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motorbikes

Richard S. an mich

Sorry, Paperschreibstress. Das Ding ist in der Queue. Vielleicht schaffe ich es heute abend.

R!

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Stefan Koch wrote:

Richard!

Deine Reaktionszeit laesst zu wuenschen uebrig.

S

Soso, Richard kann anscheinend gerade nicht. Muss ich wohl mal wieder selber zum Keyboard greifen. Was ich ihm in der vorangegangenen Email versucht habe klar zu machen ist, dass Trials 2 Spiel des Jahres 2001-2012 ist. Und um diesem Statement mal die nötige Gravitas zu verleihen, hier mal kurz der Kontext. Ich halte PC-Spiele für Unterhaltung, die zu lange in der Sonne gelegen hat, nach Portal habe ich verzweifelt den “Geld zurück”-Knopf auf meiner Tastatur gesucht, und ich würde eher eine Naturkatastrophe auf meine Festplatte lassen als eine Spieledemo. Wenn ich also ein PC-Spiel empfehle, sollte das übrige Spielervolk schon mal die Kreditkarte in Stellung bringen.

Was macht man in Trials 2? Motorrad fahren. Mit ganzen vier Tasten, Gas, Bremse, vorwärts lehnen, rückwarts lehnen. Wobei um ehrlich zu sein, die Bremse braucht man meistens nicht, schliesslich wird auf den meisten Kursen auf Zeit gefahren. Klingt furchtbar simpel, und ist es im Prinzip auch, nur sind die Wege zum Ziel natürlich entsprechend anspruchsvoll. Dank prächtig funktionierender Physik wird jeder noch so kleiner Huppel zur tödlichen Bedrohung, und bis man selbst die einfachen Kurse fehlerfrei absolviert, dürfte eine Weile vergehen.

Das Geniale ist, alle Replays und Ghosts sämtlicher (mit dem Internet verbundenen) Spieler sind nur einen Knopfdruck entfernt, so dass man sich jederzeit den perfekten Sparringpartner herunterladen kann. Mich zum Beispiel (auch wenn ich im internationalen Vergleich gerade mal auf Platz 160 herumdümpele). Die Replays der Top-Spieler sind übrigens zum fürchten, intelligente Maschinen weilen bereits unter uns! Ausserdem kann man Teams gründen und sich dann untereinander messen *hint hint*

Was solltet ihr sonst noch wissen? Ach ja, $20 für die Vollversion! Das sind derzeit etwa €3! Die späteren Kurse sind das bisschen Kohle echt wert. 360 Controller funktioniert einwandfrei und bietet Bonus-Rumble. Und mit 80er Jahre Musik fährt es sich gleich doppelt so gut. Van Halen’s Jump auf 12 drehen und ab die Post! Brumm brumm!

Edit 1: Kieron Gillen mag es auch.

Edit 2: Ich habe einfach mal ein neues Team gegründet. Name und Passwort ist *surprise* Antigames. Leider kann man mit einem Profil nicht mehreren Teams beitreten. Ich habe daher einfach mal ein Zweitprofil erstellt und ein paar Zeiten vorgelegt.

26 Kommentare Autor: Stefan
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RAW DANGER!

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RAAAAAAAWWW DANGER! Ein wahrhaftiges Katastrophenspiel, zu dem es eine Menge zu schreiben gibt. Fangen wir einfach mal bei der Verpackung an. Was zur Hölle ist in Agetec gefahren, das wirklich hübsche Cover des japanischen Originals von Zettai Zetsumei Toshi 2 zu verwerfen und mit sowas zu ersetzen? Zuviel Schnaps gesoffen oder was? Dagegen nimmt sich die europäische Version fast schon professionell aus, wobei wir allerdings gleich schon bei der nächsten Katastrophe sind.

Denn zu allem Unglück ist der europäische Publisher von Raw Danger (RRRRAAAAAAWWWWWWW DANGER!) ausgerechnet 505 Games. Stammlesern könnten bei diesem Namen die Ohren klingeln. Hat der Stefan 505 Games damals nicht lobend erwähnt? Schon richtig, aber inzwischen ist dieser Publisher zu einer Art Elefantenfriedhof interessanter Spiele verkommen. Ar Tonelico – angeblich schon erschienen, de facto aber praktisch unmöglich zu bekommen. Raiden III – bei Ebay Italien (ein echter Geheimtipp für 505 Titel) fliegt gerade ein einsames Exemplar rum, schnell zugreifen! Und Raw Danger (RAW DANGER!) – ist seit Mai erhältlich, in den feuchten Träumen der 505-Pfeifen. Laut Kristan von Eurogamer ist das Spiel wohl auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben worden. Inzwischen gehen sogar Gerüchte rum, dass es in Europa gar nicht erst erscheint. Na Prost Mahlzeit.

