Handarbeit

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Drakensang ist die gute Art von ambitionslosem Spiel. Die Macher hatten sich vorgenommen ein deutsches Baldur’s Gate zu machen, spielerisch identisch, aber mit dem Schwarzen Auge anstatt Dungeons & Dragons. Genau das ist ihnen auch gelungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Drakensang ist pure Konvention, aber seine Konventionen wurden mit Liebe ausgewählt und sorgfältig kultiviert. Drakensang ist gut gemacht, aber nicht zu gut. Niemand hat es mit einer Überdosis Professionalität steril poliert. Es riecht nach frischen Holzspänen, altem Leder und Omas Apfelkuchen.

Handarbeit halt.

Mit seinen holperig benannten Zaubersprüchen und seiner Welt voller Hexen und Räuberhauptmännern strahlt das Spiel zudem eine authentisch deutsche Atmosphäre aus. Drakensang kann so wie es ist nur hierzulande entstanden sein und nirgendwo anders. Wer gemein sein will, der mag es als bäuerlich, plump und träge bezeichnen. Aber das wäre halt gemein. Ihr lästert ja auch nicht über Omas Apfelkuchen, nur weil der Rand mal ein bisschen dunkel geraten ist.

In die Welt von Drakensang kann man sich einwickeln, wie in eine kuschelig vorgewärmte Decke. Es ist ein tolles Spiel für die kommenden Herbstabende, wenn es draußen regnet und man einfach nur faul sein will.

Drakensang ist einfach nett. Manchmal reicht das nicht nur, manchmal ist das genau das was man braucht.

88 Kommentare Autor: Richard
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Wow! Dinosaurier!!!

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Als ich vor fast vier Jahren das erste mal einen Troll auf einem Dinosaurier an mir vorbei reiten sah, da wusste ich dass ich mit einem Ork nicht unbedingt das optimale WoW-Volk gewählt hatte. Klar, ich liebe meinen Ork, aber Trolle dürfen Dinosaurier reiten. DINOSAURIER!

Zum Glück habe ich einen Hunter und so blieb mir mein eigener Dinosaurier nicht lange verwehrt. Trotzdem, ein Dino-Mount blieb lange ein großer Wunschtraum. Ein Wunschtraum den ich mir gestern Abend endlich erfüllt habe. Mit Level 70 macht man allein durch Questen nämlich ausreichend Kohle um mittelfristig ausreichend Runecloth zu kaufen um die notwendige Reputation bei den Trollen zu erreichen. Kein Grinden notwendig, Gott sei Dank.

So, und als ich dann gestern Abend beim Dino-Händler stand und er mir die verschiedenen Modelle vorgeführt hat, blieb mir quasi nichts anderes übrig als gleich mehrere zu nehmen. In blau (siehe oben), in orange (siehe unten) und in nicht-episch-grün (siehe ganz unten). Nicht-Episch-Dinosaurier-Grün(tm) wird übrigens bald auch für alle Audi-Modelle verfügbar sein. Als kostenpflichtiges Extra versteht sich.

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PS: Nein, WoW hat nichts mit dem aktuellen Mangel an Beiträgen zu tun. Danke für die Nachfrage.

42 Kommentare Autor: Richard
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Die Menge Macht’s

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Wahrlich, ich sage euch: Borderlands wird der beste Shooter aller Zeiten. Moment, sagt ihr jetzt. Das Spiel ist doch noch lange nicht fertig, sagt ihr jetzt. So richtig viel weiß man darüber doch noch gar nicht, sagt ihr jetzt.

Ich kann eure Skepsis verstehen, aber hört mich an, gute Leute! Ich kann meine Aussage beweisen. Jawohl, beweisen. Passt auf.

Lemma: Die Qualität eines Shooters wird von der Anzahlder im Spiel vorhandenen Waffen bestimmt. 1.367 Rückseiten von Spielepackungen können nicht irren.

Beweis: Borderlands hat über 500.000 Waffen.

Q.E.D.

Also, freuet euch ihr Antigamer, denn der Heiland kommt und sein Name ist Borderlands!

44 Kommentare Autor: Richard
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Wiimonster

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Als ich die Wiimote das erste Mal in der Hand hatte, war ich absolut beeindruckt. Irgendwie hatte Nintendo es geschafft einen Controller zu entwickeln, der nicht nur toll aussah, sondern auch super in der Hand lag. Das schlicht-elegante Design in Kombination mit den überraschend kleinen Dimensionen hatte mich einfach überzeugt.

