Weihnach(t)besprechung

Weihnachten ist fast vorbei. Wir hoffen, ihr hattet ein paar gemütliche, entspannte und vielleicht sogar spaßige Tage. Einige von euch haben an Heiligabend womöglich ein Wii unter dem Weihnachtsbaum vorgefunden. Andere vielleicht eine Xbox 360. Oder einen neuen Mac. Einen neuen PC? Ein Dutzend PS2-Spiele? Einen GBA im Tribal-Design? Eine pinke PSP? Den 80GB-iPod? Interessante Brettspiele? Lesenswerte Bücher? Eine Modelleisenbahn? Ein Fahrrad? Psychonauts? Eine importierte PS3? Killerspiele? Neue Barbie-Puppen?

Sagt es uns. Wir sind neugierig.

74 Kommentare Autor: Hendrik
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Erkenntnis des Tages

Liebe Spielemacher,

heute habe ich eine schlechte Nachricht für euch: Werbung in Spielen funktioniert doch nicht so gut wie erwartet. Das mag jetzt eine echte Enttäuschung für euch sein. Aber glaubt mir, Millionen Spieler fassen sich gerade an den Kopf: denn das wussten sie vorher ja auch schon. Hättet ihr uns einfach mal gefragt! Dann hättet ihr euch die Integration der Technologien von Firmen wie IGA Worldwide in Spiele wie Battlefield 2142 oder jetzt auch Counterstrike sparen und das Geld sowie Mühe in besseres Gameplay oder schickere Levels investieren können. Das sind nämlich — bitte glaubt mir! — die Dinge, wegen denen jemand in einen Laden rennt und €40 für eure Spiele ausgibt.

Kennt ihr Seth Godin? Der schreibt in seinem Buch Purple Cow über den immer ineffizienteren, langsam aussterbenden TV-Industrial Complex; genau jenen traditionellen, bei euch so unheimlich beliebten Weg, ein Produkt zu erschaffen und an den Mann zu bringen, mit klarer Trennung von Engineering, Produktion und Vermarktung. Seth schlägt vor, das Marketing direkt in das Produkt einzubauen. Was eigentlich eine uralte Idee ist: Produkte zu bauen, die so bemerkenswert sind, dass sie sich von alleine vermarkten. Ich weiß, die Idee mag euch radikal vorkommen. Ihr müsstet es doch auch an euren eigenen Produkten merken. Oder was meint ihr, wie viele Leute Need for Speed Carbon kaufen, weil sie in der U-Bahn-Station Rotkreuzplatz euer Werbeplakat dafür gesehen haben?

Leute: Werbung ist tot.

Toter als tot. Tot war sie schon vor langer Zeit, nur habt ihr es da noch nicht bemerkt, weil ihr den Erfolg nicht zuverlässig messen konntet. Jetzt habt ihr Werbung im Web und sogar in Spielen. Und wenn ihr auf eure Statistikauswertungen blickt, müsste euch die Erkenntnis doch geradezu ins Hirn hüpfen: die Schaltung von Werbung und die Generierung von Leads hängen eben nicht so eng zusammen, wie ihr euch das lange Zeit vorgestellt habt. Deswegen sind die Werbepreise im Web auch in kürzester Zeit von “obszön” hinunter zu “lächerlich” gepurzelt, vielen Dank. Und den Offline-Werbeformen geht es auch schlecht. Fällt euch nichts auf?

Wisst ihr, vor ein paar Jahrzehnten war Werbung noch etwas richtig Aufregendes. Da konnte man ein nicht aufregendes Produkt auf den Markt werfen und dieses Defizit durch tolle Werbung ausgleichen. Das funktioniert heute nicht mehr. Vor allem nicht in Computerspielen. Ein virtuelles Werbeplakat an der Straßenseite in einem Rennspiel oder an einer zerballerten Wand in einem Shooter ist nicht aufregend. Es ist peinlich.

Also lasst es einfach bleiben. Danke.

Mit freundlichen Grüßen,
ein treuer Kunde

52 Kommentare Autor: Hendrik
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Mein eigener Wiimote-Kuchen!

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas über das Wii schreiben, das seit Freitag Abend in meinem Wohnzimmer steht. Dafür ist es, glaube ich, jedoch zu früh — bin in den letzten Tagen leider nur sehr wenig zum Spielen gekommen.