Zum Spiel selber kann ich im Moment nicht so wirklich viel sagen, da meine PS2 gerade ein paar tausend Kilometer weit weg ist. Nur soviel, nicht nur die Packung ist eine totale Katastrophe, sondern laut amerikanischen Onlinemagazinen offenbar auch die Grafik. Dass Irem nicht gerade mit Geld um sich werfen kann ist schon klar, aber die Screenshots lassen auf eine Optik unter Steambot Chronicles-Niveau schliessen. Um mal den Klappentext zu zitieren, “Epic visuals capture the intensity of a natural disaster”. Und passend zum Katastrophenthema hat Agetec wohl auch noch mit dem Spiel selbst rumgepfuscht. Kommentar eines Spielers:

Hopefully a few more people get their copies soon so we can have a good old complain about the alterations they’ve put into the port. Making lots of the characters look like ganguros by blonding them up is unintentionally hilarious at least. Some of censored parts have messed up the story a little though.

Warum versuchen diese Säcke bloss, ein absolut nicht massenmarkttaugliches Spiel auf Teufel komm raus massenmarkttauglich zu machen, was im Endeffekt nur den informierten Spieler ärgert? Es ist ja durchaus lobenswert, einen solchen Nischentitel überhaupt zu lokalisieren, aber wer sich für so ein Spiel begeistern kann hätte es gerne im unveränderten Original.

Immerhin ist das Spiel günstig zu kriegen (so man denn was mit US-Importen anfangen kann), und der ESRB-Sticker verspricht “Language” und “Use of Alcohol and Tobacco”. Eines muss man Agetec/505 Games ausserdem lassen; das Katastrophenfeeling des Spiels haben sie schonmal perfekt eingefangen.

10 Kommentare Autor: Stefan
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Ernten oder nicht ernten?

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Bei Eurogamer gibt es derzeit mal wieder ein Interview, das auf meiner nach oben offenen Bullshit-Skala eine glatte 8 erreicht. Nicht dass der Artikel an sich schlecht wäre, im Gegenteil. Dass, was Ken Levine von Irrational Games da über sein neues Spiel Bioshock erzählt, lässt den vom Mainstream gelangweilten Leser vor Vorfreude Purzelbäume schlagen. Da ist von Philosophie die Rede, von unvereinbaren Weltanschauungen, von Religion, Wissenschaft und Moral. Dem Spieler soll möglichst viel Handlungsfreiheit an die Hand gegeben werden, er soll ganz nach seinem eigenen Gewissen Entscheidungen treffen und damit die Geschichte selber formen. Klingt nach GOTY 10/10 othergameslol, nicht wahr?

Habe ich auch gedacht, bis ich dann voller Vorfreude das zur gleichen Zeit veröffentlichte Preview gelesen habe. Da hört sich das dann auf einmal ganz anders an. Irgendwie hatte ich ja nach dieser Einführung eine Art Rollenspiel erwartet, aber allem Anschein nach ist Bioshock nur ein weiterer “wenn es sich bewegt ist es ein Feind” Shooter. Die ach so vollmundig beworbene Entscheidungsfreiheit beschränkt sich in realiter auf a) bearbeite ich das Monster mit einem Schraubenschlüssel, b) zünde ich das Monster an, um es dann, wenn es sich verzweifelt zu retten versucht, mit Elektroschocks zu töten oder c) spiele ich Pipemania an einem Computerterminal, damit mir eine Selbstschussanlage die Drecksarbeit abnimmt? Nach Lektüre des Artikels komme ich zu dem Schluss, dass meine Wahl lediglich den modus operandi der genreüblichen Metzelorgie beeinflusst, und ansonsten keinen weiteren Einfluss auf die Geschichte hat. Die im Interview angesprochene zwiespältige Rolle der Wissenschaft verkommt in Bioshock zum fadenscheinigen Hintergrund für ebenso alberne wie statusverbessernde Implantate.

Ach ja, wie war das noch gleich mit der Moral?

The game then spells it out to us. If we harvest, we get maximum Adam, but she dies. If we rescue, we get substantially less Adam but, Tenenbaum desperately appeals to our conscience, it will be worth our while. Our call.

