehler in der Storyline und in den Dialogoptionen und… es ist passiert. In diesem Fall hat das Spiel ein Problem – die Illusion, die Entwicklung des Charakters selbst zu bestimmen ist dahin. Klar: In einem Singleplayer-BioWare Spiel hätten wir einfach ein Savegame geladen, seien wir doch mal ehrlich. Aber in einem MMO? Pustekuchen.

Dennoch, ich wollte immer mal wieder wieder weiterspielen… vielleicht einen neuen Charakter beginnen. Dann war der Moment vorbei und ich habe es doch nicht getan. SWTOR ist ohne seine Story einfach auch nur ein MMO von der Sorte, die ich in meinem Leben zuviel gespielt habe- nur eben noch eine Spur langweiliger. Außerdem war mein Herz gebrochen und… ach, es tut zu weh darüber zu schreiben. Ich hatte leider zuviel Zeit, nicht mehr an die Geschichte zu denken und mir das Gameplay genauer anzuschauen.

Einen Monat später habe ich dann den Account gekündigt.

Nicht so schlimm.

SWTOR hatte eh keine nennenswerten Saurier.

5 Kommentare Autor: Denis
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Funcom und die Hölle der Lokalisierung

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Ich lasse mich ja eigentlich gern zu Betatests einladen, besonders gern sogar zu irgendwie ganz interessanten MMO mit frischen Ideen wie Funcoms The Secret World. Es hat viel mit Horror zu tun. Horror in unserer modernen Welt; Grauen das uns unvorbereitet schnappt und nicht mehr loslässt. Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass namenloser Schrecken mich bereits beim Öffnen einer Email packen könnte.
Gut gemacht, Funcom: Ihr habt mich ordentlich eingeschüchtert – aber vielleicht werde ich mich trotzdem zähneklappernd einzuloggen. Aber nur dann, wenn ihr mir glaubwürdig versichern könnt, dass das Spiel selbst nicht in diesem Stil übersetzt wird. Das wäre doch etwas zu hart für mich.

5 Kommentare Autor: Denis
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… aber bitte nicht nachmachen!


Ok, dieser Trailer zu Metal Gear Solid Rising deckt die ganze Bandbreite zwischen “fruchtig” und “durchaus ein klein wenig blutig” und “igitt!” ab. Ich denke, darauf kann man sich einigen.

Das neue Metal Gear Solid ist sicher nichts für Kinder. Das ist die andere Sache, die einigermaßen klar vermittelt wird. Darüber hinaus bringt mich so einiges ins Grübeln.

Wirklich putzig und ein ganz klein wenig verwirrend, dass Entwickler Shigenobu Matsuyama von Kojima Productions Monate nach jenem E3 Trailer scheinbar kalte Füße bekommt und einen Skandal à la GTA befürchtet. Man wolle die Spieler keineswegs zu solcherlei fröhlichen Schnetzelorgien ermutigen, heißt es da und “der Trailer ist fast schon übertrieben”. Da wäre ich ja nie drauf gekommen – der Trailer, am Ende ist der leicht überzogen? Keine Chance.

Komischerweise steht da drin dick und weiß “Cut.” und “Cut what you will.” und enthält über seine 2:32 Minuten Laufzeit vielleicht 20 Sekunden ohne Schnipselei. Dieser Trailer ist voller cut.

We do not recommend you play like the trailer.

Entweder ist das geschickte PR, um den Trailer vom April vor dem Release noch mal so richtig ins Gespräch zu bringen oder eine der dämlichsten Entwickleräußerungen einer an dämlichen Äußerungen nicht gerade armen Branche. Oder beides gleichzeitig.

Ein anderes Highlight im Eurogamer Interview: Matsuyama beschreibt wie das Schleich-Element im Spiel “Action-Stealth” und nicht “Wait-Stealth” ist – denn: ”

You will hide because you don’t want to be spotted by the enemy.

Also ganz anders und neu als in anderen Versteckspielen: Man will nicht vom Feind gesehen werden. Hm, irgendwie will mir der innovative Aspekt nicht recht klar werden. Das hier muss erstmalig in der Geschichte der Spieleszene sein: Der Hersteller macht mit einem bewusst reißerischen Trailer Werbung – das darin gezeigte Gameplay sollte der Kunde aber noch lieber nicht wirklich ausprobieren. Warum? – Das wäre …ein Fehler, heißt es nebulös.

Whoa. I’m learning my English now.

Glaub’ ich sofort, Matsuyama-san.

18 Kommentare Autor: Denis
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Conan! Was ist gut im Leben?

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Ich habe Age of Conan nie gehasst. Eigentlich habe ich es sogar ziemlich gern gespielt, obwohl ich damals beim Launch dabei war: Ich hatte sogar die Collector‘s Edition gekauft – inklusive einer komplett unleserlichen Kunstlederkarte von Hyborea, Home of Conan.
Beinahe jeder andere Vorbesteller hat das Spiel gehasst, wie es aussah – nach zwei Wochen war meine Freundesliste so leer wie der Kopf eines durchschnittlichen Regierungssprechers.