Inzwischen ist aus der hübschen kleinen Wiimote, leider ein hässliches großes Wiimonster geworden.

Zuerst kam das Band fürs Handgelenk dazu. Gut, das kann ich noch verstehen. Mir persönlich ist die Wiimote noch nie aus der Hand geflogen, aber wenn ich anstatt eines Projektors einen 5.000€ teuren Plasmafernseher zum Spielen nutzen würde, dann wäre ich dafür auch dankbar.

Dann kam der Nunchuk. Zugeben, den braucht man für die meisten Spiele. So ein bisschen Analogstick muss eben doch sein, Wackeldetection hin oder her. Aber so richtig hübsch ist der nicht. Und jedes Mal wenn ich bei Red Steel eine bestimmte Combo ausgeführt habe, hat mir die Schnur auf die Nase gehauen. Aua. Insgesamt steht das Kabel einer entspannten Wedelei definitiv im Weg.

Dann kam das Gummikondom. Ich muss sagen, dass sich mir der Sinn und Zweck dieses Dings völlig entzieht. Nintendo findet die Dinger allerdings so wichtig, dass sie sogar umsonst verteilt werden. Ich persönlich habe mir trotzdem keine geholt. Warum auch? Wozu sind die gut? Wie gesagt, mir ist die Wiimote noch nie aus der Hand gerutscht. Sie ist also offensichtlich nicht flutschig, und selbst wenn sie flutschig wäre…ist dafür nicht das Band fürs Handgelenk da?

So, und jetzt gibt es noch das Megawiimoteactionmotionplus…ding. Das könnte eigentlich nicht schlecht sein, denn es sorgt wohl dafür, dass die Wiimote endlich so präzise wird, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt hatten. Aber das ändert nichts daran, dass unserer einst schnuckelig-kleinen Wiimote bald noch ein Tumor am Hintern wachsen wird.

Außerdem kann man anscheinend nie genug Eingabegeräte haben, und so dürfen wir uns für Family Ski unsere kondomisierte Nunchuk-XXL-Wiimote ans Handgelenk schnallen und damit auf das Wackelbrett von Wii Fit steigen.

Sorry, aber irgendwie scheint mir da ein altmodischer Controller fast die einfachere Lösung zu sein. Einsteigerfreundlich ist das jedenfalls sicher nicht, zumal Nintendo die ganzen Add-on sehr konsequent in der Werbung zeigt.

Seit sie das Handgelenksband vorgestellt haben, sieht man kein offizielles Foto mehr ohne vorschriftsmäßig festgezurrte Wiimote. Seit sie das Kondom eingeführt haben, gibt es kein offizielles Video mehr in dem unsafe Wiimoting betrieben wird. Und seit heute wird es garantiert kein Bild mehr ohne Arschtumor geben.

Irgendwie scheint mir das alles etwas kontraproduktiv. Wenn man da so steht, nacktfüßig auf dem Balance Board (mit Socken oder Schuhen ist das ja laut Nintendo nicht zulässig!), rechts eine einen Controller mit Gummi, Sicherheitsband und „WiiMotion Plus, links einen Controller, in der Mitte die Schnur um den Hals geknotet, dann sagt es sich nicht mehr so leicht: „Guck mal Oma, das ist ganz einfach…“

46 Kommentare Autor: Richard
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Kampfansage

Gerade eben lag bei mir ein Spiel im Briefkasten, dessen Packung mir irgendwie seltsam vorkam. Von dem Spiel selber hatte ich noch nie gehört, das Coverbild war nicht sonderlich hübsch, aber trotzdem strahlte diese Packung ein gewisses Maß an Wohlwollen direkt in mein sonst so kaltes, schwarzes Herz.

So stand ich da im Hausflur, starrte auf die Packung, vergaß meine Nachbarin zu grüßen und grübelte. Woran lag es? Die Antwort: am Rand! Der Rand der Packung, sowie ihre Farbgebung sind geschickt so gestaltet worden, dass die Box den unverkennbaren Duft eines LucasArts Adventures ausströmte.