We grab the girl and draw her right up to us. She’s screaming, fear etched into her face, hopelessly, pathetically writhing and trying to push us away. “No! No! NOOO!” She still seems pretty human to us…

Nun, wie sagt der Brite so treffend, der Beweis des Puddings ist im Geesse, und was bislang vom Spiel zu sehen ist sieht ja für einen Egoshooter durchaus ganz lecker aus (um mal im metaphorischen Bild zu bleiben). Aber das war es dann auch. Bioshock ist offenbar kein moralisches Diorama und auf nicht die Neuerfindung des interaktiven Rades, sondern nur ein etwas weniger tumbes Mach-alles-tot Spiel. Sieht so aus, als müssten wir noch ein wenig länger auf einen wirklich anspruchsvollen Softwaretitel warten.

25 Kommentare Autor: Stefan
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Nächstes Mal mehr Spiel bitte

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So, es wird mal wieder Zeit, ein Spiel zu loben. Wobei, wer von Hotel Dusk: Room 215 ein gutes Spiel erwartet, wird wohl bitter enttäuscht werden. Warum und weshalb kann man unter anderem in der Rezension von Hartmut Gieselmann bei Telepolis nachlesen, der ich mich im Grossen und Ganzen voll anschliessen kann. In der Tat ist Hotel Dusk ein furchtbar schlechtes Adventure, das Lucas-Atrophierte mit unlogischen Rätseln und plötzlichen Game Overn in Rekordzeit in den Wahnsinn treiben dürfte.

Auch bei mir es eine Weile gedauert, bis es so richtig geklickt hat. Zu Beginn bin ich nämlich viel zu methodisch an die Geschichte herangegangen, habe wie üblich jeden neuen Ort akribisch abgeklappert und mich herzlich über den Mangel an Handlungsfreiheit aufgeregt. Dann ist mir aufgefallen, dass ich Hotel Dusk die ganze Zeit über falsch gespielt, beziehungsweise konsumiert habe. Room 215 versucht nämlich nicht den übrigen Spielen für die hyperaktive Jugend von heute Konkurrenz zu machen, sondern der altmodischen Bettlektüre auf dem Nachttisch. Und so “gespielt”, für eine halbe Stunde pro Abend, den DS wie ein Buch haltend und bequem mir der Schultertaste weiterblätternd, läuft die Geschichte um Ex-Cop Kyle Hyde dann tatsächlich zur Höchstform auf. Plötzlich macht die Linearität der Handlung genauso Sinn wie die anspruchslosen Rätsel und die enorme Dialoglastigkeit, die viele sicherlich als eher lästig ansehen würden. Wenn ich nach nach einem langen Tag in Ruhe abschalten will, möchte ich schliesslich nicht die ganze Zeit hochkonzentriert auf den Bildschirm schielen, um auch ja kein wichtiges Detail zu verpassen.

Leider liegt genau hier auch die grösste Schwäche. Weil Hotel Dusk seine Herkunft aus der Spieleecke nicht ganz verleugnen kann, läuft man ab und an vor die sprichwörtliche Ziegelmauer, weil das Programm auf irgendeinen unsichtbaren Trigger wartet. Das führt dann dazu, dass man mitunter stundenlang ergebnislos im Kreis läuft, was nicht gerade förderlich für die Nachtruhe ist. Hier hat ein Buch noch klar die Nase vorn (es sei denn, man hat gerade einen Fighting Fantasy Roman ausgegraben).

Aber abgesehen von diesem Ärgernis ist Hotel Dusk eine wirklich feine Sache. Es ist lange her, dass ich ein Spiel mit so rundum gelungenem Design gesehen habe. Auf den äusserst geschmackvollen Grafikstil brauche ich wohl nicht näher einzugehen, wohl aber auf das Character Design. Während der Rest der Branche auch weiterhin holzschnittartige Protagonisten als State of the Art zelebriert, demonstriert Cing, wie man mit ausdrucksstarken Schwarzweiss-Portraits und hervorragend geschriebenen Dialogen unscheinbaren 2D-Figuren Leben einhaucht. Auch die Handlung ist sehr gefällig und schafft es, ohne grosses Effektfeuerwerk Spannung aufkommen zu lassen. Da mag Herr Gieselmann noch so sehr das Fehlen von Sex&Crime beklagen, meiner Meinung nach gewinnt die Geschichte eher noch durch ihr gekonntes Understatement.

Ein Wort noch zur Atmosphäre. Ich hatte in den letzten Wochen ausgiebig Gelegenheit, mir zweitklassige amerikanische Hotels aus der Nähe anzusehen, und kann Hotel Dusk in dieser Hinsicht als durchaus gelungen bezeichnen. Auch das “späte 70er” Flair kommt sehr gut rüber, was erstaunlich gut zur Film Noir Aufmachung passt. Hoffen wir mal, dass Cing in einem möglichen Nachfolger die Mängel in den Spielelementen ausbügelt. Ich persönlich würde gerne mehr von Kyle Hyde lesen.