Deswegen zeige ich euch lieber den Kuchen, den ich Freitag von Anna zur Feier des Tages bekommen habe. Der sieht nämlich aus wie ein Wiimote und ist nicht zuletzt deswegen total super. Guten Hunger! (Und Riesendank an Anna.)

44 Kommentare Autor: Hendrik
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Wii ist es so?

Richard weigert sich, den Namen “Wii” auf diese Art in Überschriften zu verwursten. Ein Mindestmaß an Selbstachtung habe er. Nun, ich nicht. Aber egal: ein paar von euch werden womöglich schon ihr Wii haben. Berichtet doch mal! Ja, dieser Thread ist für euch!

32 Kommentare Autor: Hendrik
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Wii-Launch: Sonderbericht München

Wie eben schon von Richard angekündigt haben wir vorhin den Saturn Theresienhöhe gestürmt — in der vagen Hoffnung, die Mitarbeiter ganz lieb zum Rausrücken von ein paar Wiis bewegen zu können. Wir haben gewinselt und gefleht. Uns Geschichten über Großväter ausgedacht, die nur noch 30 Minuten zu leben haben und nur noch einmal kurz Wii spielen wollten. Das Aufkaufen des gesamten Spielevorrats angedroht, damit die Kids morgen alle leer ausgehen. Erwähnt, dass wir gerade vorhin erst Killerspiele gespielt haben und zu allem bereit sind. Und dass einer von uns morgen 30 wird und sich wirklich, wirklich freuen würde.

Hat leider alles nicht geholfen. Dafür haben wir von einer Mitarbeiterin, die auch Frau Farbissinas Schwester hätte sein können, die Information erhalten, dass dort tatsächlich knapp 70 Wiis bereit stehen. Außerdem haben wir einen ganzen Haufen Zeldas gesichtet. Auch die anderen Launchtitel sowie Remotes und Classic Controllers waren ausreichend vorhanden.

Der Laden macht um 10 Uhr auf, was laut Frau Farbissinas Schwester “zu spät” sein soll. Was keinen Sinn ergibt, aber hey, die Leute dort sind mindestens genau so aufgeregt wie wir. Und was ist das einzige, was bei sowas hilft? Richtig!

Party!

Für den Fall, dass dort morgen früh halb München zeltet, sich an Lagerfeuern die Hände wärmt und gemeinsam Lieder singt, werden wir dort ab 9.30 vor der Tür stehen und einen kleinen Videobericht filmen. Liebe Münchner Antinationsfraktion: schaut vorbei und friert feiert mit!

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Miau!

An dieser Stelle hätte eigentlich der Verriss eines aktuellen, lange gehypten Shooters für die Xbox 360 stehen sollen. Doch leider wurde der Titel heute von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt. Schade.

Wie Eurogamer schon ganz richtig bemerkt, war das auch keine große Überraschung. Immerhin bekam der Titel, der offiziell nie in Deutschland erschienen ist, auch keine Freigabe seitens der USK, wodurch die Indizierung überhaupt erst möglich wurde.

Ein wenig überraschend — oder auch nicht? — ist, dass das Spiel trotzdem jeder hat. Und noch mehr — oder eben weniger? — dass man in den Multiplayer-Partien dieses Titels über Xbox Live fast nur Kids zu treffen scheint.

Ja, so mögen wir unseren Jugendschutz. Viel tun können wir dagegen nichts. Deswegen gibt es statt des Testberichts nun ein paar Bilder von süßen Katzen. Viel Spaß.

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59 Kommentare Autor: Hendrik
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Sackgasse

Tja, nun ist es wohl soweit: nachdem mein Windows-PC und ich eine Beziehungspause eingelegt haben, fragt sich nun auch Chris von nebenan, ob sich der Kauf seines neuen Spiele-PCs wirklich gelohnt hat, und sogar die Gamestar stellt in Frage, ob das alles noch einen Sinn hat. Die Technik, die man heute bekommt, rockt — wie immer; aber noch nie war es so schwierig, einen echten Grund für ein Spiele-PC-Komplettupgrade zu finden. Mal abgesehen davon werden immer weniger Titel exklusiv für den PC veröffentlicht. Erleben wir die letzten Tage des PCs als Spieleplattform?