Viele LucasArts Boxen hatten nämlich so einen Rand, ihr erinnert euch? Ganz oben auf dem Rand stand dann „LucasArts Entertainment Company presents“. Tja, und genau so einen Rand hat auch dieses Spiel. Nur dass halt „LucasArts“ mit „Daedalic“ vertauscht worden ist, was zugeben nicht so gut klingt. Wobei Daedalic ja noch geht. Es gibt Leute die nennen ihre Firma ZUXXEZ. Oder 10tacle.

Apropos Tentakel. Erinnert ihr euch noch an das lila Tentakel? Klar doch. Das hatte zwei ganz spezifische Farben. Ein bestimmtes lila und ein bestimmtes grün. Tja, und genau in diesen Farben ist sowohl der Rand der Packung als auch der Titel des Spiels gehalten. Zufall? Ich denke nicht.

Das ist alles gar nicht so total offensichtlich, aber trotzdem ziemlich eindeutig. Kurz: Gut gemacht. Für alle, die aber durch die Farbgebung noch nicht in ausreichend in Nostalgiestimmung geraten sind, hat die Packung auch noch einen weiteren, eindeutigeren Hinweis zu bieten: „Von den Leuten die Monkey Island gut finden!“.

Das ist natürlich ganz schön dreist, zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass ich mit diesem Spiel nichts zu tun habe. Ich muss aber gestehen, dass ich grinsen musste.

Trotzdem, diese Packung ist eine Kampfansage.

Das Adventure-Genre ist zwar alles andere als tot, aber die durchschnittliche Qualität ist so niedrig, und vor allem so weit von den alten LucasArts-Klassikern entfernt, dass man sich mit so einer Packung und so einem Spruch gaaaaaanz weit aus dem Fenster lehnt.

Also, ich installiere gerade. Ein Ersteindruck folgt später.

118 Kommentare Autor: Richard
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Hochauflösende Ebenenschaft Qual

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In letzter Zeit habe ich mir immer wieder mal ein gutes Einzelspieler-Rollenspiel gewünscht. Tatsächlich liegt bei mir immer noch der Witcher rum, und der hat mir – soweit ich ihn gespielt habe – sehr gut gefallen. Allerdings warte ich da lieber noch ein bisschen auf die angekündigte Special Edition.

Ich hatte Hoffnung auf Drakensang, da es quasi als “Baldur’s Gate mit 3D-Grafik” angekündigt worden ist, aber das mussten sie natürlich frisch verschieben. Ansonsten sehe ich spontan nichts, was in der Hinsicht interessant wäre und in näherer Zukunft raus käme. Also habe ich mal einen Blick in die Vergangenheit geworfen.

Da gibt es nämlich diesen einen Rollenspielklassiker, den ich bis heute nicht gespielt habe: Planescape Torment.

Ja, da raunt die Menge. Kann das sein? Ist das möglich? Wie konnte das passieren?

Die Antwort lautet: die Auflösung.

Die Infinity Engine konnte ursprünglich nämlich nur 640×480 Pixel anzeigen. Das ist an sich nicht so schlimm, ich spiele schließlich auch heute immer noch die alten LucasArts-Spiele in 320×200. Aber in der Auflösung ist der von der Welt gezeigte Ausschnitt schon verdammt klein. Schlimmer noch, kurz nach Planescape kamen die ersten Infinity Engine Spieler aus, welche die Möglichkeit boten eine höhere Auflösung einzustellen.

Als Planescape ursprünglich veröffentlicht wurde, hatte ich schlicht keine Zeit für ein fettes Rollenspiel. Und als ich es dann später spielen wollte, war ich durch Spiele wie Icewind Dale schon auflösungsverwöhnt.

Ich hatte natürlich immer vor, Planescape trotzdem zu spielen. Der Plan war allerdings auf einen Patch zu warten, mit dem man das Spiel in mehr als 640×480 spielen konnte. Irgendwann wurde zwar klar, dass dieser Patch nicht von Black Isle kommen würde, aber ich war mir ziemlich sicher, dass ein Fan-Patch dieses Problem recht zügig beheben würde.

Aus “zügig” wurden in diesem Fall acht Jahre.

Kaum vorstellbar, aber meine inzwischen längst aufgegebene Hoffnung auf einen Hi-Res-Fan-Patch hat sich gerade erfüllt. Mit dem Widescreen Mod lassen sich alle alten Infinity Engine Spiele in so ziemlich jeder denkbaren Auflösung fahren.