24 Kommentare Autor: Stefan
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Aus alt mach HD

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Erinnert sich noch jemand an Dragon’s Lair? So wie ich unsere Leser kenne lautet die Antwort wahrscheinlich zu 90% “aber klar”. Genauer gesagt hätte ich fragen sollen ob sich noch jemand daran erinnert, wie entsetzlich schlecht Dragon’s Lair war. Das Ergebnis wäre aber wohl ähnlich ausgefallen. Für die beiden Jungspunde im Publikum: Dragon’s Lair, ebenso wie die direkt Fortsetzung und das Weltraum-Abenteuer Space Ace, waren frühe Versuche im Genre der interaktiven Filme. Von Laserdisc wurde ein Trickfilm abgespult, und der Spieler drückte im richtigen Moment die richtige Taste, um nicht schon wieder einen grässlichen Tod zu sterben.

Das lief dann in etwa so ab: Dirk the Daring steht in einem Gang. Eine Fallgrube öffnet sich unter ihm. Bitte Münze nachwerfen. Zweiter Versuch: Dirk the Daring steht in einem Gang. Der Spieler drückt nach links. Eine Fallgrube öffnet sich unter ihm. Bitte Münze nachwerfen. Versuche drei bis fünf: Der Spieler probiert alle möglichen Richtungen aus und findet durch Zufall die richtige. In einer kurzen Filmsequenz hüpft Dirk über die Grube. Sofort erscheint die nächste Todesfalle und der “Spass” geht von vorne los. Ausserdem gab es da noch extrem primitive Minispiele, die zumindest auf dem C64 ziemlich frustrierend ausfielen.

Der einzige, und ich meine der wirklich einzige Grund, weswegen die Leute damals vor dem Automaten Schlange standen, war die absolut bombastische Grafik. Kein Wunder, das Spiel wurde ja schliesslich komplett von einem Riesendatenträger abgespult. Daher wundert es etwas, dass Digital Leisure für diese “completely arcade authentic HD version” auf dem PC nicht nur unverschämte $50 verlangen, sondern das Spiel Machwerk und seine Ableger demnächst auch noch auf der PS3 veröffentlichen wollen. Ich gehe davon aus, dass sich Don Bluth und seine Spiessgesellen im Audiokommentar wortreich für Dragon’s Lair entschuldigen.

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Re: Mangel an neuen Beiträgen

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Wahrscheinlich hat sich noch niemand hier gefragt, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe. Der Grund ist folgender: im Moment geht mir alles rund ums Thema Videospiele so richtig auf den Sack. Ich bin jetzt schon lange genug dabei -nicht bei Antigames natürlich, sondern bei meinem Hobby- um zu wissen, dass diese Apathie/Lethargie immer phasenweise auftritt und nie von langer Dauer ist. Dennoch, im Moment würde ich die gesamte Industrie und alle, die sich ihr verbunden fühlen, am liebsten mal wieder in ein Fass mit rostigen Nägeln stecken und im Meer versenken. Alles, was vor kurzem noch im grünen Bereich war, erscheint mir heute irgendwie grau (oder doch eher beige? Oder braun?)

Für sämtliche Konsolenhersteller und ihre süss-saure Galle spuckenden Apologeten habe ich nur Verachtung übrig. Für die Kackspaten von Sony, weil die PS3 zwar Krebs heilen, aber nicht mal vernünftig alte Spiele emulieren kann. Zumindest hier in Europa, weil, wir kriegen hier schliesslich immer eine Extrawurst gebraten. Für die Binnenseepiraten von Microsoft, weil sie es tatsächlich geschafft haben, Geld in Punkte zu verwandeln und kumulative Hiscores zu einem salonfähigen Diskussionsbeitrag zu machen (“Hey, ich habe 62050 Punkte!” “Echt? Wodrin?” “Pacman, Winter Games und The Lurking Horror.”). Und für die Macrocneminaden von Nintendo, weil sie existieren! “Spiele? Wozu? Wir sind Nintendo, ihr Hunde!” Wisst ihr was, ihr könnt euch eure albernen Konsolen fürs Erste einmal dahin stecken, wo Bartel den Most holt.

Ebenso in den Verbannungscontainer gehört diese geifernde Brut, deren einzige Lebensaufgabe es zu seien scheint, wildfremden Leuten ihre Freizeitbeschäftigung madig zu machen. Und damit meine ich nicht nur die üblichen Verdächtigen (Gott mit dir, du Land der Bayern!), sondern ebenso diese bizarre Subspezies an Videospielern, die ihr vertrocknetes schwarzes Herz bei jeder sich bietenden Gelegenheit im gesamten Internet ausschütten müssen. Es ist mir sowas von scheissegal, dass Beliebte Serie X, Teil 5 jetzt auch auf der 360 erscheint. Wenn überhaupt, dann ist das ein Grund zum Feiern und kein Anlass zur Selbstbebauchpinselung, ihr blöden Labialspakaken. Denkt immer dran, sobald der INTERNATIONALE KAMPF GEGEN DEN INTERNATIONALEN TERRORISMUS™ ein Datennetzidentifikationspflichtgesetz hervorgebracht hat (nur noch eine Frage der Zeit), werde ich den Mob anführen, der euer Haus niederbrennt.