Seien wir mal ehrlich, so nett sich Anno 1701 auf einer Monstermaschine in allen Details auch spielen würde, eigentlich braucht man das nicht wirklich. Und das ist nur eines der Spiele, die ich mir — in einem Versuch, die frostige Beziehung zu meinem PC wieder etwas aufzutauen — in den letzten Wochen zugelegt habe, die nicht mehr so richtig flott laufen, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür geben sollte. Zum Beispiel Sid Meier’s Railroads, das zwar knuddelig aussieht, aber auch nicht gerade ein solch spektakuläres Grafikfeuerwerk bietet, welches die eher durchwachsene Performance rechtfertigen würde. Gunnar hat völlig Recht: gerade bei solchen vermeintlich auf den Massenmarkt ausgerichteten Titeln wundert einen das schon etwas.

Ich bin schon eine ganze Weile am Überlegen, ob ich mir nun einen neuen PC zum Spielen gönnen sollte oder nicht. Vor kurzem traf ich tatsächlich den Entschluss, demnächst einen zu kaufen. Einen ordentlich ausgestatteten Monster-PC, der auch ein paar Jahre “halten” würde. Aber Artikel wie die beiden oben verlinkten holen mich dann wieder auf den harten Boden der Windows-Realität zurück. Letztendlich wären die Spiele doch nur flüssiger, aber nicht besser. Was mir wieder einen Großteil der Kaufmotivation nimmt. Hmpf. Oder Juchuh?

Ich frage daher einfach mal die Antination. Vielleicht übersehe ich etwas? Was wäre für euch ein Grund, in den nächsten Monaten einen neuen Spiele-PC zu kaufen? Wenn überhaupt?

78 Kommentare Autor: Hendrik
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Huh?

Weiß jemand mehr?

21 Kommentare Autor: Hendrik
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Heute neu in Hendriks Wohnzimmer

Project Gotham Racing 3: jetzt werdet ihr sicherlich verwundert auf das Datum dieses Beitrags starren. Ja, die Gerüchte sind wahr: diesen ollen 360-Launch-Titel habe ich mir tatsächlich jetzt erst geholt. Obwohl ich schon Test Drive Unlimited habe. Er lag halt für einen fairen Preis da und winselte mich an. Jetzt ist er mein. Erstes Urteil nach ein paar Strecken: es ist immer noch Project Gotham Racing. Und das meine ich positiv!

Tony Hawk’s Project 8: hey, ein neuer Tony Hawk-Titel! Obwohl ich selber kein Skater bin (hey, ich bin das Gegenteil eines Skaters), habe ich die Serie immer gemocht. Irgendwie macht es Spaß, rumzugrinden und -hüpfen und -flipkicken und -wasauchimmer, um obszöne Punktzahlen zu erreichen. Doch gleich zu Anfang eine Enttäuschung: ich konnte mir nicht — wie in einigen der Vorgängern — eine kleine, vollbusige Nerd-Skaterin zusammenbasteln. Die Auswahlmöglichkeiten beim Skater-Design sind überraschender Weise arg eingeschränkt. Buh! Tatsächlich gibt’s weibliche Charaktere anscheinend nicht ohne furchtbare Arm-Tattoos. Also fahre ich jetzt als Punk-Doofi durch die Gegend. Scheißspiel. Äh, ja. Der Rest ist halt wie ein typisches Tony Hawk-Spiel. Nur jetzt mit Bullet Time. (Ich denk mir das nicht aus. Der Effekt sowie sein Zweck sind aber ganz cool, also keine Panik.)

Gears of War: heilige Scheiße, Batman! Das mit Abstand coolste Spiel, das ich je gespielt habe. Was für ein Hammershooter! Epic können also doch geile Spiele machen! … Ich verarsche euch natürlich. Wollte nur mal hören, wie das klingt. In Wirklichkeit ist Gears of War so, als hätten sie den Typen, der sich die Taunt-Sprüche in Unreal Tournament ausgedacht hat, ein komplettes Spiel machen lassen. Womöglich haben sie das tatsächlich. Ich muss mir beim Spielen von Gears of War immer CliffyB vorstellen, wie er in London steht und merkt, dass die Welt tatsächlich aus mehr besteht als sein kleines Häuschen in Goatfuck, Indiana und der Taco Bell nebendran. Geil aussehen tut’s natürlich trotzdem. Damit kann man gerne auch ein paar der wirklich hohen Wertungen entschuldigen. Aber wirklich nur damit. Hunde.