Ich weiß jetzt, was ich dieses Wochenende mache.

21 Kommentare Autor: Richard
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10 Gründe warum Rock Band in Europa 240€ kostet

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Erster Grund: Jeder Packung der europäischen Version liegt eine echte Rock Band bei. Dies ermöglichst es auch Käufern ohne Freunde die vollen Möglichkeiten des Spiels auszuschöpfen.

Zweiter Grund: Die Gitarre der europäischen Version von Rock Band ist aus Tropenholz geschnitzt, welches illegal in einem geschützten Gebiet geschlagen wurde. Das Fell der Drums besteht aus der Haut von austerbenden Tierarten. Für jedes grüne Drum musste ein Berggorilla getötet werden und für jedes rote Drum wurden die Felle von 21 Kurzhaarchinchillas verarbeitet. Das Mikrofon ist zudem aus purem Platin gegossen.

Dritter Grund: Der Preisunterschied ergibt sich aus den Lizenzgebühren für den Song von Tokio Hotel. Electronic Arts bedauert den hohen Preis, wollte aber keinen Kompromiss eingehen. “Durch den Monsun” ist einfach 133€ wert. Besonders im englischen Original.

Vierter Grund: Die europäischen Versionen von Rock Band wurden 10 Jahre im Eichenfass gereift. Nur so war die wunderbare Ledernote im Geschmack der Drumsticks zu erreichen. Um die Lagerzeit zu erreichen und Rock Band trotzdem nur mit einem halben Jahr Verspätung nach Europa zu bringen, wurde Vicarious Visions neben der Umsetzung des Spiels auf die Wii auch noch die Entwicklung einer Zeitmaschine aufgetragen. Die dadurch entstandenen Kosten müssen leider auf den Kunden umgelegt werden.

Fünfter Grund: Der europäischen Version von Rock Band liegt nicht nur ein Mikrofon, ein Plastikdrumset und eine Plastikgitarre bei, sondern auch noch ein echtes Klavier.

Sechster Grund: Die Tasten des Klaviers sind aus Elfenbein.

Siebter Grund: Jede DVD Hülle des Spiels ist von südpolynesischen Kriegswaisenkindern individuell mit dem Mund bemalt. Die Kinder arbeiten zwar umsonst, aber da es in Südpolynesien schon länger keinen Krieg mehr gab, musste Electronic Arts erst einen anzetteln. Anders als die Kinder arbeitet Blackwater nicht umsonst.

Achter Grund: Um sicherzustellen, dass die Pedale bei den Drums in der europäischen Version nicht so leicht kaputt gehen wie bei der amerikanischen, wurde jedes Drumset von Keith Moon einem 100 Stunden langen Dauertest unterzogen. Die Kosten von Keith Moon waren dabei relativ moderat, da er einfach für die Drogen gearbeitet hat. Dummerweise hat er bei den Tests aber alle 30 Minuten das Hotelzimmer zertrümmert. Diese unerwarteten Kosten müssen leider an den Kunder weitergegeben werden.

Neunter Grund: Electronic Arts hat den Preis aus Versehen noch in D-Mark angegeben. Eine Korrektur dieses Fehlers in den Datenbanken würde die Veröffentlichung von Rock Band um weitere drei Tage verzögern. Nach der langen Wartezeit möchte man dies den Kunden nicht zumuten.

Zehnter Grund: Rock Band ist lässig so viel wert wie 240 Paar magnetischer Einlegesohlen aus dem 1-Euro-Laden.

Bonusgrund: Dinosaurier!

62 Kommentare Autor: Richard
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Einmal bücken bitte

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Gute Nachrichten! Rock Band kommt am 23. Mai nach Europa. Zunächst zwar nur als 360 Exklusivtitel, aber als Besitzer von zwei Plastikgitarren für die Xbox ist mir das persönlich egal. Das ist aber nicht die einzige gute Nachricht! Wir kriegen hier in Europa sofort das vollständige Programm des amerikanischen Onlineshop. Das sind satte 70 Songs zum Download. Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass sie uns die Hälfte der Songs verwehren und den Rest scheibchenweise verteilen. Prima.