Ein donnerndes Pfuibuh geht bei dieser Gelegenheit auch an die “”Fachpresse”" (ein Satz Anführungszeichen hätte hier nicht mehr genügt), die sich auf der Suche nach Neuigkeiten in immer bizarreren Belanglosigkeiten ergeht. Wenn heutzutage irgendwo auf dieser Welt irgendein Mitarbeiter irgendeines Spiele-assoziierten Unternehmens in die Nähe eines Mikrophons oder einer Tastatur gelassen wird und irgendetwas sagt, dann wird daraus ganz schnell eine Nachrichtenmeldung epischen Ausmasses (Hallo Boris). Ebenso geht mir die heuchlerische Scheinheiligkeit der Presseheinis furchtbar auf die Nerven. Ist ja toll, dass immer mehr und immer verschiedenere Menschen Videospiele mögen, und dass nur wenige Prozent der hierzulande erscheinenden Spiele vor den strengen Augen der Tugendwächter in Ungnade fallen. Warum ist die Berichterstattung dann aber immer noch so dominiert von männlichen Männerspielen wie Halo, Gears of War und God of War? Wenn die umjubelten, millionenschweren Spitzenprodukte der Industrie zum Grossteil immer noch solche Spiele sind, in denen man andere Spielfiguren vom Leben zum Tode befördert, dann ist das beschämend für uns als Spieler und Wasser auf die Mühlen unserer Kritiker.

So, und deshalb habe ich schon länger nichts mehr geschrieben.

48 Kommentare Autor: Stefan
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Spielspass im Tetrapack – für den schmalen Geldbeutel

So, jetzt aber. Nach diversen beruflichen (was soll das heissen ‘der Versuch dauert 24 Stunden’?), privaten (it hurts and stings!) und technischen (*sniff sniff* was riecht hier so verbrannt… argh mein Rechner!) Hindernissen finde ich endlich mal wieder die Zeit, was zu schreiben.

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Wenn mein Computer nicht gerade in Flammen steht, verbringe ich meine Freizeit seit kurzem in den zugigen Höhlen La Mulana. Denn während mich Final Fantasy XII trotz seiner Hochglanzfassade dann doch eher anödet, hat mich der urige Retrocharme dieses Freeware-Adventures komplett in seinen Bann geschlagen. Als Peitsche schwingender, Filzhut tragender Rick Dangerous-Verschnitt (den anderen Archäologen brauche ich wohl nicht zu erwähnen) kämpft man sich durch eine irrsinnig grosse Ruine voller tödlicher Todesfallen und ebenso tödlicher Gegner. Tödlich ist dann auch das inoffizielle Leitmotiv des Spiels, denn anders als etwa in dem zwar exzellenten aber ziemlich leichten Tomb Raider Legend ist der Tod hier ständiger Begleiter. Zu Beginn des Spiels reibt man sich daher des öfteren verwundert die Augen ob der vermeintlichen Frechheiten, mit denen man in La Mulana konfrontiert wird.

Ein Beispiel: läuft man am Anfang nach links statt nach rechts (das Spiel ist übrigens komplett nicht-linear), stösst man nach ein paar Bildschirmen mit Simpelgegnern auf einen bildschirmfüllenden Koloss, der unserem Helden in Sekundenschnelle die Hosen runterzieht. Oder nochwas: die Tempelbauer von einst waren ziemlich jähzornige Gesellen; peitscht man wie in anderen Spielen einfach mal wild in der Gegend rum, kann einem durchaus schonmal die Decke auf den Kopf fallen. Daher sollte man den in der -übrigens hervorragend gestalteten- Anleitung gegebenen Rat beherzigen, gründlich alles abzusuchen, die Umgebung zu beobachten (ein Haufen Skelette rund um einen Altar sollte zu denken geben) und erst dann die Statue zu klauen. Wobei La Mulana übrigens zu keinem Zeitpunkt unfair ist, nur eben verdammt erbarmungslos. Dennoch, die kniffligen Rätsel, die Rollenspiel-ähnliche Belohnungsstruktur und nicht zuletzt die Liebe zum Detail lassen mich auch nach dem x-ten Ableben immer wieder zu dem Spiel zurückkehren.