Guitar Hero 2: kommen wir nun zur Enttäuschung des Abends. Ich liebe Guitar Hero. Es ist ein verdammt cooles, rundes Spiel. Der zweite Teil ist… genau wie der erste. Was eigentlich toll sein sollte, wären da nicht die neuen Songs. Die sind nämlich alle Schrott. Mit ein paar Ausnahmen natürlich. Aber wenn ich alleine in den ersten drei Levels lediglich ein Lied wiedererkenne und dieses Lied auch noch von The Police ist, dann stimmt was nicht. Es mag Rock-Fans geben, die sich besser mit der Materie auskennen und die mehr Spaß an den gebotenen Songs haben. Ich zähle leider nicht dazu. Da sehne ich mich echt nach dem ersten Teil zurück, der eine bunte Mischung an Klassikern bot, die sogar ich als Rock-n00b kannte. Ich wünsche mir den tollen Multiplayer-Modus aus Guitar Hero 2 mit den Songs aus Guitar Hero 1. Werde ich natürlich nie bekommen. Das macht mich traurig. Ich gehe jetzt ins Bett und weine leise in mein Kissen.

Oder spiele Guild Wars Nightfall. Das ist nämlich überraschend gut.

252 Kommentare Autor: Hendrik
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Zufallsbekanntschaft

Im Moment bin ich froh, doch noch einen Windows-PC zu haben. Denn ich bin über FastCrawl gestolpert, eine Art Mini-Roguelike mit Grafik und Sound, oh my! Und es rockt. Wer sich unter dem Begriff “Mini-Roguelike” etwas vorstellen kann, braucht nicht weiter zu lesen und sollte sich stattdessen die Demo downloaden.

In FastCrawl steuert ihr eine zu Spielbeginn zufällig ausgewürfelte Heldentruppe durch ein zufällige generiertes Dungeon, tötet zufällig platzierte Monsterhorden und sammelt zufällig generierte Schätze ein. In der untersten Etage des Dungeons sitzt irgendwo der (natürlich zufällig ausgewählte) Oberbösewicht und wartet darauf, von euch verkloppt zu werden. Das ist nach höchstens einer knappen Stunde geschafft — danach geht es wieder von vorne los, mit einer neuen Party, einem neuen Dungeon, und neuen Gegnern.

Das Regelwerk fällt im Vergleich zu einem ausgewachsenen Rollenspiel eher mickrig aus; so gibt es zum Beispiel nur zwei Charakterattribute (Angriff und Verteidigung) und zwei Magie-Schulen (Feuer und Eis, mit jeweiligen Resistenzwerten, die man durch verschiedene Ausrüstungsgegenstände erhöhen kann). Charakterklassen gibt es lediglich vier: der Krieger ist der typische “Tank” und kann auf Angriff oder Verteidigung spezialisiert werden, der Magier wirft mit Feuerbällen oder Eiszapfen um sich, der Kleriker heilt in erster Linie, kann aber durch entsprechende Spezialisierungen auch als Ersatz-Krieger oder Offensivmagier eingesetzt werden, der Dieb entschärft Fallen und knackt Schlösser. Das klingt erst einmal ziemlich simpel, doch die verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten bieten einiges an taktischer Tiefe. Was gerade in höheren Schwierigkeitsgraden wichtig ist — da bekommt man nämlich gerne mal etwas bizarre Party-Konfigurationen ausgewürfelt. Ein Kleriker und drei Magier? Oh my!

Zur Belohnung für das Monsterkloppen gibt es haufenweise ph4t l3wt. Je tiefer man ins Dungeon vordringt, desto besser wird die gefundene Ausrüstung. FastCrawl ist sich nicht mal zu schade, die Namen der Gegenstände je nach Seltenheits- und Coolness-Faktor grau, grün, blau, lila und gold einzufärben — hm, das kennen wir doch irgendwo her. Daneben gibt’s natürlich auch die üblichen Mana- und Health-Tränke, Zaubersprüche und Rationspakete. Letztere sind immer gerne gesehen, weil man mit jedem Zug eine Ration verbraucht und, sollten sie jemals aufgebraucht sein, einen plötzlichen und fiesen Hungertod stirbt.

Ein verdammt cooles Spiel, das seinen Preis von knapp $20 auf jeden Fall wert ist — trotz der streckenweise schäbigen Shareware-Optik. Lieber Weihnachtsmann: lass irgendeinen Publisher das Teil kaufen und auf Xbox Live Arcade portieren. Ich will Achievements und Leaderboards!

39 Kommentare Autor: Hendrik
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