Selbst der Preis ist gar nicht so schlecht. Da hatte ich ja auch das schlimmste befürchtet. Stattdessen gibt es nur die übliche Abzocke mit einer 1-zu-1 Umsetzung des Dollarpreises in Euro. Damit kriegen wir das Spiel für 169€.

Moment.

Kriegen wir nicht.

169€ ist zwar der Preis, aber das sind die Kosten für die Instrumente ohne Spiel. Jawohl, ohne Spiel. Für das Spiel gibt es noch mal spontan die unverbindliche Preisempfehlung von 69€. Für alle die so geschockt sind, dass sie nicht mehr richtig Kopfrechnen können: Das sind mal lässig 240 Eier für ein Videospiel.

Um das noch mal zusammen zu fassen: Der komplette Satz Instrumente inklusive Spiel kostet in den USA 169 Dollar. Das sind beim aktuellen Dollarkurs umgerechnet 107€. In Europa zahlen wir für den gleichen Spaß 240€. Ich würde sagen: Das ist das Doppelte! Ist es aber nicht. Es ist mehr als das Doppelte!

240€!

Für den Preis habe ich mir mal ein Auto gekauft. Ein AUTO! Das war ziemlich gut, und habe noch vier Räder inklusive Reifen dazu bekommen. Und einen lila Plastikdelfin, der am Rückspiegel hing!

Ich habe mit viel Spannung auf die europäische Version von Rock Band gewartet, aber für den Preis könnt die mir mal den Buckel runter rutschen. Selbst wenn ich aus Geld gemacht wäre, würde ich mir das Spiel nicht kaufen. Die Leute würden einen ja auf der Straße auslachen, wenn sie erfahren wie sehr man abgezockt wurde.

Ganz ehrlich, Electronic Arts, ich hatte mich so auf Rock Band gefreut, dass ich selbst bereit gewesen wäre, meine schlimmsten Preisbefürchtungen zu zahlen. Dummerweise habt ihr es aber geschafft meine schlimmsten Preisbefürchtungen noch mal ordentlich zu überbieten.

Ich glaube ich zahle weniger Geld, wenn ich das komplette Rock Band Set in den USA bestelle, ordentlich Porto zahle, dann noch die fetten Zollgebühren schlucke (die es übrigens ab Dezember nicht mehr gibt, hurra!), dann das Region 1 Spiel IN DEN MÜLL schmeiße, nur die Instrumente behalte und mir das europäische Spiel hier im Laden kaufe.

Kurz gesagt: FAIL.

BONUSABZOCKE: Die Songs sind hier wohl auch teurer als da drüben!

30 Kommentare Autor: Richard
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Angriff der Mausbiber

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Ich glaube Perry Rhodan ist schrecklich schlecht. Ich habe mich mal auf der offiziellen Homepage umgeschaut und die Beschreibung des aktuellen Heftes liest sich so:

Die Terminale Kolonne TRAITOR hat die Milchstraße besetzt und alle bewohnten Planeten unter ihre Kontrolle gebracht. Die gigantische Raumflotte steht im Dienst der sogenannten Chaotarchen. Der Kampf gegen TRAITOR wird an vielen Fronten und von vielen Lebewesen geführt: So sucht Perry Rhodan in fernster Vergangenheit nach dem Geheimnis der »Retroversion«. Sein Weg führt ihn im Kielwasser der Superintelligenz ARCHETIM bis in die Galaxis Tare-Scharm. Dort verschlägt es ihn auf den Planeten Ata Thageno, allein unter Fremden und Dienern der Chaotarchen – und zudem naht DAS TERMINALE BEBEN …

Thaotarchen? Retroversion? Sorry, aber das klingt für mich weniger nach dem terminalen Beben, sondern eher nach terminalem Schwachsinn.

Aber: Das Perry Rhodan Adventure ist echt nicht schlecht. Das liegt zunächst mal daran, dass es echt schick aussieht. Es haut mich nicht total um, aber es ist wesentlich besser als die meist hastig hingerenderte Durschnittsware die man von dem Genres sonst gewohnt ist. Es kommt fast so was wie Atmosphäre auf.

Perry Rhodan hat insgesamt einen schrulligen Stil. Es ist schon etwas seltsam, den Ausblick auf eine epische Science-Fiction-Landschaft zu genießen und im gleichen Atemzug festzustellen, dass der Außenminister der terranischen Liga ein ca. 1 Meter großer Mausbiber(!) namens „Gucky“(!!) ist.