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Ganz andere Hirnregionen stimuliert rRootage, ein weiteres Glanzstück des äusserst umtriebigen Kenta Cho (sehr empfehlenswert sind auch Mu-cade und Torus Trooper). Trotz mangelnder Feinmotorik haben mich Bullet Hell-Shooter Marke Gigawing oder Under Defeat schon immer fasziniert, nur dass die blöden Level zwischen den coolen Bossen immer genervt haben. Daher die gute Nachricht für schräge Vögel wie mich, rRootage wirft den ganzen Nonsens über Bord und konzentriert sich aufs Wesentliche: hunderte Bosse, die den gestressten Spieler mit immer wahnsinnigeren Kugelformationen beharken. Dazu vier verschiedene Spielmodi, eine Hand voll Leben und die bekannt abstrakte Präsentation, und fertig ist das perfekte Spielvergnügen für zwischendurch (falls ein Microsoft-Bot mitliest – sowas wäre perfekt für Live Arcade). Inzwischen habe ich es auf normal bis Stage 6D geschafft, wobei die Level allerdings frei anwählbar sind. Ein gutes Pad hilft da ganz schön weiter.

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Kein Interesse daran, umständlich Spiele zu installieren und trotzdem Lust auf ein wenig Frust? Kein Problem, für ä生オワタ\(^o^)/の大冒険 (auch bekannt als “Your Life is End”) braucht es lediglich einen Flash (ah-ah!)-fähigen Browser, und schon kann das Haare raufen losgehen [z=springen, x=schiessen, r=restart]. Keine Sorge falls ihr schon den ersten Bildschirm nicht überleben solltet, das ist normal. Ohne perfektes Timing und pixelgenaue Sprünge stirbt man unter Garantie. Your Life is End hat da echt kein Mitleid mit dem Spieler. Spass macht es trotzdem, selbst wenn man von einem riesigen ASCII-Guile mit Somersault in den Hintern getreten kriegt (echt wahr).

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Nicht wirklich umsonst, aber seit einer Weile auf den üblichen Abandonware-Seiten zu finden ist Segas genial-bizarres The Typing of the Dead. Für die Nicht-Eingeweihten: es ist im Prinzip der Lightgun-Klassiker House of the Dead, nur dass man die Untoten über den Haufen schreibt. Vor jedem Monster erscheint eine mehr oder weniger lange Phrase, die man in Rekordzeit nachtippen muss. Zum Glück gibt es ein sehr gutes Tutorial (sollte ich mal eine Sekretärin brauchen, werde ich sie damit testen) und die Möglichkeit, auf ein englisches Tastatur-Layout zu wechseln. Trotzdem gibt es mit einigen Satzzeichen auf einer deutschen Tastatur Probleme, da hilft dann nur wüstes Tastenhämmern.

Das klingt jetzt total unlustig, oder? Ist es aber nicht. Das Spielprinzip sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich wäre gerne dabeigewesen, als die Entwickler ihren Geldgebern die Idee präsentierten, aber The Typing of the Dead macht erstaunlich viel Spass. Und man lernt nebenbei Zehn-Finger-Schreiben! Na wer sagt denn dass einem Computerspiele nichts beibringen können. Dieser Beitrag jedenfalls floss mir erheblich schneller als üblich aus den Händen.

24 Kommentare Autor: Stefan
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Der Ehrliche ist wie üblich der Dumme

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Vor einer ganzen Weile habe ich schon mal kurz Sonys Downloadservice für PS1-Spiele erwähnt. Damals verkündete ein britisches Playstation-Magazin, dass geneigte PSP-Besitzer in diesem Jahr ein wahres Füllhorn an alten Spielen angeboten bekommen würden, darunter zahlreiche von vielen geliebte Klassiker. Nun, wie es jetzt aussieht, war meine Skepsis berechtigt. Statt das anämische PSP-Portfolio mit einem Schlag um dutzende Triple-A Titel zu erweitern, verkommt das Angebot zu einer zynischen Abzocke, die Xbox Live Arcade und Nintendos Virtual Console im direkten Vergleich richtig gut aussehen lässt. Zunächst mal muss sich jeder, der PS1-Spiele auf seiner PSP laufen lassen will, eine PS3 zulegen. Denn nur damit lassen sich im Moment Sachen aus dem Onlineladen kaufen. Klar, laut Sony soll man das später auch direkt mit dem PC oder der PSP erledigen können, aber derzeit ist das Retroreservoir noch ein verdammt exklusiver Club. Besonders in Europa, denn mangels 600€ teurer Zusatzhardware hierzulande kann ich mir natürlich auch noch kein 10€ PS1-Spiel auf den Memory Stick ziehen. Nicht dass ich das ob dieser Mondpreise machen würde, aber ich habe bisher ja noch nicht mal eine Wahl.

