
Im Moment bin ich froh, doch noch einen Windows-PC zu haben. Denn ich bin über FastCrawl gestolpert, eine Art Mini-Roguelike mit Grafik und Sound, oh my! Und es rockt. Wer sich unter dem Begriff “Mini-Roguelike” etwas vorstellen kann, braucht nicht weiter zu lesen und sollte sich stattdessen die Demo downloaden.
In FastCrawl steuert ihr eine zu Spielbeginn zufällig ausgewürfelte Heldentruppe durch ein zufällige generiertes Dungeon, tötet zufällig platzierte Monsterhorden und sammelt zufällig generierte Schätze ein. In der untersten Etage des Dungeons sitzt irgendwo der (natürlich zufällig ausgewählte) Oberbösewicht und wartet darauf, von euch verkloppt zu werden. Das ist nach höchstens einer knappen Stunde geschafft — danach geht es wieder von vorne los, mit einer neuen Party, einem neuen Dungeon, und neuen Gegnern.
Das Regelwerk fällt im Vergleich zu einem ausgewachsenen Rollenspiel eher mickrig aus; so gibt es zum Beispiel nur zwei Charakterattribute (Angriff und Verteidigung) und zwei Magie-Schulen (Feuer und Eis, mit jeweiligen Resistenzwerten, die man durch verschiedene Ausrüstungsgegenstände erhöhen kann). Charakterklassen gibt es lediglich vier: der Krieger ist der typische “Tank” und kann auf Angriff oder Verteidigung spezialisiert werden, der Magier wirft mit Feuerbällen oder Eiszapfen um sich, der Kleriker heilt in erster Linie, kann aber durch entsprechende Spezialisierungen auch als Ersatz-Krieger oder Offensivmagier eingesetzt werden, der Dieb entschärft Fallen und knackt Schlösser. Das klingt erst einmal ziemlich simpel, doch die verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten bieten einiges an taktischer Tiefe. Was gerade in höheren Schwierigkeitsgraden wichtig ist — da bekommt man nämlich gerne mal etwas bizarre Party-Konfigurationen ausgewürfelt. Ein Kleriker und drei Magier? Oh my!
Zur Belohnung für das Monsterkloppen gibt es haufenweise ph4t l3wt. Je tiefer man ins Dungeon vordringt, desto besser wird die gefundene Ausrüstung. FastCrawl ist sich nicht mal zu schade, die Namen der Gegenstände je nach Seltenheits- und Coolness-Faktor grau, grün, blau, lila und gold einzufärben — hm, das kennen wir doch irgendwo her. Daneben gibt’s natürlich auch die üblichen Mana- und Health-Tränke, Zaubersprüche und Rationspakete. Letztere sind immer gerne gesehen, weil man mit jedem Zug eine Ration verbraucht und, sollten sie jemals aufgebraucht sein, einen plötzlichen und fiesen Hungertod stirbt.
Ein verdammt cooles Spiel, das seinen Preis von knapp $20 auf jeden Fall wert ist — trotz der streckenweise schäbigen Shareware-Optik. Lieber Weihnachtsmann: lass irgendeinen Publisher das Teil kaufen und auf Xbox Live Arcade portieren. Ich will Achievements und Leaderboards!