Nein, das denke ich mir nicht aus. Ich zitiere:

Charakteristisch ist der große, einzelne Nagezahn, den Gucky vor allem dann in voller Größe blitzen lässt, wenn er gut gelaunt ist. Der meist zu Späßen aufgelegte Gucky ist tatsächlich der letzte der Mausbiber, wenngleich es immer wieder Gerüchte über einen Planeten der letzten Mausbiber gibt.

Insgesamt hat das ganze Spiel einen recht spezifisch deutschen Charme. Keine Angst, es versucht nicht lustig zu sein. Den im Handbuch angedrohten „trockenen Humor“ haben sie wohl während der Beta aus dem Spiel entfernt. Gute Entscheidung. Vielleicht sind deutsche Sci-Fi-Autoren auch so humorlos, dass ihnen nicht mal schlechte Witze eingefallen sind. Was auch immer der Grund für den Mangel an schlechten Scherzen ist, ich bin dankbar. Die Dialoge sind manchmal etwas steif, aber nie peinlich. Ich bin allerdings etwas überrascht, dass eine dahergelaufene Palastwache den Mumm hat, Perry Rhodan (zur Erinnerung: er ist der unsterbliche Herrscher der Welt) nicht nur in seinem Kinderzimmer einzusperren sondern ihn dann auch noch zu Duzen, wenn der mal kurz anfragt, was das denn bitte soll.

Ja, das Spiel fängt damit an, dass der Spacebundeskanzler von seinem Personenschutz in seinem Zimmer eingeschlossen wird, weil sein bester Freund der Meinung war, man müsse ihn vor den bösen Aliens schützen. Wohl gemerkt, es handelt sich hier um Aliens die eben noch das schwebende Spacebundeskanzleramt, in dem sich eben dieses Zimmer befindet, erfolgreich angegriffen und schwer beschädigt haben. Meiner persönlichen Einschätzung nach ist das zu diesem Zeitpunkt in etwa der unsicherste Raum der Galaxis.

Was ein Glück, dass Perry einen singenden Kristall und ein halbes Spielzeugraumschiff in der Tasche hatte. Sonst wäre er da nie raus gekommen!

Kurz: Erwartet keinen sinnvollen Plot. Aber das war wohl spätestens klar, als Perry in fernster Vergangenheit nach dem Superplaneten ARCHE-Scharm gesucht hat um zu verhindern, dass die Chaostage das finale Retroversionsbeben auslösen.

Interessanterweise sind die Rätsel trotzdem insgesamt recht logisch. Bisher habe ich jedenfalls nicht festgesteckt und ich habe schon zwei von fünf Kapiteln gespielt. Dennoch hat das Spiel zwei Probleme.

Problem 1: Man muss viel zu viel durch die Gegend laufen. Im ersten Kapitel gibt es ein Rätsel was einen zwingt mehrmals in Folge alle Räume des Kapitels zu durchlaufen, nur um dann wieder den ganzen Weg zurück zum Anfangspunkt gehen zu müssen. Hin, her, hin, her: Nerv!

Problem 2: Es gibt viel zu viele Trigger, die irgendwo ohne Zusammenhang irgendein Ereignis auslösen. Warum taucht der Mechaniker erst auf, nachdem ich irgendwo ein Spielzeugraumschiff zusammengeschraubt habe? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nichts natürlich. Trotzdem kommt so etwas ständig vor.

In Kombination führen diese beiden Problem dazu, dass man nach jedem gelösten Rätsel erst mal lange durch die Gegend irrt, um herauszufinden ob nicht in einem anderen Raum spontan ein Spacebiber mit seinem Rüssel eine Tür aufgemacht hat oder die Cafeteria plötzlich doch bereit ist, einem ost-magaflarisches Schleimschneckenmousse zu verkaufen.

Insgesamt bin ich von Perry Rhodan (dem Spiel) aber sehr angetan. Ich vermute fast, dass ich es durchspielen werde. Damit wäre es in den letzten fünf Jahren erst das zweite Adventure, das diese Ehre erhalten hat.

Nicht schlecht für ein Spiel mit Mausbibern.