Apropos Wahl. Selbst wenn ich mein Geld selber drucken würde und die Oberen bei Sony mir endlich erlauben würden, ihre Spiele zu kaufen, ja selbst dann würde mir das bisherige Angebot nur ein müdes Stirnrunzeln entlocken. Wer zum Teufel ist bloss auf die Idee gekommen, Tekken 2 und Hot Shots Golf in das anfängliche Aufgebot zu packen? Von beiden Serien gibt es schon ein ganze Zeit lang bessere Versionen auf der PSP, so dass wohl nur Leute mit akuter Geldnot auf die schwächeren PS1-Teile zurückgreifen würden. Aber Leute mit akuter Geldnot würden sich wohl kaum eine PSP und eine PS3 kaufen. Argh, der Schwachsinn bereitet mir körperliche Schmerzen! Den Rest des Lineups habe ich schon wieder vergessen, war aber dezent unspektakulär.

Und jetzt der Clou an der Sache. Die bösen bösen Softwarebastler sind natürlich schon wieder drei Schritte weiter. Während treudoofe Idioten wie ich brav die leeren Versprechungen der Hersteller schlucken und auf bessere Zeiten warten, haben findige Tüftler ihr Handheld schon längst in eine tragbare Playstation verwandelt, so wie es anfangs auch offiziell angedacht war. Mit Hilfe einer modifizierten Firmware und einem Blanko-Emulator (beides nicht wirklich koscher) steht den Retrofreuden selbst mit einer heimischen PSP nichts mehr im Weg. Noch besser, mit entsprechenden Tools ist es inzwischen möglich, beliebige PS1-Spiele von CD zu rippen und auf seinem Handheld abzuspielen, und das sogar in komprimierter Form, für mehr Spiel pro Karte. Als ehrlicher Kunde stehe ich also mit nett gemeinten Zusagen, aber doch eher leeren Händen da, während clevere Spieler bereits daheim und unterwegs Symphony of the Night zocken, und dass ohne einen Cent dafür zu bezahlen.

Daher mein dringender Appell an Sony: Leute, die Katze ist aus dem Sack! Wer entsprechendes Know-how besitzt, kann schon jetzt für lau PS1-Spiele auf seine PSP schaufeln, und das ohne PS3! Also vergesst den ganzen DRM-Scheiss -dafür ist es jetzt zu spät-, einigt euch pronto mit den Lizenzinhabern und bietet mir möglichst viele alte Spiele zum Kauf an – und zwar im Doppeltempo. Als jahrelanger treuer Kunde fühle ich mich gelinde gesagt veräppelt. Es macht mir überhaupt nichts aus, für den Bonus der Mobilität selbst Geld für Spiele hinzublättern, die schon längst als Original bei mir im Regal stehen; aber ihr müsst sie mir auch anbieten! Nicht so olle Kamellen wie Tekken 2, sondern eine solide Auswahl aus allen Genres. Sonst kaufe ich mir doch noch eine zweite PSP, nur zum modden. Und dann seht ihr von mir keinen Euro mehr.

65 Kommentare Autor: Stefan
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Star-Allüren

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Gestern habe ich das neue Zelda durchgespielt. Ein hervorragendes Adventure, keine Frage. Aber eines wurde mir ständig wieder vor Augen geführt: Nintendo erlaubt sich Unverschämtheiten, die man kaum einem anderen Publisher durchgehen lassen würde. Das geht schon damit los, dass man als Gamecube-Besitzer mit einer kastrierten Version vorlieb nehmen muss. 16:9? Fehlanzeige. Dafür ist die Y-Achse beim Zielen invertiert, und es gibt keine Möglichkeit, dies zu korrigieren. Warum man auf diese Sparversion sogar noch eine Woche länger warten musste als auf die Wii-Fassung, ist wohl nur mit Marketinggründen zu erklären.

Aber auch als Besitzer von Nintendos neuer Wunderkonsole ist man nicht viel besser dran, denn die gröbsten Designschnitzer sind plattformunabhängig. Allein schon die Tatsache, dass man jedesmal beim Laden des Spielstandes einen Bildschirm zur Einstellung des Bildes präsentiert bekommt, macht mich ein wenig stutzig. Hallo? Spiele ich etwa ständig an den Settings meines Fernsehers rum? Ausserdem ist Zelda ja im Gegensatz zu anderen Spielen nun nicht gerade finster oder kontrastarm. Ein vermeidbares Ärgernis also, dass sich aber im Vergleich zu den gröberen Schnitzern wie eine Lappalie ausnimmt.

