
Gestern nacht habe ich mir fast die Augen dabei ruiniert, die farblich herausfordernde Demo von Serious Sam 2 im Solomodus zu spielen – das hat auch durchaus Spass gemacht, aber davon soll hier nicht die Rede sein. Nein. Es gibt Wichtigeres zu besprechen, Freunde, Leser, Leidensgenossen.
Ihr ahnt ja vermutlich schon, worum es geht, dem anschaulichen Diagramm weiter oben sei Dank. Ja – richtig – das meiner Ansicht nach eindeutig unangenehmste, deplatzierteste (ist das ein Wort?) Feature für ein 3D-Ego-Perspektiven-Spiel ist zurück aus dem Grab, in dem es leider nur eine kurze Weile unruhig auf eine unheilige Rückkehr gewartet hat: Jump-and-Run Elemente sind es, und inbesondere die gefürchteten Plattformen, die uns erfahrenen Spielern schon seit Jumpman schon viele schlaflose Nächte bereitet haben. Nur machen solcherlei Erfindungen in einem aus der dritten Person betriebenen, zweidimensionalen Hüpfspiel durchaus Sinn. Weil man ziemlich genau sehen kann, wo sich die Spielfigur befindet, und es auf eine Kombination von pixelgenau sicherem Schätzen von Entfernungen, Timing und vermutlich auch ein wenig Geschick ankam, seine Spielfigur (a) von Plattform A sicher auf einen sicheren Standpunkt (b) auf der Plattform B bringen, um dabei Böslingen zu entkommen, die der Einfachheit halber hier nicht eingetragen wurden. Dabei sollte die um eine Winzigkeit später beginnende Idealflugbahn II gewählt werden, und nicht etwas die Kurve I, die zu einem Fehlschlag und mit recht großer Wahrscheinlichkeit zu einem frühen Ableben führt.
In einem 3D-Egoshooter sieht man aber die eigene Spielfigur nicht. Folglich ist es auch nicht möglich, ohne leidliches Ausprobieren den richtigen Absprung zu finden; und das beleidigt sogar meine Minimalausstattung an Intelligenz. Dazu kommt die notorische Todessehnsucht der Spieldesigns, die wie bei Sam2 jeden Fehlsprung mit dem unausweichlichen Ableben der Spielfigur ahndet. Falls sich jemand findet, der Egoshooterplattformer richtig spassig findet – er möge sich melden, und ich werde einen Kuraufenthalt spendieren, den diese vereinsamte, verletzte Seele mit Sicherheit nötig hat.