27 Kommentare Autor: Richard
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Der Gottkaiser des Universums trägt eine Digitaluhr

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Ich gestehe, ich habe nie ein Perry Rhodan Heft gelesen. Als ordentlicher Nerd bin ich der Science Fiction durchaus zugeneigt, aber in der Hinsicht bin ich einfach immer ein Snob gewesen. Es fällt mir einfach schwer zu glauben, dass eine im wöchentlichen Rhythmus erscheinende Serie wirklich meinen Qualitätsansprüchen genügt.

Außerdem mag ich Dinge mit einem Anfang und einem Ende. Wenn ein Videospiel als „erster Teil einer epischen Trilogie“ angekündigt wird, sinkt spontan mein Interesse. Ist es echt so schwierig eine Geschichte zu schreiben, die ein vernünftiges Ende hat? Besonders übel wird es immer dann, wenn das ca. 20 Stunden lange Spiel ungefähr 30 Minuten Geschichte enthält und dann mitten im ersten Akt mit einem schlimmen Cliffhanger aufhört.

“Danke fürs Spielen! Wenn sie wissen wollen wie die Geschichte ausgeht, kaufen Sie sich in drei Jahren den Nachfolger!” (Der natürlich nie erscheinen wird, weil Teil 1 nicht erfolgreich genug war.) Na vielen Dank.

In diesem Sinne fällt es mir etwas schwer in eine Serie einzusteigen, die seit 1961 jede Woche fortgeführt wurde und wohl nie ein richtiges Ende finden wird.

Dennoch, als ich eben bei Saturn am Adventure-Regal stand und mir überlegte, ob ich mir Experience 112 oder Perry Rhodan mitnehmen soll, habe ich mich für Perry Rhodan entschieden. Zugegeben, das liegt primär daran dass Experience 112 nicht im französischen Original auf der DVD ist und ich eigentlich gerade mein Französisch aufmöbeln möchte. Gleichzeitig haben mich allerdings auch die Screenshots von Perry gereizt, die das Spiel wirklich schick aussehen lassen.

Während der Installation habe ich dann mal durchs Handbuch geblättert, in der Hoffnung eine Einführung in die Welt zu bekommen. Glücklicherweise gibt es die wirklich. So wurde mir zum Beispiel mitgeteilt, dass Perry Rhodan ein „terranischer Resident“ ist. Daraus schloss ich mal flott, dass er halt auf der Erde wohnt.

Nix da. Er ist nicht ein terranischer Resident, er ist der Terranische Resident, was anscheinend das gleiche ist wie President des bekannten Universums. Oh, und er ist unsterblich! Wollen wir wetten, dass er auch wahnsinnig gut aussieht und eine Wucht im Bett ist?

Jedenfalls klingt das mal wie eine interessante Ausgangslage. Die Unsterblichkeit ist zwar aus storytechnischen Gründen etwas fragwürdig, schließlich ist es als Unsterblicher etwas schwierig in Lebensgefahr zu geraten, aber das passt an sich ganz gut zur alten LucasArts-Konvention des, nun ja, unsterblichen Protagonisten. Vor allem hat ein König des Universums aber allemal mehr Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung, als ein Möchtegernpirat mit ohne Tee und ein paar Flusen in der Tasche.

Außer natürlich, man ist gar nicht der Premierminister der Galaxis! Ich zitiere das Handbuch:

Aber in diesem Adventure Game muss Perry ohne seine All-Macht und seine mächtigen Verbündeten auskommen, nur ausgestattet mit seinem trockenen Humor und einem Multifunktionsarmband.

Okay, jetzt habe ich Angst. Erstens, wenn ich nicht der Fürst dieser Dimension sein darf, warum erzählt ihr mir dann erst, dass ich es eigentlich bin? Zweitens scheint das Spiel anscheinend wert darauf zu legen dass es witzig ist, und wie „lustig“ das durchschnittliche deutsche Computerspiel ist, durften wir schon viel zu häufig unter bitteren Schmerzen am eigenen Leib erfahren. Drittens: Perry trägt anscheinend eine Digitaluhr und es ist den Autoren wichtig, darauf hinzudeuten. Daraus muss ich wiederum schließen, dass die Serie wohl auch heute noch immer von den gleichen Autoren verfasst wird wie 1961.

Mal schauen, wie es wird. Wünscht mir Glück…

28 Kommentare Autor: Richard
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