Im übertragenen Sinne ist The Legend of Zelda nämlich eine alternde Diva, die zwar immer noch ein Millionenpublikum verzaubern kann, aber doch schon deutliche Alterserscheinungen zeigt. Am deutlichsten zeigt sich das wie ich finde in der vollkommenen Entwertung von Geheimnissen. Früher, in den Anfangstagen der Serie, waren Rupien noch wertvoll. Man konnte damit Dinge kaufen, die einem das Heldenleben deutlich einfacher gemacht haben, mehr Pfeile etwa oder einen Heiltrank. Eine Truhe mit 20 Rupien zu finden war daher ein echtes Erlebnis, das durch das bekannte Kisten-Öffne-Jingle zusätzlich ein echtes “Gut gemacht!” Gefühl rüberbrachte. Und heute? Heute ist das Geldraffen zum reinen Selbstzweck verkommen, denn eine Herausforderung ist die Serie schon lange nicht mehr. Wozu sollte man noch Munition oder Bomben kaufen, wenn die aus jedem zweiten Gegner rausfallen und garantiert vor jedem Rätsel mit entfernten Zielen/Felsen/Fackeln ein Eimer mit Pfeilen/Bomben/Lampenöl rumsteht? Geradezu albern scheint es daher, dass Rupien in Twilight Princess ebenso selten sind wie Sand am Meer. In den Brieftaschen getöteter Feinde, im hohen Gras, unter Steinen, in der Erde, auf Bäumen, im Wasser, in Felsen – überall wimmelt es vor Edelsteinen. Es ist daher fast schon blanker Hohn, dass die Geldbörse des Helden zu Anfang gerade einmal 300 Rupien fasst, und auch im weiteren Verlauf des Spiels nicht viel weiter anschwillt. Schau her, scheint das Spiel zu sagen, all dieses wertvolle Geschmeide, und du Depp kannst es nicht mitnehmen.

Seinen Gipfel findet dieser inflationäre Umgang mit Geld in den Schatzkisten. Gerade bin ich mit Eisenstiefeln und Krallenhand eine schlüpfrige Rampe hochgeklettert, und musste mich unterwegs auch noch mit allerlei Getier anlegen. Zweimal bin ich komplett runtergerauscht, und erklimme nun mit grimmiger Miene und diversen Flüchen auf den Lippen erneut die Rutschbahn. Aber jetzt stehe ich an der Spitze, und hinter diesem Wasserfall wartet meine wohlverdiente Belohnung. “50 Rupien! Aber dein Beutel ist ja schon voll. Du ARSCH!” Das Problem ist, auf solche Beleidigungen reagiere ich wie eine Ratte im Versuchslabor. Wenn ich auf einen Knopf drücke und dafür eine gewatscht bekomme, dann werde ich das in Zukunft lassen. Nur leider lässt einen Zelda nicht so leicht davonkommen. Das gleiche Rätsel, für das man an der einen Stelle einen Sack voll Edelsteinen (also nichts) bekommt, könnte an einem anderen Ort einen Schlüssel als Belohnung bereithalten. Wie der letzte Volldepp löst man also eine Knobelei nach der nächsten, denn es könnte ja zum Weiterkommen wichtig sein. Es mag ja durchaus Spieler geben, die Rätseln um des Rätselns Willen, aber mir ist die klassische Aufwand-Belohnung-Struktur definitiv lieber.

Darüber hinaus halten einen die Entwickler für geistig zurückgeblieben. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass man die Funktion elementarster Dinge ständig wieder erklärt bekommt. Leute, ich habe über die Jahre schon hunderte von Bomben hochgehen lassen, ich weiss inzwischen wie das geht. Und die gelben Rupien sind zehn Rupien wert, das ist mir bekannt. Man kann es mit dem Händchen halten wirklich auch übertreiben, zumal sich an der grundlegenden Spielmechanik seit Jahren nichts gravierendes geändert hat.

Bei all dem Gemaule sollte man eines allerdings nicht vergessen: es macht trotzdem Spass, denn das Dungeondesign ist wie immer hervorragend. Schade nur, dass das trotzdem mit jedem neuen Zelda immer grösser wird.

56 Kommentare Autor: Stefan
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Wise from your gwave!

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28 Spiele auf einer UMD, Donnerwetter! Nicht, dass ich jemals Zeit oder Lust hätte, die alle ausführlich zu spielen. Aber ich will ja keinem Titel Unrecht tun, und habe daher jedes Spiel erstmal für genau fünf Minuten getestet. Hier meine Eindrücke.
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32 Kommentare Autor: Stefan
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