Dann hörte ich natürlich auch auf: Ich war ganz allein und so ab dem 50. Level gab es eigentlich gar nichts mehr zu tun außer fortgesetztem Massenmord an Fauna und gelegentlich auch rebellischer Flora. So ganz ohne moralische Rechtfertigung – auch „Story“, „Sinn“ oder „Quests“ – konnte selbst ich nicht weitermachen, schon gar nicht allein – ach, das hatte ich schon gesagt.

Nun bin ich wieder zurück, passend zur Erweiterung und nach einigen Wochen munteren Spielens bin ich ins Grübeln gekommen.
Zuerst die Fakten:

  1. Das Spiel ist gut geworden, es gibt nun eher zu viele Quests und Sachen zu tun, alles bei gleichbleibend wundervoller Atmosphäre und einer Menge Blutwurst. Die Dinosaurier hingegen suche ich noch. Trotzdem: Es lohnt sich wirklich oft genug, zu älteren MMOs zurückzukehren die einen beim Launch noch das Herz gebrochen haben. Ja, so war das.
  2. Musik und Grafik sind nach wie vor toll, noch toller auf einem großen TV und beschallt von einer feinen 5:1 Anlage. Leider ist das Spiel so kaum zu genießen, weil die Bedienelemente einfach viel zu fummelig sind und vom Sofa nicht zu erkennen. Ein weiteres Argument für die Konsolengemeinde, übrigens: Ich persönlich fordere ein optionales/optimales Sofa-UI für alle Spiele die ich mag!
  3. Über das PvP-Gameplay senke ich lieber mal den Mantel des Schweigens, ebenso über die Gildenstädte, die immer genau gleich aussehen. Wenn man seiner Heimat wenigstens einen Namen geben könnte…ach, das war sicher viel zu kompliziert für Funcom. Dafür gibt es verschiedene Architekturstile.

Nun komme ich aber wie bereits erwähnt ins Grübeln. Die geschätzten anderen Leute leveln mir weg, weil ich manchmal lieber – man glaubt es kaum – aus dem Haus gehe. Sei es nur für ein Bier nebenan – solche kleinen Freuden machen es unmöglich, einen Raid mitzumachen.

Ich habe ja auch sowas wie soziale Kontakte und ja, ich habe regelmäßig mit einer – ich wage es kaum zu sagen – Frau zu tun. Die meldet sich ja auch schonmal und ist leider (?) nicht in meiner Gilde. Ich bin also nicht jeden Abend ingame und das sorgt dafür, das ich deutlich weniger Spass im Spiel habe. Viele der Sachen, die ein MMO so spaßig machen – die fallen einfach aus.

Vielleicht bin ich zu alt für MMO, das glaub ich aber nicht, auf keinen Fall, niemals! Ich bin aber auch kein Casual-Spieler – ich will das Beste auf dem Markt und ich will Raids und Instanzen und all den Jazz. Was ich nicht brauche, ist Leistungsdruck. Ich habe ja schon einen Job, das reicht – außerdem will ich durchaus etwas erreichen im Spiel, nur eben nicht an vier komplett verspielten Abenden in der Woche. Ich habe keine Lust mehr darauf, dass ein Onlinespiel mir die Woche durchstrukturiert. Das finde ich unverschämt von dem.

Manchmal habe ich das Gefühl, die einzigen funktionierenden Gilden setzen sich aus Schülern und Arbeitslosen zusammen. Ich kann doch nicht der Einzige sein, der sowas wie ein Leben hat. Hat die Industrie da überhaupt etwas für mich… ich meine natürlich uns… auf Lager?

21 Kommentare Autor: Denis
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Ziemlich heiß und ziemlich faul.

Supernova

Vielleicht habt ihr es noch gar nicht bemerkt, aber hier in der dezentralen Antizentrale haben wir gerade Supernova – es ist also ein klein wenig wärmer als normal und ich kann euch versichern: Da läuft so ein Computer gerade mal ganz vorsichtig an und schafft es eine alleinstehende Webseite anzuzeigen, aber sobald man etwas unglaublich Unsägliches tut – wie zum Beispiel ein Spiel mit echter Grafik anwerfen – dann schmelzen uns die Kisten einfach weg und versickern unter Zurücklassung stinkender Schlacke in den Ritzen des antiken sowie feuerfesten Fußbodens.

Das wäre schlecht.

Ähnlich verhält es sich mit Antigehirnen. Wenn ich nicht gut aufpasse, sickert mir meines aus der Nase, wenn ich nur weise nicke – vorsichtshalber schreibe ich einhändig und halte mit der anderen die Nase zu, um auch morgen noch kraftvoll nachdenken zu können. Es wäre sehr gefährlich, einen Antibeitrag zu tippen. Wir machen also aus Sicherheitsgründen etwas Hitzefrei. Das ist auch in eurem berechtigten Interesse – wir sind schließlich voller Liebe.

(Natürlich nicht wegen Fussball. Wo denkt ihr hin?)

Auf einer tiefgekühlten Pfanne tief in den Antigewölben köcheln bahnbrechende Artikel… sie warten. Sie warten… auf den richtigen Moment um sich zu erheben und in die Welt der Lebenden einzufallen.

Genau wie die Dinosaurier übrigens.

22 Kommentare Autor: Denis
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